Wander-Blog von Manuel Andrack

Die besten Wander-Storys der Welt




Wahrlich, ich sage Euch, auf der Teutoschleife “Bevergerner Pätken”, da kann man Zeichen sehen

Geschrieben am um 08:43

Ich bin Kölner. Im Schatten des Doms aufgewachsen. Katholisch-Sein quasi mit Muttermilch aufgesogen. Und dann kann es passieren, dass man Zeichen sieht, am Wegesrand, beim Wandern. Denn wahrlich, ich sage Euch, ich war im Auftrag von NRW Busse und Bahnen (der neue Wanderfolder 2015 ist bereits erschienen) unterwegs im Kreis Steinfurt, genauer auf der Teutoschleife “Bevergerner Pätken”. Losgelaufen bin ich am Bahnhof Hörstel und auf den Weg nach Bevergern kam ich an einem Zentrum, vorbei, einem Fastenzentrum.

 

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Über den Zusammenhang von Kalorienverbrauch beim Wandern und beim Sex lasse ich mich ja ausführlich in meiner Wandershow aus. Alles so weit klar. Aber was haben die Samariter mit Fasten zu tun? Ich dachte immer, diese Samariter wären St.Martins-mäßig die großen Verteiler gewesen. Also quasi eher die, die Essen herschaffen als es weg zu nehmen. Verkehrte Welt in Hörstel.

Wenige hundert Meter später komme ich an dieser Straße vorbei:

 

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Ist doch irre, da ist man schon ziemlich rumgekommen in der Welt, aber ich wusste tatsächlich nicht, dass der Hügel Golgotha, sozusagen die Endstation des Herrn, am Ortsrand von Hörstel liegt. Wahnsinn!

Und dann habe ich schließlich Bevergern erreicht und auch den touristischen Hotspot des Ortes, das Nasse Dreieck, erwandert. Die Stelle, an der der Mittellandkanal in den Dortmund-Ems-Kanal mündet, wird nämlich das Nasse Dreieck genannt.

 

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Eine Brücke führt hinüber, über diesen Dortmund-Ems-Kanal. Und auch das war doch wieder ein Zeichen: Das Dreieck steht für die Heilige Dreifaltigkeit, und das Wasser, ich meine WASSER, Hallo? ER ist doch über Wasser gegangen! Ein wirklich wunderlicher, wunderbarer, wundervoller, wanderbarer Wandertag. Für Kurzentschlossene: Am Sonntag, 19.4. werde ich eine öffentliche Wanderung auf dem Bervergerner Pätken begleiten. Start: 11:00. Ihr seid herzlich eingeladen!



Heissa, der neue NRW-Folder “Wunderbar Wanderbar” ist da – und vielleicht werdet ihr alle schweinereich!

Geschrieben am um 06:40

Ein Highlight wie Weihnachten, Ostern und Silvester zusammen ist jedes Jahr das Erscheinen des Busse-und-Bahnen-in-NRW-Hefts “Wunderbar Wanderbar” mit acht knackigen Touren, ausgesucht und abgewandert von Eurem Lieblingsblogger. Um die Vorfreude ein wenig zu steigern, möchte ich Euch in kleinen Häppchen schon mal diverse Highlights meiner NRW-Touren 2015 präsentieren.

 

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Fangen wir mal mit dem Kaiser an. Viele sind ja mit diesem und jenem in unserem Land unzufrieden, aber höchst selten hört man auf Demos mittlerweile die Rufe “Wir wollen unseren alten Kaiser Wilhelm wiederham”. Schade eigentlich. Das Kaiser-Wilhelm-Denkmal auf der Hohensyburg oberhalb der Ruhr (am Ruhrhöhenweg) ist klasse. Wilhelm Eins hoch zu Ross galoppiert in die Ruhr, großes Kino. Immerhin hat er da oben eine schöne Sicht.

Auch der Wanderer genießt den Blick über die Ruhr und auf die Lennemündung.

