Wander-Blog von Manuel Andrack

Die besten Wander-Storys der Welt




Der beliebteste Wanderblog Deutschlands

Geschrieben am um 8:43

Man sollte nicht jeder Meinungsumfrage vertrauen, aber dieser hier unbedingt:

 

Die-beliebtesten-Wanderblogs-2017

 

Ich bedanke mich zunächst mal bei allen, die meinen Blog gewählt haben. 124 Blogs standen zur Wahl und 20 Prozent haben sich für andrackblog.de entschieden. Stark! Zwanzig Prozent, ein Ergebnis, bei dem bei der SPD Tränen des Glücks fließen würden. Woran liegt der hohe Zuspruch? An den mega-aktuellen Wanderberichten auf meinem Blog? An den messerscharfen und schonungslosen Analysen der Wanderwege? Oder an den schönen und funktionellen Outdoor-Klamotten meines Ausrüsters Fifty Five?

Ich weiß es nicht. Aber ich möchte an dieser Stelle die Vorfreude auf eine weiteres Jahr bei andrackblog.de schüren. Über was werde ich in diesem Jahr berichten?

Ab Mitte März gehe ich mit Friedrich-Wilhelm Raiffeisen auf Wanderschaft…

 

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Ich werde in ganz Deutschland die unterschiedlichsten Genossenschaften besuchen und entdecken. dazu nächste Woche mehr. Und ich werde weiter weinwandern, ganz klar.

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Im Gepäck habe ich schon mal einen schönen Cuvee vom Weingut Hoffranzen an der Mosel. Schauen wir uns das Etikett mal näher an. Auf den ersten Blick sieht das Logo mit dem Geißbock sehr harmonisch aus. Aber auf den zweiten Blick stutzt man über diese rheinisch-bayerische Verbindung. Aber wer weiß, vielleicht fusionieren diese beiden Vereine in naher Zukunft. Vielleicht übernimmt Uli Hoeness den FC. Vielleicht fließt ja auch die Mosel bald bergauf und vielleicht scheint die Sonne bald nur noch Nachts.

Ende April werde ich an zwei royalen Weinwanderungen in den Anbaugebieten Pfalz und Württemberg teilnehmen. Eine tolle Idee: Die aktuelle deutsche Weinkönigin Katharina Staab wandert genussvoll mit dem Wanderblog-König Manuel und verkostet dabei köstliche Tropfen. Ich werde Euch über meine royalen Erlebnisse auf dem Laufenden halten, Hofberichterstattung vom Feinsten, da kann der alte Royalist Rolf Seelmann-Eggebert einpacken!

Der Höhepunkt meine Wanderjahres wird die schon traditionelle Fifty-Five-Wanderung am 8. September sein. Wir wandern rund um Netphen im Siegerland, dazu spendieren die äußerst netten Fifty-Five-Mitarbeiter kalte Getränke, heiße Würste (von Grill-Meister Stefan!) und leckeren Kuchen. Hier die Strecke von 2017:

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Wer da nicht mitwandert, ist selber schuld!



Andrack weinwandert im Rheingau

Geschrieben am um 7:08

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Der wandernde Held hat ein ziemlich buntes Gesicht, beide Arme fehlen. Achilles ist ein Held mit Blessuren. Der weltbekannte Künstler Markus Lüpertz hat eine Reihe von mythischen und musikalischen Helden auf den akkurat gestutzten Rasen des Klosters Eberbach gezaubert. Achilles, Hektor, Odysseus, Mozart, Salieri. Man schwankt zwischen Ehrfurcht und Mitleid mit den bunten Gesellen. Das imposante Ambiente des Klosters mit den herausragenden Kunstwerken gibt den Takt unserer Tagestour im Rheingau vor – eine Weinwanderung mit einem sehr exquisiten Ambiente.

In der Vinothek von Kloster Eberbach erfahren mein Wanderfreund Markus und ich, dass es sich nicht nur um das größte Weingut im Rheingau, sondern in ganz Deutschland handelt. Der Referenzwein des Weinguts ist der Riesling, dreiviertel der Anbaufläche ist dieser Rebsorte gewidmet. Folglich entscheiden wir uns nach einigen wohl überlegten Probeschlücken, einen halbtrockenen Kloster Eberbacher Riesling mitzunehmen.

