Wander-Blog von Manuel Andrack

Die besten Wander-Storys der Welt



Wie man auf ehrliche Weise beim Wandern Geld verdienen kann

Geschrieben am um 06:51

Wandergeschichtlich gesehen war der Wanderer nicht unbedingt mit Reichtum gesegnet. Wohlhabende reisten per Kutsche oder Pferd, das Fußvolk (sic!) war auf Schusters Rappen unterwegs. Das hat sich in den letzten Jahrzehnten entscheidend geändert: Mittlerweile wissen die Touristiker: Wanderer sind superreich und anspruchsvoll. Trotzdem kann es in Zeiten der Eurokrise nicht schaden, sich über alternative Verdienstmöglichkeiten, die quasi am Wegesrand liegen, Gedanken zu machen.

 

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Erste Möglichkeit: Golfbälle suchen, reinigen und weiterverkaufen. Ich las kürzlich, dass es professionelle Golfballtaucher gibt, die in den Teichen der Golfanlagen tauchen und mit den recycelten Bällen gutes Geld verdienen. Auf dem Neanderlandsteig zwischen Ratingen und Homberg geht man an zwei Golfplätzen vorbei. Da kann man die Tauchausrüstung daheim lassen, man muss sich nur links und rechts des Weges auf eine lustige Eier- äh Golfballsuche begeben. Und ein wenig Fleiß vorausgesetzt, steht dem Reichtum nichts mehr im Wege.

 

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Wir sehen auf diesem Foto, wie ein Neanderlandsteig-Läufer eine neue Markierung anbringen muss. Immer wieder werden leider auf allen Wanderwegen der Republik Markierungen entfernt. Nun hörte ich, dass das beileibe kein Lausbubenstreich ist – der Markierungsklau ist eine Straftat und kostet bis zu 50.000 Euro! Da muss man sich nur noch zum Wanderwege-Sherlock ausbilden lassen, die Übeltäter überführen und das Strafgeld kassieren, schon ist man ein gemachter Mann.

 

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Wer lieber kreativ sein Geld verdienen möchte, kann die Landesbühne in der Nähe des Hönnetals an der Sauerland-Wanderroute nutzen. Man kann dort wahlweise Shakespeare, Boulevardtheater oder Kasperle zum besten geben, das Wanderpublikum wird glücklich sein und einiges an Eintrittsgeld springen lassen – so werden Sie reich als Intendant ihrer eigenen Waldbühne.

Das waren nur drei Möglichkeiten, beim Wandern Geld zu verdienen. Meistens allerdings reicht es, beim Wandern reich an Erfahrungen zu werden, das ist dann auch okay.



Bierbrunnen und Krimwandern

Geschrieben am um 07:17

Am vergangenen Wochenende war ich, wie eigentlich immer in den letzten Jahren, auf der Wandermesse Tour Natur in Düsseldorf und habe Euch die neusten Wandertrends mitgebracht. Am Stand von Bad Peterstal-Griesbach präsentierte mit Premiumwege-Enthusiast Axel Singer seinen gepimpten Wiesensteig.

 

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Ich war sehr beeindruckt, hatte ich doch schon ab und an von Wasserbrunnen gehört, auch Schnapsbrunnen waren mir auf dem Peterstaler Schwarzwaldsteig schon begegnet. Aber Wein- und Bierbrunnen, das hört sich ja wirklich wie das wahr gewordene Paradies an. Nur konsequent, dass die Brunnen geographische Ziele wie Berggipfel und Aussichtspunkte als Anhaltspunkte abgelöst haben. „Schatz, noch 6,2 Kilometer bis zum Bierbrunnen“, das sind doch klare Motivationshilfen.

Am Sonntag verließ ich kurz das hektische Messetreiben und habe den letzten Abschnitt des Neanderlandsteigs zwischen Ratingen und Erkrath eröffnet. In Gut Höhne, einer edlen Restauration vor den Toren Mettmanns, durften wir auf einer Wiese eine Vesper-Rast machen.

