Wander-Blog von Manuel Andrack

Die besten Wander-Storys der Welt




Meine Bär Schuhe unterwegs in … Cornwall

Geschrieben am um 7:12

Ich bin mal wieder in der großen weiten Welt gewandert: In Cornwall. Bitte verschont mich mit Eurer ersten Assoziation zu Cornwall: Ah, Du bist also Rosamunde-Pilcher-Fan. NEIN! Obwohl ich gar nichts für oder gegen diese Frau und ihre Bücher/Filme habe. Ich kenne sie einfach nicht. Für mich als Literaturliebhaber ist Cornwall vielmehr das Daphne-Du-Maurier-Land. Rebecca! Die Vögel! Jamaica Inn! Wilde Klippen, tiefe Gefühle, rauhe See. Und genau dort wollten meine Bär-Schuhe wandern.

 

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Mein erstes Wanderlebnis in Großbritannien hatte ich in Schottland. Die Geschichte ist in den Gesammelten Wanderabenteuern beschrieben. Viele schwärmen von den Highlands, ich finde es da eher öde. Lieber Hunsrück als Highlands. Aber in Cornwall an der Südküste auf dem Coast Path zu wandern, das ist auf jeden Fall ganz großes Wanderkino.

 

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Schmale Pfade, naturbelassen, manchmal mit Gras-Untergrund. Schon die pure Wegequalität der alten Schmuggler-Pfade ist absolut premiumwürdig. Was aber (zum Beispiel) der Hunsrück nicht zu bieten hat sind diese Blicke auf’s Meer, auf Buchten, auf Felsen, auf Brandung, auf kuschelige Piratenstädtchen. Natürlich muss man immer mal wieder – vor allem wenn man quasi ein See-BÄR ist – den Blick zum Horizont schweifen lassen.

 

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Denn mit dem Auftauchen der spanischen Armada ist an den Gestaden England jederzeit zu rechnen. Und auch den Franzosen ist nicht zu trauen, wie überhaupt diesen ganzen Festlandvölkern, die sich zur EU zusammen geschlossen haben. Dass der politische Kampf um den Brexit auch auf den britischen Wanderwegen angekommen ist, kann man unschwer an einer Tafel erkennen, die die Geldgeber des Landschaftsschutzes am Coast Path würdigt.

 

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Tja, da hat wahrscheinlich Boris Johnson himself wütend die EU-Flagge ausgekratzt. Aber nur mal zur Info, liebe Brexiteers: Die EU, also wir alle, haben diesen wunderschönen Weg mitfinanziert und das ist auch gut so. Aber diesen Fakt macht man nicht ungeschehen, inden man mit dem Hausschlüssel EU-Fahnen unkenntlich machen will. Außer man ist entweder geistig nicht zurechnungsfähig oder extrem infantil. Oder man hat den Tunnelblick.

 

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Klar, diesen Tunnelblick kann man auch auf dem Weg von Looe nach Polperro bekommen, weil wie auf einem Gemälder von Caspar David Friedrich die Gewächse am Wegesrand eine romantische Laube bilden.

Ich erwähnte schon, dass sich Daphne du Maurier in ihren Büchern literarisch an der Küste von Cornwall abgearbeitet hat. Aber bei meinen Wanderungen auf dem Coast Path musste ich auch immer wieder an die literarischen Meisterwerke einer anderen englischen Autorin denken.

 

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Diese einsamen unbewohnten Inseln. Die Schmuggler-Höhlen. Die schroffen Strände. Ich musste sofort an das „Geheimnis um ein blaues Boot“ denken. An die Insel der Abenteuer. An fünf Freunde und die Felseninsel. An fünf Freunde auf Schmugglerjagd. Von wegen Rosamunde-Pilcher-Land, Cornwall ist Enid-Blyton-Country. Und der Blick auf das dunkle Eiland erinnerte mich auch ein klein wenig an Tim und Struppi und die schwarze Insel. Aber das ist natürlich Quatsch, denn diese Geschichte spielt nun nachweislich in Schottland und nicht in Cornwall.



