Wander-Blog von Manuel Andrack

Die besten Wander-Storys der Welt




Die Gedanken

Geschrieben am um 6:23

BAER_Andrack_Blog_300

Wenn es um das Thema „Wandern“ geht, werde ich von Journalisten oft gefragt, ob man sich beim Wandern nicht den Kopf leer und frei wandern könnte. Die Antwort ist: Nein. In jedem wandernden Kopf, der prinzipiell mit Inhalt gefüllt ist, fängt beim zu Fuß gehen das große Denken erst an. Das können ganz banale Gedanken sein, aber auch weltbewegende, philosophische, anspruchsvolle Gedanken. Schon Montaigne sagte: „Meine Gedanken schlafen ein, wenn ich sitze“. Und Rousseau gestand: „Ich kann nur beim Gehen denken“ Man denke an Kant mit seinem täglichen Spaziergang in Königsberg zur gleichen Uhrzeit. Oder an die Peripatetiker der Antike, die nur im Gehen philosophiert haben. Der dänische Philosoph Sören Kierkegaard hat es auf den Punkt gebracht: „Ich habe mir meine besten Gedanken angelaufen. Und ich kenne keinen Gedanken, der so schwer wäre, dass man ihn nicht beim Gehen los würde.“ Diese Erfahrungen habe ich auch immer wieder gemacht: Beim Wandern – Voraussetzung: man wandert alleine – fliegen einem die guten Ideen zu. Und umgekehrt: Probleme, beruflicher oder privater Art, lösen sich beim Wandern. Und nicht nur einfach, weil man besser drauf ist, nein: plötzlich ergeben sich Lösungsansätze, auf die man im Sitzen nicht gekommen wäre. Beim Wandern kann man gordische Knoten entwirren.

 

IMG_0139

 

Aber warum lässt es sich beim Gehen so leicht denken? Es hat etwas mit der frischen Luft in Verbindung mit Bewegung zu tun. Das regt – ich bin kein Neurologe, daher formuliere ich es unfachmännisch – wahrscheinlich die Ganglien an. Frei nach Hape Kerkeling: Das Gehirn muss an die frische Luft. Allerdings gibt Wander-Guru Jürgen von der Wense zu bedenken: „Man sollte nicht nachdenken beim Wandern, nur vordenken. Das Denken nimmt uns die Leichtigkeit mit den Blicken.“ Nun ja, wenn es so einfach wäre, lieber Herr von der Wense. Die Gedanken sind ja frei, wie es in dem berühmten Volkslied heißt, diese Gedanken machen doch meistens was sie wollen. Recht hat er aber in der Tat, dass wir bei betörenden Ausblicken, ausgesetzten Pfaden, beim Wandeln am tiefen Abgrund, keine Gedanken an den Haustürschlüssel, die nächste Aktion in der Harald Schmidt Show oder das Höhlengleichnis verschenken. Dann übernehmen die Sinne, die Gefühle, meinetwegen auch der Überlebensdrang das Steuer im Kopf. Aber wenn man wieder ruhiger dahin schreitet, dann kann ist man wieder ganz bei sich und kann den Gedanken freien Lauf lassen.

 

IMG_0132

 

Keiner hat so wundervoll das Denken Müssen und Dürfen beim Gehen beschrieben wie der österreichische Schriftsteller Robert Walser: „Ohne Spazieren wäre ich tot, und mein Beruf, den ich leidenschaftlich liebe, wäre vernichtet. Ohne Spazieren würde ich ja gar keine Beobachtungen und gar keine Studien machen können. Auf einem schönen und weitschweifigen Spaziergang fallen mir tausend brauchbare nützliche Gedanken ein. Spazieren ist für mich nicht nur gesund und schön, sondern auch dienlich und nützlich. Ein Spaziergang fördert mich beruflich und macht mir zugleich auch noch persönlich Spaß und Freude.“

Ich wünsche Euch, interessante, wertvolle oder einfach auch „nur“ schöne Gedanken, lasst die Wander-Gedanken von der Leine!

 

IMG_0143

Dies war übrigens ein gesponserter Beitrag!