Wieder an den Lüpertz’schen Figuren vorbei und dann müssen wir uns schon ein wenig umschauen, bis man hinter dem Kloster die erste Markierung mit dem weißen „R“ auf blauem Grund gesehen hat. Wir gehen bergan durch den Wald und erreichen schnell eine beeindruckende Mauer…

 

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Tatsache ist, dass die Zisterzienser des Klosters so viel Angst um ihre wertvollen Rebstöcke hatten, dass sie den kompletten Steinberg einmauerten. Wahrscheinlich ist diese lange Mauer vergleichbar der chinesischen Mauer auch vom Weltall aus zu sehen. Auch der Rheinsteig macht einen großen Bogen um die eingemauerte Lage, wir gehen durch ausgedehnte Wälder Richtung Oestrich-Winkel. Mit jedem Kilometer Rheinsteig unter den Füßen steigt die Lust, den Riesling im Rucksack zu verkosten. Aber eine geeignete Bank, möglichst mit Blicken auf den Rhein und die Weinberge, fehlt.

 

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Kurzentschlossen setzen wir uns auf einen Baumstamm, der als eine Art Ersatzbank im Wald herum liegt. Das Laugengebäck und der Kloster Eberbacher Riesling sowie die naturnahe Umgebung ergeben ein perfektes Ambiente für unser Picknick.

Weiter geht es über Wanderwege mit weiten Blicken ins Rheintal und unvermutet lernen wir Bruno kennen. Bruno ist ein Widder (oder einfach ein dickes Schaf mit sehr viel Wolle?), der die Grasflächen auf dem Weg an der Kühns-Mühle frei hält. Ich beschließe, Bruno zu einem gemeinsamen Fototermin zu überreden, wenn er schon so frei herum läuft, wird er doch hoffentlich nicht gefährlich sein…

 

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Aber irgendwie scheint er mehr an grünem Gras als an einem Blick in die Kamera interessiert zu sein. Es bedarf schon einiger Überredungskunst, bis das tierische Foto im Kasten ist. Überraschend hat die Kühns-Mühle auch einen eigenen Wein zu bieten. In einem Kühlschrank am Wegrand kann man sich ein Glas Riesling abfüllen und auf den lebenden Rasenmäher Bruno prosten.

 

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Gut zwanzig Minuten nach der Mühle mit dem zutraulichen Bruno sehen wir den markanten und trutzigen Turm von Schloss Vollrads, einem – wie mein Rheinsteig-Wanderführer schreibt – der bekanntesten Weinschlösser der Welt. Zumindest lassen die Autokennzeichen der vor dem Schloss parkenden Automobile auf eine gewisse Weltläufigkeit schließen. Und die Marken der Autos deuten auf ein eher üppiges Durchschnittseinkommen der Schloß-Besucher.

 

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Das gesamte Schloß hat sich herausgeputzt, alte Gemäuer und grüner, gepflegter Rasen. Wanderfreund Markus hat Durst auf ein Bier. Aber Schloss Vollrads ist ein Weingut, das Restaurant also sozusagen ein Weinausschank, daher hat die Bedienung noch nie davon gehört, dass es so etwas wie Gerstensaft überhaupt gibt. Ich finde das gut und so trinken wir der Jahreszeit angemessen einen leichten Sommer-Riesling, dazu eine Flasche Wasser. Wanderfreund Markus muss zugeben, dass das mindestens genauso erfrischt wie eine Hopfenkaltschale. Mit dem Blick von der Terrasse des Schloß-Restaurants auf den Schloßpark fühlen wir uns (mindestens) so königlich wie die Herzöge von Windsor.

 

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Wir wandern von Schloss Vollrads zum Schloss Johannisberg. Ehrlich gesagt dient der Rheinsteig in diesem Abschnitt des Rheingaus eher dazu, die sensationellen Einkehr-Highlights zu verbinden, der Weg selber ist nicht so spektakulär wie auf anderen Abschnitten. Daher sind wir gefühlt ruckizucki im Ort Johannisberg. Scharf links und schon wandeln wir auf einer Allee – vor uns liegt eine Art Klein-Versailles. Das sehr edle Weingut heißt mit vollem Titel: „Fürst von Metternich-Winneburg’sche Domäne Schloss Johannisberg“

 

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Bei Fürst von Metternich klingelt es doppelt. Mein Historiker-Freund kräht: „Wiener Kongreß, der Kongreß tanzt“. Ich dachte eher an die sehr bekannte Sektmarke, auf der der Fürst von Metternich mit roter Schärpe zu sehen ist. Beides stimmt, wir sind also an (wein-)historischer Stelle mitten auf dem Johannisberg gelandet.

Wir trinken im Restaurant des Schloßes, das sich bescheiden als „Schänke“ bezeichnet, einen Schloss Johannisberger Rotlack. In der Speisekarte finden wir ein Bonmot des Dichters Heinrich Heine: „Wenn ich Berge versetzen könnte, der Johannisberg wäre just der Berg, den ich mir überall nachkommen ließe“ Da hat der alte Dichter einen sehr sehr hübschen Gedanke gehabt. Der Johannisberg als Weinberg-to-go. Wir beenden zwar mit dem Rotlack unsere Weinwanderung in Johannisberg für heute, aber wir werden den Berg in unserem Herzen überall hin mitnehmen.

