Wander-Blog von Manuel Andrack

Die besten Wander-Storys der Welt




Ausblick auf „Lebenslänglich Fußball“, Teil 11

Geschrieben am um 7:58

Man hat es schon immer gewusst, welcher Verein in Deutschland konsequent gegen die Kommerzialisierung des Fußballs voran geht:

 

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Bravooooooooooo!

Es gibt aber auch Fans, die irgendwann spüren, dass Fan zu sein nicht alles gewesen sein kann im Leben. So wie Friedhelm.

Ein Auszug aus „Lebenslänglich Fußball“:

„Man kann sich ab einem gewissen Alter und einer gewissen Erkenntnis nicht mehr permanent zum Affen machen. Das hat ja stellenweise etwas Unwürdiges. Mit dem Dasein als Fußballfan ist es so wie mit vielen Dingen im fortgeschrittenen Alter, vieles verkommt eben zum Ritual. Es macht noch Spaß, zündet aber nicht mehr richtig.“

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Ausblick auf „Lebenslänglich Fußball“, Teil 10

Geschrieben am um 6:56

Man sagt den Bayern-Fans ja prinzipiell nach, sie seien gar keine Fans, weil sie das Gefühle des Leids, der Niederlage, des Fan-Frusts nicht kennen. Das stimmt so nicht, es gilt zumindest nicht für alle Bayern-Fans. Ich habe es selbst erlebt, wie mein saarländischer Kumpel Thilo nach einem souveränen Auftritt im Hinspiel der Champions League starr vor Angst das Rückspiel erwartete. Angst essen Seele auf. Die Fallhöhe für einen Bayern-Fan ist eben hoch.

Mein Kumpel Pit ist aber als Bayern-Fan immer gut drauf…

 

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Ein Auszug aus „Lebenslänglich Fußball“:

Pit sagt: „Anfang März fahren wir wieder runter, da haben wir zweimal Paulaner und zweimal Ehrenkarten von Audi. Ehrenkarte heißt, kein Essen und Trinken, aber saugute Plätze. Die beste Loge ist die Davidoff-Lounge da oben rechts. Vom Flair her ist die Davidoff super, da kann man rauchen, da gibt es edlen Whisky, ohhhh, ist der Whisky gut, nicht so eine Billigflasche für zwanzig Euro. Und einen sauguten Kaffee haben sie auch.“

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Weinwandern in Castell

Geschrieben am um 7:53

Verehrte Hochwohlgeborene Wanderer, ich möchte Ihnen heute eine durchlauchtige und sehr vornehme Weinwanderung vorstellen. Eine Weinwanderung, zu der man „Sie“ sagen muss.

 

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Willkommen auf der Traumrunde Castell. Wenn man Würzburg nach Nürnberg fährt und ungefähr 30 Kilometer hinter Würzburg von der Autobahn abfährt, ist man sehr schnell in Castell. Am Hang gelegen, umgeben von Weinbergen. Meine Weinwanderung startet im sogenannten Weinstall des Fürsten. Ich gehe zumindest davon aus, dass das Weinlokal dem Fürsten zu Castell-Castell gehört. Ich trinke eine Karaffe Silvaner des Fürstlich Castell’schen Weinguts. Silvaner muss sein, es ist der Referenz-Wein von Castell und der Vorzeige-Wein der Franken, dazu später noch mehr. Im Weinstall finde ich ein sehr edles Ambiente vor.

 

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Rote Kissen, Wein rankt sich über meinem Kopf. Die Hocker sind aus Weinkisten gemacht, auf denen steht: „Wein schenkt Freude.“ Klar, was denn sonst?

Zum Wein bestelle ich zwei gigantisch leckere Bratwürste vom Schwarzerle. Das fränkische Schwarzerle ist ein freilaufendes Schwein, dass sich von Eicheln ernährt. Die Franken können echt alles super: Wein, Bier, Bratwürste. Nur das Fußballspielen, das kriegen sie meistens nicht hin. Gut gestärkt begebe ich mich zum Schloß von Castell, dort findet sich ein Wegweiser der Traumrunde Castell, meinem Weinwanderweg.

