Wander-Blog von Manuel Andrack

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Der Schwarzenholzer Grenzsteinweg

Die Tage werden wieder länger. In diesem Zusammenhang ein kleiner Exkurs über die Sommerzeit. Von Jahr zu Jahr steigt der Unwillen über die Sommerzeit. Vor allem bei der Zeitumstellung im Frühjahr werden ständig die Stimmen lauter, die die „gestohlene“ Stunde beklagen und ein Ende der künstlichen Zeitumstellung fordern. Ich gestehe: ich bin ein großer Fan der Zeitumstellung. Energieeinsparung? Ist mir piepegal. Aber die langen Abenden im Biergarten, die Wanderungen bis neun/zehn Uhr Abends, das ist doch einfach großartig. Wer bitte schön hätte einen Vorteil, wenn es im Hochsommer schon morgens um 4.00 Uhr hell ist?

Und gerade die Sommerzeit ermöglicht es uns, auch wieder nach der Arbeit in der nächsten Umgebung zu wandern. Am Wochenende, ja, da nehmen wir uns die Wege vor, die in den hübschesten Ecken der Republik liegen. Aber während der Sommerzeit wird auch verstärkt in der nahen und nächsten Umgebung gewandert. Daher habe ich jetzt auch erst den Schwarzenholzer Grenzsteinweg entdeckt. Der Start ist ungefähr drei Kilometer von meinem Haus entfernt.

 

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Nun gut, sehr sexy ist der Park-und-Mitfahrer-Parkplatz an der A8 nicht, der der Startpunkt der 14 Kilometer langen Wanderrunde ist. Achtung: Die großen blauen Wegweiser sind nicht für Wanderer bestimmt. Es empfiehlt sich also nicht, in Richtung Köln zu wandern, es sei denn, man will einmal der Held im Verkehrsfunk sein. Aber ganz ganz klein kann man schon am rostig-silbernen Pfeiler die Markierung des Grenzsteinwegs erkennen.

 

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Hübsche Markierung und – um das vorweg zu nehmen – die Markierung des ganzen Wegs ist perfekt und eindeutig premiumwürdig. Man fragt sich aber natürlich als von Natur aus skeptischer Mensch, ob denn das Versprechen mit den Grenzsteinen eingelöst wird. Man kennt das ja, kaum muss man mal 100 Höhenmeter überwinden, schon hat man es mit einem „Steig“ zu tun. Kaum steht eine alte Eiche am Wegrand, schon geht man auf dem „Eichenpfad“. Aber keine Angst, auf dem Schwarzenholzer Grenzsteinweg sieht man knapp 50 Grenzsteine, das reicht doch für’s Erste, oder?

 

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Auf vielen Steinen ist „SH“ eingemeißelt, das heißt Schwarzenholz, „S“ steht für Schwalbach, aber was bedeutet „F“? Steht das für Faarbrücken? Für Faarlouis? Oder für Füttlingen? Keine Ahnung. Es gibt aber nicht nur Grenzsteine am Wegrand, sondern auch jede Menge schöne Wegpassagen.

 

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Fazit: Dank der Sommerzeit bin ich den Grenzsteinweg nun endlich gegegangen. 50 Prozent sind voll Premiumtauglich, 30% qualitätswegtauglich, die restlichen 20 % sind: na ja. Für einen Weg-um-die-Ecke ist diese Mischungsverhältnis voll okay.


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5 Kommentare zu “Der Schwarzenholzer Grenzsteinweg

  1. Daf „F“ fteht für den „Herrfaftlifen Forftwald“, der frr…. frrrü… der.. frr.. — der einstmals südseitlich von Schwarzholz ansässig gewesen ist -[?]-[!].

  2. Ich bin da der gleichen Meinung. Ich finde es im Sommer auch richtig schön, wenn man lange am Abend die Sonne genießen kann – und im Hochsommer auf der Terrasse mit Sonnenbrille und Bier das Wetter und die Ruhe genießen kann.
    Ich wette dass viele es vermissen würden, wenn tatsächlich die Sommerzeit wegfallen würden.

  3. Immer wieder interessant, auf welche Arten sich Geschichte (nicht) wiederholt:

    April 1916
    Erstmals Einführung der Sommerzeit im Deutschen Reich, um mittels Energieeinsparungen an STEINIGEN GRENZWEGEN effektiver SCHWARZES HOLZ hinterlassen zu können (z.B. bei Verdun)..

    April 2016
    Andrack plädiert für Beibehaltung der Sommerzeit, um den SCHWARZENHOLZER GRENZSTEINWEG effektiver gehen zu können

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