Die Vorfreude

Geschrieben am um 6:23

 

BAER_Andrack_Blog_300

„Vorfreude ist die schönste Freude“. Diesen Spruch meiner Eltern habe ich immer gehasst: Das habe ich immer zu hören bekommen, wenn es mir als Kind nicht schnell genug gegangen ist. Nach der Ankunft in der Ferienwohnung direkt an den Strand? Neeein, erstmal alles auspacken, denn: „Vorfreude ist die schönste Freude“, furchtbar, ich hätte die eigentliche Freude liebend gerne mit dieser blöden Vorfreude getauscht.

 

IMG_0023

 

Mittlerweile sehe ich das anders. Besonders die Vorfreude auf eine Wanderung ist großartig. Ich rede nicht von der Planung einer Tour, die kann Wochen oder Monate vorher stattfinden. Ich meine die Vorfreude, wenn ich morgens aufwache und weiß: Gleich geht es los. Ich meine die Vorfreude bei der Anreise mit Bahn oder Auto – die Landschaft ändert sich und kündigt zukünftige Wanderabenteuer an. Und ich meine vor allem Dingen die Euphorie auf den ersten Wanderkilometern.

Ein Wanderkumpel hat mir verraten, wann er das perfekte Wanderglück empfindet: beim ersten Weizenbier nach der Wanderung – und während der ersten Minuten einer Wandertour. Das ist eigentlich logisch: Mit dem ersten Weizen kehren die Kräfte zurück, aber am stärksten fühlt man sich zu Beginn einer Wanderung. Oft habe ich mich gefragt: Wie bitte, der Rundweg soll nur 12,8 Kilometer lang sein – ich bin bereit für einen Wandermarathon – mindestens! Solcherart Hochgefühle durchströmen die Wanderer zu Beginn (fast) jeder Tour.

 

IMG_0130

 

Schmetterlinge im Bauch kennt jeder, der sich frisch verliebt hat. Aber man kann sich auch auf eine Wanderung so sehr freuen, dass einem das Herz bis an den Hals schlägt. Gerade zu Beginn einer Wandertour schießen die Endorphine ein, das Wanderglück wird selten intensiver erlebt. Denn wir haben noch nicht die Mühen des Weges erlebt, die fordernden Steigungen, den durchnässenden Regenschauer, die ruhetagende Waldgaststätte. Nein, zu Beginn einer Wanderung herrscht eitel Sonnenschein, auch wenn das Wetter schlecht ist.

 

IMG_9358

 

Wir freuen uns auf all das, was wir erleben werden, die phantastischen Ausblicke, die Natureindrücke, den intensiven Gedankenaustausch mit dem Wanderkumpel. Das ist Wander-Vorfreude pur.

Voraussetzung ist, dass unser Wanderplan ein guter ist, die Bekleidung wettersicher, die Schuhe bequem und griffig. Um Vorfreude zu erleben sollte man allerdings Wanderer sein, nicht Pilger. Das ist leider so – Wanderer erleben Vorfreude, (viele) Pilger leiden an ihrem Weg. Wie schrieb Hape Kerkeling in seinem Pilgerbuch: „Mir macht das Laufen einfach keinen Spaß. Ich finde den Weg toll, aber das Gehen als solches macht mir nicht die geringste Freude.“ Der Arme: keine Freude am Gehen, das ist wirklich schade.

Ich zelebriere aktuell meine Vorfreude, diesen Blog zu schreiben. Denn es ist der erste Bär-Blog 2019. In diesem Jahr werde ich regelmäßig über viele grundlegende, fundamentale, aber auch auf den ersten Blick banale Wander-Weisheiten bloggen. Auf baer-schuhe.de und andrackblog.de und – ganz neu – bald auch bei facebook. Und diese Blog-Vorfreude ist so schön, dass ich gerne unterschreibe, was ein Leben lang meine Maxime war: Vorfreude ist die schönste Freude!

Dies war übrigens ein gesponserter Beitrag!



Verlasst die Wälder!

Geschrieben am um 7:00

Kann man überhaupt noch in den Wald gehen? Als Wanderer gehört zur Glücksgrundausstattung, sich im Wald und der Natur wohl zu fühlen, Kraft und Glück aus dem Aufenthalt und der Bewegung im Wald zu schöpfen. Aber was ist, wenn man im Wald auf Leute trifft, die man dort gar nicht sehen, geschweige denn treffen will? Nein, ich rede nicht von großen Wandervereinen, sondern zum Beispiel von Charlotte Roche.

