Wander-Blog von Manuel Andrack

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Amöneburg sehen – und Amöneburg lieben

Erhaben, wirklich erhaben. Ich möchte das altmodische Wort des „Erhabenen“ benutzen. Denn das ist das Gefühl, als ich mich im Auto Amöneburg nähere. Majestätisch, wuchtig aber gleichzeitig filigran (doch, doch, das geht) erhebt sich östlich von Marburg ein Basaltkegel aus der Landschaft, auf der Bergkuppe ein Kirchturm und eine Burgruine.

 

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Normalerweise fotografiere ich erst, wenn die Wanderung beginnt, aber den Amöneburg-Berg muss ich schon von der Landstraße aus fotografieren. Oben an der Burg starten wir eine Wanderung auf dem Amanaburch-Tour, 10,7 Kilometer sehr abwechslungsreiche Kilometer. Die blaue Markierung ist mit einem weißen „A“ auf blau versehen.

 

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Mich hat die Form des „A“ an die Signatur von Albrecht Dürer erinnert. Passen würde das eigentlich, denn Amöneburg ist sowohl bildschön, mittelalterlich, aber auch malerisch. Unter schattigen Bäumen wandern wir auf dem Premiumweg bergab, wobei sich gigantische Ausblicke ergeben. Zunächst Richtung Marburg, im der Ferne der Kellerwald und das Rothaargebirge. Richtung Norden geht der Blick über die nordhessische Hügellandschaft. Ein weiß-eckiges Industrie-Gebäude scheint die Idylle zu stören. Aber Moment! Dort werden tatsächlich „regionale“ Produkte der ganz anderen Art produziert: Nutella, Ferrero Rocher, Mon Cheri, Milchschnitte. In Stadtallendorf zu Fuße von Amöneburg sind die Produktionshallen von Ferrero deutlich zu erkennen.

 

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Wir erreichen die Waschbachquelle. Ein mystischer Ort, der Geschichte(n) erlebt hat und davon erzählt. Der heilige Bonifatius soll dort schon getauft haben. Seit dem 16. Jahrhundert haben an dieser Stelle die Mägde die Wäsche gewaschen und gebleicht. Zwei der Mägde habe in längst vergangenen Zeiten einen tödlichen Eifersuchtsstreit ausgetragen und sind mit Sicheln aufeinander los gegangen. Ergebnis: Beide tot! Ob das der Typ wert war?

 

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Neben der Waschbachquelle entdecke ich übrigens auch noch den größte Feldahorn Hessens. Applaus! Nachdem ich die Amanaburch-Tour gelaufen bin, habe ich noch eine kleine Runde um den Amöneburg-Berg gedreht. Mit meiner Familie und vielen anderen Familien. Wir sind knapp fünf Kilometer auf der Geotour „Stock und Stein“ gelaufen. Georoute hört sich jetzt nicht so aufregend für Kinder an, ist es aber. Zwei Spielplätze, viele kindgerechte Info-Tafeln, ein Ziegen-Projekt, Burgruinen, ein Brunnen mit kühlem Wasser. Meine Tochter Nika fand es auf jeden Fall klasse, sie hat eine echte Wanderfreundin kennen gelernt und will auf jeden Fall wiederkommen.

 

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Ob ich wieder nach Amöneburg komme, hat mich der Bürgermeister des Ortes am Ende des (Doppel-) Wandertages gefragt. Tausendprozentig, denn dieser Ort ist wirklich magisch, und das nicht nur wegen der grandiosen Aussichten. Und das findet übrigens auch meine Familie …

 

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4 Kommentare zu “Amöneburg sehen – und Amöneburg lieben

  1. Offenbar kann man sich Amöneburg nicht nur mit dem Auto, sondern auch mit der Bahn nähern. Das heißt: Amöneburg landet hiermit schon mal ganz weit oben in der Liste der potentiellen Orte, mit denen Hintermstoaner und Markazero bald mal ihre lästige ‚Ich-war-noch-nie-in-Hessen-wandern‘-Scharte auswetzen können.
    [ja Markazero, ich weiß, wenigstens Du bist schon mal paar km nach Hessen rein- und wieder rausgewandert..]

    • Auf jeden Fall geht das! Mit der Bahn nach Kirchhain und von dort aus mit dem Bus nach Amöneburg – eine direkte Anbindung an die Bahn hat Amöneburg nicht.

      Auf dem Hin- und/oder Rückweg ist ein Stopp im Marburg auf jeden Fall auch sehr lohnenswert.

      • Danke für die Infos! Das bringt mich auf eine womöglich noch bessere Idee: Vom Bhf Kirchhain zu Fuß nach Amöneburg, dort die Amanaburch-Tour evtl. plus Geo-Tour und anschließend retour nach Kirchhain. Dann hat man schon mal eine geschmeidige 20plusminusx-km-Wanderung zusammen und in Kirchhain wahrscheinlich eh mehr Nächtigungs- und Einkehr-Optionen. Und die Möglichkeit, am nächsten Tag von Kirchhain direkt die Himmelsbergtour in nördlicher Richtung anzugehen.

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