Wander-Blog von Manuel Andrack

Die besten Wander-Storys der Welt




Schnaps, das war mein letztes Wort…

Geschrieben am um 8:52

Letzten Sonntag wurde der sehr spektakuläre Peterstaler Schwarzwaldsteig eröffnet. Wie es sich für den Schwarzwald mit seiner Brennrecht-Tradition gehört, spielte das Thema Schnaps eine große Rolle. Sehr beeindruckt war ich von einer Idee von Verena. Verena ist Deutschlands jüngste Brennmeisterin und auch wahrscheinlich die pfiffigste. Denn Obstsorten kann ja jeder, daher hat sich Verena einen Fichtenschnaps ausgedacht. Wer das für eine Schnapsidee hält, sollte den Black Wood einfach mal testen. Er riecht erst einmal sehr nach Holzleim, aber wenn man den ersten Schluck intus hat, ist das ein unglaubliches Geschmackserlebnis. Als hätte man in einen Fichtenstamm gebissen, Wahnsinn.

 

 

Auch am Schnapsbrunnen der Familie Huber musste unsere kleine Wandertruppe halt machen. Dort kann man sich mit diversen Schnäpsen und auch nicht-alkoholischen Getränken stärken und dafür einen Obulus in der Kasse hinterlassen – oder auch nicht. Ich finde das sagenhaft, mit welchem Engagement und welcher Liebe die Anrainer des Peterstaler Schwarzwaldsteig bei der Sache sind. Ich möchte jeden Wanderer bitten, ordentlich in die Kasse bei Hubers einzuzahlen.

 

 

Nun ja, und was wäre ein Ausflug in den Schwarzwald ohne Kirschwasser: Ein Schurkenstück, genau. Ich genoß das Kirschwasser mit jeder Menge der berühmten Torte drum herum. Danach konnte ich nicht mehr “Schnaps” sagen, so satt war ich. Damit war Schnaps wirklich das letzte Wort für mich gewesen. Zumindest für letzten Sonntag, inzwischen habe ich die Sprache wiedergefunden, so schnell tragen mich die Engelein noch nicht fort.

 



Eröffnung des Peterstaler Schwarzwaldsteigs

Geschrieben am um 8:21

Gestern bin ich in Bad Peterstal den Peterstaler Schwarzwaldsteig gewandert. Es war der Tag der Eröffnung des Weges, mit viel Prominenz und Urkundenüberreichung und Zipp und Zapp. Der Premiumweg hat vom Deutschen Wanderinstitut 81 Erlebnispunkte bekommen, Chapeau!!!

Am Beginn des Weges hinter dem Bahnhof konnten einige Wanderer was erleben, indem sie über die rutschigen Steine am Rande der wilden Rench staksten. Bemerkenswert fand ich die Zuschauer auf der Galerie, die wie im Alten Rom nur darauf warten, dass die Löwen kommen oder jemand ins Wasser fällt…

 

 

Leider war das Wetter nicht so schön, aber bei 81 Erlebnispunkten hätte ich erwartet, dass der komplette Weg überdacht wäre, dem war aber nicht so. Hier sehen Sie, dass man nix sieht. Aber normalerweise hat man einen heeeeerlichen Blick bis ins Rheintal und zum Straßburger Münster. Ich glaube, ich muss den Peterstaler Schwarzwaldsteig noch mal bei Somnnenschein wandern.

 

 

Zum Erlebnis gehörte auch, dass die Wildecker Herzbuben am Wegesrand standen, mit ihrem Schirmherren dahinter. Schade nur, dass die beiden den Tabak für ihre Pfeifen vergessen hatten, und daher nichts zu paffen hatten.

 

 

Nächste Woche berichte ich, warum man am Peterstaler Schwarzwaldsteigs automatisch zur Schnapsdrossel wird….



Der Deuter

Geschrieben am um 12:21

Gerade liegt das neue Wandermagazin auf meinem Schreibtisch, diesmal mit meiner Story über eine Wanderung mit Sebastian Schwanhäußer am fränkischen Main. Schwanhäußer ist Chef der Firma Schwan-Stabilo, weltbekannt für ihre Stifte und Textmarker. Und seit einigen Jahren gehört zum Schwan-Stabilo-Konzern auch der Rucksackhersteller Deuter. Ratet also mal, welche Rucksackmarke angesagt war während dieser Wanderung

 

 

Das war Wandererpech in diesem langen, langen Winter, man plante eine Wanderung im Grünen, aber plötzlich – Überraschung! – war doch alles ganz weiß. Daher musste auch die Weinlese am Main um wenige Tage verschoben werden, die Trauben waren noch zu vereist.

