Wander-Blog von Manuel Andrack

Die besten Wander-Storys der Welt




Das Nationalparktor ist erstklassig

Geschrieben am um 07:35

DSCF9121

 

Dieses Banner sah ich zuletzt im Zentrum von Paderborn, der einzigen Stadt in NRW (außer Blankenheim, aber ist das eine Stadt???), in der ein weltbekannter Fluß entspringt: Die Pader. 4,4 Kilometer “lang”, Zufluss der Lippe. (Warum eigentlich heißt Blankenheim nicht Ahrborn? – Klares Versagen der Stadt-Marketing-Abteilung).

Aber ich wollte auf was ganz anderes raus. Liebe Paderborner, dieses Banner, das ihr im Stadtzentrum angebracht habt, ist das wirklich so schlau? Zum einen geht doch ruckizucki die Frauenministerin Scheswig auf die Barrikaden, wenn ihr die Frauenquote nicht erfüllt. Denn: Was heißt hier “Auf gehts JUNGS”? Was ist denn bitte schön mit den Mädels/Mädchen/Girls von Paderborn? Gelten die etwa nichts, sind die im kreuzkatholischen Paderborn am Herd festgekettet? Da würde ich mal gleichberechtigungsmäßig aufpassen, liebe Paderborner.

Und diese Internetadresse, liebe Paderborner, ist die nicht total gefährlich? Was wäre denn, also, ist natürlich toootal unwahrscheinlich, aber nur mal angenommen, zu den bisherigen 24 Punkten kämen bis zum 34. Spieltag nicht mehr allzuviele dazu. Beantragt ihr dann eine neue URL? www.paderborn-ist-zweitklassig.de? Oder www.paderborn-ist-leider-abgestiegen.de? Oder paderborn-weint.de???

Bleiben wir beim Thema Fußball. Auf dem Eifelsteig bei Monschau sah ich kürzlich dieses Tor:
DSCF9190

 

Zu Eurer Beruhigung: Das ist nicht das Nationalpark-Tor, das richtige Nationalpark-Tor ist eher eine Ausstellungshalle, also quasi “Tor” eher im übertragenen Sinne, nicht so was zum Durchgehen. Im eigentlichen Nationalparktor ist eine Dauerausstellung untergebracht zu Flora und Fauna der Eifel, alles sehr sehr modern-didaktisch-pädagogisch perfekt inszeniert. So kann man eine Fuchszunge und Fuchszähne befühlen.

 

DSCF9196

 

Trotzdem gibt es eben “Am Nationalpark-Tor” ein regelrechtes Tor. Eben das Tor mit der Aufschrift: „Am Nationalpark-Tor“. Das Tor ist derart hoch, dass ich es bei Spielen des 1.FC Köln gerne dem gegnerischen Torwart zur Verfügung stellen würde. Und für Poldi wäre so ein Tor auch eine schöne Sache – dann würde er bestimmt bei jedem fünften Schußversuch netzen…



Eine militaristische Spurensuche auf unseren heimischen Wanderwegen

Geschrieben am um 06:01

Es ist todtraurig. 100 Jahre nach dem Ersten und 70 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg, nachdem man lange Jahre kriegerische Konflikte auf europäischem Boden nahezu ausgeschlossen hatte, ist es nun doch seit letztem Jahr so, dass ein veritabler Krieg in der Ostukraine stattfindet. Aber nicht nur dort, nein, auch auf unseren schönen deutschen Wanderwegen beobachte ich eine zunehmende Militarisierung. Ich war geradezu geschockt, als ich auf dem Premiumweg “Nette Seen” am Niederrhein diesen Menschen im Kampfanzug sah:

 

DSCF8269

 

Dieser Militarist war bewaffnet mit einem Zwischending aus Kalaschnikow und Fernrohr. Ich war beunruhigt. War das ein holländischer Separatist, der die Gegend um Mönchengladbach wieder dem niederländischen Reich einverleiben will? Nicht dass es schade drum wäre, aber immerhin dürfte dann der in MG ansässige Fußballverein nicht mehr gegen den 1. FC Köln und den SC Paderborn antreten, sondern müsste sich mit Zwolle und Deventer herumschlagen. Und natürlich mit Ajax Amsterdam. Alles nur Gedankenspiele, hoffen wir mal, dass die Maas-Schwalm-Nette-Region nicht zur Krim Nordrhein-Westfalens wird.

