Wander-Blog von Manuel Andrack

Die besten Wander-Storys der Welt




Nepal, Kilimandscharo oder doch vielleicht der Inka-Trail?

Geschrieben am um 6:23

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Ich bin als Trekking-Experte bekannt, habe nervenaufreibende Trekking-Abenteuer auf dem Rennsteig, Rheinsteig und Neanderlandsteig bestanden. Ich habe den Watzmann, die Hohe Acht und den Dollberg bezwungen und bin mit dem Rennrad die 21 Kehren von Alpe d’Huez hinauf geschossen.

Wegen dieser Basisqualifikation bin ich von bookatrekking.com gebeten worden, eine Hitliste meiner internationalen Trekking-Ziele für die mittel- und langfristige Zukunft zu erstellen. Das mache ich doch gerne. Hier kommen meine persönlichen Top-Drei-Trekking-Hot-Spots:

 

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Seit Jahren liegt mir mein saarländischer Fahrlehrer Peter, genannt Pit (bei dem ich im zarten Alter von 45 Jahren den Lappen gemacht habe), in den Ohren, ich solle doch mal in Nepal wandern gehen, das wäre der Hammer, Blick auf die höchsten Gipfel der Welt, unvergessliches Erlebnis und so. Nepal-Experte Sierd van der Biji beschreibt in seinen Blogs auf bookatrekking.com ein paar mögliche Himalaya-Touren: Zum Beispiel den Trek zum Basislager des Mount Everests. Ich zitiere: „Die Landung auf dem Flughafen Lukla ist bereits ein Adrenalinschub. Man fliegt nicht täglich zum gefährlichsten Flughafen der Welt.“ Äh, nein danke, ich bekomme schon Schweißausbrüche, wenn ich auf einem der vielen ungefährlichsten Flughäfen der Welt landen muss. Vielleicht auch nicht ganz das Richtige für mich wäre der Annapurna Circuit, denn „die Überquerung des Thorung-La-Passes ist ein einmaliges Erlebnis, das dich buchstäblich nach Luft schnappen lässt.“

 

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Das ideale Angebot für mich ist der Chisapani-Nagarkot-Trek. Die Tour für alle, die ein geringes Zeit- und Geld-Budget haben, drei Tage mit phantastischer Sicht auf den Mount Everest. Man wandert quasi am Stadtrand von Kathmandu, der Flughafen ist (relativ) ungefährlich, Schnappatmung ist nicht zu befürchten, weil es nur über ein paar 2.000er-Hügel geht.

 

Ein weiteres Sehnsuchtsziel vieler Wanderer steht auf meinem persönlichen Trekking-Hot-Spots-Platz 2:

 

Kilimandscharo Routen

Der Kilimandscharo ist DER Berg in Afrika. Wenn dich die Sehnsucht packt, schreibt der Kilimandscharo-Experte Sierd van der Biji in seinem Blog, hat Dich der „Kili-Käfer gebissen“. Den Blog von Sierd zu lesen, ist derart anschaulich, dass man ein sehr gutes Gefühl bekommt, wie es ist, vor Ort zu sein. Er rät zum Beispiel: „Schau nicht auf den Preis. Nein, schau dir die Dauer an. 7 Tage schlagen 6 Tage. Nimm dir diesen Rat zu Herzen und vermeide das unschöne Erlebnis, dich am Stella Point zu übergeben.“ Das möchte man nun wirklich vermeiden, das ist ja auch unter Naturschutz-Aspekten nicht schön, in die Landschaft zu göbeln. Also: Ein gewisses Budget sollte man schon für eine Trekking-Tour zum Kilimandscharo einplanen. Im Vergleich zu den 40.000 Dollar, die man für eine Mount-Everest-Besteigung kalkulieren muss, sind die 4.400 € inklusive Flug für den höchsten afrikanischen Berg allerdings ein Klacks.

