Wander-Blog von Manuel Andrack

Die besten Wander-Storys der Welt




Hoyers 238 Kilometer und mein Scheitern, Teil II

Geschrieben am um 07:11

Thorsten Hoyer war 238 Kilometer nonstop auf dem Neanderlandsteig unterwegs. Da konnte ich den Armen ja nicht komplett alleine lassen. Die Älteren unter Euch werden sich wahrscheinlich noch an meine 82 Kilometer-Wanderung mit Hoyer im Westerwald erinnern. Ausführlich dokumentiert in meinem letzten Wanderbuch. Mein Fazit damals: Na ja, 82 Kilometer sind eigentlich Kindergeburtstag, auf jeden Fall hatte ich danach keine Blase, keine Muskel- und Gelenkschmerzen. Aaaaber, die Nacht durchwandern ist für mich ein totales No Go. Also machte ich im letzten Absatz des Hoyer-Kapitels den kühnen Vorschlag: So eine Strecke könnte man ja auch an einem der längsten Tage des Jahres im Hellen wandern, ohne auf Hoyers blöde Stirnlampe angewiesen zu sein. Und ein neuer Rekord müsste doch eigentlich her, also sollte ich mindestens 83 Kilometer schaffen…

 

Und so startete ich am Samstag, 13. Juni, um 4:00 in der Dämmerung in Velbert, stoße zu Hoyer, der schon 88 Kilometer und eine durchwanderte Nacht in den Beinen hat. Ich mache für Hoyer ein wenig den Hasen, die Tempo-Lokomotive, ich bin ja noch frisch. Nur ein kleiner Schauer bei Kilometer 33 (dokumentiert durch Hoyers kreatives Regenjacken-Arrangement im letzten Blogeintrag) als Hindernis war zu verzeichnen. Na und? Und bei Kilometer 49 dann noch ein erfrischende Taufe…

 

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… mit Düsselwasser. Info für alle Nörgler und Zweifler: Hat gar nicht weh getan. Genau so wenig, wie ein Altbier zu trinken. Nur alte Männer wie Pur-Sänger Campino pflegen noch diese ranzige Köln-Düsseldorf-Rivalität. Aber irgendetwas scheint mit diesem Düsselwasser doch nicht gestimmt zu haben. Denn ab Kilometer 53, ab Gruiten Bahnhof, habe ich massiv angefangen zu schwächeln. Kondition war in Ordnung, aber jeder Schritt hat geschmerzt. Denn: Wie ein totaler Wanderdilettant habe ich für diese Mörder-Tour keine Ersatz-Socken und keine Blasenpflaster mitgenommen. Aaaaaarghhh! Erst haben mir die noch vom Schauer nassen Socken die Blasen beschert, die ohne Blasenpflaster sich mit jedem Schritt zu Kopfkissengröße aufpumpten. Was soll ich sagen, bei 64 Kilometer war Schluss mit lustig…

 

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Und wenn man denkt, die Blamage, die Erniedrigung könnte nicht größer gewesen sein, wartet dann noch ein Neanderlandsteig-Besenwagen, in den man wie ein willenloser Ork einsteigt, und Foto-Opfer von irgendwelchen Leser-Reportern wird. Peinlich.

 

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Nun ja, zuletzt hat Harald Martenstein im ZEIT Magazin eine schönen Satz zitiert: “Von Deinen Erfolgen wollen nur Deine Eltern etwas hören, alle anderen interessieren sich für Deine Misserfolge.”