Der Niederrhein, eine militarisierte Sonderzone, ein Einzelfall? Weit gefehlt. Der Neanderlandsteig im Kreis Mettmann mutiert immer mehr zum Vietnam des Rheinlands.

 

DSCF7192

 

Mir war gar nicht klar, dass die Abtsküche, ein Teich im Norden von Heiligenhaus, zum Aufmarschgebiet der US-Flotte gehört. Ein internationales Krisengebiet scheint das zu sein, wenn dort schon die US-Marines rumschippern. Sehr lässig schippern die da herum, das muss man schon sagen. Hoffentlich hat Putin das noch nicht mitgekriegt, sonst schickt der direkt die Schwarzmeerflotte nach Heiligenhaus.

Bei so viel Aufrüstung, bei so Militär, da liegt es naturgemäß nahe, auch die Sanitätskompanien aufzurüsten. Denn wo Schwerverwundete zu erwarten sind, da muss man eben präpariert sein. Einen “Sanni” (“Sanni” ist nicht zu verwechseln, mit “Sahni”, das war der erste Bassist von “Die Ärzte”) der Truppe sah ich letztes Jahr bei einer Wanderung im Sauerland.

 

DSCF7374

 

Was der an Medikamenten alles mitgeschleppt hat! Das langte ja locker für die medizinische Versorgung in zehn Präventivkriegen. Ich kann Euch aber versichern, an der sauerländischen Front bei Sundern ist alle ruhig beblieben, der “Sanni” wurde nicht benötigt. Nichts Neues im Westen. Gott sei Dank.



Bergische 100!

Geschrieben am um 08:57

Seit kurzem bin ich Markenbotschafter (tolles Wort, oder? Hört sich doch besser an als “der Andrack macht jetzt Werbung für XY”) ich bin also Markenbotschafter für die “Bergische 100″. Auf der Internetpräsenz der Aktion kann man sich genau informieren, worum es geht. Brauche ich also nicht noch mal alles zu referieren.

Um was es bei der “Bergischen 100″ geht, erschliesst sich auch sofort, wenn Ihr Euch die Bilder (Slideshow heißt das im Internet-Relativ-Neu-Sprech) auf der Homepage der “Bergischen 100″ anschaut. Bild 1:

 

fotolia_52381470_xl.eeec7c03a43ba5a4798a3b8d1603f584

 

Die Botschaft ist klar: Die 100 Kilometer der “Bergischen 100″ auf einen Streich zu erwandern, ist sozusagen kinderleicht. Erst bei Kilometer 96 oder 97 werden die geschätzt 12jährige Tochter und der 8jährige Sohn anfangen zu maulen: “Wie weit ist es denn noch? Ich habe Hunger, Durst, meine Beine tun weh…” Aber ab Kilometer ist es gar nicht mehr soweit. Und die Notverpflegung läuft ja an der Leine mit…

Oder haben die “Bergische 100″ eine ganz andere Bedeutung? Schauen wir uns mal Bild Nummer Zwei an:

 

fotolia_70407375_xl.eeec7c03a43ba5a4798a3b8d1603f584

 

Die vier jungen, super-hippen Menschen auf diesem Bild scheinen auf den ersten Blick noch zu überlegen, ob sie überhaupt loslaufen sollen. “Da könnten ja unsere super-schicken Wollmützen, gehäkelt aus hautfreundlichem BIO-Alpaca, verrutschen”, sagen die beiden weiblichen Super-Models. “Und wer ist das überhaupt, dieser Typ, der ‘Wandern’ heißt?” Aber der Zeige-Mann rechts mit dem Alm-Öhi-Gedächtnis-Bart antwortet geduldig: “Keine Hektik, liebe Schnecken, wir müssen uns bei dieser Aktion keinen Meter vorwärts bewegen. Da wir alle zusammen genau 100 Jahre alt sind, erfüllen wir alle Bedingungen der “Bergischen 100″. Sozusagen aus dem Stand.”