 

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Der mitwandernde Landrat des Kreises Mettmann wies mich darauf hin, dass auf diesem Rasen dereinst ein veritabler Fußballplatz existierte, auf dem unter anderem die argentinische Nationalmannschaft bei der WM 1974 trainierte. So gingen die Gouchos, die Gouchos gingen so…

Erstmals auf der Messe waren meine lieben Wanderfreunde aus Dänemark und Frankreich, Lis und Armand.

 

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Gut gelaunt präsentierten Sie die Leading Quality Trails, die Qualitätswege des europäischen Wanderverbands. Lis ist ja eine international sehr engagierte Wanderfunktionärin, immer auf der Suche nach europäischen Ländern, die sich dem europäischen Wanderverein anschließen. Mit ihrem bezaubernden dänischen Dialekt erzählte sie mir, es sei ja so “sss-ade”, aber die Ukraine wäre kurz vor der Krise kurz davor gewesen, dem Europäischen Wanderverband beizutreten. Jetzt würde daraus wahrscheinlich nichts mehr. Man müsse wissen, so Lis, “auf der Krim sss-um Beispiel, da gibt es sss-uper markierte Wanderwege.” Jetzt wundert mich auch nicht, warum dort die Russen so zügig einmarschieren konnten. Und ich glaube, die rote Armee hätte sich auch sehr über Wein-, Bier- und Schnapsbrunnen am Wegesrand gefreut. Nastrowje!



Der fünfte Wanderbahnhof in NRW

Geschrieben am um 11:17

Ein rundes Jubiläum im größten deutschen Bundesland: Zum fünften Mal schon wurde der wanderbarste Bahnhof des Landes ausgezeichnet. In diesem Jahr konnte der Bahnhof von Schladern an der Sieg die Ehrung entgegen nehmen.

 

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Auf dieser Panoramaaufnahme von Schladern kann man den Bahnhof (ganz in Rot) etwas rechts vom Bildzentrum hervorragend erkennen. Traditionell eröffnete ich den Wanderbahnhof mit den Gewinnern von “wunderbar wanderbar” und dem Verkehrsminister von NRW, Herrn Groschek. Herr Groschek ist immer froh, es mal nicht mit kaputten Autobahn-Brücken zu tun zu haben, sondern mit hervorragenden Wanderwegen. Und der Verkehrsminister erfreute sich am Highlight von Schladern, den Niagara-Fällen der Region.

 

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Beim Siegwasserfall von Schladern handelt es sich angeblich um den breitesten und höchsten Wasserfall von, Trommelwirbel – - – NRW. Kann das wirklich stimmen?

Aber der Sieg-Wasserfall ist nur einer von sehr vielen Highlights des Mäanderwegs rund um Schladern. Ein anderes ist die Burg Windeck. Die größte Sensation aber ist die Super-Super-Gulaschsuppe des Cafés am Fuße der Burg.

 

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Mir wurde aber nicht klar, ob die Gulaschsuppe so super ist, oder alleine die Tatsache, dass es überhaupt dort etwas zu essen gibt. Wirklich phantastisches Essen gab es dann aber zum Abschluss der Wandertour im Biergarten “Elmore”. Ein höchst alternatives Unternehmen mit selbst gemauertem Holzbackofen und vielen vegetarischen Spezialitäten. Unter anderem: “Gemüsesticks mit Dinkelkräckern” sowie “Gemüsedings mit Curryzeugs (voll veggie)”.

 

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Auch im Elmore war der Minister und seine Familie übrigens noch dabei – keine Selbstverständlichkeit, lassen sich doch hochrangige Politiker bei einer solchen Wanderung gerne mal, nachdem die Pressefotos gemacht sind, von ihrem Chauffeur abholen. Oder sie sind gänzlich am Wandertag “verhindert”. Nicht so Wanderminister Groschek, der schon seit drei Jahren mitwandert, Chapeau!



Geburtenhain, spielende Tiere und was 1933 geschah – Neues vom Neanderlandsteig

Geschrieben am um 07:01

In diesem Jahr wird der Neanderlandsteig vollendet, die letzten sechs Etappen im Norden des Kreises Mettmann werden fertig markiert und eröffnet (nächste Eröffnung am 7. September von Homberg nach Erkrath). Hier ein paar Impressionen von den neuen Wegabschnitten.

