Wander-Blog von Manuel Andrack

Die besten Wander-Storys der Welt




Mammut!

Geschrieben am um 07:10

 

Letztes Wochenende war ich im Lonetal. Als regelmäßiger ICE-Fahrer kennt man das Lonetal, denn nachdem sich der ICE von Stuttgart Richtung München im Rekordtempo über die Steige bei Geislingen gequält hat (ein Streckenabschneitt, bei dem man normalerweise gar nicht merkt, ob die Bahn bestreikt wird oder nicht) fährt er einige Kilometer durch das Lonetal. Doch ich bin im östlichen Teil des Lonetals gewandert, mit vielen Höhlen und einem weiten, offenen Tal.

 

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In einer dieser Höhlen wurde vor einigen Jahren ein Mammut gefunden. Keine Knochen eines realen Tieres, nein, sondern ein kunstvolles, 40.000 Jahre altes Abbild, das als erstes, einziges und-überhaupt Kunstwerk der Herren Neandertaler gilt. Komisch, dass die Lonetaler Neandertaler das hingekriegt haben, nicht aber die Kollegen von der Düssel, na ja, kein Kommentar.

 

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Erstaunlich ist aber zum einen die Größe des Artefakts. 3,5 Zentimeter lang, nicht gerade mammutesk. Zum anderen war es im höchsten Maße erstaunlich, dass unser Wanderführer tatsächlich das Original in der Hosentasche hatte. Im Museum, so unser Wanderführer Herr Krämer, im Museum liege ein Duplikat. So läuft das also mit der Archäologie in Schwaben!

Da sich im Lonetal alles um das Mammut dreht, hatte ich mir auch ein Mammut zugelegt. Loni, so nennt sich das Urviech, lugte keck aus meinem Rucksack heraus.

 

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Aber nicht dass ihr jetzt denkt, das Stoff-Loni wäre so ein chinesisches Billig-Mammut, gefertigt von thailändischen Kinderarbeitern in Indien. Nein, nein, und noch mals nein. Denn das Mammutle hat einen Knopf im Ohr und ist von der Firma Steiff. Und dieses Mammut gibt es nicht nur als Kuscheltier, sondern auch als Weingummitier. In den Sorten Orange, Orange und Orange.

 

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Es wäre natürlich eine Mammutaufgabe, sich noch weiter Mammut-Marketing-Ideen auszudenken. Mir schwebt da Folgendes vor: Wie wäre es denn, nur mal so in die Tonne gedacht, wenn man eine komplette Outdoor-Firma nach dem Mammut benennen würde? Auf alle Klamotten könnte man dann ein schickes Mammut-Logo drucken. Mensch, das ist doch die Idee, das lasse ich mir schützen. Und morgen denke ich mir etwas aus mit Tatze, Wolf und Haut, dann werde ich steinreich…



Wahrlich, ich sage Euch, auf der Teutoschleife “Bevergerner Pätken”, da kann man Zeichen sehen

Geschrieben am um 08:43

Ich bin Kölner. Im Schatten des Doms aufgewachsen. Katholisch-Sein quasi mit Muttermilch aufgesogen. Und dann kann es passieren, dass man Zeichen sieht, am Wegesrand, beim Wandern. Denn wahrlich, ich sage Euch, ich war im Auftrag von NRW Busse und Bahnen (der neue Wanderfolder 2015 ist bereits erschienen) unterwegs im Kreis Steinfurt, genauer auf der Teutoschleife “Bevergerner Pätken”. Losgelaufen bin ich am Bahnhof Hörstel und auf den Weg nach Bevergern kam ich an einem Zentrum, vorbei, einem Fastenzentrum.

 

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Über den Zusammenhang von Kalorienverbrauch beim Wandern und beim Sex lasse ich mich ja ausführlich in meiner Wandershow aus. Alles so weit klar. Aber was haben die Samariter mit Fasten zu tun? Ich dachte immer, diese Samariter wären St.Martins-mäßig die großen Verteiler gewesen. Also quasi eher die, die Essen herschaffen als es weg zu nehmen. Verkehrte Welt in Hörstel.

Wenige hundert Meter später komme ich an dieser Straße vorbei:

 

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Ist doch irre, da ist man schon ziemlich rumgekommen in der Welt, aber ich wusste tatsächlich nicht, dass der Hügel Golgotha, sozusagen die Endstation des Herrn, am Ortsrand von Hörstel liegt. Wahnsinn!

