Wander-Blog von Manuel Andrack

Die besten Wander-Storys der Welt




Ausblick auf „Lebenslänglich Fußball“, Teil 8

Geschrieben am um 7:48

Es gibt natürlich Fans, die sind noch verrückter als andere Fans, noch extremer. Die fahren zu jedem Spiel ihres Vereins (so weit noch halbwegs normal), sind aber schon drei Stunden vor Spielbeginn im Stadion, weil sie ihre Fahne an der immer gleichen Stelle platzieren müssen. Oder es gibt die Fans, die sich Vereinswappen und Stadion auf den Oberschenkel tätowieren lassen.

Und es gibt Ted. Ted hat sich ein Auto gekauft. Wenn man das Foto der Inneneinrichtung sieht, kommt man zuerst nicht drauf, welchen Verein Ted bevorzugt. Schalke 04? Alemannia Aachen? Hamborn 07?

 

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Ein Auszug aus „Lebenslänglich Fußball“:

Zudem gibt es noch ein anderes Fahrzeug, und das ist Teds eigentlicher Liebling: „Ich habe noch ein schwarz-gelbes Auto, das ist eine Corvette. Die habe ich vor einem Jahr in den USA gekauft und über Bremerhaven eingeführt. Da hab ich schwer Ärger gekriegt zu Hause.“

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Ausblick auf „Lebenslänglich Fußball“, Teil 7

Geschrieben am um 8:23

Ich möchte keinesfalls die Fußballfans pathologisieren. Fan zu sein ist etwas sehr Schönes, etwas sehr Wichtiges. Für den Fan ist sein Verein eine Herzenssache, es geht um Leidenschaft und Treue. Fußball ist nicht die schönste Nebensache der Welt, es ist die schönste Hauptsache der Welt. Der Fan kann ein tolles Familienleben haben (oder auch nicht), einen Super-Job (oder auch nicht), aber sein Verein ist sein Verein. Ganz wichtig: Man ist nicht nur Fan, wenn man zu jedem Heimspiel geht, auf dem Zaun hängt, Auswärtsfahrten liebt und jeden Fan-Gesang mitgrölen kann.

Ein richtiger Fan ist (immer noch) Klaus Hofmann, der Präsident des FC Augsburg. Ein Fan als Fußballpräsident…

 

FC Augsburg, Mitarbeiter, 03.12.2014

 

Ein Auszug aus „Lebenslänglich Fußball“:

„Meine Emotionalität hat sich als Präsident überhaupt nicht verändert, ich bin genauso bescheuert wie früher. Man würde ja erstens meinen, im Alter würde man schlauer – das stimmt nicht. Man würde zweitens meinen, als Präsident würde man schlauer – das stimmt auch nicht. Es ist ein Weltuntergang, wenn wir verlieren, dann bin ich achtundvierzig Stunden nicht ansprechbar. Und der Schiedsrichter bekommt sein Fett weg. Jeder Pfiff gegen Augsburg ist schon mal per se falsch. Daran hat sich gar nichts geändert. Deshalb schaue ich mir die meisten Spiele bei uns in der Nordwand an, da fällt’s dann gar nicht auf. Es ist nicht schlau, auf die Haupttribüne zu gehen, denn da benimmt man sich anders.“

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Ausblick auf „Lebenslänglich Fußball“, Teil 6

Geschrieben am um 7:21

Prinzipiell bin ich der Ansicht, dass der Faktor Fan in der Fußballberichterstattung sträflich vernachlässigt wird. Kreative Gesänge, Unterstützung oder auch Liebesentzug der Fans werden so gut wie nicht thematisiert. Ausnahme: Randale. Das ergibt ein verzerrtes Bild des Fans. Im kicker zum Beispiel wird wirklich alles bewertet und gezählt. Wie viele Chancen, wie viele Ecken, es gibt eine Benotung der Spieler, des Schiedsrichters, der Gesamtspieldramaturgie. Überspielte Gegner, Ballbesitz, Teamlaufleistung, Durchschnittsalter der Spieler. Alles, aber eine Fan-Support-Bewertung fehlt.

