Wander-Blog von Manuel Andrack

Die besten Wander-Storys der Welt




Eindeutige Hinweise am Wanderweg

Geschrieben am um 07:18

Für jeden Wanderfreund (und natürlich auch für jede Wanderfreundin) ist es eine der größten Wanderfreuden (neben dem Naturgenuss, dem Belohnungsbier, dem schmalen Bergpfad, neben der charmanten Wanderbegleitung und der guten Luft und den vielen Gesundheitsaspekten beim Wandern) neben also diesen vorgenannten Wanderfreuden ist es natürlich immer ein Genuss, mit einer vorbildlichen und verlässlichen Wegmarkierung zu wandern.

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Wer kennt nicht das Glücksgefühl in verzweifelter, desorientierter Lage, wenn dann doch noch die rettende Markierung am Baumstamm erspäht wird. Ich habe sogar schon erlebt, dass ich ein fast schon erotisches Verhältnis zu einer solchen Markierung aufgebaut habe und ich vor lauter Erleichterung angefangen habe, die bunte Lebensretterin zu streicheln. Wahrscheinlich ein klarer Fall für den Wanderpsychologen…

Schön ist es auch, wenn man auf Highlights am Wegrand hingewisen wird: Eine Burg, eine Waldgaststätte, einen Aussichtspunkt. In der Nähe des Paderborner Höhepunkts (siehe Post vom 7. Mai) habe ich neben dem Pestfriedhofshinweis einen Hüttenhinweis gesehen. Zuerst dachte ich, hm, etwas sperriger Name für eine Schutzhütte. Aber mein Interesse war geweckt. Die Hütte war schnell gefunden, die Buche mit den zwei Beinen nicht so schnell. Eine Hinweistafel neben der Hütte konnte auch nicht wirklich weiterhelfen: “Die Buche mit den zwei Beinen ist die von hier rund 50 Meter schräg links im Wald stehende, aus dieser Perspektive relativ schwer zu erkennende Buche…”

 

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Um ehrlich zu sein, ist die Buche mit den zwei Beinen aus JEDER Perspektive eine unmöglich zu erkennende. Entweder liegt das an meiner Unfähigkeit, Buchen mit zwei Beinen zu erkennen, oder daran, dass ein Bein oder gar beide Beine der Buche mit den zwei Beinen amputiert werden mussten. Auch an anderer Stelle hatte ich auf einer Wanderung kürzlich ein Erkenntnisproblem. Auf dem Bad Uracher Wasserfallsteig war ich mit einer großen Gruppe auf Initiative der Firma Orthomol gewandert. Über dieses Wanderabenteuer gibt es übrigens einen sehr ausführlichen tollen Post auf dem Wanderblog gipfel-glueck.de meiner neuen Wanderblogfreundin Stefanie. Auf jeden Fall gibt es auf dem Wasserfallsteig nicht nur zwei Wasserfälle, sondern auch gigantische Ausblicke von der Albtrauf am sogenannten Rutschenfelsen. Als Pseudo-Ortskundiger habe ich diesen Rutschenfelsen an direkt zwei falschen Stellen dem staunenden Publikum präsentiert. Am dritten Aussichtspunkt stand dann die Tafel, die den Rutschenfelsen markiert. Peinlich. Immer besser, wenn man sich auf Schilder verlässt. Nur wo Rutschenfelsen drauf steht ist auch Rutschenfelsen drin…

 

