Das Blog von Manuel Andrack

Wandern, Fußball, Eierkuchen...



Die Traumschleife Mittelrhein Klettersteig

Geschrieben am um 06:36

 

Anfang April war ich auf der Traumschleife Mittelrhein Klettersteig unterwegs. Ein Schwergewicht unter den deutschen Premiumwegen: 86 Punkten vom Deutschen Wabnderinstitut, das ist mal eine Ansage, das ist ein Brett. Erst mal überraschend: Nur 5,1 Kilometer, das wandert man ja in flacherem Geläuf auf der linken Backe in einer knappen Stunde ab. Nicht so beim Mittelrhein Klettersteig, da geht es (fast) nur hinauf und hinter auf schmalen Pfaden, das dauert seine Zeit…

 


… mit Einkehr und einigen Verschnauf-und-Rheinblick-Pausen war ich insgesamt drei Stunden unterwegs. Das Interessante an dieser Traumschleife ist: Es gibt eine wandersportliche und eine klettersportliche Variante. Man kann also ganz „normal“ seine Runde wandern, oder sich für die halsbrecherische Variante entscheiden. Ich habe mir das mal angeguckt…

 


… und dann eingedenk meines Watzmann-Abenteuers entschieden – äh, neeeeiiin. Klar ist es , dass die Traumschleife, wie sich das für einen Premiumweg gehört, optimal und unverlaufbar gekennzeichnet ist. Die Gemeinde hat sogar weder Mühen geschweige denn Kosten gescheut, an besonders unübersichtlichen Stellen lebende Wegweiser aufzustellen. Vorbildlich!!!

 

 

In der Nähe des Engbachtals gibt es eine Wegstelle, wo man (noch) je nach Windrichtung am Besten mit Nasenklammern wandert, denn es geht an der Kläranlage von Boppard entlang, das ist oben rechts im Bild das runde Ding…

 

 

… „noch“ heißt, dass die Anlage bald stillgelegt wird, weil die Abwässer in Zukunft im Nachbarort „Bad Salzig“ geklärt werden. Eine lokale Karnevals-Combo dichtete daraufhin auf die Meldodie von „Mer losse den Dom in Kölle“: „Wir schicken die Scheiße nach Salzig, denn do jehört se hin!“. Das führte zu einem lebenslangen Auftrittsverbot der karnevalistischen Spaßmacher.

Damit man nach dem dreissigsten traumhaften Blick auf Vater Rhein auch WIRKLICH begreift, dass es sich um eine BILDschöne Landschaft handelt, durch die wir da wandern, hat man einen Bilderrahmen vor das Panorama mit der Weinlage „Bopparder Hamm“ platziert. Da können dann alle im Chor ausrufen: „Da hammer einen Hammer-Hamm-Blick gehabt!“

Eine weiteren Hammer-Blick gibt es wenig später am Gedeonseck. Dort stürzen sich lebensmüde Zeitgenossen mit Paraglidern in die Tiefe, nun ja, jedem sein Hobby. Dass das Gedeonseck nicht Gedeonsblick heißt, könnte an dem schrecklichen Gemälde liegen, dass den guten Gedeon hoch zu Ross zeigt.

 


Wenn Sie einem Menschen übelwollen, Schwiegermutter, Chef oder so, dann schenken Sie ihm doch ein exklusives Porträt des Gedeon-Künstlers, der Porträtierte wird nie mehr ein Wort mit Ihnen wechseln. Zwischen dem Gedeonseck und der Seilbahnbergstation entdeckte ich dieses wunderbare Schild …

 

 

… das muss man natürlich erklären, das mit dem Vierseenblick und auch das mit dem „2.Restaurant“: „2.Restaurant“ bedeutet nicht, dass etwa das erste Restaurant besser wäre, sondern, dass erst noch das Restaurant am Gedeonseck kommt, und dann, danach als zweites Restaurant, als übernächstes Restaurant sozusagen, das Restaurant am Vierseenblick. Vom Viersseenblick war ich etwas enttäuscht. Ich hatte gedacht, dass man von dort mindestens Bodensee, Laacher See, die Ostsee und den Baikalsee sehen könnte. Pustekuchen! Nur mühsam und schonend konnte ich die einheimischen Mitwanderer davon überzeugen, dass stets nur und ausschließlich Abschnitte von Vater Rhein zu sehen waren. Und das ist doch ein FLUSS und kein SEE, geschweige denn VIER SEEN!