 

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Man kann unter sechs Routen zum und über den Gipfel auswählen. Die angenehmste Tour scheint mir die Lemosho Route zu sein. Der Premiumweg unter den Kili-Treks. Nicht so steil, nicht so sportlich, mehr Landschaft, weniger Stress, mehr Höhenakklimatisierung. Und wenn man dann auf dem Uhuru Peak steht und es geschafft hat, und wegen der Höhenluft doch ein wenig die Knie zittern, dann kann man sich auch zur Not in einer Art Schubkarre den Hügel hinunterfahren lassen. Kein Scherz, es gibt einen Kili-Sänften-Shuttle. Wenn man den Trek geschafft hat, empfiehlt Sierd die Kikuletwa Hot Springs, das sieht natürlich sehr verlockend aus, kristallklares Wasser in allen Türkis- und Blauschattierungen. Wäre vielleicht eine Alternative, dort den kompletten Afrika-Urlaub zu verbringen, wenn einen nicht der Kili-Käfer gepackt hat..

 

Die eindeutige Nummer Eins unter meinen internationalen Trekkie-Zielen ist aber eindeutig der:

 

Inka Trail Peru

 

Mein Kumpel Markus schwärmt schon seit Jahrzehnten vom großartigen Abenteuer, über den Inka-Trail zur mystischen Stadt Machu Picchu zu wandern. Außerdem wäre der Inka-Trail als jahrhundertealter Fußweg eine extrem interessante Erfahrung im Rahmen meiner Wanderungen durch die Weltgeschichte. Allerdings ist es gar nicht so einfach, eine staatliche Wandergenehmigung für den Inka-Trail zu bekommen, der Zugang ist streng regelementiert. Daher schlägt Peru-Experte Sierd van der Biji reizvolle Alternativen zum klassischen Trail vor, zum Beispiel den Inkasteinbruch Trek: „Keine Genehmigungen, keine Menschenmassen, Zugang zu Machu Picchu und zu weiteren archäologischen Stätten.“

 

 

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Das hört sich doch schon mal sehr sehr gut an. Oder wie wäre es mit dem Inka Dschungel Trek: „Für alle, die ihre Tour ein bisschen aufmischen wollen und mehr tun wollen, als 4 Tage lang zu wandern (gähn), ist der Inka Dschungel Trail Trek ein absoluter No-Brainer.“ Schluck, was ist denn ein „No-Brainer“? Ein Weg für Vollpfosten? Oder doch eher, wie mein Pons-Online-Wörterbuch verrät: ein Klacks? Auf jeden Fall – weil ich Wandern überhaupt nicht Gähn finde – präferiere ich den Choquequirao Trek: „Der Name Choquequirao bedeutet ‚Wiege des Goldes’. Es dauert zwei Tage, um zu den Ruinen im Süden Perus zu gelangen. Dieser Ort wurde wie Machu Picchu im späten 15. Jahrhundert erbaut und von den spanischen Eroberern nie gefunden.“ Von den spanischen Eroberern nie entdeckt? „Wiege des Goldes’? Da muss man doch nur Eins und Eins zusammenzählen, dort muss ich hin. Alle deutschen Wandertermine werden verschoben, mich hat der Goldrausch gepackt!



Changchub Chörten und Saarsteine

Geschrieben am um 6:23

In den letzten Wochen habe ich so einiges gesehen, das mich irritiert hat. Genauso wie Stonehenge und die Pyramiden von Gizeh vielleicht Zeichen und Landeplätze für Außerirdische waren (das soll Quatsch sein? – da habt ihr aber Euren Däniken nicht gelesen!), genauso suche und finde ich zur Zeit während meinen Wanderungen Zeichen der Corona-Krise.

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Äußerst irritierend diese Voodoo-Skulptur, um den bösen Corona-Geist zu vertreiben. Wenn’s funktioniert, finde ich das okay. Wenn aber nur alte Glysophat-Plastik-Behälter entsorgt werden sollen, finde ich das bedenklich.

 

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Bei einer Wanderung letzte Woche sah ich diesen Schlüsselbund auf einer Bank. Erster Gedanke: Besser den Schlüssel als den Löffel abgeben. Zweiter Gedanke: Vielleicht wird dieser Schlüsselbund ja ganz konkret vermisst? Also: In der Nähe des Lonsheimer Turms in Rheinhessen liegt auf einer Bank dieser Schlüssel. Wer ihn vermisst, kann ihn dort finden, Finderlohn ist anscheinend nicht vorgesehen.

 

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Tja, und dann diese Saarsteine. Schon vor der Corona-Krise haben die so süüüüüss bemalten Steine eine steile facebook-Karriere hingelegt. Die Idee ist smart. Die Steine werden „ausgewildert“ (das heißt, eigener Vorgarten gilt es nicht) richtig im Wald versteckt also, und wer einen findet, fotografiert ihn, postet das Bild und versteckt ihn an einem anderen Ort. Das motiviert natürlich meine Tochter sehr, ausgiebig zu wandern. Hervorragend!

