Wander-Blog von Manuel Andrack

Die besten Wander-Storys der Welt




Ein Highlight für leidenschaftliche Trainspotter

Geschrieben am um 08:20

Ich weiß nicht ob ich das schon mal erwähnt habe – ich bin nicht nur Wanderfreund, sondern auch Schienverkehr-Fan. Als Kind wollte ich Straßenbahnfahrer in Köln werden, später habe ich Lokomotiven fotografiert, noch später bin ich mit der Bahncard 100 kreuz und quer durch Deutschland gefahren. Ich kenne ungefähr so viele Bahnhöfe wie Wanderwege (das zweite bedingt ja auch oft das erste), kurz, ich bin ein leidenschaftlicher Trainspotter. Kürzlich bin ich auf dem Paderborner Höhenweg gewandert und kam am Dunetalviadukt vorbei.

 

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Um das Viadukt angemessen zu bestaunen, wurde eine großzügig bemessene Aussichtsplattform für die Wanderer installiert. Alles noch im normalen Rahmen. Einen großartiger Service bieten aber die beiden Infotafeln, die auf der Aussichtsplattform angebracht sind.

 

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Trainspotter können genau nachvollziehen, wann die S-Bahn nach Hannover (wer will da eigentlich hin?), die Westfalenbahn nach Bad Salzuflen und der ICE nach München vorbeifährt. Hilfreich wäre vielleicht noch einen elektronische Verspätungsanzeige. Aber mal ehrlich: Auf meiner Wanderung waren ALLE Züge auf die Minute pünktlich – und ich habe bestimmt neun Stunden auf der Aussichtsplattform campiert. Der absolute Knaller sind aber die Infos über die Güterzugfahrten…

 

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Mein Geheimfavorit: Der Zug, der planmäßig Samstags (Aber Achtung! Nicht nach Karfreitag, oder gibt es noch andere Feiertage an Freitagen?) um 12:37 durch Altenbeken Richtung Paderborn fährt. Dann muss man noch vier Minuten warten und schon rauscht der Güterzug mit Biercontainerwagen auf nach Warstein über’s Dunetalviadukt. Den könnte man überfallen, dann hätte man genug Bier für einige Wochen. Die Frage ist nur, fährt der voll oder leer? Wahrscheinlich ja leer, aber es könnte ja auch sein, dass sich Warsteiner gutes Bier aus München liefern lässt, um es unter dem Namen “Warsteiner” abzufüllen und dann zurück nach Bayern zu schicken. Also: Samstags auf zum Dunetalviadukt und Warsteiner Biercontainerwagen gucken!



Ein Leben auf dem Wanderweg

Geschrieben am um 08:14

Es stimmt schon, ich wandere viel, ausgiebig und gerne. Aber auch bei meiner Wanderintensität ist noch jede Menge Luft nach oben. Wie wäre es denn, wenn ich mein komplettes Leben auf die Wanderwege dieses Landes verlegen würde? Ein Einwand wäre, dass man auf so manche Annehmlichkeit des täglichen Lebens verzichten müsste. Das kann sein, muss aber nicht so sein …

 

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Viele Bundesbürger wollen nach einem turbulenten Tag abends nur noch die Beine hochlegen und in die Glotze schauen. Vielleicht kommt ja was Spannendes bei ZDF Neo? Man könnte meinen, am Wanderweg sei TV-Konsum nicht drin. Na und ob, im Bergischen Land sah ich einen High-Tech-Fernseher direkt am Wanderweg. Allerdings haben Geräte mit Kabel dran wie Waschmaschinen, Kühlschränke und Fernseher die unangenehme Eigenschaft, elektrischen Strom zu benötigen. Daher gehen viele Wanderregionen verstärkt dazu über, an jedem zweiten Baum am Wegrand eine Steckdose anzubringen…

 

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Bleibt die Frage, was man in den Nächten macht. Durchwandern? Auf Dauer zu anstrengend. Also braucht man natürlich ein Zelt. Nur welches? Die Auswahl ist schier grenzenlos. Eine geniale Hilfe bietet der Sportscheck-Zeltberater

 

http://www.sportscheck.com/beratung/zeltberater/

 

Mit dem Zeltberater hat man Planungssicherheit. Will man ein Familienzelt oder ein Single-Trekkingzelt? Will man im Zelt stehen (wozu eigentlich?) sollte man auf die Stehhöhe achten, will man sitzen und ist eventuell ein Sitzriese ist die Sitzhöhe entscheidend. Als leicht Übergewichtiger kann man auch die Bauchhöhe (im Liegen) angeben.

