Wander-Blog von Manuel Andrack

Die besten Wander-Storys der Welt




Geheimnisvoller Lemberg

Geschrieben am um 6:23

Es ist wie früher bei Enid Blyton, am Lemberg gibt es jede Menge geheime Geheimnisse:

Geheimnis um … den Weg des letzten Jahres

Geheimnis um … den Inhalt des Berges

Geheimnis um … Union

Geheimnis um … den schönsten Naheblick

Geheimnis um … die ekligen Raupen

Geheimnis um … einen halbtrockenen Silvaner

Geheimnis um … den Saumagen

Geheimnis um … den zweitschönsten Naheblick

Geheimnis um … Helmut Hütchen

 

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Geheimnis um … den Weg des letzten Jahres

Das erste Geheimnis ist schnell gelöst: Letztes Jahr sind wir auf der anderen Naheseite gewandert. Ich bin zunächst desorientiert, weil ich Oberhausen mit Niederhausen verwechselt habe, aber dafür habe ich einen ortskundigen Guide dabei. Marian Ristow ist der rasende Reporter des Nahelands und wir wollen den nigelnagelneuen Premiumweg Geheimnisvoller Lemberg erwandern. Die Erwartungslatte liegt extrem hoch: 90 Punkte hat der Weg vom Wanderinstitut bekommen

 

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Geheimnis um … den Inhalt des Berges

Das ist bei dieser Wanderung wirklich magic. Noch nie bin ich bei einer Weinwanderung auf die Verbindung von WeinBERG und BERGbau gestoßen. Und das Geile ist: Die Besucherbergwerksgastronomen betreiben einen Kleinstweinanbau auf 0,07 Hektar. Und der Bergwerksweinberg-Riesling kann einiges!

 

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Geheimnis um … Union

Das waren noch Zeiten, als für Kohle Werbung gemacht wurde.

 

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Geheimnis um … den schönsten Naheblick

Da streiten sich die Experten (siehe Geheimnis um … den zweitschönsten Naheblick)

 

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Geheimnis um … die ekligen Raupen

Uiuiui. Zuerst denkt man, och, ganz niedlich diese Raupen, die Raupe Nimmersatt ist ja auch ein tolles Kinderbuch. Dann sieht man aber die zerfressenen Blätter an den niedrigen Eichenbäumen und realisiert: Das sind aber ganz schön viele Raupen. Wikipedia identifiziert die kleinen Biester als Eichenprozessionsspinner, die tatsächlich so heißen, weil sie wie eine marodierende Wandertruppe in einer Gruppe von 20 bis 30 Raupen „im Gänsemarsch“, so heißt es auf wikipedia, auf Nahrungssuche gehen. Wir hatten noch Glück, denn bei uns zeigten sich keine Hautausschläge, schaut Euch die Quaddeln auf den Unterarmen, die die kleinen Widerlinge anrichten können, besser nicht im Internet an. Ich finde Artensterben generell nicht so toll, aber diese Art darf gerne übermorgen aussterben, da hätte ich nichts dagegen.

 

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Geheimnis um … einen halbtrockenen Silvaner

Der Höhepunkt im wahrsten Sinne: Die Lemberghütte nahe des Gipfels (übrigens ist der Lemberg der höchste Berg im ganzen Naheland). Der ehrliche Schoppen kam vom Weingut Korz in Feilbingert, einem Ort direkt am Premiumweg.

 

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Geheimnis um … den Saumagen

Da die Lemberghütte eine Hütte des Pfälzer Waldvereins ist (PWV-Hütte) darf der gepflegte Saumagen mit Sauerkraut und Bratkartoffeln nicht fehlen. Skandal: Marian hat noch nie Saumagen gegessen – bis heute.

 

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Geheimnis um … den zweitschönsten Naheblick

Die einen sagen so, die anderen so (siehe Geheimnis um … den schönsten Naheblick)

 

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Geheimnis um … Helmut Hütchen

Dieses finale Geheimnis gilt hiermit als gelüftet!



Die Fehler

Geschrieben am um 6:37

Fehlerforscher der Uni München – wollen wir mal hoffen, dass Fehlerforscher nicht so viele Fehler beim fehlerforschen machen – haben etwas herausgefunden. Beim entspannten Arbeiten machen alle Menschen im Schnitt alle 30 Minuten einen Fehler. Bei extrem stressigen Situationen kommt es sogar alle 30 Sekunden zu Fehlern. Erschreckend.