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Wandertag bei Fifty Five

Geschrieben am um 06:41

Wie vielleicht die meisten wissen, ist mein Wanderklamottensponsor Fifty Five. Für die Truppe um den charismatischen Chef Ulli Baldus würde ich durch’s Feuer gehen, ganz ehrlich. Also bin ich natürlich letzten Samstag beim 2. Internationalen Fifty Five Wandertag mitgewandert, wieder eine legendäre Wandersause. Beim 1. Internationalen Fifty Five Wandertag hatten wir einen lieben Mitwanderer, der sich sehr intensiv um die Fotografierung von Kleinstblumen und Pilzen bemüht hatte, im Wald verloren. Den verlorenen Wanderer Joe (wir haben danach Wanderbrüderschaft getrunken) haben wir dank einer äußerst aufwändigen Suchaktion OHNE die Mithilfe der Netphener Polizei wiedergefunden. Dieses Jahr konnten wir dank einer perfekt ausgeklügelten Route von SGV-Mann Helmut vom Firmengelände von Fifty Five starten und waren schnell auf einem wunderbaren Wiesenweg.

 

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Den ersten phantastische Ausblick genossen wir auf die beiden roten Würstchen- und Verkaufszelte von Fifty Five. Da bekamen einige Mitwanderer Durst und köpften direkt an der übernächsten Ecke eine Flasche von Frau Rotkäppchen …

 

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… aber der Herr Söhnlein (brillant!) ließ sich nicht lumpen und entledigte sich ruckizucki der Alumiumverkleidung…

 

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… die durstigen Mitwanderer konnten ja auch nicht wissen, dass am Ende der Wanderung auch richtiges Kölsch auf sie gewartet hätte …

 

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Auf der Tour in Netphen habe ich viel gelernt. Zum Beispiel einiges über die Rohstoffe des Siegerlands, das STANGENÖL, das an vielen Stellen am Rande des Weges herum lag:

 

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Und von Ulli, dem Fifty Five-Chef (gelernter Textiltechniker) habe ich erfahren, dass man Funktionsjacken nicht vor dem Bauch verknoten sollte, dass zerstöre nämlich die hoch sensible Membran.

 

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Diese Membrane seien so empfindlich wie eine Menschenhaut. Zum Beweis hat er seinen Unterarm um den Bauch geknotet. Das ging nicht gut, das tat sehr weh. Übrigens: Die Terminplanungen für den 3. Internationalen Fifty Five Wandertag 2017 laufen auf Hochtouren. Alle, aber wirklich alle, die beim 2. Internationalen Fifty Five Wandertag (hatte ich schon erwähnt, dass es Grillwurst, Kuchen, Kaffee, Bier, Cola und Wasser für umme gab?) dabei waren, wollen wieder mitwandern. Anmeldungen für 2017 unter info@fiftyfive.eu



Moselsteig, mein erstes Mal

Geschrieben am um 08:10

Ihr kennt mich doch inzwischen ein wenig oder? Meine Wandervorlieben und No-Gos. Aber das wird Euch doch vielleicht überraschen: Ich bin letzte Woche das erste Mal in meinem Leben auf dem Moselsteig gewandert. Unverzeihlich eigentlich, ich schäme mich auch ein wenig. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich dachte: Och, die Mosel, die kenne ich doch eigentlich wie meine Westentasche. Aber interessant: Schon wenn man das Wort “eigentlich” benutzt, ist schon was falsch gelaufen in der Grundaussage. Natürlich bin ich nicht den kompletten Moselsteig gelaufen, 365 Kilometer, für jeden Tag des Jahres ein Kilometer, nix für mich. Also Häppchenweise. Und da verrate ich Euch jetzt mal ein absolutes Premiumhäppchen Moselsteig: Von Müden nach Pommern, 10,8 Kilometer, Moselsteig vom Allerfeinsten.

 

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Normalerweise gilt bei mir die alte Harald-Schmidt-Show-Regel: Keine Namenswitze. Aber auf dieser Etappe: Hallo! Wer nicht bei Pommern an den alten Dreißigjährigen-Weltkriegs-Hit vom Maikäfer denkt, dessen Mutter das Pommerland abgebrannt hat, der hatte doch keine Kindheit! Und natürlich war ich extra mit ordentlich Schlafdefizit in Müden angekommen, bei dem Ortsnamen! Und dann sind wir erst mal aufwärts gewandert, mein Kumpel Markus und ich, hoch über die Mosel Richtung Karden.