Merry Ferry Hall Walk

Geschrieben am um 7:57

Preisfrage: Was haben die Traumschleife „Tafeltour Saarschleife“ und der Hall Walk in Fowey (Cornwall) gemeinsam?

 

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Antwort: Richtig, beide Wandertouren haben eine Fahrt mit der Fähre inklusive, ohne Fähre werden diese Rundwanderwege nicht rund.

Ich hatte im Reiseführer gelesen, der Hall Walk in Fowey (gesprochen Foi, die Engländer haben die Angewohnheit, mit Buchstaben, die man gar nicht braucht, sehr verschwenderisch umzugehen, oder warum braucht man das lange Wort „Leicester“ wenn es auch „Läster“ tun würde?) sei einer der 100 schönsten Kurzwanderungen in Großbritannien. Leider waren die 99 anderen Wege nicht aufgezählt. Auf jeden Fall ist der Hall Walk der ungekrönte Meister aller Fährenwanderungen, denn man muss im Gegensatz zu der kleinen Fähre über die Saar sogar zweimal mit der Fähre fahren.

 

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Mit der Stadtfähre setzt man von Polruan nach Fowey über, später dann mit der Autofähre (auch als Wanderer immer den Linksverkehr beachten!) hinüber zur Traditionsgaststätte Old Ferry Inn in Bodinnick. Und beim Fährefahren immer schön singen „Ferry, cross the mersey“ von Gerry and the Pacemakers. Okay, Fowey ist nicht Liverpool aber Fähren sind bei diesem Inselstaat mit den vielen Schären und Fjorden ein Nationalheiligtum.

 

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Taugt denn der Weg was? Klare Sache: yes! Jede Menge Aussichten, tolle Pfade, und auf dem Weg ist auch jede Menge Volk unterwegs, meistens Engländer. Der Engländer an sich macht ja gerne Ferien im eigenen Land, was soll man auch nach Europa fahren, da muss man sich ja an Rechtsverkehr, Steckdosenadapter, Kilometer-Masseinheiten und Abzocke mit dem Euro gewöhnen. Aber die wandernden Engländer scheinen eben auch den Hall Walk für eine wanderbare Besonderheit zu halten. Dem Andrang entsprechend sind die englischen Wanderhütten dimensioniert…

 

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Aber, ich wiederhole mich gerne, die Aussichten von diesem Weg sind wirklich phantastisch. Oder etwa nicht?

 

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Und wenn man es sich so richtig gemütlich machen will auf diesem Weg, dann sollte man unbedingt eine Pause auf einer britischen Sinnebank machen. Good walk!

 

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Mein BÄR-Schuhe wandern in den Niederlanden

Geschrieben am um 7:20

Wenn man erzählt, man sei in den Niederlanden gewandert, kommen die immer gleichen mitleidigen Blicken. Holland? Da gibt es doch nur Tulpen, Grachten und Käse. Alles flach, wo soll man denn da wandern? Womöglich noch mit Holzschuhen? Naaatürlich nicht, ich bin selbstverständlich mit meinen Qualitäts-Schuhen aus Bietigheim-Bissingen unterwegs gewesen. Und ja, es gibt tatsächlich etliche Ecken von Holland, an denen man schön wandern kann. Heute möchte ich Euch eine echte Perle vorstellen. Das Meinvennen. Dort, wo echt die Heide blüht.

 

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Analog zu einer antiken Deo-Reklame könnet man jetzt sagen: Mein Venn, Dein Venn, das Venn ist für uns alle da. Interessanterweise kann man den Namen „Mein“ von einer Allemende herleiten, es müsste also eigentlich eher „Unservennen“ heißen. Dass wir in Holland wandern erkennt man leicht daran, dass fleißig auf einen Fietspfad hingewiesen wird.