Wandern ist im Zweifelsfall NICHT extrem stressig, im Gegenteil: es soll ja entspannen. Trotzdem kann man auch beim Wandern Fehler machen. Ein ganzes Fehlerfestival habe ich Anfang des Jahres auf einer Wanderung zum Dollberg veranstaltet.

 

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Der Dollberg ist die höchste saarländische Erhebung und ich wanderte mit einem Wanderkollegen vom Bayerischen Rundfunk den Premiumweg „Dollbergschleife“. Der gute Mann war extra aus München angereist, daher hatte ich es verpasst, die Wanderung zu verschieben. Erster großer Fehler, denn es regnete an diesem Märztag derart, dass man keinen Hund vor die Tür schicken geschickt hätte. Der zweite Fehler: Ich hatte gehofft, mich mit einem Regenschirm gegen die Feuchtigkeit schützen zu können, allerdings regnete es nicht nur, sondern stürmte auch noch, so dass der Regenschirm (2,99 Euro vom Rossmann) nach den ersten Windstößen hinüber war. Daher ergab sich schon nach wenigen Kilometern, dass Fehler drei offensichtlich war: ich hatte die falschen Klamotten angezogen. Die Hose war komplett durchnässt, ebenso die Unterhose und die Strümpfe erst recht. Um es klar ausdrücken, es zog bei mir untenrum heftig bei Temperaturen um den Gefrierpunkt.

 

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Irgendwie scheint auch mein Gehirn eingefroren gewesen zu sein, denn kurz vor Ende des Rundwegs war an einer Wegkreuzung unsere Markierung nicht mehr zu sehen. Vierter Fehler, zu viel mit dem Wanderkollegen gequatscht und daher nicht auf die Wegzeichen geachtet. Dann aber der Hammerfehler (Nummer fünf inzwischen) Anstatt zweihundert Meter zurück zu gehen und den richtigen Weg zu finden, entschied ich: wir gehen um den See herum. Wir standen nämlich am Nonnweiler Stausee, den ich gar nicht groß in Erinnerung hatte. Um es kurz zu machen: Wir sind dann einmal um den See herum gegangen, elf Kilometer extra, bei eisigen Winden, Starkregen und auf stumpfen Forstwegen. Der Stausee zu Nonnweiler verfügt über einen Seitenarm, einem Fjord ähnlich, der Weg zog sich, in der Leistengegend wurde es auch nicht wärmer. Der bedauernswerte Journalist hatte, wie er am Ende der Wanderung gestand, bei der Seeumrundung Wahrnehmungsstörungen. Er konnte nicht unterscheiden, ob ich von ihm weg laufe (was ich tat) oder ob ich ihm entgegen komme.

 

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Einen Fehler habe ich allerdings nicht begangen: ich habe – Ehrensache als Blogbär – nicht das falsche Schuhwerk angehabt, Blasen blieben mir trotz nasser Socken erspart. Als mein Wanderfreund bei der Rückfahrt wieder zu sich kam, meinte er, er werde diese Wanderung sein Lebtag nicht mehr vergessen. Ich auch nicht.

 

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Interrailwandern, Folge 3: Panoramaspazierwege in Abbazia (Opatija)

Geschrieben am um 6:23

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Als die Habsburger noch in Istrien herrschten, hat man sich um Abbazia herum sehr um die Promenadologie verdient gemacht. Zum einen hat man einen elf Kilometer langen Fußweg am felsigen Ufer gebaut, und damit das Ganze auch was hermacht, auch gleichzeitig ein paar beeindruckende K.u.K.-Hotels an der Promenade errichtet.

 

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Typisch für die „Strände“ im heutigen Kroatien ist der betongewordene Bade-Traum. Nirgendwo auf der Welt findet man einen härteren Untergrund für das Badetuch, und erstaunlicherweise ist es auch an wenigen „Stränden“ der Welt so unfassbar voll.

 

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Besser also auf dem sanft beschatteten Weg zu gehen. Kommen wir zu seiner Hoheit König Karl I. von Rumänien …

 

 

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Der Herrscher über alle Rumänier und Rumänierinnen ritt dereinst, Ende des 19. Jahrhunderts, durch die Wälder oberhalb von Abbazia. Dort fand er aber keine Premiumwege, weswegen er sich bitter beim Ortsbürgermeister über die mangelnde Wegequalität beklagte.