Hoyers 238 Kilometer und mein Scheitern, Teil I

Geschrieben am um 07:23

Heute starte ich eine Trilogie: Drei Blogeinträge über ein einmaliges Experiment. Eine Trilogie, die vom Spannungsfaktor knapp an „Winnetou I – III“ und an „Die Wanderhure teil 1 – 3“ heranreicht. Es geht um das Experiment: Schafft es mein Wanderkumpel Thorsten Hoyer, die 238 Kilometer auf dem Neanderlandsteig Non-Stop zu gehen? Ohne Schlaf, nur kurze Pausen. Um es vorwegzunehmen: Er hat es geschafft. So sah er zum Start aus…

 

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… unternehmungslustig nimmt er noch einen aufmunternden Schluck und freut sich auf die 226 Kilometer, die vor ihm liegen …

Und hier am Ende der Tour: Ausgepumpt, am Ende der Kräfte, hofft er das im Outback des Kreises Mettmann irgendwann noch mal ein Bus kommt …

 

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In Wirklichkeit war es genau umgekehrt. Kurz nach dem Start hat sich Thorsten kurz hingesetzt, am Ende der Strecke, nach 57 Stunden, musste er alle paar Meter Flüssigkeit zu sich nehmen.

Ich bin einige Kilometer an der Seite von Thorsten gewandert (dazu nächste Woche mehr), daher konnte ich beobachten, dass er mindestens 200 Kilometer ein absolut vorbildlicher Wanderprofi war…

 

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Er ging voran, hatte eine beeindruckende Tempokonstanz. Thorsten nahm immer wieder die Hände hoch an den Rucksackgurt, um nicht dicke Finger (wegen des Blutstaus) zu bekommen, etwas, dass mir bei längeren Wanderungen immer wieder passiert. Außerdem hatte er seine blaues Handtuch immer griffbereit, um sich den Schweiß von der Stirn zu wischen. Das Beste aber: Zogen sich bei unserer Wanderung mal die Wolken zusammen, konnte er immer exakt das Wetter prognostizieren. “Das wird schon nicht regnen…”

 

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… na ja, nicht jeder ist ein Kachelmann. Übrigens ist weder der Reißverschluss seiner Regenjacke kaputt gewesen, noch ist seine Jacke im Regen geschrumpft, nein – Hoyer ist eben ein Meister seines Fachs – er hat mit der Regenjacke zugleich seinen Rucksack bedeckt.

 

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Aber nicht für diesen Trick gibt es hier Applaus, sondern für die 150, die 150 Kilometer, die Hoyer zu diesem Zeitpunkt erreicht hatte. Mangels Arena-Publikum klatschten die Mitwanderer. Und was ich mir vorgenommen hatte auf dem Neanderlandsteig, davon berichte ich nächste Woche …

 



Der schönste Rastplatz der Welt

Geschrieben am um 06:04

Was ist noch mal das Schönste am Wandern? Die Bewegung an der frischen Luft? Das Naturerlebnis? Das Belohnungsbier? Nun, ich denke, von allem ein bisschen, aber das Entscheidende an der Wanderlust ist doch, dass man bei den meisten Wanderungen immer etwas Neues erlebt. Allerdings ist “neu” auch relativ, Denn nach unzähligen Burgruinen, idyllischen Bachläufen und schnuckeligen Fachwerkhäusern braucht auch der größte Wander-Romantiker mal etwas Abwechslung – voila…

 

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… ein ästethisches Meisterwerk, eine überragende Ingenieur-Meister-Leistung, ein Bauwerk für die Ewigkeit – die Autobahnbrücke über die Lieser, die A1 von Saarbrücken (in 300 Jahren vielleicht auch durchgehend) nach Puttgarden. Und unter diesem gigantischen Monument deutscher Autobahnkunst hindurch wanderte ich am Vatertag auf dem Lieserpfad.

 

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Wenn ich “Lieserpfad” höre, denke ich natürlich wie die meisten Eifelwanderer an den spektakulären Abschnitt dieses Wanderwegs von Daun nach Wittlich über Manderscheid. Dereinst schwärmte ich daher vom Lieserpfad als “schönstem Wanderweg der Welt”. Aber nun gibt es einen durchgehend markierten Lieserpfad von der Quelle in Boxberg bis zur Mündung in Lieser an der Mosel. Auf dem ersten Abschnitt gibt es tolle Wiesenwege mit weiten Blicken in’s Tal, die Lieser ist eher noch ein Lieserchen und es gibt eben jene spektakuläre Autobahnbrückenunterquerung. Die ist so spekatakulär, dass extra ein Rastplatz mit sage und schreibe drei Sinnenbänken eingerichtet wurde.