 

IMG_9292

 

Die Ex-VIVA-Zwo-Moderatorin empfiehlt seit diesem Jahr: „Verlasst die Städte!“, also ab in die feuchten Waldgebiete. Ich hatte den Aufruf gar nicht mitbekommen, las davon in der vorletzten FAS. Ein Grund, warum Städte laut Charlotte nicht so richtig supi sind: „Wie oft kommen wir aus der Wohnung raus und es wurde auf unsere Motorhaube gekotzt?“ Tja, wie oft eigentlich? Seit 53 Jahren lebe ich in Groß- und Kleinstädten, und noch nie wurde mir auf die Motorhaube gekotzt. Gut, das kann natürlich auch daran liegen, dass ich bis vor sieben Jahren kein Auto hatte. Aber dennoch könnten vollgekotzte Motorhauben auch etwas mit dem Auto zu tun haben, das an der Motorhaube dran hängt und dass dieses Auto möglciherweise in einer Kneipengänger-In-Viertel-Straße etwas deplatziert ist. Aber auch wegen der Motorhauben-Geschichte ist Good Charlotte aufs Land gezogen, dort lebt sie im Hier und Jetzt und Glücklichsein. Weil, so Charlotte: „Im Wald triffst du keine anderen Menschen, die dir voll auf den Sack gehen.“

 

DSCN1959

 

Prinzipiell stimme ich dieser Aussage zu. Allerdings – könnte ja sein, dass man Charlotte Roche demnächst über den Weg wandert.

Charlotte ist ja wirklich eine sehr nette Frau, aber auch richtig schlimme Menschen lieben den Wald. Reaktionäre, identitäre, rechtsradikale Menschen. Die Schriftstellerin Madame Nielsen hat – wie es die FAS vom 11.11. berichtet hat – für ein Buchprojekt „Mit Rechten Geredet“, mit AFD-Leuten und Identitären. Und was muss man dort für ein Geschurbel lesen? Marc Jongen „philosophiert“, Zitat: „Das Deutsche ist konservativ, freiheitlich und patriotisch. Nachdenken, Ernsthaftgkeit, Tiefsinn … und ja: der Wald, der Deutsche liebt ja den Wald, ob alleine oder mit Familie im Wald zu wandern, in gehobener Stimmung“. Zum Thema „das Deutsche“ fällt also dem „Chef-Denker“ der AFD nichts anderes ein als Wald und Wandern? Da muss ich echt kotzen.

 

IMG_9121

 

Egal ob die nicht-rechstradikale Charlotte oder die rechtsradikalen Wald-Spinner, sie haben eines nicht kapiert. Um im Wald glücklich zu sein, muss man weder im Wald wohnen, noch ihn glorifizieren, noch aufs Land ziehen. Macht es wie Wanderer aller Zeiten, von Goethe über die Naturfreunde bis zu den Outdoor-Junkies heutzutage: Wandert, genießt den Wald, und fahrt dann wieder zurück in die Städte und freut Euch des Lebens. Für alle diejenigen, die den Wald glorifizieren und mystisch überladen gilt: Verlasst die Wälder!



Mein Name ist Gurkasch – Thomas Gurkasch

Geschrieben am um 12:03

Mittwoch, 21. November, 18:00 Uhr. ZDF: „Soko Wismar“. Die aktuelle Folge der Krimi-Serie heißt „Der Bierflüster“. Und ich darf einen rheinischen Bierexperten spielen, der in einen Mordfall verwickelt ist. Was hat denn den Rheinländer nach Mecklenburg-Vorpommern verschlagen? Das darf ich natürlich nicht verraten.