 

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Nun ist ja allen Freunden des Hollandrads bekannt, dass ein Fietspfad kein Fußpfad ist, sondern ein Weg für die Fietsen, die Fahrräder, das nationale Fortbewegungsmittel Nummer Eins im Land von Oranje und Kaas. Sehr überraschend ist allerdings, dass tatsächlich der schmale Pfad (rechts im Bild) den Fahrradfahrern vorbehalten ist, wogegen der breite Weg die Wanderer beglücken soll. Hm.

 

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Schon sehr merkwürdig. Vielleicht ist eine Erklärung, dass es sehr viele holländische Kampfwanderer gibt. Die lieben es, 40, 50, 60 Kilometer am Stück zu gehen, immer aufm Deich lang. Landschaftliche Schönheiten? Egal! Hauptsache Meter machen. Für diese ganz besondere Spezies sind natürlich die breiten Wege ideal. Aber keine Angst, man kann im Meinvennen auch auf schmalen Pfaden wandeln. Und auf sehr sandigen Wegen

 

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Meine Arnsteins haben sich gefreut, mal wieder eine Art Strandfeeling genießen zu können, wobei man sagen muss, dass doch das Sandwandern zu den anstrengendsten Übungen des Wandersports gehört. Vergleichbare Strapazen kann man nur auf alpinen Wegen erleben. Der flache niederländische Sandweg ist also sozusagen der kleine, flache Bruder der felsigen Gratwanderung.

 

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Quer durch das Mein Venn mäandert der Buschbach. Dieser Bach ist nicht irgendein Bach, sondern irgendwie verwandt mit Rhein, Donau, Inn und Oder. Denn der Buschbach ist ein veritabler Grenzfluss. Nur fällt eine im Wortsinne grenzüberschreitende Aktion bei Rhein und Oder ein klein wenig schwerer. Mit dem rechten Bein in den Niederlanden, mit dem linken in Deutschland, das ist gelebte Völkerverständigung im Spreizschritt.

 

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Wer kennt noch den berühmten Bundesliga-Schiedsrichter Peter Gagelmann? Im Meinvennen bin ich auf jeden Fall auch zum Gagelmann geworden. Denn der Gagel, ein wohlriechendes Heidekraut, das ich auf dem Foto so liebevoll umarme, kann man auch hervorragend zum Bierbrauen gebrauchen. Als Hopfenersatz. Jetzt schreit natürlich der deutsche Brau-Reinheits-Freak laut auf. Aber man sollte den Stoff, das Gagelbier, mal trinken. Eine absolute Sensation. Da wird jeder Bierliebhaber zum Gagelmann!

 

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Meine BÄR-Schuhe wandern in Baerenthal

Geschrieben am um 7:14

Meine Bär-Schuhe sind sehr international aufgestellt, wie man so schön sagt. Und meine Wander-Treter freuen sich besonders, wenn Sie an Orten wandern dürfen, die schon vom Namen her eine gewissen Bären-Anteil versprechen. In den nördlichen Vogesen findet sich, eingerahmt von einer imposanten Waldlandschaft, der kleine Ort Bärenthal. Oder vielmehr Baerenthal, denn das Französische kennt ja den Umlaut „Ä“ nicht, das sieht in französischen Augen genauso exotisch aus wie für uns das dänische „Ø“ in SMØREBRØD.

 

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Vor dem Ortsschild von Baerenthal hat sich mein Arnstein selbstständig gemacht und freut sich schon auf die kurze Wanderung im Départment 67, dem Départment Bas-Rhin. Das ist schon lustig, dass die Nordvogesen von Frankreich aus gesehen der Niederrhein sind. Wobei es in Baerenthal etwas anders aussieht als in Viersen, Hückelhoven und Mönchengladbach.