Ach ja, am Montag nach den Osterferien, den 28. April, wandere ich meine nächste Traumschleife in der Gemeinde Boppard, die Ehrbachklamm. Jeder der mitmöchte, kann mitmachen, Treffpunkt ist um 11.00 am Wanderparkplatz in Oppenhausen.



Betrifft: Die Wanderfreunde aus Oberboihingen – Nachtrag für die Loseblattsammlung

Geschrieben am um 09:07

Vielleicht erinnern sich die Älteren noch an ein Fossil der analogen Zeiten: Die Loseblattsammlung. Gerne wurde sie genutzt bei Nachschlagewerken, die sich laufend ergänzen – zum Beispiel bei Gesetzestexten. Da wurden dann die losen Blätter des neuen Textes zu den schon vorhandenen geheftet, ein äußerst praktisches Verfahren.

Ich habe heute auch einen Ergänzungstext zum Kapitel „Von Frühlingsplatterbsen und Wanderhandtüchern – Unterwegs mit dem Wanderverein Oberboihingen“. Ihr müsst nur den Text und die Fotos dieses Blogbeitrags ausdrucken und zwischen die Seiten 364 und 365 in meine Gesammelten Wanderabenteuer heften, so einfach ist das.

Es begab sich nämlich Ende Februar, dass ich mit dem Schwäbischen Albverein gewandert bin. Allerdings hatte nicht die Ortsgruppe Oberboihingen, sondern die Ortsgruppe Owen eingeladen, die 2014 ihr 125-jähriges Bestehen feiern. Aber die Freunde aus Oberboihingen waren zahlreich zum „Auswärtsspiel“ unterhalb der Burg Teck angereist. Und so kam ich in den Genuss, wieder Martin zu begegnen, den Frühlingsplatterbsen- und Fünf-Bier-sind-ein-Schnitzel-und-dann-hast-Du-noch-nichts-getrunken-Experten. Nun ist die Vegetation an der Albtrauf trotz milden Winters Ende Februar nicht gerade üppig gewesen. Aber Martin zeigte mir den Stinkenden Nießwurz.

 


Zunächst dachte ich, dass er mich mal wieder auf den Arm nehmen würde, aber nein, diese Gewächs heißt tatsächlich so. Wir haben dann ein Exemplar gepflückt (War das verboten? – Nein; zu „Bestimmungszwecken“ darf man das machen) und dem Stink-Test unterzogen. Nun ja, da kenne ich aber mindestens fünf Körpergerüche von lieben Mitmenschen, die grausamer sind. Das war eher ein dezent riechender Nießwurz.

 

 

Dann wanderten wir an einer merkwürdigen Baumgruppe vorbei, der Owener sagt dazu „Unter den Linden“ – Großstadtflair unterhalb der Teck. Hintergrund dieser Baumgruppierung ist aber, dass sie im Hochsommer Schatten für Herde und Schäfer bietet, großartige Einrichtung!

 

 

Zum zünftigen Abschluss der Wanderung kehrten wir dann noch ein. Im Gasthaus Zum Adler. Da habe ich wieder etwas gelernt: Wenn der Blumenstrauss des Albvereins die Hauswand der Gaststätte ziert, wie das beim Gasthaus Zum Adler der Fall war, dann darf man nach alter Väter Sitte sein Essen selber mitbringen, die Getränke aber beim Wirt bestellen. Eine schöne Sitte aus den analogen Zeiten der Loseblattsammlung!



Geschrieben am um 16:04

 

In Boppard am Mittelrhein tut sich Traumhaftes für alle Wanderer: 2014 wird Wanderdeutschland um sechs Premiumwege reicher – In der Gemeinde Boppard kann man an Rhein und Hunsrück herausragend schön wandern. Ich werde über diese neuen Traumschleifen in den nächsten Monaten in lockerer Folge berichten.

Am vergangenen Sonntag wurde feierlich die Traumschleife “Elfenlay” eröffnet. Der 30. März ist ein sehr mutiger Termin für eine Wanderweg-Eröffnung im deutschen Mittelgebirge, bewegte sich doch die Temperatur im Jahre 2013 um den Gefrierpunkt. Aber 2014 sieht das alles viel besser aus, und so stiefelten mehr als 200 Wandersüchtige die schmalen Pfade hinauf zur Elfenlay.