 

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Nördlich von Heiligenhaus verläuft der Neanderlandsteig im Rinderbachtal und dort sah ich an einer Holzbrücke ein Megaphon aus Metall für die Aktion: „Was-ich-meinem-Bach-schon-immer-mal-sagen-wollte“ Natürlich habe ich das direkt probiert und in einer Art Urschreitherapie mal alles rausgelassen, was ich dem Rinderbach immer schon sagen wollte. Das hat vielleicht gut getan, das war irgendwie befreiend…

 

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Den sogenannten Geburtenhain habe ich kurz hinter Velbert gesehen. Auf dieser Wiese haben aller Wahrscheinlichkeit nach in vergangenen Zeiten (1970er oder 1980er Jahre) alle Schwangeren von Velbert kurz vor der Niederkunft gezeltet, um auf dem Hain ihre Kinder zu bekommen. Der struppige Rasen sah nicht so aus, als wenn diese Tradition Bestand haben würde.

 

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Kurz vor Selbeck, einem Ortsteil von Mülheim an der Ruhr, sah ich an einem Bauernhof dieses Schild. Wie ist das zu verstehen, so im Sinne eines Warnschildes vor dem bissigen Hund, der nur spielen will? Sollte man Angst haben oder bekommen vor den Kindern und Tieren? Nun, so alt wie das Schild ist, sind ja zumindest die Kinder schon eher aus dem Haus, aber vielleicht gibt es ja auf dem Hof immer noch (Skat) spielende Tiere.

 

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Sehr schön auch auf dem Waldlehrpfad im Düsseldorfer Stadtwald, diese dicke Holzscheibe. Alle wichtigen Daten zwischen 1910 (da wurde der Baum gepflanzt) und 1999 (da wurde er gefällt) waren vorhanden:

1945 – Ende des 2. Weltkriegs,

1961 – Bau der Berliner Mauer,

1969 – Mondlandung.

Und 1933? Man denkt, ja klar, Machtergreifung der Na… – ach ne, wenn man genauer hinschaut steht dort: “1933: Fortuna wird Deutscher Meister” Was man alles auf dem Neanderlandsteig lernen kann!!!



Wander-Comedy-Fans-Wanderung auf dem Kölnpfad mit falschem Pilz

Geschrieben am um 08:00

Am 10. April durfte ich Premiere feiern: erstmals bin ich mit einer kleinen Wandertruppe direkt zu einem Auftritt meiner Wandershow marschiert. Nachdem mir klar geworden war, dass der Auftrittsort Eltzhof am Schloss Wahn DIREKT am Kölnpfad liegt, war der Plan geboren: Wir treffen uns um 15:00 an der Endhaltestelle der Linie 9 und wandern durch Königsforst und Wahner Heide bis zum Auftrittsort, dann ein paar Zwischenbiere und als Sahnehäubchen die Wandercomedy…

 


Die Wandertruppe war super drauf und sehr fit, ein Stundenschnitt von fünf Kilometer ist für eine 16-köpfige Gruppe mehr als ordentlich. Als Leitwolf auf diesem Bildausschnitt ist ein lieber Wanderfreund zu sehen, der auch ab und an Kommentare in diesem Blog postet, aber unter Pseudonym, welches ich an dieser Stelle natürlich keinesfalls lüften möchte.

Der hervorragende Schnitt wurde durch zwei Faktoren begünstigt: Zum einen waren einige Herren in der Wandertruppe ziemlich schnell ziemlich unterhopft. Hallo Markus, hallo Stephan! Die haben dann ziemlich am Horn gezogen. Zum zweiten ist der Kölnpfad generell und speziell zwischen Königsforst und Wahn topfflach, keine Steigungen, niederrheinische Tiefebene…

 


Nun ist der Kölnpfad, Rundweg um Köln, nicht der schönste Wanderweg des Rheinlands (zu laut, zu viel Asphalt, zu viele breite Wege), aber der Abschnitt zwischen Königsforst und Wahn hat doch einige hübsche Passagen zu bieten, am besten haben uns die netten Pfade im Grengeler Park gefallen, ein kleiner Weiher, ein nettes Bächlein. Und die beiden einheimischen Mitwandererinnen waren ganz stolz, ihren Grengeler Wetterpilz zu zeigen (Gruß an Wetterpilzexperte Klaus Herda, der auch in der Wandershow war!):

 


Aaaaber: wir mussten die Damen enttäuschen, das ist natürlich kein richtiger Wetterpilz, denn ein richtiger Wetterpilz hat nur EINEN Fuß, seit wann hat ein Pilz VIER Beine? Na also. Das Ding im Grengeler Park erinnerte eher an ein Monster aus dem Krieg der Welten, einen Kampfpilz auf vier Beinen.

