Wander-Blog von Manuel Andrack

Die besten Wander-Storys der Welt




Migranten wandern

Geschrieben am um 05:55

Nicht, dass ich das noch vergesse: Habe ich schon darauf hingewiesen, dass am 1. März mein neues Buch “Schritt für Schritt, Wanderungen durch die Weltgeschichte” erscheint? Eine Zeitreise zu Fuß: ich begleite den Neandertaler, die Perser an den Thermopylen, römische Legionäre auf einer echten Römerstrasse und auch Flüchtlinge aus Syrien, Irak und Afghanistan auf ihren Weg von Hanging (Österreich) nach Wegscheid (Bayern).

 

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Ein Fußmarsch von zwei Kilometer vom Grenzübergang bis zu einer Notunterkunft bei Wegscheid. Eine Reise in die Freiheit, in’s gelobte Land der lächelnden Kaiserin Angela. Und was ist der erste Eindruck von der neuen Heimat? Wie empfängt die Bundesrepublik Deutschland ihre Gäste mit Migrations-Untergrund? Was ist der erste kulinarische Willkommensgruss auf deutschem Boden?

 

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Die letzte Bratwurst vor der Grenze! Eigentlich müsste das Schild geändert werden. Denn für viele ist es, da zur Zeit deutlich mehr Menschen über Wegscheid ein- als ausreisen, ein Einreiseschild – und müsste auf die ERSTE Bratwurst nach der Grenze hinweisen. Das könnte auch eine pädagogisch wertvolle erste Lektion im Migrations-Integrationskurs sein: Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei.

Fuß-Migration gab es, das liest man schon seit Monaten in allen deutschen Gazetten, natürlich schon immer. Auch in die kommunistische Enklave des Saarlands, den Saargau, haben schon vor Urzeiten Zimmermanns-Familien Zuflucht unter dem Roten Stern gesucht…

 

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Im vergangenen Herbst habe ich im Bregenzer Wald ein interessantes Schild gesehen:

 

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War das ein österreichischer Gruss an die Migranten? Oder eine Aufforderung an die Europäische Kommission ihre Aussengrenzen abzusichern? Ein Befehl für die Türkei oder Griechenland oder Frontex? Eine Anweisung an Pegida, Afd, und Co? Ich weiß es nicht, aber “Respektiere deine Grenzen” könnte der Satz des Jahres 2016 werden…



Bosseln, Torwandschießen, Hundetragen – Sportliche Betätigungen am Wegesrand

Geschrieben am um 20:57

Alte Grundsatzfrage: Ist Wandern Sport oder nicht Sport? Die einen sagen so, die anderen so. Ethymologisch gibt es sowie nur einen Sport: Pferderennen. “Going to the sports” sagte der Brite, wenn er auf die Rennbahn ging. So ein Pferderennen ist ja für die meisten Beteiligten eine eher passive Angelegenheit: Zugucken, Wetten platzieren, ja wo laufen sie denn? Null Bewegung. Das ist beim Wandern anders, da bewegt sich man kontinuierlich. Aber es gibt keinen Wettbewerb schneller, höher, weiter, das gehört für mich eigentlich zum Sport dazu. Daher finde ich es immer schön, wenn sich Spuren von anderen sportlichen Betätigungen am Wegesrand finden.

 

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Auf dem Sauerland-Höhenflug sah ich eine Truppe junger Menschen, die tatsächlich bosselten. Kennt ihr das? Bosseln ist eigentlich ein ostfriesischer Nationalsport. Da wird eine dicke Kugel einen Feldweg entlang so weit wie möglich geschleudert/geworfen, das geht stundenlang. Ostfriesland eben. Anscheinend möchten die Sauerländer nun die Ostfriesen von NRW sein, anders kann ich mir das Bosseln auf dem Höhenflug nicht erklären.

