Wander-Blog von Manuel Andrack

Die besten Wander-Storys der Welt




Die Vorfreude

 

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„Vorfreude ist die schönste Freude“. Diesen Spruch meiner Eltern habe ich immer gehasst: Das habe ich immer zu hören bekommen, wenn es mir als Kind nicht schnell genug gegangen ist. Nach der Ankunft in der Ferienwohnung direkt an den Strand? Neeein, erstmal alles auspacken, denn: „Vorfreude ist die schönste Freude“, furchtbar, ich hätte die eigentliche Freude liebend gerne mit dieser blöden Vorfreude getauscht.

 

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Mittlerweile sehe ich das anders. Besonders die Vorfreude auf eine Wanderung ist großartig. Ich rede nicht von der Planung einer Tour, die kann Wochen oder Monate vorher stattfinden. Ich meine die Vorfreude, wenn ich morgens aufwache und weiß: Gleich geht es los. Ich meine die Vorfreude bei der Anreise mit Bahn oder Auto – die Landschaft ändert sich und kündigt zukünftige Wanderabenteuer an. Und ich meine vor allem Dingen die Euphorie auf den ersten Wanderkilometern.

Ein Wanderkumpel hat mir verraten, wann er das perfekte Wanderglück empfindet: beim ersten Weizenbier nach der Wanderung – und während der ersten Minuten einer Wandertour. Das ist eigentlich logisch: Mit dem ersten Weizen kehren die Kräfte zurück, aber am stärksten fühlt man sich zu Beginn einer Wanderung. Oft habe ich mich gefragt: Wie bitte, der Rundweg soll nur 12,8 Kilometer lang sein – ich bin bereit für einen Wandermarathon – mindestens! Solcherart Hochgefühle durchströmen die Wanderer zu Beginn (fast) jeder Tour.

 

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Schmetterlinge im Bauch kennt jeder, der sich frisch verliebt hat. Aber man kann sich auch auf eine Wanderung so sehr freuen, dass einem das Herz bis an den Hals schlägt. Gerade zu Beginn einer Wandertour schießen die Endorphine ein, das Wanderglück wird selten intensiver erlebt. Denn wir haben noch nicht die Mühen des Weges erlebt, die fordernden Steigungen, den durchnässenden Regenschauer, die ruhetagende Waldgaststätte. Nein, zu Beginn einer Wanderung herrscht eitel Sonnenschein, auch wenn das Wetter schlecht ist.

 

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Wir freuen uns auf all das, was wir erleben werden, die phantastischen Ausblicke, die Natureindrücke, den intensiven Gedankenaustausch mit dem Wanderkumpel. Das ist Wander-Vorfreude pur.

Voraussetzung ist, dass unser Wanderplan ein guter ist, die Bekleidung wettersicher, die Schuhe bequem und griffig. Um Vorfreude zu erleben sollte man allerdings Wanderer sein, nicht Pilger. Das ist leider so – Wanderer erleben Vorfreude, (viele) Pilger leiden an ihrem Weg. Wie schrieb Hape Kerkeling in seinem Pilgerbuch: „Mir macht das Laufen einfach keinen Spaß. Ich finde den Weg toll, aber das Gehen als solches macht mir nicht die geringste Freude.“ Der Arme: keine Freude am Gehen, das ist wirklich schade.

Ich zelebriere aktuell meine Vorfreude, diesen Blog zu schreiben. Denn es ist der erste Bär-Blog 2019. In diesem Jahr werde ich regelmäßig über viele grundlegende, fundamentale, aber auch auf den ersten Blick banale Wander-Weisheiten bloggen. Auf baer-schuhe.de und andrackblog.de und – ganz neu – bald auch bei facebook. Und diese Blog-Vorfreude ist so schön, dass ich gerne unterschreibe, was ein Leben lang meine Maxime war: Vorfreude ist die schönste Freude!

Dies war übrigens ein gesponserter Beitrag!


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4 Kommentare zu “Die Vorfreude

  1. Nicht zu unterschätzen ist auch die NACHfreude! Etwa beim Einzeichnen der Tour auf der Wanderkarte, beim Erzählen davon, bei der gemeinsamen Nachbetrachtung (z.B. im Biergarten) oder natürlich beim bloßen Sich-Erinnern (oft noch nach Jahren oder gar Jahrzehnten). Meist gehe ich eine Tour auch nachts beim Einschlafen in Gedanken direkt noch einmal im Zeitraffer durch. Immer wieder interessant, an welcher Stelle ich dann konkret einschlafe.. angekommen bin ich aber so glaub‘ noch nie..

    • 100 % Zustimmung! Und wenn man manchmal Texte darüber schreibt oder sogar Bilder mit Motiven von der Wanderung malt, dann ist das zwar Arbeit, aber zugleich – Achtung, Schwurbel-Alarm – evoziert es Erinnerungen und somit auch wieder Nachfreude!

  2. Nachfreude! Ausgezeichnetes Thema für den neuen Bärblog. Aber gibt es da nicht einen eleganteren Begriff? Nachhall? Wander-Essenz? Positive Narben?

    • Nachfreude bringt es, finde ich, am besten auf den Punkt. Deutsches Sprichwörter-Lexikon, Band 3. Leipzig 1873, Sp. 834: „Nachfreud‘ ist besser als Vorfreud‘. Hrsg. des Lexikons ist, na so was, ein gewisser Karl Friedrich Wilhelm Wander!

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