Wander-Blog von Manuel Andrack

Die besten Wander-Storys der Welt




Wander-Anarchie!

Geschrieben am um 6:23

Wander-Anarchie!

 

Viele Wanderer kennen die phantastischen Felsenwelten der luxemburgischen Schweiz, die Müllerthal-Region in der Nähe von Echternach. Aber auch auf deutscher Seite, oberhalb von Irrel (nur wenige Kilometer von Echternach entfernt) kann man spektakuläre Felsen-Abenteuer erleben.

 

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Besonders genial ist der Teufelspfad Nummer 8, der am Besucherzentrum Teufelsschlucht beginnt. Spitzname des Weges: Teuflische Acht. Sechs Kilometer lang, aber sechs Kilometer, bei denen man etwas erleben kann, wie sonst auf sechsundsechzig Kilometer. Ich würde aus dramaturgischen Gründen zunächst Richtung Wasserfälle gehen, dann hat man die Felsenschlucht zum Ende – als Highlight.

 

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Im Tal sollte man einen kurzen Abstecher zur Holzbrücke über die Prüm machen, denn von dort kann man am Besten die Wasserfälle beobachten. Bei meiner Testwanderung sah ich den dramatischen Todeskampf von einigen Kajak-Fahrern. So, wie ich das beurteilen kann, haben die meisten überlebt.

 

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Dann ging es auf dem Prüm-Radweg weiter, bis zu den merkwürdigen Stangen am Wegesrand. Das Verkehrsschild mit dem Ausrufezeichen ist noch gut zu erkennen – Achtung, Hopfenanbau! Die meisten von Euch werden die Hopfenfelder von Holsthum kennen. Vor den Spielen der Fußballnationalmannschaft sieht man in der Bitburger-Werbung, wie die Kameradrohne über das Hopfenfeld von Holsthum fliegt. Ja, genau, das befindet sich in der Nähe von Irrel.

 

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Wir gehen aber nicht durch den Hopfen, sondern am traumhaft wildromantischen Hälbach hinauf, den man mehrfach quert. Und nach einigen Höhenmetern geht man durch ein faszinierendes Felsenlabyrinth, an den Felsen vorbei, durch Felsspalten hindurch, über Steintreppen – genial

 

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Völlig logisch, dass neben der Wegmarkierung der „Teuflischen Acht“ auch ein „A“ mit einem Kreis drumherum auftaucht. Genauso ein „A“ mit einem Kreis drumherum habe ich in meiner „wilden“ Jugend auf mein Mäppchen und meine Jeans gemalt – Anarchy!!! Und dieser Wanderweg ist eben auch gelebte Wander-Anarchie!

 

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Und dann war ich so fasziniert von dem Felsenlabyrinth und dieser ganzen Wander-Anarchie, dass ich doch glatt vergessen habe, die Felsenschlucht zu fotografieren. Egal, fahrt einfach hin, und schaut es Euch an.

Diese herausragende Tour (erstaunlicherweise nicht als Premiumweg zertifiziert) findet man mit weiteren Infos übrigens auch in der brandneuen Broschüre des VRT (Verkehrsverbund Region Trier)

 



Es geht so Folge 22

Geschrieben am um 9:07

Cool: Der deutsche Kaiser wird von den Engländern entführt. Unfassbar: Andrack wandert durch die Passage Mandrack. Spekulativ: Der 1.FC Köln wird Freiburg mit 7:1 schlagen. Lecker: Mädchen, Armin Laschet, Rothaus Weizenbier.

 

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Jetzt im Handel: Dein Wandertagebuch

Geschrieben am um 6:23

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Ich frage mich oft: Wie viele Kilometer bin ich eigentlich im letzten Jahr insgesamt gewandert? Wie viele verschiedene Belohnungsbiere habe ich nach meinen Wanderungen getrunken? Bin ich öfter alleine oder in Gesellschaft gegangen? Schön, dass es dieses Wandertagebuch gibt. Ab heute kann ich alles notieren, was ich auf meinen Touren erlebt habe. Und ihr, liebe Fans des Wanderns, könnt das auch.

