Wander-Blog von Manuel Andrack

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Changchub Chörten und Saarsteine

In den letzten Wochen habe ich so einiges gesehen, das mich irritiert hat. Genauso wie Stonehenge und die Pyramiden von Gizeh vielleicht Zeichen und Landeplätze für Außerirdische waren (das soll Quatsch sein? – da habt ihr aber Euren Däniken nicht gelesen!), genauso suche und finde ich zur Zeit während meinen Wanderungen Zeichen der Corona-Krise.

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Äußerst irritierend diese Voodoo-Skulptur, um den bösen Corona-Geist zu vertreiben. Wenn’s funktioniert, finde ich das okay. Wenn aber nur alte Glysophat-Plastik-Behälter entsorgt werden sollen, finde ich das bedenklich.

 

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Bei einer Wanderung letzte Woche sah ich diesen Schlüsselbund auf einer Bank. Erster Gedanke: Besser den Schlüssel als den Löffel abgeben. Zweiter Gedanke: Vielleicht wird dieser Schlüsselbund ja ganz konkret vermisst? Also: In der Nähe des Lonsheimer Turms in Rheinhessen liegt auf einer Bank dieser Schlüssel. Wer ihn vermisst, kann ihn dort finden, Finderlohn ist anscheinend nicht vorgesehen.

 

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Tja, und dann diese Saarsteine. Schon vor der Corona-Krise haben die so süüüüüss bemalten Steine eine steile facebook-Karriere hingelegt. Die Idee ist smart. Die Steine werden „ausgewildert“ (das heißt, eigener Vorgarten gilt es nicht) richtig im Wald versteckt also, und wer einen findet, fotografiert ihn, postet das Bild und versteckt ihn an einem anderen Ort. Das motiviert natürlich meine Tochter sehr, ausgiebig zu wandern. Hervorragend!

Jetzt wird’s esoterisch …

 

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… bei dieser Skulptur/Religionsstätte, deutlich vor der Corona-Krise in einem fernen Land gefunden, in Salzburg. Es handelt sich um eine sogenannte Erleuchtungs-Stupa, tibetischer Name: Changchub Chörten. Was soll man mit so einer Stupa anfangen? Nun, ich las: „Stupa steht für die Freiheit und das Potential des Geistes“. So, so. Und dann die Gebrauchsanweisung: man solle die Stupa (tibetischer Name: Changchub Chörten) traditionell im Uhrzeigersinn umschreiten. Hallo ihr Buddhisten, geht’s noch? Was hat das denn mit Freiheit des Geistes zu tun, wenn ich kleingeistige Vorschriften bekomme, in welche Richtung ich um diesen dusseligen Pinokel herumgehen muss? Ich bin natürlich total freigeistig gegen den Uhrzeigersinn gegangen. Widersteht allen, die Euch sagen wollen, wie es zu sein hat, auch wenn ihr das sichere Gefühl habt, es wäre ganz anders.

 

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3 Kommentare zu “Changchub Chörten und Saarsteine

  1. Das Umkreisen von Stupas kann durchaus kreislauffördernd im wahrsten Sinn des Wortes sein, beispielsweise gibt es auf Java bei Yogyakarta die buddhistische Tempelanlage Borobudur, welche Ebene für Ebene unter stetigem Studierens der in Reliefs dargestellten Geschichte Buddhas zu umrunden ist. Dauert auch seine Zeit und ist fast so gut wie bemalte Steine in Wäldern zu verstecken.

  2. Zur Verteidigung dieses doch eher sanften Buddhismus-Gesetzes („.. oder man kann .. entsprechend einer alten Tradition im Uhrzeigersinn ..“) ließe sich evtl. einwenden, dass das örtliche Ordnungsamt hier bestimmt schärfer formuliert hätte: „Nach § soundso des IfSG ist es bis auf Weiteres STRENGSTENS UNTERSAGT, den Stupa GEGEN DEN UHRZEIGERSINN zu umschreiten! Sollte beim zwingend erforderlichen Umschreiten im Uhrzeigersinn das nach § soundso des IfSG verfügte Mindestabstandsgebot von 1,5 m nicht eingehalten werden, wird die Kulturstätte umgehend für den Publikumsverkehr gesperrt! Zuwiderhandlungen haben eine Strafanzeige zur Folge!“

  3. „Stupa“ klingt so gar nicht nach Buddhismus. Eher nach einer Salzburger Mehlspeisen-Spezialität. Die Skulptur wäre dann eine Vergrößerung des Werkzeugs, durch das der Teig gequetscht und zugleich im heißen Fett gedreht wird. Im Uhrzeigersinn, weil sonst werd’s nix. Warm mit Puderzucker und heißen Kirschen serviert, a bissl a Vannille-Eis dazu – Köstlich!

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