Richtigen Fan-Support gibt es mittlerweile auch im Deutschen Bundestag. Ungefähr ein Drittel der Abgeordneten ist in diversen Fan-Clubs organisiert. Michael Brand (der mit dem rot-weißen Cowboyhut, NEIN, er ist kein Fan von Donald Trump!) hat (als Abgeordneter für den Wahlkreis Fulda!!!) die Koalition Rut-Wiess gegründet, der Fanclub der FC-Fans unter den Bundestagsabgeordneten.

 

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Stepi (in der Ecke links) hat sich übrigens bis zuletzt gegen die Ehrenmitgliedschaft gewehrt – erfolglos!

Ein Auszug aus „Lebenslänglich Fußball“:

„Ja, ich verliere Wählerstimmen wegen des FC. Na und? Kein Fan denkt an Wählerstimmen, man macht doch in diesem Fall keine Rechnung auf. Wenn man Fan ist, kalkuliert man nicht. Und erst recht zieht man nicht zwei unterschiedliche Schals an. Punkt.“

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Ausblick auf „Lebenslänglich Fußball“, Teil 5

Geschrieben am um 8:19

Ehrlich gesagt: Dieses Buch wurde auch für mich zu einer Art Therapie. Nicht nur, dass ich viel über mich als Fan gelernt habe. Ich habe bei den Gesprächen mit den Fans anderer Vereine über deren sich teilweise unterscheidenden, teilweise sich ähnelnden Emotionen etwas gelernt. Durch die Gespräche mit anderen Fans habe ich vor allem eines entwickelt: Sympathie für die Anhänger anderer Vereine. Ich bin aus meinem alten „Wir sind super und die anderen sind doof“-Schema ausgebrochen. Beispiel HSV. Nachdem ich Super-Fan Lotto King Karl bei seinem Job als Stadionsprecher am Spielfeldrand begleitet habe, habe ich ein gewisses Mitgefühl für ihn und alle anderen HSV Anhänger entwickelt …

 

 

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Und ich habe auch Sympathien für Herrn Dittmann. Herr Dittmann ist der Ansicht, dass Dynamo die verrücktesten Fans Deutschlands hat. Und damit meint er nicht die Krawallmacher.

Ein Auszug aus „Lebenslänglich Fußball“:

Ich will ihm nicht zu nahetreten, aber Herr Dittmann ist wirklich verrückt: „Bei mir zu Hause auf der Couch sitzen ein Bayern-Bärchen und ein Dynamo-Bärchen, und die unterhalten sich: Wann spielen wir endlich wieder entscheidend gegeneinander wie 1973?“

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Ausblick auf „Lebenslänglich Fußball“, Teil 4

Geschrieben am um 8:38

Es gibt klare Anzeichen für die Diagnose Fan: Wenn dein Puls kurz vor dem Anpfiff hoch geht, wenn du panisch zum Smartphone greifst, um den Live-Ticker zu aktualisieren, wenn du dich zwei Tage vergraben möchtest, weil dein Verein verloren hat, wenn du dich bei jeder Chance deiner Mannschaft verkrampfst (weil das Ding reingehen MUSS), und wenn du bei einer Chance der anderen Mannschaft auch verkrampfst (vor Angst, dass er reingehen KÖNNTE), dann, ja, dann bist du Fan. Und dann ist dieses Buch für dich.

Ich habe Fans von Bayern München und dem FC Homburg getroffen. Und ich habe mich mit einem Ehepaar unterhalten. Sie ist Fan von Eintracht Frankfurt, er ist Fan des Karlsruher SC (Herzliches Beileid Matthias, nachträglich). Und das sorgt für Spannungen. Ein Fall für den Fan-Paar-Therapeuthen.

 

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Ein Auszug aus „Lebenslänglich Fußball“:

Wo bin ich da nur hineingeraten?

Matthias sagt ganz trocken: Es ist eigentlich peinlich, mit dir im Stadion zu sitzen. Deinem Vater ist es peinlich, mir ist es peinlich, jedem ist es peinlich.“

Tina verliert die Beherrschung und entgegnet mit sich überschlagender Stimme: Das stimmt überhaupt nicht!“

 

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Ausblick auf „Lebenslänglich Fußball“, Teil 3

Geschrieben am um 7:35

Wie irre sind Fußball-Fans? Jeder Fan kennt hysterische Anfälle nach Toren, tagelange Depressionen nach Niederlagen. Jeder Fan spürt die Notwendigkeit, den Zwang ins Stadion zu gehen, gleichzeitig steht er während des Spiels unter unerträglichem Stress, weil er Angst hat, das Spiel zu verlieren. Was steckt hinter diesen Gefühlen? Ich habe mit vielen Fans in Deutschland gesprochen, die Fans auf die Couch gelegt.