Auf der Christenbergtour in Münchhausen bei Marburg habe ich eine ganz tolle Torwand am Sportplatz von Mellnau gesehen…

 

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Beim flüchtigen Hinschauen denkt man zuerst, ach, ein Stück der ollen Berliner Mauer. Aber die beiden kreisrunden Löcher links unten und rechts oben weisen eindeutig auf die wahre Bestimmung dieses Beton-Trumms hin: Das ist eine Torwand und man sieht vor seinem geistigen Auge, wie die sportbegeisterte Jugend von Mellnau durch das hohe Gras stapft und einen Ball nach dem anderen auf die Torwand pöhlt – was für ein Spaß. Genauso ein Spaß war es, meinen 30-Kilo-Hund über eine luxemburgische Brücke zu tragen …

 

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… da bekommt der Ausdruck “Ich geh noch mal schnell mit’m Hund” eine ganz andere Bedeutung.



Wandererparkplatzschild reloaded

Geschrieben am um 07:23

Alle, die schon mal in meiner Wandershow waren (ach, apropos Wandershow, meine kleine Herbsttour hat gerade begonnen, wer in der Nähe von Losheim, dem sächsischen Bad Elster, Denzlingen bei Freiburg oder Bad Pyrmont wohnt, sollte sich das Spektakel nicht entgehen lassen…) werden wissen, welches mein liebstes Wanderschild ist: Schild Nummer 317 der StVO: Das Schild, das auf einen Wandererparkplatz hinweist. Der Klassiker ist natürlich die Vintage-Version…

 

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… die beiden Wanderleute auf dem Schild erzählen so viele Geschichten, die ich alle auf meiner Wandershow (ach, apropos Wandershow, meine kleine Herbsttour hat gerade begonnen, wer in der Nähe von Losheim, dem sächsischen Bad Elster, Denzlingen bei Freiburg oder Bad Pyrmont wohnt, sollte sich das Spektakel nicht entgehen lassen…) erzähle. Die neue Variante des Wandererparkplatzschilds ist dagegen deutlich frugaler gestaltet, mehr so als Piktogramm …

 

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… bei den wandernden Glatzköpfen auf dem Schild weiß man heutzutage leider nicht, ob die wirklich politisch korrekt sind: Sind das Hooligans auf dem Weg zum Hogesa, ganz durchschnittliche Pegida-Mitläufer oder einfach frühverglatzte Links-Intelektuelle? Keiner wird das je in Erfahrung bringen können.

Nun hat mir aber mein Nürtinger Kumpel Jürgen ein Wanderparkplatz-Schild geschickt, das er im Piemont gesichtet hat…

 

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Was direkt in’s Auge fällt, ist das Kopftuch der Wanderfrau. Im doch eher konservativ sozialisierten Piemont ist nicht ganz klar, wie man dieses weibliche Kleidungsstück deuten soll. Ist es eine alte Katholikin, die mit Kopftuch zur Sonntagsmesse wandert? Oder ist es doch die Vorbotin einer neuen Wandergeneration, die gerade massiv nach Europa einwandert? Werden jetzt schon die Wandererparkplatz-Schilder islamisiert? Fragen über Fragen, auf die wohl nur Horst Seehofer eine Antwort hat …



Mohren im Vorarlberg

Geschrieben am um 06:53

In der vergangenen Woche bin ich in’s benachbarte Ausland gefahren, um meine Wandergrenzen mal wieder neu auszuloten. Grenzen sind zur Zeit ja ein großes Thema! Ich fuhr zum wunderschönen Bodensee und bin auf den (gemässigten) Höhen des Bregenzer Wald gewandert. Beim Grenzübertritt zwischen Lindau und Bregenz habe ich übrigens keine Flüchtlingsströme gesehen, auch kein Flüchtlingsbächlein, noch nicht mal eine einzigen Flüchtling, vielleicht könnte aber diese österreichisch-deutsche Grenze eine Art Geheimtipp unter den Migranten werden (so lange der ZAUN noch nicht hoch gezogen ist). Was wirklich jeden Menschen glücklich macht, von innen raus sozusagen, sind die phantastischen Ausblicke im Bregenzer Wald oberhalb von Dornbirn …

 

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Da wandert man caspar-david-friedrichesk über einem Nebelmeer und fühlt sich wirklich wie im siebten Himmel. Ich bin ja nicht oft in alpinen Gegenden unterwegs, vielleicht sollte ich das öfter mal machen, denn als ich mich in der ersten Hütte am Weg, der Lustenauer Hütte niederlasse, habe ich ein Getränkeerlebnis der dritten Art (siebter Himmel + dritte Art ergeben übrigens addiert nicht die zehn Gebote). Hüttenwirt Peter schenkte mir ordentlich einen ein, einen giftgrünen Hammercocktail…