 

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Ohne die Kletterseile hätte es Markus fast nicht gepackt, Lebenshilfe Hilfsbegriff. Aber wir haben es dann doch irgendwann zum Schutzheiligen von Karden geschafft, dem Herrn Castor. Den kannte ich bisher nur als prekär beschäftigten Lohnarbeiter bei dubiosen Atommüll-Transporten. Oder als Zwillingsbruder von Pollux. Aber oberhalb der Mosel steht der heilige Castor aus Karden so herzig grinsend, dass ich den guten Mann einfach knuddeln musste.

 

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Auf dem Frankfurter Grüngürtel (diesmal ohne Äbbelwoi)

Geschrieben am um 07:58

Im August 2015 habe ich in diesem Blog (oder heißt es auf diesem Blog?) ausführlich über meine ersten Erfahrungen auf dem Frankfurter Grüngürtelweg berichtet. Dieser stadtnahe Rundwanderweg ist ja im Herbst 2014 auf der Tour Natur zum schönsten urbanen Rundwanderweg Deutschlands gekürt worden. Im Sommer 2015 hatte ich den Nordosten Frankfurts erwandert, inklusive Streuosbtwiesen und Äbbelwoi. Nun, im Frühjahr 2016, war ich wieder dort für eine kurze Tour im Nordwesten, in den Nidda-Auen. Diverse Premieren habe ich auf dem kurzen Teilstück erlebt…

 

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Noch nie bin ich nämlich auf einer richtigen Landebahn gewandert. Die Frankfurter Startbahn Nordwest, die Älteren erinnern sich. Aber anscheinend scheint der dazu gehörige Flughafen schon des längeren stillgelegt zu sein. Eigentlich schade, sonst könnte man nach der Landung direkt auf der Landebahn weiterwandern. Der Flughafen mit der besten Wanderanbindung ist meines Wissens der Flughafen Hahn im Hunsrück, da führt neuerdings die Verlängerung des Saar-Hunsrück-Steigs entlang. Weitere Premiere auf dem Grümgürtelweg: ich sah das recht scheue Grüngürteltier…

 

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… erstaunlichweise war es doch zutraulich und lieb. Vollends begeistert war ich, als ich auf einer Metallplakete las, dass der Schöpfer dieses Tieres der großartige Robert Gernhard ist. Robert Gernhard, nicht nur Sohn Frankfurts, sondern auch der beste Dichter des 20. Jahrhunderts, sozusagen der zweite Goethe von Frankfurt. Wo wir schon bei den Dichtern sind, ich bin, dritte Premiere, dann auch noch auf dem Hölderlinpfad gegangen…

 

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… das war echt, äh, aufregend. Na ja, war es nicht. Aber aufregend, um nicht zu sagen erregend, war die Entdeckung des Glitzermooses, das sich schuppig, flechtig in der Autobahnunterführung ausgebreitet hatte. Ein schönes Kunstprojekt, denn mit den Jahren werden sich die künstlichen Glitzerflecken den ranzigen Schimmelflecken in anderen Unterführungen angleichen. Das ist mal sinnvolle Kunst am Bau. Ich werde das weiterverfolgen.

 

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Wege des Wassers + der Eisenbahnen + der Buchstaben + der Wegewarte + der Grenzen

Geschrieben am um 07:49

Im langen Spätwinter des Jahres 2016 bin ich eine Traumschleife im Nord-Saarland gewandert, die ich bisher nicht kannte. Der Name: Wege des Wassers. Start ist im ehemaligen Eisenbahnknotenpunkt Büschfeld. Dort trafen die Verkehrsachsen Losheim – Büschfeld und Nonnweiler – Lebach aufeinander. Lange ist es her, heute kann man auf den alten Eisenbahntrassen sehr schön wandern.