 

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Auf dem Rastplatz hatten sich einige Väter breit gemacht, die manche Stubbi aus dem Kreis Bitburg vernichtet haben. Mir wurde zwar ein Bier angeboten, aber ich bieb hart – kein Bier unter der Brücke, das hatte ich mir dereinst geschworen, denn mit dem ersten Bier unter der Brücke hat schon so mancher menschliche Absturz in die Gosse begonnen. Bei einem anderen Rastplatz am Lieserpfad habe ich mich erst etwas gewundert:

 

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Wofür ist dieser Tisch gedacht? Zum Abstellen der Getränke, okay. Aber wie lange Arme braucht man denn bitte schön, um von der Sinnenliege aus die Kaltgetränke auf dem Holztisch zu erreichen? Vielleicht kann man den Tisch ja in Zukunft etwas an die Sitzmöbel heran rücken, damit nicht die Väter am Vatertag von der Liege rollen und für immer am Lieserpfad liegen bleiben müssen.



Wandern ist eine gute Möglichkeit, zu denken

Geschrieben am um 07:53

Vorgestern blätterte ich im Feuilleton der FAZ und blieb an dieser Überschrift hängen:

 

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“Wandern ist eine gute Möglichkeit, zu denken”. Genau, das sage ich doch schon seit Jahrzehnten. Von wegen den Kopf LEER wandern, man wandert ihn VOLL, denn wie die griechischen Philosophen in ihren Wandelhallen philosophierten, so kann man auch beim Wandern durch Wald und Flur auf die tollsten Ideen kommt. Findet auch “Wanderkünstler” Richard Long, der kürzlich seinen siebzigsten Geburtstag feierte. “Wanderkünstler”, tolle Berufsbezeichung. Ich dachte immer, “Wanderkünstler” seien die Leute, die mit der Staffelei unter dem Arm durch die Fußgängerzonen der Republik ziehen und dort wehrlose Kinder proträtieren. Oder sind “Wanderkünstler” die Künstler, die auch gerne wandern, so wie Markazero??? Nein, es gibt wohl waschechte “Wanderkünstler” wie eben Richard Long, der, nomen est omen, ganz schön lange Strecken für seine Wanderkunstskulpturen gegangen ist. Zum Beispiel ist er mal 1.000 Meilen in 1.000 Stunden gewandert. Und er ist dabei nicht auf Wanderwegen unterwegs gewesen, sondern auf einem von ihm vorbestimmten Muster. Aber bitte schön Herr Long, 1.000 Meilen in 1.000 Stunden, was ist denn das für eine WDG (Wanderdurchschnittsgeschwindigkeit)? Da fallen einem ja die Füße ab vor Langeweile.

 

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Apropos Füße: Noch eine Frage Herr Long: Wenn sie doch so gerne wandernd Kunst machen, wieso tragen Sie dann auf dem Foto in der FAZ ein T-Shirt mit einer Hand drauf? Das hat meines Erachtens weder Hand noch Fuß.

 

Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag nachträglich, lieber Wanderkünstler Richard



Auf der Garten-Wellness-Runde

Geschrieben am um 07:06

Die Traumschleifen-Dichte im näheren Umkreis des Stausees von Losheim ist wahrscheinlich weltweit unerreicht. Ein richtiger Wohlfühlweg ist vor nicht allzu langer Zeit dazu gekommen: Die Garten-Wellness-Runde (auf französisch: jardins et bien-etre)

 

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Es geht direkt am Festivalgelände des Losheimer Sees los, man muss durch ein Eingangsportal schreiten. Durch Türen kann man gehen, aber durch ein Portal muss man schreiten. Ich habe mich immer gefragr, warum diese Wanderportale so schrecklich hoch, und vor allem so schrecklich breit sein müssen. Im Falle der Garten-Wellness-Runde fällt die Antwort leicht: Dieser Premiumweg hat mit sechs Kilometern und 80 Höhenmetern genau die richtigen Wohlfühlmasse, um auch für sehr hohe und sehr breite Wanderer gehbar zu sein. Denn durch dieses Portal würde eben auch Rainer Calmund zusammen mit Sigmar Gabriel passen…