Weltberühmt in Baerenthal sind die „Ruines Ramstein“. Ein Ramstein, dass man nicht mit der amerikanischen Airbase Ramstein bei Kaiserslautern verwechseln sollte. Und erst recht nicht mit den Krach-Rockern von Rammstein. Der Name „Ramstein“ stammt übrigens wahrscheinlich von „Raben-Stein“, damit sind die Raben gemeint, die den Bären aus dem Baerenthal den Pelz gelaust haben.

 

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Interessant an dem Ruinen von Ramstein Schild ist ja auch, dass auf den „Col du petit Dunkeltal“ hingewiesen wird. „Col du petit Dunkeltal“. Das hört sich nach schwerer Bergetappe bei der Tour de France an. Ich finde auf jeden Fall die Mischung aus deutschem Originalnamen und französischer Sprachbesetzung herrlich. Aber ich wollte ja zu die Ruines Ramstein besichtigen. Und ich wandere und wandere, und sehe viel Wald, und ich sehe viele Felsen, aber was ich nicht sehe, das sind die Ruinen von Ramstein. Komplette Fehlanzeige. Möglichkeit Eins: Die Ruinen werden nach Bedarf in den Wald gestellt. Wochentags werden die abgebaut. Möglichkeit zwei: Die Bewohner von Baerenthal haben die Ruinen längst als Steinbruch entdeckt und ihre Häuser verschönert. Möglichkeit drei: Ich bin mit Blindheit geschlagen.

 

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Oder, quasi Möglichkeit vier: Vielleicht habe ich ja keine Augen für steinerne Ruinen, wenn man auf so schönen Wegen wandern darf. Wobei die Wege der Vogesen landschaftliche Ähnlichkeiten zu den Wegen der Pfalz aufweisen. Logisch, ist ja auch geographisch gesehen eine Einheit. Und meine Schuhe fühlen sich wohl auf diesen Wegen.

 

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Können diese meine Wanderschuhe doch auf flauschig weichem Weguntergrund wandeln, einem rot-sandigen Untergrund mit diesen Dingsen von der Kiefer. Ich wollte schreiben „Kiefernnadeln“ aber das ist natürlich Quatsch. Das sind doch keine Nadeln. Muss ich jetzt mal googeln. Okay gegoogelt, es handelt sich natürlich um Kieferzapfen, klar, Zapfen, wie BIER ZAPFEN, das lag mir doch auf der Zunge.

 

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Hatte ich schon erwähnt, dass ich meine Baerenthal-Tour bei höchsstsommerlichen Temperaturen unternommen habe? 35 Grad im Schatten, da ist man froh über jede Menge Schatten. Oder den Badesee von Baerenthal. Erfrischung für den erhitzten Körper. Meine Schuhe waren etwas traurig, dass sie nicht mitkommen durften. Aber sie haben mir beim Baden zugeschaut und auf meinen Rucksack aufgepasst. Wandern + Baden, eine phantastische Kombination: Auf nach Baerenthal!

 

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Was ist das?

Geschrieben am um 8:52

Ich habe, fällt mir gerade auf, schon sehr lange kein Fotoquiz mehr gemacht. Dabei habe ich tonnenweise Wanderfotos, von denen ich echt nicht mehr weiß, was da genau drauf ist. Wie immer gibt es vier Möglichkeiten, Günter-Jauch-Prinzip, Ihr müsst mir helfen:

 

Was ist das?

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A: Super-leckerer Hotdog mit extra-scharfem Senf

B: Das Karnevalkostüm von Sigmar Gabriel

C: Burka für Männer

D: Ein Exhibitionist, komplett der Fleischeslust verfallen

 

Was ist das?

 

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A: Der Fotograph Jürgen Teller geht neue Wege

B: So muss man wandern, wenn man nicht auf Premiumwegen gehen will

C: Sigmar Gabriels erster Nordic Walking-Kurs

D: Stockente im Urlaub

 

Was ist das?