Am realistischsten stellt Bild Nummer Vier (Bild Nummer Drei zeigt nur olle, miefige Wanderschuhe) die Herausforderungen der “Bergischen 100″:

 

fotolia_70493678_xl_bg100.2adf3cf36329c07d444366a8e2cee615

 

Denn auf diesem Foto wird klar, worum es geht. Man wandert und wandert und wandert, aber es gibt nur Hinweisschilder mit einer 100 darauf, also hat man immer wieder 100 Kilometer vor sich. Sysiphos-Wandern Hilfsbegriff. Ich freue mich drauf…



Grexit oder nicht Grexit, das ist doch die Frage

Geschrieben am um 07:53

Nun hat man sich “geeinigt” innnerhalb der EU. Aber man wird weiterhin auf alles gefasst sein müsen in Bezug auf Griechenland und seiner neuen Regierung. Was die für tolle Ideen haben, das ist schon erstaunlich! Da merkt man deutlich, dass viele großartige Philosophen früher mal in der Gegend von Athen gewohnt haben. Griechenland gab es in der Antike ja noch nicht. (Man muss zugeben, die deutschen Philosophen waren den Kollegen aus Athen zumindest fußballerisch knapp wegen eines Abseitstores unterlegen, siehe Monty Python).

Ich muss mich aber sehr wundern, dass es den anderen Staaten der EU erst jetzt aufgeht, dass der eine oder andere Grieche eher zur Reformunfähigkeit neigt. Ja was habt ihr denn gedacht? Nehmt doch nur mal die griechische Sprache, das ganze Alphabet sieht ja aus wie eine komplizierte mathematische Gleichung, das kapieren doch nur noch eine Handvoll Altphilologen. Dieses Alphabet hätte man doch schon mal längst reformieren müssen, finde ich.

 

DSCF6714
Letztes Jahr bin ich in Griechenland gewandert. Und da stand ich im Wald vor einem großen Hinweisschild, dass mich durch die Gegend lotsen wollte und sollte. Den Inhalt des Schilds habe ich genauso wenig verstanden wie Schäuble die Vorschläge des griechischen Finanzministers Souflakis versteht.

“3.30” und “5.30”, das habe ich noch lesen können. Und was sollte das heißen? War das die Wegemaut in Euro? Oder in Drachmen? Waren das die Uhrzeiten, zu denen der Grieche an und für sich gerne Siesta macht? Oder sind “3.30” und “5.30” geheime Botschaften, ist es einfach so, dass Griechenland entweder am 30. März oder am 30. Mai aus der Eurozone ausscheidet? Wer kann das schon wissen?

 

DSCF6729

 

Ich wanderte auf jeden Fall auf einer Art Troikaweg. Es könnte aber auch der Deutschland-Weg gewesen sein. Auf jeden Fall hat man passenderweise auf griechischer Seite ein rotes Tuch als Wegmarkierung ausgesucht. Sehr symbolisch.

Die Rettung kam dann aber beim Belohnungsbier. Endlich Klarheit, endlich habe ich alles verstanden. Fix-Bier, ein Gerstensaft wie eine ganze Nation. Fix gebraut, fix getrunken, fixer Grexit. Bezahlt habe ich noch mit Euro.

 

DSCF6693



DAS ÜBERAUS BELIEBTE ULTIMATIVE ANDRACKBLOG-QUIZ!

Geschrieben am um 07:04

Heute mal wieder das überaus beliebte andrackblog-Quiz. Ob das Quiz wirklich bei Euch beliebt ist, kann ich gar nicht sagen, bei mir selber ist es extrem beliebt, da ich mir zu Fotos, die beim besten Willen in gar keinen Zusammenhang zu bringen sind, noch etwas aus den Fingern saugen kann.

Aber Achtung: Manchmal sind alle Lösungen richtig, manchmal auch keine, manchmal nur eine, manchmal zwei Lösungen. Hört sich kompliziert an? Ist es auch!