 

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… okay, zugegeben: ich habe die Waldmeisterlimo überlebt, obwohl mich der hammer-süssliche Geschmack an längst verschüttete klebrige Kindheitszungen-Genüsse erinnerte. Nachdem ich eine schöne Runde auf das Hochälple hinauf gewandert bin und die dortige Hütte geschlossen vorfand, bin ich wieder zurück zur Lustenauer Hütte gegangen. Weil dann schon Mittagszeit war, gab es deftiges Rindergulasch mit großartigen Semmelknödeln und ein Bier…

 

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… von Mohrenbräu. Mohrenbräu ist DAS Bier im Vorarlberg und der stark pigmentierte Junge mit den wulstigen Lippen auf dem Emblem zeugt davon, dass in Europa auch in vergangenen Jahrhunderten immer wieder gewandert wurde: Einwanderung, Auswanderung, man nennt es heutzutage vornehm Migration – aber ohne Mohr eben auch kein Mohrenbräu, das ist nun mal ein Fakt. Und dieses Getränk schmeckte so tausendmal besser als die giftgrüne Waldmeisterlimo, dass ich zügig ein zweites Mohrenbräu bestellt habe. Ein Prosit der Gemütlichkeit auf die Vorarlberger Bierkultur! Und die Migrationskultur!



Haben wir kein schönes Klima, fahren wir sofort nach Lima

Geschrieben am um 06:45

Über das Mega-Thema „Flüchtlinge“ gerät das Langzeit-Thema “Klimawandel” etwas aus dem Fokus der Berichterstattung. Dabei steht Ende des Jahres in Paris die nächste große Klimakonferenz an, die Erwartung an konkrete Ergebnisse ist eher niedrig.

Manchmal kann der Kampf gegen den Klimawandel ganz einfach sein. Man muss zum Beispiel nur auf dem KlimaErlebnisWeg im Teutoburger Wald in der Nähe des Hermannndenkmals wandern.

 

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Bei jedem Schritt auf diesem Klimaweg bessert sich das Klima, je nach Bedarf wird es wärmer oder kälter. Ich sage es doch immer: Nur die kleinen Schritte führen zum Erfolg! Allerdings hätte man sich von den Intiatoren des Klimawegs etwas nachhaltigere Lösungen gewünscht. Nur ein paar Infotafeln zum bösen Klimawandel aufzustellen ist etwas dürftig. Man hätte zum Beispiel über die gesamten17 Kilometer in den Waldboden Trittplatten einlassen können, die beim Drauftreten einen Impuls auslösen, der Energie erzeugt. Nicht Atom- und Windkraft, sondern Fußkraft, das ist die Zukunft. Das ist übrigens keine Science Fiction, solche Bodenplatten sind schon in der City von London getestet worden.

Am Rennsteig bin ich auf einige Zeugen von Old School-Energieversorgung gestoßen.

 

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Zuerst dachte ich, ich wäre auf einem Minigolf-Platz gelandet, denn die lustigen Hütchen auf den Vollpfosten erinnerten mich an die lauschigen Lampen auf den Mini-Golf-Plätzen meiner Jugend. Aber dann war klar, da führt parallel zum Rennsteig der Gassteig, zwei Wege, und beide erzeugen Energie.

Viel wird ja über die Ursachen des Klimawandels geschrieben, geforscht, gestritten. Ist der Klimawandel menschengemacht oder eine halbwegs natürliche Erscheinung? Immerhin befinden wir uns vom Erdzeitalter her immer noch in einer abnehmenden Eiszeit, logisch, dass es da wärmer werden muss. Oder ist doch der böse böse Mensch an allem schuld? Ich habe bei einer Wanderung an der Sauer in Luxemburg am Wegesrand einen der Hauptverursacher der globalen Klimaerwärmung gesehen.