Und dann habe ich schließlich Bevergern erreicht und auch den touristischen Hotspot des Ortes, das Nasse Dreieck, erwandert. Die Stelle, an der der Mittellandkanal in den Dortmund-Ems-Kanal mündet, wird nämlich das Nasse Dreieck genannt.

 

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Eine Brücke führt hinüber, über diesen Dortmund-Ems-Kanal. Und auch das war doch wieder ein Zeichen: Das Dreieck steht für die Heilige Dreifaltigkeit, und das Wasser, ich meine WASSER, Hallo? ER ist doch über Wasser gegangen! Ein wirklich wunderlicher, wunderbarer, wundervoller, wanderbarer Wandertag. Für Kurzentschlossene: Am Sonntag, 19.4. werde ich eine öffentliche Wanderung auf dem Bervergerner Pätken begleiten. Start: 11:00. Ihr seid herzlich eingeladen!



Neues vom Rennsteig – Fußwanderer und Servicestation

Geschrieben am um 07:49

Ab und an sollte man der tradionsreichsten Wanderstrecke Deutschlands einen Besuch abstatten, denn man kann immer wieder erstaunliche Sachen lernen.

 

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Zum Beispiel bin ich den Rennsteig noch nie im Winter gewandert. Äh, ich bin auch dieses Jahr den Rennsteig nicht im Winter gewandert, es war schon Frühling, der 1. April. Und dieser Wandertag zwischen Neustadt am Rennsteig und Eisfeld brachte alle meteorolgischen Aprilscherze, die man sich wünschen kann: Schneetreiben, Gewitter, Hagelschauer, Sonne: Herrlich!

Und wenn man sich auf dem Rennsteig an die Regeln hält, kann Alles soooo einfach sein:

 

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Die Fußwanderer, so, so. Wie wandern denn die anderen? Mit den Händen? Mit dem Kopf? Auf jeden Fall habe ich gelernt, dass ich mich in Zukunft korrekter vorstelle, wenn ich meine berufliche Tätigkeit beschreibe: “Ich bin Wanderer, Fußwanderer, wenn sie verstehen was ich meinen” Auch meine Show werde ich umbenennen in “Andracks Kleine Fußwandershow”, damit bloß keine Mißverständnisse aufkommen. Auch Fußwanderstäbe, Fußwanderschuhe und Fußwandervereine werden ganz groß in Mode kommen, da bin ich mir sicher.

Der totale Klopper am Rennsteig ist allerdings die “Servicestation für Wanderer”…

 

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Da haben die mitten im Wald eine Steckdose für die Wanderer aufgehangen. Sehr feiner Service. Oder der größte Schwachsinn im Wanderuniversum? Denn – wozu soll das gut sein? Lade ich da mein Handy auf? Dauert ja nur ein paar Stunden. Oder kann ich da meine E-Wander-Gitarre einstöpseln und die Wanderfreunde mit einer gerockten Version von “Frühtau im Berge” überraschen? Oder kann ich mir mit einem Outdoor-Fön die Haare schön machen? So ganz habe ich die Servicestation wie gesagt noch nicht kapiert, aber ein toller Service ist es auf jeden Fall.



Heissa, der neue NRW-Folder “Wunderbar Wanderbar” ist da – und vielleicht werdet ihr alle schweinereich!

Geschrieben am um 06:40

Ein Highlight wie Weihnachten, Ostern und Silvester zusammen ist jedes Jahr das Erscheinen des Busse-und-Bahnen-in-NRW-Hefts “Wunderbar Wanderbar” mit acht knackigen Touren, ausgesucht und abgewandert von Eurem Lieblingsblogger. Um die Vorfreude ein wenig zu steigern, möchte ich Euch in kleinen Häppchen schon mal diverse Highlights meiner NRW-Touren 2015 präsentieren.

 

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Fangen wir mal mit dem Kaiser an. Viele sind ja mit diesem und jenem in unserem Land unzufrieden, aber höchst selten hört man auf Demos mittlerweile die Rufe “Wir wollen unseren alten Kaiser Wilhelm wiederham”. Schade eigentlich. Das Kaiser-Wilhelm-Denkmal auf der Hohensyburg oberhalb der Ruhr (am Ruhrhöhenweg) ist klasse. Wilhelm Eins hoch zu Ross galoppiert in die Ruhr, großes Kino. Immerhin hat er da oben eine schöne Sicht.

Auch der Wanderer genießt den Blick über die Ruhr und auf die Lennemündung.