 

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Ob allerdings der Ex-Manager von Leverkusen und der zukünftige Bundeskanzler auf dem hübschen Steg über den Metzenbach balancieren könnten und ob jener Steg auch mit Stahlträgern verstärkt ist, das bezweifle ich sehr. Ich finde es aber klasse, welche unterschiedlichen Geh-Erlebnisse die Garten-Wellness-Runde bereit hält. Stege, sehr schmale Pfade, ziemlich schmale Pfade, mit und ohne Wurzeln, Baumstammscheiben als Trittsteine, breitere Wege, mal als Wiesenweg, mal als Forstweg…

Beeindruckend wie diese kurze Traumschleife alles an Abwechslung bereit hält, wovon der Wanderer träumt.

 

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Apropos Wanderertraum: Dazu gehört, sagen die Wanderglücksforscher, ganz unbedingt: Wasser. Neben dem Metzenbach kann da die Garten-Wellness-Runde natürlich gehörig mit dem Losheimer See punkten. Im wogenden Schilf habe ich, meine ich, glaube ich, könnte sein, ein Weidenkörbchen gesehen. Der saarländische Moses? Wenn man am See entlang geht, ist das Wasser so nah, dass man glaubt, mit einem Bein im Wasser zu stehen.

 

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Mit beiden Beinen im Wasser steht man defintiv, wenn man sich in der Kneippanlage am Wegesrand vergnügt. Kneippen hat ja mancherorts ein etwas verstaubtes Image, aber wenn man diese blitzende Highttech-Kneippanlage sieht, möchte man ja am liebsten nicht nur mit den Beinen, sondern mit dem ganzen Körper kneippen. Das könnte ein neuer Trend werden: FKK-Kneippen.

 

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Einen Großteil der Strecke verläuft der GW parallel zu zwei anderen Premiumwegen, so dass man sich aussuchen kann: Möchte ich – erstens – auf der Tafeltour laufen, und in der Gastronomie von Losheim schlemmen? Oder möchte ich – zweitens – auf dem Saar-Hunsrück-Steig weiter wandern, komplett bis nach Perl an der Obermosel oder in der anderen Richtung nach Boppard an den Rhein? Dann würde man zu den Harten gehören, denn nur die kommen sprichwörtlich in den Garten. Oder entscheidet man sich – drittens – für unsere Garten-Wellness-Runde, dann hat man beides: Garten und lukullische Genüsse am See. Entscheidet selber…



Der Wandermeister und die Königinnen

Geschrieben am um 08:02

Am 1. Mai bin ich in Mülheim-Kärlich auf dem Streuobstwiesenweg gewandert. Die Wanderung war umrahmt von einem zünftigen Maifest mit nahezu allen Vereinen, die der Ort – gegenüber von Neuwied gelegen – aufzubieten hat. Bevor es losging, war ich sehr gerührt. Da hatte doch der kleine Paul ein großartiges Bild für mich gemalt. Und für Paul war ich der “Wandermeister”, wunderbar.

 

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In den letzten Jahren habe ich unzählige Etiketten angeheftet bekommen: Wander-Experte, Wanderprofi, Wanderguru (ich kann nicht schweben), Wanderpapst (auch Quatsch, weder werde ich jemals zurück treten, noch wasche ich anderen Wanderern permanent die Füße), Wanderfachmann. Aber “Wandermeister”, da muss man erst mal drauf kommen, danke Paul!

 

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Dann ging es an Unmengen von Kirsch- und Apfelbäumen entlang, die gerade noch so in ihrer letzter Blüte standen. Aber das eigentliche Highlight des Tages sollte nicht die üppige Flora sein, sondern die üppige… Nein, ich muss das anders formulieren. ich hatte das Vergnügen, nach der Wanderung neben dem Bürgermeister der Verbandsgemeinde Weißenthurm, dem Ortsbürgermeister von Mülheim-Kärlich, dem Ersten Beigeordneten der Verbandsgemeinde Weißenthurm, dem Vorsitzender der Kirmes & Karnevalsgesellschaft “Vergnügt 1920″ Kärlich e.V. und dem Vertreter der Ortsbauernschaft die alte Kirschblütenkönigin Nadine zu verabschieden und die neue Kirschblütenkönigin Franziska zu begrüssen.