Außerdem sollte man überlegen, ob man eine regensichere Kochmöglichkeit braucht. Eher nicht. Wenn man den Sportscheck-Zeltplaner aufmerksam studiert, lernt man, dass man ein Kuppelzelt nehmen sollte, wenn man einen schnellen Aufbau bevorzugt. Und ich habe jetzt alles über das weltberühmte 70D/190 DT gelernt. Dabei handelt es sich übrigens nicht um eine enorme Körbchengröße, sondern um ein Material für Zelt-Außenwände. Ich finde, das Zelt sollte auf jeden Fall leicht sein, sehr sehr leicht, denn wenn man dann abends im Zelt sitzt, liegt oder steht und die Unterhopfung droht, dann sollte im Ruckssack doch das ein oder andere Bier noch Platz gefunden haben.

Da hätten wir doch schon fast alles Wesentliche zusammen für ein Leben auf Deutschlands Wanderwegen! Und so wandert man all’ die Jahre, von der Wiege bis zu Bahre. Und deswegen ist es äußerst hilfreich, wenn auch für die allerletzte Wanderung schon ein passender Stein am Wegesrand bereit liegt…

 

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Der Schwarzenholzer Grenzsteinweg

Geschrieben am um 06:46

Die Tage werden wieder länger. In diesem Zusammenhang ein kleiner Exkurs über die Sommerzeit. Von Jahr zu Jahr steigt der Unwillen über die Sommerzeit. Vor allem bei der Zeitumstellung im Frühjahr werden ständig die Stimmen lauter, die die “gestohlene” Stunde beklagen und ein Ende der künstlichen Zeitumstellung fordern. Ich gestehe: ich bin ein großer Fan der Zeitumstellung. Energieeinsparung? Ist mir piepegal. Aber die langen Abenden im Biergarten, die Wanderungen bis neun/zehn Uhr Abends, das ist doch einfach großartig. Wer bitte schön hätte einen Vorteil, wenn es im Hochsommer schon morgens um 4.00 Uhr hell ist?

Und gerade die Sommerzeit ermöglicht es uns, auch wieder nach der Arbeit in der nächsten Umgebung zu wandern. Am Wochenende, ja, da nehmen wir uns die Wege vor, die in den hübschesten Ecken der Republik liegen. Aber während der Sommerzeit wird auch verstärkt in der nahen und nächsten Umgebung gewandert. Daher habe ich jetzt auch erst den Schwarzenholzer Grenzsteinweg entdeckt. Der Start ist ungefähr drei Kilometer von meinem Haus entfernt.

 

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Nun gut, sehr sexy ist der Park-und-Mitfahrer-Parkplatz an der A8 nicht, der der Startpunkt der 14 Kilometer langen Wanderrunde ist. Achtung: Die großen blauen Wegweiser sind nicht für Wanderer bestimmt. Es empfiehlt sich also nicht, in Richtung Köln zu wandern, es sei denn, man will einmal der Held im Verkehrsfunk sein. Aber ganz ganz klein kann man schon am rostig-silbernen Pfeiler die Markierung des Grenzsteinwegs erkennen.

 

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Hübsche Markierung und – um das vorweg zu nehmen – die Markierung des ganzen Wegs ist perfekt und eindeutig premiumwürdig. Man fragt sich aber natürlich als von Natur aus skeptischer Mensch, ob denn das Versprechen mit den Grenzsteinen eingelöst wird. Man kennt das ja, kaum muss man mal 100 Höhenmeter überwinden, schon hat man es mit einem “Steig” zu tun. Kaum steht eine alte Eiche am Wegrand, schon geht man auf dem “Eichenpfad”. Aber keine Angst, auf dem Schwarzenholzer Grenzsteinweg sieht man knapp 50 Grenzsteine, das reicht doch für’s Erste, oder?

 

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Auf vielen Steinen ist “SH” eingemeißelt, das heißt Schwarzenholz, “S” steht für Schwalbach, aber was bedeutet “F”? Steht das für Faarbrücken? Für Faarlouis? Oder für Füttlingen? Keine Ahnung. Es gibt aber nicht nur Grenzsteine am Wegrand, sondern auch jede Menge schöne Wegpassagen.

 

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Fazit: Dank der Sommerzeit bin ich den Grenzsteinweg nun endlich gegegangen. 50 Prozent sind voll Premiumtauglich, 30% qualitätswegtauglich, die restlichen 20 % sind: na ja. Für einen Weg-um-die-Ecke ist diese Mischungsverhältnis voll okay.