 

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Ich liebe das Wandern auf ehemaligen Eisenbahntrassen, fragt mich nicht warum. Beim Eisenbahntrassenwandern kommen zwei Leidenschaften bei mir zusammen: Der Trainspotter, der wahrscheinlich immer noch hofft, dass ein Zug um die Ecke kommt, und der Wanderer, der manchmnal ebene und bequeme Strecken schätzt. Es gibt eine sensationelle Seite über das Bahntrassenradeln im Netz, warum gibt es noch keine Seite über das Bahntrassenwandern? Hintermstoaner, übernehmen Sie! Ich gehe also auf der Eisenbahntrasse, und denke, dass der Weg ja auch gut Wege der Eisenbahnen heißen könnte, da komme ich am Buchstabenfelsen vorbei.

 

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Allerdings müssen das Legasniker gewesen sein, regelrechte Anal-Fabäten, die diesen Felsen Buchstabenfelsen genennt haben, es sind nemlich gar keine Buchstaben zu erkenen. Sehr schön war, dass ich an einer steilen Passage der Traumschleife einem waschechten Traumschleifen-Wegewart begegnet bin. Der war ausgestattet mit Säge, Schaufel, Schneidegerät, Hammer, Markierungs-Täfelchen und bereitete den Weg für die kommende Wandersaison vor…

 

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Schon eine feine Sache so eine freigeputze Treppe, der Mann könnte bei mir zu Hause auch mal für Ordnung und Sauberkeit sorgen! Okay, jede Menge Wasser in vielen Bächen war auf dem Weg des Wassers natürlich auch zu sehen. Ganz klarer Höhepunkt der Traumschleife war das Sollbachtal. Dort wurde der Weg des Wassers zum Weg der Grenzen, denn nicht nur drei saarländische Gemeinden treffen in diesem Tal aufeinander …

 

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… nein, dieses Tal markierte dereinst auch die Grenze zwischen dem Deutschen Reich und dem Saarland. Die geschichtlichen Hardfacts sind in dem Tal von Info-Tafeln aufgearbeitet, die in Anschaulichkeit und Informationswert absolute Extraklasse sind. So geht Info-Tafel!

 

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Seltsam, seltsam, sonderbar

Geschrieben am um 07:57

Kleine Kinder lösen gerne Bilderrätsel, in denen subtile Fehler eingebaut sind. Da fahren LKWs über die Wasseroberfläche, Kühe können fliegen, der Polizist hat Schwimmflossen an den Füßen. Ganz schön lustig, Kinder sind begeistert, diese Fehler zu finden. Aber wer sagt denn, dass das alles Fehler sind? Manchmal sieht man ja auch in der sogenannten “Realität” Sachen, die “falsch” zu sein scheinen, aber wer will sich wirklich anmassen, das zu beurteilen? Ein fast schon philosophisches Thema. Ich habe da mal drei Beispiele, die mir beim Wandern in’s Auge gefallen sind. Beispiel Nummer Eins:

 

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Auf den ersten Blick eine klare Sache: der saarländische Hund trinkt natürlich bei einem kurzen Picknick einen Napf mit frischem Karlsberg. Wo ist das Problem? Tierschützer haben vielleicht eines, aber dem Hund schmeckt es und es ist ihm auch gut bekommen. Hund-trinkt-Bier. Ist das nun ein Fehler? Ich weiß nicht. Noch kniffliger ist Beispiel zwei:

 

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Auf dieser Bank am Hermannsweg sitzt ein Mann. Man fragt sich: Liegt der Fehler beim Mann weil der zu groß ist oder liegt der Fehler bei der Bank, weil die zu klein ist. Können Bänke, Dinge also, überhaupt Fehler produzieren? Klar können sie das, jeder Mensch, der schon einmal vor einem Computer gesessen hat, kann das bezeugen. Also ist wohl, weil der Mann – ischwöre – normal groß ist, die Bank fehlerhaft. Keine Sinnenbank, sondern eher eine Wahnsinnenbank. Ganz schlimm ist Beispiel drei:

 

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Fehler über Fehler, denn egal wer das geschrieben hat, hat nicht die geringste Ahnung vom simpelsten journalistischen Einmaleins. Denn weder ist die Frage WER? noch die Frage WO? und erst recht nicht die Frage WARUM? beantwortet. Ein Fehlerfestival in Wanderdeutschland.