 

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Eine Karnevalsgesellschaft “Vergnügt 1920″ zu nennen hat mich irritiert. Waren die nur 1920 vergnügt oder existieren permanent 1.920 super-vergnügte Mitglieder? Aber das war noch nicht alles. Zum Gruppenbild kamen dann auch noch die Ex-Kirschblütenköniginnen Anke (ganz links) und Linda (ganz rechts, mit der rut-wiessen Schärpe) dazu und sogar die erst Holunderblütenkönigin Andrea I. (zweite von links). Damit verfügt Mülheim-Kärlich wahrscheinlich über eine höhere Königinnendichte als das englische Königshaus. Ich kann mich nur vor allen Majestäten verneigen…

 

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XXL-Wandern in Höxter

Geschrieben am um 07:45

Höxter ist meines Erachtens die einzige deutsche Stadt mit einem “X” im amtlichen Auto-Kennzeichen. HX. Außer, äh, Cuxhaven natürlich. Und Buxtehude. Und Xanten. Egal.

Ansonsten ist Höxter weltberühmt für Spitzen-Wanderwege! Glaubt ihr nicht? Aber Hallo, es geht schon mal los mit dem …

 

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… WBK Rundwanderweg Große Runde. Das ist vielleicht eine große Runde!!! WBK steht nicht für “Wanderer betreiben Krafttraining”, nein, WBK steht für “Weser Bergland Klinik”. Und die “große Runde” besteht aus einem ungefähr 700 Meter langen Rundweg mit Blick auf die Weser, der genügend Bänke und Aschenbecher für alle rauchenden Patienten der Klinik vorrätig hat. Aber kaum ist man runter von der Großen Runde der WBK, muss man ganz schön leise sein, denn man wandert auf dem…

 

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… pssst! Leider hat man das den LKW-Fahrern auf der Bundesstraße im Wesertal nicht gesagt. Und auch nicht den zahlreichen Piepmätzen, die laut trillernd den Frühling begrüßen. Und dann führe ich auch noch wirre Selbstgespräche! Soll das etwa der Weg der Stille sein?

Es kommt aber noch besser, denn wandernd oberhalb von Höxter sehe ich auch dieses Schild:

 

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Ein Weintraubenweg an der Weser. Hintergrund ist ein historischer, denn unweit von Höxter gab es das Kloster Corvey. Und was wäre der Mönch an sich ohne Alkohol? Also brauchte man auch in Corvey einen Weinberg. Aber das Experiment wurde schon vor 300 Jahren wieder aufgegeben – zu viele Mißernten. Aber man könnte ja diese Idee wieder aufnehmen: Weser-Wein aus Höxter, eine tolle Marktlücke!

Dann wollte ich nach meiner Wanderung – wenn denn schon keinen Weser-Wein – wenigstens eine zünftige Hopfenkaltschale zu mir nehmen und fand im Zentrum von Höxter eine Unzahl zauberhafter Renaissance-Häuser, unter anderem die Stadtschenke. Leider handelte es sich um die ehemalige Stadtschenke, denn statt einem kühlen Blonden bekommt man dort alles, was das Geiz-ist-geil-Herz begehrt.

 

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Mäc Geiz statt Stadtschenke, das ist echt bitter!



Wander-Familien-Feier am Dortmund-Ems-Kanal

Geschrieben am um 08:40

Es ist ja ein gängiges Klischee, dass Familienfeiern blöd, langweilig, öde seien. Das muss ja nicht sein. Erstens kann sich ja vielleicht herausstellen, dass die Cousine/Schwägerin/Tante gar nicht mal soooo übel aussieht. Zweitens gibt es im Zweifelsfall eine leckere Verpflegung. Und drittens mal, solle es ja auch schon Familienmitglieder gegeben haben, die durchaus nett sind.