Jetzt wird’s esoterisch …

 

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… bei dieser Skulptur/Religionsstätte, deutlich vor der Corona-Krise in einem fernen Land gefunden, in Salzburg. Es handelt sich um eine sogenannte Erleuchtungs-Stupa, tibetischer Name: Changchub Chörten. Was soll man mit so einer Stupa anfangen? Nun, ich las: „Stupa steht für die Freiheit und das Potential des Geistes“. So, so. Und dann die Gebrauchsanweisung: man solle die Stupa (tibetischer Name: Changchub Chörten) traditionell im Uhrzeigersinn umschreiten. Hallo ihr Buddhisten, geht’s noch? Was hat das denn mit Freiheit des Geistes zu tun, wenn ich kleingeistige Vorschriften bekomme, in welche Richtung ich um diesen dusseligen Pinokel herumgehen muss? Ich bin natürlich total freigeistig gegen den Uhrzeigersinn gegangen. Widersteht allen, die Euch sagen wollen, wie es zu sein hat, auch wenn ihr das sichere Gefühl habt, es wäre ganz anders.

 

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Luxembourg, 91 Points

Geschrieben am um 6:23

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Mit meinem Freund Camille, dem bedeutendsten luxemburgischen Komponisten, arbeite ich die Traumschleifen in der Grenzregion ab. Zuletzt war wieder einer dieser Feiertage (also nicht wirklich im Kalender, die denken wir uns einfach aus). Wir gourmieren die Traumschleife „Manternacher Fiels“, 91 Punkte hat die vom unbestechlichen Wanderinstitut bekommen, welches mit Sicherheit keine Konten bei luxemburgischen Banken hat. 91 Punkte, das ist natürlich ein Brett, wir sind gespannt. Und machen ein entspanntes Selfie am Manternacher Fiels/Felsen.

 

 

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Wir wandern zunächst im Syrtal, fernab von Syrien, Syrtaki und Köln-Syrth. Außer den Wanderwegen im lauschigen Tale finden sich auch die Gleise der internationalen Bahnstrecke Luxembourg – Wasserbillig – Trier. Manchmal rauscht daher ein Zug vorbei, was den erfahrenen Trainspotter freut, der natürlich immer weiß, ob der RE von oder nach Koblenz pünktlich ist oder Verspätung hat.

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Kein 91-Punkte-Weg ohne Ausblick, in diesem Fall bis weit ins Tal der Obermosel. So ein Ausblick ist aber auch immer die Gelegenheit für zwei relativ alte und ziemlich weiße Männer, mal ordentlich zu verschnaufen und die Knochen zu sortieren.

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Sehr spektakulär ist der Abstieg durch eine komplett gerodete Waldparzelle. Da war kein Sturm durchgefegt, sondern bewusst entwaldet worden, um die alten Trockenmauern eines Weinbergs – vermutlich seit dem Siegeszug der Reblaus vor 120 Jahren unbenutzt – frei zu legen. Und wahrscheinlich wird dort bald wieder Wein angebaut.

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Dann vermutlich eine kleine Kapelle am Wegrand, ein abgeschiedener Ort mit würdevoller Rückzugsmöglichkeit, ein besinnlicher Platz der Ruhe und Kontemplation. Falsch!!! beim Blick durch die Fenster entdecken wir ein Weinfass, über der Tür entziffern wir den Namen des Weingotts – dieser Platz ist ein Ort des bacchantische Genusses mitten im Wald, hoch die Tassen.

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Nun hätten wir zum Abschluss unserer Tour am Naturschutzzentrum in Manternach auch noch ganz gerne einen gehoben. Es gibt nämlich tatsächlich auch einen lokalen Wein mit der Lagenbezeichnung Manternacher Fiels. Aber der Naturschutzwart zuckt nur mit den Schultern: Nichts mehr da. Gut, dass Camille die besten Winzer des Großherzogtums kennt, also probieren wir im Weingut Stronck-Pinnel einen schönen Auxerrois, einen Elbling und einen sensationellen Pinot Gris von 2018. In Luxemburg, da lässt es sich fein leben!