 

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Aber man sieht noch viel mehr auf der anderen Ruhrseite, das wird auf einer Panortamatafel erklärt. Da wäre der Klöckner Stahlhandel, der Fernmeldeturm Riegerberg, die Müllverbrennungsanlage Hagen, die Kläranlage Hagen-Kabel, eine Papierfabrik, die katholische Kirche Christ König in Hagen, der Steinbruch Donnerkuhle, die Autobahn A1 “Ruhrtangente”. Beeindruckend, alles touristische Hot-Spots. Man kann sich einfachg nicht satt sehen.

 

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Auf dem Ruhrhöhenweg geht es weiter vorbei am Vincketurm, der mich sehr an den Richmodisturm am Kölner Neumarkt erinnert. Nur ohne Pferde.

Und dann kommt man an Deutschlands angeblich erfolgreichster Spielbank vorbei, der Spielbank Hohensyburg. Höchstgewinne sind garantiert!

 

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Und was soll ich sagen, als ich nach zweieinhalb Stunden aus der Spielbank heraus geschlendert bin, hatte ich gerollte Geldbündel in der Tasche. Alles auf die „23“ – und gewonnen! Ich hätte das Geld für meine Alterssicherung anlegen können. Pustekuchen, viel zu langweilig, keine Zinsen. Nein, ich habe vor der Spielbank mein Traumauto gesehen und das direkt gekauft.

 

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Wandern war gestern, rosa Limousine fahren ist angesagt!



Das Nationalparktor ist erstklassig

Geschrieben am um 07:35

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Dieses Banner sah ich zuletzt im Zentrum von Paderborn, der einzigen Stadt in NRW (außer Blankenheim, aber ist das eine Stadt???), in der ein weltbekannter Fluß entspringt: Die Pader. 4,4 Kilometer “lang”, Zufluss der Lippe. (Warum eigentlich heißt Blankenheim nicht Ahrborn? – Klares Versagen der Stadt-Marketing-Abteilung).

Aber ich wollte auf was ganz anderes raus. Liebe Paderborner, dieses Banner, das ihr im Stadtzentrum angebracht habt, ist das wirklich so schlau? Zum einen geht doch ruckizucki die Frauenministerin Scheswig auf die Barrikaden, wenn ihr die Frauenquote nicht erfüllt. Denn: Was heißt hier “Auf gehts JUNGS”? Was ist denn bitte schön mit den Mädels/Mädchen/Girls von Paderborn? Gelten die etwa nichts, sind die im kreuzkatholischen Paderborn am Herd festgekettet? Da würde ich mal gleichberechtigungsmäßig aufpassen, liebe Paderborner.

Und diese Internetadresse, liebe Paderborner, ist die nicht total gefährlich? Was wäre denn, also, ist natürlich toootal unwahrscheinlich, aber nur mal angenommen, zu den bisherigen 24 Punkten kämen bis zum 34. Spieltag nicht mehr allzuviele dazu. Beantragt ihr dann eine neue URL? www.paderborn-ist-zweitklassig.de? Oder www.paderborn-ist-leider-abgestiegen.de? Oder paderborn-weint.de???

Bleiben wir beim Thema Fußball. Auf dem Eifelsteig bei Monschau sah ich kürzlich dieses Tor:
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Zu Eurer Beruhigung: Das ist nicht das Nationalpark-Tor, das richtige Nationalpark-Tor ist eher eine Ausstellungshalle, also quasi “Tor” eher im übertragenen Sinne, nicht so was zum Durchgehen. Im eigentlichen Nationalparktor ist eine Dauerausstellung untergebracht zu Flora und Fauna der Eifel, alles sehr sehr modern-didaktisch-pädagogisch perfekt inszeniert. So kann man eine Fuchszunge und Fuchszähne befühlen.