 

Apropos Kampfpilz. (ganz weit oben auf der Liste der absolut sinnfreien Überleitungen): Besucht doch bitte mal den Blog meines Sponsors:

 

Blogger schenken Lesefreude!

http://www.fiftyfive.eu/blog/blogger-schenken-lesefreude-fifty-five-macht-mit/

 



Wandern, Fliegen und der Viadukt

Geschrieben am um 06:53

Der Wanderer liebt die Natur und wenn es nach den Wünschen des Wanderers günge, könnte ihm die Zivilisation gestohlen bleiben, alles sollte möglichst schön naturnah sein. Aber manchmal ist es doch reizvoll, sich Gebäude (siehe Burgen) oder technische Errungenschaften beim Wandern anzuschauen. Zu einiger Bekanntheit und Beliebtheit hat es ja in den letzten Jahren der Viadukt-Wanderweg von Altenbeken gebracht. Ein zertifizierter Rundwanderweg mit dem mächtigen Viadukt von Altenbeken im Mittelpunkt.

 


Sensationell ist die Terrasse am Wanderweg mit Ausblick und Rastmöglichkeit – ein Paradies für Trainspotter. Hier kann man die Stulle auspacken und den Zügen zuschauen, manchmal ist sogar ein ICE darunter. Apropos Butter Brot auspacken und Zugfahren – Was ist eigentlich aus der berühmten Bahn-Brotzeit  geworden? Früher sah man immer ältere Herrschaften, die, kaum dass sie ihren Platz eingenommen hatten, Brote, hartgekochte Eier und Salzstreuer auspackten. Habe ich lange nicht mehr gesehen. Ist das etwas mittlerweile verboten?

 

 

Klar ist aber auch, der Viadukt ist vom Wanderweg aus gesehen spannender als vom Zug aus. Denn wenn man im Zug sitzt, kann man nur schlecht einen Blick auf das erhaschen, über das man gerade fährt. Nur ein winziger Blick war mir bei der Rückfahrt auf den Viadukt vergönnt.

 

 

Im Düsseldorfer Stadtwald, an einer zukünftigen Etappe des Neanderlandsteigs, gibt es einige Bänke, die Richtung Zaun aufgestellt sind. Zunächst denkt man, wer setzt sich denn da schon hin. Nun, es gibt ja nicht nur Trainspotter, sondern auch Planespotter, und hinter dem Zaun beginnt die Landebahn des Düsseldorfer Flughafens.

 

 

Ich fand das wirklich spannend, beim Wandern die großen Vögel bei der Landung zu beobachten, wesentlich spannender zumindest als den roten Milanen, Bussarden und Krähen hinterher zu schauen. Der eindeutige Vorteil gegenüber der Ornithologie besteht nun einmal darin, dass man nicht lange über die Artbestimmung rätseln muss: Es ist groß auf das Flugzeugheck gepinselt, ob der Vogel auf den Namen Air Berlin, Lufthansa oder Turkish Airlines hört.



Achtung Forstarbeiten!

Geschrieben am um 10:54

Jeder Wanderer kennt das: Ein rot-weißes Flatterband ist quer über den Wanderweg gespannt und versperrt den Weg. Mit Totenköpfen wird dringend gewarnt, diesen Weg weiter zu benutzen. Meistens ein doppeltes Ärgernis: Denn erstens ist zumeist keine Alternativroute ausgeschildert und zweitens ist es oft offensichtlich, dass gar keine Forstarbeiten stattfinden. Diese Tätigkeiten sind nun mal nicht gerade sehr geräuscharm. Daher dachte ich auch, als ich den Holzlaster auf meinem Wanderweg 10a des Eifelvereins des Eifelvereins sah, Hut ab, da wird ja endlich mal richtig geschafft im Wald.