 

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Um den König nicht zu vergrätzen, baute Freyherr Arthur von Schmidt-Zabierow eine vorbildliche Waldpromenade, auch heute noch ein zauberhafter, verwunschener Weg, fast ohne Höhenmeter, ideal an einem verregneten Nachmittag zu erwandern (in Istrien gibt es mehr Niederschlag übers Jahr als in London!)

 

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Ein wenig erinnert der Weg, der die Natur inszeniert und bespielt, an einen langgezogenen englischen Garten. Wunderschön, aber ein wenig künstlich. Abrupt dann das Ende des Weges an einem ehemaligen Ausflugslokal, das schon sehr lange ewigen Ruhetag hat. Also gleiche Strecke zurück, macht aber nichts, weil herlich.

 

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Interrailwandern, Folge 2: Wandern auf Ischia ist Hochleistungsport

Geschrieben am um 6:23

Eigentlich ganz schön: Am Strand losgehen, hoch, hoch, hinauf, den Wolken entgegen, von der Hitze am Wasser zur Hitze auf dem Gipfel. Wenn da nur nicht diese elenden steilen Wege auf Ischia wären. Eher senkrecht als steil. Mann-o-Mann. Dass die Wege auf Ischia hinauf zum höchsten Gipfel, dem Epomeo, höchst spärlich ausgeschildert sind, das kann ja mal passieren. Immerhin eine rot-weiße Markierung. Rot für das Blut, Weiß für den Schweiß und die Tränen.

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Oben dann großes Ausblickkino, viele kleine Silberfische im Wasser, wahrscheinlich Buckelwale auf dem Weg zur nächsten Fütterung.

 

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Auf dem Abstieg frage ich mich, was diese 0,55 sein sollen? Luftlinie, Höhenmeter, das waren doch nicht 550 Meter vom Gipfel abwärts? Niemals! Erst am Strand unten ist das Gehirn durchlüftet und ich begreife: Die Zeit war gemeint, 55 Minuten ab dem Schild zum Gipfel.

 

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Am übernächsten Tag noch eine Tour geplant, nicht auf den Epomeo, sondern dran vorbei, aber dafür einmal quer über die Insel. Das war der Plan. Bis der Pfad immer dschungelmäßiger, enger, unpassierbarer wurde und sich ein Kaktus in den Weg stellte. Man muss erkennen, wenn der Feind überlegen ist, also Rückzug, alles wieder retour gewandert und anschließend mit Schwimmflügelchen ins Meer.

 

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Nächste Woche prommeniere ich in Abbazia/Kroatien



Der Rucksack

Geschrieben am um 6:23

Ich nutze meinen Wanderrucksack in fast allen Lebenslagen. Nur nicht in der Sauna. Und immer öfter auch nicht beim: Wandern. Wie gesagt, ein Leben ohne Rucksack ist für mich eigentlich unvorstellbar. Ich gebrauche ihn als Aktentasche, Koffer, Einkaufsbeutel und als Stütze für meinen Ellenbogen.

 

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Vom Chef der mit Abstand beliebtesten deutschen Rucksack-Firma habe ich gelernt, dass ein Rucksack eine ganz interessante Parallele zum menschlichen Körper hat. Ein vernünftiger Rucksack ist aus ungefähr 200 Einzelteilen zusammengesetzt, das entspricht ungefähr der Menge der menschlichen Knochen (im Durchschnitt kommen wir mit 206 Knochen aus). Der Rucksack ist ein humanoides Lebewesen, wer hätte das gedacht? Die Vielzahl der Einzelteile wundert mich eigentlich nicht, denn noch nach Jahren entdecke ich immer neue Geheimfächer in meinem Rucksack, die ich noch nie genutzt habe – faszinierend.

Erstaunlich ist, dass es zwar schon Damenrucksäcke gibt, aber keine unterschiedlichen Rucksackgrößen entsprechend der Rückenlänge. Das ist, als gäbe es nur einen Einheitsschuhgröße, aua. Aber wahrscheinlich wird in naher Zukunft der perfekt angepasste Rucksack aus dem 3-D-Drucker Normalität, der sich dann mitsamt seiner 200 Einzelteilen perfekt an den jeweiligen Traumkörper anschmiegt.