 

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Interrailwandern, Folge 3: Panoramaspazierwege in Abbazia (Opatija)

Geschrieben am um 6:23

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Als die Habsburger noch in Istrien herrschten, hat man sich um Abbazia herum sehr um die Promenadologie verdient gemacht. Zum einen hat man einen elf Kilometer langen Fußweg am felsigen Ufer gebaut, und damit das Ganze auch was hermacht, auch gleichzeitig ein paar beeindruckende K.u.K.-Hotels an der Promenade errichtet.

 

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Typisch für die „Strände“ im heutigen Kroatien ist der betongewordene Bade-Traum. Nirgendwo auf der Welt findet man einen härteren Untergrund für das Badetuch, und erstaunlicherweise ist es auch an wenigen „Stränden“ der Welt so unfassbar voll.

 

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Besser also auf dem sanft beschatteten Weg zu gehen. Kommen wir zu seiner Hoheit König Karl I. von Rumänien …

 

 

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Der Herrscher über alle Rumänier und Rumänierinnen ritt dereinst, Ende des 19. Jahrhunderts, durch die Wälder oberhalb von Abbazia. Dort fand er aber keine Premiumwege, weswegen er sich bitter beim Ortsbürgermeister über die mangelnde Wegequalität beklagte.

 

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Um den König nicht zu vergrätzen, baute Freyherr Arthur von Schmidt-Zabierow eine vorbildliche Waldpromenade, auch heute noch ein zauberhafter, verwunschener Weg, fast ohne Höhenmeter, ideal an einem verregneten Nachmittag zu erwandern (in Istrien gibt es mehr Niederschlag übers Jahr als in London!)

 

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Ein wenig erinnert der Weg, der die Natur inszeniert und bespielt, an einen langgezogenen englischen Garten. Wunderschön, aber ein wenig künstlich. Abrupt dann das Ende des Weges an einem ehemaligen Ausflugslokal, das schon sehr lange ewigen Ruhetag hat. Also gleiche Strecke zurück, macht aber nichts, weil herlich.

 

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Interrailwandern, Folge 2: Wandern auf Ischia ist Hochleistungsport

Geschrieben am um 6:23

Eigentlich ganz schön: Am Strand losgehen, hoch, hoch, hinauf, den Wolken entgegen, von der Hitze am Wasser zur Hitze auf dem Gipfel. Wenn da nur nicht diese elenden steilen Wege auf Ischia wären. Eher senkrecht als steil. Mann-o-Mann. Dass die Wege auf Ischia hinauf zum höchsten Gipfel, dem Epomeo, höchst spärlich ausgeschildert sind, das kann ja mal passieren. Immerhin eine rot-weiße Markierung. Rot für das Blut, Weiß für den Schweiß und die Tränen.

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Oben dann großes Ausblickkino, viele kleine Silberfische im Wasser, wahrscheinlich Buckelwale auf dem Weg zur nächsten Fütterung.

 

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Auf dem Abstieg frage ich mich, was diese 0,55 sein sollen? Luftlinie, Höhenmeter, das waren doch nicht 550 Meter vom Gipfel abwärts? Niemals! Erst am Strand unten ist das Gehirn durchlüftet und ich begreife: Die Zeit war gemeint, 55 Minuten ab dem Schild zum Gipfel.

 

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Am übernächsten Tag noch eine Tour geplant, nicht auf den Epomeo, sondern dran vorbei, aber dafür einmal quer über die Insel. Das war der Plan. Bis der Pfad immer dschungelmäßiger, enger, unpassierbarer wurde und sich ein Kaktus in den Weg stellte. Man muss erkennen, wenn der Feind überlegen ist, also Rückzug, alles wieder retour gewandert und anschließend mit Schwimmflügelchen ins Meer.

 

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Nächste Woche prommeniere ich in Abbazia/Kroatien



Interrailwandern, Folge 1: Am Fuschlsee im Salzburger Land

Geschrieben am um 16:23

In diesem Sommer habe ich internationale Wanderwege getestet. Sehr empfehlenswert: Der Fuschlsee-Rundweg. 10,8 Kilometer abwechslungsreicher Wanderspaß. Besonders zu loben ist erstens:

 

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Das generelle Fahrradfahrverbot. Wann wird das auch auf deutschen Premiumwegen endlich einmal konsequent durchgesetzt?