Der Paderborner Höhepunkt

Geschrieben am um 06:54

Ich dachte immer, der Paderborner Höhepunkt wäre es, den Paderborner Dom zu besuchen. Oder in der Pader zu baden. Oder nicht in die dritte Liga abzusteigen. Aber erstaunlicherweise findet sich ein wahrer Höhepunkt auf dem Paderborner Höhenweg südlich von Neuenbeken …

 

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Das war ein im wahrsten Sinne des Wortes erhebendes Gefühl, auf diesem Mount Everest Paderborns zu stehen. Ohne Seilschaft und Sauerstoffgerät, Reinhold Messner wäre stolz auf mich, wenn er mich sehen könnte. Am höchsten Punkt auf 347 Meter war alles vorhanden, was zu einem g’scheiten Gipfel gehört: Ein Gipfelkreuz und sogar ein richtiges Gipfelbuch im schützenden Metallkasten…

 

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Natürlich habe ich direkt mit klammen Fingern ein Grußwort in’s Gipfelbuch hineingeschrieben, eine Art Entschuldigung, denn ich habe vor etlichen Monden in einem Anfall von geistiger Umnachtung etwas leicht Kritisches über die Qualitäten des Paderborner Wanderlands verlauten lassen…

 

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Ein Seite vorher im Gipfelbuch, erstaunlicherweise sogar am gleichen Tag, hatten “I + H”, also Ingrid und Herbert, einen “Höhepunkt auf dem Höhepunkt”…

 

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Da gratuliere ich nachträglich ganz herzlich: Zum Geburtstag und vor allem zum gemeinsamen Höhepunkt auf dem Höhepunkt. Paderborn, der Gipfel der sinnlichen Genüsse!



Ein Highlight für leidenschaftliche Trainspotter

Geschrieben am um 08:20

Ich weiß nicht ob ich das schon mal erwähnt habe – ich bin nicht nur Wanderfreund, sondern auch Schienverkehr-Fan. Als Kind wollte ich Straßenbahnfahrer in Köln werden, später habe ich Lokomotiven fotografiert, noch später bin ich mit der Bahncard 100 kreuz und quer durch Deutschland gefahren. Ich kenne ungefähr so viele Bahnhöfe wie Wanderwege (das zweite bedingt ja auch oft das erste), kurz, ich bin ein leidenschaftlicher Trainspotter. Kürzlich bin ich auf dem Paderborner Höhenweg gewandert und kam am Dunetalviadukt vorbei.

 

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Um das Viadukt angemessen zu bestaunen, wurde eine großzügig bemessene Aussichtsplattform für die Wanderer installiert. Alles noch im normalen Rahmen. Einen großartiger Service bieten aber die beiden Infotafeln, die auf der Aussichtsplattform angebracht sind.

 

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Trainspotter können genau nachvollziehen, wann die S-Bahn nach Hannover (wer will da eigentlich hin?), die Westfalenbahn nach Bad Salzuflen und der ICE nach München vorbeifährt. Hilfreich wäre vielleicht noch einen elektronische Verspätungsanzeige. Aber mal ehrlich: Auf meiner Wanderung waren ALLE Züge auf die Minute pünktlich – und ich habe bestimmt neun Stunden auf der Aussichtsplattform campiert. Der absolute Knaller sind aber die Infos über die Güterzugfahrten…

 

