Das Blog von Manuel Andrack

Wandern, Fußball, Eierkuchen...



Die Traumschleife Mittelrhein Klettersteig

Geschrieben am um 06:36

 

Anfang April war ich auf der Traumschleife Mittelrhein Klettersteig unterwegs. Ein Schwergewicht unter den deutschen Premiumwegen: 86 Punkten vom Deutschen Wabnderinstitut, das ist mal eine Ansage, das ist ein Brett. Erst mal überraschend: Nur 5,1 Kilometer, das wandert man ja in flacherem Geläuf auf der linken Backe in einer knappen Stunde ab. Nicht so beim Mittelrhein Klettersteig, da geht es (fast) nur hinauf und hinter auf schmalen Pfaden, das dauert seine Zeit…

 


… mit Einkehr und einigen Verschnauf-und-Rheinblick-Pausen war ich insgesamt drei Stunden unterwegs. Das Interessante an dieser Traumschleife ist: Es gibt eine wandersportliche und eine klettersportliche Variante. Man kann also ganz „normal“ seine Runde wandern, oder sich für die halsbrecherische Variante entscheiden. Ich habe mir das mal angeguckt…

 


… und dann eingedenk meines Watzmann-Abenteuers entschieden – äh, neeeeiiin. Klar ist es , dass die Traumschleife, wie sich das für einen Premiumweg gehört, optimal und unverlaufbar gekennzeichnet ist. Die Gemeinde hat sogar weder Mühen geschweige denn Kosten gescheut, an besonders unübersichtlichen Stellen lebende Wegweiser aufzustellen. Vorbildlich!!!

 

 

In der Nähe des Engbachtals gibt es eine Wegstelle, wo man (noch) je nach Windrichtung am Besten mit Nasenklammern wandert, denn es geht an der Kläranlage von Boppard entlang, das ist oben rechts im Bild das runde Ding…

 

 

… „noch“ heißt, dass die Anlage bald stillgelegt wird, weil die Abwässer in Zukunft im Nachbarort „Bad Salzig“ geklärt werden. Eine lokale Karnevals-Combo dichtete daraufhin auf die Meldodie von „Mer losse den Dom in Kölle“: „Wir schicken die Scheiße nach Salzig, denn do jehört se hin!“. Das führte zu einem lebenslangen Auftrittsverbot der karnevalistischen Spaßmacher.

Damit man nach dem dreissigsten traumhaften Blick auf Vater Rhein auch WIRKLICH begreift, dass es sich um eine BILDschöne Landschaft handelt, durch die wir da wandern, hat man einen Bilderrahmen vor das Panorama mit der Weinlage „Bopparder Hamm“ platziert. Da können dann alle im Chor ausrufen: „Da hammer einen Hammer-Hamm-Blick gehabt!“

Eine weiteren Hammer-Blick gibt es wenig später am Gedeonseck. Dort stürzen sich lebensmüde Zeitgenossen mit Paraglidern in die Tiefe, nun ja, jedem sein Hobby. Dass das Gedeonseck nicht Gedeonsblick heißt, könnte an dem schrecklichen Gemälde liegen, dass den guten Gedeon hoch zu Ross zeigt.

 


Wenn Sie einem Menschen übelwollen, Schwiegermutter, Chef oder so, dann schenken Sie ihm doch ein exklusives Porträt des Gedeon-Künstlers, der Porträtierte wird nie mehr ein Wort mit Ihnen wechseln. Zwischen dem Gedeonseck und der Seilbahnbergstation entdeckte ich dieses wunderbare Schild …

 

 

… das muss man natürlich erklären, das mit dem Vierseenblick und auch das mit dem „2.Restaurant“: „2.Restaurant“ bedeutet nicht, dass etwa das erste Restaurant besser wäre, sondern, dass erst noch das Restaurant am Gedeonseck kommt, und dann, danach als zweites Restaurant, als übernächstes Restaurant sozusagen, das Restaurant am Vierseenblick. Vom Viersseenblick war ich etwas enttäuscht. Ich hatte gedacht, dass man von dort mindestens Bodensee, Laacher See, die Ostsee und den Baikalsee sehen könnte. Pustekuchen! Nur mühsam und schonend konnte ich die einheimischen Mitwanderer davon überzeugen, dass stets nur und ausschließlich Abschnitte von Vater Rhein zu sehen waren. Und das ist doch ein FLUSS und kein SEE, geschweige denn VIER SEEN!