 

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Sehr gut ist zweitens die landestypische Markierungsfarben (ich weiß, ich weiß, weiß ist keine Farbe), mehr als rot und weiß braucht es einfach nicht, fragt auch nach bei den Kölnern, Salzburgern und Franken. Erstaunlich drittens …

 

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Die überragende Armarbeit eines anonymen Wandermeisters, der auf dem Fuschlsee-Rundweg fotografiert wurde. Vorbildlich viertens …

 

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die fakultative Rückfahrtmöglichkeit mit dem Zillenboot, die wir nicht in Anspruch nahmen. Trotzdem toll, dass das Boot nach dem berühmten Berliner Original, dem Pinselheinrich, benannt wurde. Unbedingt empfehlenswert auch die Räucherfischbrötchen an der Anlegestelle neben dem Schloss Fuschl.

 

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Phantastisch fünftens die türkis-schillernde Wasserqualität des Sees, karibisch, Südsee Hilfsbegriff. Und sechstens einfach überragend …

 

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… wie man direkt am Fuschlsee Fotomotive inszenieren kann, über die selbst Caspar David Friedrich staunen würde. Und in der nächsten Interrailwander-Folge: warum Wandern auf Ischia nur bedingt empfehlenswert ist.



Auf den höchsten Berg der Insel

Geschrieben am um 7:39

Mit Fifty Five besuche ich ferne Gestaden und möchte heute von einem ganz besonderen Abenteuer erzählen. Wanderort: Ischia, Wanderzeit: Sommer. Mein Plan: Vom Meerespiegel hinauf zum höchsten Berg den Insel, den Epomeo auf 788 Meter. Jedes Jahr im April urlaubt übrigens auch die Kanzlerin auf der Insel der heißen Quellen, auch sie eine begeisterte Wandererin, das aber nur so nebenbei.

 

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Nach dem Start an Ischias größtem Strand im Süden ist schnell klar, dass auf Ischia nicht die Serpentine erfunden wurde. Gnadenlos steil geht man in den Berg hinein, vierzig bis fünfundvierzig Steigungsprozente sind gar keine Seltenheit. Wenn ein Fels im Wege steht, wird der eben weggesprengt, dann verläuft der Weg durch eine hohle Gasse.

 

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Schon fast am Gipfel angelangt, ging ich über einen (ausnahmsweise) fast ebenen Weg. Das war so erholsam, dass ich schon Visionen hatte: ich sah plötzlich am Wegrand ein Kamel und noch heute glaube ich, dass ich nicht halluzioniert habe.

 

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Auf dem Gipfel war ich leider nicht alleine, eine russische Familie war schon um kurz vor 8:00 Uhr vor mir dort gewesen. Die waren bestimmt nicht auf Meereshöhe losgegangen.

 

 

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Vom Gipfel des Epomeo kann man in allen Himmelsrichtungen die komplette Insel überblicken. Bei günstigem Wetter geht die Sicht bis Neapel und Capri. Nachdem ich auf den letzten Kilometer zum Epomeo nur durch Weinberge und unberührte Natur gewandert war, hätte ich niemals am höchsten Berg von Ischia eine Berggaststätte erwartet.

 

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Aber tatsächlich: In luftiger Höhe habe ich kleines Frühstückchen zu mir genommen, für ein Belohnungsbier war es noch etwas früh am Tage. Auch die Frisur saß noch nicht richtig. Na ja, nicht so entscheidend für einen richtigen Bergfex auf Ischia.

 

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Mit diesen sonnigen Gipfel-Impressionen empfehle ich mich für dieses Jahr 2018. Ich wünsche allen andrackblog-Fans wunderschöne Feiertage! Ich lege mich jetzt einen Monat in die Kältekammer, um ab 23. Januar 2019 wieder frisch weiter zu wandern und weiter zu bloggen.



Zu Fuß zum Vesuv

Geschrieben am um 7:26

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Das war mal wieder eine Wanderung, die auch meine letzte hätte sein können. Im Hintergrund Neapel, eine Stadt, die ich ausnahmsweise nicht besucht habe, weil der 1.FC Köln dort im Europapokal spielte. (internationale Effzeh-Spiele gibt es erst wieder ab nächsten Herbst). Nein, Neapel war der Ausgangspunkt meiner Expedition hinauf zum Vesuv. Okay, ich bin natürlich wie alle anderen erst mal die Serpentinen hinauf mit dem Bus gefahren, danach – wie alle anderen – die letzten 1.600 Meter zu Fuß gegangen. Zugegebenermaßen keine alpine Spitzenleistung.

