Wander-Blog von Manuel Andrack

Die besten Wander-Storys der Welt




Hoyers 238 Kilometer und mein Scheitern, Teil III

Geschrieben am um 06:16

Heute dritter und letzter Teil meiner Neanderlandsteig-Trilogie. Nicht ganz so dramatisch wie Winnetou III, ich gebe es zu. Mein Scheitern habe ich ja schon letzte Woche ausgiebig gefeiert. Aber nun gilt es die Leistung einer der der größten Wandersportler aller Zeiten zu feiern. Thorsten the Hoyer. Unglaublich dieser Mann. Er möchte nicht “Extremwanderer” genannt werden. Klar, ist ja auch alles im normalen Bereich, was der Bursche abflaniert. Nennen wir ihn also: “Giga-Wanderer”

 

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Aber selbst Giga-Wanderer müssen mal pumpen. Wie hier, sechs Kilometer vor dem Ziel in Erkrath. 232 Kilometer geschafft, da tun die Beine weh. Hinsetzen mochte sich Hoyer nicht, das wäre tödlich gewesen. Also weiter, quäl Dich Du Sau…

 

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Hier Hoyer (rechts) auf den letzten Metern. Neben ihm (links) Marion. Marion ist nun wirklich eine Extrem-Wandererin, nach sieben 200-Kilometer-Märschen, unzähligen 100-Kilometer-Märschen, nach vielen Schwächephasen (normalerweise “wandert” sie am liebsten auf Asphalt) hat sie sich immer auf Hoyers Fersen geheftet und auch die 238 Kilometer gemeistert. Respekt!

 

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Und dann hat er ihn, den WM-Pokal!!! Ach so, doch nur ein Hefeweizen. Aber das war auf der Strecke immer Hoyers Hauptproblem. Kondition? Alles fit! Tun die Beine weh? Ach wo! Und was ist mit der Unterhopfung? Keine Ironie in Hoyers Blick: Mein wirklich größtes Problem…

 

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Und dann gab es noch die “Trophy”. Die offizielle Er-hat-tatsächlich-die-verdammten-238-Kilometer-geschafft-Trophäe. Das war leider nicht eingraviert. Sondern die Umrisse des italienischen Stiefels, so der gar nicht so schlechte Witz des stellvertretenden Landrats, der die Trophäe an Thorsten Hoyer übergab. Nein, es sind natürlich die Umrisse des Neanderlands, die komplette Wegstrecke, die Hoyer gemeistert hat. Ein Wander-Weltrekord im Kreis Mettmann. Ich verneige mich …



Hoyers 238 Kilometer und mein Scheitern, Teil II

Geschrieben am um 07:11

Thorsten Hoyer war 238 Kilometer nonstop auf dem Neanderlandsteig unterwegs. Da konnte ich den Armen ja nicht komplett alleine lassen. Die Älteren unter Euch werden sich wahrscheinlich noch an meine 82 Kilometer-Wanderung mit Hoyer im Westerwald erinnern. Ausführlich dokumentiert in meinem letzten Wanderbuch. Mein Fazit damals: Na ja, 82 Kilometer sind eigentlich Kindergeburtstag, auf jeden Fall hatte ich danach keine Blase, keine Muskel- und Gelenkschmerzen. Aaaaber, die Nacht durchwandern ist für mich ein totales No Go. Also machte ich im letzten Absatz des Hoyer-Kapitels den kühnen Vorschlag: So eine Strecke könnte man ja auch an einem der längsten Tage des Jahres im Hellen wandern, ohne auf Hoyers blöde Stirnlampe angewiesen zu sein. Und ein neuer Rekord müsste doch eigentlich her, also sollte ich mindestens 83 Kilometer schaffen…

 

Und so startete ich am Samstag, 13. Juni, um 4:00 in der Dämmerung in Velbert, stoße zu Hoyer, der schon 88 Kilometer und eine durchwanderte Nacht in den Beinen hat. Ich mache für Hoyer ein wenig den Hasen, die Tempo-Lokomotive, ich bin ja noch frisch. Nur ein kleiner Schauer bei Kilometer 33 (dokumentiert durch Hoyers kreatives Regenjacken-Arrangement im letzten Blogeintrag) als Hindernis war zu verzeichnen. Na und? Und bei Kilometer 49 dann noch ein erfrischende Taufe…