 

 

Nerviges rot-weißes Flatterband gab es auch nicht, man hat doch Augen und Ohren im Kopf. Und es wurde gesägt, das war lautstark zu vernehmen. Nun gut, als ich einige Bäume quer über diesen Hauptwanderweg des Eifelvereins liegen sah, da habe ich doch einen kleinen Bogen durch‘s Unterholz gemacht, schließlich wandert man ja gewöhnlich nicht mit Sicherheitshelm.

 

 

Das letzte, was ich dann noch hörte, war ein leichtes Knacken hinter mir. Im Umdrehen konnte ich gerade noch diesen Dokumentarfilm drehen. Gut, dass keine Wandertruppe hinter mir hergegangen ist. Dann doch lieber Flatterband….

 



Mein schönstes Wetterpilz-Erlebnis

Geschrieben am um 07:21

Mann, bin ich stolz. Kennt ihr die Homepage www.wetterpilze.de ? Ein absolut großartiges, abseitiges Hobby, Wetterpilze in ganz Deutschland zu suchen, zu sammeln und zu katalogisieren. Vor einiger Zeit hatte mich der Wetterpilze-Guru Klaus Herda gebeten, bei meinen Wanderungen Ausschau zu halten nach neuen Wetterpilzen für seine Sammlung. Vier Stück, alle an NRW-Wanderwegen, habe ich nun eingeschickt, und siehe da, alle waren bisher unbekannt.

 


Zum Beispiel dieser Wetterpilz am Ehmsenweg des SGV oberhalb der Ruhr (am Eichholzviertel von Arnsberg) Unfassbar ist, wie Klaus Herda launig, lyrisch und liebevoll diesen Wetterpilz beschreibt:

 Auch wenn sein Dach etwas “pappig” wirkt, so ist seine Form doch atemberaubend. An die Jugendstil-Architektur erinnernd findet sich hier einer der seltenen Wetterpilze mit steilem Spitz-Hut. Und nicht genug mit dieser Besonderheit. Auch sein Stamm ist -vielleicht weltweit- einzigartig. Sind die Stämme der meisten Wetterpilze aus massivem Holz oder gelegentlich auch aus einem Rohr gebaut, so nährt sich die Stabilität dieses Kunstwerkes aus kreuzartig angelegten Brettern, die sich im Ganzen nach unten hin sanft verschlanken und damit der Form des Spitzhutes eine kapriziöse Dynamik und Energie verleiht.

 Wow. Kapriziös, weltweit einzigartig, atemberaubend, da habe ich ja ein echtes Wetterpilze-Juwel entdeckt.

 

 

Und dann fand ich noch dieses Exemplar am Neanderlandsteig in der Nähe des Engelberger Hofs von Solingen. Und Herda entdeckt wieder den Goethe in sich.

Durch seine Formführung wirkt er wie von der japanischen Origami-Kunst des Papierfaltens inspiriert. Auch sein Spiegelbild im Teich strahlt Leichtigkeit aus. Dabei ist er ein wahres Schwergewicht mit mächtigem Rumpf und stolzem Hut, auf dem eine Spitze aus Metall erhaben thront. Das ist der majestätischste und erhabenste [Wetterpilz der Gegend]

Also, immer daran denken, neue Wetterpilze an www.wetterpilze.de melden.



Kippenberger: Alkoholfolter

Geschrieben am um 09:56

Heute mal kurz etwas zum Thema Kunstmarkt und Heimatkunde. In der aktuellen ZEIT vom 28.11. las ich einen Artikel von Nina Pauer mit dem Titel „Wir nennen es Bier“. Berichtet wurde über ein Readymade des genialen Martin Kippenberger, von Freunden, Sammlern und Pseudo-Kennern auch zärtlich Kippi genannt.

 

 

Wir sehen eine Dose Schlösser Alt vor Einführung des Dosenpfands in einem Plastikgebinde, anscheinend handelt es sich um die letzte Dose Bier, die anderen sind weg, leer, getrunken.

