Wander-Blog von Manuel Andrack

Die besten Wander-Storys der Welt




Mein schönstes Wetterpilz-Erlebnis

Geschrieben am um 7:21

Mann, bin ich stolz. Kennt ihr die Homepage www.wetterpilze.de ? Ein absolut großartiges, abseitiges Hobby, Wetterpilze in ganz Deutschland zu suchen, zu sammeln und zu katalogisieren. Vor einiger Zeit hatte mich der Wetterpilze-Guru Klaus Herda gebeten, bei meinen Wanderungen Ausschau zu halten nach neuen Wetterpilzen für seine Sammlung. Vier Stück, alle an NRW-Wanderwegen, habe ich nun eingeschickt, und siehe da, alle waren bisher unbekannt.

 


Zum Beispiel dieser Wetterpilz am Ehmsenweg des SGV oberhalb der Ruhr (am Eichholzviertel von Arnsberg) Unfassbar ist, wie Klaus Herda launig, lyrisch und liebevoll diesen Wetterpilz beschreibt:

 Auch wenn sein Dach etwas „pappig“ wirkt, so ist seine Form doch atemberaubend. An die Jugendstil-Architektur erinnernd findet sich hier einer der seltenen Wetterpilze mit steilem Spitz-Hut. Und nicht genug mit dieser Besonderheit. Auch sein Stamm ist -vielleicht weltweit- einzigartig. Sind die Stämme der meisten Wetterpilze aus massivem Holz oder gelegentlich auch aus einem Rohr gebaut, so nährt sich die Stabilität dieses Kunstwerkes aus kreuzartig angelegten Brettern, die sich im Ganzen nach unten hin sanft verschlanken und damit der Form des Spitzhutes eine kapriziöse Dynamik und Energie verleiht.

 Wow. Kapriziös, weltweit einzigartig, atemberaubend, da habe ich ja ein echtes Wetterpilze-Juwel entdeckt.

 

 

Und dann fand ich noch dieses Exemplar am Neanderlandsteig in der Nähe des Engelberger Hofs von Solingen. Und Herda entdeckt wieder den Goethe in sich.

Durch seine Formführung wirkt er wie von der japanischen Origami-Kunst des Papierfaltens inspiriert. Auch sein Spiegelbild im Teich strahlt Leichtigkeit aus. Dabei ist er ein wahres Schwergewicht mit mächtigem Rumpf und stolzem Hut, auf dem eine Spitze aus Metall erhaben thront. Das ist der majestätischste und erhabenste [Wetterpilz der Gegend]

Also, immer daran denken, neue Wetterpilze an www.wetterpilze.de melden.



Was man an einem Wanderweg machen kann außer zu wandern

Geschrieben am um 10:48

Viele Wandermuffel sind ja fest davon überzeugt, dass das Wandern soooooooooo langweilig wäre. Jeder leidenschaftliche Wanderer weiß, dass dem nicht so ist. Außerdem wird oft vergessen, dass man bei einer Wanderung nicht nur wandert. Man hängt seinen Gedanken nach, quatscht, trinkt, picknickt, genießt Aussichten. So weit, so klar. Aber natürlich gibt es noch unendlich viele Tätigkeiten am Rande eines Wanderwegs.

 

 

Zum Beispiel kann man den anderen Wanderern den Marsch blasen. Früher war der Trompeter ein wichtiger Bestandteil der kämpfenden Truppe, heute wirkt er durchaus mobilisierend auf die Wandertruppe.

 

 

In der sächsischen Schweiz fand ich dieses in den Sandstein geritzte Mühlespiel. Da haben sich aber nicht Wanderer die Zeit vertrieben, die sind ja Wanderer und nicht Mühlespieler, sondern je nach Legende die römischen oder russischen Soldaten, die am Felsen wache schieben mussten, damit keiner den Felsen erobert. Da hat man viiiiiiiiiieeeel Zeit.

 

 

Einem anderen Hobby frönen die Bogenschützen im Dahner Felsenland. Die flitzen robin-hood-esk mit Pfeil und Bogen durch den Wald und schießen dann amorgleich ihre Pfeile auf große schwarze Zielscheiben, die bei Nichtgebrauch zusammen geklappt werden. Wenn die Pfeile fliegen, ist das Wandern untersagt, das kann nämlich leicht ungesund werden.