Und schon geht es los, was sehen wir hier?

 

DSCF6945

  1. Couchsurfer Horst hat sich verfahren.
  2. Die Beach Boys haben umgesattelt: Wandern statt Surfen.
  3. Mathilde hat ihr Bügelbrett, das noch ein Produkt der VEB Glätten & Bügel aus Chemnitz war, verbotenerweise in einem Tümpel am Hönnetal entsorgt.

Was sehen wir hier?

 

DSCF7226

 

Markierung für eine Autostraße, die zu einer Praxis für Fußpflege führt

  1. Markierung für einen Weg, auf dem man selbst, quasi autosuggestiv, zu Fuß gehen kann.
  2. Markierung für eine Straße, auf der auch mal ein Auto wandern kann.

 

Und was sehen wir hier?

 

DSCF8107

 

  1. Den Schneewittchenweg von Mössingen (klar, wegen der Apfelsymbolik!)
  2. Den Paradiesweg von Mössingen (klar, wegen der Apfelsymbolik!)
  3. Den Dreifürstensteig von Mössingen (klar, wegen der Apfelsymbolik! – äh, warum eigentlich?). Denn der Dreifürstensteig von Mössingen, das ist ein Premiumweg, der im Logo nicht etwa drei Fürsten oder meinetwegen drei Kronen führt, sondern einen Apfel. Muss man wohl nicht verstehen.


Wanderhüttenschock, über’s Wasser gehen und unter’m Wasser stehen

Geschrieben am um 06:29

Was war der größte Aufreger des noch jungen Jahres? Natürlich diese Meldung:

DSCF9082

 

Verdammter Mindestlohn! Als ich das las, wurde ich so wütend, Wutbürger sozusagen, dass ich fast ausgewandert wäre. Aber dann habe ich eine Protestbewegung gegründet: Wanderhüttenfans gegen die Unterhopfung des Abendlands, kurz WANGUDA. Kommt alle mit und protestiert! Das Gute: Die Protestmärsche sind dezentral, jeder kann jederzeit überall alleine oder mit Gleichgesinnten losmarschieren.

Losmarschieren für WUNGUDA ist super, aber was ist der geignete Wanderwegeuntergrund für die Protestmärsche? Erde ist dasjenige der vier Elemente, das am Besten für das Wandern geeignet ist. Eindeutig. Allerdings ist auch Wasser in der Religionsgeschichte schon mal als Weguntergrund genutzt worden. Da muss man nur mal im Neuen Testament nachschlagen. Aber – um mit Eckart von Hirschhausen zu sprechen – es durchaus möglich, über Wasser zu gehen, alles nur ein Frage des Aggregatszustands. Gerade bei den derzeitigen Temperaturen ist Übers-Wasser-Gehen quasi ein Kinderspiel.

Allerdings haben immer wieder berühmte Wanderer versucht, über Wasser zu gehen. Ich habe mit eigenen Augen gesehen, wie Wandermagazin-Chefredakteur Michael Sänger an einem lauschigen Waldweiher im Siegerland die Oberflächenspannung von H2O getestet hat.

DSCF7782

 

Hat nicht so ganz geklappt, aber seine qualitativ hochwertig vearbeiteten, zwiefach genähten Wanderschuhe haben – angeblich – keinen Tropfen an Socke und Fuss durchdringen lassen.

Aber am schönsten ist Wasser immer noch, wenn man selber auf festem Boden steht, und das Wasser die Zierde eines schönen Wandertages ist. Wandern an Bächen, an Flüssen, an Seen, oder an Wasserfällen wie in Bad Urach lassen jedes Wandererherz höher schlagen. Das Über-Wasser-Gehen überlasse ich anderen, ich stehe mehr auf unter-dem-Wasser-stehen, ich bin halt ein Warmduscher.