Ach ja, am Montag nach den Osterferien, den 28. April, wandere ich meine nächste Traumschleife in der Gemeinde Boppard, die Ehrbachklamm. Jeder der mitmöchte, kann mitmachen, Treffpunkt ist um 11.00 am Wanderparkplatz in Oppenhausen.



Geschrieben am um 16:04

 

In Boppard am Mittelrhein tut sich Traumhaftes für alle Wanderer: 2014 wird Wanderdeutschland um sechs Premiumwege reicher – In der Gemeinde Boppard kann man an Rhein und Hunsrück herausragend schön wandern. Ich werde über diese neuen Traumschleifen in den nächsten Monaten in lockerer Folge berichten.

Am vergangenen Sonntag wurde feierlich die Traumschleife “Elfenlay” eröffnet. Der 30. März ist ein sehr mutiger Termin für eine Wanderweg-Eröffnung im deutschen Mittelgebirge, bewegte sich doch die Temperatur im Jahre 2013 um den Gefrierpunkt. Aber 2014 sieht das alles viel besser aus, und so stiefelten mehr als 200 Wandersüchtige die schmalen Pfade hinauf zur Elfenlay.

 


Der namensgebende Lay = Fels war relativ schnell erreicht und alle Mitwanderer wurden mit atemraubenden Blicken über die größte Rheinschleife der Welt belohnt. Meine Kamera hätte eine Breitwand-Cinemascope-Funktion gebraucht, um das Spektakel korrekt abzubilden, na ja, da müsst ihr dann mal selber hinwandern, um das komplette Panorama zu genießen. Ich dachte, da haben wir ja eine schöne Höhe erreicht, so kann es weiter Richtung Hunsrück gehen, aber dann ging es wieder hinunter ins Mühltal auf einen wunderbaren Weg, den Kronprinzenpfad am Mühlbach

 


Das ist eine schöne Geschichte, denn 1904, in dem Jahr, als ein Fußballverein in Gelsenkirchen gegründet wurde, der Name ist mir gerade entfallen, 1904 also fanden die Bopparder, Mensch, unser Pfad soll nicht Trampelpfad oder Mühltalpfad heißen, sondern einen majestätischen Klang haben. Also fragte man hochoffiziell beim Kaiserhaus in Berlin nach, ob der Kronprinz als Pate bereit stünde. Das wurde huldvoll gewährt, und bis heute muss der arme Kronprinz im Mühltal herum geistern, denn er wartet immer noch darauf, Kaiser zu werden, es war ihm bis heute nicht gegönnt.

 


Dann ging es auf dem Elfenlay-Weg wieder steil bergan und auf einem Bergsporn die nächste Überraschung: Ein Schild mit dem Fahrplan der Hunsrückbahn. Klar, man will ja nicht den Zug verpassen, aber auf dem Felsen war weit und breit kein Bahnhof und kein Haltepunkt zu sehen. Dieser Fahrplan ist ein Hinweis auf alle Trainspotter, die nicht verpassen wollen, wie der Zug sich die 328 Höhenmeter von Boppard am Rhein hinauf nach Buchholz im Hunsrück wuchtet.

 

 

Ich hatte Glück, dass eine Hunsrückbahn genau in dem Moment kam, als ich einen perfekten Blick auf den Hubertusviadukt (überall Wanderwege mit Viadukten, erst Altenbeken, dann Boppard!) hatte. Ein majestätischer Anblick, wie dieser lange Lindwurm über die Golden gate Bridge von Boppard gleitet. Der Zugführer hupte noch zweimal, nicht um auf eine Gefahrenstelle hinzuweisen, sondern damit alle auch brav hinschauten und winkten. Zugführer der Hunsrückbahn sind eben auch eitle Menschen und wollen beachtet werden.

Inzwischen hatte ich den größten Teil der Höhenmeter der Traumschleife hinter mich gebracht, und genau auf der Hälfte des Premiumwegs, bei Kilometer 5,2 (nur für die Mathematiker unter uns, die Elfenlay ist exakt 10,4 Kilometer lang), genau bei der Hälfte steht Liesenfelds Hütte. Das ist eine (normalerweise) nicht bewirtschaftete Hütte, wegen der festlichen Eröffnung wurden aber diverse Kaltgetränke angeboten.

