Wander-Blog von Manuel Andrack

Die besten Wander-Storys der Welt




Ausblick auf „Lebenslänglich Fußball“, Teil 11

Geschrieben am um 7:58

Man hat es schon immer gewusst, welcher Verein in Deutschland konsequent gegen die Kommerzialisierung des Fußballs voran geht:

 

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Bravooooooooooo!

Es gibt aber auch Fans, die irgendwann spüren, dass Fan zu sein nicht alles gewesen sein kann im Leben. So wie Friedhelm.

Ein Auszug aus „Lebenslänglich Fußball“:

„Man kann sich ab einem gewissen Alter und einer gewissen Erkenntnis nicht mehr permanent zum Affen machen. Das hat ja stellenweise etwas Unwürdiges. Mit dem Dasein als Fußballfan ist es so wie mit vielen Dingen im fortgeschrittenen Alter, vieles verkommt eben zum Ritual. Es macht noch Spaß, zündet aber nicht mehr richtig.“

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Ausblick auf „Lebenslänglich Fußball“, Teil 10

Geschrieben am um 6:56

Man sagt den Bayern-Fans ja prinzipiell nach, sie seien gar keine Fans, weil sie das Gefühle des Leids, der Niederlage, des Fan-Frusts nicht kennen. Das stimmt so nicht, es gilt zumindest nicht für alle Bayern-Fans. Ich habe es selbst erlebt, wie mein saarländischer Kumpel Thilo nach einem souveränen Auftritt im Hinspiel der Champions League starr vor Angst das Rückspiel erwartete. Angst essen Seele auf. Die Fallhöhe für einen Bayern-Fan ist eben hoch.

Mein Kumpel Pit ist aber als Bayern-Fan immer gut drauf…

 

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Ein Auszug aus „Lebenslänglich Fußball“:

Pit sagt: „Anfang März fahren wir wieder runter, da haben wir zweimal Paulaner und zweimal Ehrenkarten von Audi. Ehrenkarte heißt, kein Essen und Trinken, aber saugute Plätze. Die beste Loge ist die Davidoff-Lounge da oben rechts. Vom Flair her ist die Davidoff super, da kann man rauchen, da gibt es edlen Whisky, ohhhh, ist der Whisky gut, nicht so eine Billigflasche für zwanzig Euro. Und einen sauguten Kaffee haben sie auch.“

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Ausblick auf „Lebenslänglich Fußball“, Teil 9

Geschrieben am um 7:53

Auswärtsspiel in Freiburg. Der FC liegt 1:0 zurück, die Mannschaft spielt nicht berauschend, aber auch nicht übermäßig schrecklich. Ich stehe mit Gereon und Christoph im FC-Fan-Block. Wir warten alle auf den Ausgleich, unterstützen die Mannschaft mit zaghaften Anfeuerungsrufen. Die Ultras sind nicht dabei; die sind wegen irgendetwas beleidigt und deshalb zu Hause geblieben. Christoph rastet aus, seine Halsschlagader schwillt rot an. Er schimpft auf einzelne Spieler, auf den Trainer, er schimpft über das Engagement der Mannschaft. Seiner Mannschaft, seiner Spieler, seines Trainers.

Das Foto hier hat nix mit Christoph zu tun. Ich habe einfach nur mal „Grimmig-gucken“ geübt, falls der HSV mal wieder einen neuen Trainer braucht…

 

 

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Zurück zu Christoph:

Ein Auszug aus „Lebenslänglich Fußball“:

„Zwischen mir und dem Verein stehen meistens die Spieler und der Trainer.“

Aber warum muss er das immer so rauslassen?

„Ich bin eben der Vorsitzende im Verein der Mecker-Opas“

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Ausblick auf „Lebenslänglich Fußball“, Teil 8

Geschrieben am um 7:48

Es gibt natürlich Fans, die sind noch verrückter als andere Fans, noch extremer. Die fahren zu jedem Spiel ihres Vereins (so weit noch halbwegs normal), sind aber schon drei Stunden vor Spielbeginn im Stadion, weil sie ihre Fahne an der immer gleichen Stelle platzieren müssen. Oder es gibt die Fans, die sich Vereinswappen und Stadion auf den Oberschenkel tätowieren lassen.

Und es gibt Ted. Ted hat sich ein Auto gekauft. Wenn man das Foto der Inneneinrichtung sieht, kommt man zuerst nicht drauf, welchen Verein Ted bevorzugt. Schalke 04? Alemannia Aachen? Hamborn 07?

