Wander-Blog von Manuel Andrack

Die besten Wander-Storys der Welt




Voll obermodern, das Müüsli

Geschrieben am um 10:31

Im nächsten WANDERMAGAZIN geht die schöne Serie “Andrack wandert mit den Outdoor-Firmen-Chefs-und-Chefinnen” in die nächste Runde. Diesmal wandere ich mit Rolf E. Schmid, dem Chef von Mammut. Die Tour war geil, was zum ersten an der Landschaft lag, denn die Ausblicke auf den Vierwaldstätter See lassen auch einem eingefleischten Mittelgebirgswanderer das Herz aufgehen.

 

 

Zum zweiten haben wir auch einige schöne Gipfel erklommen. Obwohl der Huserstock mit seinen 1904 Meter doch eher etwas für einen beinharten Schalke-Fan gewesen wäre. Die nächste Schweizer-Wander-Tour sollte daher für mich als FC-Fan am Berg Haglere (1948 m) vorbeiführen, vor allem, weil ich den beim googeln unter der URL www.bierwandern.ch gefunden habe.

 

 

Aber was soll man bitte schön von Kreuzsponsoren halten, die Roli & Müüsli heißen? Rätselhafte Eidgenossen…

Ich bin mit dem Mammut-Chef an einem dieser unendlich heißen Juni-Tage gewandert. Es war so abartig heiß, dass sogar diese Kuh (zuerst hatte ich gedacht, das Rindviech hätte ihren Kopf in den Seilbahnmast eingeklemmt) allerlei Verrenkungen machte, um mit dem Kopf im Schatten zu sein.

 

 

Alles in allem wie gesagt eine geile Tour, oder sollte ich statt “geil” “obermodern” sagen? Diesen Ort entdeckte ich bei der Rückfahrt von Luzern nach Saarbrücken in der Nähe von Straßburg. Ich bin mir nur nicht sicher, ob man den Namen als Adjektiv oder als Verb benutzen darf, kann und sollte.

 



Wanderkunst

Geschrieben am um 12:02

Seit gestern kann man im Reiseteil der ZEIT meine Reportage über meine Tour mit dem Kunstwanderer Hendrik Sturm auf dem GR2013 lesen, studieren, auswendig lernen. Eine sehr aufregende und ungewöhnliche Wanderung war das…

Hier ein kleiner Bilderreigen zu diesem Erlebnis.

1. Die mysteriösen Hinterlassenschften der Asiatin

2. Leere Kondompackung am szenebekannten Gay-Treff

3. Mit Hendrik Sturm beim Picknick im Talkessel, in dem schon Marlene Dietrich sang

4. Brennendes Haus auf dem Übungsgelände der französischen Feuerwehr



Heute heiteres Rate-Quiz

Geschrieben am um 18:52

Frage 1: Was will uns dieser Mann sagen?

 

1. Die Wanderklamottenfirma Odlo hat das Logo des Druidenpfads kopiert.

 

2. Der Druidenpfad hat das Logo der Wanderklamottenfirma Odlo kopiert.

 

3. Wandern wird doch nicht olympisch, es fehlen zwei Ringe.

 

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Frage 2: Welches Tier sehen wir hier:

 

 

1. Einen sibirischen Sägelzahntiger

 

2. Einen Maikäfer, dessen Mutter in Pommerland weilt

 

3. Ein Hängebauchschwein auf der schwäbischen Alb

 

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Frage 3: Was ist das?

 

 

1. Die Röntgen-Aufnahme eines Wanderrucksacks vom Frankfurter Flughafen.

 

2. Packhilfe für katalanische Wanderer in einer Bucht der Costa Brava.

 

3. Neu entdeckte Höhlenzeichnung des ersten steinzeitlichen Rucksacks

 

Wer alles richtig hat, bekommt von mir eine Freiwanderung für zwei Personen auf einem Premiumweg (freie Auswahl!!!) in Deutschland geschenkt.