 

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A: Naturschutzgebiet auf Holländisch: Halt die Klappe, sei still, hier regieren die Tiere und Pflanzen!

B: Niederländischer Schutzraum für stillende Mamas

C: Stilisierte Wolken über einem See im Stile von de Stijl

D: Aufforderung an Sigmar Gabriel, ab und zu mal die Klappe zu halten

 

Was ist das?

 

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A: Das ist die goldene Mitte

B: Eine Künstlerin aus Osnabrück hat die Himmelsleiter zum Hermannsweg mit echtem Blattgold verziert

C: Ein Goldbär auf Wanderschaft

D: Stairway to heaven in Tecklenborough

 

Was ist das?

 

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A: Die beschissenste Bibliothek der Welt

B: Endlich mal genügend Lektüre für die schönsten Minuten/Stunden des Tages

C: Eine Toilette in einem Pub in Stavanger/Norwegen

D: Nie mehr Panik wegen fehlendem Klopapier



Es werde Licht

Geschrieben am um 7:43

Mitte September war ich auf einem Literaturfestival in Stavanger im westlichen Norwegen eingeladen. Natürlich habe ich meine freie Zeit dafür genutzt, mich über die Wandermöglichkeiten in Norwegen zu informieren. Vandring in Norwegen? Fabelhaft, phantastisch. An jeder Ecke Wanderwege, Küstenwege, Waldwege, alpine Wege, alles, was das Herz begehrt. Ich war regelrecht hin und weg von der Landschaft.

 

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Stellt Euch eine ideale Mischung aus den Landschaften von Mallorca, Schottland und der Schweiz vor, dann habt ihr die Landschaften von Norwegen vor Augen. Nicht nur Fjorde, sondern auch jede Menge Wälder, Binnenseen, Wasserfälle, Täler, Schluchten, Wiesen, Küste. Mehr braucht man nicht als Wanderer. Schön ist auch, dass der Norweger an die Wanderer in der dunklen Jahreszeit gedacht hat. In einem Tourismus-Katalog von Stavanger wurde zum Beispiel eine Wanderung rund um den See Halandsvatnet angepriesen. Zitat: „Ein 7,5 Kilometer langer und durchgängig beleuchteter Rundweg führt um den See herum.“

 

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Durchgängig beleuchtete Wanderwege, das ist doch der Hit! Wie oft habe ich mich im Winter geärgert (und der durchschnittliche deutsche Winter wird doch dank Klimaerwärmung immer wanderbarer) wie of habe ich mich also geärgert, dass ich mich hetzten musste, um noch vor Einbruch der Dunkelheit mein Ziel zu erreichen? Das müsste doch nicht sein. Warum gibt es keine beleuchteten Premiumwege? Nach Premiumstadtwandern und Premiumspazierwegen müsste nur noch das Zertifikat Nachtpremiumwandern erfunden werden. Was das alles wieder kostet? Klar, so reich wie die Norweger ist eine deutsche Kommune nicht. Aber ein wenig sollte man in einen schönen Dunkelwanderweg investieren.

 

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Man könnte durchaus die Wanderer an den Kosten des Weges beteiligen. Wenn man zwei Euro per SMS schickt (wie eine Parkgebühr) oder bar bezahlt, geht das Licht an. Dann sind die Stromkosten schon mal gedeckt. An anspruchsvollen Wegpassagen ist auch an eine Bodenbeleuchtung zu denken, vielleicht sogar an einen Leuchtspur im Boden wie im Flugzeug üblich. Mann, das ist das kommende Ding! Lasst uns darüber reden, ich bin sofort dabei, den ersten beleuchtetet Nachtwanderweg Deutschlands zu planen. Es werde Licht!