 

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Trotzdem gibt es eben “Am Nationalpark-Tor” ein regelrechtes Tor. Eben das Tor mit der Aufschrift: „Am Nationalpark-Tor“. Das Tor ist derart hoch, dass ich es bei Spielen des 1.FC Köln gerne dem gegnerischen Torwart zur Verfügung stellen würde. Und für Poldi wäre so ein Tor auch eine schöne Sache – dann würde er bestimmt bei jedem fünften Schußversuch netzen…



Eine militaristische Spurensuche auf unseren heimischen Wanderwegen

Geschrieben am um 06:01

Es ist todtraurig. 100 Jahre nach dem Ersten und 70 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg, nachdem man lange Jahre kriegerische Konflikte auf europäischem Boden nahezu ausgeschlossen hatte, ist es nun doch seit letztem Jahr so, dass ein veritabler Krieg in der Ostukraine stattfindet. Aber nicht nur dort, nein, auch auf unseren schönen deutschen Wanderwegen beobachte ich eine zunehmende Militarisierung. Ich war geradezu geschockt, als ich auf dem Premiumweg “Nette Seen” am Niederrhein diesen Menschen im Kampfanzug sah:

 

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Dieser Militarist war bewaffnet mit einem Zwischending aus Kalaschnikow und Fernrohr. Ich war beunruhigt. War das ein holländischer Separatist, der die Gegend um Mönchengladbach wieder dem niederländischen Reich einverleiben will? Nicht dass es schade drum wäre, aber immerhin dürfte dann der in MG ansässige Fußballverein nicht mehr gegen den 1. FC Köln und den SC Paderborn antreten, sondern müsste sich mit Zwolle und Deventer herumschlagen. Und natürlich mit Ajax Amsterdam. Alles nur Gedankenspiele, hoffen wir mal, dass die Maas-Schwalm-Nette-Region nicht zur Krim Nordrhein-Westfalens wird.

Der Niederrhein, eine militarisierte Sonderzone, ein Einzelfall? Weit gefehlt. Der Neanderlandsteig im Kreis Mettmann mutiert immer mehr zum Vietnam des Rheinlands.

 

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Mir war gar nicht klar, dass die Abtsküche, ein Teich im Norden von Heiligenhaus, zum Aufmarschgebiet der US-Flotte gehört. Ein internationales Krisengebiet scheint das zu sein, wenn dort schon die US-Marines rumschippern. Sehr lässig schippern die da herum, das muss man schon sagen. Hoffentlich hat Putin das noch nicht mitgekriegt, sonst schickt der direkt die Schwarzmeerflotte nach Heiligenhaus.

Bei so viel Aufrüstung, bei so Militär, da liegt es naturgemäß nahe, auch die Sanitätskompanien aufzurüsten. Denn wo Schwerverwundete zu erwarten sind, da muss man eben präpariert sein. Einen “Sanni” (“Sanni” ist nicht zu verwechseln, mit “Sahni”, das war der erste Bassist von “Die Ärzte”) der Truppe sah ich letztes Jahr bei einer Wanderung im Sauerland.

 

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Was der an Medikamenten alles mitgeschleppt hat! Das langte ja locker für die medizinische Versorgung in zehn Präventivkriegen. Ich kann Euch aber versichern, an der sauerländischen Front bei Sundern ist alle ruhig beblieben, der “Sanni” wurde nicht benötigt. Nichts Neues im Westen. Gott sei Dank.



Bergische 100!

Geschrieben am um 08:57

Seit kurzem bin ich Markenbotschafter (tolles Wort, oder? Hört sich doch besser an als “der Andrack macht jetzt Werbung für XY”) ich bin also Markenbotschafter für die “Bergische 100″. Auf der Internetpräsenz der Aktion kann man sich genau informieren, worum es geht. Brauche ich also nicht noch mal alles zu referieren.

