Wander-Blog von Manuel Andrack

Die besten Wander-Storys der Welt




Meine BÄR-Schuhe wandern in Baerenthal

Geschrieben am um 7:14

Meine Bär-Schuhe sind sehr international aufgestellt, wie man so schön sagt. Und meine Wander-Treter freuen sich besonders, wenn Sie an Orten wandern dürfen, die schon vom Namen her eine gewissen Bären-Anteil versprechen. In den nördlichen Vogesen findet sich, eingerahmt von einer imposanten Waldlandschaft, der kleine Ort Bärenthal. Oder vielmehr Baerenthal, denn das Französische kennt ja den Umlaut „Ä“ nicht, das sieht in französischen Augen genauso exotisch aus wie für uns das dänische „Ø“ in SMØREBRØD.

 

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Vor dem Ortsschild von Baerenthal hat sich mein Arnstein selbstständig gemacht und freut sich schon auf die kurze Wanderung im Départment 67, dem Départment Bas-Rhin. Das ist schon lustig, dass die Nordvogesen von Frankreich aus gesehen der Niederrhein sind. Wobei es in Baerenthal etwas anders aussieht als in Viersen, Hückelhoven und Mönchengladbach.

Weltberühmt in Baerenthal sind die „Ruines Ramstein“. Ein Ramstein, dass man nicht mit der amerikanischen Airbase Ramstein bei Kaiserslautern verwechseln sollte. Und erst recht nicht mit den Krach-Rockern von Rammstein. Der Name „Ramstein“ stammt übrigens wahrscheinlich von „Raben-Stein“, damit sind die Raben gemeint, die den Bären aus dem Baerenthal den Pelz gelaust haben.

 

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Interessant an dem Ruinen von Ramstein Schild ist ja auch, dass auf den „Col du petit Dunkeltal“ hingewiesen wird. „Col du petit Dunkeltal“. Das hört sich nach schwerer Bergetappe bei der Tour de France an. Ich finde auf jeden Fall die Mischung aus deutschem Originalnamen und französischer Sprachbesetzung herrlich. Aber ich wollte ja zu die Ruines Ramstein besichtigen. Und ich wandere und wandere, und sehe viel Wald, und ich sehe viele Felsen, aber was ich nicht sehe, das sind die Ruinen von Ramstein. Komplette Fehlanzeige. Möglichkeit Eins: Die Ruinen werden nach Bedarf in den Wald gestellt. Wochentags werden die abgebaut. Möglichkeit zwei: Die Bewohner von Baerenthal haben die Ruinen längst als Steinbruch entdeckt und ihre Häuser verschönert. Möglichkeit drei: Ich bin mit Blindheit geschlagen.

 

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Oder, quasi Möglichkeit vier: Vielleicht habe ich ja keine Augen für steinerne Ruinen, wenn man auf so schönen Wegen wandern darf. Wobei die Wege der Vogesen landschaftliche Ähnlichkeiten zu den Wegen der Pfalz aufweisen. Logisch, ist ja auch geographisch gesehen eine Einheit. Und meine Schuhe fühlen sich wohl auf diesen Wegen.

 

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Können diese meine Wanderschuhe doch auf flauschig weichem Weguntergrund wandeln, einem rot-sandigen Untergrund mit diesen Dingsen von der Kiefer. Ich wollte schreiben „Kiefernnadeln“ aber das ist natürlich Quatsch. Das sind doch keine Nadeln. Muss ich jetzt mal googeln. Okay gegoogelt, es handelt sich natürlich um Kieferzapfen, klar, Zapfen, wie BIER ZAPFEN, das lag mir doch auf der Zunge.

 

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Hatte ich schon erwähnt, dass ich meine Baerenthal-Tour bei höchsstsommerlichen Temperaturen unternommen habe? 35 Grad im Schatten, da ist man froh über jede Menge Schatten. Oder den Badesee von Baerenthal. Erfrischung für den erhitzten Körper. Meine Schuhe waren etwas traurig, dass sie nicht mitkommen durften. Aber sie haben mir beim Baden zugeschaut und auf meinen Rucksack aufgepasst. Wandern + Baden, eine phantastische Kombination: Auf nach Baerenthal!