 

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Ein Auszug aus „Lebenslänglich Fußball“:

Zudem gibt es noch ein anderes Fahrzeug, und das ist Teds eigentlicher Liebling: „Ich habe noch ein schwarz-gelbes Auto, das ist eine Corvette. Die habe ich vor einem Jahr in den USA gekauft und über Bremerhaven eingeführt. Da hab ich schwer Ärger gekriegt zu Hause.“

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Ausblick auf „Lebenslänglich Fußball“, Teil 7

Geschrieben am um 8:23

Ich möchte keinesfalls die Fußballfans pathologisieren. Fan zu sein ist etwas sehr Schönes, etwas sehr Wichtiges. Für den Fan ist sein Verein eine Herzenssache, es geht um Leidenschaft und Treue. Fußball ist nicht die schönste Nebensache der Welt, es ist die schönste Hauptsache der Welt. Der Fan kann ein tolles Familienleben haben (oder auch nicht), einen Super-Job (oder auch nicht), aber sein Verein ist sein Verein. Ganz wichtig: Man ist nicht nur Fan, wenn man zu jedem Heimspiel geht, auf dem Zaun hängt, Auswärtsfahrten liebt und jeden Fan-Gesang mitgrölen kann.

Ein richtiger Fan ist (immer noch) Klaus Hofmann, der Präsident des FC Augsburg. Ein Fan als Fußballpräsident…

 

FC Augsburg, Mitarbeiter, 03.12.2014

 

Ein Auszug aus „Lebenslänglich Fußball“:

„Meine Emotionalität hat sich als Präsident überhaupt nicht verändert, ich bin genauso bescheuert wie früher. Man würde ja erstens meinen, im Alter würde man schlauer – das stimmt nicht. Man würde zweitens meinen, als Präsident würde man schlauer – das stimmt auch nicht. Es ist ein Weltuntergang, wenn wir verlieren, dann bin ich achtundvierzig Stunden nicht ansprechbar. Und der Schiedsrichter bekommt sein Fett weg. Jeder Pfiff gegen Augsburg ist schon mal per se falsch. Daran hat sich gar nichts geändert. Deshalb schaue ich mir die meisten Spiele bei uns in der Nordwand an, da fällt’s dann gar nicht auf. Es ist nicht schlau, auf die Haupttribüne zu gehen, denn da benimmt man sich anders.“

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Ausblick auf „Lebenslänglich Fußball“, Teil 6

Geschrieben am um 7:21

Prinzipiell bin ich der Ansicht, dass der Faktor Fan in der Fußballberichterstattung sträflich vernachlässigt wird. Kreative Gesänge, Unterstützung oder auch Liebesentzug der Fans werden so gut wie nicht thematisiert. Ausnahme: Randale. Das ergibt ein verzerrtes Bild des Fans. Im kicker zum Beispiel wird wirklich alles bewertet und gezählt. Wie viele Chancen, wie viele Ecken, es gibt eine Benotung der Spieler, des Schiedsrichters, der Gesamtspieldramaturgie. Überspielte Gegner, Ballbesitz, Teamlaufleistung, Durchschnittsalter der Spieler. Alles, aber eine Fan-Support-Bewertung fehlt.

Richtigen Fan-Support gibt es mittlerweile auch im Deutschen Bundestag. Ungefähr ein Drittel der Abgeordneten ist in diversen Fan-Clubs organisiert. Michael Brand (der mit dem rot-weißen Cowboyhut, NEIN, er ist kein Fan von Donald Trump!) hat (als Abgeordneter für den Wahlkreis Fulda!!!) die Koalition Rut-Wiess gegründet, der Fanclub der FC-Fans unter den Bundestagsabgeordneten.

 

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Stepi (in der Ecke links) hat sich übrigens bis zuletzt gegen die Ehrenmitgliedschaft gewehrt – erfolglos!

Ein Auszug aus „Lebenslänglich Fußball“:

„Ja, ich verliere Wählerstimmen wegen des FC. Na und? Kein Fan denkt an Wählerstimmen, man macht doch in diesem Fall keine Rechnung auf. Wenn man Fan ist, kalkuliert man nicht. Und erst recht zieht man nicht zwei unterschiedliche Schals an. Punkt.“

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Ausblick auf „Lebenslänglich Fußball“, Teil 5

Geschrieben am um 8:19

Ehrlich gesagt: Dieses Buch wurde auch für mich zu einer Art Therapie. Nicht nur, dass ich viel über mich als Fan gelernt habe. Ich habe bei den Gesprächen mit den Fans anderer Vereine über deren sich teilweise unterscheidenden, teilweise sich ähnelnden Emotionen etwas gelernt. Durch die Gespräche mit anderen Fans habe ich vor allem eines entwickelt: Sympathie für die Anhänger anderer Vereine. Ich bin aus meinem alten „Wir sind super und die anderen sind doof“-Schema ausgebrochen. Beispiel HSV. Nachdem ich Super-Fan Lotto King Karl bei seinem Job als Stadionsprecher am Spielfeldrand begleitet habe, habe ich ein gewisses Mitgefühl für ihn und alle anderen HSV Anhänger entwickelt …

 

 

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Und ich habe auch Sympathien für Herrn Dittmann. Herr Dittmann ist der Ansicht, dass Dynamo die verrücktesten Fans Deutschlands hat. Und damit meint er nicht die Krawallmacher.