 

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Die schon fast philosophische Frage lautet: macht ein Rucksack den Wanderer erst zum Wanderer. Ist also Wandern ohne Rucksack überhaupt vorstellbar? Ich finde: Ja! Ich würde gerne an dieser Stelle mal den Wander-Rucksack generell zur Disposition stellen. Aber beim Wandern – vor allem auf Tagestouren – kann man gut auf einen Rucksack verzichten. Ich werde oft gefragt, was man hinein packen sollte. Außer einer Flasche Wasser fällt mir da nicht viel ein. Man kann aber auch sicher stellen, dass man bei einer Wanderung nicht verdurstet, weil man an Gaststätten, Dorfläden oder Quellen vorbei kommt. Selbst Profi-Alpinist Hans Kammerlander spricht von einem Fehler am Berg, wenn man etwas zu Essen mitnimmt. Kammerlander sagt: „Das machen die meisten Wanderer ja falsch. Die haben den Rucksack voller Brote. Aber wenn du oben zu viel isst, macht das müde und treibt den Puls hoch.“ Zudem gibt es unzählige Geschichten, in denen Wanderer mit zu viel Gepäck unterwegs sind. Hape Kerkeling berichtet davon, mein Patenonkel musst nach zwei Tagen seine Tour über den Eifelsteig abbrechen – er hatte zu viel in seinen Rucksack gepackt. „Ich wollte doch auch noch Abendgarderobe mitnehmen.“

 

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Sehr lustig ist die Szene, in der Reese Witherspoon im Hollywood-Wander-Film „The great Trip“ ihren Rucksack im Hotelzimmer packt. 1.600 Kilometer hat sie vor der Brust, Zeltplanen werden gefaltet, Bücher verstaut, sie schafft es kaum, den riesigen Trinkwasserbeutel aus dem Badezimmer zum Rucksack zu schleppen. Dann versucht sie den Rucksack anzuheben, was nicht gelingt. Also geht sie in die Hocke und beginnt etwas, das aussieht wie ein Sumo-Ringkampf mit einem übermächtigen Gegner. Schließlich wird sie von dem Monstrum begraben. Nach etlichen strapaziösen Tagesmärschen entledigt sie sich in einem Camp mancher überflüssiger Dinge aus ihrem Rucksack: Deo, Säge, Kondome. Der Chef des Camps rät ihr außerdem, die Seiten aus den Büchern herauszureißen und zu verbrennen, die man schon gelesen hat. Sein lapidarer Kommentar: „Du wirst dadurch nicht zum Nazi!“ Fazit: Weniger ist mehr, probiert es mal mit Wandern Light – ohne Rucksack!

 

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Interrailwandern, Folge 1: Am Fuschlsee im Salzburger Land

Geschrieben am um 16:23

In diesem Sommer habe ich internationale Wanderwege getestet. Sehr empfehlenswert: Der Fuschlsee-Rundweg. 10,8 Kilometer abwechslungsreicher Wanderspaß. Besonders zu loben ist erstens:

 

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Das generelle Fahrradfahrverbot. Wann wird das auch auf deutschen Premiumwegen endlich einmal konsequent durchgesetzt?

 

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Sehr gut ist zweitens die landestypische Markierungsfarben (ich weiß, ich weiß, weiß ist keine Farbe), mehr als rot und weiß braucht es einfach nicht, fragt auch nach bei den Kölnern, Salzburgern und Franken. Erstaunlich drittens …

 

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Die überragende Armarbeit eines anonymen Wandermeisters, der auf dem Fuschlsee-Rundweg fotografiert wurde. Vorbildlich viertens …

 

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die fakultative Rückfahrtmöglichkeit mit dem Zillenboot, die wir nicht in Anspruch nahmen. Trotzdem toll, dass das Boot nach dem berühmten Berliner Original, dem Pinselheinrich, benannt wurde. Unbedingt empfehlenswert auch die Räucherfischbrötchen an der Anlegestelle neben dem Schloss Fuschl.

 

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Phantastisch fünftens die türkis-schillernde Wasserqualität des Sees, karibisch, Südsee Hilfsbegriff. Und sechstens einfach überragend …

 

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… wie man direkt am Fuschlsee Fotomotive inszenieren kann, über die selbst Caspar David Friedrich staunen würde. Und in der nächsten Interrailwander-Folge: warum Wandern auf Ischia nur bedingt empfehlenswert ist.



St. Martin – Weinwandern – Pfalz – Die Zweite

Geschrieben am um 6:23

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Wir gingen zum sogenannten Dichterhain. Die Portraits vieler regionaler Wortakrobaten sind dort im Buntsandstein verewigt, eine Art pfälzisches Mount Rushmore. Das Beste am Dichterhain war allerdings der Wein vom Weingut „Altes Schlößchen“ in St. Martin.