Einige Rubriken sind vielleicht etwas erklärungsbedürftig: Zum Beispiel die Sache mit der WDG. Die Wanderdurchschnitts-geschwindigkeit. Man nehme die Nettozeit einer Wandertour. Wir waren beispielsweise fünf Stunden unterwegs, eine Stunde davon waren Pausen, also haben wir vier Stunden netto für die vierzehn Kilometer benötigt. Vierzehn durch vier entspricht einer WDG von 3,5 km/h.

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Und was hat es mit dem Wandererinnerungsstück (WES) auf sich? Nun, dieser Platz ist für alles reserviert, das Euch an Euren Wandertag erinnert – ein Foto, ein schönes Eichenblatt, das Ticket des Sessellifts, die Visitenkarte der Berghütte, den Stempel am Gipfelkreuz, der Bierdeckel Eures Belohnungsbiers.

Apropos Einkehr. Ich habe mir manchmal vorwerfen lassen müssen, ich sei kein echter Wanderer, da ich nicht mit Rucksackverpflegung unterwegs sei, sondern stets – wenn es denn möglich ist – einkehren würde. Stimmt. Ich ziehe nicht nur vor, die Gaststätten vor Ort zu unterstützen, das ist gelebte Wirtschaftsförderung. Ich kann vor allem nicht verstehen, warum man sich daheim eine Stulle schmiert und die dann am Wegrand verzehrt. Denn ich habe mich doch auf den Weg gemacht, um neue Landschaften zu entdecken und aufregende Naturerlebnisse zu genießen. Dazu gehört meiner Meinung aber auch, den Wein zu kosten, der in den Weinbergen am Wegrand wächst. Dazu gehört, die regionale Spezialität auf dem Teller zu haben und das Bier zu trinken, das im Dorf nebenan gebraut wird. Daher ist in Eurem Wandertagebuch auch genug Platz, Eure kulinarischen Erlebnisse aufzuschreiben.

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Jetzt aber los, ich wünsche Euch einen riesigen Spaß bei der nächsten Wanderung. Aber bitte nicht das Wandertagebuch vergessen. Oscar Wilde hat in diesem Zusammenhang gesagt: „Ich reise niemals ohne mein Tagebuch. Man sollte immer etwas Aufregendes zu lesen bei sich haben.“



Es geht so, Folge 21

Geschrieben am um 11:03

Kehrtwende: Super-League kommt, weil der 1.FC Köln alle englischen Clubs ersetzt. Ein für alle mal: Lasst Israel in Frieden! Vorbildlich: Wie Venedig die Pest in den Griff bekam. Sehr aktuell: Carl Zuckmayer über Nackenheim. The Pinball Wizard: Same Player shoots again

 

 

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Mein Freund Lurchi stirbt

Geschrieben am um 14:33

Als Kindergartenkind hatte ich einen imaginären Kumpel: den Feuersalamander Lurchi, der immer gut zu Fuß war. In dieser Zeit war ich (noch) ein Einzelkind, aber auf den Wanderungen mit meinen Eltern hatte ich immer jemanden dabei, der neben mir ging, mit dem ich mich unterhielt, der mit mir spielte – Lurchi. Ein wenig schrullig, ich weiß. Aber vielleicht ist es ja der Feuersalamander mit den ledernen Halbschuhen gewesen, der mich schon als Kind für das Wandern begeistert hat. Lurchi war einfach der Beste!

Ich habe vor kurzem lange mit Professor Ziemek, Biologe von der Justus-Liebig-Universität Gießen telefoniert. Nach dem Telefonat wusste ich, dass es sehr schlecht um die Feuersalamander in Europa steht. Die Fakten: Wahrscheinlich wurde aus Südostasien ein Hautpilz eingeschleppt, dieser Molch-Killer wird kurz Bsal genannt. Bsal ist unheilbar, wenn ein Feuersalamander befallen wird, wird er von dem Hautpilz quasi perforiert, durchlöchert und stirbt innerhalb von wenigen Tagen. In Belgien ist der Feuersalamander schon ausgestorben, jetzt greift die Tierseuche auf Deutschland über.