 

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Aber man sieht noch viel mehr auf der anderen Ruhrseite, das wird auf einer Panortamatafel erklärt. Da wäre der Klöckner Stahlhandel, der Fernmeldeturm Riegerberg, die Müllverbrennungsanlage Hagen, die Kläranlage Hagen-Kabel, eine Papierfabrik, die katholische Kirche Christ König in Hagen, der Steinbruch Donnerkuhle, die Autobahn A1 “Ruhrtangente”. Beeindruckend, alles touristische Hot-Spots. Man kann sich einfachg nicht satt sehen.

 

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Auf dem Ruhrhöhenweg geht es weiter vorbei am Vincketurm, der mich sehr an den Richmodisturm am Kölner Neumarkt erinnert. Nur ohne Pferde.

Und dann kommt man an Deutschlands angeblich erfolgreichster Spielbank vorbei, der Spielbank Hohensyburg. Höchstgewinne sind garantiert!

 

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Und was soll ich sagen, als ich nach zweieinhalb Stunden aus der Spielbank heraus geschlendert bin, hatte ich gerollte Geldbündel in der Tasche. Alles auf die „23“ – und gewonnen! Ich hätte das Geld für meine Alterssicherung anlegen können. Pustekuchen, viel zu langweilig, keine Zinsen. Nein, ich habe vor der Spielbank mein Traumauto gesehen und das direkt gekauft.

 

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Wandern war gestern, rosa Limousine fahren ist angesagt!



Das Nationalparktor ist erstklassig

Geschrieben am um 07:35

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Dieses Banner sah ich zuletzt im Zentrum von Paderborn, der einzigen Stadt in NRW (außer Blankenheim, aber ist das eine Stadt???), in der ein weltbekannter Fluß entspringt: Die Pader. 4,4 Kilometer “lang”, Zufluss der Lippe. (Warum eigentlich heißt Blankenheim nicht Ahrborn? – Klares Versagen der Stadt-Marketing-Abteilung).

Aber ich wollte auf was ganz anderes raus. Liebe Paderborner, dieses Banner, das ihr im Stadtzentrum angebracht habt, ist das wirklich so schlau? Zum einen geht doch ruckizucki die Frauenministerin Scheswig auf die Barrikaden, wenn ihr die Frauenquote nicht erfüllt. Denn: Was heißt hier “Auf gehts JUNGS”? Was ist denn bitte schön mit den Mädels/Mädchen/Girls von Paderborn? Gelten die etwa nichts, sind die im kreuzkatholischen Paderborn am Herd festgekettet? Da würde ich mal gleichberechtigungsmäßig aufpassen, liebe Paderborner.

Und diese Internetadresse, liebe Paderborner, ist die nicht total gefährlich? Was wäre denn, also, ist natürlich toootal unwahrscheinlich, aber nur mal angenommen, zu den bisherigen 24 Punkten kämen bis zum 34. Spieltag nicht mehr allzuviele dazu. Beantragt ihr dann eine neue URL? www.paderborn-ist-zweitklassig.de? Oder www.paderborn-ist-leider-abgestiegen.de? Oder paderborn-weint.de???

Bleiben wir beim Thema Fußball. Auf dem Eifelsteig bei Monschau sah ich kürzlich dieses Tor:
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Zu Eurer Beruhigung: Das ist nicht das Nationalpark-Tor, das richtige Nationalpark-Tor ist eher eine Ausstellungshalle, also quasi “Tor” eher im übertragenen Sinne, nicht so was zum Durchgehen. Im eigentlichen Nationalparktor ist eine Dauerausstellung untergebracht zu Flora und Fauna der Eifel, alles sehr sehr modern-didaktisch-pädagogisch perfekt inszeniert. So kann man eine Fuchszunge und Fuchszähne befühlen.

 

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Trotzdem gibt es eben “Am Nationalpark-Tor” ein regelrechtes Tor. Eben das Tor mit der Aufschrift: „Am Nationalpark-Tor“. Das Tor ist derart hoch, dass ich es bei Spielen des 1.FC Köln gerne dem gegnerischen Torwart zur Verfügung stellen würde. Und für Poldi wäre so ein Tor auch eine schöne Sache – dann würde er bestimmt bei jedem fünften Schußversuch netzen…