Ich habe Fans von Mönchengladbach und Oberhausen, von Schalke 04 und Eintracht Trier getroffen. Mit Nürnberger Fans habe ich virtuell ein Spiel verfolgt. So jubeln übrigens Nürnberger Blogger (Clubfans-united.de) am Smartphone über ein Tor:

 

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Und ich habe Silvia getroffen, die seit 27 Jahren kein Spiel des 1.FC Köln verpasst hat. Und die immer noch dieses eine Spiel bereut, das sie vor 27 Jahren nicht sehen konnte:

Ein Auszug aus „Lebenslänglich Fußball“:

„Ich bin tatsächlich von meinem Verlobten gezwungen worden, ein Spiel gegen Dortmund zu verpassen“, sagt Silvia. „Wenn du jung bist und verlobt, machst du schon mal so einen Mist.“

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Ausblick auf „Lebenslänglich Fußball“, Teil 2

Geschrieben am um 6:30

Die Attribute „verrückt“ und „bekloppt“ liegen für Fußball-Fans nahe. Ich habe mir irgendwann die Frage gestellt, ob Fans wirklich verrückt sind. Im Sinne von irre. Menschen gehen zum Therapeuten, weil sie Depressionen oder Angstzustände haben, unter Neurosen leiden, Sucht gefährdet sind, hysterische Anfälle haben. Komisch: alles das kennt jeder Fan.

Ich habe Fans von Stuttgart und Dresden, von Paderborn und Augsburg getroffen. Und mit Groundhopper Bastl bin ich nach Havelse gefahren…

 

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Andere Fans sind polyamourös, haben ein Herz für mindestens zwei Vereine. Einer von diesen Fans ist Dirk.

Ein Auszug aus „Lebenslänglich Fußball“:

Wenn wir in diesem Buch über den Wahnsinn von Fußballfans reden, war Dirk früher in der Champions-League der bekloppten Fans: „Ich habe zwei Jobs wegen Fortuna verloren. Ich hatte mal einen Chef, der sagte am Montag vor einem Auswärtsspiel der Fortuna in Nürnberg: Wenn du am Freitag nicht da bist, dann schmeiße ich dich raus. Ich bin NATÜRLICH nach Nürnberg gefahren. Tja, dann war der Job weg.“

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Ausblick auf „Lebenslänglich Fußball“ Teil 1 – Thomas ist Fan von RWO

Geschrieben am um 6:07

Ich habe mit positiv verrückten Fußball-Fans von Borussia Dortmund und dem FC Saarbrücken, vom HSV und vom KSC, von Eintracht Frankfurt und dem Wuppertaler SV gesprochen. Wie leiden und jubeln sie? Wie schlimm sind die Depressionen nach einer Niederlage? Und was sagen die Psychologen zu dem Fan-Wahnsinn?

In Oberhausen habe ich Thomas aus Ottobeuren/Allgäu getroffen. Thomas hat seit fünf Jahren eine Dauerkarte bei RWO, fährt zu jedem Heimspiel. 580 Kilometer hin. Und 580 Kilometer wieder zurück …

 

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Ein Auszug aus „Lebenslänglich Fußball“:

Um 4.00 Uhr geht es los, über die stauanfälligen Autobahnen A8, A7, A3. Um 10.00 Uhr ist er in Oberhausen, „dann bei der Oma Mittag essen und ab ins Stadion, 14:00 ist Anpfiff.“ Nach dem Spiel geht es meistens direkt zurück nach Ottobeuren. Und natürlich hat er sich auf den stundenlangen Fahrten zurück ins Allgäu schon die Frage gestellt: Warum?

Ich frage Thomas ganz offen, ob er verrückt sei.