 

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Dieser pfiffige luxemburgische Heimwerker hatte sich eine imposante Grill-Lok gebastelt, die nicht nur formschön ist, sondern auch jede Menge Hitze für Unmengen von Grillgut entwickelte. Das strahlte vielleicht ab, mein lieber Mann, bei eher kühlen 14 Grad fühlte sich unser Grill-Lok-Konstrukteur bemüssigt, sich seiner Oberkleidung zu entledigen. Und die Atmosphäre rund um das sympathische Herzogtum hat sich um mindestens fünf Grad aufgeheizt.



Bombige Wanderfundstücke, von denen man sich mal eine Scheibe abschneiden könnte, oder um die man einen Haken schlagen sollte – sowie ein Dings

Geschrieben am um 08:45

Gerade wenn bei einer Gruppenwanderung die Stimmung bombig ist, sollte man sich daran erinnern, dass es mal Zeiten gab (vor allem nach dem letzten Weltkrieg), an dem jeder Schritt im Wald ein gewisses Restrisiko beinhaltete.

 

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Diese amerikanische Fliegerbombe traf ich …, nein Quatsch, noch mal. Diese amerikanische Fliegerbombe sah ich bei einer Wanderung oberhalb der Sauer in Luxemburg. Wenn solche Bomben normalerweise in den Medien auftauchen, dann werden zumeist ganze Stadtviertel evakuiert. Hoffen wir mal, dass die luxemburgischen Bombenentschärfer auch ihr Geschäft verstehen, und das Ding am Wanderrastplatz nicht noch scharf ist…

 

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… scharf wie diese Brotschneidemaschine am Neanderlandsteig zwischen Velbert-Nierenhof und Nordrath. Was soll dieses Gesamtkunstwerk dem Wanderfreund sagen? Schärfe Deine Sinne? Von diesem Wanderweg kann man sich mal ‘ne Scheibe abschneiden? Darf’s ein bißchen mehr sein?

Letztes Jahr war es die Weltneuheit, 2015 ist das Ding schon ein wenig abgehangen (sorry für den schwachen Kalauer). Die Rede ist vom “Hiking Hook”, dem Cousin von Captain Hook von der Jolly Roger.

 

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Diesen Wanderhaken soll, kann, muss man mit einem Band an einen x-beliebigen Baum binden, dann kann man seinen Rucksack oder eine Jacke bequem aufhängen. Eher etwas für ordentliche Leute, die ihren Kram auch daheim nicht einfach auf den Fußboden pfeffern. Und dann habe ich noch ein Fundstück, das mir Kai-Uwe, ein in der Schweiz lebender Exil-Saarländer (was es alles gibt!) geschickt hat…

 

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Kai Uwe hat das Dings auf einem Schweizer Flohmarkt erstanden, ganz genau konnte ihm der Verkäufer auch nicht sagen, wie dieses Dings funktioniert, angeblich sei es aber ein Entfernungs-Messgerät für Wanderer. Nun fragt sich Kai-Uwe, und ich frage mich das auch: Aus welchem Jahrhundert ist dieses Dings, wer war der Hersteller, wie benutzt man es genau und vor allem: Warum gehen auf dem großen Rad die Zahlen nur bis 18? Ist das ein Messgerät nur für Wanderer bis zum Erreichen der Volljährigkeit? Oder nur für Touren bis 18 Kilometer? Ich bitte Euch, helft Kai-Uwe und mir: Sachdienliche Hinweise nimmt das Aktenzeichen XY, die örtlichen Polizeidienststellen sowie die Kommentarleiste dieses Blogs entgegen.



Wandern ist eine gute Möglichkeit, zu denken

Geschrieben am um 07:53

Vorgestern blätterte ich im Feuilleton der FAZ und blieb an dieser Überschrift hängen:

 