 

 

Auch so ein Wanderhobby: Mit schwersten Rucksäcken durch die Gegend wandern. Es gibt eine Harvard-Untersuchung, wie das Unterbewusste mit der Größe des Rucksacks zusammen hängt. Näheres erläutere ich in „Andracks kleiner Wandershow“. Termine auf meiner Homepage.

 



Wenn das der Martin noch erlebt hätte…

Geschrieben am um 9:23

Ich bin im Herbst den Lutherweg gewandert, gestartet bin ich im Lutherstammort Möhra. Stammort heißt nicht, dass da der Martin je gelebt hätte oder zumindest geboren worden wäre. Nein, sein Vater und seine Vorfahren, die haben in Möhra gelebt. Das ist so, als würde die Hansestadt “Merkelstammort Hamburg” heißen. Eigentlich gar nicht so schlecht, die Idee.

 

Aber was entdecke ich in Möhra: Zunächst eine protestantische Kirche, so weit, so normal. Aber kurz danach ein weiteres sprirituelles Zentrum, das buddhistische Dharma-Zentrum

 

 

Da kann man wahrscheinlich die ganze Seele und den Körper noch dazu mal so richtig Dharmamäßig durchspülen, Dharmaspiegelung sozusagen. Wenn das der Martin noch erlebt hätte…

 

 

Ebenfalls total dharmamäßig – aber auch irgendwie ziemlich reformativ – war der Typ drauf, der direkt unterhalb der Wartburg wie ein thüringischer Yogi halsbrecherisch auf einem Ast in vier Meter Höhe im Schneidersitz hockte. Die Augen geschlossen, voll auf dem Wartburg-Trip, und er hat nix von allem drum und dran mitbekommen, weil er sich Ohrstöpsel reingefriemelt hatte.

 

 

Aber das abgefahrenste buddhistisch-hinduistisch-protestantische Friedenssymbol entdeckte ich auf der Wartburg selber. Ich meine, kitschiger geht’s doch nicht, weiße Taube vor Kanonenrohr, eine heilige Zweifaltigkeit. Der Thüringer Wald ist definitiv das spiritistische Zentrum der Welt. Große Klasse!



Das Wollexperiment

Geschrieben am um 7:21

Eigentlich wissen wir viel zu wenig über uns und unsere Körperfunktionen. Selbst die NSA weiß wahrscheinlich nicht viel mehr über Angela Merkel als ihren Beziehungsstatus bei Facebook. Ich wollte mithelfen, das zu ändern. Also habe ich an dem großen WOLLEXPERIMENT der Firma Hess Natur teilgenommen. Zwanzig Freiwillige wurden gebeten, bei einer halbwegs schweißtreibenden Wandertour auf dem Rheinsteig zu testen, wie schweißabsorbierend/schweißtransportierend ein Woll-Shirt im Gegensatz zu einem Acrylshirt ist. Letzteres transportiert ja bekannterweise den Schweiß aus den Klamotten wieder zurück in die Erdatmosphäre.

 

 

Um das Exeperiment, begleitet von der Universität Graz, durchführen zu können, musste man sich ein Messgerät in die Haut implantieren lassen, eine Art ewiges Piercing im Dienste der Wissenschaft. Das Ding wurde mit einem riesigen Tacker in die Nähe des Solar Plexus eingeschossen und liefert nun sekundengenau meine Schweißabsonderungen an die Uni Graz.

 

 

Aber natürlich musste auch ab und an, vor allem nach größeren Anstiegen auf dem Rheinsteig, der Puls gemessen werden. Wenn eine größere Gruppe kollektiv sich auf den eigenen Pulsschlag konzentriert, hat das etwas Spirituelles – die Blicke sind entrückt, die Gesichtszüge entgleisen, alle befinden sich im Puls-Nirvana.

 

 

Das Problem dieser Wandertour am ersten Oktober-Wochenende war allerdings, dass es am ersten Wandertag Hund und Katzen regnete. Daran konnte auch die Gaststätte “Zur Sonne” nichts ändern. Und bezüglich des Woll-Experiment musste man das feststellen, dass regennasse Wollshirts wesentlich langsamer austrocknen. Aber vielleicht lag das auch daran, dass die hessischen Weinspezialitäte im Kloster Eberbach die Austrocknung doch erheblich verzögert haben.