Eine militaristische Spurensuche auf unseren heimischen Wanderwegen

Geschrieben am um 06:01

Es ist todtraurig. 100 Jahre nach dem Ersten und 70 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg, nachdem man lange Jahre kriegerische Konflikte auf europäischem Boden nahezu ausgeschlossen hatte, ist es nun doch seit letztem Jahr so, dass ein veritabler Krieg in der Ostukraine stattfindet. Aber nicht nur dort, nein, auch auf unseren schönen deutschen Wanderwegen beobachte ich eine zunehmende Militarisierung. Ich war geradezu geschockt, als ich auf dem Premiumweg “Nette Seen” am Niederrhein diesen Menschen im Kampfanzug sah:

 

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Dieser Militarist war bewaffnet mit einem Zwischending aus Kalaschnikow und Fernrohr. Ich war beunruhigt. War das ein holländischer Separatist, der die Gegend um Mönchengladbach wieder dem niederländischen Reich einverleiben will? Nicht dass es schade drum wäre, aber immerhin dürfte dann der in MG ansässige Fußballverein nicht mehr gegen den 1. FC Köln und den SC Paderborn antreten, sondern müsste sich mit Zwolle und Deventer herumschlagen. Und natürlich mit Ajax Amsterdam. Alles nur Gedankenspiele, hoffen wir mal, dass die Maas-Schwalm-Nette-Region nicht zur Krim Nordrhein-Westfalens wird.

Der Niederrhein, eine militarisierte Sonderzone, ein Einzelfall? Weit gefehlt. Der Neanderlandsteig im Kreis Mettmann mutiert immer mehr zum Vietnam des Rheinlands.

 

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Mir war gar nicht klar, dass die Abtsküche, ein Teich im Norden von Heiligenhaus, zum Aufmarschgebiet der US-Flotte gehört. Ein internationales Krisengebiet scheint das zu sein, wenn dort schon die US-Marines rumschippern. Sehr lässig schippern die da herum, das muss man schon sagen. Hoffentlich hat Putin das noch nicht mitgekriegt, sonst schickt der direkt die Schwarzmeerflotte nach Heiligenhaus.

Bei so viel Aufrüstung, bei so Militär, da liegt es naturgemäß nahe, auch die Sanitätskompanien aufzurüsten. Denn wo Schwerverwundete zu erwarten sind, da muss man eben präpariert sein. Einen “Sanni” (“Sanni” ist nicht zu verwechseln, mit “Sahni”, das war der erste Bassist von “Die Ärzte”) der Truppe sah ich letztes Jahr bei einer Wanderung im Sauerland.

 

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Was der an Medikamenten alles mitgeschleppt hat! Das langte ja locker für die medizinische Versorgung in zehn Präventivkriegen. Ich kann Euch aber versichern, an der sauerländischen Front bei Sundern ist alle ruhig beblieben, der “Sanni” wurde nicht benötigt. Nichts Neues im Westen. Gott sei Dank.



Bergische 100!

Geschrieben am um 08:57

Seit kurzem bin ich Markenbotschafter (tolles Wort, oder? Hört sich doch besser an als “der Andrack macht jetzt Werbung für XY”) ich bin also Markenbotschafter für die “Bergische 100″. Auf der Internetpräsenz der Aktion kann man sich genau informieren, worum es geht. Brauche ich also nicht noch mal alles zu referieren.

Um was es bei der “Bergischen 100″ geht, erschliesst sich auch sofort, wenn Ihr Euch die Bilder (Slideshow heißt das im Internet-Relativ-Neu-Sprech) auf der Homepage der “Bergischen 100″ anschaut. Bild 1:

 

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Die Botschaft ist klar: Die 100 Kilometer der “Bergischen 100″ auf einen Streich zu erwandern, ist sozusagen kinderleicht. Erst bei Kilometer 96 oder 97 werden die geschätzt 12jährige Tochter und der 8jährige Sohn anfangen zu maulen: “Wie weit ist es denn noch? Ich habe Hunger, Durst, meine Beine tun weh…” Aber ab Kilometer ist es gar nicht mehr soweit. Und die Notverpflegung läuft ja an der Leine mit…

Oder haben die “Bergische 100″ eine ganz andere Bedeutung? Schauen wir uns mal Bild Nummer Zwei an:

 

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Die vier jungen, super-hippen Menschen auf diesem Bild scheinen auf den ersten Blick noch zu überlegen, ob sie überhaupt loslaufen sollen. “Da könnten ja unsere super-schicken Wollmützen, gehäkelt aus hautfreundlichem BIO-Alpaca, verrutschen”, sagen die beiden weiblichen Super-Models. “Und wer ist das überhaupt, dieser Typ, der ‘Wandern’ heißt?” Aber der Zeige-Mann rechts mit dem Alm-Öhi-Gedächtnis-Bart antwortet geduldig: “Keine Hektik, liebe Schnecken, wir müssen uns bei dieser Aktion keinen Meter vorwärts bewegen. Da wir alle zusammen genau 100 Jahre alt sind, erfüllen wir alle Bedingungen der “Bergischen 100″. Sozusagen aus dem Stand.”