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“Wandern ist eine gute Möglichkeit, zu denken”. Genau, das sage ich doch schon seit Jahrzehnten. Von wegen den Kopf LEER wandern, man wandert ihn VOLL, denn wie die griechischen Philosophen in ihren Wandelhallen philosophierten, so kann man auch beim Wandern durch Wald und Flur auf die tollsten Ideen kommt. Findet auch “Wanderkünstler” Richard Long, der kürzlich seinen siebzigsten Geburtstag feierte. “Wanderkünstler”, tolle Berufsbezeichung. Ich dachte immer, “Wanderkünstler” seien die Leute, die mit der Staffelei unter dem Arm durch die Fußgängerzonen der Republik ziehen und dort wehrlose Kinder proträtieren. Oder sind “Wanderkünstler” die Künstler, die auch gerne wandern, so wie Markazero??? Nein, es gibt wohl waschechte “Wanderkünstler” wie eben Richard Long, der, nomen est omen, ganz schön lange Strecken für seine Wanderkunstskulpturen gegangen ist. Zum Beispiel ist er mal 1.000 Meilen in 1.000 Stunden gewandert. Und er ist dabei nicht auf Wanderwegen unterwegs gewesen, sondern auf einem von ihm vorbestimmten Muster. Aber bitte schön Herr Long, 1.000 Meilen in 1.000 Stunden, was ist denn das für eine WDG (Wanderdurchschnittsgeschwindigkeit)? Da fallen einem ja die Füße ab vor Langeweile.

 

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Apropos Füße: Noch eine Frage Herr Long: Wenn sie doch so gerne wandernd Kunst machen, wieso tragen Sie dann auf dem Foto in der FAZ ein T-Shirt mit einer Hand drauf? Das hat meines Erachtens weder Hand noch Fuß.

 

Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag nachträglich, lieber Wanderkünstler Richard



Grexit oder nicht Grexit, das ist doch die Frage

Geschrieben am um 07:53

Nun hat man sich “geeinigt” innnerhalb der EU. Aber man wird weiterhin auf alles gefasst sein müsen in Bezug auf Griechenland und seiner neuen Regierung. Was die für tolle Ideen haben, das ist schon erstaunlich! Da merkt man deutlich, dass viele großartige Philosophen früher mal in der Gegend von Athen gewohnt haben. Griechenland gab es in der Antike ja noch nicht. (Man muss zugeben, die deutschen Philosophen waren den Kollegen aus Athen zumindest fußballerisch knapp wegen eines Abseitstores unterlegen, siehe Monty Python).

Ich muss mich aber sehr wundern, dass es den anderen Staaten der EU erst jetzt aufgeht, dass der eine oder andere Grieche eher zur Reformunfähigkeit neigt. Ja was habt ihr denn gedacht? Nehmt doch nur mal die griechische Sprache, das ganze Alphabet sieht ja aus wie eine komplizierte mathematische Gleichung, das kapieren doch nur noch eine Handvoll Altphilologen. Dieses Alphabet hätte man doch schon mal längst reformieren müssen, finde ich.

 

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Letztes Jahr bin ich in Griechenland gewandert. Und da stand ich im Wald vor einem großen Hinweisschild, dass mich durch die Gegend lotsen wollte und sollte. Den Inhalt des Schilds habe ich genauso wenig verstanden wie Schäuble die Vorschläge des griechischen Finanzministers Souflakis versteht.

“3.30” und “5.30”, das habe ich noch lesen können. Und was sollte das heißen? War das die Wegemaut in Euro? Oder in Drachmen? Waren das die Uhrzeiten, zu denen der Grieche an und für sich gerne Siesta macht? Oder sind “3.30” und “5.30” geheime Botschaften, ist es einfach so, dass Griechenland entweder am 30. März oder am 30. Mai aus der Eurozone ausscheidet? Wer kann das schon wissen?

 

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Ich wanderte auf jeden Fall auf einer Art Troikaweg. Es könnte aber auch der Deutschland-Weg gewesen sein. Auf jeden Fall hat man passenderweise auf griechischer Seite ein rotes Tuch als Wegmarkierung ausgesucht. Sehr symbolisch.

Die Rettung kam dann aber beim Belohnungsbier. Endlich Klarheit, endlich habe ich alles verstanden. Fix-Bier, ein Gerstensaft wie eine ganze Nation. Fix gebraut, fix getrunken, fixer Grexit. Bezahlt habe ich noch mit Euro.

 

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DAS ÜBERAUS BELIEBTE ULTIMATIVE ANDRACKBLOG-QUIZ!