Meine BÄR-Schuhe in London

Geschrieben am um 6:22

Ein Bärxit, also jemals einen BÄR-Schuh wieder auszuziehen, ist natürlich unvorstellbar. Aber ich hatte hier und dort gelesen, dass die Briten, traditionell von allen guten Geistern verlassen (Stichworte Linksverkehr + Frühstückssitten) tatsächlich am Tag meines 51. Geburtstags für den Bräxit gestimmt haben. Das war so unglaublich, dass ich beschloss, meinen Sommerurlaub in England zu verbringen.

 

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Da ich mich relativ spät um eine angemessene Herberge in London bemüht hatte, bekam ich einen, nun ja, relativ dürftigen Schlafplatz zugewiesen. Man hatte mich bei einer Familie einquartiert, die hießen Bearsley oder so. Nicht sehr freundlich, vor allem der dicke Junge der Bearsleys ging mir kolossal auf die Nerven. Ich war im Gästezimmer der Familie unter der Treppe untergebracht worden, das war gar nicht so schlecht, ich habe meistens relativ hervorragend geschlafen.

Falls jemand auch dieses Gästezimmer buchen möchte, da sollte man mal B’är’nB nachschauen, in London-Tooting …

 

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… die Adresse des Bearsleys ist Backpacker Street 221 B, das Haus ist nicht zu verfehlen. Ich habe lustigerweise bei meinen Streifzügen durch London eine ähnliche Adresse gefunden. Weil ein englischer Ordnungshüter die Tür bewacht und sich viele Menschen mit orangenen Referntenmappen vor dem Hauseingang drängelten, gehe ich davon aus, dass es sich um den Regierungssitz der britischen Minsterpräsidentin handelt.

 

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Kreuz und quer bin ich durch die Stadt gefahren, meistens mit der Underground-Bahn. Die schüttelt einen schön durch und die Luft ist so stickig, dass ich immer froh war, wenn ich aussteigen konnte. Oft habe ich den Meisterdetektiv James in der nach ihm benannten Bond Street besucht. 007 war ein wenig melancholisch gestimmt, denn seine zukünftigen Ermittlungen und amourösen Abenteuern an den schönsten und elegantesten Lokationen wie St. Moritz, Venedig, Prag und der Cote d’Azur werden sich nach dem Brexit in Zukunft wohl deutlich schwieriger gestalten.

 

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Das wird echt peinlich für Herrn 007, wenn er bei der Einreise in diese europäischen Länder immer nach seinem Visum kramen muss.

Jetzt mal zu etwas komplett anderem: Ganz ohne Schuhe ist übrigens Paul McCartney über den Zebrastreifen der Abbey Road gegangen. Ich habe die Gelegenheit ergriffen, dieses berühmteste Wander-Foto aller Zeiten nachzustellen. Natürlich bin ich in meinen Arnsteins über die Straße an den Abbey Road Studios gegangen. Eins steht fest: Hätten die Beatles schon BÄR-Schuhe gekannt, hätten die Jungs aus Liverpool sich niemals getrennt.

 

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Beware of your mud maid

Geschrieben am um 8:15

Der Brite, das unbekannte Wesen. Ist er nun ein herzloser Raubatz mit losem Mundwerk und herbem Humor? Ist er ein Raubritter, ein König Artus, ein Braveheart? Oder ist er ein formvollendeter Gentleman vom Scheitel bis zum Sohle. Auch bei meinen sommerlichen Wandertouren in Südengland habe ich nicht die endgültige Antwort gefunden. Für große Fürsorglichkeit sprach zumindest ein recht ungewöhnliches Wanderschild in den Lost Gardens of Heligan

 

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Nun gut, es ging ungefähr 25 Höhenmeter bergab. Aber VOR diesem Abstieg (Beware!) daran zu erinnern, dass es ja dieselben 25 Höhenmeter (your return!!) auch wieder eine lange Fußreise (journey!!!) bergan (uphill!!!!) geht, dass ist doch wirklich gelebtes britisches Nannytum. Wenn man natürlich, wie der durchschnittliche englische Wanderer gekleidet ist, ist dieses Hinweisschild mehr als notwendig, doch dazu gleich.