 

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… mit Düsselwasser. Info für alle Nörgler und Zweifler: Hat gar nicht weh getan. Genau so wenig, wie ein Altbier zu trinken. Nur alte Männer wie Pur-Sänger Campino pflegen noch diese ranzige Köln-Düsseldorf-Rivalität. Aber irgendetwas scheint mit diesem Düsselwasser doch nicht gestimmt zu haben. Denn ab Kilometer 53, ab Gruiten Bahnhof, habe ich massiv angefangen zu schwächeln. Kondition war in Ordnung, aber jeder Schritt hat geschmerzt. Denn: Wie ein totaler Wanderdilettant habe ich für diese Mörder-Tour keine Ersatz-Socken und keine Blasenpflaster mitgenommen. Aaaaaarghhh! Erst haben mir die noch vom Schauer nassen Socken die Blasen beschert, die ohne Blasenpflaster sich mit jedem Schritt zu Kopfkissengröße aufpumpten. Was soll ich sagen, bei 64 Kilometer war Schluss mit lustig…

 

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Und wenn man denkt, die Blamage, die Erniedrigung könnte nicht größer gewesen sein, wartet dann noch ein Neanderlandsteig-Besenwagen, in den man wie ein willenloser Ork einsteigt, und Foto-Opfer von irgendwelchen Leser-Reportern wird. Peinlich.

 

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Nun ja, zuletzt hat Harald Martenstein im ZEIT Magazin eine schönen Satz zitiert: “Von Deinen Erfolgen wollen nur Deine Eltern etwas hören, alle anderen interessieren sich für Deine Misserfolge.”



Hoyers 238 Kilometer und mein Scheitern, Teil I

Geschrieben am um 07:23

Heute starte ich eine Trilogie: Drei Blogeinträge über ein einmaliges Experiment. Eine Trilogie, die vom Spannungsfaktor knapp an „Winnetou I – III“ und an „Die Wanderhure teil 1 – 3“ heranreicht. Es geht um das Experiment: Schafft es mein Wanderkumpel Thorsten Hoyer, die 238 Kilometer auf dem Neanderlandsteig Non-Stop zu gehen? Ohne Schlaf, nur kurze Pausen. Um es vorwegzunehmen: Er hat es geschafft. So sah er zum Start aus…

 

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… unternehmungslustig nimmt er noch einen aufmunternden Schluck und freut sich auf die 226 Kilometer, die vor ihm liegen …

Und hier am Ende der Tour: Ausgepumpt, am Ende der Kräfte, hofft er das im Outback des Kreises Mettmann irgendwann noch mal ein Bus kommt …

 

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In Wirklichkeit war es genau umgekehrt. Kurz nach dem Start hat sich Thorsten kurz hingesetzt, am Ende der Strecke, nach 57 Stunden, musste er alle paar Meter Flüssigkeit zu sich nehmen.

Ich bin einige Kilometer an der Seite von Thorsten gewandert (dazu nächste Woche mehr), daher konnte ich beobachten, dass er mindestens 200 Kilometer ein absolut vorbildlicher Wanderprofi war…

 

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Er ging voran, hatte eine beeindruckende Tempokonstanz. Thorsten nahm immer wieder die Hände hoch an den Rucksackgurt, um nicht dicke Finger (wegen des Blutstaus) zu bekommen, etwas, dass mir bei längeren Wanderungen immer wieder passiert. Außerdem hatte er seine blaues Handtuch immer griffbereit, um sich den Schweiß von der Stirn zu wischen. Das Beste aber: Zogen sich bei unserer Wanderung mal die Wolken zusammen, konnte er immer exakt das Wetter prognostizieren. “Das wird schon nicht regnen…”

 

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… na ja, nicht jeder ist ein Kachelmann. Übrigens ist weder der Reißverschluss seiner Regenjacke kaputt gewesen, noch ist seine Jacke im Regen geschrumpft, nein – Hoyer ist eben ein Meister seines Fachs – er hat mit der Regenjacke zugleich seinen Rucksack bedeckt.