 

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Mit dem Unimog war der Winzer auf den Waldweg gefahren, ich befürchte fast, dass er nicht jedes Wochenende am Dichterhain mitten im Wald steht. Eigentlich schade. Denn es hatte den Anschein, als ob die Wandergruppe sich festgetrunken hätte. Alle acht Probierflaschen wurden geleert, aber der Stoff war auch wirklich vorzüglich.

 

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Christian Hormuth präsentierte am Dichterhain eine gelungene Helmut-Kohl-Parodie. Der ehemalige Bundeskanzler aus der Pfalz war ja bekennender Weintrinker und so musste er öfter mal seine Frau Hannelore bitten, bei der Rückfahrt am Steuer zu sitzen – die Pointe der Geschichte verrate ich aber an dieser Stelle nicht …

 

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Wir wanderten weiter und wurden durch die rot-weiße Markierung des Pfälzer Weinsteigs begleitet. Der Pfälzer Weinsteig führt von Schweigen-Rechtenbach an der französischen Grenze bis nach Bockenheim an der Weinstraße. 172 Kilometer Wandergenuss, der Pfälzer Weinsteig ist ein Qualitätsweg. Wir liefen durch typisch pfälzische Kiefernwälder. Christian ging neben mir und erweiterte meinen pfälzisch-deutschen Wortschatz, ich notierte alles fleißig in mein Vokabelheft. Wir gingen bergab an einem Bachlauf entlang und dabei tatsächlich – wie in dem berühmten Lied von Karat (später gecovert von Peter Maffay) – über sieben Brücken.

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Am Bellachini-Brunnen erwartete uns die vierte Station mit exzellenten Weinen. Bellachini, so erzählte es Christian Hormuth sehr lebendig, war ein international bekannter Zauberer, ein gebürtiger St.Martiner, der angeblich den Trick der schwebenden Jungfrau erfunden hat.

 

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Für die Verzauberung der Weinwanderer sorgte Weinprinzessin Daniela vom Weingut Alfons Hormuth mit einem Grauburgunder. Bisher unbekannt, dass eine Levitation, ein tatsächlicher Schwebezustand also, auch von pfälzischem Wein hervorgerufen werden kann. Ganz ohne Bellachini und ohne Jungfrau. Auf dem sogenannten Kuckucksweg wanderten wir hinunter Richtung Ort, bogen aber, bevor wir das Zentrum erreichten, noch einmal in die Weinberge ab.

An der sogenannten Haardtmadonna, einer farbenprächtigen Mutter-Gottes-Skulptur, erwartete uns das Weingut Alfons Ziegler. Wir probierten einen Rosé, passend zur rötlichen Färbung durften wir köstliche frische Erdbeeren verzehren.

 

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Unsere Blicke schweiften durch die Weinberge und immer wieder über die hügelige Landschaft zwischen Pfälzer Wald und Vater Rhein. Es existieren übrigens verschiedene Legenden, warum St.Martin St.Martin heißt. Gesichert ist, dass weder der Bettler noch der heilige Mann Pfälzer waren. Am wahrscheinlichsten ist, so hat es mir Christian erzählt, dass fränkische Siedler ihren Lieblingsheiligen in die Pfalz importierten und einen ganzen Ort nach dem Helden des 11. November benannten.

 

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An der letzten Station unserer Wandertour standen wir an einer Weinkelter am Weinlehrpfad. Ausschenkende Winzerei ist das Herrengut St. Martin. Wir tranken einen göttlichen Merlot, der gehört in Zukunft in meinen Weinkeller. Durch die pittoresken Gassen von St. Martin wanderten wir zurück bis zur Alten Kellerei.

Die abschließende Lesung war eine ziemliche Herausforderung. Dass im Publikum getuschelt wurde, ist verständlich, man musste sich ja ausgiebig über die sechs verkosteten Weine austauschen, das konnte ich verstehen. Und meine Artikulation passte sich problemlos dem sanften Pfälzer Dialekt an, etwas vernuschelt und verstolpert, aber noch ganz okay. Als es darum ging, ein Fazit des Tages zu ziehen, waren sich alle einig: Das war eine perfekte Weinwanderung, herausragend von Christian Hormuth organisiert, geniale Weine plus die großartige Landschaft rund um St. Martin. Meistens ist es eben doch schöner, in einer Gruppe zu wandern.