 

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Das Schloß kann man nicht besichtigen, dort wohnt der Fürst, der hat keine Lust auf neugierige Touristen. Nun, ehrlich gesagt finde ich Schloß-Besichtigungen sterbenslangweilig, ich bin also nicht sehr traurig, dass dieser Programmpunkt heute ausfällt. Neben dem Schloß steht die Bank, die Castell Bank. Und diese Bank gehört – kein Witz – natürlich auch dem Fürsten. Die Fürstlich Castell’sche Bank wurde 1774 gegründet, es ist die älteste Bank in Bayern, immer noch eine Privatbank. Aus Demut vor so viel Historie hebe ich 200 € ab und bezahle gerne die 4,95 € Gebühr an den Fürsten, da ich ja (noch) kein Konto bei der Castell Bank habe.

Ich gehe hinunter an die Bundesstraße zum zentralen Infopunkt von Castell. Ein paar hundert Meter geht es noch durch den Ort, dann auf einem schönen Wiesenweg am Bach entlang und am Sportplatz vorbei. Für den lokalen Fußballverein hat der Fürst wohl kein Geld mehr übrig, er könnte ja ein Hoffenheim’sches Wunder in Unterfranken schaffen. Aber, nun ja, der Franken und das Fußballspielen – siehe oben. Rechts von meinem Wanderweg erheben sich an sanften Hängen die Weinberge, die ich schon bald erreiche. Ich wandere wieder ein Stück Richtung Castell oberhalb der Rebstöcke und erreiche das Silvaner Denkmal.

 

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Das finde ich sehr schön, dass man in Castell einer einzelnen Rebe ein Denkmal errichtet hat, aber das hat auch einen guten Grund. Im April 1659 ließ der Gräflich Castellsche Amtmann Johann Georg Körner 25 österreichische Rebstöcke in Castell anpflanzen. Das war – Trommelwirbel – der erste Anbau von Silvaner in Deutschland, der Beginn der Silvanisierung von Franken. Ab dem Denkmal geht es auf einem gepflasterten Feldweg in Richtung Osten, dorthin, wo sich ein bewaldter Bergkamm erhebt.

 

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Ich wandere die Traumrunde Castell an einem schwül-heißen Nachmittag im Mai und muss schon sagen, dass die ungefähr zwei schattenlosen Kilometer Fußweg bei gefühlten 45 Grad in der Sonne kein Zuckerschlecken sind, das ist schon eine ordentliche Durststrecke.

Irgendwann erreiche ich dann doch den Wald, in dem es sanft aber stetig bergan geht, bis sich zur linken Hand ein großartiger Blick öffnet. Ich bin am Ausblick „Greuther Bastel“ angekommen. Der Greuther Bastel ist der Weinberg des Nachbarorts Greuth. Wobei Greuth nichts mit dem Greuth von Greuther Fürth zu tun hat. (Warum komme ich beim Thema Franken immer wieder auf Fußball zurück?)

Der Wanderweg wechselt jetzt die Richtung, es geht wieder zurück Richtung Fürstenstadt Castell, Richtung Westen. Da ich keine Steigungen mehr meistern muss, ist der geschwungene Weg durch die schattigen Wälder pure Wellness.

Na gut. Ich verrate Ihnen ein Geheimnis: Ehrlich gesagt, bin ich etwas überrascht im Steigerwald zu wandern. Hätte mich vor der Weinwanderung in Franken jemand gefragt, wo der Steigerwald ist, hätte ich zugeben müssen, es nicht zu wissen. Wissenslücke geschlossen! Bei der Steigerwald-Erleuchtung haben mir die Hinweisschilder des Steigerwald Panoramawegs geholfen.

 

 

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Ich habe sherlockholmes-scharf kombiniert: höchstwahrscheinlich verläuft der Steigerwald Panoramaweg im Steigerwald. Bingo!

Nach dem Tränksee wandere ich nur noch ungefähr einen Kilometer und bin angekommen. Es gibt Menschen, die ihr Glück finden, wenn sie wieder in der Heimat ankommen. Auf der Traumrunde Castell findet ihr das Glück beim schönsten Weinblick Frankens in Castell. Relativ überraschend öffnet sich, eingerahmt von Baum-Ästen, der Blick auf die Weinberge des Casteller Schloßbergs. Ich verrate aber kein Geheimnis, dass es noch einen zweiten, mindestens eben so schönen Weinblick in Castell gibt, und den findet man so:

Nach der Burgruine auf dem Schloßberg geht es steil bergab und wir wandern aus dem Wald hinaus. Ihr geht an der evangelischen Kirche links vorbei und dann setzt man sich in das Weinlokal „Weingarten“.