So ist das auch bei meiner kleinen andrackblog-Familie. Vielleicht ist Euch ja schon aufgefallen, dass die Herren Hintermstoaner und Markazero sehr fleißig schon viele intelligente und lustige Kommentare zu meinen Posts geschrieben haben. Ende April nun trafen wir uns zu einer Familienwanderung auf dem Bervergener Pätken.

 

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Um das Inkognito von Hintermstoaner und Markazero zu wahren, verrate ich nicht, wer von den Dreien wer ist. Ich bin doch nicht die Wander-NSA. Jetzt sagen aber aufmerksame Leser von andrackblog.de: Bevergern? Schon wieder? Da haben wir am 17. April doch schon was drüber gelesen! Ist der Andrack da jetzt hingezogen? Fast. Also ich bin da nicht hingezogen, aber es zieht mich imemr wieder dorthin. Und besonders stolz bin ich, dass ich (als Ortfremder) einen herrlichen Zuweg zu diesem Premiumweg zum Hörsteler Bahnhof entdeckt habe, der jetzt auch ausgewiesen ist:

 

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Intern wird dieser (fast premiumtaugliche) Zuweg “Andrack-Zuweg” genannt. Habe ich mir sagen lassen. Um aber noch mal auf die Wanderung mit Hintermstoaner und Markazero zurück zu kommen: Nachdem wir in einer sehr großen Gruppe (weit über 100 Leute) die mörderischen sieben Kilometer geschafft hatten, war natürlich noch eine kleine Einkehr eingeplant. Während meine Blog kommentierenden Freunde sich einen zünftigen halben Liter Andechs vom Fass genehmigten, habe ich einen Pfefferminztee mit Honig bevorzugt. Wer mich kennt, weiß, dass ich gehopfte Getränke prinzipiell für masslos überschätzt halte.

 

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Übrigens: Gleich könnt Ihr die Kommentare von Hintermstoaner und Markazero gleich hier drunter lesen. Viel Spaß dabei und bis zur nächste Wander-Familienfeier. Vielleicht trinke ich dann ausnahmsweise doch ein Bier mit, mal schaun…

 



Mammut!

Geschrieben am um 07:10

 

Letztes Wochenende war ich im Lonetal. Als regelmäßiger ICE-Fahrer kennt man das Lonetal, denn nachdem sich der ICE von Stuttgart Richtung München im Rekordtempo über die Steige bei Geislingen gequält hat (ein Streckenabschneitt, bei dem man normalerweise gar nicht merkt, ob die Bahn bestreikt wird oder nicht) fährt er einige Kilometer durch das Lonetal. Doch ich bin im östlichen Teil des Lonetals gewandert, mit vielen Höhlen und einem weiten, offenen Tal.

 

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In einer dieser Höhlen wurde vor einigen Jahren ein Mammut gefunden. Keine Knochen eines realen Tieres, nein, sondern ein kunstvolles, 40.000 Jahre altes Abbild, das als erstes, einziges und-überhaupt Kunstwerk der Herren Neandertaler gilt. Komisch, dass die Lonetaler Neandertaler das hingekriegt haben, nicht aber die Kollegen von der Düssel, na ja, kein Kommentar.

 

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Erstaunlich ist aber zum einen die Größe des Artefakts. 3,5 Zentimeter lang, nicht gerade mammutesk. Zum anderen war es im höchsten Maße erstaunlich, dass unser Wanderführer tatsächlich das Original in der Hosentasche hatte. Im Museum, so unser Wanderführer Herr Krämer, im Museum liege ein Duplikat. So läuft das also mit der Archäologie in Schwaben!

Da sich im Lonetal alles um das Mammut dreht, hatte ich mir auch ein Mammut zugelegt. Loni, so nennt sich das Urviech, lugte keck aus meinem Rucksack heraus.