Um was es bei der “Bergischen 100″ geht, erschliesst sich auch sofort, wenn Ihr Euch die Bilder (Slideshow heißt das im Internet-Relativ-Neu-Sprech) auf der Homepage der “Bergischen 100″ anschaut. Bild 1:

 

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Die Botschaft ist klar: Die 100 Kilometer der “Bergischen 100″ auf einen Streich zu erwandern, ist sozusagen kinderleicht. Erst bei Kilometer 96 oder 97 werden die geschätzt 12jährige Tochter und der 8jährige Sohn anfangen zu maulen: “Wie weit ist es denn noch? Ich habe Hunger, Durst, meine Beine tun weh…” Aber ab Kilometer ist es gar nicht mehr soweit. Und die Notverpflegung läuft ja an der Leine mit…

Oder haben die “Bergische 100″ eine ganz andere Bedeutung? Schauen wir uns mal Bild Nummer Zwei an:

 

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Die vier jungen, super-hippen Menschen auf diesem Bild scheinen auf den ersten Blick noch zu überlegen, ob sie überhaupt loslaufen sollen. “Da könnten ja unsere super-schicken Wollmützen, gehäkelt aus hautfreundlichem BIO-Alpaca, verrutschen”, sagen die beiden weiblichen Super-Models. “Und wer ist das überhaupt, dieser Typ, der ‘Wandern’ heißt?” Aber der Zeige-Mann rechts mit dem Alm-Öhi-Gedächtnis-Bart antwortet geduldig: “Keine Hektik, liebe Schnecken, wir müssen uns bei dieser Aktion keinen Meter vorwärts bewegen. Da wir alle zusammen genau 100 Jahre alt sind, erfüllen wir alle Bedingungen der “Bergischen 100″. Sozusagen aus dem Stand.”

Am realistischsten stellt Bild Nummer Vier (Bild Nummer Drei zeigt nur olle, miefige Wanderschuhe) die Herausforderungen der “Bergischen 100″:

 

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Denn auf diesem Foto wird klar, worum es geht. Man wandert und wandert und wandert, aber es gibt nur Hinweisschilder mit einer 100 darauf, also hat man immer wieder 100 Kilometer vor sich. Sysiphos-Wandern Hilfsbegriff. Ich freue mich drauf…



Der fünfte Männerwandergeburtstag von Markus

Geschrieben am um 21:35

Wahre Perlen in meinem Wanderleben sind immer wieder die Männerwandergeburtstage meines besten Freundes Markus, den ich seit über 30 Jahre kenne und schätze. Die Idee ist: Nur Männer dürfen mitwandern, nur Männer trinken und unterhalten sich über die wesentlichen Dinge des Lebens: FC, FC, FC! Allerdings findet diese wunderbare Wander-Party nur alle zwei Jahre statt.

Dieses Jahr ging es Ende Januar in Rösrath-Stümpen los und schon nach wenigen Meter sichtete ich den Tourbus eines Stümper in Stümpen, das Tourvehikel des guten alten Willi Herren.

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Man weiß nicht, ob der Willi auf dem Foto boxt, sich einfach freut und ob er tatsächlich Geld für dieses T-Shirt ausgegeben hat. Hauptsache, er ist nicht mitgewandert. Nach einem Kilometer gab es schon die erste Rast. Hier ein Fotodokument der Spezereien:

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Das Picknick hatte Markus ganz toll vorbereitet, aber ehrlich gesagt lässt er nach. Beim letzten Männerwandergeburtstag an der Wupper sah das Buffet noch so aus:

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Tja, Schlaraffenland Hilfsbegriff, selbstgemachte Frikadellen und selbstgemachte BIO-Putenschnitzel am Zahnstocher. Das hat richtig gerockt, damals an der Wupper. Was ist das aktuelle Problem Markus, hatten die Hausangestellten frei? Ist der Mindestlohn schuld? Wenn das so weitergeht, gibt es beim nächsten Wandergeburtstag nur Krümel vom Baguette. Und Schnaps natürlich.