Beim ersten Besuch der beiden Kommissare ist Gurkasch (so mein Rollenname) noch gut gelaunt, auch wenn die beiden sich über meinen Namen lustig machen…

 

321-24-01, v.l.n.r.: Dominic Boeer, Manuel Andrack, Nike Fuhrmann

v.l.n.r.: Dominic Boeer, Manuel Andrack, Nike Fuhrmann – copyright ZDF/Meyerbroeker

Aber egal. Immer rein in die gute Stube, die vom Innenrequsiteur sehr dezent ausgestattet wurde. Man merkt kaum, dass dort ein Bierexperte wohnen soll…

 

IMG_7450

 

In meinen eigenen vier Wänden nehmen mich dann Kriminalhauptkomissarin Karoline Joost und Kriminaloberkomissar Lars Pöhlmann nach allen Regeln der Kunst in die Mangel…

 

321-25-01, v.l.n.r.: Dominic Boeer, Manuel Andrack, Nike Fuhrmann

v.l.n.r.: Dominic Boeer, Manuel Andrack, Nike Fuhrmann – copyright ZDF/Meyerbroeker

Aber vielleicht ist ja die Rettung für Thomas Gurkasch, dass er ein geniales Bier-Prüf-Verfahren entwickelt hat, welches … (STOPP! SPOILER-SCHUTZ!)

 

321-41-02, v.l.n.r.: Manuel Andrack

v.l.n.r.: Manuel Andrack – copyright ZDF/Meyerbroeker

Mittwoch, 21. November, 18:00 Uhr. ZDF: „Soko Wismar“. Die aktuelle Folge: „Der Bierflüster“



Deutschland ist zwar ganz knapp nicht Weltmeister geworden, aber Deutschland ist Genossenschaftsland!

Geschrieben am um 8:36

Schön war sie, meine Raiffeisen-Tour 2018. Von März bis Juni habe ich ungefähr 50 Genossenschaften in Deutschland entdeckt und bin so zum Geno-Fan geworden. Meine Reise ging durch ganz Deutschland. Auf einer Schwarzwaldalm habe ich morgens um 5.30 Uhr für die Genossenschaft Schwarzwaldmilch die Kühe in den Stall getrieben und Milch gemolken.

 

St-Märgen - Raiffeisen-Tour 2018

Meine Entdeckungen sind auf der Seite www.raiffeisen-tour.de bestens dokumentiert. Dabei bin ich natürlich nicht nur durch Deutschland gewandert, sondern habe auch die erste Tandem-Tour meines Lebens gewagt. Das war gefährlicher, als ich gedacht habe.

 

AGRAVIS Münsterland - Raiffeisen-Tour 2018

In Berlin habe ich eine ganz besondere Genossenschaft besucht: Die Weiberwirtschaft. Ich kann schon mal verraten – es handelt sich NICHT um eine Berliner Hipster-Kneipe

 

2018-06-21_Raiffeisen-Tour_28

 

Aber sehr oft bin ich natürlich auch gewandert, zum Beispiel auf dem Westerwaldsteig, der zu Ehren des 200. Geburtstags von Friedrich WILHELM Raiffeisen in Wilhelmsteig umbenannt wurde.

 

Wanderung nach Hamm (Sieg)

Auf dem Wilhelmsteig bin ich auch nach Flammersfeld gewandert, wo ich am Raiffeisenhaus den Bundespräsidenten traf.

 

Andrack_Steinmeier_2_JPG

 

Reiner Zufall war das natürlich nicht, ist doch Frank-Walter Steinmeier der Schirmherr des Raiffeisen-Jahres.



Meine Raiffeisen-Tour 2018

Geschrieben am um 9:22

Viele Menschen sind verblüfft, dass Deutschland Genossenschaftsland ist. Es gibt 22 Millionen Genossenschaftler in Deutschland. Die meisten haben Anteile an den Volks-und Raiffeisenbanken. Aber es gibt auch landwirtschaftliche Genossenschaften, Energiegenossenschaften, Kinogenossenschaften, Winzergenossenschaften, Zeitungsgenossenschaften, Ärztegenossenschaften, Friedhofsgenossenschaften, Apothekergenossenschaften und Brauereigenossenschaften.

 

Brauereigenossenschaft Oberhaching eG

 

In Oberhaching habe ich im Rahmen der Raiffeisen-Tour 2018 eine ganz junge Brauereigenossenschaft besucht. Tolle, ehrenamtliche Bürger, die ihr Hopfen-Glück in die eigene Hand genommen haben. Begeistert habe ich auch einen Anteil erworben und mit Friedrich Wilhelm Raiffeisen darauf angestossen.