 



Die Premiumwinterwanderhelden

Geschrieben am um 9:26

Mitte Januar war ich bei der ersten Winterwanderwoche in Reit im Winkl. Im schneesichersten Ort Deutschlands wurde ja tatsächlich das Premiumwinterwandern erfunden. Man geht auf gespurten, festen Schneewegen und hat das Gefühl, auf einer weißen Wolke zu schweben. Aber zum ganz besonderen Erlebnis wurde die Reit-im-Winkl-Winterwanderwoche durch die wunderbaren Begegnungen mit den Menschen vor Ort.

 

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Florian Weindl ist ein Super-Typ und Chef der örtlichen Tourist-Info. Er lebt das Winterwandern, das merkt man, und er kann mit unendlicher Liebe und Empathie von der Kraft erzählen, die vom Winterwandern ausgeht. Außerdem kennt er mehr Bezeichnungen für Schnee als ein hochbegabter Eskimo. Und kurz vor Ende der Tour auf dem Panoramaweg packt er auch noch einen genialen Schnaps aus, der vor Ort, unten in Reit im Winkl, hergestellt und vertrieben wird. 50 Umdrehungen, da spürt jede Faser des Körpers die Kraft, die vom Winterwandern ausgeht.

Der nächste Sympathieträger ist Leo …

 

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Leo ist der Hüttenhund der Hindenburghütte. Ein wahnsinnig gutmütiger, lebendiger, aber irgendwie auch fauler Hüttenhund. Als sich vor sechs Jahren meine damals einjährige Tochter auf ihn schmieß, hat er das schon fast genossen. Sehr schön war auch, das ich erstmals mit Wanderprofi Jarle Sänger gewandert bin. Jarle hat das sehr schöne Buch „111 Gründe zu wandern“ geschrieben und besaß die Kühnheit, mich zu einem nächtlichen Rodelduell (vier Kilometer Schußfahrt auf einer Naturrodelbahn) herauszufordern.

 

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Ha! Dem habe ich gezeigt, wo der Bartel den Most holt. Die Revanche bei Tageslicht habe ich allerdings ganz ganz knapp verloren…

Aber der größte Premiumwinterwanderheld von Reit im Winkl ist der Hüttenwirt Dirnhofer, auch Günter genannt.

 

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Der Mann ist ein Tausendsassa. Morgens kommt er uns in der Schneeraupe entgegen und hat gerade unseren Weg gewalzt.

Beim Hüttenabend macht er höchstpersönlich die Musi und brilliert mit stilsicheren Pointen. Ein geborener Entertainer!

 

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Und als ich dem Günter Dirnhofer zum Abschied die Hand drückte dachte ich nur: Herrschaftzeiten, das ist mal ein Händedruck. Darauf noch eine Halbe…



Ein echter Wurm

Geschrieben am um 6:32

Einer der genialsten Künstler weltweit ist der Österreicher Erwin Wurm. Seine Skulpturen sind schlau und albern. Wer Erwin Wurm sieht und danach immer noch sagt: „Mit zeitgenössischer Kunst kann ich nichts anfangen“ wird mit Björk-Videos nicht unter 10.000 Stunden bestraft.

Auf der letztjährigen Biennale in Venedig waren im österreichischen Pavillon einige sensationelle Skulpturen Wurms ausgestellt …

 

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Die Skulptur „Wanderbank“ ist nicht nur einfach Art pour l’Art, sondern hat einen hohen Nutzwert für alle Touristiker, die die Wandermöbel an ihren Prädikatswegen aufhübschen möchten. Die Wurm‘sche Wanderbank ist formschön – und auf einem begnadeten Männerkörper sich auszuruhen, bedeutet das perfekte Wanderglück. Sinnenbank war gestern, Sinnlich-Bank ist heute.

Erwin Wurm präsentierte in Venedig außerdem einen Wohnwagen mit speziellen Outdoor-Features …

 

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Viele Wohnwagen-Mobilisten beklagen die unbequemen Außenwände ihrer fahrbaren Häuser. Dank Wurm kann man es sich auch von außen bequem machen…

 

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Ein weiteres Camping-Ärgernis ist es, stundenlang zum WC laufen zu müssen und sich dort in die Schlange zu stellen. Mit Wurms Außenbordtoilette ist Schluss damit. Danke Erwin Wurm und weiter so!

 

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Andrack weinwandert an der Unstrut

Geschrieben am um 7:52

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Wir sind vor einer Viertelstunde am Bahnhof von Laucha zu einer Weinwanderung an der Unstrut aufgebrochen. Ich wandere zusammen mit Ihrer Majestät Juliana I., der frisch gekürten Gebietsweinkönigin von Saale-Unstrut. Unser Plan ist, auf dem Wanderweg mit dem blauen Balken bis Freyburg zu gehen.