 


Der namensgebende Lay = Fels war relativ schnell erreicht und alle Mitwanderer wurden mit atemraubenden Blicken über die größte Rheinschleife der Welt belohnt. Meine Kamera hätte eine Breitwand-Cinemascope-Funktion gebraucht, um das Spektakel korrekt abzubilden, na ja, da müsst ihr dann mal selber hinwandern, um das komplette Panorama zu genießen. Ich dachte, da haben wir ja eine schöne Höhe erreicht, so kann es weiter Richtung Hunsrück gehen, aber dann ging es wieder hinunter ins Mühltal auf einen wunderbaren Weg, den Kronprinzenpfad am Mühlbach

 


Das ist eine schöne Geschichte, denn 1904, in dem Jahr, als ein Fußballverein in Gelsenkirchen gegründet wurde, der Name ist mir gerade entfallen, 1904 also fanden die Bopparder, Mensch, unser Pfad soll nicht Trampelpfad oder Mühltalpfad heißen, sondern einen majestätischen Klang haben. Also fragte man hochoffiziell beim Kaiserhaus in Berlin nach, ob der Kronprinz als Pate bereit stünde. Das wurde huldvoll gewährt, und bis heute muss der arme Kronprinz im Mühltal herum geistern, denn er wartet immer noch darauf, Kaiser zu werden, es war ihm bis heute nicht gegönnt.

 


Dann ging es auf dem Elfenlay-Weg wieder steil bergan und auf einem Bergsporn die nächste Überraschung: Ein Schild mit dem Fahrplan der Hunsrückbahn. Klar, man will ja nicht den Zug verpassen, aber auf dem Felsen war weit und breit kein Bahnhof und kein Haltepunkt zu sehen. Dieser Fahrplan ist ein Hinweis auf alle Trainspotter, die nicht verpassen wollen, wie der Zug sich die 328 Höhenmeter von Boppard am Rhein hinauf nach Buchholz im Hunsrück wuchtet.

 

 

Ich hatte Glück, dass eine Hunsrückbahn genau in dem Moment kam, als ich einen perfekten Blick auf den Hubertusviadukt (überall Wanderwege mit Viadukten, erst Altenbeken, dann Boppard!) hatte. Ein majestätischer Anblick, wie dieser lange Lindwurm über die Golden gate Bridge von Boppard gleitet. Der Zugführer hupte noch zweimal, nicht um auf eine Gefahrenstelle hinzuweisen, sondern damit alle auch brav hinschauten und winkten. Zugführer der Hunsrückbahn sind eben auch eitle Menschen und wollen beachtet werden.

Inzwischen hatte ich den größten Teil der Höhenmeter der Traumschleife hinter mich gebracht, und genau auf der Hälfte des Premiumwegs, bei Kilometer 5,2 (nur für die Mathematiker unter uns, die Elfenlay ist exakt 10,4 Kilometer lang), genau bei der Hälfte steht Liesenfelds Hütte. Das ist eine (normalerweise) nicht bewirtschaftete Hütte, wegen der festlichen Eröffnung wurden aber diverse Kaltgetränke angeboten.

 

 

Ich nahm mir ein regionales Bier aus der Stubbi-Flasche, ein Pils von der Koblenzer Brauerei am Königsbach, so viel Werbung muss sein. Das Bier bewahrte mich vor der schlimmsten Unterhopfung. Und weiter ging es über zumeist schmale Pfade durch die Wälder des Hunsrücks, bis der nächste Premiumblick auf den Rhein am Sabelsköpfchen erreicht war.

 

 

So, jetzt kann ich mal zeigen, wie die Rheinschleife weitergeht, man muss also nur das erste und das letzte Bild dieses Blogs zusammen kleben, schon hat man das schönste Bopparder Rheinpanorama. Das allergeilste an dem Tag auf der Elfenlay war aber, als wir in netter Runde im Lokal Schoppenstecher bei Schoppen, Hausmacherschlachtplatte und Rührei (mit und auf Sonderwunsch auch ohne Speck) saßen, dass die Kunde vom 1:0 Sieg der Kölner in München die Runde machte. Endlich hatte mal ein vernünftiger Fußballverein gegen die Bayern gewonnen, also diese Bayern von 1860 München. So wurde der Tag auf der Traumschleife Elfenlay zu einem der schönsten Tage in meinem Leben.