„Ja“, sagt er, „ich bin verrückt.“

 

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Kolumne im kicker

Geschrieben am um 12:40

Es ist doch schön, wenn das neue Jahr auch eine neue Aufgabe bereithält. Mein Job wird es sein, für die Mutter aller deutschen Fußballmagazinen, den kicker, eine Kolumne zu schreiben. Bisher schreiben an dieser Stelle Django Asül, Dieter Hildebrandt, Atze Schröder, Werner Schneyder. Keine schlechte Gesellschaft, wie ich finde.

Ich werde in der Kolumne, die ab Montag an allen gut und auch schlecht sortierten Zeitschriftenläden erhältlich ist, einige Prognosen für das Fußballjahr 2013 wagen. Was in der Kolumne steht, werde ich natürlich verraten. Aber ich weiß zufällig, was an den Fußballstandorten Frankfurt und Karlsruhe in genau einem Jahr los sein wird.

Bei Eintracht Frankfurt ist zum Jahreswechsel 2013/2014 der Jammer groß. Letzter der Bundesligatabelle nach der Hinrunde, und das nach der Vizemeisterschaft in der Vorsaison. Die Doppelbelastung mit Liga und Champions League war für den Adler-Club einfach zu groß.

In der zweiten Liga führt souverän der Karlsruher SC, seitdem dort Mehmet Scholl als Fußballdirketor mit losem Mundwerk die regie übernommen hat. Sein spektakulärster Coup nach dem Aufstieg im Sommer war die Rückholaktion von Euro Eddy, der seitdem Tore am Fließband schießt.

 

 

 

Mehr am Montag im kicker!



Mein schönstes Ostererlebnis

Geschrieben am um 12:05

Kurz bevor ich nach Mainz fahre, eine Auswärtspartie höchst ungewissen Ausgangs, möchte ich schnell mein schönstes Ostererlebnis verkünden. Es hat sich mittlerweile herum gesprochen, dass man als FC-Fan mit tonnenweise schlechten Nachrichten leben muss:

– eine grottenschlechte Rückrunde, Ergebnis: Abstiegsplatz

– seit Monaten kein Präsident, die Nachfolge droht zur großen Schlammschlacht zu eskalieren

– seit Wochen kein Sportdirektor, Nachfolge ungewiss

– Suff-Skandal I, die slowenische Variante: Brecko genehmigt sich einen auf der FC-Karnevalsfeier (wie will man auch sonst einen Karnevalssitzung überleben?) und landet mit seinem Auto im Gleisbett der KVB

– Suff-Skandal II, die polnische Variante: Peszko trinkt nach dem Spiel gegen Bremen einen über den Durst, hat eine kleine Diskussion mit einem Taxifahrer und landet in Polizeigewahrsam

Alle Diskussionen um Solbakken, Wilde Horde, Geromel, Poldi und und und verschweigen wir mal ganz.

Aber dann diese Szene: Ostersamstag, Müngersdorfer Stadion, 15.46 Uhr. das Spiel gegen Bremen läuft seit sechzehn Minuten, es steht 0:0. Da ergreife ich meinen Chance. Denn unserer Ultras, die Wilde Horde, sind verstummt, geben nicht mehr den Ton der Stadion-Gesänge an. Die Gesänge kommen anarchisch aus allen Ecken des Stadions, wunderbar. Auswärts, in St.Pauli, Cottbus, Freiburg, Augsburg, ja auswärts habe ich schon oft die Kurve angesungen. Das war relativ einfach. Um 15.46 Uhr am Ostersamstag stimme ich an : „Denn mer sin kölsche Jonge…“, zwanzig Sekunden später singt das halbe Stadion mit – 25.000 Leute. Ich bin überglücklich. Endlich mal ein positive Nachricht im Zusammenhang mit dem 1.FC Köln!


Wer glaubt, Wandern ist fade und die Vorstufe zur Rollator-Rallye, muss diesen Blog lesen und wird staunen. Ob Kurioses am Wegesrand, schräge Hinweistafeln, Lebensgefahr am Wanderweg, skurile Wandervögel, betreutes Trinken am Steig, gigantische Aussichten oder extreme Herausforderungen im deutschen Mittelgebirge – bei andrackblog.de gibt es alles über das Thema Wandern. Jede Woche neu, (relativ) aktuell. Die besten Wander-Storys der Welt eben.

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