 

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Was ist das?

Geschrieben am um 8:52

Ich habe, fällt mir gerade auf, schon sehr lange kein Fotoquiz mehr gemacht. Dabei habe ich tonnenweise Wanderfotos, von denen ich echt nicht mehr weiß, was da genau drauf ist. Wie immer gibt es vier Möglichkeiten, Günter-Jauch-Prinzip, Ihr müsst mir helfen:

 

Was ist das?

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A: Super-leckerer Hotdog mit extra-scharfem Senf

B: Das Karnevalkostüm von Sigmar Gabriel

C: Burka für Männer

D: Ein Exhibitionist, komplett der Fleischeslust verfallen

 

Was ist das?

 

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A: Der Fotograph Jürgen Teller geht neue Wege

B: So muss man wandern, wenn man nicht auf Premiumwegen gehen will

C: Sigmar Gabriels erster Nordic Walking-Kurs

D: Stockente im Urlaub

 

Was ist das?

 

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A: Naturschutzgebiet auf Holländisch: Halt die Klappe, sei still, hier regieren die Tiere und Pflanzen!

B: Niederländischer Schutzraum für stillende Mamas

C: Stilisierte Wolken über einem See im Stile von de Stijl

D: Aufforderung an Sigmar Gabriel, ab und zu mal die Klappe zu halten

 

Was ist das?

 

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A: Das ist die goldene Mitte

B: Eine Künstlerin aus Osnabrück hat die Himmelsleiter zum Hermannsweg mit echtem Blattgold verziert

C: Ein Goldbär auf Wanderschaft

D: Stairway to heaven in Tecklenborough

 

Was ist das?

 

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A: Die beschissenste Bibliothek der Welt

B: Endlich mal genügend Lektüre für die schönsten Minuten/Stunden des Tages

C: Eine Toilette in einem Pub in Stavanger/Norwegen

D: Nie mehr Panik wegen fehlendem Klopapier



Es werde Licht

Geschrieben am um 7:43

Mitte September war ich auf einem Literaturfestival in Stavanger im westlichen Norwegen eingeladen. Natürlich habe ich meine freie Zeit dafür genutzt, mich über die Wandermöglichkeiten in Norwegen zu informieren. Vandring in Norwegen? Fabelhaft, phantastisch. An jeder Ecke Wanderwege, Küstenwege, Waldwege, alpine Wege, alles, was das Herz begehrt. Ich war regelrecht hin und weg von der Landschaft.

 

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Stellt Euch eine ideale Mischung aus den Landschaften von Mallorca, Schottland und der Schweiz vor, dann habt ihr die Landschaften von Norwegen vor Augen. Nicht nur Fjorde, sondern auch jede Menge Wälder, Binnenseen, Wasserfälle, Täler, Schluchten, Wiesen, Küste. Mehr braucht man nicht als Wanderer. Schön ist auch, dass der Norweger an die Wanderer in der dunklen Jahreszeit gedacht hat. In einem Tourismus-Katalog von Stavanger wurde zum Beispiel eine Wanderung rund um den See Halandsvatnet angepriesen. Zitat: „Ein 7,5 Kilometer langer und durchgängig beleuchteter Rundweg führt um den See herum.“

 

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Durchgängig beleuchtete Wanderwege, das ist doch der Hit! Wie oft habe ich mich im Winter geärgert (und der durchschnittliche deutsche Winter wird doch dank Klimaerwärmung immer wanderbarer) wie of habe ich mich also geärgert, dass ich mich hetzten musste, um noch vor Einbruch der Dunkelheit mein Ziel zu erreichen? Das müsste doch nicht sein. Warum gibt es keine beleuchteten Premiumwege? Nach Premiumstadtwandern und Premiumspazierwegen müsste nur noch das Zertifikat Nachtpremiumwandern erfunden werden. Was das alles wieder kostet? Klar, so reich wie die Norweger ist eine deutsche Kommune nicht. Aber ein wenig sollte man in einen schönen Dunkelwanderweg investieren.