 

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Dieses Weinlokal liegt ein wenig versteckt oberhalb der Weinberge. Ich würde empfehlen, sich erst einmal hinzusetzen, man hat es sich verdient nach der Wanderung. Und dann schauen, genießen, abschalten, wohlfühlen. Das ist ein Weinblick, oder?

Irgendwann aber hilft alles nichts und ich trete den Heimweg an. In weiser Voraussicht habe ich meine Unterkunft direkt vor Ort, ich logiere also quasi hochherrrschaftlich in Nachbarschaft des Fürsten. Irgendwie färbt das ab, denn ich gehe langsam durch das abendliche Castell, die Stadt des Fürsten und denke: In Castell sind wir alle Fürst und das ist auch gut so!

 



Ausblick auf „Lebenslänglich Fußball“, Teil 9

Geschrieben am um 7:53

Auswärtsspiel in Freiburg. Der FC liegt 1:0 zurück, die Mannschaft spielt nicht berauschend, aber auch nicht übermäßig schrecklich. Ich stehe mit Gereon und Christoph im FC-Fan-Block. Wir warten alle auf den Ausgleich, unterstützen die Mannschaft mit zaghaften Anfeuerungsrufen. Die Ultras sind nicht dabei; die sind wegen irgendetwas beleidigt und deshalb zu Hause geblieben. Christoph rastet aus, seine Halsschlagader schwillt rot an. Er schimpft auf einzelne Spieler, auf den Trainer, er schimpft über das Engagement der Mannschaft. Seiner Mannschaft, seiner Spieler, seines Trainers.

Das Foto hier hat nix mit Christoph zu tun. Ich habe einfach nur mal „Grimmig-gucken“ geübt, falls der HSV mal wieder einen neuen Trainer braucht…

 

 

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Zurück zu Christoph:

Ein Auszug aus „Lebenslänglich Fußball“:

„Zwischen mir und dem Verein stehen meistens die Spieler und der Trainer.“

Aber warum muss er das immer so rauslassen?

„Ich bin eben der Vorsitzende im Verein der Mecker-Opas“

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Helden der Wanderwelt

Geschrieben am um 8:49

Jeder Wanderer ist ein Held, der seine gesteckten Ziele auf einer Wanderung erreicht. Chapeau auf jeden Fall! Aber es gibt darüber hinaus Leute, die mich auf ihre jeweils ganz eigene Art und Weise davon überzeugen, dass es sich um positiv bekloppte Wanderer handelt.

 

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Nehmen wir zum Beispiel Wanderführer Jupp aus dem Münsterland. Wir sind uns immer wieder in den letzten Jahren – im wahrsten Sinne des Wortes – über den Weg gelaufen. Aber seine wahren Heldenfähigkeiten habe ich kürzlich gesehen, als wir mit 180 Wanderern auf dem Ludgerusweg unterwegs waren. Da man 180 Leuten nicht zumuten kann, über einen querliegenden Baum zu klettern, haben Profi-Wanderführer wie Jupp natürlich vorsorglich eine Stiehl im Rucksack. Na gut, an den Sicherheitsgrundsätzen könnte man noch arbeiten, aber, wie der Kölner sägt: et hätt noch immer jut jejange.

 

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Tim dagegen, der pfiffige Gastronom am Ludgerusweg, hat sich um die Wanderer des Ludgerusweg verdient gemacht. Wanderer auf dem Rennsteig begrüßen sich mit „Gut Runst“ . Wanderer auf dem                        Ludgerweg begrüßen sich – wenn es nach Tim geht – mit dem Ludgerusweg-L, gebildet aus Daumen und Zeigefinger im rechten Winkel. Hoffentlich fällt keinem auf, dass unter Jugendlichen dieses Zeichen für „Looser“ steht.

 

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Auch ein Wanderheld ist der Mann mit der BWF-Kappe. BWF ist das Bundesamt für Wander-Freude, die ein Jahresbudget von 3 Milliarden Euro haben, um Wanderer glücklich zu machen. Weiter so, BWF!

 

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Mein letzter Wanderheld für heute ist Marian aus Bad Kreuznach. Marian ist ein waschechter Heavy-Metal-Wanderer. kein Scherz, zweimal im Jahr fährt er mit seinen Kumpels in den Harz, jeden Tag werden Wanderungen von 25 bis 30 Kilometern geschrubbt, und in den Wanderpausen kommt Heavy Death und Speed Metal aus der dem Ghetto-Blaster. Wandern und Headbangen, eine wirkliche Helden-Kombination!



