Wander-Blog von Manuel Andrack

Die besten Wander-Storys der Welt




Fuko – Geht doch!

Geschrieben am um 9:41

Kürzlich war ich Teilnehmer eines Kongresses in Berlin. Es ging um das Thema Fußverkehr. Zunächst dachte ich, Fußverkehr wäre irgendein Schweinskram für ganz spezielle Erotik-Fetischisten.

 

 

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Aber ich lag komplett daneben. Denn auf dem 2. Fußverkehrskongress Deutschlands – kurz und liebevoll Fuko genannt – ging es um die Fortbewegung auf den eigenen Füßen als Teil des Straßenverkehrs. 350 Kommunalpolitiker, Raumplaner und Architekten aus allen deutschsprachigen Ländern tauschten Erfahrungen und Visionen aus. Ich habe viel gelernt. Zum Beispiel wusste ich nicht, wie viele Autofahrten eigentlich komplett überflüssig sind, und problemlos zu Fuß zu erledigen wären. Genau ein Zehntel aller Autofahrten sind unter einem Kilometer lang. Die berühmten Fahrten zum Bäcker oder zum Briefkasten. Ein Wahnsinn! Wer nicht gehbehindert ist, kann das ohne Probleme zu Fuß erledigen. Genauso wie die zwölf Prozente alle Autotouren, die unter zwei und die 25 Prozent aller Autofahrten, die nur unter fünf Kilometer lang sind. Theoretisch könnte man also fast die Hälfte sämtlicher Autofahrten vermeiden, wenn man öfter zu Fuß gehen würde.

 

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Am Nachmittag des ersten Konferenztags machten sich alle Teilnehmer daran, selber zu Fuß zu gehen – vom Versammlungsort in der Nähe der Friedrichsstraße zu Landesvertretung Nordrhein-Westfalen südlich des Tiergartens.

 

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3,6 Kilometer, ein schöner Spaziergang. Wenn allerdings in Berlin 350 Menschen wandern, von einem Ort zum anderen, dann muss das bei der Polizei angemeldet werden. Und schwuppdiwupps wird aus dem Spaziergang eine Demonstration mit Blaulicht und abgesperrten Straßen.

 

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Ich glaube, es wäre viel geholfen, wenn alle vierzig Millionen Wanderer in Deutschland entdecken würden, dass auch der Fußweg zum Bäcker, durch die Stadt, zum Gassigehen und zum nächsten Ort Spaß macht. Nebenher tut man noch etwas fürs Klima und die eigene Gesundheit. Geht doch!

 

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Die Langversion des Fuko-Textes könnt ihr im aktuellen Wandermagazin Nummer 201 nachlesen.



Wadoko reloaded

Geschrieben am um 7:34

Vor einigen Monden beschrieb ich in meinem zweiten Wanderbuch mit dem schlichten Titel „Wandern“, wie ich mit einer munteren Männerrunde das Doppelkopf-Spiel mit dem Wandern zum Wadoku verbinde. Das ist anregender für Körper UND Geist als jedes Sudoku.

Am zweiten Januarwochenende zockten und wanderten wir in und um Birresborn/Eifel, einem kleinen Ort im Kylltal bei Gerolstein. Sehr intensiv haben wir die Wanderwege und Ausblicke genossen, allerdings erst nach ausdrücklicher Aufforderung.

 

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Und ihr da draußen, könnt jetzt auch schauen. In den Wald. Na los, wird’s bald!!!!

SCHAU! IN! DEN! WALD!

 

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Das absolute Highlight der Region, im Wald oberhalb von Birresborn, sind die Eishöhlen. Das Tolle ist: diese Höhlen sind nicht nur begehbar, es sind auch richtige Höhlen. Höhlen-Höhlen sozusagen, also mit superdunkel, Kopfstoßgefahr und jeder Menge Fledermäuse, die Peter und mir um die Ohren zischten.

 

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Wir haben schließlich eine Wegesperrung ignoriert, das war gaaanz schlecht ….

 

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… denn wir wurden zwar nicht von Bäumen erschlagen (auch Waldarbeiter haben ein Recht auf Wochenendruhe), aber wir haben uns in Ermangelung eines wirklich professionellen Wanderführers hoffnungslos verlaufen. Die Belohnung war, auf dem letzten Kilometer bis Birresborn an einer romantischen regennassen Landstraße mit Eifelrasern nicht unter 180 Ka-Emm-Ha entlang zu wandern.