 

 

Fotografiert hat die spätwinterliche Wanderung wie immer der Chefredakteur des Wandermagazins, Michael Sänger. Ein Wandervogel vor dem Herren, der schon alle Wanderergionen Deutschlands unter die Füße genommen hat. Und dann das! Der Meister stürzte auf den letzten Metern, kurz vor dem Zielstrich in Karlstadt, konnte aber trotz leichter Blessuren weiter mitwandern.

 

 

Auf dem Foto sieht man ihm noch deutlich den Schock nach dem Sturz an. Er lag so lange auf dem Boden, dass sein ganzer Bart ganz weiß geworden ist. Auf dem Foto deutet er (Sänger ist eben ein echter Deuter!) er deutet also auf die vereiste Stelle, die ihm zum Verhängnis wurde

So hart, so gnadenlos, so unbarmherzig ist das Wander-Business!



Nichts geht über eine ordentliche Markierung…

Geschrieben am um 18:38

das ist nun mal eine Wanderbinsenweisheit.

 

 

Besonders originell fand ich diese Wanderwege, die die verschiedenen Wanderzielgruppen punktgenau bedienen. Ein Weg für Gamsbart-Hut-Träger, da muss man erst mal drauf kommen. Da ich nicht zu dieser Zielgruppe gehöre, bin ich den Wanderschuh-Weg gewandert. Was für ein Glück, dass ich an dem Tag tatsächlich meinen Wanderschuhe und keine Joggingschuhe an den Füssen trug.

 

 

Sehr dankbar war ich, als ich an dieser Toilette auf dem Wanderschuh-Weg vorbeiwanderte. Wahrscheinlich hat aber das deutsche Wort “Damen” den Gleichstellungsbeauftragten des örtlichen Wandervereins auf den Plan gerufen. Zum einen könnten sich ausländische Migranten mit und ohne Hintergrund benachteiligt fühlen, weil sie nicht wissen, was eine “Dame” ist. Zum anderen werden durch das Wort “Damen” alle hetero-, homo- und metrosexuellen Männer auf das Übelste diskriminiert.

Also wurde schlussendlich ein schöner Kompromiss gefunden – ein absolut politisch korrektes Piktogramm. Bravo!!!

 

Und: ist es nicht Heeeerrrlich!! Ab morgen früh um 8.45 bricht der Hochsommer aus. Ich habe sofort meine Freunde der FSG Solingen am zukünftigen Neanderlandsteig besucht.

 

 

FSG heißt Freizügige Sonnen Genießer, diese Nudisten springen nackert blumenumkränzt frohlockend auf den Wanderwegen umher und … Ach ne, ist ja gar nicht so, eigentlich hat die FSG Solingen eine sehr hohe Plane rund um ihr Arreal gespannt. Menno, die wollen nix von der schönen Sonne abgeben, echt voll gemein!!!



Heute heiteres Rate-Quiz

Geschrieben am um 18:52

Frage 1: Was will uns dieser Mann sagen?

 

1. Die Wanderklamottenfirma Odlo hat das Logo des Druidenpfads kopiert.

 

2. Der Druidenpfad hat das Logo der Wanderklamottenfirma Odlo kopiert.

 

3. Wandern wird doch nicht olympisch, es fehlen zwei Ringe.

 

__

 

Frage 2: Welches Tier sehen wir hier:

 

 

1. Einen sibirischen Sägelzahntiger

 

2. Einen Maikäfer, dessen Mutter in Pommerland weilt

 

3. Ein Hängebauchschwein auf der schwäbischen Alb

 

_____

 

Frage 3: Was ist das?

 

 

1. Die Röntgen-Aufnahme eines Wanderrucksacks vom Frankfurter Flughafen.

 

2. Packhilfe für katalanische Wanderer in einer Bucht der Costa Brava.

 

3. Neu entdeckte Höhlenzeichnung des ersten steinzeitlichen Rucksacks

 

Wer alles richtig hat, bekommt von mir eine Freiwanderung für zwei Personen auf einem Premiumweg (freie Auswahl!!!) in Deutschland geschenkt.