 

 

Ich nahm mir ein regionales Bier aus der Stubbi-Flasche, ein Pils von der Koblenzer Brauerei am Königsbach, so viel Werbung muss sein. Das Bier bewahrte mich vor der schlimmsten Unterhopfung. Und weiter ging es über zumeist schmale Pfade durch die Wälder des Hunsrücks, bis der nächste Premiumblick auf den Rhein am Sabelsköpfchen erreicht war.

 

 

So, jetzt kann ich mal zeigen, wie die Rheinschleife weitergeht, man muss also nur das erste und das letzte Bild dieses Blogs zusammen kleben, schon hat man das schönste Bopparder Rheinpanorama. Das allergeilste an dem Tag auf der Elfenlay war aber, als wir in netter Runde im Lokal Schoppenstecher bei Schoppen, Hausmacherschlachtplatte und Rührei (mit und auf Sonderwunsch auch ohne Speck) saßen, dass die Kunde vom 1:0 Sieg der Kölner in München die Runde machte. Endlich hatte mal ein vernünftiger Fußballverein gegen die Bayern gewonnen, also diese Bayern von 1860 München. So wurde der Tag auf der Traumschleife Elfenlay zu einem der schönsten Tage in meinem Leben.



Lieserpfad, je t’aime

Geschrieben am um 20:46

 

Gestern und vorgestern gastierte ich mit meiner Wandershow in der Heidsmühle in Manderscheid. Leider war das Wetter so gut, dass ich mit meiner Tour-Crew nicht die Rock‘n‘Roll-Nummer abgezogen habe (Hotelbar leer trinken, Groupies, Hotelzimmereinrichtung kurz und klein schlagen), nein, ich bin mit meiner Crew natürlich auf dem Lieserpfad gewandert. Meine Crew ist mein Techniker Kai, der sozusagen mein Wander-Azubi ist.

 


Eine kleine Überraschung hatte Heidsmühlen-Chef Tobias (Spitzen-Typ, nicht nur weil er FC-Fan ist) für Kai, die kleine Wandertruppe und mich an der Schutzhütte Weifelsjunk deponiert. Gut versteckt im Laub ein Kasten Vulkan-Bier. Es war erst 10.30, eigentlich heißt es ja, kein Bier vor 12.00, aber irgendwo auf dieser gottverdammten Welt war es doch schon mit Sicherheit zwölf Uhr …

 

 

Zurück zur Heidsmühle ging es dann durch das wunderbare Tal der kleinen Kyll. Wanderglück pur.

 

 

Und in der Heidsmühle – die Mühle heißt Heizmühle, weil man schon bei frostigen Temperaturen im Frühjahr auf der Terrasse unter Heizpilzen sitzen kann – hatte ich dann die große Ehre, mich in‘s Goldene Buch der Stadt Manderscheid (erkennbar an der Goldkante) eintragen zu dürfen.

 

 

Die erste Unterschrift in dem Buch stammt von Wander-Bundespräsident Carl Carstens…

 

 

 

… die letzte (bislang) vom Wander-Andrack. Der Unterschied: Bei mir kann man sicher sein, dass ich nicht in der Partei war.



Wandervögel und Wanderfalken

Geschrieben am um 12:55

Am letzten Sonntag fand in der Südpfalz ein Meilenstein der deutsch-französischen Freundschaft statt: Das erste deutsch-französische Wanderfest in Schönau. Darf man sagen, dass es Kaiserwetter war? Oder ist das entgegen den Regeln der deutsch-französischen Freundschaft? Die Franzosen scheinen es nicht so mit Obrigkeiten und Autoritäten zu haben, denn als mich der deutsche Moderator als “Wanderpapst” in Anführungszeichen ankündigte (wieso eigentlich “Anführungszeichen”???) übersetzte die Übersetzerin das mit “specialiste de randonner”. Wahrscheinlich heißt der Papst in Rom auf französich “specialiste de la Religion”.

 

 

Ich hatte noch am Vortag in der FAZ gelesen, dass auf der Arbeitsebene zwischen dem deutschen Kanzleramt und dem Büro des französischen Präsidenten Funkstille herrschen würde. Kann man da nicht auf der Wanderebene zusammen kommen? Angela Merkel ist doch eine begeisterte Wandererin. Adenauer hat Boccia gespielt, Willy Brandt lauwarm gebadet, Kohl hat seine Kinder auf dem Wolfgangsee rudern lassen und Angie wandert. Und was ist mit Monsieur Hollande, ist der kein “specialiste de randonner”?