Am realistischsten stellt Bild Nummer Vier (Bild Nummer Drei zeigt nur olle, miefige Wanderschuhe) die Herausforderungen der “Bergischen 100″:

 

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Denn auf diesem Foto wird klar, worum es geht. Man wandert und wandert und wandert, aber es gibt nur Hinweisschilder mit einer 100 darauf, also hat man immer wieder 100 Kilometer vor sich. Sysiphos-Wandern Hilfsbegriff. Ich freue mich drauf…



Grexit oder nicht Grexit, das ist doch die Frage

Geschrieben am um 07:53

Nun hat man sich “geeinigt” innnerhalb der EU. Aber man wird weiterhin auf alles gefasst sein müsen in Bezug auf Griechenland und seiner neuen Regierung. Was die für tolle Ideen haben, das ist schon erstaunlich! Da merkt man deutlich, dass viele großartige Philosophen früher mal in der Gegend von Athen gewohnt haben. Griechenland gab es in der Antike ja noch nicht. (Man muss zugeben, die deutschen Philosophen waren den Kollegen aus Athen zumindest fußballerisch knapp wegen eines Abseitstores unterlegen, siehe Monty Python).

Ich muss mich aber sehr wundern, dass es den anderen Staaten der EU erst jetzt aufgeht, dass der eine oder andere Grieche eher zur Reformunfähigkeit neigt. Ja was habt ihr denn gedacht? Nehmt doch nur mal die griechische Sprache, das ganze Alphabet sieht ja aus wie eine komplizierte mathematische Gleichung, das kapieren doch nur noch eine Handvoll Altphilologen. Dieses Alphabet hätte man doch schon mal längst reformieren müssen, finde ich.

 

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Letztes Jahr bin ich in Griechenland gewandert. Und da stand ich im Wald vor einem großen Hinweisschild, dass mich durch die Gegend lotsen wollte und sollte. Den Inhalt des Schilds habe ich genauso wenig verstanden wie Schäuble die Vorschläge des griechischen Finanzministers Souflakis versteht.

“3.30” und “5.30”, das habe ich noch lesen können. Und was sollte das heißen? War das die Wegemaut in Euro? Oder in Drachmen? Waren das die Uhrzeiten, zu denen der Grieche an und für sich gerne Siesta macht? Oder sind “3.30” und “5.30” geheime Botschaften, ist es einfach so, dass Griechenland entweder am 30. März oder am 30. Mai aus der Eurozone ausscheidet? Wer kann das schon wissen?

 

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Ich wanderte auf jeden Fall auf einer Art Troikaweg. Es könnte aber auch der Deutschland-Weg gewesen sein. Auf jeden Fall hat man passenderweise auf griechischer Seite ein rotes Tuch als Wegmarkierung ausgesucht. Sehr symbolisch.

Die Rettung kam dann aber beim Belohnungsbier. Endlich Klarheit, endlich habe ich alles verstanden. Fix-Bier, ein Gerstensaft wie eine ganze Nation. Fix gebraut, fix getrunken, fixer Grexit. Bezahlt habe ich noch mit Euro.

 

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DAS ÜBERAUS BELIEBTE ULTIMATIVE ANDRACKBLOG-QUIZ!

Geschrieben am um 07:04

Heute mal wieder das überaus beliebte andrackblog-Quiz. Ob das Quiz wirklich bei Euch beliebt ist, kann ich gar nicht sagen, bei mir selber ist es extrem beliebt, da ich mir zu Fotos, die beim besten Willen in gar keinen Zusammenhang zu bringen sind, noch etwas aus den Fingern saugen kann.

Aber Achtung: Manchmal sind alle Lösungen richtig, manchmal auch keine, manchmal nur eine, manchmal zwei Lösungen. Hört sich kompliziert an? Ist es auch!

Und schon geht es los, was sehen wir hier?