Sehr schön war aber die Einkehr in Altenrath an der Wahner Heide, die Stammkneipe der Dorfhühner. Die Hühner waren aber nicht anwesend, wahrscheinlich mussten sie zeitgleich Eier legen.

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Dann haben wir natürlich noch ein Gruppenfoto gemacht, denn es gab einen Teilnehmerrekord. Noch nie sind so viele Männer bei Markus mitgemännerwandert. Markus (2. von links) war so begeistert vom Männerwanderrekord, dass er angefangen hat, “Männer” von Grönemeyer zu singen. Ich habe mich vorsichtshalber als einziger nicht auf die Brücke gestellt. Man weiß ja nie, ich will ja auch noch den sechsten Männerwandergeburtstag von Markus erleben…

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Wie man auf ehrliche Weise beim Wandern Geld verdienen kann

Geschrieben am um 06:51

Wandergeschichtlich gesehen war der Wanderer nicht unbedingt mit Reichtum gesegnet. Wohlhabende reisten per Kutsche oder Pferd, das Fußvolk (sic!) war auf Schusters Rappen unterwegs. Das hat sich in den letzten Jahrzehnten entscheidend geändert: Mittlerweile wissen die Touristiker: Wanderer sind superreich und anspruchsvoll. Trotzdem kann es in Zeiten der Eurokrise nicht schaden, sich über alternative Verdienstmöglichkeiten, die quasi am Wegesrand liegen, Gedanken zu machen.

 

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Erste Möglichkeit: Golfbälle suchen, reinigen und weiterverkaufen. Ich las kürzlich, dass es professionelle Golfballtaucher gibt, die in den Teichen der Golfanlagen tauchen und mit den recycelten Bällen gutes Geld verdienen. Auf dem Neanderlandsteig zwischen Ratingen und Homberg geht man an zwei Golfplätzen vorbei. Da kann man die Tauchausrüstung daheim lassen, man muss sich nur links und rechts des Weges auf eine lustige Eier- äh Golfballsuche begeben. Und ein wenig Fleiß vorausgesetzt, steht dem Reichtum nichts mehr im Wege.

 

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Wir sehen auf diesem Foto, wie ein Neanderlandsteig-Läufer eine neue Markierung anbringen muss. Immer wieder werden leider auf allen Wanderwegen der Republik Markierungen entfernt. Nun hörte ich, dass das beileibe kein Lausbubenstreich ist – der Markierungsklau ist eine Straftat und kostet bis zu 50.000 Euro! Da muss man sich nur noch zum Wanderwege-Sherlock ausbilden lassen, die Übeltäter überführen und das Strafgeld kassieren, schon ist man ein gemachter Mann.

 

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Wer lieber kreativ sein Geld verdienen möchte, kann die Landesbühne in der Nähe des Hönnetals an der Sauerland-Wanderroute nutzen. Man kann dort wahlweise Shakespeare, Boulevardtheater oder Kasperle zum besten geben, das Wanderpublikum wird glücklich sein und einiges an Eintrittsgeld springen lassen – so werden Sie reich als Intendant ihrer eigenen Waldbühne.

Das waren nur drei Möglichkeiten, beim Wandern Geld zu verdienen. Meistens allerdings reicht es, beim Wandern reich an Erfahrungen zu werden, das ist dann auch okay.



Bierbrunnen und Krimwandern

Geschrieben am um 07:17

Am vergangenen Wochenende war ich, wie eigentlich immer in den letzten Jahren, auf der Wandermesse Tour Natur in Düsseldorf und habe Euch die neusten Wandertrends mitgebracht. Am Stand von Bad Peterstal-Griesbach präsentierte mit Premiumwege-Enthusiast Axel Singer seinen gepimpten Wiesensteig.