 



Kippenberger: Alkoholfolter

Geschrieben am um 9:56

Heute mal kurz etwas zum Thema Kunstmarkt und Heimatkunde. In der aktuellen ZEIT vom 28.11. las ich einen Artikel von Nina Pauer mit dem Titel „Wir nennen es Bier“. Berichtet wurde über ein Readymade des genialen Martin Kippenberger, von Freunden, Sammlern und Pseudo-Kennern auch zärtlich Kippi genannt.

 

 

Wir sehen eine Dose Schlösser Alt vor Einführung des Dosenpfands in einem Plastikgebinde, anscheinend handelt es sich um die letzte Dose Bier, die anderen sind weg, leer, getrunken.

Das Kunstwerk von 1989 ist aktuell beim Auktionshaus Van Ham zu ersteigern, Schätzpreis 1.800 bis 2.400 Euro. Nur Kunstbanausen und alkoholabstinente Spaßbremsen können das überteuert finden. Alleine der geniale Titel ALKOHOLFOLTER ist das Geld wert.

Nun eiert Frau Pauer in dem Artikel herum, diesem Titel Bedeutung zu schenken: Warum nur „Alkoholfolter“, rätselt sie so vor sich hin. Ist es eine „humoristische Arbeit zur kleinbürgerlichen Lebenswelt“? Oder ist „das Dosenbier die Antithese zur Schankstube, mit ihm ist man sofort sehr allein“? Hübsch formuliert, aber haarscharf daneben. Oder, mutmaßt Frau Pauer, ist „es ein kritisches Selbstbildnis von Kippenberger über seine eigene Neigung zum Alkohol“? Nun, da kommen wir der Sache schon näher. Aber Kippi war ja nicht nur Künstler und Trinker, sondern auch KÖLNER! Und für den Kölner besteht die Folter nicht darin, dass Dosenbier einsam macht oder leider nur noch eine Dose des Sechsergebindes übrig ist, sondern die ALKOHOLFOLTER besteht natürlich eindeutig darin, dass in der Dose ALTBIER abgefüllt wurde, und dann auch noch SCHLÖSSER ALT. Das ist wahre ALKOHOLFOLTER! Amnesty International, übernehmen Sie!



Erst kommt das Fressen …

Geschrieben am um 14:19

Erst kommt das Fressen, dann die Moral, das wusste schon der alte Bert Brecht. Das gilt natürlich auch Wanderer und es ist doch einfach nur schön, wenn man auf dem Ahrsteig, der erstaunlicherweise relativ nah an der Ahr verläuft, auf einem vollbetonierten Wanderweg kurz hinter der Kläranlage eine herzliche Einladung vom örtlichen Bürgermeister erhält.

 

 

Ich habe mir die Äpfel aus der Augenhöhle geguckt, hatte einen Riesenschmacht nach einem Bankett, auf dem sich die Tische biegen, aber das Bankett muss in besagter Kläranlage von Blankenheim verschwunden sein.

Dabei hätte ich mit diverse Köstlichkeiten gewünscht. So wie auf meiner letzten Wanderung im Dahner Felsenland. Ich werde ja nicht müde, die überragende Kultur der Pfälzer-Wald-Verein (PWV)-Hütten zu loben. Und der Saumagen in der PWV-Hütte Dahn ist wirklich etwas für absolute Gourmets.

 

 

Genauso wie die Ahle Woosch in Nordhessen, meisterhaft hergestellt am Premiumweg P8 der Werratal-Entdecker Touren in der Jausenstation. Alt heißt in diesem Zusammenhang nicht, dass der Hesse gerne gammelige Wurst verspeist, sondern ist natürlich vielmehr ein Qualitätsnachweis einer längeren Reifung.

 

 

Aber was wäre das schönste Bankett ohne eine schönes, frisches Bier. Der Mensch lebt doch nicht vom Brot alleine. Einen wunderbaren Trinkspruch sah ich kürzlich in der Nähe der Wartburg im Thüringer Wald.

 

 

 

Die Gaststätte an der Sängerwiese liegt direkt am Lutherweg und der Spruch passt natürlich zum Maddin wie das Tintenfass zum Teufel. Wohl bekomm’s!



S – L- R – SM

Geschrieben am um 11:29

Unser Leben ist voll von zum Teil unverständlichen Abkürzungen und auch beim Wandern ist es oft nicht so einfach, wie es manchmal scheint. Nach meinem Auftritt mit “Andracks Kleiner Wandershow” in Erfurt bin ich am nächsten Tag auf dem Lutherweg von Möhra zur Wartburg gewandert.