Wandern, Fliegen und der Viadukt

Geschrieben am um 06:53

Der Wanderer liebt die Natur und wenn es nach den Wünschen des Wanderers günge, könnte ihm die Zivilisation gestohlen bleiben, alles sollte möglichst schön naturnah sein. Aber manchmal ist es doch reizvoll, sich Gebäude (siehe Burgen) oder technische Errungenschaften beim Wandern anzuschauen. Zu einiger Bekanntheit und Beliebtheit hat es ja in den letzten Jahren der Viadukt-Wanderweg von Altenbeken gebracht. Ein zertifizierter Rundwanderweg mit dem mächtigen Viadukt von Altenbeken im Mittelpunkt.

 


Sensationell ist die Terrasse am Wanderweg mit Ausblick und Rastmöglichkeit – ein Paradies für Trainspotter. Hier kann man die Stulle auspacken und den Zügen zuschauen, manchmal ist sogar ein ICE darunter. Apropos Butter Brot auspacken und Zugfahren – Was ist eigentlich aus der berühmten Bahn-Brotzeit  geworden? Früher sah man immer ältere Herrschaften, die, kaum dass sie ihren Platz eingenommen hatten, Brote, hartgekochte Eier und Salzstreuer auspackten. Habe ich lange nicht mehr gesehen. Ist das etwas mittlerweile verboten?

 

 

Klar ist aber auch, der Viadukt ist vom Wanderweg aus gesehen spannender als vom Zug aus. Denn wenn man im Zug sitzt, kann man nur schlecht einen Blick auf das erhaschen, über das man gerade fährt. Nur ein winziger Blick war mir bei der Rückfahrt auf den Viadukt vergönnt.

 

 

Im Düsseldorfer Stadtwald, an einer zukünftigen Etappe des Neanderlandsteigs, gibt es einige Bänke, die Richtung Zaun aufgestellt sind. Zunächst denkt man, wer setzt sich denn da schon hin. Nun, es gibt ja nicht nur Trainspotter, sondern auch Planespotter, und hinter dem Zaun beginnt die Landebahn des Düsseldorfer Flughafens.

 

 

Ich fand das wirklich spannend, beim Wandern die großen Vögel bei der Landung zu beobachten, wesentlich spannender zumindest als den roten Milanen, Bussarden und Krähen hinterher zu schauen. Der eindeutige Vorteil gegenüber der Ornithologie besteht nun einmal darin, dass man nicht lange über die Artbestimmung rätseln muss: Es ist groß auf das Flugzeugheck gepinselt, ob der Vogel auf den Namen Air Berlin, Lufthansa oder Turkish Airlines hört.



Winter ade!

Geschrieben am um 07:47

 

 

Ich lese jetzt überall, wir hätten einen äußerst milden Winter in Mitteleuropa erlebt. Hat man da auch noch mal bei den Bewohnern von Sachsen, Kärnten, Slowenien und dem Piemont ganz genau nachgefragt? Die hätten sich alle vielleicht einen milden Winter gewünscht. Nun ja, im Saarland und im Rheinland, das stimmt schon, herrschte schneefreie Zone, was wiederum die Wanderer auf die (Premium-) Wege trieb und zu Beschwerden führte, die ausgezeichneten Wege seien so matschig. Komisch, matschige Wanderweg im Dezember und Februar, gibt‘s ja gar nicht! Dann doch lieber auf Asphalt wandern, oder?

 


Einen Hauch von Winter habe ich mir Anfang Februar auf der Schwäbischen Alb gegönnt. DA gab es tatsächlich Schnee! Ich wanderte auf dem „Wacholderheide“ einem Premiumweg der Traufgänge. Die Traufkante mit Puderzuckerguss war allerliebste anzuschauen, und die Wege waren gar nicht matschig – nur glatt!

Ich erreichte eine sagenhafte Höhe von 937 Metern, das war so hoch, dass da auch eine mittelalterliche Burg einen Abgang hatte oder einer abgegangen ist oder, na ja, ich habe es nicht genau verstanden.

 


Ich habe auf jeden Fall die phantastischen Aussichten, für die die Traufgänge weltberühmt sind, unglaublich genossen.

 

 

Das absolute Highlight war aber die Sprungschanze für Wanderer, die die Stadt Albstadt am Wegrand der „Wacholderheide“ errichtet hat. Man sollte sich auf den Hosenboden setzen, am besten auf eine Plastiktüte, dann nimmt man Geschwindigkeit auf und rollt bis kurz vor die Traufkante, danach darf man sich einen echten Traufgänger nennen! Aber Vorsicht, bitte nicht so abgehen, dass ein Abgang droht!