 

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Aber dann haben wir wieder Doko gespielt, und ich habe wirklich JEDE Runde gewonnen. An Erfahrung.



IVV Wandern

Geschrieben am um 8:19

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Für die große Wanderland-Ausstellung in Nürnberg (Germanisches Nationalmuseum, noch bis zum 28. April) sollte und wollte ich einen Beitrag zu IVV-Wanderungen schreiben. Dann fiel mir auf, dass ich noch nie an einem solchen Ereignis teilgenommen habe. Das habe ich sofort geändert.

 

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Bei einer IVV-Wanderung wird nichts dem Zufall überlassen. Für jede Strecke (6, 10, 15 Kilometer und ein Halbmarathon) werden ellenlange Plastikbänder um die Bäume geschlungen. Auch so geht unverlaufbar. Eindeutig stammen die IVV-Wanderungen aus dem Pleistozän des Genusswanderns. IVV-Wanderungen sind – zumindest was die Unverlaufbarkeit angeht – „Premiumwege“ für einen Tag.

 

 

 

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Man muss sich aber bei einem IVV-Wandertag nicht schon am Start auf die Streckenlänge festlegen. Ein kleiner Vorteil vom IVV zum Premiumweg. Beim IVV gibt es immer die Wahlmöglichkeit, sozusagen eine urdemokratische, eher altliberale Form des Wanderns. Wenn ich mich bärenstark fühle, gehe ich eben noch ein paar Kilometer mehr. Wenn nicht, dann wähle ich den schnelleren Heimweg

 

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Was auffällt: Der IVV-Wanderer ist generell eher solitär unterwegs. Man darf sich nicht täuschen. Beim IVV-Wandern wird nicht das teilweise geschwätzige, aber immer gemütliche Vereinswandern zelebriert. Ich dachte mir nach zwei Kilometern: Den Opi vor mir hast Du doch an der übernächsten Biegung ein- beziehungsweise überholt. Nix da. Beim IVV-Wandern wird richtig Tempo gebolzt.

 

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Aber es gibt Gott sei Dank auch kurze Boxenstopps. Man muss sich durch einen Stempel legitimieren, dass man den Posten passiert hat. Ich bekam einen Schlumpf-Stempel. Und dazu noch einen warmen, süßen Tee. Das war himmlisch.

 

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Und zurück im Gemeindehaus gab es dann noch den finalen Geschafft-Stempel! Leider: No medal this year. But maybe next year, at the IVV in Lambsborn. Übrigens: Zum Thema IVV findet sich auch Interessantes in der Wanderland-Ausstellung im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg. Und am 30. Januar gibt es in den Räumen des Germanischen Nationalmuseums um 19:00 einen Vortrag/Lesung über meine Wanderabenteuer.



Auf den höchsten Berg der Insel

Geschrieben am um 7:39

Mit Fifty Five besuche ich ferne Gestaden und möchte heute von einem ganz besonderen Abenteuer erzählen. Wanderort: Ischia, Wanderzeit: Sommer. Mein Plan: Vom Meerespiegel hinauf zum höchsten Berg den Insel, den Epomeo auf 788 Meter. Jedes Jahr im April urlaubt übrigens auch die Kanzlerin auf der Insel der heißen Quellen, auch sie eine begeisterte Wandererin, das aber nur so nebenbei.

 

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Nach dem Start an Ischias größtem Strand im Süden ist schnell klar, dass auf Ischia nicht die Serpentine erfunden wurde. Gnadenlos steil geht man in den Berg hinein, vierzig bis fünfundvierzig Steigungsprozente sind gar keine Seltenheit. Wenn ein Fels im Wege steht, wird der eben weggesprengt, dann verläuft der Weg durch eine hohle Gasse.

 

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Schon fast am Gipfel angelangt, ging ich über einen (ausnahmsweise) fast ebenen Weg. Das war so erholsam, dass ich schon Visionen hatte: ich sah plötzlich am Wegrand ein Kamel und noch heute glaube ich, dass ich nicht halluzioniert habe.

 

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Auf dem Gipfel war ich leider nicht alleine, eine russische Familie war schon um kurz vor 8:00 Uhr vor mir dort gewesen. Die waren bestimmt nicht auf Meereshöhe losgegangen.

 

 

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Vom Gipfel des Epomeo kann man in allen Himmelsrichtungen die komplette Insel überblicken. Bei günstigem Wetter geht die Sicht bis Neapel und Capri. Nachdem ich auf den letzten Kilometer zum Epomeo nur durch Weinberge und unberührte Natur gewandert war, hätte ich niemals am höchsten Berg von Ischia eine Berggaststätte erwartet.