 

 

Das verschnörkelte und historisierende “L” steht natürlich eigentlich für den Lutherweg, könnte aber auch für L-lustige Gespräche während der Wanderung, L-langweilige Wegpassagen und L-leichtfertige Wegmarkierung stehen, weil wir uns einmal übel verlaufen haben.

 

 

Aber beim Verlaufen haben wir den S-schönen S-Weg gesehen, der S-schwungvoll sich durch den Thüringer Wald wand und doch recht hübsch war. Kor allem schien auf dem S-Weg die S-sonne, wogegen es auf dem Rennsteig…

 

 

… R-rrregnete. Zum wiederholten mal, seit ich das erste mal auf dem Rennsteig ging, merke: R = Regen.

In die sexuelle Spezialitätenkiste ging es, als wie dann schließlich an dem SM-Stein vorbeigingen. SM = Sehr matschig, Steinernes Meer oder einfach: Süsse Markierung

 

 



Don Manolo, der Porro, die Caganers und die Maggi-Flasche

Geschrieben am um 9:29

Vor einigen Tagen war ich, wie jedes Jahr Ende Oktober (der Werbeblock kommt am Schluss des Blogs!!!) mit Anton Götten Reisen an der Costa Brava zum Wandern. Das war zum Wandersaisonabschluss noch mal richtig tolles Wetter, spektakuläre Touren – und einige kulinarische Überraschungen. Wer hätte zum Beispiel gedacht, dass sich bei dem alten Don Manolo so überzeugend die spanischen Gene bemerkbar machen, dass er zügig aus der Original katalonischen Porro den Wein trinken konnte. Und der Strahl verschwand passgenau im Schlund, großartig

 

 

Die peinliche Serviette, die ich wegen Klecker-Angst umgebunden hatte, war eigentlich überflüssig gewesen. Auf meiner ersten Wandertour überraschte uns das Team von Anton Götten mit einem Tischlein-Deck-Dich-Picknick im Kiefernwald. Wein, Käse, Brot, Wurst, Oliven – und, es handelt sich eindeutig um ein saarländisches Reiseunternehmen: Eine Flasche Maggi

 

 

Wanderführer Jaume, der alte Katalane, machte uns auf eine Köstlichkeit am Wegesrand aufmerksam: Die Madrono, eine Walderdbeere, die in Spanien auch den Beinamen hat: Iss-nur-eine. Denn wenn man die Frucht zu üppig genießt, droht akuter Flotter Otto.

 

 

Zum Thema Verdauung kann der Katalane eine hübsche Figur beisteuern: Den Caganer, frei übersetzt: Der Kacker. Der Caganer darf sein ordinäres Geschäft sogar als Krippenfigur neben dem Jesuskind verrichten, ist das zu glauben? Und dieses unzivilisierte Volk will selbstständig werden, unfassbar. In einem Andenkengeschäft sah ich Caganers-Figuren für jeden Geschmack (also keinen) und Anlass.

 

 

Ach ja, jetzt kommt natürlich noch der Werbeblock. Wenn Ihr nächstes Jahr mit mir an der Costa Brava wandern wollt, könnt ihr eine Costa-Brava-Wanderreise bei Götten buchen, zwischen dem 20. Und 28. Oktober 2014. Und dann können wir beim Picknick gemeinsam mit der Maggi-Flasche anstoßen und uns den Wein aus der Porro-Karaffe geben. Ich freu mich schon drauf.



Ahrquellenhausen und Qualitätspfade

Geschrieben am um 6:35

 

Einen der absoluten Höhepunkte des Ahrsteigs erlebt man an Kilometer Null des neuen Weitwanderwegs: Die Ahrquelle. In den traumhaft romantische Gassen des Eifelstädtchens Blankenheim geht man in eine Sackgasse und dann ist sie nicht zu verfehlen – Die Quelle der Ahr, eingefasst in eine Steinmauer. Es ist ungewöhnlich, dass sich eine Quelle mitten in einem Ort befindet. Normalerweise findet man Quellgebiete eher in unwegsamen Gebirgsregionen. In Blankenheim scheint es allerdings so, als ob der ganze Ort rund um die Quelle entstanden wäre. Korrekterweise müsste die kleine Stadt dann aber eigentlich Ahrquellenheim oder Ahrquellenhausen heißen.