DSCF8149

 

Aber was befindet sich oberhalb des Wasserfalls von Bad Urach? Ein Waldkiosk, der wahrscheinlich auch bald Probleme mit dem Mindestlohn bekommt. Obwohl, Bad Urach liegt ja in Baden-Württemberg, dort gilt schon seit Jahren ein Mindestlohn von 18,50 €. Keine Chance also für WANGUDA-Märsche in Bad Urach.



Der fünfte Männerwandergeburtstag von Markus

Geschrieben am um 21:35

Wahre Perlen in meinem Wanderleben sind immer wieder die Männerwandergeburtstage meines besten Freundes Markus, den ich seit über 30 Jahre kenne und schätze. Die Idee ist: Nur Männer dürfen mitwandern, nur Männer trinken und unterhalten sich über die wesentlichen Dinge des Lebens: FC, FC, FC! Allerdings findet diese wunderbare Wander-Party nur alle zwei Jahre statt.

Dieses Jahr ging es Ende Januar in Rösrath-Stümpen los und schon nach wenigen Meter sichtete ich den Tourbus eines Stümper in Stümpen, das Tourvehikel des guten alten Willi Herren.

DSCF9056

 

Man weiß nicht, ob der Willi auf dem Foto boxt, sich einfach freut und ob er tatsächlich Geld für dieses T-Shirt ausgegeben hat. Hauptsache, er ist nicht mitgewandert. Nach einem Kilometer gab es schon die erste Rast. Hier ein Fotodokument der Spezereien:

DSCF9061

 

Das Picknick hatte Markus ganz toll vorbereitet, aber ehrlich gesagt lässt er nach. Beim letzten Männerwandergeburtstag an der Wupper sah das Buffet noch so aus:

DSCF8348

 

Tja, Schlaraffenland Hilfsbegriff, selbstgemachte Frikadellen und selbstgemachte BIO-Putenschnitzel am Zahnstocher. Das hat richtig gerockt, damals an der Wupper. Was ist das aktuelle Problem Markus, hatten die Hausangestellten frei? Ist der Mindestlohn schuld? Wenn das so weitergeht, gibt es beim nächsten Wandergeburtstag nur Krümel vom Baguette. Und Schnaps natürlich.

Sehr schön war aber die Einkehr in Altenrath an der Wahner Heide, die Stammkneipe der Dorfhühner. Die Hühner waren aber nicht anwesend, wahrscheinlich mussten sie zeitgleich Eier legen.

DSCF9063

 

Dann haben wir natürlich noch ein Gruppenfoto gemacht, denn es gab einen Teilnehmerrekord. Noch nie sind so viele Männer bei Markus mitgemännerwandert. Markus (2. von links) war so begeistert vom Männerwanderrekord, dass er angefangen hat, “Männer” von Grönemeyer zu singen. Ich habe mich vorsichtshalber als einziger nicht auf die Brücke gestellt. Man weiß ja nie, ich will ja auch noch den sechsten Männerwandergeburtstag von Markus erleben…

DSCF9067



Andrack im Tibet

Geschrieben am um 06:20

Im aktuellen Wandermagazin könnt ihr die hochalpine Tour mit dem deutschen Fjäll-Räven-Chef Alex Koska und dem Hanwag-Chef Jürgen Siegwarth verfolgen, zwei super Typen. Wir sind auf dem “Luftigen Grat” gewandert, dem am besten bewerteten Premiumweg im hochalpinen Bereich. Ich möchte heute in meinem Blog, auch wenn ihr meinen Report im Wandermagazin schon auswändig gelernt habt, einige Highlights dieser Tour aufarbeiten. Denn “high” im Sinne von hoch ist der “Luftige Grat” allemal, sonst wäre es ja auch eher ein Grätchen. Auf über 1.000 Höhenmetern liegt der Startpunkt, da empfiehlt es sich, mit der Bergbahn anzureisen.

 

DSCF7740

 

Aber man sieht direkt – Hoppla! – auch die Preise der Bergbahn sind ganz schön high. Da waren wir aber alle froh, dass Onkel Michael vom Wandernagazin alle Tickets bezahlt hat, 40 Euro für die gesamte Truppe für eine Tour, ganz schön happig. Und Michael hat sich wahrscheinlich auch gefragt, warum er nicht Chefredakteur des Bergbahnmagazins ist, dann wären wir wahrscheinlich für umme transportiert worden.