St. Martin – Weinwandern – Pfalz

Geschrieben am um 6:23

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Ich werde oft gefragt, ob ich als Wanderer eher Solist bin oder Gruppen bevorzuge. Ich antworte dann meistens ausweichend, dass ja beides einen ganz besonderen Reiz habe. Auf meinen meisten Weinwanderungen bin ich jedenfalls alleine unterwegs, um mich auf Landschaft und Weinbau zu konzentrieren. Mitte Mai hatte mich Christian Hormuth, ehrenamtlicher Chef des örtlichen Tourismusvereins netterweise nach St. Martin eigeladen, einem Winzerort (25 Weingüter!) an der südlichen Weinstraße. Die Weinwandertruppe bestand aus 25 Teilnehmern aus verschiedenen deutschen Regionen: Saarland, Franken, Rheinhessen, Pfalz, lustigerweise alles Landstriche, in denen Wein angebaut wird. Start war an der Tourist Information und schon auf den ersten paar hundert Metern ging es ziemlich steil hinauf Richtung Weinberge. Kaum waren wir so richtig in Schwung gekommen, war auch schon die erste Wein-Station mit Ausblicken über die Rheinebene erreicht. St.Martin liegt genau an der Grenze zwischen dieser offenen Landschaft Richtung Rhein (der aber noch etliche Kilometer entfernt fließt) und den üppig bewaldeten Hängen der Pfälzer Walds. Richtung Norden kann man sogar Schloss Hambach erkennen.

 

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An der ersten Station tranken wir einen frischen fruchtigen feinherben Riesling vom Winzer Winfried Seeber. Es ist ein Wein des Jahrhundertjahrgangs 2018 und dementsprechend ein richtiger Kracher! Das Weingut Winfried Seeber war 2017 das beste internationale Bio-Weingut und das beste Bio-Weingut Deutschlands.

 

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Bioweinbau gilt ja als ziemlich arbeitsintensiv verglichen mit konventionellen Weinbau, ein Stichwort ist die Schädlingsbekämpfung. Aber wenn man sich trotz dieses Aufwands das Preis-Leistungs-Verhältnis anschaut, fällt man von Hocker, wäre ein Hocker vorhanden. Die Flasche kostet 5,20 Euro, vergleicht das mal mit den Preisen und vor allem der Qualität im Supermarktregal!

 

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Christian Hormuth, Winzer im Nebenerwerb aus St.Martin, war unser Weinwanderführer und erklärt, wie der Chemie-Gigant BASF (das Werk in Ludwigshafen kann man noch gerade so am dunstigen Horizont erkennen) vor einigen Jahren eine geniale Idee hatte. Ein schlimmer Feind der Reben ist nämlich der Traubenwickler, einer Schmetterlingsart, die sich mangels Seh-Apparatur (sie haben eben keine Augen) nur über Gerüche orientiert. Und sein Weibchen findet der männliche Traubenwickler nur über den Duft, den das Weibchen verströmt. Exakt diesen Duft hat nun die BASF kopiert, in jeder fünften Rebreihe hängen die kleinen braunen Pheromon-Kapseln und der Traubenwickler kann sich nicht mehr vermehren, zum Wohle der Traube.

Ein anderes interessantes Detail von Weinwanderführer Christian: Die Pfalz ist nicht nur eines der größten Weinanbaugebiete Deutschlands, sondern auch der nationale Gemüsegarten. Christian erzählte, dass 80 Prozent aller deutschen Radieschen pfälzischer Herkunft sind. Ich hatte die Prozentzahl zunächst akustisch nicht verstanden (am Wein kann es nicht liegen, es ist ja die erste Station). Geduldig wiederholte Christian: „Acht-zig Pro-zent“ und fügte noch hinzu: „Für unsere saarländischen Freunde, das sind genau vier Fünftel!“ Respekt, dass ein Pfälzer einem Saarländer ein derart abstraktes mathematisches Denken zutraut.

 

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Wir gingen weiter durch die Weinberge und erreichten schon bald auf einer Wingertsterasse (Wingert = Weingarten) unterhalb der Kropsburg die zweite Station. Eine wiederum eher kurze „Wander“-strecke, der Schwerpunkt liegt bei dieser Weinwanderung eindeutig auf dem Weingenuss. Wir trinken einen Sauvignon 2016, der im Barriquefass ausgebaut wurde. Der Winzer sagte: „Der Wein bekommt durch den Barrique sein Rückgrat.“ Wenn man sich also einen Wein als Körper vorstellt, verhilft das Barrique-Rückgrat nicht nur zu einem geraden Rücken, sondern garantiert auch ein langes Leben. Denn noch in sieben, acht Jahren kann man diesen Weißwein mit der starken Wirbelsäule problemlos verkosten.

