Wander-Blog von Manuel Andrack

Die besten Wander-Storys der Welt




Es geht so – Folge 2. Der Podcast von Andrack und Schümer

Geschrieben am um 9:48



Mit dem Schwarzwaldverein auf dem Kaiserstuhlpfad

Geschrieben am um 6:23

Es gab für mich drei Gründe, den Kaiserstuhlpfad Ende September mit dem Schwarzwaldverein zu erwandern:

Erstens wurde der Kaiserstuhlpfad 2019 Zweiter. Silbermedaille als Deutschlands schönster Wanderweg, muss man gegangen sein.

Zweitens hatte ich Andreas vom Schwarzwaldverein Ortsgruppe Lahr versprochen, mal eine Wanderung mit seiner Truppe zu machen, nachdem er mich letztes Jahr in seinen Verein gelockt hatte (siehe Blog vom 8. November 2019)

Drittens ist der Kaiserstuhl ein begnadetes Weinanbaugebiet und war daher prädestiniert für meine badische Weinwanderung 2020.

 

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Schon ein Blick aus dem Zugfenster verriet, eigentlich ist der Kaiserstuhl ziemlich überschaubar. Als eines der kleinsten Mittelgebirge Deutschlands erhebt es sich zwischen Freiburg und Elsass aus der Rheinebene.

 

 

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Andreas, der Inspektor Columbo des Schwarzwaldvereins, hatte sich für unsere Wandertour in Schale geworfen. Perfektes Branding nennt man das, ein Hoch auf die rote Raute. Ganz schön praktisch, wenn der Wanderführer sozusagen eine wandelnde Markierung ist.

 

 

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Es war schon beeindruckend, dass der Schwarzwaldverein Lahr anscheinend sehr berühmte Mitglieder hat. Ralph Fiennes konnte ich zu einem gemeinsamen Selfie überreden. Der englische Patient und Lord Voldemort, der auch in Schindlers Liste und Quiz-Show Hauptrollen hatte, ist ein begeisterter Wanderer. Wer hätte das gedacht.

 

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Sehr spektakulär sind die Lösshohlwege des Kaiserstuhlpfads. Ich dachte zunächst, als ich davon hörte, nun ja, was soll schon sein, das sind halt Hohlwege, haste einen gesehen, haste alle gesehen.

 

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Mitnichten, diese Hohlwege haben sich so tief in den weichen Löss eingegraben, dass man eher von Hohlschluchten sprechen müsste. Da staunt der Laie und der Fachmann wundert sich.

 

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Auf jeden Fall ist der Kaiserstuhl eine Region, in der man auf eine gewisse Ordnung achtet. Denn wo käme man da hin, wenn jede oder jeder einfach jedes Loch betreten würde, so, wie er gerade lustig ist. Dann doch lieber ein Lochbetretungsverbotsschild. An das ich mich natürlich gehalten habe.

 

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Ach ja, Thema Wein. Andreas hatte die Tour (immerhin 22,3 Kilometer über 703 Höhenmeter) mit steilsten Rampen hinauf zu den drei höchsten Gipfeln, (Serpentinen oder Stufen sind im Kaiserstuhl noch nicht erfunden worden) wirklich vorbildlich geplant. Er hatte acht Flaschen Wein aus vier Weinorten der Region dabei, die sich wunderbar auf die sechzehn Wanderer verteilten. Unter anderem die Oberbergener Baßgeige. Oberbergen, richtig, dort hat auch unser DFB-Präsident Fritz Keller sein Weingut.

 

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Und wegen des vielen Weines war es der Wandertruppe auch gar nicht peinlich, gemeinsam das Baden-Lied anzustimmen. Zu unserer Wandertour passte die dritte Strophe:

Bei Freiburg wächst der Wein,
Im Schwarzwald schöne Mädchen,
Ein Badner möcht ich sein!

So ist das. Die Einwohner von Baden nennen sich übrigens generell Badner oder Badener. Nur die Schwaben verwenden das Schimpfwort Badenser.



Opiumwandern an der Mosel

Geschrieben am um 6:23

Abwechslung ist doch etwas sehr Schönes. Nachdem ich schon so oft übers Weinwandern geschrieben habe, erzähle ich heute über eine Opiumwanderung auf dem Seitensprung (an dieser Stelle keine Bemerkung über diese Namensgebung) Leiermannspfad.

 

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Wenn der Leiermann leiert – man hätte es ahnen können – ist die Straße der Lieder nicht weit. SWR4 begeistert Jahr für Jahr seine treuen Hörer mit einer heimatlichen Wanderung.