Normalerweise ist es eine Seltenheit, als Wanderer einen Feuersalamander zu sichten, denn das Tier ist nachtaktiv und gut darin, sich zu verstecken. Bei einer Wanderung auf dem Bad Uracher Wasserfallsteig vor sieben Jahren (auf dem Weg vom Parkplatz zum unteren Einstieg am Wasserfall) habe ich einen Feuersalamander am Wegrand gesehen. Richtig fit schien der nicht zu sein. Aber ich habe mir die Fotos noch einmal angesehen und da sieht das kleine, flinke Tier doch sehr lebendig aus, und die für Bsal typischen Merkmale (pockenartige Geschwülste) kann ich nicht erkennen. Aber ich bin ja auch kein Fachmann.

Professor Ziemek hat mir erzählt, dass er im letzten Jahr mit seinem Team von der Uni Giessen eine Wanderung an der Wupper zwischen Solingen und Remscheid gemacht hat. Die Gegend ist an dieser Stelle gut mit Wanderwegen bestückt, die berühmte Müngstener Brücke spannt sich über das Wuppertal. Während ihres Ausflugs entdeckten Ziemek und seine Mitstreiter viele tote Tiere – insgesamt sage und schreibe 87 tote Feuersalamander, allesamt verendet an dem schrecklichen Hautpilz.

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Aber kann man denn gar nichts machen, habe ich Professor Ziemek gefragt. Gegen die Krankheit selber kann man nichts ausrichten.
Aaaber: Gerade die Menschen, die viel im Wald unterwegs sind, können etwas tun: Forstarbeiter, Jäger und natürlich alle Wanderer.
Zum ersten können wir den Biologen helfen, ihr Wissen auf eine solide Basis zu stellen. Denn die Kartierung der Feuersalamander-Bestände steckt in den Kinderschuhen. Die Wissenschaftler brauchen mehr Fakten, wo die Feuersalamander leben und vor allem wo sich die Seuche schon ausgebreitet hat. Also, ein klarer Auftrag an uns Wanderer: Wer einen toten Feuersalamander sieht, bitte in eine Plastiktüte einpacken und sofort einfrieren. Und dann auf der Homepage www.feuersalamander-hessen.de melden.

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Zum zweiten können alle Wanderer helfen, dass die Seuche sich nicht weiterverbreitet. Die Sporen des fiesen Hautpilz Bsal sind nämlich äußerst widerstandsfähig und überdauern jahrelange im Waldboden. Alle Wanderer lieben es, nicht nur die nähere Heimat, sondern auch andere Mittelgebirgsregionen zu entdecken. Und dann wandern wir also in der Eifel, in der Sächsischen Schweiz, im Elsass. Und wir merken gar nicht, dass wir vielleicht entweder den Bsal-verseuchten Waldboden unter unseren Schuhen in die Heimat bringen oder aber – wenn die Seuche schon vor der Haustür wütet – kontaminierten Waldboden in andere Landschaften exportieren. Denn auf der Karte von Professor Ziemek habe ich gesehen, dass es in Baden-Württemberg sehr viele Feuersalamander gibt. Daher die Bitte: Vor und nach einer Wanderung außerhalb der heimatlichen Gefilde bitte Schuhsohlen gut reinigen. Eventuell sogar mit Ethanol einsprühen. Oder im Heizungskeller in die Wärme stellen. Dann hat Bsal keine Chance, aber die Feuersalamander in Deutschland haben vielleicht eine.

Mein Freund Lurchi stirbt, das ist todtraurig. Wir Wanderer können wenig tun, aber wir können etwas tun. Helft bitte alle, dass der Feuersalamander nicht ausstirbt.

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Es geht so, Folge 20

Geschrieben am um 20:44

Söder langweilt sich an der Adria, Laschet ist Fan von Dirk Schümer. Der Clevner der Durbacher und der Grauburgunder von Max von Baden. Meisenknödel und abrasierter Kirschlorbeer. Diktatur in Bayern und die Deutschen hassen das Oktoberfest. Außerdem: Die exklusive Story des neuen Comics „Asterix bei den Sybariten“

 



Die Heimatspur Kurschattensteig Bad Bertrich

Geschrieben am um 6:23

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Es gibt Wandermarkierungen, die erzählen eine schöne Geschichte. Vor der Tourist Information in Bad Bertrich entdecke ich die Markierung eines genialen Rundwanderwegs – ein gelber Schirm, darunter ein blaues Herz. Was bedeutet das? Sollen Herzpatienten unter dem Sonnenschirm bleiben? Nein, der Wanderweg heißt Kurschattensteig. Der gelbe Schirm spendet den Schatten, unter dem sich das Herz – für eine kurze Zeit – mit einem anderen Herzen verbindet.