 

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Man könnte durchaus die Wanderer an den Kosten des Weges beteiligen. Wenn man zwei Euro per SMS schickt (wie eine Parkgebühr) oder bar bezahlt, geht das Licht an. Dann sind die Stromkosten schon mal gedeckt. An anspruchsvollen Wegpassagen ist auch an eine Bodenbeleuchtung zu denken, vielleicht sogar an einen Leuchtspur im Boden wie im Flugzeug üblich. Mann, das ist das kommende Ding! Lasst uns darüber reden, ich bin sofort dabei, den ersten beleuchtetet Nachtwanderweg Deutschlands zu planen. Es werde Licht!



Meine BÄR-Schuhe in London

Geschrieben am um 6:22

Ein Bärxit, also jemals einen BÄR-Schuh wieder auszuziehen, ist natürlich unvorstellbar. Aber ich hatte hier und dort gelesen, dass die Briten, traditionell von allen guten Geistern verlassen (Stichworte Linksverkehr + Frühstückssitten) tatsächlich am Tag meines 51. Geburtstags für den Bräxit gestimmt haben. Das war so unglaublich, dass ich beschloss, meinen Sommerurlaub in England zu verbringen.

 

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Da ich mich relativ spät um eine angemessene Herberge in London bemüht hatte, bekam ich einen, nun ja, relativ dürftigen Schlafplatz zugewiesen. Man hatte mich bei einer Familie einquartiert, die hießen Bearsley oder so. Nicht sehr freundlich, vor allem der dicke Junge der Bearsleys ging mir kolossal auf die Nerven. Ich war im Gästezimmer der Familie unter der Treppe untergebracht worden, das war gar nicht so schlecht, ich habe meistens relativ hervorragend geschlafen.

Falls jemand auch dieses Gästezimmer buchen möchte, da sollte man mal B’är’nB nachschauen, in London-Tooting …

 

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… die Adresse des Bearsleys ist Backpacker Street 221 B, das Haus ist nicht zu verfehlen. Ich habe lustigerweise bei meinen Streifzügen durch London eine ähnliche Adresse gefunden. Weil ein englischer Ordnungshüter die Tür bewacht und sich viele Menschen mit orangenen Referntenmappen vor dem Hauseingang drängelten, gehe ich davon aus, dass es sich um den Regierungssitz der britischen Minsterpräsidentin handelt.

 

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Kreuz und quer bin ich durch die Stadt gefahren, meistens mit der Underground-Bahn. Die schüttelt einen schön durch und die Luft ist so stickig, dass ich immer froh war, wenn ich aussteigen konnte. Oft habe ich den Meisterdetektiv James in der nach ihm benannten Bond Street besucht. 007 war ein wenig melancholisch gestimmt, denn seine zukünftigen Ermittlungen und amourösen Abenteuern an den schönsten und elegantesten Lokationen wie St. Moritz, Venedig, Prag und der Cote d’Azur werden sich nach dem Brexit in Zukunft wohl deutlich schwieriger gestalten.

 

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Das wird echt peinlich für Herrn 007, wenn er bei der Einreise in diese europäischen Länder immer nach seinem Visum kramen muss.

Jetzt mal zu etwas komplett anderem: Ganz ohne Schuhe ist übrigens Paul McCartney über den Zebrastreifen der Abbey Road gegangen. Ich habe die Gelegenheit ergriffen, dieses berühmteste Wander-Foto aller Zeiten nachzustellen. Natürlich bin ich in meinen Arnsteins über die Straße an den Abbey Road Studios gegangen. Eins steht fest: Hätten die Beatles schon BÄR-Schuhe gekannt, hätten die Jungs aus Liverpool sich niemals getrennt.