 



Enthemmte spanische Nackedeis

Geschrieben am um 5:45

Erst einmal wünsche ich Euch ein frohes neues Wanderjahr!!!

Seit November habe ich immer wieder in meinem Blog auf die Vorzüge des Wanderns an der Costa Brava hingewiesen. Aber, das wussten alle Philosophen von Platon bis Schopenhauer, wo Licht ist, da ist auch Schatten. Es ist nicht alles so toll, wenn man an der Küste wandert. Nicht nur, dass es ziemlich beschwerlich ist, durch den Sand zu stapfen.

 

 

Nein, dann liegen in dem Sand auch noch diese ganzen Sonnenanbeter oder wie die heißen rum. Faulenzer, Gammler sind das, wenn Ihr mich fragt. Was ist das denn für ein Benehmen, den ganzen Tag in der Sonne rum zu liegen? Na ja, so was muss man eben als Wanderer an der Mittelmeerküste ertragen. Aber das war ja nichts gegen den Terror an der Cala Nudista.

 

 

Für alle Hispanophoben: Cala Nudista ist ein Sexbadestrand und so war auch das Wandern dort die reinste Hölle. Enthemmte spanische Nackedeis wollten der deutschen Wandergruppe an die Wäsche, wir sind nicht mehr gewandert, wir sind geflohen.

Und dann waren wir endlich weg vom Strand und vom Meer und gingen auf einem schönen Küsten-Wanderweg. Und dann bekamen einige aus der Wandertruppe den Tunnelblick, eine höchst tückische und extrem ansteckende Augenkrankheit. Schlimm!

 

 

Das deutsche Mittelgebirge ist auch schön, habe ich da gedacht.



Was so alles an den Bäumen hängt …

Geschrieben am um 9:56

Früher, als die gute Zeit noch alt war oder die alte Zeit noch gut war oder wie man das nennt, früher also, da war alles so einfach. An den Bäumen da hingen Äste und Zweige und an diesen wiederum hingen Blätter, Blüten, Äpfel, Walnüsse und so weiter. Aber die guten alten Zeiten waren manchmal auch sehr unlustig, denn ab und zu hing auch ein Galgenstrick am Baum, aber nur manchmal.

 

Es ist nur äußerst befremdlich, was ich in den letzten Jahren auf meinen Wanderungen an Bäumen in Augenhöhe hängen sah:

 

Ein BH, eine Brille, ein Kleid. Eigentlich eine klassische Reihenfolge eines gekonnt hingelegten Stripteases. Befremdlich nur, dass die Fundorte im Saarland, im Bergischen Land und in Katalonien zu finden sind. Eine lange Strecke für eine kleine exhibitionistische Nummer! Es muss sich also um Wanderer handeln, die sozusagen teil-exhibitionistisch veranlagt sind. Nun ja, jeder nach seiner Facon, wie meine Mutter immer sagt…



Noch eine Stunde und elf Minuten bis Llafranc

Geschrieben am um 10:21

Ich bin an der Costa Brava gewandert und sah dieses Hinweisschild:

 

 

Interessant, dachte ich, die Wander-Entfernung wird also in Katalonistan in Zeit und nicht in Kilometern angegeben. So wie zum Beispiel generell in der Schweiz. Aber, jetzt mal ehrlich, war der katalenesische Wegezeitenausmesser besoffen oder Karnevalist? Eine Stunde und elf Minuten, ist das so sicher, dass man GENAU so lange nach Llafranc wandert? Ich weiß nicht. Die spinnen, die Kataloniker!