Das muss man den jüngeren Wanderern erklären. In den 1960er, 1970er Jahren war es üblich, dass die Krankenkassen Arbeitnehmern mehrmals in ihrem Arbeitsleben einen längeren Kuraufenthalt bescherten. Und weil es bei einer sechswöchigen Kur nicht nur echt langweilig werden kann, sondern man auch recht einsam ist, wurde der Kurschatten erfunden, eine vornehme Umschreibung des Seitensprungs während der Kur.

Mit oder ohne unseren Kurschatten gehen wir durch ein Wohnviertel bergan Richtung Mooshütte, wir wandern den Weg gegen den Uhrzeigersinn. Bei der Mooshütte findet sich tatsächlich Moos zwischen den Holzbalken, wie der Mörtel zwischen Backsteinen – ein wahrhaft zauberhafter Ort.

 

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Wenn wir die Hütte erreicht haben, sind schon einige Höhenmeter geschafft. Das ist gesund, das könnt ihr mir glauben. Weniger glaubhaft scheint mir – das habe ich im Internet recherchiert – dass der Kurschatten „als natürliches Mittel zur Förderung des Kurerfolges schulmedizinisch anerkannt“ sei. Diese Diagnose stammt eher aus dem Reich der Fake News.

 

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Copyright: GesundLand Vulkaneifel/M. Rothbrust

 

Auf jeden Fall können wir an der Mooshütte wie an unzähligen anderen Passagen der Heimatspur Kurschattensteig großartige Ausblicke auf Bad Bertrich erhaschen. Auch ohne Kurschatten bietet unser Wanderweg eine Therapie, die jedes Wandererherz erfreut: Wunderschöne Pfade plus tolle Ausblicke plus zahlreiche Rastmöglichkeiten.

So langsam wandern wir wieder bergab Richtung Bad Bertrich und erreichen den Parkplatz Ost. Wir überqueren den Ueßbach, der nach starken Regenfällen ganz schön wild rauschen kann.

 

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Copyright: GesundLand Vulkaneifel/M. Rothbrust

 

Der Kurschattensteig führt uns auf einem sehr romantischen Abschnitt (nicht vergessen, mit dem Kurschatten zu kuscheln!) am Schwanenweiher entlang. Als ich bei der Testwanderung am Schwanenweiher wanderte, sah ich allerdings keine Schwäne, sondern nur zwei bemerkenswert hässliche Enten. Ob die sich noch in weiße Schwäne verwandeln, wage ich zu bezweifeln.

 

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Copyright: GesundLand Vulkaneifel/M. Rothbrust

 

Und dann geht es noch einmal ordentlich bergan. Falls ihr es nicht wusstet: Bad Bertrich ist ein eidgenössischer Kurort. Seitdem die Schweizer Nationalmannschaft bei der WM 2006 ihr Quartier in Bad Bertrich bezogen haben, ist die Kurstadt in der Vulkaneifel der 27. Kanton der Eidgenossen. Und, ganz ehrlich, man hätte bei dieser bergigen, um nicht zu sagen alpinen Landschaft ahnen können, dass Bad Bertrich zur Schweiz gehört.

 

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Quelle: wikipedia.org

 

Der Kurschattensteig ist ganz schön anstrengend (insgesamt 318 Höhenmeter!). Ich vermute, dass man seinen Kurschatten schon sehr doll liebhaben muss, um das mitzumachen. Zwischen dem Schwanenweiher und dem Hohenzollernturm geht es auf alpinen schmalen Pfaden hinauf.