 

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Und für alle, denen das noch zu anstrengend war, bot ein junger Mann Wanderstöcke an: „For free, kooostenlos“ rief er. Als eine ältere Frau sich einen Wanderstock schnappen wollte, hielt er die Hand auf: „Ein Euro“. Das ist gelebte neapolitanische Kostenlosigkeit.

 

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Man muss es noch einmal betonen: Der Vesuv ist ein AKTIVER Vulkan. Es ist zwar schon eine Weile her, dass er sich über Pompeji ergossen hat, aber man weiß ja nie. Mir ist es vor Ort erst klar geworden, welchen Wumms der Vulkanausbruch von August 79 hatte. Heute ist der Vesuv 1.281 Meter hoch. Nach Schätzungen war er vor dem Ausbruch ein 3.000-Meter-Berg. Wo sind die restlichen 1.700 Meter geblieben? Nun, die sind bei dem Ausbruch fünfzig Kilometer in die Höhe geschleudert worden und dann auf Pompeji und andere Städte gefallen. Ein monströser Steinregen. Auf dem Foto oben sieht man den eigentlichen, heute zart bewaldeten Kraterrand.

 

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Das, was heutzutage als eigentlicher Krater gilt, ist im engeren Sinne nur eine Art Nebenkrater. Damit nichts schief geht, bin ich mit dem neuesten rot-schwarzen Hemd von Fifty Five ausgestattet. Eigentlich heißen alle Hemden von Fifty Five André, seit dem Marsch auf den Vulkan ist es für mich das Modell „Vesuv“ – rot wie die Lava, schwarz wie vulkanisches Gestein.

 

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Obwohl das vulkanische Gestein ehrlich gesagt eine hell-beige Färbung hatte. Wieder am Bus angekommen, erhielten wir (im Bild auch die Schuhe meiner Tochter) eine exklusive Fuß- äh Schuhwaschung von unserem Busfahrer. Mit dem Hochdruck-Reiniger wurden unsere Schuhe so sauber, wie sie noch nie waren.

 

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Auf der Fahrt vom Vesuv hinunter nach Neapel sahen wir, wie vorbildlich die italienischen Sicherheitsvorkehrungen sind, falls es doch zu vulkanischen Aktivitäten kommen sollte. Für den Fall der Fälle steht die neapolitanische Feuerwehr bereit. Forza Italia!

 



Der Wald-Knigge

Geschrieben am um 7:34

Im Germanistik-Studium habe ich gelernt, dass es ein Missverständnis ist, den ehrwürdigen Freiherrn Knigge auf einen Benimm-Onkel zu reduzieren. Vielmehr hat der aufgeklärte Freimaurer Empfehlungen für den Umgang mit Menschen gemacht. Allerdings sollte man auch im Wald den Umgang miteinander beachten – oder mit Schildern.

 

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Denn es gibt Sachen, die gehen sozusagen beim Wandern, und anderes, was gar nicht geht. Ich fand es zum Beispiel empörend, als ich bei einer Gruppenwanderung in diesem Jahr ein Warnschild sah, das ich als diskriminierend empfand.

 

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Ich bilde mir ja ein, ein humoriges Naturell zu haben, aber was zu weit geht, geht zu weit. Harmlose Wanderer als Kröten zu bezeichnen ist unter Wald-Knigge-Gesichtspunkten ab-so-lut nicht akzeptabel. Nächstes Beispiel: Entspricht das noch dem Waldknigge: ein enger Felsdurchgang, kann man, darf man, sollte man das dicken, stämmigen, kräftigen, also einfach fetten Menschen zuzumuten?

 

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Vor zwei Jahren bin ich in der Nähe von Berdorf in der luxemburgischen Schweiz gewandert, und habe diese Felspassage, die den merkwürdigen Namen „Andrack“ trägt, nicht gefunden. Freundlicherweise hat meine Wanderkollegin Heike aus Sachsen die Mandrack-Passage wiederentdeckt. Aber ob sie dem Wald-Knigge entspricht? Ich weiß es nicht.

