Wander-Blog von Manuel Andrack

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Immer wieder diese Grenzerfahrungen

Wahrlich ich sage Euch, ich habe in den letzten Jahren einen Haufen Grenzerfahrungen beim Wandern gemacht. Ob das die 82 Kilometer mit Thorsten Hoyer waren, die Watzmann-Ostwand-Besteigung, die Wanderungen mit dem Schwäbischen Albverein oder meine Wüstenwanderung bei den Sahauris. Aber auch all die Blasen, unterhopften Wanderkilometer und unvermuteten Regengüsse waren natürlich Grenzerfahrungen.

Vor kurzem, anlässlich der letzten Kytta-bewegt-Wanderung des Jahres auf dem Felsenweg bei Losheim, habe ich eine neue Grenzerfahrung gemacht. Ungefähr zwei Kilometer nach dem Start in Waldhölzbach verläuft der Felsenweg genau auf der Grenze zwischen dem Saarland und Rheinland-Pfalz. So weit erst mal nix besonderes, ist doch das Saarland so klein, dass man schnell an seine Grenzen stösst. Aber was wirklich erstaunlich war: Auf saarländischer Seite war ein Wald mit dem üblichen Unterholz zu sehen. Auf rheinland-pfälzischer Seite dagegen Moos, so weit das Auge reichte.

 

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Unglaublich, eigentlich ist auch Rheinland-Pfalz hochverschuldet, dass die so viel Moos haben, hätte ich nicht gedacht.

Eine weitere Grenzerfahrung habe ich im Sommer auf dem „Luftigen Grat“ bei Oberstaufen gemacht, dem spektakulären alpinen Premiumweg im Allgäu. Ich ging nicht über eine Landesgrenze, aber der luftige Grat markierte eine Wetterscheide, eine Wettergrenze.

 

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Auf der einen Seite freie Sicht, auf der anderen Seite eine dichte Nebelwand, die sich zögerlich anschickte, über den Grat zu kriechen. So eine meteorologische Grenzerfahrung habe ich noch nie gemacht. Den vollständigen Luftigen Grat-Report könnt ihr übrigens im aktuellen Wandermagazin lesen …

Aber noch nicht zu vergleichen ist das alles mit der unglaublichen Grenzerfahrung, auf dem Mössinger Dreifürstensteig auf der unterwöbten Hangkante zu stehen.

 

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Ich habe diese Warnmeldung nicht verstanden. Entweder ist das saugefährlich, an den Hangkante zu stehen, dann sollte man die sperren. Oder aber jeder ist seines Glückes Schmied, dann sollte man das Schild weglassen, denn es erzeugt nur eines: Angst. Ich habe mich natürlich trotzdem todesmutig für wenige Sekunden auf die total unterwölbte Hangkante gestellt. Eine weitere Grenzerfahrung.

 

Und jetzt seid ihr dran mit Euren Grenzerfahrungen…


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5 Kommentare zu “Immer wieder diese Grenzerfahrungen

  1. Hmm.. außer kürzlich am Rande der Höllenschlucht einem Knollenblätterpilz begegnet zu sein (in der Lüneburger Heide!), kann ich diesen beeindruckenden „limit summits“ spontan nix entgegen setzen..

  2. Diese Grenzerfahrungen immer… Verkehrsverbund-Grenzen, an denen man Wandertouren ausrichtet? Klettersteige ohne -Set, so dass Gefahren real und nicht geborgt sind? Oder Wandern am Luganer See, Staunen über den Markierungs-Kontrast Italia-Suisse, und dann verschwitzt Rucksack ausräumen müssen, weil Grenzbeamter der Meinung, dass man am Gipfel sein nicht vorhandenes Schwarzgeld-Konto leer geräumt habe… wo man sich auf der dortigen Bank doch nur erschöpft niedergesetzt hatte!

  3. Hier geht es wahrscheinlich wieder um Grenzerfahrungen von Bürokraten: „Verkehrssicherungspflicht“ …selber schuld wenn euch `was passiert. Wir haben ja darauf hingewiesen!
    Ist allemal billiger als die Gefahrenstelle zu beseitigen.
    Erinnert mich irgendwie an die Nationalparkverwaltung der Sächsischen Schweiz. Mir fällt nur eben nicht ein warum….

  4. Da stimme ich Wolfgang voll und ganz zu. Sie ziehen sich einfach aus der Verantwortung, anstatt wirkliche Gefahren einfach zu eliminieren. Bei uns in der Gegend am Karersee sehe ich auch oft solche Schilder. Fast schon wieder witzig, was man dort so alles zu lesen bekommt. Liebe Grüße aus Welschnofen Nina

  5. Folgende heute durchgeführte Grenzerfahrung soll hier nicht unerwähnt bleiben: An der Hamburg-Niedersächsischen Grenze gibt es nämlich einen Berg zu besteigen, welcher der höchste Hamburgs ist (116,2 m), der aber von unten aus keiner Himmelsrichtung zu sehen ist (zu dichter Wald), von dem aus man in keiner Himmelsrichtung was sieht (zu dichter Wald), der in keiner Wanderkarte verzeichnet ist, der an keinem markierten Weg liegt, auf den es vor Ort keine Hinweisschilder gibt, den keine Sau kennt, auf den ich trotz 17jähriger Wandererfahrung in und um Hamburg erst durch einen Artikel in der aktuellen Sonderausgabe der Hamburger Obdachlosenzeitung aufmerksam gemacht werden musste und dessen Gipfel ich nur dank einer präzisen Beschreibung eines Online-Mountainbikers gefunden habe. Der Berg heißt „Hasselbrack“ und es gibt da droben einen hübschen Gipfelstein und dazu auch noch ein GIPFELKREUZ UND SOGAR EIN GIPFELBUCH!!!

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