Ausblick auf „Lebenslänglich Fußball“, Teil 8

Geschrieben am um 7:48

Es gibt natürlich Fans, die sind noch verrückter als andere Fans, noch extremer. Die fahren zu jedem Spiel ihres Vereins (so weit noch halbwegs normal), sind aber schon drei Stunden vor Spielbeginn im Stadion, weil sie ihre Fahne an der immer gleichen Stelle platzieren müssen. Oder es gibt die Fans, die sich Vereinswappen und Stadion auf den Oberschenkel tätowieren lassen.

Und es gibt Ted. Ted hat sich ein Auto gekauft. Wenn man das Foto der Inneneinrichtung sieht, kommt man zuerst nicht drauf, welchen Verein Ted bevorzugt. Schalke 04? Alemannia Aachen? Hamborn 07?

 

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Ein Auszug aus „Lebenslänglich Fußball“:

Zudem gibt es noch ein anderes Fahrzeug, und das ist Teds eigentlicher Liebling: „Ich habe noch ein schwarz-gelbes Auto, das ist eine Corvette. Die habe ich vor einem Jahr in den USA gekauft und über Bremerhaven eingeführt. Da hab ich schwer Ärger gekriegt zu Hause.“

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Ausblick auf „Lebenslänglich Fußball“, Teil 7

Geschrieben am um 8:23

Ich möchte keinesfalls die Fußballfans pathologisieren. Fan zu sein ist etwas sehr Schönes, etwas sehr Wichtiges. Für den Fan ist sein Verein eine Herzenssache, es geht um Leidenschaft und Treue. Fußball ist nicht die schönste Nebensache der Welt, es ist die schönste Hauptsache der Welt. Der Fan kann ein tolles Familienleben haben (oder auch nicht), einen Super-Job (oder auch nicht), aber sein Verein ist sein Verein. Ganz wichtig: Man ist nicht nur Fan, wenn man zu jedem Heimspiel geht, auf dem Zaun hängt, Auswärtsfahrten liebt und jeden Fan-Gesang mitgrölen kann.

Ein richtiger Fan ist (immer noch) Klaus Hofmann, der Präsident des FC Augsburg. Ein Fan als Fußballpräsident…

 

FC Augsburg, Mitarbeiter, 03.12.2014

 

Ein Auszug aus „Lebenslänglich Fußball“:

„Meine Emotionalität hat sich als Präsident überhaupt nicht verändert, ich bin genauso bescheuert wie früher. Man würde ja erstens meinen, im Alter würde man schlauer – das stimmt nicht. Man würde zweitens meinen, als Präsident würde man schlauer – das stimmt auch nicht. Es ist ein Weltuntergang, wenn wir verlieren, dann bin ich achtundvierzig Stunden nicht ansprechbar. Und der Schiedsrichter bekommt sein Fett weg. Jeder Pfiff gegen Augsburg ist schon mal per se falsch. Daran hat sich gar nichts geändert. Deshalb schaue ich mir die meisten Spiele bei uns in der Nordwand an, da fällt’s dann gar nicht auf. Es ist nicht schlau, auf die Haupttribüne zu gehen, denn da benimmt man sich anders.“

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Ausblick auf „Lebenslänglich Fußball“, Teil 6

Geschrieben am um 7:21

Prinzipiell bin ich der Ansicht, dass der Faktor Fan in der Fußballberichterstattung sträflich vernachlässigt wird. Kreative Gesänge, Unterstützung oder auch Liebesentzug der Fans werden so gut wie nicht thematisiert. Ausnahme: Randale. Das ergibt ein verzerrtes Bild des Fans. Im kicker zum Beispiel wird wirklich alles bewertet und gezählt. Wie viele Chancen, wie viele Ecken, es gibt eine Benotung der Spieler, des Schiedsrichters, der Gesamtspieldramaturgie. Überspielte Gegner, Ballbesitz, Teamlaufleistung, Durchschnittsalter der Spieler. Alles, aber eine Fan-Support-Bewertung fehlt.

Richtigen Fan-Support gibt es mittlerweile auch im Deutschen Bundestag. Ungefähr ein Drittel der Abgeordneten ist in diversen Fan-Clubs organisiert. Michael Brand (der mit dem rot-weißen Cowboyhut, NEIN, er ist kein Fan von Donald Trump!) hat (als Abgeordneter für den Wahlkreis Fulda!!!) die Koalition Rut-Wiess gegründet, der Fanclub der FC-Fans unter den Bundestagsabgeordneten.