An sehr vielen englischen Sehenswürdigkeiten sollte man aber eher (Stichwort Raubritter) ein „Beware of your Brieftasche“-Schild aufstellen

 

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Zum Beispiel Stonehenge. Ein Haufen vergessener Hinkelsteine auf einem Weizenfeld. Kann man sehr gut von der Straße aus erkennen. Will man etwas näher ran, kostete das knapp 50 britische Pfund (IMMER NOCH um die 70 Euro) für die ganze Familie. So wird man steinreich.

Und dann liegt da plötzlich eine scharfe Braut mitten im Wald…

 

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… und man fragt sich, ob jemand für die Kleine vielleicht mal ne Decke hat. Der einfühlsame Gentleman würde sie vielleicht „Green Girl“ nennen oder „Lazy Lady“, wenn man auf Alliterationen steht. Aber die feinen Herren des Brexit erdreisten sich, diese anmutige Waldfee als „Mud Maid“ zu bezeichnen. Matsch Mädchen, geht’s noch, das hört sich ja nach Frauen-Catchen an! Wenn ihr so weiter macht, schicken wir Euch mal Alice Schwarzer, unsere Feminismus Maid vorbei, die wird Euch aber ordentlich den Marsch blasen.

Ich dachte bislang, ihr wärt alle Gentlemen…

 

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… denn wenn ich dieses Schild richtig verstehe, dürfen da nur Wanderer in genau diesem Outfit nicht durch. Alle anderen, vor allem die Mud Maids, dürfen natürlich passieren.



Eindeutige Hinweise am Wanderweg

Geschrieben am um 7:18

Für jeden Wanderfreund (und natürlich auch für jede Wanderfreundin) ist es eine der größten Wanderfreuden (neben dem Naturgenuss, dem Belohnungsbier, dem schmalen Bergpfad, neben der charmanten Wanderbegleitung und der guten Luft und den vielen Gesundheitsaspekten beim Wandern) neben also diesen vorgenannten Wanderfreuden ist es natürlich immer ein Genuss, mit einer vorbildlichen und verlässlichen Wegmarkierung zu wandern.

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Wer kennt nicht das Glücksgefühl in verzweifelter, desorientierter Lage, wenn dann doch noch die rettende Markierung am Baumstamm erspäht wird. Ich habe sogar schon erlebt, dass ich ein fast schon erotisches Verhältnis zu einer solchen Markierung aufgebaut habe und ich vor lauter Erleichterung angefangen habe, die bunte Lebensretterin zu streicheln. Wahrscheinlich ein klarer Fall für den Wanderpsychologen…

Schön ist es auch, wenn man auf Highlights am Wegrand hingewisen wird: Eine Burg, eine Waldgaststätte, einen Aussichtspunkt. In der Nähe des Paderborner Höhepunkts (siehe Post vom 7. Mai) habe ich neben dem Pestfriedhofshinweis einen Hüttenhinweis gesehen. Zuerst dachte ich, hm, etwas sperriger Name für eine Schutzhütte. Aber mein Interesse war geweckt. Die Hütte war schnell gefunden, die Buche mit den zwei Beinen nicht so schnell. Eine Hinweistafel neben der Hütte konnte auch nicht wirklich weiterhelfen: „Die Buche mit den zwei Beinen ist die von hier rund 50 Meter schräg links im Wald stehende, aus dieser Perspektive relativ schwer zu erkennende Buche…“

 