Wir wanderten zur Wegelnburg, und da wir uns im Dahner Felsenland befanden, gab es natürlich auch jede Menge Felsen zu bewundern. Wie zum Beispiel den Hirtsfelsen. Wenn man genau hinschaut, entdeckt man eine Menge weißer Streifen. Das ist nicht eine kreative Felsdekoration oder vielmehr doch, denn dafür zeichnen die Wanderfalken verantwortlich, die den Felsen als Heimat betrachten. Die weißen Streifen kennzeichnen die Latrinen der Wanderfalken.

 

 

Die Wanderfalken stehen unter strenger Beobachtung. Auf einer Wiese saß in der prallen Sonne ein NABU-Mitarbeiter und kontrollierte den Stuhlgang der Wanderfalken. Noch viel mehr gab er allerdings darauf acht, dass keine Spitzbuben die Wanderfalken entführen und in (beispielsweise) arabische Länder verkaufen.

 

 

Unsere kleine Wandergruppe hatte einen Wanderführer mit neongrüner Warnjacke dabei. Er passte auf, dass keine Spitzbuben die Wandervögel entführen und in (beispielsweise) arabische Länder verkaufen. So etwas soll tatsächlich schon vorgekommen sein. Zur allgemeinen Erbauung las unsere Wanderführer aus den spannendsten Passagen des Elysee-Vertrags vor. Schade, dass Merkel und Hollande das nicht live miterlebt haben!

 

 



Immer einen Wanderlotsen dabei

Geschrieben am um 11:01

Ich werde oft gefragt, was eigentlich genau zu einer zünftigen Wanderung  gehört. Heute werde ich einige plastische Beispiel geben.

Zunächst gehört zur Motivation für eine Wanderung eine zünftige Volksmusik-Combo. Wenn die Musik schön laut ist, fliehen alle Wanderer und die Wege sind voll.

So eine Volksmusik-Kapelle macht eben müden Wanderern Beine: jeder denkt sich – bloß weg hier.

 

 

Natürlich gehört zu einer schönen Wanderung auch eine tolle Landschaft. See im Vordergrund, Bäume die den Blick einrahmen, eine weite Aussicht. Wie gemalt! So sollte es sein.

 

 

Schön ist immer, etwas von einer Wanderung mitzunehmen, einen bleibenden Eindruck für daheim. Zum Beispiel die Anregung, doch mal ca. 40 Kilo abzuspecken, um auf einer wunderbaren Schaukel mit Höchstgewicht bald wieder schaukeln zu können.

 

 

Höchst brauchbar für eine Wanderung ist auch, einen Wanderlotsen mit passender Kappe in Signal-Orange mitzunehmen. Der kann wunderbar die Übergänge sichern. Und obwohl mein Wanderlotse etwas desorientiert wirkt, hat er seine Sache alles in allem wirklich prima gemacht.

 

 



Weg gesperrt

Geschrieben am um 12:01

Im goldenen Oktober bin ich mit einer größeren Gruppe an der Mosel in der Nähe von Cochem gewandert. Alle freuten sie sich auf den Apollo-Weg, so genannt nicht zu Ehren der amerikanischen Mondexpeditionen, sondern nach einer seltenen Schmetterlingsart. Vorfreude ist die schönste Freude, zuweilen wird diese Vorfreude aber auch jäh enttäuscht.

 

 

Flatterband bis zum Abwinken, dramatische Sekunden, Weg gesperrt, Felssturz, Sondermeldungen im Fernsehen, Live-Schalten zur Mosel, ein “Brennpunkt” nach der Tagesschau. Nichts kann einen Wanderer mehr aus der Bahn werfen als ein gesperrter Wanderweg. Denn ohne einen Wanderweg ist der Wanderer kein Wanderer, sondern ein Blöd-in-der-Gegend-Herumsteher.

Alle waren ratlos, wie auf einem Bildzeugnis zu sehen ist, dass ich hier  exklusiv zeigen möchte.

 

 

Im Hintergrund die mächtige Reichsburg von Cochem, im Mittelgrund Weinberge, im Vordergrund die Wandergruppe, die meisten schauen desorientiert in alle Himmelsrichtungen und scheinen nach einer Wegalternative zu suchen. Im Vordergrund rechts eine Frau in grüner Jacke. Sie schaut verzweifelt, entsetzt, besorgt, betroffen. Wird es die Wanderführerin in der fliederfarbigen Jacke neben ihr schaffen? Sie hat ihr Handy gezückt und telefoniert mit der NASA, dem CIA oder der nationalen Katastrophenyentrale für gesperrte Wanderwege. Das ernüchternde Ergebnis des Telefonats: Umwege, 80 Prozent auf Asphalt wandern und klingelnden Radfahrern ausweichen. Da habe ich mich nach der Wanderung so richtig auf mein luxuriöses Bett und den Mittagsschlaf auf der MS Mondigliani gefreut.