 



Lieserpfad, je t’aime

Geschrieben am um 20:46

 

Gestern und vorgestern gastierte ich mit meiner Wandershow in der Heidsmühle in Manderscheid. Leider war das Wetter so gut, dass ich mit meiner Tour-Crew nicht die Rock‘n‘Roll-Nummer abgezogen habe (Hotelbar leer trinken, Groupies, Hotelzimmereinrichtung kurz und klein schlagen), nein, ich bin mit meiner Crew natürlich auf dem Lieserpfad gewandert. Meine Crew ist mein Techniker Kai, der sozusagen mein Wander-Azubi ist.

 


Eine kleine Überraschung hatte Heidsmühlen-Chef Tobias (Spitzen-Typ, nicht nur weil er FC-Fan ist) für Kai, die kleine Wandertruppe und mich an der Schutzhütte Weifelsjunk deponiert. Gut versteckt im Laub ein Kasten Vulkan-Bier. Es war erst 10.30, eigentlich heißt es ja, kein Bier vor 12.00, aber irgendwo auf dieser gottverdammten Welt war es doch schon mit Sicherheit zwölf Uhr …

 

 

Zurück zur Heidsmühle ging es dann durch das wunderbare Tal der kleinen Kyll. Wanderglück pur.

 

 

Und in der Heidsmühle – die Mühle heißt Heizmühle, weil man schon bei frostigen Temperaturen im Frühjahr auf der Terrasse unter Heizpilzen sitzen kann – hatte ich dann die große Ehre, mich in‘s Goldene Buch der Stadt Manderscheid (erkennbar an der Goldkante) eintragen zu dürfen.

 

 

Die erste Unterschrift in dem Buch stammt von Wander-Bundespräsident Carl Carstens…

 

 

 

… die letzte (bislang) vom Wander-Andrack. Der Unterschied: Bei mir kann man sicher sein, dass ich nicht in der Partei war.



Achtung Forstarbeiten!

Geschrieben am um 10:54

Jeder Wanderer kennt das: Ein rot-weißes Flatterband ist quer über den Wanderweg gespannt und versperrt den Weg. Mit Totenköpfen wird dringend gewarnt, diesen Weg weiter zu benutzen. Meistens ein doppeltes Ärgernis: Denn erstens ist zumeist keine Alternativroute ausgeschildert und zweitens ist es oft offensichtlich, dass gar keine Forstarbeiten stattfinden. Diese Tätigkeiten sind nun mal nicht gerade sehr geräuscharm. Daher dachte ich auch, als ich den Holzlaster auf meinem Wanderweg 10a des Eifelvereins des Eifelvereins sah, Hut ab, da wird ja endlich mal richtig geschafft im Wald.

 

 

Nerviges rot-weißes Flatterband gab es auch nicht, man hat doch Augen und Ohren im Kopf. Und es wurde gesägt, das war lautstark zu vernehmen. Nun gut, als ich einige Bäume quer über diesen Hauptwanderweg des Eifelvereins liegen sah, da habe ich doch einen kleinen Bogen durch‘s Unterholz gemacht, schließlich wandert man ja gewöhnlich nicht mit Sicherheitshelm.

 

 

Das letzte, was ich dann noch hörte, war ein leichtes Knacken hinter mir. Im Umdrehen konnte ich gerade noch diesen Dokumentarfilm drehen. Gut, dass keine Wandertruppe hinter mir hergegangen ist. Dann doch lieber Flatterband….

 

http://youtu.be/U9Wz5AN4ShY



Andrack privat: So wohnt ein Profi-Wanderer

Geschrieben am um 11:44

Ich werde oft gefragt: „Mensch Andrack, Du bist so oft unterwegs, am Wandern und so, man könnte meinen, Du lebst im Wald. Ha, ha.“ Ich frage mich dann immer, was daran so lustig ist. Und ich gestehe hier an dieser Stelle erstmals öffentlich: Ja, ich bin draußen zu Hause. Ich glaube, den Spruch lass‘ ich mir patentieren. Und im Rahmen einer exklusiven Homestory präsentiere ich mein Draußen-Zuhause:

 


Keinesfalls spreche ich auf diesem Bild in mein Diktaphon, nein, das ist mein Badezimmer und ich bin bei der morgendlichen Rasur.