 

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Und da ist es doch selbstverständlich, dass man gerade an einer bombastischen Hütte, einer Winzerhütte, um nicht zu sagen einer Winzerkapellenhütte naturgemäß ein Ständchen singt. Aber genau an dieser Winzerkapellenhütte, in der trotz AHA-Regeln locker ein Chor von 250 Mann Platz findet, genau an dieser Hütte findet sich ein interessantes Täfelchen.

 

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Das Opium macht so fit, dass dem kurzen Wort ein zweites „t“ erwächst. Kann mal passieren im Rausch der Opiate.

In der Mosel-Opium-Hölle Enkirch haben es die Winzer schwer, Aufmerksamkeit zu erregen. Ein Weingut versucht es mit einem Marketing-Gag der besonderen Art, indem man auf einem Grabstein einen Ankerplatz für Weinkenner annonciert.

 

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Ein Ankerplatz hoch oberhalb der Mosel. Hat der Shanty-Chor zu viele Mohnprodukte zu sich genommen? Nein, man muss wissen, dass der Top Winzer im Moselort Enkirch Immich-Anker heißt. Ahoi, da füllt der Smutje ausschließlich Rebensaft in die Buddel!

 

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Eins ist klar, die schöne Aussicht bei der Schlusseinkehr im Café Schöne Aussicht, die muss man sich weder schön trinken oder rauchen oder sonst noch was. Das ist einfach eine schöne Aussicht.

 

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Es geht so – Mein Podcast

Geschrieben am um 10:41

Endlich ist er da, mein erster Podcast. Und, in aller Bescheidenheit, die erste Folge ist sehr unterhaltsam. Alles über Masturbieren in der Oper, wo Andrack und Schümer sich kennengelernt haben, und warum ich noch nicht so viel über mein  Narrenbuch verrate. Viel Spaß

 



Mein Jahr als Narr

Geschrieben am um 11:11

Heute ist der 11.11. Keinem ist nach Feiern zu Mute. Obwohl. Vielleicht doch? Nein, besser nicht. Dann doch lieber als Methadon „Mein Jahr als Narr“.

Was waren das für geile närrische Wanderungen. Aber eben nur bis zum Aschermittwoch 2020. Etwas peinlich waren meine Spaziergänge in Venedig im Oktober 2019. Warum denn schon im Oktober, und warum peinlich? Könnt ihr alles nachlesen.

 

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Sehr interessant eigentlich auch aus heutiger Sicht, wer beim Orden wider den tierischen Ernst 2020 in Aachen anwesend war und wer nicht und warum. Laschet in der Bütt, Merz im Publikum, Söder nicht da (war aber schon Ordensträger), AKK auch nicht da (war auch schon Ordensträgerin, die beste überhaupt) und Christan Lindner auch nicht. Der musste mit dem thüringischen FDP-FÜHRER Kemmerling noch einen heben. Könnt ihr alles nachlesen.

 

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Eine besondere Selbsterfahrung war es, mit einer selbstgereimten hoch-intellektuellen (na ja) Büttenrede vor einem leicht angeheiterten Publikum im Saarland anzutreten. Könnt ihr alles nachlesen.

 

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Geil natürlich die Ranzen-Garde in Mainz. Früher waren dort nur Fünf-Zentner-Typen erlaubt. Heute gehen da Spargel-Tarzane so um  150 Kilo mit, ein Trauerspiel.

 

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Einer von mindestens drei Höhepunkten meiner Narren-Wanderungen waren die sieben Kilometer des Kölner Rosenmontagszugs als Roter Funk. Da wird man süchtig. Alaaf. Alaaf. Alaaf.

 

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Und im fränkischen Veitshöchheim hat man eindeutig erkannt, wer schon lange hinter Gittern gehört. Ob mit oder ohne Verkleidung. Könnt ihr alles nachlesen.

 

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Wer schwankt, hat mehr vom Weg

Geschrieben am um 6:23

Zunächst noch ein Update zu meinem letzten Beitrag über die virtuelle Weintour. Seit einigen tagen sind nun alle Weinpakete, die ich online moderieren, geniessen, besprechen darf, ausverkauft. Aaaaaber: ihr könnt trotzdem an der virtuellen Weinprobe teilnehmen. Einfach auf virtuelle.weintour.net den Live-Stream anschauen. Ihr habt dann eben nicht die Weine, die ich dort verkoste, aber es macht bestimmt auch Spaß zuzuschauen, wenn ihr auf dem trockenen sitzt. Oder ihr besorgt euch Alternativ-Weine, sie müssen nur aus deutschen Anbaugebieten sein, darauf besteh ich. Ich werde das kontrollieren!