 

Rewe Wissen

 

Viele große Unternehmen gehören zur Genossenschaftsfamilie: Schwäbisch Hall, R + V Versicherungen, EDEKA, REWE. Anlass, einmal ein Praktikum an der REWE-Kasse zu machen und denSpruch zu üben: „Sammeln Sie Punkte?“ Alle meine Abenteuer im Raiffeisen-Land könnt ihr Euch bei www.raiffeisen-tour.de anschauen. Egal ob ich Löcher in den Käse gestanzt habe oder in der Nähe von Karlsruhe Hühner beaufsichtigt habe.

 

Hühner und Pferdehof Burkhard, Bretten

In Lübeck habe ich eine Ladestation einer Car-Sharing-Genossenschaft gefunden, um wieder neue Energie zu tanken.

 

StattAuto eG, Lübeck - Raiffeisen-Tour 2018

Und beim Charlie in Trier, auch 200-jährig geworden, habe ich mit Raiffeisen vorbei geschaut. Während der gute Marx als Ökonom krass versagt hat, hat Raiffeisen entschieden mehr Follower und die Genossenschaftsidee ist immer noch im Gegensatz zum Kommunismus taufrisch und aktuell.

 

Raiffeisen trifft Marx in Trier - Raiffeisen-Tour 2018

Raiffeisen hat eben nicht das Kapital geschrieben, sondern es in die Pflicht genommen.



Frohes! Neues! Wander! Jahr!

Geschrieben am um 9:30

Ich weiß nicht, ob ihr es wusstest, aber ich bin seit letztem Jahr (oder eigentlich schon seit vorletztem Jahr, um ganz exakt zu sein) im Nebenerwerb Spediteur. Da ich mit meinem Wanderberuf ein guter Botschafter für Mobilität bin, lasse mit in meinen Sattelschleppern viele Güter auf der Straße transportieren.

 

IMG_9562

 

Wenn ihr meinen Fünfzig-Tonner auf der Autobahn seht, könnt ihr mal mit Lichthupe grüßen, meine Fahrer freuen sich sehr darüber. Eine schöne Nebenwirkung meiner Speditionstätigkeit ist natürlich der Werbeeffekt für den Neanderlandsteig. Vom Kreis Mettmann, also vom Osten Düsseldorfs in die neuen Bundesländer.

 

IMG_7877

 

Böse Menschen sagen, alle Ossis seien weitestgehend beratungsresistent. Das kommt natürlich sehr darauf an, wer die gut(gemeint)en Ratschläge erteilt. Auf Besserwessi-Tipps pfeifen die meisten Ostdeutschen – zu was? Zu Recht! Aber wenn aus dem Osten selber ein guter Ostrad kommt, dann ist alles knorke und bestens.

Ich bleibe im Osten, im südlichen Brandenburg. Dort sah ich folgendes Verkehrsschild…

 

IMG_7146

 

Das ist doch mal ein Verkehrsschild, mit dem man etwas anfangen kann. Hubbel, klar, und zwar vier Mal! Das ist Klartext, das ist mal eine klare Ansage! Nicht so ein Wischi-Waschi, wie die meisten Verkehrsschilder. Zum Beispiel warnt das springende Reh vor Wildwechsel. Man möchte aber doch wissen, wie viele Rehe einem vor das Auto hüpfen: Zwei, drei, zehn? Oder nehmen wir das Schild, das vor bröckelnden Felsbrocken warnt. Nun, wie viele sind das denn genau, und vor allem – wie groß? Unverantwortlich, dass diese Infos auf fast allen Verkehrsschildern fehlen. Da lobe ich mir doch den vierfachen Hubbel!