 

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Aber tatsächlich: In luftiger Höhe habe ich kleines Frühstückchen zu mir genommen, für ein Belohnungsbier war es noch etwas früh am Tage. Auch die Frisur saß noch nicht richtig. Na ja, nicht so entscheidend für einen richtigen Bergfex auf Ischia.

 

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Mit diesen sonnigen Gipfel-Impressionen empfehle ich mich für dieses Jahr 2018. Ich wünsche allen andrackblog-Fans wunderschöne Feiertage! Ich lege mich jetzt einen Monat in die Kältekammer, um ab 23. Januar 2019 wieder frisch weiter zu wandern und weiter zu bloggen.



Der Wald verändert sich

Geschrieben am um 8:07

Der Wald verändert sich, nicht nur in NRW. Jeden Freitag gibt es einen neuen You-Tube-Clip auf der Facebook-Seite von Wald und Holz NRW und dem Youtube-Kanal von Wald und Holz NRW. Ich erkunde als Waldbotschafter, was los ist in unseren Wäldern. Eine Menge Holz liegt nicht nur vor der Hütte, sondern im Wald herum, daran werden wir Wanderer uns gewöhnen müssen.

 

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Wieder was gelernt: Die aufeinander geschichteten Baumstämme heißen nicht Holzstapel oder Holzhaufen, sondern Holzpolter. Das Holzpolter. Und nach diesem trockenen Sommer gibt es, Holterdipolter!, eine riesige Menge Holz am Wegrand, so gewaltig, dass es nicht genug Holzlaster gibt, es in die Sägewerke zu fahren. Warum das so ist, erklären mir in einigen You-Tube-Clips die Förster von Wald und Holz NRW. In Kurzform: Durch den trockenen Sommer konnten sich der Borkenkäfer derart vermehren, dass er zwei Millionen Fichtenbäume kaputt gemacht hat. Die müssen jetzt schnell gefällt werden und raus aus dem Wald, sonst droht akute Ansteckungsgefahr.

 

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Wegen der Trockenheit hatte die Fichte keine Möglichkeit sich selbst (mit Harz) gegen die kleinen Monster zu wehren. Gifteinsatz ist nicht zielführend. Also muss im Endeffekt die ganz große Waffe gegen den kleinen Quälgeist Borkenkäfer eingesetzt werden: Der Harvester, der im Minutentakt die Fichten aus dem Wald holt. Ein brachiales Schauspiel.

https://www.youtube.com/attribution_link?a=ecReyVeuj3fAvLje&u=/watch%3Fv%3D_LLld1HCd28%26feature%3Dem-share_video_user

Die Förster staunten, dass ich noch nie einen Harvester in Aktion gesehen hätten. Diese Witzbolde: wenn das Ding in Aktion ist, ist doch der Waldweg gesperrt – und ich würde natürlich nieeeee-mals einen gesperrten Waldweg betreten.

Aber daran werden wir uns in unseren Wander-Wäldern gewöhnen müssen: Öfter einmal gesperrte Wanderwege, damit die Forstbetriebe der dramatischen Lage Herr werden. Bitte habt Verständnis! Und man muss sich an den Anblick neuer Kahlflächen gewöhnen müssen …

 

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Und manchmal sieht das ja auch richtig schön aus. Denn auch das muss man sagen: Die Borkenkäferplage dieses Jahres beschleunigt den Waldumbau – mehr klimaresistente und schädlingsresistente Baumarten, weg von der Fichte, mehr Mischwald. Und Abwechslung im Wald ist ja auch schön für alle Wanderer.



Verlasst die Wälder!

Geschrieben am um 7:00

Kann man überhaupt noch in den Wald gehen? Als Wanderer gehört zur Glücksgrundausstattung, sich im Wald und der Natur wohl zu fühlen, Kraft und Glück aus dem Aufenthalt und der Bewegung im Wald zu schöpfen. Aber was ist, wenn man im Wald auf Leute trifft, die man dort gar nicht sehen, geschweige denn treffen will? Nein, ich rede nicht von großen Wandervereinen, sondern zum Beispiel von Charlotte Roche.