 

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Etwa zwei Kilometer nach dem Bahnhof gehen wir über eine schmale Brücke und erreichen den Weinort Weischütz. Direkt hinter der Brücke empfängt uns Herr Wölbling vom Weingut Köhler-Wölbling. Das ist mal ein Empfang: der Wein ist schon kalt gestellt, die Brotzeit steht auf dem Tisch. Anscheinend wurde wir angekündigt – unsere Weinwanderung ist hervorragend vom Weinbauverband Saale-Unstrut organisiert. Aber auch wenn man nicht zufällig mit der Weinkönigin weinwandert, kann bei Köhler-Wölbling einkehren. Seine Straußwirtschaft ist von Donnerstag bis Sonntag geöffnet. Und die Lage direkt an der Unstrut-Brücke ist perfekt, um Wanderer, Radfahrer und Kanu-Fahrer anzulocken.

Wölbling erzählt, es wären andere Weinwanderer bei ihm eingekehrt, die zechten im Innenhof des Weinguts. Na, da muss ich doch mal Hallo sagen.

 

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Und siehe da, ich kenne die ungefähr 15 Mädels und Burschen ganz gut, denn das „Netzwerk Weitwandern“ informiert sich seit Jahren über ihre Aktivitäten. An der Unstrut wird das Netzwerk Weitwandern zum Netzwerk Weinwandern, das ist doch wunderbar.

Ich verabschiede mich von der Wandertruppe und dem sehr netten Winzer-Ehepaar und wandere mit Juliana I. durch das Dorf Weischütz. Hinter Weischütz wandern wir eine Anhöhe hinauf und durch einen Wald. Dann öffnet sich die Landschaft, über die Felder hinweg ist ein Turm zu sehen. „Das ist unser nächste Ziel“ sagt Juliana I., das Weingut von VDP-Winzer Bernhard Pawis. Und dann rettet die Weinkönigin uns das Leben: „Die schießen auf uns!“

 

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Stimmt, das Knallen hat uns durch den Wald begleitet. Unseren regulären Weg können wir nicht gehen, wir wollen nicht den Ballermännern auf dem Schießstand zu nahe kommen. Wir gehen also mit Sicherheitssabstand an der Landstraße. Im ehemaligen Kloster Zscheiplitz treffen wir Bernhard Pawis, einer der Winzer an der Unstrut, der auch seinen Anteil daran hat, dass sich die Anbaufläche des Anbaugebiets seit der Wende verdoppelt hat. Pawis sagt: „35 Prozent meines Weins ist Riesling. Schuld ist meine Frau, die hat sehr forciert, das überhaupt anzubauen. Wieviel der 35 Prozent Riesling Eigenbedarf meiner Frau ist, ist Betriebsgeheimnis“ Schon nach wenigen Minuten ist klar, Winzer Pawis ist ein sehr sympathischer Entertainer, der uns Weinwanderer auf einen kleinen Spaziergang durch sein Weingut mitnimmt. Wir steigen auf den sogenannten Nonnenturm und haben einen gigantischen Blick über das Unstruttal bis Freyburg und Schloss Neuenburg.

 

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Unterhalb des Nonnenturms zeigt uns Pawis die Napoleon-Kanone. Nach der Völkerschlacht 1813 hatte sich das geschlagene Heer Napoleons an den reifen Weintrauben im Unstrut-Tal satt gegessen. Heute nutzt Pawis die Kanone, um einzelne Weinflaschen zu den durstigen Weinliebhabern im Tal zu schiessen.

 

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„Und meine Frau zieht direkt per Bankeinzug die Kohle ein“ Frau Pawis treffen wir in der Straußwirtschaft. Sie sagt: „Viele, die aus dem Westen kommen, sind überrascht, wie toll das hier ist“. Ich teste den herrlichen Grauburgunder. „Der ist bei uns immer als erstes ausverkauft“ informiert mich Bernhard Pawis und ergänzt: „Ich liebe es, wenn jemand nach dem ersten Schluck sagen: Dein Wein ist geil“

Dass es „geile Weine“ bei Bernhard Pawis und seiner Frau gibt, kann ich bestätigen. Wir verabschieden uns und wandern weiter auf unserem Weinwanderweg mit dem blauen Balken. Unser Weg führt uns bergab, Richtung Freyburg. Auf dem Weg erklärt mir die Gebietsweinkönigin stolz ihre Krone, denn jeder Stein, jeder Steg des luftigen Diadems hat einen tieferen Sinn. Die drei Steine stehen nicht nur für Rot, Rosé und Weißwein, sondern auch für die drei Bundesländer Sachsen-Anhalt, Thüringen und Brandenburg.