Wo wir schon bei merkwürdigen Schildern sind. Dieses hier sah ich am Eggegebirge in Bad Driburg:

 

 

Ein Arboretum, so, so, die feinen Bad Driburger machen es wohl nicht darunter. Früher hieß so was Waldlehrpfad, aber “Arboretum”? Da braucht man ja das extrem große Latinum, um das zu kapieren, mindestens. Da ist mir doch die erdige Eifeler Mentalität am liebsten wie auf diesem Schild, gesichtet in Vicht bei Stolberg in der Nordeifel:

 

 

Der Vfb Vichttal 08 hat eben ein Herz für Frauen. Während die männlichen Fußball-Fans 5 Euro zu den Spielen des Landesligisten zahlen müssen, werden Frauen nur mit 3 Euro belastet. Genauso wie Rentner und Studenten. Ich frage mich nur Und wie viel müssen denn RentnerINNNEN und StudentINNEN zahlen? Einen Euro? Gar nix? Ich bitte um Aufklärung.



Wanderführer Martin

Geschrieben am um 15:43

 

Der Mann rechts im Bild, das ist der Martin. Der Martin ist Wanderführer, hauptberuflicher Wanderführer. Er lebt und arbeitet an der Costa Brava und führt von seinem Stützpunkt Playa de Aro aus Wanderungen. Martin ist wirklich ein feiner Kerl, immer freundlich, immer gut drauf, kann viel Wissenswertes am Wegesrand interessant erzählen. Wenn der Martin mal provozieren möchte, dann setzt er für alle saarländischen Wanderfreunde seine Kappe aus der Pfalz auf.

 

 

Der Martin hat aber auch, das muss man ganz klar sagen, eine Macke. Ich meine jetzt nicht, dass er Fan von Schalke 04 ist, das ist zwar eigentlich nicht verzeihbar für einen Münsteraner, wie es Martin einer ist. Nein, Martins Manie ist es, sich pausenlos während der Wanderung umzuziehen.

 

 

Bei jeder Pause, wenn er sich leicht verschwitzt fühlt, wechselt er sein T-Shirt. Dafür hat er extra einen großen Rucksack dabei, in dem er gefühlt zehn frische und irgendwann dann auch nicht mehr so frische T-Shirts mit sich herum schleppt. Nun ja, was man neidlos anerkennen muss: er kann es sich figurenmäßig auch leisten, sich so oft umzuziehen…

 

 

Ich freu mich schon auf die nächste Wandertour im Oktober 2013 mit Martin an der Costa Brava. Am meisten bin ich gespannt, ob er ein paar neue T-Shirt-Modelle vorführen wird.



Überraschungen an der Costa Brava

Geschrieben am um 11:40

Wenn in Deutschland die Blätter fallen, die Temperaturen ungemütlich werden und die Wandersaison sich so langsam dem Ende zuneigt, kann man ja immer noch in andere, wärmere Gebiete flüchten, um Schusters Rappen die Sporen zu zeigen. So verschlug es mich Ende Oktober an die Costa Brava, die seit Jahrzehnten unter dem schlechten Image von Bettenburgen wie Lloret de Mar und Salou leidet.

Allerdings, Surprise, Surprise – wenn es anders wäre, wäre es ja auch langweilig – es gibt wirklich traumhafte Buchten und Steilküsten an der Costa Brava, wie dieses kleine, kuschelige Fischerdorf, mittlerweile zwar ohne Fischer, dafür mit jeder Menge bunter Türen

 

 

Man muss allerdings an dieser Küste aufpassen, denn der “Maler” Salvador Dali hat in dieser Region sein Unwesen getrieben. Ich gebe es zu, ich bin kein großer Fan seiner “Kunst”, seine Form des Surrealismus ist der größte denkbare Kitsch. Trotzdem schön, dass Dali sich auch um den Expressionismus verdient gemacht hat, denn wie soll man sonst die Türstellung in der sogenannten Dali-Baracke deuten? Da fühlt man sich doch direkt in einen expressionistischen Film à la “Noseferatu” zurückversetzt.

 

 

Ich war so angetan vom Wandern an der Costa Brava, dass ich für die ganze Wandergruppe, mit der ich unterwegs war (dazu später mehr) eine sehr lässige, gewagte, irgendwie aufreizende Pose einnahm.