 

 

Ich stehe ja total auf geheimnisvolle, volkstümliche Gedichte wie dieses an der Ahrquelle:

 

Aus jähem Felsen silberhell

Entspringt die Ahr in vierfachem Quell

Durch Wiesen hinab, von Wäldern gekühlt

Zu Bergen voll Reben mit funkelndem Wein

Grüss Welle, in der die Forelle gespielt

Uns Altenahr Du und den Vater Rhein.

 

Wir lernen: Es gibt eigentlich vier Quellen. Es stellen sich aber auch Fragen: Rätselhaft ist beispielsweise, warum die Spielerei der Forellen in der Vergangenheitsform gehalten ist, wahrscheinlich ist davon auszugehen, dass die Ahr forellenfrei ist. Und warum wird nur Altenahr gegrüßt und nicht Schuld, Adenau, Ahrbrück, oder Bad Neuenahr? Hä, hallo? Voll ungerecht!

 

Der Ahrsteig ist ja jüngst als Qualitätsweg vom Deutschen Wanderverband zertifiziert worden. Für höchste Qualität spricht, dass man zwar auf der ersten Etappe fast drei Kilometer auf einem asphaltiertem Radweg wandert, aber immerhin ist die linke Seite als schmaler Asphaltpfad gekennzeichnet. Schmaler Pfad = Höchster Wandergenuss, diese Rechnung geht voll auf.



Mönch im Nebelmeer

Geschrieben am um 7:33

Unlängst hatte ich wieder einmal das Vergnügen, in der Sächsischen Schweiz zu wandern. Über ganz Deutschland lachte an diesem meinem Wandertag die Sonne, nur nicht über dem östlichen Sachsen. Der Grund: Natürlich wirkt das geniale Felsenensemble des Elbsandsteingebirges nur wirklich Caspar-David-Friedricheresk, wenn sich die Nebelschwaden im Felsenmeer ergießen. Wie hier am Mönch in der Nähe der Bastei.

 

 

Apropos ergießen. In der Amselfall-BAUDE – „Baude“, so heißt die Einkehrmöglichkeit in Sachsen, in anderen Regionen nennt man so was Hütte oder Kneipe, in Sachsen ist es die BAUDE – am Amselfall also ergoss sich nicht nur der Wasserfall in ein kleines Wasserbecken, sondern auch das ein oder andere Bier in die weit geöffneten, durstigen Wanderer-Kehlen. Es ist ratsam, an der Amselfallbaude immer Kleingeld parat zu haben. Für 30 Cent zieht der Wirt an der großen Schnur und dann geht der Wasserfall so richtig ab, ein Wasser-Kraft-Werk gewissermaßen. Und auch ein 20-Cent-Stück sollte man immer mit sich führen. Die Leser meines letzten Buchs „Das Neue Wandern“ (das erscheint, das mal nur so nebenbei, im Doppelpack mit meinem ersten Wanderknaller „Du musst Wandern“ im Dezember bei Malik in der National Geographic-Reihe mit einem endgeilen neuen Vorwort, aber das nur so nebenbei…) werden sich an die Toilette von Kloster Beuron erinnern, für die man DREI ZEHN CENT STÜCKE braucht – um von innen die Türe des Locus zu verriegeln. In der Amselfallbaude braucht man EIN ZWANZIG CENT STÜCK, um die Tür des WCs überhaupt erst zu öffnen. Merke: Wer wandert, tut immer gut daran, genug Kleingeld dabei zu haben, Wandermünzen sozusagen, ihr wisst, ja, Taler, Taler, Du muss wandern. Apropos, „Du musst Wandern„, hatte ich schon erwähnt, dass im Dezember – ach so, hatte ich schon, dann ist ja gut…


Wer glaubt, Wandern ist fade und die Vorstufe zur Rollator-Rallye, muss diesen Blog lesen und wird staunen. Ob Kurioses am Wegesrand, schräge Hinweistafeln, Lebensgefahr am Wanderweg, skurile Wandervögel, betreutes Trinken am Steig, gigantische Aussichten oder extreme Herausforderungen im deutschen Mittelgebirge – bei andrackblog.de gibt es alles über das Thema Wandern. Jede Woche neu, (relativ) aktuell. Die besten Wander-Storys der Welt eben.

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