 

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Stepi (in der Ecke links) hat sich übrigens bis zuletzt gegen die Ehrenmitgliedschaft gewehrt – erfolglos!

Ein Auszug aus „Lebenslänglich Fußball“:

„Ja, ich verliere Wählerstimmen wegen des FC. Na und? Kein Fan denkt an Wählerstimmen, man macht doch in diesem Fall keine Rechnung auf. Wenn man Fan ist, kalkuliert man nicht. Und erst recht zieht man nicht zwei unterschiedliche Schals an. Punkt.“

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Weinwandern auf dem Ahrsteig

Geschrieben am um 8:05

 

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Ich starte an der schönen Ahr in Kreuzberg. Weinberge sind in diesem Bereich des Ahrtals – noch – nicht zu entdecken, alle Hänge sind bewaldet. Schnell wird der Weg wirklich alpin. Nicht umsonst heißt der Ahrsteig Ahr-STEIG.

 

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Bei einigen Steigen in Deutschland, zum Beispiel beim Rennsteig, fragt man sich: Wo genau soll man da steigen? Aber auf dem Ahrsteig zwischen Kreuzberg und Altenahr muss man – oder vielmehr darf man – alpin wandern und steigen. Schmale, felsige Pfade am Berg, unter den Füßen der Schiefer, in den viele grobe Stufen gehauen wurde.

Ich erreiche das Schwarze Kreuz oberhalb von Altenahr, ein sogenanntes Unglückskreuz. Für alle Wanderer bedeutet diess Schwarze Kreuz nicht Unglück, sondern Wanderglück. Das Wanderglück, eine gigantische Aussicht auf die Burg Are oberhalb Altenahr zu genießen. Und es ist ein Glück, das Ahrtal wie eine Spielzeugeisenbahn vor sich liegen zu haben.

 

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Eine Modelleisenbahn übrigens, die nicht mit Tunneln geizt, denn im Ahrtal sind nicht nur Wanderer unterwegs, sondern auch Autos, Züge und jede Menge Radfahrer.

Vom Schwarzen Kreuz geht es auf steinigen Pfaden steil abwärts, an der Jugendherberge vorbei. Ich wandere durch den Straßentunnel und bald darauf ein Stück direkt an der Ahr entlang. Es ist interessant zu beobachten, dass am steilen Hang noch einige mit Trockenmauern terrassierte Flächen zu sehen sind, die früher voll mit Weinreben waren.

 

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Wahrscheinlich war der Anbau zu kompliziert und unrentabel, es hat sich einfach für die Winzer nicht mehr gelohnt. Mittlerweile hat sich die wilde Natur wieder ausgebreitet.

Seit dem Start in Kreuzberg ändert sich langsam der Charakter des Tals – schon bei der Aussicht vom Schwarzen Kreuz konnte man unweit der Burg erste Weinhänge entdecken. Je näher wir dem Rhein kommen, desto weniger Wald an den Hängen, dafür umso mehr Weinberge.

Hinter der Saffenburg oberhalb von Mayschoß wandere ich auf breiteren Wegen auf und nieder. Es ist schön schattig und ich gehe in halber Hanglage. Auf den nördlichen Ahrhängen sind zwischen Mayschoß und Rech verstärkt Weinberge zu sehen. Klar, der Wein mag es nicht schattig wie der Wanderer, sondern liebt die pralle Sonne in Südlage.

 

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Zwischen Rech und Dernau wandere ich gemütlich an der Ahr entlang. Der Ahrsteig ist zahm geworden, keine anstrengenden Höhenmeter mehr, reine Wander-Wellness. Ich lasse mir nicht die Möglichkeit entgehen, ein erfrischendes Fußbad in der Ahr zu nehmen. Das ist in anderen deutschen Flüßen, Mosel, Rhein, schon deutlich schwieriger, da kann man im Zweifelsfall in Ufernähe schon nicht mehr stehen. Dort steht einem schnell das Wasser bis zum Hals. Und ein Glaserl Wein muss bei einem Weinwander-Foto auch dabei sein. Das Glas kann man so schön versonnen anschauen, frei nach dem Hamlet-Motto: „Jetzt oder später trinken, das ist hier die Frage“. Ich genieße das großartige Gefühl, in der Ahr stehend Ahrwein zu trinken. Das ist Klasse, sehr zur Nachahmung empfohlen!