 

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Ich war sehr beeindruckt, hatte ich doch schon ab und an von Wasserbrunnen gehört, auch Schnapsbrunnen waren mir auf dem Peterstaler Schwarzwaldsteig schon begegnet. Aber Wein- und Bierbrunnen, das hört sich ja wirklich wie das wahr gewordene Paradies an. Nur konsequent, dass die Brunnen geographische Ziele wie Berggipfel und Aussichtspunkte als Anhaltspunkte abgelöst haben. „Schatz, noch 6,2 Kilometer bis zum Bierbrunnen“, das sind doch klare Motivationshilfen.

Am Sonntag verließ ich kurz das hektische Messetreiben und habe den letzten Abschnitt des Neanderlandsteigs zwischen Ratingen und Erkrath eröffnet. In Gut Höhne, einer edlen Restauration vor den Toren Mettmanns, durften wir auf einer Wiese eine Vesper-Rast machen.

 

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Der mitwandernde Landrat des Kreises Mettmann wies mich darauf hin, dass auf diesem Rasen dereinst ein veritabler Fußballplatz existierte, auf dem unter anderem die argentinische Nationalmannschaft bei der WM 1974 trainierte. So gingen die Gouchos, die Gouchos gingen so…

Erstmals auf der Messe waren meine lieben Wanderfreunde aus Dänemark und Frankreich, Lis und Armand.

 

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Gut gelaunt präsentierten Sie die Leading Quality Trails, die Qualitätswege des europäischen Wanderverbands. Lis ist ja eine international sehr engagierte Wanderfunktionärin, immer auf der Suche nach europäischen Ländern, die sich dem europäischen Wanderverein anschließen. Mit ihrem bezaubernden dänischen Dialekt erzählte sie mir, es sei ja so “sss-ade”, aber die Ukraine wäre kurz vor der Krise kurz davor gewesen, dem Europäischen Wanderverband beizutreten. Jetzt würde daraus wahrscheinlich nichts mehr. Man müsse wissen, so Lis, “auf der Krim sss-um Beispiel, da gibt es sss-uper markierte Wanderwege.” Jetzt wundert mich auch nicht, warum dort die Russen so zügig einmarschieren konnten. Und ich glaube, die rote Armee hätte sich auch sehr über Wein-, Bier- und Schnapsbrunnen am Wegesrand gefreut. Nastrowje!



Der fünfte Wanderbahnhof in NRW

Geschrieben am um 11:17

Ein rundes Jubiläum im größten deutschen Bundesland: Zum fünften Mal schon wurde der wanderbarste Bahnhof des Landes ausgezeichnet. In diesem Jahr konnte der Bahnhof von Schladern an der Sieg die Ehrung entgegen nehmen.

 

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Auf dieser Panoramaaufnahme von Schladern kann man den Bahnhof (ganz in Rot) etwas rechts vom Bildzentrum hervorragend erkennen. Traditionell eröffnete ich den Wanderbahnhof mit den Gewinnern von “wunderbar wanderbar” und dem Verkehrsminister von NRW, Herrn Groschek. Herr Groschek ist immer froh, es mal nicht mit kaputten Autobahn-Brücken zu tun zu haben, sondern mit hervorragenden Wanderwegen. Und der Verkehrsminister erfreute sich am Highlight von Schladern, den Niagara-Fällen der Region.

 

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Beim Siegwasserfall von Schladern handelt es sich angeblich um den breitesten und höchsten Wasserfall von, Trommelwirbel – – – NRW. Kann das wirklich stimmen?

Aber der Sieg-Wasserfall ist nur einer von sehr vielen Highlights des Mäanderwegs rund um Schladern. Ein anderes ist die Burg Windeck. Die größte Sensation aber ist die Super-Super-Gulaschsuppe des Cafés am Fuße der Burg.