Dann also hoch mit der Bergbahn und schnell standen wir vor der Himmelspforte, dem Eingangportal des Luftigen Grats, Premiumweg mit der sagenhaften Erlebnispunktzahl von 92 Big Points, auch Teil der Premiumwanderwelten.

 

DSCF7744

 

Gefühlt mussten wir seit dem Start schon auf einer Höhe von über 5.000 gelandet sein, denn wir waren plötzlich mitten in Tibet, die bunten tibetischen Fähnchen am Eingangsportal lieferten untrügliche Beweise. Aufregend, kannte ich doch Tibet vor allem aus dem Comic-Band “Tim im Tibet”. Nun würde ich auch bald mit den Jungs diese geheimnisvolle Welt betreten. Andrack im Tibet mit allem Drum und dran, Yeti, Messner und so…

Enttäuschend war es dann aber, durch profane Sperren gehen zu müssen, die die Almweiden begrenzten und die Rindviecher am Durchschlüpfen hindern sollten.

 

DSCF7762

 

Diese Allgäuer Schiebetüren erinnerten mich an die Spielgeräte auf den Spielplätzen der 1960er Jahre, an denen man sich früher immer so schrecklich weh getan hat.

Eh’ man sich’s versieht, ist man dann auch schon wieder auf dem Abstieg. Und der große Blonde vom Wandermagazin zeigte den Jungs von Fjäll Räven und Hanwag mal, was eine Harke ist.

 

DSCF7767

 

Aber, was will uns Michael Sänger da wirklich zeigen? Wie groß der Fisch ist, denn er daheim am Rhein kürzlich geangelt hat? Auf welchem großen Fuss er lebt? Wie breit die Fußspur des Yetis war, den er zuletzt in seiner Heimat, der Pfalz, gesehen hat? Oder zeigt uns der Wandermagazin-Chef, wie viele Wanderblogs er schon gelesen hat? Unlängst hat er ja einige Wanderblogs in seinem Heft proträtiert, und sich auch durchaus lobend mit unter anderem dem Schlenderer (www.schlenderer.de) befasst. Das ist ein echt guter Wanderblog. In eigener Sache kann ich nur den überaus netten und ungemein ausführlichen Kommentar zu meinem letzten Wanderbuch hervorheben. Findet man unter “Bücher”. Weiter so geschlendert, Schlenderer, auch im nächsten Jahr!

Euer Wanderblogger Manuel macht jetzt einen kurzen Winterschlaf, macht einen Blog-Sabbat-Monat und meldet sich Ende Januar in aller Frische wieder. Frohes Fest und Guten Rutsch!!!



Raffael und Lenin in der Sächsischen Schweiz

Geschrieben am um 06:16

Es ist hinlänglich bekannt, dass ich durchaus ein passionierter Alleinwanderer bin. Keinem verpflichtet, mein eigener Herr, herrlich! Aaaaaber, wenn ich in der Sächsischen Schweiz unterwegs bin, dann gibt es für mich nur eins, ich muss Arndt dabei haben, Mitglied im Stiegen- und Wanderfreundeverein der Sächsischen Schweiz. Warum Arndt so klasse ist? Weil er einem Sachen zeigen kann, die man sonst im Leben nicht gefunden hätte. Wie zum Beispiel dieses Engelsgesicht oberhalb der Amselfallbaude.