 

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Denn die Weinberge des Anbaugebiets Saale-Unstrut sind auf verschiedene Wein-Zentren im Dreiländereck verteilt, sogar am Harz wird Wein abgebaut. Doch zurück zur Krone. Der eierschalenfarbene Besatz unterhalb der drei Steine symbolisiert den typischen Muschelkalk-Boden. Und die Weinberge und Terrassen werden durch goldene Spangen dargestellt. Wir erreichen den Fuß der Schweigenberge bei Freyburg und sehen genau die terrassierten Weinberge, auf die die Krone von Juliana anspielt.

Und wir sehen zahlreiche der ungefähr hundert Weinberghäuschen. In einem dieser Weinberghäuschen ist die Straußwirtschaft „WeinGalerie im Schweigenberg“ untergebracht, das ist nächste Station unserer Weinwanderung.

 

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Winzer Sven Lützkendorf begrüßt uns strahlend und erklärt auch sofort, warum er so glänzende Laune hat: „Die Traubenreife 2017 war optimal, es war ein grandioses Jahr!“ Da ist es ja eigentlich höchst bedauerlich, dass ich im Herbst 2017 noch keinen 2017er verkosten kann. Doch, sagt Lützkendorf, „ wir haben doch den Federweißer. Und der ist wirklich sehr gelungen, um nicht zu sagen „grandios“. Wir klettern mit unserem Winzer kreuz und quer durch seine Weinberge und bleiben an einer Reihe mit Riesling-Rebstöcken stehen. Lützkendorf zückt seinen Öchsle-Messer und macht einen Öchsle-Test von der Riesling-Beere. Auch ich darf durch das kleine Gerät schauen und sehe auf der milchigen Skala den Wert: 66. Aber Lutz Lützkendorf will noch abwarten. „Jeder Tag bringt jetzt einen Öchsle mehr“, da werde sich die Geduld auszahlen.

 

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In der DDR gab es zwei Genossenschaften, eine von beiden war die Winzervereinigung Freyburg. Es ist schon dunkel geworden, halb neun abends, die Straßenlaternen von Freyburg haben unseren Weg zur Weingenossenschaft illuminiert. Wir treffen Hans Zieger, den Geschäftsführer Winzervereinigung Freyburg und trinken zur Begrüßung einen großartigen Müller Thurgau.

 

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Diese manchmal etwas unterschätzte Rebsorte ist an der Unstrut die wichtigste Weißweinsorte. Wir machen einen Rundgang durch den Betrieb. Es ist der Hammer, was in der Winzervereinigung Freyburg – gefühlt mitten in der Nacht – noch los ist. Viele der 45 Mitarbeiter wuseln umher, ein grüner Weinlaster kippt seine Traubenfüllung aus. Zieger erklärt: „Nehmen wir zum Beispiel unseren Dornfelder Rosé, halbtrocken. Bei dem muss die Gärung exakt gestoppt werden, manchmal eben auch morgens um halb Drei. Daher haben wir im Herbst zur Lese-Zeit Schicht-Dienst.“

Vor der Vinothek verabschiede ich mich von Hans Zieger und auch von Juliana I., die mir eine wunderbare Begleiterin auf meiner Exkursion an der Unstrut war. Ich freue mich auf jeden Fall auf meine nächste Weinwanderung im Anbaugebiet Saale/Unstrut.

 

Ich danke Sandra Polomski-Woithon ganz herzlich für die Organisation und Begleitung der Weinwanderung von Laucha nach Freyburg.



Frohes! Neues! Wander! Jahr!

Geschrieben am um 9:30

Ich weiß nicht, ob ihr es wusstest, aber ich bin seit letztem Jahr (oder eigentlich schon seit vorletztem Jahr, um ganz exakt zu sein) im Nebenerwerb Spediteur. Da ich mit meinem Wanderberuf ein guter Botschafter für Mobilität bin, lasse mit in meinen Sattelschleppern viele Güter auf der Straße transportieren.

 

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Wenn ihr meinen Fünfzig-Tonner auf der Autobahn seht, könnt ihr mal mit Lichthupe grüßen, meine Fahrer freuen sich sehr darüber. Eine schöne Nebenwirkung meiner Speditionstätigkeit ist natürlich der Werbeeffekt für den Neanderlandsteig. Vom Kreis Mettmann, also vom Osten Düsseldorfs in die neuen Bundesländer.

 

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Böse Menschen sagen, alle Ossis seien weitestgehend beratungsresistent. Das kommt natürlich sehr darauf an, wer die gut(gemeint)en Ratschläge erteilt. Auf Besserwessi-Tipps pfeifen die meisten Ostdeutschen – zu was? Zu Recht! Aber wenn aus dem Osten selber ein guter Ostrad kommt, dann ist alles knorke und bestens.