 

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Aber nicht für diesen Trick gibt es hier Applaus, sondern für die 150, die 150 Kilometer, die Hoyer zu diesem Zeitpunkt erreicht hatte. Mangels Arena-Publikum klatschten die Mitwanderer. Und was ich mir vorgenommen hatte auf dem Neanderlandsteig, davon berichte ich nächste Woche …

 



XXL-Wandern in Höxter

Geschrieben am um 07:45

Höxter ist meines Erachtens die einzige deutsche Stadt mit einem “X” im amtlichen Auto-Kennzeichen. HX. Außer, äh, Cuxhaven natürlich. Und Buxtehude. Und Xanten. Egal.

Ansonsten ist Höxter weltberühmt für Spitzen-Wanderwege! Glaubt ihr nicht? Aber Hallo, es geht schon mal los mit dem …

 

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… WBK Rundwanderweg Große Runde. Das ist vielleicht eine große Runde!!! WBK steht nicht für “Wanderer betreiben Krafttraining”, nein, WBK steht für “Weser Bergland Klinik”. Und die “große Runde” besteht aus einem ungefähr 700 Meter langen Rundweg mit Blick auf die Weser, der genügend Bänke und Aschenbecher für alle rauchenden Patienten der Klinik vorrätig hat. Aber kaum ist man runter von der Großen Runde der WBK, muss man ganz schön leise sein, denn man wandert auf dem…

 

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… pssst! Leider hat man das den LKW-Fahrern auf der Bundesstraße im Wesertal nicht gesagt. Und auch nicht den zahlreichen Piepmätzen, die laut trillernd den Frühling begrüßen. Und dann führe ich auch noch wirre Selbstgespräche! Soll das etwa der Weg der Stille sein?

Es kommt aber noch besser, denn wandernd oberhalb von Höxter sehe ich auch dieses Schild:

 

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Ein Weintraubenweg an der Weser. Hintergrund ist ein historischer, denn unweit von Höxter gab es das Kloster Corvey. Und was wäre der Mönch an sich ohne Alkohol? Also brauchte man auch in Corvey einen Weinberg. Aber das Experiment wurde schon vor 300 Jahren wieder aufgegeben – zu viele Mißernten. Aber man könnte ja diese Idee wieder aufnehmen: Weser-Wein aus Höxter, eine tolle Marktlücke!

Dann wollte ich nach meiner Wanderung – wenn denn schon keinen Weser-Wein – wenigstens eine zünftige Hopfenkaltschale zu mir nehmen und fand im Zentrum von Höxter eine Unzahl zauberhafter Renaissance-Häuser, unter anderem die Stadtschenke. Leider handelte es sich um die ehemalige Stadtschenke, denn statt einem kühlen Blonden bekommt man dort alles, was das Geiz-ist-geil-Herz begehrt.

 

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Mäc Geiz statt Stadtschenke, das ist echt bitter!



Wander-Familien-Feier am Dortmund-Ems-Kanal

Geschrieben am um 08:40

Es ist ja ein gängiges Klischee, dass Familienfeiern blöd, langweilig, öde seien. Das muss ja nicht sein. Erstens kann sich ja vielleicht herausstellen, dass die Cousine/Schwägerin/Tante gar nicht mal soooo übel aussieht. Zweitens gibt es im Zweifelsfall eine leckere Verpflegung. Und drittens mal, solle es ja auch schon Familienmitglieder gegeben haben, die durchaus nett sind.

So ist das auch bei meiner kleinen andrackblog-Familie. Vielleicht ist Euch ja schon aufgefallen, dass die Herren Hintermstoaner und Markazero sehr fleißig schon viele intelligente und lustige Kommentare zu meinen Posts geschrieben haben. Ende April nun trafen wir uns zu einer Familienwanderung auf dem Bervergener Pätken.