 

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Copyright: GesundLand Vulkaneifel/M. Rothbrust

 

Es sind die typischen Pfade der Vulkaneifel, die den Charme dieser Wanderung ausmachen. An moosbewachsenen Felsen führen die Schieferpfade den Berg hinauf, besonders spektakulär ist die Passage über einen Bergrat, eine echte Gratwanderung. Wir erreichen den Hohenzollernturm mit seinem charakteristischen roten Spitzdach.

 

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Copyright: GesundLand Vulkaneifel/M. Rothbrust

 

Das ist noch mal eine gute Gelegenheit, mit seinem Kurschatten zu turteln, entweder unter dem Spitzdach oder auf der Sinnenliege nebenan, auf jeden Fall immer mit Blick ins „Tal der Liebe“, so haben die Bad Bertricher das amouröse Tal des Ueßbachs genannt.

Langsam aber sicher wandern wir wieder bergab Richtung Tourist Information. Die letzten vierhundert Meter haben es noch mal in sich: Wir gehen auf schmalen Pfaden an Felsen entlang, wie eine Laube schließen sich die Bäume über uns. Bis zum Finale ein ganz großes Wanderabenteuer. Sehr, sehr empfehlenswert ist diese Heimatspur, mit oder ohne Kurschatten.

 

 

 



Es geht so, Folge 19

Geschrieben am um 8:04

Verletzend: Andrack trinkt ein Glas „Black Bitch“! Revolutionär: Hedda-Gabler-Inszenierung in historischen Kostümen! Lüge: Im Saarland sind keine Kinos offen – und es ist sauschwer, eine geöffnete Gastronomie zu finden! Sympathisch: Die Scheschen glauben an Bier! Rassistisch: Stanley Kowalski ist KEIN Pollacke!

 

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Andracks Lieblingsjacke – der Prototyp

Geschrieben am um 6:23

Ein bisschen aufgeregt bin ich schon: Herzklopfen, ein paar Schmetterlinge flattern im Bauch. Ich habe ein Rendezvous. Ein Rendezvous mit meiner neuen Lieblingsjacke, der besten Wanderjacke der Welt.

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Im Konferenzraum des Headquarters von Walbusch in Solingen treffe ich Geschäftsführer Ralph Hürlemann, Chef-Entwickler Stefan Biergans und Christopher Droste, der in den letzten Wochen seit unserer erste Planungs-Konferenz verantwortlich für die Entwicklung der Jacke war. Ich genieße einen Ausblick, der einmalig ist. Vor mir die niederrheinische Tiefebene, Blick fast bis Holland. Zur linken Köln, die Domtürme sind zu erkennen, zur rechten Düsseldorf. Altbier und Kölsch scheinen zum Greifen nah. Aber Stopp! Ich bin ja nicht wegen der schönen Aussicht gekommen. Wir gehen ins Herz des Textilunternehmens, in die Entwicklungsabteilung. Bald werde ich sie sehen, den Prototyp der Andrack-Jacke.

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Biergans betont, dass man einen kritischen Herrn Andrack erwarte. Nun, da können sich die Walbusch-Leute echt warm anziehen (im wahrsten Sinne des Wortes), denn ich bin ein gefürchteter Wanderjacken-Kritiker, von mir gab es schon berüchtigte Outdoorjacken-Verrisse. Christopher Droste legt vorsichtig die olivgrüne Jacke wie einen Gebetsteppich auf den Boden, der erste optische Eindruck ist sehr gut. Dann ziehe ich die Jacke an, sie sitzt etwas spack, aber dieser Prototyp hat standardmäßig Größe 50. Wenn ich meine richtige Größe 52 trage, habe ich noch vier Zentimeter mehr Volumen im Brust-Bauch-Bereich, die brauche ich auch wegen meiner muskulösen Brust und meinem Sixpack. Absolut begeistert bin ich von Größe und Umfang der Taschen. Kleiner Regenschirm, kleine Wasserflasche, Taschenbücher, Wanderkarte, Handy, alles findet seinen Platz. Insgesamt habe ich 17 Taschen an meiner Jacke. Wie geil ist das denn, 17 Taschen!