 

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Die Ex-VIVA-Zwo-Moderatorin empfiehlt seit diesem Jahr: „Verlasst die Städte!“, also ab in die feuchten Waldgebiete. Ich hatte den Aufruf gar nicht mitbekommen, las davon in der vorletzten FAS. Ein Grund, warum Städte laut Charlotte nicht so richtig supi sind: „Wie oft kommen wir aus der Wohnung raus und es wurde auf unsere Motorhaube gekotzt?“ Tja, wie oft eigentlich? Seit 53 Jahren lebe ich in Groß- und Kleinstädten, und noch nie wurde mir auf die Motorhaube gekotzt. Gut, das kann natürlich auch daran liegen, dass ich bis vor sieben Jahren kein Auto hatte. Aber dennoch könnten vollgekotzte Motorhauben auch etwas mit dem Auto zu tun haben, das an der Motorhaube dran hängt und dass dieses Auto möglciherweise in einer Kneipengänger-In-Viertel-Straße etwas deplatziert ist. Aber auch wegen der Motorhauben-Geschichte ist Good Charlotte aufs Land gezogen, dort lebt sie im Hier und Jetzt und Glücklichsein. Weil, so Charlotte: „Im Wald triffst du keine anderen Menschen, die dir voll auf den Sack gehen.“

 

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Prinzipiell stimme ich dieser Aussage zu. Allerdings – könnte ja sein, dass man Charlotte Roche demnächst über den Weg wandert.

Charlotte ist ja wirklich eine sehr nette Frau, aber auch richtig schlimme Menschen lieben den Wald. Reaktionäre, identitäre, rechtsradikale Menschen. Die Schriftstellerin Madame Nielsen hat – wie es die FAS vom 11.11. berichtet hat – für ein Buchprojekt „Mit Rechten Geredet“, mit AFD-Leuten und Identitären. Und was muss man dort für ein Geschurbel lesen? Marc Jongen „philosophiert“, Zitat: „Das Deutsche ist konservativ, freiheitlich und patriotisch. Nachdenken, Ernsthaftgkeit, Tiefsinn … und ja: der Wald, der Deutsche liebt ja den Wald, ob alleine oder mit Familie im Wald zu wandern, in gehobener Stimmung“. Zum Thema „das Deutsche“ fällt also dem „Chef-Denker“ der AFD nichts anderes ein als Wald und Wandern? Da muss ich echt kotzen.

 

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Egal ob die nicht-rechstradikale Charlotte oder die rechtsradikalen Wald-Spinner, sie haben eines nicht kapiert. Um im Wald glücklich zu sein, muss man weder im Wald wohnen, noch ihn glorifizieren, noch aufs Land ziehen. Macht es wie Wanderer aller Zeiten, von Goethe über die Naturfreunde bis zu den Outdoor-Junkies heutzutage: Wandert, genießt den Wald, und fahrt dann wieder zurück in die Städte und freut Euch des Lebens. Für alle diejenigen, die den Wald glorifizieren und mystisch überladen gilt: Verlasst die Wälder!



Wanderland!

Geschrieben am um 21:59

Wanderer, kommst Du nach Nürnberg, besuche die größte, kreativste, lustigste, bedrückendste, intensivste, informativste und großartigste Wander-Ausstellung aller Zeiten. Im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg (fußläufig vom Hauptbahnhof, nahe der Stadtmauer) wurden ungefähr 400 Exponate zusammengestellt.

 

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Neben dem Rucksack von Hermann Löns und einer meiner Wanderkarten ist auch ein Wanderschuh von Helmut Kohl ausgestellt. Man fragt sich, wo der andere geblieben ist. Gastgeschenk an Mitterand? Im Spendensumpf stecken geblieben? Oder hat die Witwe den zweiten Schuh nicht rausgerückt?

 

 

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Wunderbar ist die Wand mit den Entwürfen für das Wanderparkplatzschild. Der Wandervogel hatte keine Chance gegen Gisela, die Wanderdame mit den wehenden Haaren.

 

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Auch in der DDR gab es Wandervögel, die hatten aber keinen Wanderführer (der „Führer“, behauptet eine Nazi-Postille in der Ausstellung, ist angeblich auch gewandert), sondern Wanderleiter.

 

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Spitzenklasse ist die Filmsequenz aus dem Prädikat-ganz-besonders-wertvoll-Film „Das Wandern ist des Müller’s Lust“ Wir sehen Ilja Richter, wie er eine 22%ige Steigung hochwandert. Entertainment der Extraklasse! Ihr MÜSST die Wanderausstellung sehen. Noch bis 28. April im GNM in Nürnberg. Und wenn ihr wollt, kann ich euch persönlich einige Exponate erklären. Schnappt euch einfach den Audio-Guide!