 

 

Hier mein Wohnbereich mit einigen bequemen Sitzkissen. Wenn mal überraschend Beusch kommt, sind eindeutig genug Sitzmöglichkeiten vorhanden.

 

 

Und abends lege ich mein Haupt auf dieses ultraweiche Bett im Family XXL-Format.

 

 

Aber manchmal habe ich Lust auf eine kleine Spritztour. Dann setze ich mich in mein flottes Cabrio und düse mit meinem Chauffeur Ulrich Pfau durch den Wald, heissa juchhe, und lasse mir den Fahrtwind um die Nase wehen, das ist echt knorke, so ein Leben draußen im Walde…



Die schönsten Ausblicke der Welt

Geschrieben am um 05:03

Der Wanderer liebt EINblicke, vor allem die ganz tiefen in das Glas seines Belohungsbieres. Aber noch mehr liebt der Wanderer AUSblicke weit hinein in die Landschaften. Ich habe ein kleines Fotoalbum meiner Lieblings-Ausblicke des letzten halben Jahres zusammengestellt.

 


Kurios. Von einem Aussichtspunkt am Wanderweg des Jahres, dem Eltzburgpanorama, kann man durch viele Taleinschnitte zur Hohen Acht, dem höchsten Berg der Eifel (7.470 Meter) schauen.

 

 

Sensationell: Blick vom Neanderlandsteig auf den Leichlinger Sandbergen zum Kölner Dom, leicht verdeckt durch eine Hochspannungsleitung in der Bildmitte.

 

 

Spektakulär: Eine Regenwolke am Ehmsenweg im Sauerland, die mich an das Riesenraumschiff von Independence-Day erinnerte. Ich war so erleichtert, dass mich dann doch keine Außerirdischen angegriffen haben (zumal ich alleine und ohne Will Smith gewandert bin), dass ich mir kurz darauf einen Einblick in mein Belohnungsbier gegönnt habe. Und wen sehe ich beim Belohnungsbier am Etappenort in Sundern? Das ist doch… Aber das wird erst in meinem Buch Die schönsten Wanderwege von NRW“ verraten…



Mit einem Wanderanarchisten durch die Sächsische Schweiz

Geschrieben am um 12:00

 

Wir befinden uns im Jahr 2014 n.Chr. Die gesamte Sächsische Schweiz ist ein Nationalpark? Nein! Unbeugsame Wanderaktivisten der IG Stiegen- und Wanderfreunde hören nicht auf, Widerstand zu leisten. Und wie Asterix und Obelix und Co kämpfen diese Wanderanarchisten gegen die Nationalparkverwaltung. Es geht im Endeffekt: Um ein allgemeines Wegerecht. Vor über 100 Jahren kämpften die Wanderer für freien Zugang zu den Privatwälder der adligen Grundbesitzer. 2014 kämpfen die Wanderanarchisten der Sächsischen Schweiz um viele traditionelle Stiegen und Wanderwege

 


Denn wie früher die Fürsten und Gutsherren in ihren Privatwäldern keine Wanderer zuließen (und die Wander-Arbeiter der Naturfreunde ihr Wanderwegerecht erstreiten müssen), so sperrt die Nationalparkverwaltung altehrwürdige im Namen des Naturschutzes. Das war das Problem des Nationalpark Sächsische Schweiz: Es wurde keine ursprüngliche Naturlandschaft (Beispiel Wattenmeer) zum Nationalpark mit seinen unbarmherzigen Naturschutz-Regeln gemacht, sondern eine schon seit mindestens 150 Jahren wandertouristisch genutzte Region. Ich wanderte mit Stiegenfreunde Arndt über einige verbotenen Eege und kam mir vor wie ein Indiana Jones des Elbsandsteingebirges, immer auf den Suche nach den in Stein gehauenen Spuren einer untergegangenen Wanderepoche.

 

 

Am Besten waren aber die Sprüche von Stiegenkollege Arndt. Man muss in der Sächsischen Schweiz schon ein wenig klettern können, deswegen sollte man beherzigen “Farnkraut war sein letzter Griff, ehe er durch die Lüfte pfiff.” Und: “Ein Wandersmann der abwärts rodelt, ist selten still, nein, er jodelt.”

Um die Sache der Stiegenfreunde zu unterstützen, bin ich natürlich Mitglied geworden, das kann jeder ohne Vorbedingung und Unkosten werden, man tut aber etwas für die internationale Wanderersolidarität. Venceremos!

 



© Copyright 2008 - 2014 Manuel Andrack.