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Die Jacke ist aus einem Cotton-Nylon-Gemisch gefertigt, damit könne ich duschen, meint Chef-Entwickler Biergans. Eine auffällige abgesetzte und äußerst stabile rote Schlaufe ist der perfekte Aufhänger für die Jacke. Droste reicht mir eine Art silberne Kapsel, groß wie ein Lippenstift. Ich erkenne begeistert: Das ist ein Flaschenöffner. Und schnell habe ich den Dreh raus, denn im Handumdrehen kann man dieses Tool zu einem Korkenzieher umbauen. Nie mehr unterhopft und untertraubt wandern, genial!

 

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Am Rücken kann ich die Jacke mit zwei Druckknöpfen enger stellen. Da ich die Jacke anhabe, ist mir Droste behilflich. Klick, Klick, schon ist die Jacke enger. Chef Hürlemann regt an, noch etwas am Sound der Druckknöpfe zu arbeiten, die könnten etwas leiser sein. Wahnsinn. Es gibt ja Sound-Designer in der Automobilindustrie, die das Geräusch der zufallenden Autotür optimieren. Swusch, oder Swosch, das ist schon ein Unterschied. Und nun wird auch noch der Sound der Druckknöpfe optimiert. Man merkt, dass alle Walbusch/Klepper-Leute für diese Andrack-Jacke brennen, mit Liebe zum Detail dabei sind, das gefällt mir.

 

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Ich beginne etwas autistisch, den Reißverschluss zu testen. Hoch runter, hoch runter, hoch runter. Scheint sehr robust zu sein. Wäre ich im Auftrag der Stiftung Warentest in Solingen, müsste ich das mindestens 10.000 mal machen, dafür fehlen mir sowohl Zeit als auch die Lust. Einige kleine Kritikpunkte: Die beiden Außentaschen in Brusthöhe würde ich nicht quadratisch aufgesetzt lassen, da kommt man echt schwer dran. Schräge Taschen oben wären besser. Ich würde eine feste Kapuze nehmen, in der olivgrünen Jacke ist nur eine Notkapuze im Kragen versteckt, bis man die bei einem Schauer rausgebastelt hat, ist man schon nass. Und ich würde auf die sehr auffälligen Reißverschlüsse der beiden Außentaschen in Hüfthöhe verzichten

 

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Das Logo von Klepper ist sehr dezent an den Knöpfen und klein am Ärmel angebracht. Ich finde das Klepper-Zeichen mit dem perspektiv sich schlängelnden Weg sowie sehr angenehm, es erinnert mich an die Markierungen von ausgezeichneten Wanderwegen. Und bei der Andrack-Jacke weist das Logo den Weg zu Eurer neuen Lieblingsjacke. Hürlemannn ergänzt: „Das wird DIE Jacke, die soll sich schon unterscheiden von den anderen Klepper-Jacken.“

Droste präsentiert noch zwei weitere Farbalternativen, Curry und Türkis. Vor allem die türkisene Jacke steht mir sehr sehr gut. Die Farbe ist pralle Lebensfreude pur, sie vermittelt den Spaß am Draußensein. Meine neue Lieblingsjacke soll in allen drei Farben angeboten werden – Olivgrün, Türkis, Curry.

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Fazit: Das Rendezvous mit der besten Wanderjacke der Welt war Liebe auf den ersten Blick. Daumen hoch und Go für die Andrack-Jacke. Seit Februar 2021 auch Deine Lieblingsjacke?

Mehr Infos unter: https://www.walbusch.de/wandern

 

 



Es geht so, Folge 18

Geschrieben am um 20:29

Schock: Katholiken hängen am Karfreitag Unterhosen auf! Unglaublich: Die Inka erobern den Orient, und der ist Europa! Sensationell: Das Saarland ist das neue Nord-Mazedonien! Unfassbar: Der zweite Weltkrieg ist ausgefallen!

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Wer glaubt, Wandern ist fade und die Vorstufe zur Rollator-Rallye, muss diesen Blog lesen und wird staunen. Ob Kurioses am Wegesrand, schräge Hinweistafeln, Lebensgefahr am Wanderweg, skurile Wandervögel, betreutes Trinken am Steig, gigantische Aussichten oder extreme Herausforderungen im deutschen Mittelgebirge – bei andrackblog.de gibt es alles über das Thema Wandern. Jede Woche neu, (relativ) aktuell. Die besten Wander-Storys der Welt eben.

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