Machen wir ne Herrentour, an die schöne Ahr, trinken wir Burgunder nur, das ist sonnenklar

Geschrieben am um 7:22

Der wahrscheinlich bekannteste und meist frequentierte Weinwanderweg Deutschlands ist der Rotweinwanderweg im Ahrtal

 

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Seit kurzem gibt es in Ahrweiler die sogenannten Traubenwege, ich habe Traubenweg Nummer Zwo ausprobiert, ein Rundweg, der am Bahnhof in Walporzheim startet und teilweise auf dem Rotweinwanderweg verläuft.

 

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Die Anbindung an den ÖPNV ist im Ahrtal gigantisch, wer also dort seine nächste Weinwanderung plant, sollte – auch wegen des obligatorischen Konsums des großartigen Spätburgunders – unter jeden Umständen auf das Auto verzichten. Außerdem ist man durch die Anreise im Zug so ausgeruht, dass man problemlos die größte sportliche Herausforderung des 2er Traubenwegs meistern kann.

 

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Nach gemächlichen Beginn durch die Weinberge geht es auf einem sogenannten Bergpfad durchaus alpin hinauf zur Bunten Kuh. 300 Meter lang, gefühlt 200 Höhenmeter. Über der kuriosen Felsformation eine Aussichtshütte und hier die schöne Legende, warum der Felsen Bunte Kuh heißt: Französische Soldaten machten dereinst eine Herrentour an die Ahr und tranken nur Burgunder, das ist sonnenklar. Die Wertung der Weinkenner fiel positiv aus: „C’est bon de gout“, übersetzt: Schmeckt gut. Die Ureinwohner an der Ahr verstanden nur Bahnhof und machten aus bon de gout Bunte Kuh.

 

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Man sollte ja keine Namenswitze machen, aber hat da jemand den falschen Beruf ergriffen? Horst Vegetarier wird ja auch nicht Metzger.

 

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Hinter der Bunten Kuh liegt nach einem Kilometer fast am Weg eine der phantastischsten Weingaststätten der Welt. Warum? Erstens die Ausblicke, zweitens der hauseigene Spätburgunder. Drittens: Jede Menge vegane Speisen, viertens gibt es Flammkuchen vun de Ahr: Schwadlappe, Parat jemaht und Ärm Diersche. Ich habe mich allerdings für die hausgemachte Eifler Rotwein-Wildsülze entschieden.

 

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Der Traubenweg No. 2 geht auch ins Hinterland und ist teilweise so schön wie bei diesem schmalen Pfad. Manchmal auch nicht.

 

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Mitten im Wald stehen wir vor dem EVA Turm. Die Abkürzung steht für Eindeutig Verhunzte Ausblicke. Man sieht auf Baumspitzen und das in alle Himmelsrichtungen. Enttäuschend.

 

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Der Hammer dagegen ist – auch direkt am Wanderweg – der ehemalige Regierungsbunker der Bundesregierung, der im Falle eines Atomkriegs die neue Heimat der Regierung, sowie von Bundestag und Bundestag gewesen wäre. 936 Schlafräume und 897 Büroräume wurden in den Fels gebaut. Hoffentlich waren die Weinvorräte auch ausreichend angelegt.

 

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Fazit: Auch ohne Herrentour (oder als Ein-Mann-Herrentour) eine sehr feine Weinwanderung an der Ahr.



Mein Name ist Gurkasch – Thomas Gurkasch

Geschrieben am um 12:03

Mittwoch, 21. November, 18:00 Uhr. ZDF: „Soko Wismar“. Die aktuelle Folge der Krimi-Serie heißt „Der Bierflüster“. Und ich darf einen rheinischen Bierexperten spielen, der in einen Mordfall verwickelt ist. Was hat denn den Rheinländer nach Mecklenburg-Vorpommern verschlagen? Das darf ich natürlich nicht verraten.

Beim ersten Besuch der beiden Kommissare ist Gurkasch (so mein Rollenname) noch gut gelaunt, auch wenn die beiden sich über meinen Namen lustig machen…

 

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v.l.n.r.: Dominic Boeer, Manuel Andrack, Nike Fuhrmann – copyright ZDF/Meyerbroeker

Aber egal. Immer rein in die gute Stube, die vom Innenrequsiteur sehr dezent ausgestattet wurde. Man merkt kaum, dass dort ein Bierexperte wohnen soll…

 

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In meinen eigenen vier Wänden nehmen mich dann Kriminalhauptkomissarin Karoline Joost und Kriminaloberkomissar Lars Pöhlmann nach allen Regeln der Kunst in die Mangel…

 

321-25-01, v.l.n.r.: Dominic Boeer, Manuel Andrack, Nike Fuhrmann

v.l.n.r.: Dominic Boeer, Manuel Andrack, Nike Fuhrmann – copyright ZDF/Meyerbroeker

Aber vielleicht ist ja die Rettung für Thomas Gurkasch, dass er ein geniales Bier-Prüf-Verfahren entwickelt hat, welches … (STOPP! SPOILER-SCHUTZ!)