 

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  1. Couchsurfer Horst hat sich verfahren.
  2. Die Beach Boys haben umgesattelt: Wandern statt Surfen.
  3. Mathilde hat ihr Bügelbrett, das noch ein Produkt der VEB Glätten & Bügel aus Chemnitz war, verbotenerweise in einem Tümpel am Hönnetal entsorgt.

Was sehen wir hier?

 

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Markierung für eine Autostraße, die zu einer Praxis für Fußpflege führt

  1. Markierung für einen Weg, auf dem man selbst, quasi autosuggestiv, zu Fuß gehen kann.
  2. Markierung für eine Straße, auf der auch mal ein Auto wandern kann.

 

Und was sehen wir hier?

 

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  1. Den Schneewittchenweg von Mössingen (klar, wegen der Apfelsymbolik!)
  2. Den Paradiesweg von Mössingen (klar, wegen der Apfelsymbolik!)
  3. Den Dreifürstensteig von Mössingen (klar, wegen der Apfelsymbolik! – äh, warum eigentlich?). Denn der Dreifürstensteig von Mössingen, das ist ein Premiumweg, der im Logo nicht etwa drei Fürsten oder meinetwegen drei Kronen führt, sondern einen Apfel. Muss man wohl nicht verstehen.


Wanderhüttenschock, über’s Wasser gehen und unter’m Wasser stehen

Geschrieben am um 06:29

Was war der größte Aufreger des noch jungen Jahres? Natürlich diese Meldung:

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Verdammter Mindestlohn! Als ich das las, wurde ich so wütend, Wutbürger sozusagen, dass ich fast ausgewandert wäre. Aber dann habe ich eine Protestbewegung gegründet: Wanderhüttenfans gegen die Unterhopfung des Abendlands, kurz WANGUDA. Kommt alle mit und protestiert! Das Gute: Die Protestmärsche sind dezentral, jeder kann jederzeit überall alleine oder mit Gleichgesinnten losmarschieren.

Losmarschieren für WUNGUDA ist super, aber was ist der geignete Wanderwegeuntergrund für die Protestmärsche? Erde ist dasjenige der vier Elemente, das am Besten für das Wandern geeignet ist. Eindeutig. Allerdings ist auch Wasser in der Religionsgeschichte schon mal als Weguntergrund genutzt worden. Da muss man nur mal im Neuen Testament nachschlagen. Aber – um mit Eckart von Hirschhausen zu sprechen – es durchaus möglich, über Wasser zu gehen, alles nur ein Frage des Aggregatszustands. Gerade bei den derzeitigen Temperaturen ist Übers-Wasser-Gehen quasi ein Kinderspiel.

Allerdings haben immer wieder berühmte Wanderer versucht, über Wasser zu gehen. Ich habe mit eigenen Augen gesehen, wie Wandermagazin-Chefredakteur Michael Sänger an einem lauschigen Waldweiher im Siegerland die Oberflächenspannung von H2O getestet hat.

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Hat nicht so ganz geklappt, aber seine qualitativ hochwertig vearbeiteten, zwiefach genähten Wanderschuhe haben – angeblich – keinen Tropfen an Socke und Fuss durchdringen lassen.

Aber am schönsten ist Wasser immer noch, wenn man selber auf festem Boden steht, und das Wasser die Zierde eines schönen Wandertages ist. Wandern an Bächen, an Flüssen, an Seen, oder an Wasserfällen wie in Bad Urach lassen jedes Wandererherz höher schlagen. Das Über-Wasser-Gehen überlasse ich anderen, ich stehe mehr auf unter-dem-Wasser-stehen, ich bin halt ein Warmduscher.

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Aber was befindet sich oberhalb des Wasserfalls von Bad Urach? Ein Waldkiosk, der wahrscheinlich auch bald Probleme mit dem Mindestlohn bekommt. Obwohl, Bad Urach liegt ja in Baden-Württemberg, dort gilt schon seit Jahren ein Mindestlohn von 18,50 €. Keine Chance also für WANGUDA-Märsche in Bad Urach.


Wer glaubt, Wandern ist fade und die Vorstufe zur Rollator-Rallye, muss diesen Blog lesen und wird staunen. Ob Kurioses am Wegesrand, schräge Hinweistafeln, Lebensgefahr am Wanderweg, skurile Wandervögel, betreutes Trinken am Steig, gigantische Aussichten oder extreme Herausforderungen im deutschen Mittelgebirge – bei andrackblog.de gibt es alles über das Thema Wandern. Jede Woche neu, (relativ) aktuell. Die besten Wander-Storys der Welt eben.

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