Auf dem Bierweg

Geschrieben am um 08:43

Um es vorweg zu nehmen: Ich kenne viele bekennende Biertrinker, die auf jeder Wanderung sehr schnell unterhopft sind und dementsprechend jeden Wanderweg Deutschlands zum Bierweg machen: Dosenbier beim Picknick, Einkehrbier, Belohnungsbier und dann beginnt erst das Après-Hiking! Diese Vorliebe für den Gerstensaft ist jetzt vom Bergischen Wanderland konsequent umgesetzt worden. Der Streifzug Nummer 17 ist der sogenannte Bierweg. Man sollte wandermäßig nicht zu viel erwarten aber man kann sich diesen Weg schön trinken. Es beginnt im Bierdorf Bielstein:

 

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Der Ort nennt sich nicht “Bierdorf” weil alle Bewohner ständig hackenstramm sind. Vielmehr befindet sich die exotischste Kölsch-Brauerei der Welt in Bielstein: In der Erzquell-Brauerei wird tief im Oberbergischen das Zunft Kölsch gebraut. Da man eine Brauerei-Führung buchen muss, um im Braustübchen ein süffiges Zunft Kölsch zu bekommen, haben wir uns für ein Starter-Bier in Tom’s Hütte entschieden:

 

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Ich hatte die Bierweg-Wanderung meinen Freunden Elena und Stephan zum Geburtstag geschenkt. Nachdem sie die Schleife von meinem Geschenk abgefummelt hatten, haben wir uns zum ersten Kölsch nach 15 Metern anstrengender Wanderung gesetzt. Tom’s Hütte am Busbahnhof in Bielstein sieht von außen aus wie einen Frittenbude, entpuppt sich aber inwendig als nettes Etablissment mit Holzofen und frisch gezapftem Kölsch. Auf dem Wanderweg haben wir dann Protestplakate gesehen.

 

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Ich habe das Plakat nicht verstanden, vielleicht lag es am Kölschgenuss. Nein zur Landschaftzerstörung? Soll in die Nähe von Bielstein ein neuer Kölner Dom gebaut werden? Ein mickriger Kölner Dom, kleiner als ein Windrad? Und was haben die Bielsteiner überhaupt gegen den Kölner Dom? Gegen Bier haben sie auf jeden Fall nichts, denn das Highlight der Tour ist eindeutig ein Besuch bei Hobbybrauer Uwe auf halbem Weg zurück nach Bielstein. Er braut das leicht trübe Gölsch (kein Schreibfehler), das man in seiner zur Kneipe umgebauten gemütlichen Gartenhütte genießen kann. Das Bier ist verdammt lecker, wirklich!

 

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Kleiner Nachteil des Gölsch: Ein Toilette gibt es bei Uwe nicht, also muss man sich mit eingeklemmter Blase vorsichtig auf den weiteren Weg nach Bielstein machen. In Tom’s Hütte gibt es dann spätestens eine Toilette …

 



Frau Holle

Geschrieben am um 07:37

Es war einmal eine Traumschleife in der Nähe von Reinsfeld im südwestlichen Hunsrück. Dort kann man sich auf die Suche nach der gar mystischen Frau Holle begeben. Aber siehe da: Ein Haufen Jäger scheint sich auf den Weg gemacht zu haben, um den Bösen Wolf umzunieten.

 

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Aufgestachelt von der Mutter der sieben Ziegen und der Oma des Mädels mit der roten Mütze hat sich eine Meute von wilden Waidmännern aufgemacht, um dem armen alten Wolf den Garaus zu machen. Ich habe den einsamen Wolf gesehen und ihm geflüstert: Verschwinde, bevor es zu spät ist, wandere aus, aber schnell…

 

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Aber die Frau Holle, die habe ich immer noch nicht gesehen. Allerdings konnte ich Spuren einer ihrer zwei weiblichen Azubis sehen. Die Pechmarie, bekanntlich extrem faul, hatte natürlich nichts hinterlassen. Dagegen die Fleißmarie! Die hatte so viel Holz vor der Hütte, dass das wahrscheinlich für sieben milde Winter reicht!