 

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Um das Inkognito von Hintermstoaner und Markazero zu wahren, verrate ich nicht, wer von den Dreien wer ist. Ich bin doch nicht die Wander-NSA. Jetzt sagen aber aufmerksame Leser von andrackblog.de: Bevergern? Schon wieder? Da haben wir am 17. April doch schon was drüber gelesen! Ist der Andrack da jetzt hingezogen? Fast. Also ich bin da nicht hingezogen, aber es zieht mich imemr wieder dorthin. Und besonders stolz bin ich, dass ich (als Ortfremder) einen herrlichen Zuweg zu diesem Premiumweg zum Hörsteler Bahnhof entdeckt habe, der jetzt auch ausgewiesen ist:

 

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Intern wird dieser (fast premiumtaugliche) Zuweg “Andrack-Zuweg” genannt. Habe ich mir sagen lassen. Um aber noch mal auf die Wanderung mit Hintermstoaner und Markazero zurück zu kommen: Nachdem wir in einer sehr großen Gruppe (weit über 100 Leute) die mörderischen sieben Kilometer geschafft hatten, war natürlich noch eine kleine Einkehr eingeplant. Während meine Blog kommentierenden Freunde sich einen zünftigen halben Liter Andechs vom Fass genehmigten, habe ich einen Pfefferminztee mit Honig bevorzugt. Wer mich kennt, weiß, dass ich gehopfte Getränke prinzipiell für masslos überschätzt halte.

 

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Übrigens: Gleich könnt Ihr die Kommentare von Hintermstoaner und Markazero gleich hier drunter lesen. Viel Spaß dabei und bis zur nächste Wander-Familienfeier. Vielleicht trinke ich dann ausnahmsweise doch ein Bier mit, mal schaun…

 



Wahrlich, ich sage Euch, auf der Teutoschleife “Bevergerner Pätken”, da kann man Zeichen sehen

Geschrieben am um 08:43

Ich bin Kölner. Im Schatten des Doms aufgewachsen. Katholisch-Sein quasi mit Muttermilch aufgesogen. Und dann kann es passieren, dass man Zeichen sieht, am Wegesrand, beim Wandern. Denn wahrlich, ich sage Euch, ich war im Auftrag von NRW Busse und Bahnen (der neue Wanderfolder 2015 ist bereits erschienen) unterwegs im Kreis Steinfurt, genauer auf der Teutoschleife “Bevergerner Pätken”. Losgelaufen bin ich am Bahnhof Hörstel und auf den Weg nach Bevergern kam ich an einem Zentrum, vorbei, einem Fastenzentrum.

 

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Über den Zusammenhang von Kalorienverbrauch beim Wandern und beim Sex lasse ich mich ja ausführlich in meiner Wandershow aus. Alles so weit klar. Aber was haben die Samariter mit Fasten zu tun? Ich dachte immer, diese Samariter wären St.Martins-mäßig die großen Verteiler gewesen. Also quasi eher die, die Essen herschaffen als es weg zu nehmen. Verkehrte Welt in Hörstel.

Wenige hundert Meter später komme ich an dieser Straße vorbei:

 

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Ist doch irre, da ist man schon ziemlich rumgekommen in der Welt, aber ich wusste tatsächlich nicht, dass der Hügel Golgotha, sozusagen die Endstation des Herrn, am Ortsrand von Hörstel liegt. Wahnsinn!

Und dann habe ich schließlich Bevergern erreicht und auch den touristischen Hotspot des Ortes, das Nasse Dreieck, erwandert. Die Stelle, an der der Mittellandkanal in den Dortmund-Ems-Kanal mündet, wird nämlich das Nasse Dreieck genannt.