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Mein Geheimfavorit: Der Zug, der planmäßig Samstags (Aber Achtung! Nicht nach Karfreitag, oder gibt es noch andere Feiertage an Freitagen?) um 12:37 durch Altenbeken Richtung Paderborn fährt. Dann muss man noch vier Minuten warten und schon rauscht der Güterzug mit Biercontainerwagen auf nach Warstein über’s Dunetalviadukt. Den könnte man überfallen, dann hätte man genug Bier für einige Wochen. Die Frage ist nur, fährt der voll oder leer? Wahrscheinlich ja leer, aber es könnte ja auch sein, dass sich Warsteiner gutes Bier aus München liefern lässt, um es unter dem Namen “Warsteiner” abzufüllen und dann zurück nach Bayern zu schicken. Also: Samstags auf zum Dunetalviadukt und Warsteiner Biercontainerwagen gucken!



Ein Leben auf dem Wanderweg

Geschrieben am um 08:14

Es stimmt schon, ich wandere viel, ausgiebig und gerne. Aber auch bei meiner Wanderintensität ist noch jede Menge Luft nach oben. Wie wäre es denn, wenn ich mein komplettes Leben auf die Wanderwege dieses Landes verlegen würde? Ein Einwand wäre, dass man auf so manche Annehmlichkeit des täglichen Lebens verzichten müsste. Das kann sein, muss aber nicht so sein …

 

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Viele Bundesbürger wollen nach einem turbulenten Tag abends nur noch die Beine hochlegen und in die Glotze schauen. Vielleicht kommt ja was Spannendes bei ZDF Neo? Man könnte meinen, am Wanderweg sei TV-Konsum nicht drin. Na und ob, im Bergischen Land sah ich einen High-Tech-Fernseher direkt am Wanderweg. Allerdings haben Geräte mit Kabel dran wie Waschmaschinen, Kühlschränke und Fernseher die unangenehme Eigenschaft, elektrischen Strom zu benötigen. Daher gehen viele Wanderregionen verstärkt dazu über, an jedem zweiten Baum am Wegrand eine Steckdose anzubringen…

 

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Bleibt die Frage, was man in den Nächten macht. Durchwandern? Auf Dauer zu anstrengend. Also braucht man natürlich ein Zelt. Nur welches? Die Auswahl ist schier grenzenlos. Eine geniale Hilfe bietet der Sportscheck-Zeltberater.

Mit dem Zeltberater hat man Planungssicherheit. Will man ein Familienzelt oder ein Single-Trekkingzelt? Will man im Zelt stehen (wozu eigentlich?) sollte man auf die Stehhöhe achten, will man sitzen und ist eventuell ein Sitzriese ist die Sitzhöhe entscheidend. Als leicht Übergewichtiger kann man auch die Bauchhöhe (im Liegen) angeben.

Außerdem sollte man überlegen, ob man eine regensichere Kochmöglichkeit braucht. Eher nicht. Wenn man den Sportscheck-Zeltplaner aufmerksam studiert, lernt man, dass man ein Kuppelzelt nehmen sollte, wenn man einen schnellen Aufbau bevorzugt. Und ich habe jetzt alles über das weltberühmte 70D/190 DT gelernt. Dabei handelt es sich übrigens nicht um eine enorme Körbchengröße, sondern um ein Material für Zelt-Außenwände. Ich finde, das Zelt sollte auf jeden Fall leicht sein, sehr sehr leicht, denn wenn man dann abends im Zelt sitzt, liegt oder steht und die Unterhopfung droht, dann sollte im Ruckssack doch das ein oder andere Bier noch Platz gefunden haben.