 

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Beware of your mud maid

Geschrieben am um 8:15

Der Brite, das unbekannte Wesen. Ist er nun ein herzloser Raubatz mit losem Mundwerk und herbem Humor? Ist er ein Raubritter, ein König Artus, ein Braveheart? Oder ist er ein formvollendeter Gentleman vom Scheitel bis zum Sohle. Auch bei meinen sommerlichen Wandertouren in Südengland habe ich nicht die endgültige Antwort gefunden. Für große Fürsorglichkeit sprach zumindest ein recht ungewöhnliches Wanderschild in den Lost Gardens of Heligan

 

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Nun gut, es ging ungefähr 25 Höhenmeter bergab. Aber VOR diesem Abstieg (Beware!) daran zu erinnern, dass es ja dieselben 25 Höhenmeter (your return!!) auch wieder eine lange Fußreise (journey!!!) bergan (uphill!!!!) geht, dass ist doch wirklich gelebtes britisches Nannytum. Wenn man natürlich, wie der durchschnittliche englische Wanderer gekleidet ist, ist dieses Hinweisschild mehr als notwendig, doch dazu gleich.

An sehr vielen englischen Sehenswürdigkeiten sollte man aber eher (Stichwort Raubritter) ein „Beware of your Brieftasche“-Schild aufstellen

 

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Zum Beispiel Stonehenge. Ein Haufen vergessener Hinkelsteine auf einem Weizenfeld. Kann man sehr gut von der Straße aus erkennen. Will man etwas näher ran, kostete das knapp 50 britische Pfund (IMMER NOCH um die 70 Euro) für die ganze Familie. So wird man steinreich.

Und dann liegt da plötzlich eine scharfe Braut mitten im Wald…

 

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… und man fragt sich, ob jemand für die Kleine vielleicht mal ne Decke hat. Der einfühlsame Gentleman würde sie vielleicht „Green Girl“ nennen oder „Lazy Lady“, wenn man auf Alliterationen steht. Aber die feinen Herren des Brexit erdreisten sich, diese anmutige Waldfee als „Mud Maid“ zu bezeichnen. Matsch Mädchen, geht’s noch, das hört sich ja nach Frauen-Catchen an! Wenn ihr so weiter macht, schicken wir Euch mal Alice Schwarzer, unsere Feminismus Maid vorbei, die wird Euch aber ordentlich den Marsch blasen.

Ich dachte bislang, ihr wärt alle Gentlemen…

 

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… denn wenn ich dieses Schild richtig verstehe, dürfen da nur Wanderer in genau diesem Outfit nicht durch. Alle anderen, vor allem die Mud Maids, dürfen natürlich passieren.



Eindeutige Hinweise am Wanderweg

Geschrieben am um 7:18

Für jeden Wanderfreund (und natürlich auch für jede Wanderfreundin) ist es eine der größten Wanderfreuden (neben dem Naturgenuss, dem Belohnungsbier, dem schmalen Bergpfad, neben der charmanten Wanderbegleitung und der guten Luft und den vielen Gesundheitsaspekten beim Wandern) neben also diesen vorgenannten Wanderfreuden ist es natürlich immer ein Genuss, mit einer vorbildlichen und verlässlichen Wegmarkierung zu wandern.

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Wer kennt nicht das Glücksgefühl in verzweifelter, desorientierter Lage, wenn dann doch noch die rettende Markierung am Baumstamm erspäht wird. Ich habe sogar schon erlebt, dass ich ein fast schon erotisches Verhältnis zu einer solchen Markierung aufgebaut habe und ich vor lauter Erleichterung angefangen habe, die bunte Lebensretterin zu streicheln. Wahrscheinlich ein klarer Fall für den Wanderpsychologen…