 

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Eine Brücke führt hinüber, über diesen Dortmund-Ems-Kanal. Und auch das war doch wieder ein Zeichen: Das Dreieck steht für die Heilige Dreifaltigkeit, und das Wasser, ich meine WASSER, Hallo? ER ist doch über Wasser gegangen! Ein wirklich wunderlicher, wunderbarer, wundervoller, wanderbarer Wandertag. Für Kurzentschlossene: Am Sonntag, 19.4. werde ich eine öffentliche Wanderung auf dem Bervergerner Pätken begleiten. Start: 11:00. Ihr seid herzlich eingeladen!



Heissa, der neue NRW-Folder “Wunderbar Wanderbar” ist da – und vielleicht werdet ihr alle schweinereich!

Geschrieben am um 06:40

Ein Highlight wie Weihnachten, Ostern und Silvester zusammen ist jedes Jahr das Erscheinen des Busse-und-Bahnen-in-NRW-Hefts “Wunderbar Wanderbar” mit acht knackigen Touren, ausgesucht und abgewandert von Eurem Lieblingsblogger. Um die Vorfreude ein wenig zu steigern, möchte ich Euch in kleinen Häppchen schon mal diverse Highlights meiner NRW-Touren 2015 präsentieren.

 

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Fangen wir mal mit dem Kaiser an. Viele sind ja mit diesem und jenem in unserem Land unzufrieden, aber höchst selten hört man auf Demos mittlerweile die Rufe “Wir wollen unseren alten Kaiser Wilhelm wiederham”. Schade eigentlich. Das Kaiser-Wilhelm-Denkmal auf der Hohensyburg oberhalb der Ruhr (am Ruhrhöhenweg) ist klasse. Wilhelm Eins hoch zu Ross galoppiert in die Ruhr, großes Kino. Immerhin hat er da oben eine schöne Sicht.

Auch der Wanderer genießt den Blick über die Ruhr und auf die Lennemündung.

 

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Aber man sieht noch viel mehr auf der anderen Ruhrseite, das wird auf einer Panortamatafel erklärt. Da wäre der Klöckner Stahlhandel, der Fernmeldeturm Riegerberg, die Müllverbrennungsanlage Hagen, die Kläranlage Hagen-Kabel, eine Papierfabrik, die katholische Kirche Christ König in Hagen, der Steinbruch Donnerkuhle, die Autobahn A1 “Ruhrtangente”. Beeindruckend, alles touristische Hot-Spots. Man kann sich einfachg nicht satt sehen.

 

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Auf dem Ruhrhöhenweg geht es weiter vorbei am Vincketurm, der mich sehr an den Richmodisturm am Kölner Neumarkt erinnert. Nur ohne Pferde.

Und dann kommt man an Deutschlands angeblich erfolgreichster Spielbank vorbei, der Spielbank Hohensyburg. Höchstgewinne sind garantiert!

 

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Und was soll ich sagen, als ich nach zweieinhalb Stunden aus der Spielbank heraus geschlendert bin, hatte ich gerollte Geldbündel in der Tasche. Alles auf die „23“ – und gewonnen! Ich hätte das Geld für meine Alterssicherung anlegen können. Pustekuchen, viel zu langweilig, keine Zinsen. Nein, ich habe vor der Spielbank mein Traumauto gesehen und das direkt gekauft.

 

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Wandern war gestern, rosa Limousine fahren ist angesagt!



Das Nationalparktor ist erstklassig

Geschrieben am um 07:35

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Dieses Banner sah ich zuletzt im Zentrum von Paderborn, der einzigen Stadt in NRW (außer Blankenheim, aber ist das eine Stadt???), in der ein weltbekannter Fluß entspringt: Die Pader. 4,4 Kilometer “lang”, Zufluss der Lippe. (Warum eigentlich heißt Blankenheim nicht Ahrborn? – Klares Versagen der Stadt-Marketing-Abteilung).

Aber ich wollte auf was ganz anderes raus. Liebe Paderborner, dieses Banner, das ihr im Stadtzentrum angebracht habt, ist das wirklich so schlau? Zum einen geht doch ruckizucki die Frauenministerin Scheswig auf die Barrikaden, wenn ihr die Frauenquote nicht erfüllt. Denn: Was heißt hier “Auf gehts JUNGS”? Was ist denn bitte schön mit den Mädels/Mädchen/Girls von Paderborn? Gelten die etwa nichts, sind die im kreuzkatholischen Paderborn am Herd festgekettet? Da würde ich mal gleichberechtigungsmäßig aufpassen, liebe Paderborner.