Das Kunstwerk von 1989 ist aktuell beim Auktionshaus Van Ham zu ersteigern, Schätzpreis 1.800 bis 2.400 Euro. Nur Kunstbanausen und alkoholabstinente Spaßbremsen können das überteuert finden. Alleine der geniale Titel ALKOHOLFOLTER ist das Geld wert.

Nun eiert Frau Pauer in dem Artikel herum, diesem Titel Bedeutung zu schenken: Warum nur „Alkoholfolter“, rätselt sie so vor sich hin. Ist es eine „humoristische Arbeit zur kleinbürgerlichen Lebenswelt“? Oder ist „das Dosenbier die Antithese zur Schankstube, mit ihm ist man sofort sehr allein“? Hübsch formuliert, aber haarscharf daneben. Oder, mutmaßt Frau Pauer, ist „es ein kritisches Selbstbildnis von Kippenberger über seine eigene Neigung zum Alkohol“? Nun, da kommen wir der Sache schon näher. Aber Kippi war ja nicht nur Künstler und Trinker, sondern auch KÖLNER! Und für den Kölner besteht die Folter nicht darin, dass Dosenbier einsam macht oder leider nur noch eine Dose des Sechsergebindes übrig ist, sondern die ALKOHOLFOLTER besteht natürlich eindeutig darin, dass in der Dose ALTBIER abgefüllt wurde, und dann auch noch SCHLÖSSER ALT. Das ist wahre ALKOHOLFOLTER! Amnesty International, übernehmen Sie!



Ahrquellenhausen und Qualitätspfade

Geschrieben am um 06:35

 

Einen der absoluten Höhepunkte des Ahrsteigs erlebt man an Kilometer Null des neuen Weitwanderwegs: Die Ahrquelle. In den traumhaft romantische Gassen des Eifelstädtchens Blankenheim geht man in eine Sackgasse und dann ist sie nicht zu verfehlen – Die Quelle der Ahr, eingefasst in eine Steinmauer. Es ist ungewöhnlich, dass sich eine Quelle mitten in einem Ort befindet. Normalerweise findet man Quellgebiete eher in unwegsamen Gebirgsregionen. In Blankenheim scheint es allerdings so, als ob der ganze Ort rund um die Quelle entstanden wäre. Korrekterweise müsste die kleine Stadt dann aber eigentlich Ahrquellenheim oder Ahrquellenhausen heißen.

 

 

Ich stehe ja total auf geheimnisvolle, volkstümliche Gedichte wie dieses an der Ahrquelle:

 

Aus jähem Felsen silberhell

Entspringt die Ahr in vierfachem Quell

Durch Wiesen hinab, von Wäldern gekühlt

Zu Bergen voll Reben mit funkelndem Wein

Grüss Welle, in der die Forelle gespielt

Uns Altenahr Du und den Vater Rhein.

 

Wir lernen: Es gibt eigentlich vier Quellen. Es stellen sich aber auch Fragen: Rätselhaft ist beispielsweise, warum die Spielerei der Forellen in der Vergangenheitsform gehalten ist, wahrscheinlich ist davon auszugehen, dass die Ahr forellenfrei ist. Und warum wird nur Altenahr gegrüßt und nicht Schuld, Adenau, Ahrbrück, oder Bad Neuenahr? Hä, hallo? Voll ungerecht!

 

Der Ahrsteig ist ja jüngst als Qualitätsweg vom Deutschen Wanderverband zertifiziert worden. Für höchste Qualität spricht, dass man zwar auf der ersten Etappe fast drei Kilometer auf einem asphaltiertem Radweg wandert, aber immerhin ist die linke Seite als schmaler Asphaltpfad gekennzeichnet. Schmaler Pfad = Höchster Wandergenuss, diese Rechnung geht voll auf.


Wer glaubt, Wandern ist fade und die Vorstufe zur Rollator-Rallye, muss diesen Blog lesen und wird staunen. Ob Kurioses am Wegesrand, schräge Hinweistafeln, Lebensgefahr am Wanderweg, skurile Wandervögel, betreutes Trinken am Steig, gigantische Aussichten oder extreme Herausforderungen im deutschen Mittelgebirge – bei andrackblog.de gibt es alles über das Thema Wandern. Jede Woche neu, (relativ) aktuell. Die besten Wander-Storys der Welt eben.

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