Und schließlich noch zum Bauhaus in Dessau …

 

IMG_8279

 

Endlich habe ich ihn gefunden, den Baumarkt, in dem dereinst Wolfgang Lippert eine Zange mitgehen ließ. Das Jahr hat gut begonnen. So gut, dass ich mir eine kreative Pause bis Anfang Februar gönne …



Eine echte Multifunktions-Jacke

Geschrieben am um 7:50

Mein Klamottensponsor Fifty Five hat mich gebeten, meine Erfahrungen mit der neuen leichten Softshelljacke Dekon aufzuschreiben. Dekon, nicht Dekan. Der Dekan ist der Chef von der Fakultät in der Uni, die Dekon ist die Jacke zum, ja was genau zu machen? Zunächst – um einfach mal die Fifty-Five-Liste abzuarbeiten, soll ich nämlich erläutern, zu welchem Zweck ich die Jacke benutze. Nun zunächst mal nutze ich die Jacke meistens als Flagge, die signalisiert, HEJA LEUTE, ICH BIN KEIN DEKAN, SONDERN EIN DEKON-FAN! Dabei helfen die schönen Signalfarben der Jacke.

 

IMG_7791

 

Es gibt noch sehr sehr viele andere Nutzunsgmöglichkeiten für die Dekon-Jacke. Eine davon ist der Gebrauch als Picknick-Decke. Ein normales Tischtuch ist bei klatschnasser Wiese doch direkt im Eimer. Die Dekon-Jacke hält die Nässe ab und ist Weinfleckenabweisend…

 

IMG_7798

 

Manchmal, ab und an, nutze ich – ich weiß, das klingt total verrückt und abgefahren – die Dekon auch als Jacke beim Wandern. Echt wahr! Und beim Marschieren ist sie nicht nur angenehm zu tragen, sondern auch bei leichtem Regen hält sie trocken. Was aber von Anfang an ins Auge gefallen ist, sind die wirklich sehr schönen Farben der Jacken. Die Fifty Fives haben mich auch gefragt, ob denn die Jacke schon mal gewaschen wurde. Nein, natürlich habe ich die Jacke noch nie gewaschen, wozu denn auch? Schmutzig ist sie nicht geworden, und erstaunlicherweise müffelt sie auch nicht. Da ich ja Hochgeschwindigkeitswanderer bin, fangen andere Jacken an zu müffeln, denn wenn der Schweiß in Strömen fließt, bleibt manchmal auch etwas in den Kleidern stecken. Die Dekon allerdings: Immer geruchsneutral. Und das ist auch das Geheimnis des Namens: Nehmt ein K und ein N weg, schon ist der geheime der Kern der DEkOn enthüllt …

 

IMG_7783

 



Die perfekten Wanderklamotten

Geschrieben am um 8:46

Nun hat die Wandersaison schon begonnen. Alle Hosen, Jacken und buntkarierten Wanderhemden sind schon wieder in Betrieb und verschönern unser Leben in Wald und Flur. Wir ihr wisst, sind schon seit einigen Jahren die Wanderklamotten von Fifty Five meine erste Wahl. Mir gefällt das, was sich die Jungs und Mädels im siegerländischen Netphen ausdenken, es ist schick und funktional. Aber schon zu Beginn der Wandersaison 2017 brütet die kanadische Fifty-Five-Designerin neue Formen, Farben, Faktenwürfe für die nächste Kollektion aus. Ich will mich echt nicht in den Job der lieben Coryn einmischen, aber ich hätte doch ein paar Ideen für die nächste Wanderkollektion von Fifty Five. Ich würde einfach ein wenig mit dem Markennamen spielen. Dernn wodran denkt man zuerst, wenn man „Fifty“ hört?

 

achromaten-palette

 

Naturgemäß denkt man bei „Fifty“ zunächst an den größten Buch-Bestseller, seit Kerkeling nach Santiago pilgerte: Fifty Shades of Grey. Denkt jetzt bloß nicht, ich möchte, dass zukünftig Soft-Porno-Schweinskram auf den Wanderhemden von Fifty Five abgebildet ist. Aber ein Karohemd in 50 Grauschattierungen wäre doch eine feine Sache, eine absolute Weltneuheit. Und was machen wir mit „Five“? Nun, man könnte sich lustige Sachen mit Fünf-Uhr-Tee, Tea-Time und so, ausdenken. Ich bevorzuge aber ein einfaches Design, zum Beispiel auf dem Jackenrücken…

 

highfive

 

High Five auf dem Wanderklamotten signalisiert jedem anderen Wanderer: Hey, ich bin kommunikativ, sprich mich an! Ich bin optimistisch und fröhlich, geh mit mir Wandern!