Und diese Internetadresse, liebe Paderborner, ist die nicht total gefährlich? Was wäre denn, also, ist natürlich toootal unwahrscheinlich, aber nur mal angenommen, zu den bisherigen 24 Punkten kämen bis zum 34. Spieltag nicht mehr allzuviele dazu. Beantragt ihr dann eine neue URL? www.paderborn-ist-zweitklassig.de? Oder www.paderborn-ist-leider-abgestiegen.de? Oder paderborn-weint.de???

Bleiben wir beim Thema Fußball. Auf dem Eifelsteig bei Monschau sah ich kürzlich dieses Tor:
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Zu Eurer Beruhigung: Das ist nicht das Nationalpark-Tor, das richtige Nationalpark-Tor ist eher eine Ausstellungshalle, also quasi “Tor” eher im übertragenen Sinne, nicht so was zum Durchgehen. Im eigentlichen Nationalparktor ist eine Dauerausstellung untergebracht zu Flora und Fauna der Eifel, alles sehr sehr modern-didaktisch-pädagogisch perfekt inszeniert. So kann man eine Fuchszunge und Fuchszähne befühlen.

 

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Trotzdem gibt es eben “Am Nationalpark-Tor” ein regelrechtes Tor. Eben das Tor mit der Aufschrift: „Am Nationalpark-Tor“. Das Tor ist derart hoch, dass ich es bei Spielen des 1.FC Köln gerne dem gegnerischen Torwart zur Verfügung stellen würde. Und für Poldi wäre so ein Tor auch eine schöne Sache – dann würde er bestimmt bei jedem fünften Schußversuch netzen…



Eine militaristische Spurensuche auf unseren heimischen Wanderwegen

Geschrieben am um 06:01

Es ist todtraurig. 100 Jahre nach dem Ersten und 70 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg, nachdem man lange Jahre kriegerische Konflikte auf europäischem Boden nahezu ausgeschlossen hatte, ist es nun doch seit letztem Jahr so, dass ein veritabler Krieg in der Ostukraine stattfindet. Aber nicht nur dort, nein, auch auf unseren schönen deutschen Wanderwegen beobachte ich eine zunehmende Militarisierung. Ich war geradezu geschockt, als ich auf dem Premiumweg “Nette Seen” am Niederrhein diesen Menschen im Kampfanzug sah:

 

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Dieser Militarist war bewaffnet mit einem Zwischending aus Kalaschnikow und Fernrohr. Ich war beunruhigt. War das ein holländischer Separatist, der die Gegend um Mönchengladbach wieder dem niederländischen Reich einverleiben will? Nicht dass es schade drum wäre, aber immerhin dürfte dann der in MG ansässige Fußballverein nicht mehr gegen den 1. FC Köln und den SC Paderborn antreten, sondern müsste sich mit Zwolle und Deventer herumschlagen. Und natürlich mit Ajax Amsterdam. Alles nur Gedankenspiele, hoffen wir mal, dass die Maas-Schwalm-Nette-Region nicht zur Krim Nordrhein-Westfalens wird.

Der Niederrhein, eine militarisierte Sonderzone, ein Einzelfall? Weit gefehlt. Der Neanderlandsteig im Kreis Mettmann mutiert immer mehr zum Vietnam des Rheinlands.

 

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Mir war gar nicht klar, dass die Abtsküche, ein Teich im Norden von Heiligenhaus, zum Aufmarschgebiet der US-Flotte gehört. Ein internationales Krisengebiet scheint das zu sein, wenn dort schon die US-Marines rumschippern. Sehr lässig schippern die da herum, das muss man schon sagen. Hoffentlich hat Putin das noch nicht mitgekriegt, sonst schickt der direkt die Schwarzmeerflotte nach Heiligenhaus.