Da hätten wir doch schon fast alles Wesentliche zusammen für ein Leben auf Deutschlands Wanderwegen! Und so wandert man all’ die Jahre, von der Wiege bis zu Bahre. Und deswegen ist es äußerst hilfreich, wenn auch für die allerletzte Wanderung schon ein passender Stein am Wegesrand bereit liegt…

 

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Der Schwarzenholzer Grenzsteinweg

Geschrieben am um 06:46

Die Tage werden wieder länger. In diesem Zusammenhang ein kleiner Exkurs über die Sommerzeit. Von Jahr zu Jahr steigt der Unwillen über die Sommerzeit. Vor allem bei der Zeitumstellung im Frühjahr werden ständig die Stimmen lauter, die die “gestohlene” Stunde beklagen und ein Ende der künstlichen Zeitumstellung fordern. Ich gestehe: ich bin ein großer Fan der Zeitumstellung. Energieeinsparung? Ist mir piepegal. Aber die langen Abenden im Biergarten, die Wanderungen bis neun/zehn Uhr Abends, das ist doch einfach großartig. Wer bitte schön hätte einen Vorteil, wenn es im Hochsommer schon morgens um 4.00 Uhr hell ist?

Und gerade die Sommerzeit ermöglicht es uns, auch wieder nach der Arbeit in der nächsten Umgebung zu wandern. Am Wochenende, ja, da nehmen wir uns die Wege vor, die in den hübschesten Ecken der Republik liegen. Aber während der Sommerzeit wird auch verstärkt in der nahen und nächsten Umgebung gewandert. Daher habe ich jetzt auch erst den Schwarzenholzer Grenzsteinweg entdeckt. Der Start ist ungefähr drei Kilometer von meinem Haus entfernt.

 

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Nun gut, sehr sexy ist der Park-und-Mitfahrer-Parkplatz an der A8 nicht, der der Startpunkt der 14 Kilometer langen Wanderrunde ist. Achtung: Die großen blauen Wegweiser sind nicht für Wanderer bestimmt. Es empfiehlt sich also nicht, in Richtung Köln zu wandern, es sei denn, man will einmal der Held im Verkehrsfunk sein. Aber ganz ganz klein kann man schon am rostig-silbernen Pfeiler die Markierung des Grenzsteinwegs erkennen.

 

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Hübsche Markierung und – um das vorweg zu nehmen – die Markierung des ganzen Wegs ist perfekt und eindeutig premiumwürdig. Man fragt sich aber natürlich als von Natur aus skeptischer Mensch, ob denn das Versprechen mit den Grenzsteinen eingelöst wird. Man kennt das ja, kaum muss man mal 100 Höhenmeter überwinden, schon hat man es mit einem “Steig” zu tun. Kaum steht eine alte Eiche am Wegrand, schon geht man auf dem “Eichenpfad”. Aber keine Angst, auf dem Schwarzenholzer Grenzsteinweg sieht man knapp 50 Grenzsteine, das reicht doch für’s Erste, oder?

 

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Auf vielen Steinen ist “SH” eingemeißelt, das heißt Schwarzenholz, “S” steht für Schwalbach, aber was bedeutet “F”? Steht das für Faarbrücken? Für Faarlouis? Oder für Füttlingen? Keine Ahnung. Es gibt aber nicht nur Grenzsteine am Wegrand, sondern auch jede Menge schöne Wegpassagen.

 

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Fazit: Dank der Sommerzeit bin ich den Grenzsteinweg nun endlich gegegangen. 50 Prozent sind voll Premiumtauglich, 30% qualitätswegtauglich, die restlichen 20 % sind: na ja. Für einen Weg-um-die-Ecke ist diese Mischungsverhältnis voll okay.


Wer glaubt, Wandern ist fade und die Vorstufe zur Rollator-Rallye, muss diesen Blog lesen und wird staunen. Ob Kurioses am Wegesrand, schräge Hinweistafeln, Lebensgefahr am Wanderweg, skurile Wandervögel, betreutes Trinken am Steig, gigantische Aussichten oder extreme Herausforderungen im deutschen Mittelgebirge – bei andrackblog.de gibt es alles über das Thema Wandern. Jede Woche neu, (relativ) aktuell. Die besten Wander-Storys der Welt eben.

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