 

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Mir wurde aber nicht klar, ob die Gulaschsuppe so super ist, oder alleine die Tatsache, dass es überhaupt dort etwas zu essen gibt. Wirklich phantastisches Essen gab es dann aber zum Abschluss der Wandertour im Biergarten “Elmore”. Ein höchst alternatives Unternehmen mit selbst gemauertem Holzbackofen und vielen vegetarischen Spezialitäten. Unter anderem: “Gemüsesticks mit Dinkelkräckern” sowie “Gemüsedings mit Curryzeugs (voll veggie)”.

 

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Auch im Elmore war der Minister und seine Familie übrigens noch dabei – keine Selbstverständlichkeit, lassen sich doch hochrangige Politiker bei einer solchen Wanderung gerne mal, nachdem die Pressefotos gemacht sind, von ihrem Chauffeur abholen. Oder sie sind gänzlich am Wandertag “verhindert”. Nicht so Wanderminister Groschek, der schon seit drei Jahren mitwandert, Chapeau!



Geburtenhain, spielende Tiere und was 1933 geschah – Neues vom Neanderlandsteig

Geschrieben am um 07:01

In diesem Jahr wird der Neanderlandsteig vollendet, die letzten sechs Etappen im Norden des Kreises Mettmann werden fertig markiert und eröffnet (nächste Eröffnung am 7. September von Homberg nach Erkrath). Hier ein paar Impressionen von den neuen Wegabschnitten.

 

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Nördlich von Heiligenhaus verläuft der Neanderlandsteig im Rinderbachtal und dort sah ich an einer Holzbrücke ein Megaphon aus Metall für die Aktion: „Was-ich-meinem-Bach-schon-immer-mal-sagen-wollte“ Natürlich habe ich das direkt probiert und in einer Art Urschreitherapie mal alles rausgelassen, was ich dem Rinderbach immer schon sagen wollte. Das hat vielleicht gut getan, das war irgendwie befreiend…

 

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Den sogenannten Geburtenhain habe ich kurz hinter Velbert gesehen. Auf dieser Wiese haben aller Wahrscheinlichkeit nach in vergangenen Zeiten (1970er oder 1980er Jahre) alle Schwangeren von Velbert kurz vor der Niederkunft gezeltet, um auf dem Hain ihre Kinder zu bekommen. Der struppige Rasen sah nicht so aus, als wenn diese Tradition Bestand haben würde.

 

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Kurz vor Selbeck, einem Ortsteil von Mülheim an der Ruhr, sah ich an einem Bauernhof dieses Schild. Wie ist das zu verstehen, so im Sinne eines Warnschildes vor dem bissigen Hund, der nur spielen will? Sollte man Angst haben oder bekommen vor den Kindern und Tieren? Nun, so alt wie das Schild ist, sind ja zumindest die Kinder schon eher aus dem Haus, aber vielleicht gibt es ja auf dem Hof immer noch (Skat) spielende Tiere.

 

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Sehr schön auch auf dem Waldlehrpfad im Düsseldorfer Stadtwald, diese dicke Holzscheibe. Alle wichtigen Daten zwischen 1910 (da wurde der Baum gepflanzt) und 1999 (da wurde er gefällt) waren vorhanden:

1945 – Ende des 2. Weltkriegs,

1961 – Bau der Berliner Mauer,

1969 – Mondlandung.

Und 1933? Man denkt, ja klar, Machtergreifung der Na… – ach ne, wenn man genauer hinschaut steht dort: “1933: Fortuna wird Deutscher Meister” Was man alles auf dem Neanderlandsteig lernen kann!!!


Wer glaubt, Wandern ist fade und die Vorstufe zur Rollator-Rallye, muss diesen Blog lesen und wird staunen. Ob Kurioses am Wegesrand, schräge Hinweistafeln, Lebensgefahr am Wanderweg, skurile Wandervögel, betreutes Trinken am Steig, gigantische Aussichten oder extreme Herausforderungen im deutschen Mittelgebirge – bei andrackblog.de gibt es alles über das Thema Wandern. Jede Woche neu, (relativ) aktuell. Die besten Wander-Storys der Welt eben.

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