Bei so viel Aufrüstung, bei so Militär, da liegt es naturgemäß nahe, auch die Sanitätskompanien aufzurüsten. Denn wo Schwerverwundete zu erwarten sind, da muss man eben präpariert sein. Einen “Sanni” (“Sanni” ist nicht zu verwechseln, mit “Sahni”, das war der erste Bassist von “Die Ärzte”) der Truppe sah ich letztes Jahr bei einer Wanderung im Sauerland.

 

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Was der an Medikamenten alles mitgeschleppt hat! Das langte ja locker für die medizinische Versorgung in zehn Präventivkriegen. Ich kann Euch aber versichern, an der sauerländischen Front bei Sundern ist alle ruhig beblieben, der “Sanni” wurde nicht benötigt. Nichts Neues im Westen. Gott sei Dank.



Bergische 100!

Geschrieben am um 08:57

Seit kurzem bin ich Markenbotschafter (tolles Wort, oder? Hört sich doch besser an als “der Andrack macht jetzt Werbung für XY”) ich bin also Markenbotschafter für die “Bergische 100″. Auf der Internetpräsenz der Aktion kann man sich genau informieren, worum es geht. Brauche ich also nicht noch mal alles zu referieren.

Um was es bei der “Bergischen 100″ geht, erschliesst sich auch sofort, wenn Ihr Euch die Bilder (Slideshow heißt das im Internet-Relativ-Neu-Sprech) auf der Homepage der “Bergischen 100″ anschaut. Bild 1:

 

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Die Botschaft ist klar: Die 100 Kilometer der “Bergischen 100″ auf einen Streich zu erwandern, ist sozusagen kinderleicht. Erst bei Kilometer 96 oder 97 werden die geschätzt 12jährige Tochter und der 8jährige Sohn anfangen zu maulen: “Wie weit ist es denn noch? Ich habe Hunger, Durst, meine Beine tun weh…” Aber ab Kilometer ist es gar nicht mehr soweit. Und die Notverpflegung läuft ja an der Leine mit…

Oder haben die “Bergische 100″ eine ganz andere Bedeutung? Schauen wir uns mal Bild Nummer Zwei an:

 

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Die vier jungen, super-hippen Menschen auf diesem Bild scheinen auf den ersten Blick noch zu überlegen, ob sie überhaupt loslaufen sollen. “Da könnten ja unsere super-schicken Wollmützen, gehäkelt aus hautfreundlichem BIO-Alpaca, verrutschen”, sagen die beiden weiblichen Super-Models. “Und wer ist das überhaupt, dieser Typ, der ‘Wandern’ heißt?” Aber der Zeige-Mann rechts mit dem Alm-Öhi-Gedächtnis-Bart antwortet geduldig: “Keine Hektik, liebe Schnecken, wir müssen uns bei dieser Aktion keinen Meter vorwärts bewegen. Da wir alle zusammen genau 100 Jahre alt sind, erfüllen wir alle Bedingungen der “Bergischen 100″. Sozusagen aus dem Stand.”

Am realistischsten stellt Bild Nummer Vier (Bild Nummer Drei zeigt nur olle, miefige Wanderschuhe) die Herausforderungen der “Bergischen 100″:

 

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Denn auf diesem Foto wird klar, worum es geht. Man wandert und wandert und wandert, aber es gibt nur Hinweisschilder mit einer 100 darauf, also hat man immer wieder 100 Kilometer vor sich. Sysiphos-Wandern Hilfsbegriff. Ich freue mich drauf…


Wer glaubt, Wandern ist fade und die Vorstufe zur Rollator-Rallye, muss diesen Blog lesen und wird staunen. Ob Kurioses am Wegesrand, schräge Hinweistafeln, Lebensgefahr am Wanderweg, skurile Wandervögel, betreutes Trinken am Steig, gigantische Aussichten oder extreme Herausforderungen im deutschen Mittelgebirge – bei andrackblog.de gibt es alles über das Thema Wandern. Jede Woche neu, (relativ) aktuell. Die besten Wander-Storys der Welt eben.

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