 



Wandern ist gefährlich

Geschrieben am um 06:43

Bergsteigen ist gefährlich, das weiß ich spätestens seit meinem Watzmann-Abenteuer. Aber Wandern kann auch gefährlich sein, aber Hallo! Das habe ich zuletzt auf dem Streuobstwiesenweg erfahren. Es KANN gefährlich sein, MUSS nicht.

Fangen wir bei den Hunden an. Die haben mich wieder angekläfft (hinter dem Zaun), abgeleckt (an den Händen), angesprungen. Hunde scheinen auch Frühlingsgefühle zu haben.

Und dann das AKW am Rhein! Das war 1987 zwar nur für ein dreiviertel Jahr am Netz. Aber lagern da nicht noch radioaktive Abfälle? Kann das nicht in die Luft fliegen, von Terroristen zerbombt werden? Wer weiß das schon, bei Atomkraft kann man sich nie SICHER sein!!!

Und dann diese Tongruben! Früher als Discotheken bekannt! GEFAHR, GEFAHR, GEFAHR!

Aber das wirklich Gefährlichste, das einem auf einem Wanderweg passieren kann, das ULTRAGEFÄHRLICHSTE sozusagen, das ist Folgendes: Mit akuter Legasthenie von einem Graffiti auf einer Wanderhütte angesteckt zu werden. Wenn selbst Fans der GUANO APES nicht wissen, wie man das richtig schreibt. Apse, muss ich mir merken…

1600 Guano Apse



Kein Traumpfad – leider

Geschrieben am um 20:54

Die Traumpfade an Rhein, Mosel und in der Eifel sind in wenigen Jahren eine überaus erfolgreiche Wandernarke in Deutschland geworden. Super professionelles Marketing, ein unschlagbar guter Internet-Auftritt und natürlich – das A und O: Topwege. Bei dem Traumpfaden hat man wirklich darauf geschaut, dass nur top bewertete Wege zu dem Traumpfaden zählen. Darf man sich normalerweise schon ab 35 Punkte (die das Wanderinstitut vergibt) als Tagestour Premiumweg nennen, muss ein Traumpfad mindestens 50 Punkte erreichen. Das hat nicht das Wanderinstitut entschieden, das ist eine selbst gelegte Latte der Traumpfade-Touristiker.

Nun hat aber die Region Weißenthurm gemault, auch einen Traumpfad haben zu wollen, und man hätte doch diese tollen Streuobstwiesen bei Mülheim-Kärlich.

 

Bingo, schon entstand der Streuobstwiesenweg. Tragisch nur, dass es der Weg in der Zertifizierung “nur” 45 Punkte erreichte. Eigentlich ein ordentliches Ergebnis, ein klarer Premiumweg, aber eben kein Traumpfad. So muss der Streuobstwiesenweg auf der Übersichtskarte der Traumpfade und im Internet-Auftritt ein Schwarzer-Schaf-Aschenputtel-Dasein fristen. Schade. Wenn man den Weg im Frühjahr wandert, kann man solche tolle Blüten sehen:

 

Das ist doch alleine 480 Blütenpunkte wert! Ich frage mich, ist die Blütenpracht überhaupt mitbewertet worden? Nun gut, man sieht des öfteren das alte AKW am Rhein, aber das wird ja bald gesprengt. Und in der Praxis sieht es nun mal so aus, dass der Weg extrem gut von den Wanderern angenommen wird. Ich wanderte dort an einem Mittwoch im April und zählte an einem Nachmittag 89 Wanderer, die mir entgegen kamen. Das ist ein unglaublicher Spitzenwert. Und alle fanden, trotz AKW: Kärlich is herrlich

Deshalb fordere ich: Macht den Streuobstwiesenweg zum Traumpfad. Er hat es verdient!



Immer falsch gewandert?