Hier meine Termine zum virtuell Reinschauen:

– Samstag, 7. November, 20:00

– Sonntag, 8. November, 15:00

– Freitag, 13. November, 18:00

– Sonntag, 15. November, 17:00

Und was passiert, wenn man vom guten Mosel-Riesling (auf der virtuellen Weintour oder auch nicht) zu viele Schoppen trinkt? Man beginnt zu torkeln. In der FAZ las ich zuletzt: „Wer schwankt, hat mehr vom Weg“ Da ist echt was dran. Aber wenn man ordentlich gebechert hat, dann wird der Blick immer schiefer, Fachausdruck: Moselschieferblick

 

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Nun zu etwas völlig anderem: Wenn die Hand zum Gegenstand wird – das Hand sagt man ja auch – dann herrscht natürlich akute Brangefahr. Wie immer hilft das Internet weiter. Mit Hilfe der Datenkrake Google erfährt man, dass Bran eine Gemeinde in Siebenbürgen ist, die früher Törzburg hieß. Bran Stoker hat ja auch Schauerroman Dracula geschrieben. Ach ja, und auf Englisch heißt „Kleie“ Bran. Und Kleie ist bekanntermaßen hochgefährlich. Für die Verdauung.

 

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Nun zu etwas völlig anderem: Marienkapellen kennt jeder Wanderer. Und meistens wird der Jungfrau Maria für irgendetwas gedankt. Was der Dankensgrund ist, erfährt man nie. Hat der Sohnemann das Abitur geschafft, der Onkel eine schwere Krankheit überstanden, oder hat es das Wunder von Bern gegeben?

 

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Kam der Ehemann unvermutet ohne Fahne aus der Kneipe, gab es im Mai schon hochsommerliche Temperaturen oder ist Deutschland mal wieder Fußball-Weltmeister geworden?

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Hauptsache eben, Maria hat geholfen, nachdem man sie um etwas gebeten hat. Die moderne, badische Version der helfenden Maria sah ich im Kaiserstuhl. Wahrscheinlich ist in der Sprühdose ein Anti-Corona-Spray, dass die Seuche vertreibt. Danke Maria!

 

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Nur noch eine Weißweinreise im Angebot

Geschrieben am um 21:43

Hurra, übernächstes Wochenende fahren wir nach Hamburg und lassen es auf der Weintour so richtig krachen, wie geil wird das denn!!!

 

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Stopp! Stopp! Stopp! Weinseligkeit in Hamburg ist leider im Moment nur eine schöne Erinnerung. Zurzeit ist es aber keine wirklich gute Idee, eine Weinmesse zu veranstalten, außer man hat ein Faible für Alu-Hüte.

Aber es gibt eine Alternative, die – Trommelwirbel – erste deutsche virtuelle Weintour der Welt! Wie funktioniert das denn, denken jetzt vielleicht alle, die genau so doof im Umgang mit digitalen Medien sind wie ich. Keine Sorge, IHR SCHAFFT DAS!!!

 

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Einfach auf www.virtuelle.weintour.net ein Weinpaket bestellen und dann bequem (und sicher) von zuhause mit mir zechen und weinwandern. Wenn ihr noch alle Latten auf dem Zaun habt, bestellt ihr natürlich zuerst ein Weinpaket von mir, dann von denen, die noch nicht ausverkauft sind.

Das ist nämlich ein kleines Problem: Zwei meiner virtuellen Weintouren sind nämlich schon ausverkauft. Aber es bleiben Euch zwei Pakete: „Weißweinreise“ am 8.11. um 15:00 und „Wandern Du musst“ am 13.11. 18:00. Lasst Euch bitte nicht von letzterem Titel abschrecken, es wird echt sehr sehr lustig, versprochen! Ups, gerade sehe ich, „Wandern Du musst“ ist auch ausverkauft. Trotz des Titels. Also ran an die Weißweinreise!

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Ach ja, ich habe bei jeder virtuellen Weintour extrem kompetente und dazu charmante Verstärkung. Ende September durfte ich in Neustadt/Weinstraße die neuen Deutschen Weinhoheiten wählen. Leider mussten sie sich wegen Corona die Corona selber aufsetzen.

Wir sehen und trinken uns!