 

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Am Bahnhof in Dernau könnte theoretisch meine Wanderung enden. Aber nur theoretisch. Denn bei einer Weinwanderung gehört der abschließende Rundgang in einem Weinort zwingend dazu. Weinwandern ohne Wein ist nun mal wie eine Bergwanderung ohne Berge. In den Straßen von Dernau stoße ich auf ein Wandbild. Ich lese: Vinum ex Dernau. Vorbildliches Latein, Vinum, Vini, Vino ist ein Substantiv (Neutrum) und heißt Wein. Dernau heißt Dernau. Und „ex“ bedeutet nicht, dass man den schönen Spätburgunder von der Ahr möglichst schnell kippen soll, sondern dass der edle Tropfen eben aus Dernau kommt.

 

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Dernau ist eindeutig die Hauptstadt der kuscheligen Straußwirtschaften des Ahrtals. Sehr schön ist die Straußwirtschaft des Weinguts Schloßhof.

Über der Gasse hängt der klassische Reisig-Besen und ein umkränztes Weinglas. Eine ältere Dame kehrt den Bürgersteig vor der Straußwirtschaft und freut sich, dass ich den Besen fotografiere. Stolz sagt sie: „Ich bin die Oma von der Straußwirtschaft und der Besen ist noch von meinem Vater, ein 70 Jahre alter Besen also. Nächstes Jahr muss der aber weg, der ist sehr kaputt.“ Schade um das gute Stück.

Den rheinischen Einschlag finde ich als Kölner im Ahrtal total super. Das Rheinische (das Wort „Rheinische“ muss man mit Dampflokomotiven-SCH sprechen) ist in Dernau überall präsent: Zum einen der Dialekt der Einheimischen. Außerdem heißen die Straßen und Gassen Pötzjass, Kirchjass, Ühlejass. Ein schönes Jeföhl, über diese Jassen zu gehen. Und am Bahnhof von Dernau wehen zwei riesige Fahnen des 1. FC Köln. Herr-lisch!

 

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Ausblick auf „Lebenslänglich Fußball“, Teil 5

Geschrieben am um 8:19

Ehrlich gesagt: Dieses Buch wurde auch für mich zu einer Art Therapie. Nicht nur, dass ich viel über mich als Fan gelernt habe. Ich habe bei den Gesprächen mit den Fans anderer Vereine über deren sich teilweise unterscheidenden, teilweise sich ähnelnden Emotionen etwas gelernt. Durch die Gespräche mit anderen Fans habe ich vor allem eines entwickelt: Sympathie für die Anhänger anderer Vereine. Ich bin aus meinem alten „Wir sind super und die anderen sind doof“-Schema ausgebrochen. Beispiel HSV. Nachdem ich Super-Fan Lotto King Karl bei seinem Job als Stadionsprecher am Spielfeldrand begleitet habe, habe ich ein gewisses Mitgefühl für ihn und alle anderen HSV Anhänger entwickelt …

 

 

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Und ich habe auch Sympathien für Herrn Dittmann. Herr Dittmann ist der Ansicht, dass Dynamo die verrücktesten Fans Deutschlands hat. Und damit meint er nicht die Krawallmacher.

Ein Auszug aus „Lebenslänglich Fußball“:

Ich will ihm nicht zu nahetreten, aber Herr Dittmann ist wirklich verrückt: „Bei mir zu Hause auf der Couch sitzen ein Bayern-Bärchen und ein Dynamo-Bärchen, und die unterhalten sich: Wann spielen wir endlich wieder entscheidend gegeneinander wie 1973?“

Mehr über Herrn Dittmann in „Lebenslänglich Fußball“, ein Buch nur für Fans. Ab sofort bestellbar

 

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Wer glaubt, Wandern ist fade und die Vorstufe zur Rollator-Rallye, muss diesen Blog lesen und wird staunen. Ob Kurioses am Wegesrand, schräge Hinweistafeln, Lebensgefahr am Wanderweg, skurile Wandervögel, betreutes Trinken am Steig, gigantische Aussichten oder extreme Herausforderungen im deutschen Mittelgebirge – bei andrackblog.de gibt es alles über das Thema Wandern. Jede Woche neu, (relativ) aktuell. Die besten Wander-Storys der Welt eben.

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