Geschrieben am um 07:04

Heute mal wieder das überaus beliebte andrackblog-Quiz. Ob das Quiz wirklich bei Euch beliebt ist, kann ich gar nicht sagen, bei mir selber ist es extrem beliebt, da ich mir zu Fotos, die beim besten Willen in gar keinen Zusammenhang zu bringen sind, noch etwas aus den Fingern saugen kann.

Aber Achtung: Manchmal sind alle Lösungen richtig, manchmal auch keine, manchmal nur eine, manchmal zwei Lösungen. Hört sich kompliziert an? Ist es auch!

Und schon geht es los, was sehen wir hier?

 

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  1. Couchsurfer Horst hat sich verfahren.
  2. Die Beach Boys haben umgesattelt: Wandern statt Surfen.
  3. Mathilde hat ihr Bügelbrett, das noch ein Produkt der VEB Glätten & Bügel aus Chemnitz war, verbotenerweise in einem Tümpel am Hönnetal entsorgt.

Was sehen wir hier?

 

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Markierung für eine Autostraße, die zu einer Praxis für Fußpflege führt

  1. Markierung für einen Weg, auf dem man selbst, quasi autosuggestiv, zu Fuß gehen kann.
  2. Markierung für eine Straße, auf der auch mal ein Auto wandern kann.

 

Und was sehen wir hier?

 

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  1. Den Schneewittchenweg von Mössingen (klar, wegen der Apfelsymbolik!)
  2. Den Paradiesweg von Mössingen (klar, wegen der Apfelsymbolik!)
  3. Den Dreifürstensteig von Mössingen (klar, wegen der Apfelsymbolik! – äh, warum eigentlich?). Denn der Dreifürstensteig von Mössingen, das ist ein Premiumweg, der im Logo nicht etwa drei Fürsten oder meinetwegen drei Kronen führt, sondern einen Apfel. Muss man wohl nicht verstehen.


Paris, Litermont, Nette, Felsenweg

Geschrieben am um 06:57

Wer mich kennt, weiß ich, dass ich ein Faible für leicht obskure Wegweiser und Straßenschilder habe. Also hatte ich großen Spaß an dem Einbahnstrassenschild, dass ich bei einer Wanderung durch Paris sah.

 

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Geile Idee, den weißen Balken wegtragen zu lassen. Dieses Symbol eines totalitären Straßenverkehrsystems zu entfernen, ist ein Akt gelebter Revolution. Und Revolution können die Pariser.

Ein kleiner Sprung ist es von der Metropole an der Seine in’s nördliche Saarland. Und auch dort spielt Haute Couture eine Rolle.

 

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Am Eingangsportal des Litermont-Gipfelpfads ist ein sinnvoller Hinweis angebracht. Bitte nicht High Heels beim Wandern tragen. Aber weil wir ja in Deutschland sind, bleibt es nicht bei einer freundlichen Empfehlung, nein, es wird ein Verbot ausgesprochen. Ich fordere Freiheit für High-Heels-Trägerinnen! Und High-Heels-Träger genauso! Soll doch jeder wandern wie er will. Und die hohen Absätze kann man an den steilen Passagen doch aucb gewinnbringend einsetzen: Als eine Art einzackiges Steigeisen zum Beispiel.

Jetzt aber nach so viel Revolution und Verbot, einfach mal was Nettes:

 

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Die ist so nett die Brücke, die grüßt auch höflich und befördert einen trockenen Fusses von einem zum anderen Ufer, sensationell!

Schließlich noch einen schöner Wegweiser am Startpunkt des Felsenwegs. Eine schöne Anregung für Gemeinden, die gleichzeitig etwas gegen die Kostenexplosion für stationäre Wegweiser und die kommunale Arbeitslosigkeit machen wollen.

 

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Wer glaubt, Wandern ist fade und die Vorstufe zur Rollator-Rallye, muss diesen Blog lesen und wird staunen. Ob Kurioses am Wegesrand, schräge Hinweistafeln, Lebensgefahr am Wanderweg, skurile Wandervögel, betreutes Trinken am Steig, gigantische Aussichten oder extreme Herausforderungen im deutschen Mittelgebirge – bei andrackblog.de gibt es alles über das Thema Wandern. Jede Woche neu, (relativ) aktuell. Die besten Wander-Storys der Welt eben.

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