 

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Aber immer noch keine Spur von Frau Holle. Keine Schneeflocke, kein Federkissen, wo war die gute Frau denn? Kurz vor Ende der kurzen Rundtour dann die Auflösung: Die Felsformation am Wegrand war die berühmte Frau Holle, versteinert eben. Nur – tragisch eigentlich – auch auf Frau Holle scheint eine Treibjagd stattgefunden zu haben. Denn es ist eindeutig ein Totenkopf, der den Traumschleifen-Wanderer felsig anstarrt.

 

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Ich schlage daher eine Umbennung der Traumschleife vor: “Mausetote Frau Holle” wäre der passende Name. Nur endet dann das Märchen leider nicht mit den Worten: “Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.”



Der Wander-Rechercheur hat’s manchmal schwör

Geschrieben am um 07:39

Bald liegt in NRW die Wanderbroschüre “Wunderbar Wanderbar” aus. An Bahnhöfen, in Touristik-Infos, an Vorverkaufsstellen des öffentlichen Nahverkehrs. Alle acht Touren habe ich wie immer nicht nur ausgesucht, sondern bin sie alle abgewandert. In der Hochglanzbroschüre sind alle Touren recht lecker präsentiert, heute gibt es aber mal eine Art Werkstattbericht. Ich bin ja eigentlich hart im Nehmen, aber die Recherche-Wanderung auf dem Ilsetalpfad war schon ein hartes Brot

 

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Was ihr auf diesem Foto seht ist kein Schnappschuss auf dem Vormarsch Richtung Verdun 1916, sondern ein Blick in’s Siegerland Anfang Februar 2016. Eine Schlechtwetterfront vom Feinsten hatte das komplette Siegerland in seinem Griff. Eine Binsenweisheit: Rechtzeitig zum Beginn der Wandersaison soll “Wunderbar Wanderbar” fertig sein, da muss ich eben zumeist im Winter die Wege ausprobieren. Gut, dass ich eine angeborene überragende Phantasie habe. Ich muss nur die Augen zumachen: dann höre ich Vögelgezwitscher, spüre die Sonnenstrahlen auf meiner Haut, und renne mit meinen geschlossenen Augen vor einen nassen Markierungspfosten. Aber keine Angst, wenn ihr den Weg geht ist immer eitel Sonnenschein!

Andere Ecke von NRW: Münsterland. Ich bin an der Ems unterwegs zwischen Greven und Münster, das Wetter ist annehmbar, das Naturschutzgebiet Bockholter Berge hübsch, der Mittagstisch des Landhaus Oeding lockt…

 

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Aber dann der Schock: Betriebsferien beim Landhaus Oeding! Nicht ungewöhnlich im Januar, aber ein harter Schlag für mich. Statt Mittagstisch braune angematschte Banane aus dem Rucksack. Ich finde, ich habe von Euch jetzt ein lang gezogenes “Ooooohhh, armer Manuel” verdient. Aber nur, wenn dieses “Ooooohhh” auch einem tief empfundenen Mitleid entspricht.

Und was ist das jetzt wieder?

 

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Das Ding habe ich bei meiner Wanderung zwischen Arnsberg und dem Möhnesee gesehen, ich dachte, das wäre ein Sitzmöbel, so eine Art Sinnenschaukel. Aber als ich das Ding ausprobieren wollte, fand ich es schrecklich ungemütlich, eng, scharfkantig, kalt, viel zu viele Löcher. Kein Wunder, es handelte sich auch um einen KLANGWIEGE. Fragt mich bitte nicht, wer warum und wozu eine Klangwiege braucht, mir hat sie auf jeden Fall sehr weh getan, für mich war es eine KLAGEWIEGE. Also denkt dran, dass die Erstellung von “Wunderbar Wanderbar” kein Larifari ist, sondern immer verbunden ist mit Blut, Schweiß und Tränen….



Wanderer, Du überschreitest gerade den 9. Längengrad

Geschrieben am um 06:27

Bald blüht alles wieder, das ist jedes Jahr die Zeit, in dem auch die Knospen des neuen Heftes „Wunderbar Wanderbar“ von NRW Busse und Bahnen wieder sprießen. Acht knallbunte Frühlingswanderungen in allen Verkehrsverbünden der Nordrhein-Westfalen habe ich zusammen gestellt. Mit dabei ist eine Tour auf dem Weserberglandweg (seit 2012 Qualitätsweg) von Rinteln nach Porta Westfalica. Ich möchte Euch heute einige visuelle Impressionen vom Weg zeigen:

 

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Die deutsche Sprache ist einfach wunderbar. Und ein neuer Zungenbrecher bietet sich an: “Der Bergbauschauer auf dem Bergbauschaupfad schaut Bergbau”. Oder so ähnlich. Da möchte man ja direkt das Handtuch werfen, wie dieser Anhänger eines ehemaligen Meisters der Herzen:

 

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Keine Ahnung, wie das dahin gekommen ist. Sehr bemerkenswert ist auch Korffs Quelle.