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Um ehrlich zu sein, ist die Buche mit den zwei Beinen aus JEDER Perspektive eine unmöglich zu erkennende. Entweder liegt das an meiner Unfähigkeit, Buchen mit zwei Beinen zu erkennen, oder daran, dass ein Bein oder gar beide Beine der Buche mit den zwei Beinen amputiert werden mussten. Auch an anderer Stelle hatte ich auf einer Wanderung kürzlich ein Erkenntnisproblem. Auf dem Bad Uracher Wasserfallsteig war ich mit einer großen Gruppe auf Initiative der Firma Orthomol gewandert. Über dieses Wanderabenteuer gibt es übrigens einen sehr ausführlichen tollen Post auf dem Wanderblog gipfel-glueck.de meiner neuen Wanderblogfreundin Stefanie. Auf jeden Fall gibt es auf dem Wasserfallsteig nicht nur zwei Wasserfälle, sondern auch gigantische Ausblicke von der Albtrauf am sogenannten Rutschenfelsen. Als Pseudo-Ortskundiger habe ich diesen Rutschenfelsen an direkt zwei falschen Stellen dem staunenden Publikum präsentiert. Am dritten Aussichtspunkt stand dann die Tafel, die den Rutschenfelsen markiert. Peinlich. Immer besser, wenn man sich auf Schilder verlässt. Nur wo Rutschenfelsen drauf steht ist auch Rutschenfelsen drin…

 

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REKLAME!

Geschrieben am um 7:18

Liebe Blogfreunde, habt ihr schon gewusst: Am 1. März erscheint mein neues Buch, Schritt für Schritt, Wanderungen durch die Weltgeschichte. Um was es grob geht, könnte ihr auf meiner Homepage nachlesen. Exklusiv für Euch bisher unveröffentlichtes Bildmaterial:

 

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Sensationeller Fund im Neandertal: Endlich weiß man, wie sich der Steinzeitmensch orientieren konnte, wenn er nach seinen stunden-/tagelangen Beutezügen wieder die heimische Höhle gesucht hat: In regelmäßigen Abständen finden sich große gelbe Hinweistafeln, die mit brauner Schrift den Weg zur Neandertaler-Heimat weisen – äußerst praktisch. Vom Kreis Mettmann an den Nil:

 

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Da ist sogar die Sturmfrisur begeistert. Oberhalb des Tals der Könige ergeben sich sen-sa-tio-nelle Ausblicke auf Nil und Luxor. Leider etwas illegal, diese Begehung …

 

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Das ist Herr Leonidas. Er hat sich lange und ziemlich sinnlos mit 300 Getreuen an den Thermopylen der persischen Übermacht erwehrt. Dafür wird er erstaunlicherweise bis heute (nicht nur von Rechtsradikalen) verehrt. Erstaunlich ist bei den antiken Helden die Penisgröße. Vergleiche auch David, gestaltet von Herrn Michelangelo. Klassische Größe eben. Von Griechenland nach Jerusalem:

 

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Fans des FC Bayern gibt es weltweit, auch in der Altstadt von Jerusalem werden Merchandising-Artikel feil geboten. So funktioniert Völkerverständigung: Oben steht auf arabisch, unten  auf hebräisch: „Mir san mir“

 

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Ohne Jesus keine Pilgerreisen nach Santiago. Und damit auch alle heil in der Kathedrale von Compostela ankommen, gibt es Zebrastreifen für Pilger. Alle anderen Passanten dürfen in Galizien überfahren werden. Lebensgefährlich!

 

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Auch auf den Schlachtfeldern von Verdun zu wandern, ist eigentlich verboten. Warum? Nun, die Antwort gibt es in einem Buch, das am 1.März erscheint. Schritt für Schritt, Wanderungen durch die Weltgeschichte.


Wer glaubt, Wandern ist fade und die Vorstufe zur Rollator-Rallye, muss diesen Blog lesen und wird staunen. Ob Kurioses am Wegesrand, schräge Hinweistafeln, Lebensgefahr am Wanderweg, skurile Wandervögel, betreutes Trinken am Steig, gigantische Aussichten oder extreme Herausforderungen im deutschen Mittelgebirge – bei andrackblog.de gibt es alles über das Thema Wandern. Jede Woche neu, (relativ) aktuell. Die besten Wander-Storys der Welt eben.

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