 

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Und auch das ist ja wohl voll krass überhaupt nicht Wald-Knigge. (Toll, wie ich die Jugendsprache beherrsche, oder? – denn auch Menschen Ü40 sollen sich durch diesen Blog angesprochen fühlen) Die Markierung eines Wanderwegs in Rheinhessen lädt dazu ein, über Wasser zu gehen. Wenn man vom rheinhessischen Wein gekostet hat, eine eher leichte Übung. Irritiert war ich allerdings, dass das Wanderschild eindeutig Einschusslöcher aufweist. Anscheinend wird in Rheinhessen noch scharf geschossen. Und das kann es doch nicht sein, Wald-Knigge hin und her. Also, wandert weiter, aber bitte mit Knigge im Hinterkopf.



Wanderlust in Berlin

Geschrieben am um 7:39

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Zunächst einmal: Sorry! Sorry, weil ich erst jetzt die geniale Ausstellung „Wanderlust“ in der Alten Nationalgalerie gesehen habe, die seit Mai läuft und am 16. September ihre Pforten schließt. Nun ja, ein paar Tage habt ihr ja noch, nach Berlin zu pilgern oder zu trampen, es lohnt sich wirklich.

 

 

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Auch die Bilder der eher unbekannten Künstler überzeugen, weil sie Geschichten von der Freude am Wandern erzählen. Der Dessauer Hofmaler Heinrich Beck malt 1839, wie ein Wanderer (vermutlich er selbst) den Wanderhut schwenkend (vielleicht sollte ich mir ja auch einen anschaffen) jubilierend das Etschtal erreicht. Das heißt: er hat die Alpen bezwungen, jetzt geht es nur noch bergab – Richtung Italien, dem gelobten Land.

 

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Oder hier: Heinrich Reinhold malte 1819 das Bild „Künstler erkunden die österreichischen Alpen“ Und mit welcher Lebensfreude diese Künstler das tun, sieht man im Bilddetail, sie turnen an ihrem Wanderstock über die Felsen, dass man direkt an Stabhochspringen denkt.

 

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Neben unzähligen supertollen Bildern dann natürlich das Highlight: Der Wanderer über dem Nebelmeer, ausgeliehen aus Hamburg. Interessanterweise hat Caspar David Friedrich sein eigenes Bild anscheinend nie so genannt. Und wenn man das Bild im Original sieht, fällt direkt der dunkel-türkise Samtanzug auf. Ganz schön schick für einen Wanderer! Vielleicht hätte ja Friedrich das Bild eher „Dandy hat sich verirrt“ genannt. Ich habe noch einen Verdacht. In der Ausstellung sind sehr viele Bilder zu sehen, auf denen sich die Künstler malen, wie sie malen, wandern, die Natur beobachten. Denn das war neu im 19. Jahrhundert in der akademischen Malerei: Der Blick öffnet sich, in die Bilder kommt Luft, Weite, Landschaft hinein. Also: Meiner Meinung nach ist der junge Mann, dessen Rücken wir sehen, Caspar David Friedrich selber.

 

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Ich habe mir also so meine Gedanken gemacht und das Bild angeschaut. Und habe einen Mann von hinten angeschaut. Spontan hat mein Kumpel Rolf ein Foto gemacht und jetzt schaut ihr gerade einen Mann an, der einen Mann von hinten anschaut. Und wenn jetzt noch jemand hinter Euch steht, der Euch zusieht, wie ihr einem Mann zuseht, der einen weiteren Mann von hinten anschaut – dann wird es langsam ziemlich psycho… Das Foto schmeichelt mir ehrlich gesagt nicht sehr. Guckt Euch mal meine „Frisur“ an.

 

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Andererseits ist natürlich die Sturmfrisur von C.D. Friedrich auch von einer Wildheit, die mit der Landschaft korrespondiert. Fazit: Fahrt nach Berlin, schaut es Euch an, oder kauft zumindest den hervorragenden Katalog.


Wer glaubt, Wandern ist fade und die Vorstufe zur Rollator-Rallye, muss diesen Blog lesen und wird staunen. Ob Kurioses am Wegesrand, schräge Hinweistafeln, Lebensgefahr am Wanderweg, skurile Wandervögel, betreutes Trinken am Steig, gigantische Aussichten oder extreme Herausforderungen im deutschen Mittelgebirge – bei andrackblog.de gibt es alles über das Thema Wandern. Jede Woche neu, (relativ) aktuell. Die besten Wander-Storys der Welt eben.

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