 

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Aber nicht dass ihr jetzt denkt, das Stoff-Loni wäre so ein chinesisches Billig-Mammut, gefertigt von thailändischen Kinderarbeitern in Indien. Nein, nein, und noch mals nein. Denn das Mammutle hat einen Knopf im Ohr und ist von der Firma Steiff. Und dieses Mammut gibt es nicht nur als Kuscheltier, sondern auch als Weingummitier. In den Sorten Orange, Orange und Orange.

 

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Es wäre natürlich eine Mammutaufgabe, sich noch weiter Mammut-Marketing-Ideen auszudenken. Mir schwebt da Folgendes vor: Wie wäre es denn, nur mal so in die Tonne gedacht, wenn man eine komplette Outdoor-Firma nach dem Mammut benennen würde? Auf alle Klamotten könnte man dann ein schickes Mammut-Logo drucken. Mensch, das ist doch die Idee, das lasse ich mir schützen. Und morgen denke ich mir etwas aus mit Tatze, Wolf und Haut, dann werde ich steinreich…



Wahrlich, ich sage Euch, auf der Teutoschleife “Bevergerner Pätken”, da kann man Zeichen sehen

Geschrieben am um 08:43

Ich bin Kölner. Im Schatten des Doms aufgewachsen. Katholisch-Sein quasi mit Muttermilch aufgesogen. Und dann kann es passieren, dass man Zeichen sieht, am Wegesrand, beim Wandern. Denn wahrlich, ich sage Euch, ich war im Auftrag von NRW Busse und Bahnen (der neue Wanderfolder 2015 ist bereits erschienen) unterwegs im Kreis Steinfurt, genauer auf der Teutoschleife “Bevergerner Pätken”. Losgelaufen bin ich am Bahnhof Hörstel und auf den Weg nach Bevergern kam ich an einem Zentrum, vorbei, einem Fastenzentrum.

 

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Über den Zusammenhang von Kalorienverbrauch beim Wandern und beim Sex lasse ich mich ja ausführlich in meiner Wandershow aus. Alles so weit klar. Aber was haben die Samariter mit Fasten zu tun? Ich dachte immer, diese Samariter wären St.Martins-mäßig die großen Verteiler gewesen. Also quasi eher die, die Essen herschaffen als es weg zu nehmen. Verkehrte Welt in Hörstel.

Wenige hundert Meter später komme ich an dieser Straße vorbei:

 

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Ist doch irre, da ist man schon ziemlich rumgekommen in der Welt, aber ich wusste tatsächlich nicht, dass der Hügel Golgotha, sozusagen die Endstation des Herrn, am Ortsrand von Hörstel liegt. Wahnsinn!

Und dann habe ich schließlich Bevergern erreicht und auch den touristischen Hotspot des Ortes, das Nasse Dreieck, erwandert. Die Stelle, an der der Mittellandkanal in den Dortmund-Ems-Kanal mündet, wird nämlich das Nasse Dreieck genannt.

 

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Eine Brücke führt hinüber, über diesen Dortmund-Ems-Kanal. Und auch das war doch wieder ein Zeichen: Das Dreieck steht für die Heilige Dreifaltigkeit, und das Wasser, ich meine WASSER, Hallo? ER ist doch über Wasser gegangen! Ein wirklich wunderlicher, wunderbarer, wundervoller, wanderbarer Wandertag. Für Kurzentschlossene: Am Sonntag, 19.4. werde ich eine öffentliche Wanderung auf dem Bervergerner Pätken begleiten. Start: 11:00. Ihr seid herzlich eingeladen!


Wer glaubt, Wandern ist fade und die Vorstufe zur Rollator-Rallye, muss diesen Blog lesen und wird staunen. Ob Kurioses am Wegesrand, schräge Hinweistafeln, Lebensgefahr am Wanderweg, skurile Wandervögel, betreutes Trinken am Steig, gigantische Aussichten oder extreme Herausforderungen im deutschen Mittelgebirge – bei andrackblog.de gibt es alles über das Thema Wandern. Jede Woche neu, (relativ) aktuell. Die besten Wander-Storys der Welt eben.

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