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Wer ist dieser Korff? Hat der die Quelle entdeckt, sitzt der den ganzen Tag auf der Bank und schaut meditativ auf die Quelle? Handelt es sich gar bei dem “Korff” um den beliebten Fernsehstart der Achtziger, Hans Peter Korff? Sehr schön auch dieses Schild:

 

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Danke Stadtsparkasse Porta Westfalica, dass Du uns das enthüllt hast, ich (also der Wanderer) wäre sonst nach Sparta gegangen, um dort den 9. Längengrad zu suchen (kleiner, schlechter Scherz für Schiller-Liebhaber)

Der absolute Hammer ist aber die Königshütte kurz nach Rinteln. Erbaut wurde sie 1910 von Herrn König und der hat einige bemerkenswerte Sprüche an den Außenwänden anbringen lassen

 

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Leider konnte ich nicht ganz genau entziffern, was dort noch als Zusatz eingeritzt worden ist. Es scheint sich um eine moderne Ergänzung des Sinnzusammenhangs zu handeln.

 

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Gefällt mir sehr gut, dieser Spruch. hat eine sehr philosophische Komponente. Werde ich demnächst öfter mal am Frühstückstisch fallen lassen.

 

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Ein geniale Verhohnepipelung der deutschen Paragraphenreiter, die scheint es auch schon kurz vor Ausbruch des 1. Weltkriegs gegeben zu haben. Alles in allem: Danke Herr König, weiter so!

Diese Tour und sieben weitere finden sich in dem Heft „Wunderbar wanderbar“, liegt an allen relevanten Bahnhöfen und Vorverkaufsstellen in NRW aus.



Die Traumschleife Domblick

Geschrieben am um 07:22

Als Kölner im Saarland werde ich oft gefragt, ob ich nicht meine Heimatstadt vermisse, die Colonia Ara Agrippinnensium und den Blick auf den Dom? Jaaaaaa, ich vermisse den Dom, das schönste Bauwerk der WELT, ich will ständig zo Foss noh Kölle jonn! Ich war wirklich froh/glücklich/überwältigt, dass es jetzt auch eine kölsche Traumschleife namens Domblick gibt.

 

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Handtuchgroße Hinweisschilder zeigten mir den Weg. Eigentlich nicht nötig, denn aus fast allen Himmelsrichtungen kann man die 157 Meter hohen Domtürme ganz gut erkennen. Nun muss man noch erwähnen, dass ich zu meiner Wandertour zum Dom in aller Frühe aufgebrochen war, ich war sozusagen mit den Hühnern aufgestanden.

 

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Daher lag eine unheimliche und frische Morgenlandschaft vor mir, menschenleer wie der Kölner Bahnhofsvorplatz in den frühen Morgenstunden. Aber vom Dom immer noch keine Spur, merkwürdig. Die Domblick führten mich zu einem Gotteshaus …

 

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… aber, da muss man jetzt mal ehrlich die Kirche im Dorf lassen, das konnte nun wirklich nicht der Dom sein. Ein Dom muss einen zwei Türme haben, das wurde spätestens auf dem Konzil von Ephesus festgelegt. Aber dann sah ich ihn, den Dom …

 

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… den Hunsrück-Dom von – Ravengiersburg. Na ja. So eine Art Dom-Methadon. Eine Dom-Nikotin-Kaugummi. So prickelnd wie alkoholfreier Champagner. Muss ich wohl noch weiter zo Foss jonn.



REKLAME!

Geschrieben am um 07:18

Liebe Blogfreunde, habt ihr schon gewusst: Am 1. März erscheint mein neues Buch, Schritt für Schritt, Wanderungen durch die Weltgeschichte. Um was es grob geht, könnte ihr auf meiner Homepage nachlesen. Exklusiv für Euch bisher unveröffentlichtes Bildmaterial:

 

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Sensationeller Fund im Neandertal: Endlich weiß man, wie sich der Steinzeitmensch orientieren konnte, wenn er nach seinen stunden-/tagelangen Beutezügen wieder die heimische Höhle gesucht hat: In regelmäßigen Abständen finden sich große gelbe Hinweistafeln, die mit brauner Schrift den Weg zur Neandertaler-Heimat weisen – äußerst praktisch. Vom Kreis Mettmann an den Nil:

 

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Da ist sogar die Sturmfrisur begeistert. Oberhalb des Tals der Könige ergeben sich sen-sa-tio-nelle Ausblicke auf Nil und Luxor. Leider etwas illegal, diese Begehung …

 

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Das ist Herr Leonidas. Er hat sich lange und ziemlich sinnlos mit 300 Getreuen an den Thermopylen der persischen Übermacht erwehrt. Dafür wird er erstaunlicherweise bis heute (nicht nur von Rechtsradikalen) verehrt. Erstaunlich ist bei den antiken Helden die Penisgröße. Vergleiche auch David, gestaltet von Herrn Michelangelo. Klassische Größe eben. Von Griechenland nach Jerusalem:

 

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Fans des FC Bayern gibt es weltweit, auch in der Altstadt von Jerusalem werden Merchandising-Artikel feil geboten. So funktioniert Völkerverständigung: Oben steht auf arabisch, unten  auf hebräisch: “Mir san mir”

 

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Ohne Jesus keine Pilgerreisen nach Santiago. Und damit auch alle heil in der Kathedrale von Compostela ankommen, gibt es Zebrastreifen für Pilger. Alle anderen Passanten dürfen in Galizien überfahren werden. Lebensgefährlich!

 

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Auch auf den Schlachtfeldern von Verdun zu wandern, ist eigentlich verboten. Warum? Nun, die Antwort gibt es in einem Buch, das am 1.März erscheint. Schritt für Schritt, Wanderungen durch die Weltgeschichte.



Knappensaal, Facebook & Short Cut

Geschrieben am um 06:06

Heute gibt es einen bunten Strauss von Schildern/Graffitis/Wegweisern, die ich beim Wandern am Wegrand entdeckt habe.

Am Arnsberger Schloss an der Sauerland-Waldroute:

 

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Auf den ersten Blick ein harmloses Schild. Auf den zweiten Blick eine perfide Provokation für alle Fans von Schalke 05, Verzeihung: Null-Vier. Denn den Begriff “Knappen” haben sich die Schalker nun mal bekanntlich schon vor 112 Jahren patentieren lassen. Und dann kommt dieses Knappen-Schild nicht in blau-weiß, sondern in schwarz-gelb daher! Hallo? Geht’s noch? Und was soll bitte, beim heiligen Gazprom, der Hinweis auf die “Schönen Aussichten”? Wo doch auch unter Breitenreiter nur ein Platz im Herzen und kein Platz an der Sonne in Sicht ist. Kein schönes Schild für alle Schalker.

Weiter geht es am Altmühltal-Panorama-Weg:

 

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Eine hervorragende Idee. Weil intensive Nutzer von Facebook nicht gerade die hellsten Kerzen auf der Torte sind, befiehlt man ihnen schon mal, wo sie ein Foto machen können, das sie dann auf Facebook posten können, wo alle anderen Menschen dieses Foto liken können, die von exakt dieser Stelle auch ein Foto gemacht und bei Facebook gepostet haben, das dann alle anderen Menschen liken können, die von exakt dieser Stelle auch ein Foto gemacht …

Nun zu etwas komplett anderem:

 

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Gesehen am Müllerthal-Trail. “Short Cut”, so, so, liebe Luxemburger. Aber klar, der Müllerthal-TRAIL heißt ja eben Müllerthal-TRAIL und nicht Müllerthal-WEG. Voll cool! Amazing! Stunning! Go on with this english stuff, this is hot shit, really!

Und dann noch mal in der Nähe von Arnsberg:

 

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Das finde ich sehr schön, dass da unter der lauschigen Autobahnunterführung der SGV zur Spraydose gegriffen hat und die Losung des Tages aufgeschrieben hat. Leider habe ich keinen der Wandervögel gesehen, auf mich scheinen sie nicht gewartet zu haben.


Wer glaubt, Wandern ist fade und die Vorstufe zur Rollator-Rallye, muss diesen Blog lesen und wird staunen. Ob Kurioses am Wegesrand, schräge Hinweistafeln, Lebensgefahr am Wanderweg, skurile Wandervögel, betreutes Trinken am Steig, gigantische Aussichten oder extreme Herausforderungen im deutschen Mittelgebirge – bei andrackblog.de gibt es alles über das Thema Wandern. Jede Woche neu, (relativ) aktuell. Die besten Wander-Storys der Welt eben.

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