Ich bleibe im Osten, im südlichen Brandenburg. Dort sah ich folgendes Verkehrsschild…

 

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Das ist doch mal ein Verkehrsschild, mit dem man etwas anfangen kann. Hubbel, klar, und zwar vier Mal! Das ist Klartext, das ist mal eine klare Ansage! Nicht so ein Wischi-Waschi, wie die meisten Verkehrsschilder. Zum Beispiel warnt das springende Reh vor Wildwechsel. Man möchte aber doch wissen, wie viele Rehe einem vor das Auto hüpfen: Zwei, drei, zehn? Oder nehmen wir das Schild, das vor bröckelnden Felsbrocken warnt. Nun, wie viele sind das denn genau, und vor allem – wie groß? Unverantwortlich, dass diese Infos auf fast allen Verkehrsschildern fehlen. Da lobe ich mir doch den vierfachen Hubbel!

Und schließlich noch zum Bauhaus in Dessau …

 

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Endlich habe ich ihn gefunden, den Baumarkt, in dem dereinst Wolfgang Lippert eine Zange mitgehen ließ. Das Jahr hat gut begonnen. So gut, dass ich mir eine kreative Pause bis Anfang Februar gönne …



Andrack weinwandert an der … Nahe

Geschrieben am um 6:11

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Frau Wallhäuser-Schmitt vom Weintreff Wallhausen sagt, vielen Weinkunden sei die Nahe als Anbaugebiet kein Begriff. Wie bitte? Ich bin ehrlich entrüstet. Das müssen wir dringend ändern und das Anbaugebiet Nahe noch bekannter machen. Die Weinberge um Bad Kreuznach herum sind doch wirklich nicht zu übersehen.

Ich stehe in der kleinen, feinen Vinothek bei Frau Wallhäuser-Schmitt, in der man von Freitag bis Sonntag (Sonntag gibt’s auch Kuchen!) Weine aus Wallhausen verkosten, genießen und schließlich kaufen kann.

 

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In der Vinothek präsentierten 15 Winzer aus Wallhausen ihre Produkte, es ist die einzige Vinothek dieser Art an der gesamten Nahe. Frau Wallhäuser-Schmitt empfiehlt mir einen ganz besonderen Wein, einen Metal-Tropfen. Nicht weil das Rotwein-Cuvée metallisch schmecken würde – der junge Winzer Michael Schott aus Wallhausen ist Mitglied in einer Heavy-Metal-Combo, er mag es gerne laut und krachend. Und genau so einen Wein hat er gemacht: Laut und krachend ist der 666 von den „Black Hills“. Den 666-Wein nehme ich mal mit auf meine Weinwanderung, man kann nie wissen, wozu man den noch gebrauchen kann.

 

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Am Schwimmbad treffe ich Marian, einen Journalisten aus Bad Kreuznach, wir wollen zusammen den Wallhäuser Premiumwanderweg „Wein, Stein & Farbe“ erwandern. Dieser Weg ein Vitalweg, so nennen sich die Premiumwege an der Nahe. Mal schauen, wann wir vitaler sind – vor oder nach der Wanderung. Unser elf Kilometer lange Rundweg heißt also „Wein, Stein & Farbe“. Ich verstehe das als eine Art Versprechen, mal sehen, ob es eingelöst wird. Nach einigen hundert Metern wird es schon mal sehr bunt. Eine Info-Tafel verweist auf eine Felswand, es wird erläutert, das sei „Grünschiefer im Wallhäuser Rabenfels“. Voila, da hätten wir also schon mal die Farbe grün, obwohl der Fels doch reichlich grau ausschaut.

 

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Wir gehen über die Höhenwege oberhalb von Wallhausen mit weiten Ausblicken ins Nahetal. Marian schätzt, dass es bis zur Nahe noch ungefähr sechs Kilometer sind, Wallhausen liegt in einem Seitental der Nahe. Wir können bis nach Rheinhessen hinüberschauen, ein weiteres Weinanbaugebiet, gut erkennbar an den vielen Windrädern. Wir wandern an Pferdekoppeln vorbei und ruhen uns kurz auf einer gemütlichen Sinnenbank aus. Auch mein Hund Luna sitzt neben mir auf der Bank (für alle Hunde-Freaks, viele sind an den Stammbaum-Details interessiert: Luna ist schon einen Hunde-Oma, eine ganz liebe Mischung aus einem Border Collie und einem Berner Sennhund). Luna hechelt, aber sie trinkt lieber Wasser als Wein, das ist klar.