Ich habe noch eine Idee für das neue Design der Fifty-Five-Wander-Kollektion. Der Trend geht ja zur individualisierten Kleidung. In jedem Copy-Shop kann man sich ein beliebiges Foto auf’s T-Shirt drucken lassen. Daher war ich elektrisiert, als ich in der FAZ das Hemd des Dresdener Kurfürsten Johann Georg I. sah. Der pfiffige Herrscher hat sich ganz einfach eine Landkarte seines Herrschaftgebiets auf seinen Wams sticken lassen, das ist doch der absolute Hit.

 

IMG_5880

 

Fifty Five könnte für jeden Wanderer dessen Lieblingswandergebiet auf den Leib schneidern. Hintermstoaner und Markazero wanderen nur noch in Fränkische-Schweiz-Klamotten, meine Freunde vom Schwäbischen Albverein lassen sich die Albtrauf auf ihre Wanderhemden drucken. Jeder Wanderer trägt dann ein Stück Heimatgefühl mit sich herum und signalisiert allen anderen: Da müsst ihr auch mal wandern!



Waldkindergarten-Kinder aus Holz

Geschrieben am um 7:52

Prinzipiell bin ich ja ein großer Fan von Waldkindergärten. Die Idee, die Kassen der öffentlichen Hand nicht mit dem teuren Bau und Unterhalt von Kindergarten-Gebäuden zu belasten ist doch klasse. Ein Waldkindergarten härtet im positiven Sinne ab, schützt vor einem Haufen Krankheiten und Allergien. Außerdem stärkt das tägliche Draußen-Sein der Kids das Naturverständnis und weckt eine Sinnenschärfung für die Jahreszeiten und Großwetterlagen. Waldkindergarten also gleich Super-Toll! Nun wanderte ich aber vorgestern zwischen Velbert und Essen so dahin und kam an einem ebensolchen super-tollen Waldkindergarten vorbei. Und ich sah Holzskulpturen, die zeigen, was aus Kindern wird, die einen Waldkindergarten besuchen. Schauen wir uns das mal genauer an:

Dieses Mädchen hält affektiert einen Vogel in die Höhe:

Hör mal, liebes Waldkindergartenmädchen, Verbundenheit mit der Natur hin oder her, aber wenn Du den Vogel nicht ausstopfst und an Deine Hand tackerst, bleibt der unmöglich dort hocken, auf Deiner Hand. Denn Vögel sind von der Natur mit der Gabe des Fluges ausgestattet, deshalb muss man die Piepmätze nicht blöde in die Höhe strecken, damit sie einen besseren Überblick haben, die können das schon selber, liebes Waldkindergarten-Mädchen.

Und du lieber Waldkindergarten-Junge, was hat man dir denn im Waldkindergarten beigebracht?

 

Hat man dir dort beigebracht, dass es super cool ist, die Hände in den Hosentaschen zu vergraben, anstatt höflich die Hand zum Gruße zu reichen? Und wo guckst du überhaupt hin, lieber Waldkindergarten-Junge? Zu den Vögeln, die nicht in den Lüften sich erheben könne, weil sie auf dem Handteller Deiner Waldkindergarten-Freundin festgetackert sind? Oders siehst Du sowieso gar nix, weil Dich der Schirm Deiner gelben Kappe daran hindert? Mensch, Ihr Waldkindergarten-Kinder, Ihr könnt einem echt leid tun. Hoffentlich sind die Holzskupturen nicht ein Abbild der Realität …


Wer glaubt, Wandern ist fade und die Vorstufe zur Rollator-Rallye, muss diesen Blog lesen und wird staunen. Ob Kurioses am Wegesrand, schräge Hinweistafeln, Lebensgefahr am Wanderweg, skurile Wandervögel, betreutes Trinken am Steig, gigantische Aussichten oder extreme Herausforderungen im deutschen Mittelgebirge – bei andrackblog.de gibt es alles über das Thema Wandern. Jede Woche neu, (relativ) aktuell. Die besten Wander-Storys der Welt eben.

Suche

Letzte Kommentare


RSS Feed abonnieren


© Copyright 2008 - 2019 Manuel Andrack.