Geschrieben am um 21:53

Manchmal nervt es echt. Man hat einen wunderschöne Wanderung hinter sich, ist von einem Ortskundigen begleitet worden. Man ist voll des Lobes über Aussichten, Wiesengründe, die erlebte Natur im Speziellen und auch im Besonderen. Aber dann kommt das große ABER. “Aber,” sagt dann nämlich der Ortskundige, “aber Sie müssen mal im (wahlweise) April/Mai/Juni/Oktober/Dezember wieder kommen, wenn die (wahlweise) Orchideen, Kirschbäume, Sumpfdotterblumen oder auch einfach das Marzipan blüht. Mensch, denkt man sich dann, was bin ich nur für ein Trottel, dass ich IMMER, aber auch wirklich IMMER zur falschen Jahreszeit auf diesen Wegen unterwegs bin. Aber am 11. APRIL bin ich zur richtigen Zeit gewandert.

 

Streuobstwiesenweg am Rhein in Mülheim-Kärlich. Den Weg sollte man nun wirklich wandern, wenn die Tausenden Obstbäume, Apfel- ,Kirsch-, Holunderbäumen blühen. Man müsste schon ein Herz aus Stein haben, das nicht wunder- wunderschön zu finden. Ich habe überhaupt nicht gewusst, dass die Gegend nördlich von Koblenz eine solche Obstgegend ist. Und sie beschäftigt die Menschen – ich sah Obstbauern, die eifrig an den blühenden Bäumen herum schnitten und Zeugs auf die Blüten spritzten. Wahrscheinlich alles total ökologisch, ist doch logisch. Außerdem hat man in dieser Region ein Faible für Weidenbäume und Weiden, blöd nur, wenn der Weidenkorb erstens zu groß geraten ist und zweitens dann auch noch kaputt ist. Kinder, so geht das aber nicht!

 

Man könnte jetzt natürlich denken, Mist, wenn ich zum Streuobstwiesenweg fahre, ist bestimmt  alles verblüht. Aber keine Angst, zur Zeit ist es ja wieder etwas kühler und wechselhaft geworden, die Bäume haben noch nicht ihre volle Blütenpracht erreicht. Lassen Sie alles stehen und liegen und fahren sie nach Mülheim-Kärlich, übrigens auch gut mit dem Bus 357 aus Richtung Neuwied und Koblenz zu erreichen, wochentags halbstündlich angebunden, einfach Kärlich Kirche aussteigen und dann über die Blütenstraße und “Im grünen Meer” (sind das nicht tolle Straßennamen?)zum Streuobstwiesenweg wandern.

 

Alles traumhaft, eigentlich. Aber warum der Streuobstwiesenweg trotzdem kein Traumpfad ist, aber einer sein sollte, dazu bald mehr an gleicher Stelle.

 



Highlights auf dem Pfälzer Höhenweg – Teil 3

Geschrieben am um 08:38

Frühjahrszeit, Krötenwanderung-Zeit. Kennt man ja. Ich hatte schon viel über Krötenwanderungen gehört, nun wurde ich auf dem Pfälzer Höhenweg Zeuge, wie so etwas vor sich geht. Drei, vier Kröten krabbelten über den breiten Wanderweg, und kopulierten dabei, als gäbe es kein Morgen mehr. Eine veritable Swinger-Party auf dem Pfälzer Höhenweg! Ich persönlich finde es bedenklich und jugendgefährdend, was Kröten unter “Wandern” verstehen. Wenn sich diese Begriffsverirrung auch bei den Menschen durchsetzt, wird der Satz: “Schatz, ich gehe jetzt Wandern” leicht missverständlich.

 

 

Der Mann, der sich auf den Wanderweg warf um die Kröten zu filmen, ist Kameramann beim SWR.

 

 

Dieser Sender zeigte am Montagabend einen heißen und schmutzigen Film über Krötenwanderungen. Bitte? Ach, doch nicht, sorry. Nein, eigentlich drehte der SWR einen Film über den Wanderauftakt auf dem Pfälzer Höhenweg (Zu sehen in der Mediathek des SWR). Alle Wanderer wurden nach ihren Wanderfrühlingsgefühlen befragt. Um die Wandergruppe schön ins Bild zu bringen, wurden die Leute vom SWR manchmal ungemütlich und scheuten sich auch nicht davor, teilweise unseren Wanderführer, den großartigen O. Denzer, zu entmachten. “Stop!”, “Halt”, “Jetzt bitte”, so hallten die Kommandos wie in Hollywood durch den Wald, denn so ein Kameramann geht nicht nur vor Kröten in die Knie, sondern braucht für die schönsten Kamera-Einstellungen jede Menge Zeit. So ging natürlich der Wanderfluss der Truppe verloren. Kommentar einer Mitwandererin: “Echt nevvisch!”

 



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