 

 

Wie erotisch aufgeladen diese Costa Brava ist, wurde mir klar, als ich ein Haus am Meer sah, ein rosa Haus, ein Casa Rosa sozusagen, und mir unser Wanderführer Martin erzählte, auf der Terrasse dieses Casa Rosa seien “früher” Pornos gedreht war.

 

 

Welchen Tick Wanderführer Martin mit den heißen Infos hat, werde ich in den nächsten Wochen mal verraten.



Die spinnen, die Österreicher

Geschrieben am um 7:09

Anfang August bin ich auf dem Lechweg gewandert. Den ausführlichen Bericht darüber konnte man am 13. September in der ZEIT lesen.  Wirklich schön ist es auf dem Lechweg.

 

 

Nur, jetzt mal unter uns, manchmal habe die Österreicher einen Knall, die spinnen die Österreicher, wie Asterix sagen würde. Warum zum Beispiel stellen die einen Strandkorb auf eine Lechtalbrücke? Warten die auf den Klimawandel, wenn bald die Nordseeküste bis in den Vorarlberg reicht?

 

 

Und wieso gibt es Verkehrsschilder, die ausschließlich den Besitzern von Oldtimern und Kradfahrern mit wehendem Schal die Durchfahrt verweigern?

 

 

Und warum bitte schön bauen die Österreicher Hängebrücken, an denen Vertigo-Patienten wie ich scheitern?

 

 

Das verstehe ich alles nicht, liebe Österreicher.



Schnappschüsse vom Lechweg

Geschrieben am um 10:09

In der ZEIT vom letzten Donnerstag habe ich beschrieben, wie ich mit einer europäischen Wanderdelegation den Lechweg erwandert, kontrolliert, genossen habe. Die Marketing-Idee überzeugt; ein alpiner Weg ohne Absturzangst, körperliche Schmerzen, Schwindelgefühle. Ich packe jetzt mal meine Schatzkiste der exklusiven Schnappschüsse aus:

 

 

Zunächst mal zwei Komponenten des großartigen paneuropäischen Picknicks: Die Mischung aus Crémant d’Alsace und Mozartkugeln war überzeugend. Das sollten Monti, Draghi, Juncker, Angie und Baroso mal öfters gemeinsam schnabulieren, dann wäre die europäische Schulden- und Bankenkrise ruckizucki vom Tisch.

Apropos Bank, um mal keine superdoofe Überleitung auszulassen:

 

 

Wir sehen hier eine Bank, die sogenannte Lechweg-Bank. Unmittelbar am Start des Weges, im Quellgebiet des Lechs, steht dieses Sitzmöbel. Der junge Mann neben mir ist mir unbekannt, der hockte dort anscheinend schon stundenlang. Mal ne Frage an alle Orthopäden, die das hier lesen? Kann man so eine verquere X-Bein-Stellung wie bei mir noch regulieren oder muss ich einfach damit leben?

 

Ich darf dann noch ein Geheimnis offenbaren, ein sehr intimes, privates Geheimnis. Ich habe nämlich auf dem Lechweg eine Bekanntschaft gemacht, die mein Leben verändert hat.

 

 

Für heute sagen wir beiden Turteltäubchen Servus und Pfüat Di


Wer glaubt, Wandern ist fade und die Vorstufe zur Rollator-Rallye, muss diesen Blog lesen und wird staunen. Ob Kurioses am Wegesrand, schräge Hinweistafeln, Lebensgefahr am Wanderweg, skurile Wandervögel, betreutes Trinken am Steig, gigantische Aussichten oder extreme Herausforderungen im deutschen Mittelgebirge – bei andrackblog.de gibt es alles über das Thema Wandern. Jede Woche neu, (relativ) aktuell. Die besten Wander-Storys der Welt eben.

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