Ein Auszug aus „Lebenslänglich Fußball“:

Ich will ihm nicht zu nahetreten, aber Herr Dittmann ist wirklich verrückt: „Bei mir zu Hause auf der Couch sitzen ein Bayern-Bärchen und ein Dynamo-Bärchen, und die unterhalten sich: Wann spielen wir endlich wieder entscheidend gegeneinander wie 1973?“

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Ausblick auf „Lebenslänglich Fußball“, Teil 4

Geschrieben am um 8:38

Es gibt klare Anzeichen für die Diagnose Fan: Wenn dein Puls kurz vor dem Anpfiff hoch geht, wenn du panisch zum Smartphone greifst, um den Live-Ticker zu aktualisieren, wenn du dich zwei Tage vergraben möchtest, weil dein Verein verloren hat, wenn du dich bei jeder Chance deiner Mannschaft verkrampfst (weil das Ding reingehen MUSS), und wenn du bei einer Chance der anderen Mannschaft auch verkrampfst (vor Angst, dass er reingehen KÖNNTE), dann, ja, dann bist du Fan. Und dann ist dieses Buch für dich.

Ich habe Fans von Bayern München und dem FC Homburg getroffen. Und ich habe mich mit einem Ehepaar unterhalten. Sie ist Fan von Eintracht Frankfurt, er ist Fan des Karlsruher SC (Herzliches Beileid Matthias, nachträglich). Und das sorgt für Spannungen. Ein Fall für den Fan-Paar-Therapeuthen.

 

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Ein Auszug aus „Lebenslänglich Fußball“:

Wo bin ich da nur hineingeraten?

Matthias sagt ganz trocken: Es ist eigentlich peinlich, mit dir im Stadion zu sitzen. Deinem Vater ist es peinlich, mir ist es peinlich, jedem ist es peinlich.“

Tina verliert die Beherrschung und entgegnet mit sich überschlagender Stimme: Das stimmt überhaupt nicht!“

 

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Ausblick auf „Lebenslänglich Fußball“, Teil 3

Geschrieben am um 7:35

Wie irre sind Fußball-Fans? Jeder Fan kennt hysterische Anfälle nach Toren, tagelange Depressionen nach Niederlagen. Jeder Fan spürt die Notwendigkeit, den Zwang ins Stadion zu gehen, gleichzeitig steht er während des Spiels unter unerträglichem Stress, weil er Angst hat, das Spiel zu verlieren. Was steckt hinter diesen Gefühlen? Ich habe mit vielen Fans in Deutschland gesprochen, die Fans auf die Couch gelegt.

Ich habe Fans von Mönchengladbach und Oberhausen, von Schalke 04 und Eintracht Trier getroffen. Mit Nürnberger Fans habe ich virtuell ein Spiel verfolgt. So jubeln übrigens Nürnberger Blogger (Clubfans-united.de) am Smartphone über ein Tor:

 

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Und ich habe Silvia getroffen, die seit 27 Jahren kein Spiel des 1.FC Köln verpasst hat. Und die immer noch dieses eine Spiel bereut, das sie vor 27 Jahren nicht sehen konnte:

Ein Auszug aus „Lebenslänglich Fußball“:

„Ich bin tatsächlich von meinem Verlobten gezwungen worden, ein Spiel gegen Dortmund zu verpassen“, sagt Silvia. „Wenn du jung bist und verlobt, machst du schon mal so einen Mist.“

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Ausblick auf „Lebenslänglich Fußball“, Teil 2

Geschrieben am um 6:30

Die Attribute „verrückt“ und „bekloppt“ liegen für Fußball-Fans nahe. Ich habe mir irgendwann die Frage gestellt, ob Fans wirklich verrückt sind. Im Sinne von irre. Menschen gehen zum Therapeuten, weil sie Depressionen oder Angstzustände haben, unter Neurosen leiden, Sucht gefährdet sind, hysterische Anfälle haben. Komisch: alles das kennt jeder Fan.

Ich habe Fans von Stuttgart und Dresden, von Paderborn und Augsburg getroffen. Und mit Groundhopper Bastl bin ich nach Havelse gefahren…

 

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Andere Fans sind polyamourös, haben ein Herz für mindestens zwei Vereine. Einer von diesen Fans ist Dirk.

Ein Auszug aus „Lebenslänglich Fußball“:

Wenn wir in diesem Buch über den Wahnsinn von Fußballfans reden, war Dirk früher in der Champions-League der bekloppten Fans: „Ich habe zwei Jobs wegen Fortuna verloren. Ich hatte mal einen Chef, der sagte am Montag vor einem Auswärtsspiel der Fortuna in Nürnberg: Wenn du am Freitag nicht da bist, dann schmeiße ich dich raus. Ich bin NATÜRLICH nach Nürnberg gefahren. Tja, dann war der Job weg.“

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Wer glaubt, Wandern ist fade und die Vorstufe zur Rollator-Rallye, muss diesen Blog lesen und wird staunen. Ob Kurioses am Wegesrand, schräge Hinweistafeln, Lebensgefahr am Wanderweg, skurile Wandervögel, betreutes Trinken am Steig, gigantische Aussichten oder extreme Herausforderungen im deutschen Mittelgebirge – bei andrackblog.de gibt es alles über das Thema Wandern. Jede Woche neu, (relativ) aktuell. Die besten Wander-Storys der Welt eben.

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