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Weinsichten und Weinsprüche, Akkusativ und Ablativ

Geschrieben am um 6:23

Es gibt ja im Reiche der Önologie, der Weinwissenschaft, einen Haufen Wettbewerbe, Auszeichnungen, Kammermünzen, was weiß ich. 2020 hat das Deutsche Weininstitut die schönsten Weinsichten in allen 13 Anbaugebieten wählen lassen.  Weinsicht, das bedeutet nicht der Blick ins Glas. Etwas korrekter – aber auch komplizierter – wäre der Wettbewerb mit Schönster-Weinberge-Ausblick umschrieben. Egal. Auf jeden Fall habe ich in der Pfalz die schönste Weinsicht am kleinen Kalmit im Weinort Ilbesheim genossen.

 

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Am Ortseingang von Ilbesheim steht:

Verlieb dich in Ilbesheim

 

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Ich war irritiert. Ist in diesem Fall Ilbesheim Ablativ-Objekt (wo verliebe ich mich?) oder Akkusativ-Objekt (in wen oder was verliebe ich mich?)

 

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Bevor ich darauf keine Antwort habe, kann ich auch die Frage auf dem Schild am Ortsausgang nicht beantworten.

Bleiben wir beim Thema Wein-Semantik. Ich liebe ja Weinsprüche. So wie diesen…

Wo ich geh und steh,

tun mir die Knochen weh!

Aber wenn ich sitz und sauf,

hörn die Schmerzen auf!

 

Oder auch, nicht so ganz gender-korrekt, diesen …

 

Alter Wein und junge Weiber, das sind die besten Zeitvertreiber.

 

Aber ich finde, dass man aus Suchtpräventionsgründen diesen Spruch, den ich in Cochem an der Mosel sichtete, nicht mehr gutheißen kann:

 

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Wundersame Bergwelten

Geschrieben am um 6:23

Auch an der Mosel gibt es steile Berge, jawohl! Wer schon einmal über naturbehauene Schiefertreppen, schmale Pfade und Serpentinen in Cochem hinauf zum Pinner Kreuz Gestiegen ist, kennt die alpinen Herausforderungen des Mittelgebirges. Kein Widerspruch!

 

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Wie heißt es im Holländischen so schön: „Iem gouden bergen beloven“, zu deutsch: jemandem goldene Berge versprechen. Irgendwer hat diesen Holländern also vom Pinner Kreuz erzählt, in Corona-Zeiten wandern sie dort verstärkt umher, aber unglaublicherweise sehen die alle total frisch aus, sehr unverschwitzt. Das mag an einer technischen Errungenschaft liegen, die in den Niederlanden Stoeltjeslift heißt.

 

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Ein wenig die Mosel hinunter, Richtung Cochem, sah ich am Berghang merkwürdige Bauten, die aussahen, als hätten Außerirdische, wie sie Erich von Däniken beschrieb, dort als Landestation für ihre Ufos installiert. (Auch die Pyramiden von Gizeh wurden ja laut Däniken als eine Art Landebahn von Außerirdischen gebaut.)

 

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Ich hatte allerdings keine unheimliche Begegnung der dritten Art, musste allerdings zur Kenntnis nehmen, dass es eine mir vorher unbekannte Sportart gibt: Berggolf.

 

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Noch unbekannter ist eine Sportart, deren Namen mir noch nicht einmal geläufig ist. Unterhalb des Belchengipfels sah ich beim Überqueren einer Straße zwei behelmte Menschen. Der eine stellte sich auf ein Skateboard, der andere nahm Schwung und legte sich mit dem Rücken flach auf eine Art Rodelschlitten auf Rädern. Dann heizten die beiden Wahnsinnigen in mörderischem Tempo die abschüssige Straße hinunter.

 

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Am wundersamsten finde ich in deutschen Mittelgebirgen, wenn Wanderer an steinreichen Stellen ganze Armeen von Steinmännchen errichten (ist das gendermäßig korrekt, müsste es nicht auch Stein*menschlein geben?)