 

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Schon eine Weile gehen wir durch wundervolle Weinberge und nähern uns dem Kreuz des Johannisbergs. Damit ist eine weitereße Versprechung der Vitaltour „Wein, Stein & Farbe“ erfüllt: Da ist der Wein, reichlich! Steine und Felsen haben wir gesehen. Und alle Farben der Wanderwelt: Das Grün der Bäume, das Blau des Himmels, das grün-grau des Rabenfels.

 

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Wir wandern weiter und haben vom Kreuz des Johannisbergs einen herrlichen Ausblick auf Wallhausen. Aber das eigentliche Highlight des Weges haben wir noch gar nicht gesehen: Wenige hundert Meter nach dem Kreuz erreichen wir die Wanderschaukel von Wallhausen. Und da werden selbst Erwachsene zu Schaukelkindern. Eine Wanderschaukel mit grandiosen Ausblicken auf das Naheland, auf Wälder und Weinberge. Und schaukeln macht auch noch mit über 50 Jahren Spaß.

 

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In der Ortsmitte von Wallhausen befindet sich nicht nur die Vinothek, sondern auch das Weinhaus Barth, eine großartige Weinstube mit Weinen aus Wallhausen. Alexander Barth, der Chef, bedient und begrüsst mich, als wäre ich ein Stammkunde. Wer weiß, vielleicht bin ich in einem früheren Leben ja schon einmal im Weinhaus gewesen.

 

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Am späten Abend, die meisten Gäste sind schon gegangen, setzt sich Alexander Barth zu mir und sagt: „Dieser Ort, dieses Weinhaus, das ist alles ein Geheischnis“. Geheischnis ist eines der schönsten Worte der deutschen Sprache, unübersetzbar, fast unerklärbar, ich kenne es aus der Heimat-Serie von Edgar Reitz. Geheischnis beschreibt eine Mischung aus Heimat, Glück, Geborgenheit. Wunderschön, diese Weinwanderung an der Nahe war ein echtes Geheischnis. Und jetzt sollte die Nahe wirklich JEDER kennen lernen wollen.

 



Karneval an der Werra

Geschrieben am um 7:26

Nix „Kölle Alaaf“. Wir rufen „Woasinge Ahoi!“. Nicht Köln am Rhein ist die deutsche Karnevalshochburg, sondern Wasungen an der Werra. Warum? Weil in Thüringen der komplette Ort karnevalsverrückt ist. Da gibt es keine Karnevalsflüchtlinge, die wie in Köln vor den Horden besoffener Menschen aus dem Allgäu, der Eifel und dem Westerwald das Weite suchen. Nein, in der deutschen Fastnachtsstadt Nummer Eins sind alle 3.500 Ureinwohner beim Karneval dabei.

 

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Auf einer kombinierten Kanu- und Fußwanderung an der Werra von Meiningen nach Wasungen habe ich die thüringische Karnevalsenklave entdeckt. Schon verrückt: Auch die Tradition spricht im nationalen Narrenhochburgen-Vergleich für Wasungen. 2018 wird schon das 483. Wasunger Karnevalsfest gefeiert. Zum Vergleich: Den Kölner Rosenmontagszug gibt es erst seit 1823. Und so einen schönen Karnevalsorden wie in Wasungen gibt es auch in keiner anderen deutschen Fastnachtshochburg.

 

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Jedes Jahr wird mit großem Brimbamborium der „Größte Lüchesoack“ – also der größte Lügensack – ausgezeichnet. Das scheint in Wasungen eine große Ehre zu sein. Diesen Titel kann man auch mehrmals holen, ein gewisser Herbert Dreißigacker schaffte in den Fünfzigern einen Hattrick in drei Jahren hintereinander.

Das Wasunger Motto 2018 ist: „Ganz Woasinge steht Kopf“. 2016 hieß das Motto: „Mie falle ümmer uff“, das hört sich schon fast rheinisch an. Und 2003 war das Motto: „Es is rüü bi nüü“. Da braucht man wirklich einen Übersetzer, keine Ahnung, was das heißen soll. Und warum heißt der närrische Schlachtruf „Woasinge“ ahoi? Weil früher die Flößer auf der Werra zum Stadtbild gehörten, die maritime Tradition hat sich mitten in Thüringen erhalten.

Falls ich demnächst in Wasungen mitfeiere, habe ich auch schon ein Kostüm. Ich gehe dann als wandernder Rohrbert…

 

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Eine Mühlenwanderung rund um Fürth

Geschrieben am um 8:18

Alle Wege führen nach Rom, so mancher Weg führt sogar nach Fürth.

 

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Vor einigen Wochen bin ich in der fränkischen Metropole gewandert. Ich hatte gar nicht mitbekommen, dass es mittlerweile so viele Premiumwege im Frankenland gibt (fast 70 Wege!), man hat wirklich die Qual der Wahl. Ich entschied mich für den acht Kilometer langen Mühlenpfad.