 



Wandern mit Antje und Michael

Geschrieben am um 16:23

Ich möchte Euch auf ein neue Serie im WANDERMAGAZIN hinweisen: “Andrack wandert mit…” Die Idee ist, dass ich gemeinsam mit den Menschen wandere, die hinter den Outdoor-Firmen stehen. Stellen Sie die Kleidung nur her, oder sind das wirklich Outdoor-Freaks? Die Serie startet mit Antje von Dewitz, der Chefin von Vaude. Hier nun der exklusive Making-Of-Bericht:

 

Unsere Wandertour am Bodensee wurde von Michael “Meister” Sänger, dem Chefredakteur des WANDERMAGAZINs begleitet. Die Wahrheit ist aber leider, dass Antje und Michael viel fitter als ich waren, und mich bei jeder Steigung abhängten, so dass ich nur noch ihre Rücklichter  sah.

 

 

Dann kamen wir an einer sehr gefährlichen Abbruchkante vorbei, in der Region nennen sie das mörderische Ding nur “Die Rutsche”. Ich sagte noch, Michael pass auf, da kann sich doch jederzeit was lösen.

 

 

Nein, der Junge will ja nicht hören, da ist er halt runter gerutscht. Muss ein irrer Spaß gewesen sein, hat er mir hinterher erzählt. Als Sänger den Hang wieder hochgekrabbelt war, erwartete uns drei Helden die nächste Herausforderung:

 

 

Nicht ungefährlich, so eine freilaufende Katze! Aber Antje kannte sich mit dieser tückischen Spezies sehr gut aus und hypnotisierte die freilaufende Katze, so dass wir unsere Wanderung fröhlich fortsetzen konnten.

Was es allerdings mit den Bastelfrauen und dem “schlandern” auf sich hat, und wie man “Vaude” genau ausspricht, das kann man im neuen WANDERMAGAZIN lesen.



ABC, Premiumwandern im Schnee

Geschrieben am um 10:51

Ich bin im Premium Wanderwelt Fieber (ab 7. März geht es los!), so dass ich einige Eindrücke aus der verschneiten Werratal-Region schildern will.

 

 

Zunächst mal: Auch im Winter lässt sich wunderbar premiumwandern, man muss natürlich winterfest ausgerüstet sein und eine gewisse Lust an der Rutschpartie verspüren. Zum Beispiel ist diese Brücke…

 

 

… gewiss auch unverschneit eine Augenweide, aber tief verschneit wird der Wald hoch oben auf dem Meissner zum märchenhaften Zauberwald. An ein Märchen glaubte ich auch zunächst, als ich die Geschichte des sensationellen Gastronomen Pflüger von der Jausenstation in Weißenbach hörte. Herr Pflüger bietet tatsächlich Ziegenwanderungen an. Herr Pflüger hat maßgeschneiderte Ziegen-Satteltaschen, das muss man sich mal vorstellen, und dann wandert man mit den Ziegen, und wenn der kleine Hunger kommt, werden die Ziegen-Satteltaschen ausgepackt und der Proviant verzehrt. Sensationell.

 

 

Kann aber auch sein, dass das Ziegenwandern aktuell nicht angeboten wird, so genau habe ich das nicht verstanden. Ich wollte nur noch kurz erzählen, warum Herr Pflüger ein sensationeller Gastronom ist. Nicht nur, dass alles extrem lecker und frisch bei ihm ist, nein, er backt auch selber das Brot, und schlachtet selber Schweine und macht dann Wurst daraus…

 

… und er macht auch selber Käse. Das alles kann er und macht er und zwar auf höchstem Niveau, da können sich die industriellen Wurst- und Käse- und Brotfabrikanten mal eine SCHEIBE abschneiden!



Augen auf bei der Trauf

Geschrieben am um 6:55

Im Herbst 2012 wanderte ich im Traufgänge-Land (die sind auch Teil der Premium Wander Welt) in und um Albstadt. Ich wanderte auf dem großartigen und erlebnissatten Felsenmeersteig. Stolz posiere ich hier an einem veritablen Brocken, der vor wenigen Monaten, den Berg hinunterstürzte:

 

 

Wahrlich kein pures Vergnügen, würde so ein Felsungetüm einem Wanderer auf den Kopf fallen. Aua! Großes Pflaster!!! Oder zwei große Pflaster!!! Es ist eben nicht ungefährlich, auf den Traufgängen zu wandern. Daher rate ich dringend: Augen auf bei der Trauf!