 

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Christian Hormuth hatte sich noch ein ganz besonderes Schmankerl für die zweite Wein-Station ausgedacht. Passend zur grandiosen Location intonierte er die pfälzische Nationalhymne: „Oh Pfälzer Land, wie schön bist Du“. Der Liedvortrag war so gefühlvoll, dass sogar alle Saarländer berührt waren.

 

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Wir gingen weiter, am Eingangsportal der Kropsburg vorbei, in den Wald hinein. Am Wegesrand wird der Leidensgeschichte von Jesus Christus gedacht, wir befinden uns also nicht auf dem Holzweg, sondern auf einem Kreuzweg. Und diese Kreuzwege haben die Eigenschaft, jedem Wanderer seine individuelle Leidensgeschichte zu bescheren, denn sie sind immer ziemlich steil. Die Weinwandertruppe erreichte eine Freiluftkirche, die Lourdesgrotte von St.Martin. Man kann sich also die weite Pilgerreise nach Frankreich sparen, auch in der Pfalz werden Wunder wahr. Nächste Woche gehe ich weiter in der Pfalz …



Die Entdeckungen

Geschrieben am um 6:23

„Aber aus dem Gehölz hervortretend, stand er überrascht vor einer prächtigen Szenerie, die sich ihm öffnete, einer intim geschlossenen Landschaft von friedlich großartiger Bildmäßigkeit.“ Diese Naturüberraschung, diese Entdeckung eines genialen Landschaftsbildes erlebt Hans Castorp, der genießende Dauerpatient auf dem Zauberberg.

Nicht nur Herr Castorp, alle Wanderer machen immer wieder Entdeckungen auf ihren Fußgängen. Wir erweitern unseren Horizont, durchaus im Wortsinne, aber auch im übertragenen Sinne. Das können überwältigende Ausblicke in die Landschaft sein. Aber auch der Ameisenhaufen am Wegesrand. Immer wieder macht es mich glücklich, wenn ich ein Reh oder eine Hirschkuh im Wald sehe. Da schwingt Entdeckerglück mit, aber auch eine Naturverbundenheit, denn sowohl Reh als auch Wanderer (letzterer zumindest partiell) sind Waldbewohner. Um die seltene Blume am Wegesrand zu entdecken, brauche ich immer professionelle Hilfe – einen schönen Gruß an meinen Wanderfreund Martin vom Schwäbischen Albverein.

 

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Wenn man mit offenen Augen wandert, kann man alte Bombentrichtern entdecken, Hohlwege, und auf meinen liebsten Wegen im Saarland entdecke ich immer wieder alte Pflastersteine. War der einsame Waldweg vielleicht vor ein paar hundert Jahren eine viel befahrene und durchgehend gepflasterte? Bei den monströsen Zementblöcken mitten in meinem heimatlichen Lieblingswald gibt es keinen Zweifel: Abseits aller Wege entdeckte ich unheimliche Zeugen der Vergangenheit – Bunker des Westwalls.

Jede unverhoffte Begegnung mit Menschen am Weg ist eine Entdeckung. Gestern das Gespräch mit den Mitarbeitern der Naturwacht des Saarlands: Und schon weiß ich, über was man als Naturwacht wacht. Die Begegnung mit dem Lindenwirt auf dem Goetheweg.

 

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Das unverhoffte und hochinteressante Gespräch mit dem Grafen von Schönburg-Glauchau beim unangemeldeten Weinwander-Besuch auf Schloss Westerberg. Überhaupt, die kulinarischen Entdeckungen Der süffige Spätburgunder mit Blick auf die Ahr, die spontane Wanderung im und die Verkostung der Weine des Würzburger Steinbergs, das helle Stiegl auf dem Gipfel des Gaisbergs, die Froschschenkel im Restaurant Woll, alles herrlichste Entdeckungen für Gaumen und Gemüt.

Entdeckung beim Wandern kann überlebenswichtig sein. Ich meine nicht den Ast, den man im letzten Moment entdeckt hat, und der einen mit einem beherzten Griff vor dem Sturz in die Schlucht bewahrt. Ich meine – und das ist medizinisch erwiesen – Krebspatienten, die durch die Entdeckung der eigenen Leistungsfähigkeit nach einer Chemo-Therapie beim Wandern wieder Vertrauen in den eigenen Körper gewinnen und so einem neuen Leben entgegen blicken.