 

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Als vor einigen hundert Jahren die Produktion der berühmten fränkischen Lebkuchen anlief, stieg auch der Bedarf an Lebkuchen-Mühlen. Denn ohne gemahlenes Lebkuchenkorn kein Lebkuchenmehl – ist doch logisch. Aber nicht nur der gerne besungenen Müller wanderte auf dem Mühlenpfad, sondern auch die fränkischen Hartfüssler…

 

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Mit den sogenannten Hartfüsslern sind nicht die klobigen Treter gemeint, die die Füße der Playmobil-Figürchen zieren. Die Playmobil-Männchen werden bekanntlich in der Nähe von Fürth hergestellt. Nein, die Hartfüssler waren die legendären Kicker der Spielvereinigung Fürth, die in den 1920er Jahren drei Deutsche Meisterschaften an den legendären Ronhof holten.

 

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In der Steinbachschlucht zeigte sich Fürth von seiner wildromantischen Seite und mein Premiumweg wurde immer anspruchsvoller …

 

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So anspruchsvoll, dass die Ansprüche des Weges sogar schriftlich bekannt gemacht wurden. So sind eben die Wege in der fränkischen Schweiz, die – Unterfranken und Oberfranken verbindend – vor den Toren Fürths ihre ganze Pracht entfaltet.

Sehr schön fand ich die Idee, am Wanderweg eine historische Karte von Fürth zu platzieren …

 

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Jedem Fürther wird bei diesem alten Kartographie-Kunstwerk das Herz aufgehen: Um Fürth herum nur Wälder, Berge, Wiesen, keine Spur der großen Konkurrenz Nürnberg.

Zum Abschluss der Wanderung kehrte ich in Wern’s Mühle in Fürth im wunderschönen Ostertal ein. Dieses Restaurant ist absolut großartig. Natürlich gab es ein im Haus gebrautes Mühlenbier. Typisch fränkisch. Zum Hauptgang entschied ich mich gegen Schäufele und Nürnberg Würstchen und kostete die Rinderleber. Köstlich! Dazu einen schönen Silvaner aus dem Bocksbeutel. Wanderer, kommst Du nach Fürth, kehre in Wern’s Mühle ein.



Mein Name ist Hase

Geschrieben am um 6:55

Der Fluss Hase war früher beim Spiel Stadt-Land-Fluss mein Geheim-Tipp, wenn es um den Buchstaben „H“ ging. Man konnte das gleiche Wort wie bei „Tier“ unter „Fluss“ eintragen, und kein anderer Mitspieler hatte die Hase auf dem Zettel. Bingo!

 

Manuel Andrack am Haseufer in Osnabrück

 

Vor kurzem hatte ich endlich mal Gelegenheit an der Hase – nun ja, nicht zu wandern, eher zu spazieren und Rad zu fahren. Mit der Chef-Landschaftsplanerin von Osnabrück habe ich mir einige Bauprojekte angeschaut, die die Hase der Osnabrücker Bevölkerung näher bringen.

 

Manuel Andrack am Haseufer in Osnabrück

 

Natürlich hätte ich auch gerne mal einen Hasen gesehen. Aber wir haben nur Enten, Krähen und eine Ratte gesichtet. Aber hinter dem Kaufhof haben wir das scheue Tier gesichtet, das auf der roten Liste der bedrohten Stadt-Land-Fluss-Tiere steht…

 

Manuel Andrack am Haseufer in Osnabrück

 

Um beim Thema Flüsse zu bleiben. Auf der Werra habe ich mich in ein Kanu gesetzt und mit Kapitän Thomas Wey die wilden Stromschnellen des thüringischen Flusses bezwungen…

 

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Dafür braucht man natürlich spezielle Bekleidung. Um sich im Werra-Kanu vor dem Ertrinken zu retten, trage ich Fifty Five. Um mit den Hasen angeln zu können, nehme ich Fifty Five. Und wenn ich mit der Landschaftsplanerin Christiane Balks-Lehmann im Regen an der Hase steh, bevorzuge ich Fifty Five. Es kann sooo einfach sein.


Wer glaubt, Wandern ist fade und die Vorstufe zur Rollator-Rallye, muss diesen Blog lesen und wird staunen. Ob Kurioses am Wegesrand, schräge Hinweistafeln, Lebensgefahr am Wanderweg, skurile Wandervögel, betreutes Trinken am Steig, gigantische Aussichten oder extreme Herausforderungen im deutschen Mittelgebirge – bei andrackblog.de gibt es alles über das Thema Wandern. Jede Woche neu, (relativ) aktuell. Die besten Wander-Storys der Welt eben.

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