Denn Gefahr droht nicht nur von oben, sondern auch, wenn man zu nahe an die Trauf herangeht

 

 

Wie in diesem Fall: Der junge Mann auf dem Bild möchte seinem Mitwanderer das gelobte Land zeigen, in diesem Fall deutet er also Richtung Saarland. Das nächste Bild zeigt, was dann passierte:

 

 

Da ist sie, die schöne Landschaft, aber der junge Wanderer fehlt. Hinabgestürzt ins Felsenmeer!

Aber es ist ja nichts so, dass es an Warnungen fehlen würde:

 

 

Man predigt und predigt, aber die jungen Leute hören nicht hin, haben keinen Sinn für Warnhinweise. Dabei sind doch die Gefahren in einem Felsenmeer nicht zu unterschätzen. Was da nicht alles passieren kann: Gefährliche Strömungen im Felsenmeer – Strudel, Erschöpfung wegen der hohen Wellen. Daher: Augen auf bei der Trauf!



Frau Holle und das Holz vor der Hütte

Geschrieben am um 8:47

Am 7. März werde ich auf der ITB in Berlin eine Weltneuheit vorstellen: Die Premium Wander Welt. Ein Zusammenschluss von sechs Wander-Regionen mit vielen traumhaften Premiumwegen. Um mich über die Werratal-Region in der Mitte von Deutschland zu informieren, bin ich im Januar dort gewandert. Genau gesagt war ich auf dem P1 unterwegs…

 

 

… der P1 hat nix mit einer Promi-Disco in München zu tun, der P1 war der erste Premiumweg am legendären Berg Meißner. Wieso legendär? Nun, die olle Frau Holle wirkt dort. Und wer das Ganze nur für ein Kindermärchen hält, hätte mal Ende Januar zum Frau-Holle-Teich fahren soll. Dort befindet sich das Weltkompetenz-Zentrum für Schnee-Erzeugung und Frau Holle hatte ordentlich die Kissen geschüttelt

 

 

Ich erfuhr vor Ort, dass die Holzskulptur von Frau Holle, die die Dame nicht als hutzelige Oma, sondern als durchaus proppere Frau darstellt, vor einigen Jahren bundesweit für Aufregung sorgte. Das Titten-Fachmagazin BILD mutmaßte, die Frau-Holle-Skulptur müsse ja mindestens Körbchen-Größe D haben, auf jeden Fall habe die altehrwürdige Märchenfigur doch ganz schön viel Holz vor der Hütte.

 

 

Liebe BILD, kühlt doch mal ab, wenn ich das richtig mit meiner Alterskurzsichtigkeit sehe, ist die Frau Holle doch ganz “normal” proportioniert. Außerdem handelt es sich um ein Kunstwerk, und nicht um eine fotografische Wiedergabe von Frau Holle. Denn eigentlich sieht Frau Holle ganz anders aus, ich habe sie nämlich gesehen. Aber dazu an anderer Stelle mehr…

 



Wanderzielgruppen die Zweite

Geschrieben am um 13:35

Herzlichen Dank für die zahlreichen Kommentare zu meinem Wanderzielgruppen-Blog. Besonderen Dank an Michael Moll für seinen Link Blog. Jetzt weiß ich, wie man auf norwegischen Wegen Haute Cauture und Funktionalität unter einen Hut bringt.

http://www.dieweltenbummler.de/Blog/sicherheit-auf-wanderwegen/

Außerdem auch Dank an Ralf Schmädicke für den Link zur Bergwander-Typologie. Ich persönlich bin am ehesten der Hausmeister-Fraktion zuzurechnen.

http://www.auf-touren.de/2011/09/20/berg-seniorentypologie/#more-1774

Prinzipiell ist es aber doch so, dass Wandern einfach glücklich macht, egal, in welche Zielgruppe man zielt. So rundherum glücklich, wie die Wanderzielgruppenmodels auf der Stuttgrater Messe.

 


Wer glaubt, Wandern ist fade und die Vorstufe zur Rollator-Rallye, muss diesen Blog lesen und wird staunen. Ob Kurioses am Wegesrand, schräge Hinweistafeln, Lebensgefahr am Wanderweg, skurile Wandervögel, betreutes Trinken am Steig, gigantische Aussichten oder extreme Herausforderungen im deutschen Mittelgebirge – bei andrackblog.de gibt es alles über das Thema Wandern. Jede Woche neu, (relativ) aktuell. Die besten Wander-Storys der Welt eben.

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