 

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Die Neugier führt uns in neue Landschaften Rhön, Erzgebirge, Zittauer Gebirge. Meinetwegen auch in den Himalaya. Aber oft es sind doch wirklich die kleinen Entdeckungen. Zum Beispiel entdeckte ich zuletzt in Salzburg, einem touristisch kaum erschlossenen Ort, auf dem Mönchsberg nahe der Festung einen bezaubernden Platz. Eine Stadtalm (super-großartiger Name: Stadtalm!) und ein Naturfreundehaus (die gibt es eben auch in Österreich, der Heimat der Naturfreunde) mit phantastischem Ausblick – eine richtige Entdeckung!

 

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Wehinger Viezpfad

Geschrieben am um 6:23

Der Wehinger Viezpfad stand schon sehr sehr lange auf meiner Wander-To-Do-Liste. Warum es erst jetzt geklappt hat? Ganz einfach, ich dachte an ungefähr 48 Wochen im Jahr, dass es doch viel schöner wäre, den Weg in Zeiten der Apfelblüte zu wandern. Und meisten haben ich eben diesen Zeitraum verpasst.

 

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Dieses Jahr hat es endlich funktioniert und mit an Bord waren meine luxemburgischen Wanderfreunde Camille und Christian. Ich gebe den beiden von Zeit zu Zeit Anschauungsunterricht, wie schön man im Saarland wandern kann.

 

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Auf dem ersten Abschnitt ergeben sich auf dem Wehinger Viezpfad geniale Ausblicke Richtung Saarschleife/Mettlach (man kann den Aussichtsturm des Baumwipfelpfads erkennen) und Richtung Merzig bis ins St.Wendeler Land (sogar der Schaumbergturm ist zu sehen). Immer wieder geht es durch Niederwald, früher wurden dort immer wieder die Bäum auf den Stock gesetzt, das heißt extrem beschnitten, so dass sie jetzt mit mehrerern dünnen Stimmen wie Blumensträusse spriessen.

 

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Manche Äste hängen auch über den Weg, da kann man leicht ein Brett vor dem Kopf haben. Okay, das obige Bild ist gestellt, aber ich bin tatsächlich bei einer kurzen Steilpassage, Blick auf den Boden, volle Lotte gegen einen Ast gedengelt, aua, aua, aua. Neu war mir, dass es auch „Sinnebänke“ gibt …

 

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… ich dachte immer, die hießen „Sinnenbänke“. Wenn man aber nicht mehr alle fünf Sinne zusammen hat, kann man es sich auch auf einer „Sinnebank“ gemütlich machen. Und dann endlich: Blühende Bäume!

 

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In diesem Jahr hat sich wegen des nass-kalten Mai die Apfelbaumblüte ganz schön verzögert, so dass auch noch Mitte Mai Baumschmuck vorhanden war.

 

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Natürlich hatte ich, um das Sinne-Erlebnis abzurunden, zwei Flaschen Viez mitgebracht. Der süsse war etwas konturloser, aber der feinherbe schmeckte großartig. Gefährlich ist, dass man im Unterschied zu Bier, Wein und Schnaps beim Viez den Alkohol nicht schmeckt. Nach den zwei Litern, die wir genüsslich gluckerten, konnte man beim Weiterwandern nur konstatieren: Da näherten sich drei schwankende Gestalten.

 

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Gegen Ende der Tour gingen wir über Almwiesen, um die der Allgäu das Saarland bestimmt beneidet, traumhaft. Ich wanderte durchs hohe Gras (mit kurzer Hose) und handelte mir vier Zecken an den Knöcheln und der Leistengegend ein. Ein runder Tag: Brett vorm Kopf, Apfelblüte, Viez-Genuss, zwei blendend gelaunte Luxemburger und vier glückliche Zecken!


Wer glaubt, Wandern ist fade und die Vorstufe zur Rollator-Rallye, muss diesen Blog lesen und wird staunen. Ob Kurioses am Wegesrand, schräge Hinweistafeln, Lebensgefahr am Wanderweg, skurile Wandervögel, betreutes Trinken am Steig, gigantische Aussichten oder extreme Herausforderungen im deutschen Mittelgebirge – bei andrackblog.de gibt es alles über das Thema Wandern. Jede Woche neu, (relativ) aktuell. Die besten Wander-Storys der Welt eben.

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