Schön ist es auch, wenn man auf Highlights am Wegrand hingewisen wird: Eine Burg, eine Waldgaststätte, einen Aussichtspunkt. In der Nähe des Paderborner Höhepunkts (siehe Post vom 7. Mai) habe ich neben dem Pestfriedhofshinweis einen Hüttenhinweis gesehen. Zuerst dachte ich, hm, etwas sperriger Name für eine Schutzhütte. Aber mein Interesse war geweckt. Die Hütte war schnell gefunden, die Buche mit den zwei Beinen nicht so schnell. Eine Hinweistafel neben der Hütte konnte auch nicht wirklich weiterhelfen: „Die Buche mit den zwei Beinen ist die von hier rund 50 Meter schräg links im Wald stehende, aus dieser Perspektive relativ schwer zu erkennende Buche…“

 

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Um ehrlich zu sein, ist die Buche mit den zwei Beinen aus JEDER Perspektive eine unmöglich zu erkennende. Entweder liegt das an meiner Unfähigkeit, Buchen mit zwei Beinen zu erkennen, oder daran, dass ein Bein oder gar beide Beine der Buche mit den zwei Beinen amputiert werden mussten. Auch an anderer Stelle hatte ich auf einer Wanderung kürzlich ein Erkenntnisproblem. Auf dem Bad Uracher Wasserfallsteig war ich mit einer großen Gruppe auf Initiative der Firma Orthomol gewandert. Über dieses Wanderabenteuer gibt es übrigens einen sehr ausführlichen tollen Post auf dem Wanderblog gipfel-glueck.de meiner neuen Wanderblogfreundin Stefanie. Auf jeden Fall gibt es auf dem Wasserfallsteig nicht nur zwei Wasserfälle, sondern auch gigantische Ausblicke von der Albtrauf am sogenannten Rutschenfelsen. Als Pseudo-Ortskundiger habe ich diesen Rutschenfelsen an direkt zwei falschen Stellen dem staunenden Publikum präsentiert. Am dritten Aussichtspunkt stand dann die Tafel, die den Rutschenfelsen markiert. Peinlich. Immer besser, wenn man sich auf Schilder verlässt. Nur wo Rutschenfelsen drauf steht ist auch Rutschenfelsen drin…

 

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REKLAME!

Geschrieben am um 7:18

Liebe Blogfreunde, habt ihr schon gewusst: Am 1. März erscheint mein neues Buch, Schritt für Schritt, Wanderungen durch die Weltgeschichte. Um was es grob geht, könnte ihr auf meiner Homepage nachlesen. Exklusiv für Euch bisher unveröffentlichtes Bildmaterial:

 

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Sensationeller Fund im Neandertal: Endlich weiß man, wie sich der Steinzeitmensch orientieren konnte, wenn er nach seinen stunden-/tagelangen Beutezügen wieder die heimische Höhle gesucht hat: In regelmäßigen Abständen finden sich große gelbe Hinweistafeln, die mit brauner Schrift den Weg zur Neandertaler-Heimat weisen – äußerst praktisch. Vom Kreis Mettmann an den Nil:

 

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Da ist sogar die Sturmfrisur begeistert. Oberhalb des Tals der Könige ergeben sich sen-sa-tio-nelle Ausblicke auf Nil und Luxor. Leider etwas illegal, diese Begehung …

 

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Das ist Herr Leonidas. Er hat sich lange und ziemlich sinnlos mit 300 Getreuen an den Thermopylen der persischen Übermacht erwehrt. Dafür wird er erstaunlicherweise bis heute (nicht nur von Rechtsradikalen) verehrt. Erstaunlich ist bei den antiken Helden die Penisgröße. Vergleiche auch David, gestaltet von Herrn Michelangelo. Klassische Größe eben. Von Griechenland nach Jerusalem:

 

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Fans des FC Bayern gibt es weltweit, auch in der Altstadt von Jerusalem werden Merchandising-Artikel feil geboten. So funktioniert Völkerverständigung: Oben steht auf arabisch, unten  auf hebräisch: „Mir san mir“

 

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Ohne Jesus keine Pilgerreisen nach Santiago. Und damit auch alle heil in der Kathedrale von Compostela ankommen, gibt es Zebrastreifen für Pilger. Alle anderen Passanten dürfen in Galizien überfahren werden. Lebensgefährlich!