 

321-41-02, v.l.n.r.: Manuel Andrack

v.l.n.r.: Manuel Andrack – copyright ZDF/Meyerbroeker

Mittwoch, 21. November, 18:00 Uhr. ZDF: „Soko Wismar“. Die aktuelle Folge: „Der Bierflüster“



Zu Fuß zum Vesuv

Geschrieben am um 7:26

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Das war mal wieder eine Wanderung, die auch meine letzte hätte sein können. Im Hintergrund Neapel, eine Stadt, die ich ausnahmsweise nicht besucht habe, weil der 1.FC Köln dort im Europapokal spielte. (internationale Effzeh-Spiele gibt es erst wieder ab nächsten Herbst). Nein, Neapel war der Ausgangspunkt meiner Expedition hinauf zum Vesuv. Okay, ich bin natürlich wie alle anderen erst mal die Serpentinen hinauf mit dem Bus gefahren, danach – wie alle anderen – die letzten 1.600 Meter zu Fuß gegangen. Zugegebenermaßen keine alpine Spitzenleistung.

 

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Und für alle, denen das noch zu anstrengend war, bot ein junger Mann Wanderstöcke an: „For free, kooostenlos“ rief er. Als eine ältere Frau sich einen Wanderstock schnappen wollte, hielt er die Hand auf: „Ein Euro“. Das ist gelebte neapolitanische Kostenlosigkeit.

 

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Man muss es noch einmal betonen: Der Vesuv ist ein AKTIVER Vulkan. Es ist zwar schon eine Weile her, dass er sich über Pompeji ergossen hat, aber man weiß ja nie. Mir ist es vor Ort erst klar geworden, welchen Wumms der Vulkanausbruch von August 79 hatte. Heute ist der Vesuv 1.281 Meter hoch. Nach Schätzungen war er vor dem Ausbruch ein 3.000-Meter-Berg. Wo sind die restlichen 1.700 Meter geblieben? Nun, die sind bei dem Ausbruch fünfzig Kilometer in die Höhe geschleudert worden und dann auf Pompeji und andere Städte gefallen. Ein monströser Steinregen. Auf dem Foto oben sieht man den eigentlichen, heute zart bewaldeten Kraterrand.

 

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Das, was heutzutage als eigentlicher Krater gilt, ist im engeren Sinne nur eine Art Nebenkrater. Damit nichts schief geht, bin ich mit dem neuesten rot-schwarzen Hemd von Fifty Five ausgestattet. Eigentlich heißen alle Hemden von Fifty Five André, seit dem Marsch auf den Vulkan ist es für mich das Modell „Vesuv“ – rot wie die Lava, schwarz wie vulkanisches Gestein.

 

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Obwohl das vulkanische Gestein ehrlich gesagt eine hell-beige Färbung hatte. Wieder am Bus angekommen, erhielten wir (im Bild auch die Schuhe meiner Tochter) eine exklusive Fuß- äh Schuhwaschung von unserem Busfahrer. Mit dem Hochdruck-Reiniger wurden unsere Schuhe so sauber, wie sie noch nie waren.

 

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Auf der Fahrt vom Vesuv hinunter nach Neapel sahen wir, wie vorbildlich die italienischen Sicherheitsvorkehrungen sind, falls es doch zu vulkanischen Aktivitäten kommen sollte. Für den Fall der Fälle steht die neapolitanische Feuerwehr bereit. Forza Italia!

 


Wer glaubt, Wandern ist fade und die Vorstufe zur Rollator-Rallye, muss diesen Blog lesen und wird staunen. Ob Kurioses am Wegesrand, schräge Hinweistafeln, Lebensgefahr am Wanderweg, skurile Wandervögel, betreutes Trinken am Steig, gigantische Aussichten oder extreme Herausforderungen im deutschen Mittelgebirge – bei andrackblog.de gibt es alles über das Thema Wandern. Jede Woche neu, (relativ) aktuell. Die besten Wander-Storys der Welt eben.

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