 

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Merkwürdigerweise erzeugen diese Steinmännchen bei mir sehr große Aggressionen. Ich würde am liebsten wie ein Berserker die Dinger kaputttreten. Woher kommen diese negativen Gefühle? Das erinnert doch stark an ein Kleinkind, dass die mühevoll errichteten Bauklotztürme der anderen Bälger zerstören will. Vielleicht mag ich diese Steinmännchen nicht, weil die wirklich einzige sinnvolle Begründung, so ein Ding zu bauen, die Funktion eines Wegweisers im Hochgebirge ist. Wenn allerdings nicht ein Steinmännchen, sondern Dutzende am Hang herumstehen, obwohl ich auf einem unverlaufbaren und bestens markierten Premiumweg gehe, dann ist das so dermaßen sinnlose Natur-L’Art pour L’Art, dass ich wütend werde, man möge mir das verzeihen. Ich denke, ich mache eine Steinmännchen-Therapie. Andererseits las ich kürzlich in der FAZ, ich zitiere: „Selbst in der Natur gibt es kein Entrinnen: Kann man noch irgendwo wandern, ohne dass jemand vor einem einen dieser Steintürme am Wegesrand hinterlassen hat? Was Liebesschlösser an Brücken sind, ist diese epedemisch gewordene Land Art für Anfänger außerhalb der Stadt. Naturschützer finden mit ihrer Aufforderung still zu halten, kaum Gehör. Obwohl unter den Steinen Insekten, Reptilien oder Spinnentiere Zuflucht nehmen und jeder Stapel ein kleines Ökosytsem zerstört.“ Ha, na also. dann doch lieber Steinmännchen zerstören und Ökosysteme ermöglichen, oder?



Begegnungsverkehr, Selbstkontrolle, Hoffnung für 2023

Geschrieben am um 6:23

Erster ganz heißer Favorit für das Unwort des Jahres: „Begegnungsverkehr“.

 

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Eigentlich eine Selbstverständlichkeit, dass man sich beim Verkehr, egal wie man Verkehr definiert, begegnet. In der U-Bahn begegnet man sich, entgegenkommende Autos begegnen sich, auch auf Fahrradwegen soll es schon zu Begegnungen gekommen sein. Genauso natürlich ist eine Begegnung auf Wanderwegen. Üblicherweise grüßt man fröhlich, zu Umarmungen und sexuellen Ausschweifungen bei diesen Begegnungen kommt es meines Wissens relativ selten. Weswegen man auch die Kirche im Dorf und die Begegnung zulassen sollte.

 

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Zumindest wenn man alles unter Kontrolle hat. Ich meine nicht das Weltgeschehen, das kann man nicht unter Kontrolle haben. Aber sich selbst sollte man schon kontrollieren können, oder?

Ich kontrolliere mich mal selbst: LW7K203 LW7K203 LW7K203 LW7K203 LW7K203 LW7K203. Kontrolle beendet, alles schön aufgeräumt im Oberstübchen!

 

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War nicht eigentlich die prinzipiell sehr lobenswerte Idee jedes Premiumwegs, für komplette Orientierung zu sorgen? Früher übrigens auch mit erlaubtem Begegnungsverkehrs. Aber wenn wie hier in der Nähe von Schloss Sayn Premium-Weitwanderweg, Premium-Traumpfad und Premium-Traumpfädchen ihr Recht fordern, wird es doch ein ganz klein wenig unübersichtlich.

 

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Da lobe ich mir doch klare Ansagen. Die Abkürzung des Cochemer Rittersprungs und das Finale des Endertwegs (immerhin Sieger Deutschlands schönster Wanderweg 2019) ist bis 2023 nicht begehbar. Da droht Gott sei Dank auch kein Begegnungsverkehr.

Eine ganz besondere Art von Begegnungsverkehr hatte ich auf der Traumschleife Heimat. Dort traf ich im Gebüsch einen Strohhutmenschen mit einem rot-weißen Trikot

 

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Das Trikot war auf links gedreht, aber man konnte den Namen des Vereins entziffern: TB Andernach. Nun gut, da hat sich also ein Fan oder Aktiver des TB Andernachs seines Trikots entledigt. Um was zu machen? Begegnungsgverkehr? Falsch. Die TB Andernach ist weltberühmt dafür, hervorragende Karate-Kämpfer in ihren Reihen zu haben. Im Wald oberhalb von Gehlweiler hat ein Kampf stattgefunden, der Karate-Mensch aus Andernach hat verloren und danach sein Trikot als Zeichen seiner Niederlage hinterlassen. So muss es gewesen sein!


Wer glaubt, Wandern ist fade und die Vorstufe zur Rollator-Rallye, muss diesen Blog lesen und wird staunen. Ob Kurioses am Wegesrand, schräge Hinweistafeln, Lebensgefahr am Wanderweg, skurile Wandervögel, betreutes Trinken am Steig, gigantische Aussichten oder extreme Herausforderungen im deutschen Mittelgebirge – bei andrackblog.de gibt es alles über das Thema Wandern. Jede Woche neu, (relativ) aktuell. Die besten Wander-Storys der Welt eben.

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