 

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Auch auf den Schlachtfeldern von Verdun zu wandern, ist eigentlich verboten. Warum? Nun, die Antwort gibt es in einem Buch, das am 1.März erscheint. Schritt für Schritt, Wanderungen durch die Weltgeschichte.



Knappensaal, Facebook & Short Cut

Geschrieben am um 6:06

Heute gibt es einen bunten Strauss von Schildern/Graffitis/Wegweisern, die ich beim Wandern am Wegrand entdeckt habe.

Am Arnsberger Schloss an der Sauerland-Waldroute:

 

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Auf den ersten Blick ein harmloses Schild. Auf den zweiten Blick eine perfide Provokation für alle Fans von Schalke 05, Verzeihung: Null-Vier. Denn den Begriff „Knappen“ haben sich die Schalker nun mal bekanntlich schon vor 112 Jahren patentieren lassen. Und dann kommt dieses Knappen-Schild nicht in blau-weiß, sondern in schwarz-gelb daher! Hallo? Geht’s noch? Und was soll bitte, beim heiligen Gazprom, der Hinweis auf die „Schönen Aussichten“? Wo doch auch unter Breitenreiter nur ein Platz im Herzen und kein Platz an der Sonne in Sicht ist. Kein schönes Schild für alle Schalker.

Weiter geht es am Altmühltal-Panorama-Weg:

 

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Eine hervorragende Idee. Weil intensive Nutzer von Facebook nicht gerade die hellsten Kerzen auf der Torte sind, befiehlt man ihnen schon mal, wo sie ein Foto machen können, das sie dann auf Facebook posten können, wo alle anderen Menschen dieses Foto liken können, die von exakt dieser Stelle auch ein Foto gemacht und bei Facebook gepostet haben, das dann alle anderen Menschen liken können, die von exakt dieser Stelle auch ein Foto gemacht …

Nun zu etwas komplett anderem:

 

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Gesehen am Müllerthal-Trail. „Short Cut“, so, so, liebe Luxemburger. Aber klar, der Müllerthal-TRAIL heißt ja eben Müllerthal-TRAIL und nicht Müllerthal-WEG. Voll cool! Amazing! Stunning! Go on with this english stuff, this is hot shit, really!

Und dann noch mal in der Nähe von Arnsberg:

 

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Das finde ich sehr schön, dass da unter der lauschigen Autobahnunterführung der SGV zur Spraydose gegriffen hat und die Losung des Tages aufgeschrieben hat. Leider habe ich keinen der Wandervögel gesehen, auf mich scheinen sie nicht gewartet zu haben.



Migranten wandern

Geschrieben am um 5:55

Nicht, dass ich das noch vergesse: Habe ich schon darauf hingewiesen, dass am 1. März mein neues Buch „Schritt für Schritt, Wanderungen durch die Weltgeschichte“ erscheint? Eine Zeitreise zu Fuß: ich begleite den Neandertaler, die Perser an den Thermopylen, römische Legionäre auf einer echten Römerstrasse und auch Flüchtlinge aus Syrien, Irak und Afghanistan auf ihren Weg von Hanging (Österreich) nach Wegscheid (Bayern).

 

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Ein Fußmarsch von zwei Kilometer vom Grenzübergang bis zu einer Notunterkunft bei Wegscheid. Eine Reise in die Freiheit, in’s gelobte Land der lächelnden Kaiserin Angela. Und was ist der erste Eindruck von der neuen Heimat? Wie empfängt die Bundesrepublik Deutschland ihre Gäste mit Migrations-Untergrund? Was ist der erste kulinarische Willkommensgruss auf deutschem Boden?