 

DSCF8625

 

Zunächst einmal hätte ich ohne Arndt den Weg dorthin gar nicht gefunden. Ein Weg gänzlich ohne Wegweiser, überwachsen von Gestrüpp, einer der vielen verbotenen Wege der Sächsischen Schweiz. Man fragt sich nur, wer sich die Mühe gemacht hat, diesen wunderschönen Engelskopf dorthin zu drapieren. Andereseits, wozu habe ich vor etlichen Monden Kunstgeschichte studiert? Gehen wir die Sache doch mal logisch an…

 

DSCF8626

 

An was denkt man denn, wenn man hört: Sachsen und Engel? Nein nicht Engels, Engel. Und- auch Nein – ich ich meine nicht Sahra Wagenknecht, die kommt aus Thüringen. ich meine natürlich die berühmten schelmisch guckenden Putten am unteren Bildrand der Sixtinischen Madonna von Raffael. Millionenfaches Postkartenmotiv. Aber wie hat der Raffael diese tollen, süßen Puttengesichter hingekriegt? Na klar: Üben, üben, üben! Und so hat sich der große Raffael in die Einsamkeit der Sächsichen Schweiz verzogen, hat erst mal dort ein Puttengesicht in den Felsen gemeißelt. Nicht schlecht geworden! Und nach dieser Steinskizze hat er dann sein berühmtes Gemälde gemalt. Lösung gefunden.

Dann hat mir Arndt noch unterhalb von Hohenstein einen weiteren Engel gezeigt, sozusagen die russische Variante.

 

DSCF5363

 

Der gute alte Lenin in Stein gemeißelt. Ich frage mich: Warum ist das kein Pilgerort? Bei diesem Bildnis liegt es nahe, dass Zar Putin I. persönlich (denn er hat ja lange in Dresden gelebt) den mächtigen Revolutionsführer in den Fels gehauen hat. Ein wunderschönes Lenin-Denkmal, denn auch in der Sächsischen Schweiz gilt: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser, das ist ja mein Lieblingsspruch des alten Sowjet-Zausels.



Paris, Litermont, Nette, Felsenweg

Geschrieben am um 06:57

Wer mich kennt, weiß ich, dass ich ein Faible für leicht obskure Wegweiser und Straßenschilder habe. Also hatte ich großen Spaß an dem Einbahnstrassenschild, dass ich bei einer Wanderung durch Paris sah.

 

DSCF8588

 

Geile Idee, den weißen Balken wegtragen zu lassen. Dieses Symbol eines totalitären Straßenverkehrsystems zu entfernen, ist ein Akt gelebter Revolution. Und Revolution können die Pariser.

Ein kleiner Sprung ist es von der Metropole an der Seine in’s nördliche Saarland. Und auch dort spielt Haute Couture eine Rolle.

 

DSCF8222

 

Am Eingangsportal des Litermont-Gipfelpfads ist ein sinnvoller Hinweis angebracht. Bitte nicht High Heels beim Wandern tragen. Aber weil wir ja in Deutschland sind, bleibt es nicht bei einer freundlichen Empfehlung, nein, es wird ein Verbot ausgesprochen. Ich fordere Freiheit für High-Heels-Trägerinnen! Und High-Heels-Träger genauso! Soll doch jeder wandern wie er will. Und die hohen Absätze kann man an den steilen Passagen doch aucb gewinnbringend einsetzen: Als eine Art einzackiges Steigeisen zum Beispiel.

Jetzt aber nach so viel Revolution und Verbot, einfach mal was Nettes:

 

DSCF8268

 

Die ist so nett die Brücke, die grüßt auch höflich und befördert einen trockenen Fusses von einem zum anderen Ufer, sensationell!

Schließlich noch einen schöner Wegweiser am Startpunkt des Felsenwegs. Eine schöne Anregung für Gemeinden, die gleichzeitig etwas gegen die Kostenexplosion für stationäre Wegweiser und die kommunale Arbeitslosigkeit machen wollen.

 

DSCF8591


Wer glaubt, Wandern ist fade und die Vorstufe zur Rollator-Rallye, muss diesen Blog lesen und wird staunen. Ob Kurioses am Wegesrand, schräge Hinweistafeln, Lebensgefahr am Wanderweg, skurile Wandervögel, betreutes Trinken am Steig, gigantische Aussichten oder extreme Herausforderungen im deutschen Mittelgebirge – bei andrackblog.de gibt es alles über das Thema Wandern. Jede Woche neu, (relativ) aktuell. Die besten Wander-Storys der Welt eben.

Suche


RSS Feed abonnieren


© Copyright 2008 - 2015 Manuel Andrack.