 

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Die letzte Bratwurst vor der Grenze! Eigentlich müsste das Schild geändert werden. Denn für viele ist es, da zur Zeit deutlich mehr Menschen über Wegscheid ein- als ausreisen, ein Einreiseschild – und müsste auf die ERSTE Bratwurst nach der Grenze hinweisen. Das könnte auch eine pädagogisch wertvolle erste Lektion im Migrations-Integrationskurs sein: Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei.

Fuß-Migration gab es, das liest man schon seit Monaten in allen deutschen Gazetten, natürlich schon immer. Auch in die kommunistische Enklave des Saarlands, den Saargau, haben schon vor Urzeiten Zimmermanns-Familien Zuflucht unter dem Roten Stern gesucht…

 

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Im vergangenen Herbst habe ich im Bregenzer Wald ein interessantes Schild gesehen:

 

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War das ein österreichischer Gruss an die Migranten? Oder eine Aufforderung an die Europäische Kommission ihre Aussengrenzen abzusichern? Ein Befehl für die Türkei oder Griechenland oder Frontex? Eine Anweisung an Pegida, Afd, und Co? Ich weiß es nicht, aber „Respektiere deine Grenzen“ könnte der Satz des Jahres 2016 werden…



Bosseln, Torwandschießen, Hundetragen – Sportliche Betätigungen am Wegesrand

Geschrieben am um 20:57

Alte Grundsatzfrage: Ist Wandern Sport oder nicht Sport? Die einen sagen so, die anderen so. Ethymologisch gibt es sowie nur einen Sport: Pferderennen. „Going to the sports“ sagte der Brite, wenn er auf die Rennbahn ging. So ein Pferderennen ist ja für die meisten Beteiligten eine eher passive Angelegenheit: Zugucken, Wetten platzieren, ja wo laufen sie denn? Null Bewegung. Das ist beim Wandern anders, da bewegt sich man kontinuierlich. Aber es gibt keinen Wettbewerb schneller, höher, weiter, das gehört für mich eigentlich zum Sport dazu. Daher finde ich es immer schön, wenn sich Spuren von anderen sportlichen Betätigungen am Wegesrand finden.

 

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Auf dem Sauerland-Höhenflug sah ich eine Truppe junger Menschen, die tatsächlich bosselten. Kennt ihr das? Bosseln ist eigentlich ein ostfriesischer Nationalsport. Da wird eine dicke Kugel einen Feldweg entlang so weit wie möglich geschleudert/geworfen, das geht stundenlang. Ostfriesland eben. Anscheinend möchten die Sauerländer nun die Ostfriesen von NRW sein, anders kann ich mir das Bosseln auf dem Höhenflug nicht erklären.

Auf der Christenbergtour in Münchhausen bei Marburg habe ich eine ganz tolle Torwand am Sportplatz von Mellnau gesehen…

 

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Beim flüchtigen Hinschauen denkt man zuerst, ach, ein Stück der ollen Berliner Mauer. Aber die beiden kreisrunden Löcher links unten und rechts oben weisen eindeutig auf die wahre Bestimmung dieses Beton-Trumms hin: Das ist eine Torwand und man sieht vor seinem geistigen Auge, wie die sportbegeisterte Jugend von Mellnau durch das hohe Gras stapft und einen Ball nach dem anderen auf die Torwand pöhlt – was für ein Spaß. Genauso ein Spaß war es, meinen 30-Kilo-Hund über eine luxemburgische Brücke zu tragen …

 

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… da bekommt der Ausdruck „Ich geh noch mal schnell mit’m Hund“ eine ganz andere Bedeutung.


Wer glaubt, Wandern ist fade und die Vorstufe zur Rollator-Rallye, muss diesen Blog lesen und wird staunen. Ob Kurioses am Wegesrand, schräge Hinweistafeln, Lebensgefahr am Wanderweg, skurile Wandervögel, betreutes Trinken am Steig, gigantische Aussichten oder extreme Herausforderungen im deutschen Mittelgebirge – bei andrackblog.de gibt es alles über das Thema Wandern. Jede Woche neu, (relativ) aktuell. Die besten Wander-Storys der Welt eben.

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