Wander-Blog von Manuel Andrack

Die besten Wander-Storys der Welt




Der Hohe Mark Steig II

Geschrieben am um 6:23

Weiter geht es auf dem Hohe Mark Steig, einem brandneuen Wanderweg in NRW, auf dem man die Vielfalt im Naturpark Hohe Mark entdecken kann – ausgedehnten Waldgebiete, Auenlandschaften, Wiesen, Weiden, Moore, Bäche, Flüsse und Seen. Ein Naturparadies an der Schnittstelle von Niederrhein, Ruhrgebiet und Münsterland.

 

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In Haltern wandern wir am Südufer des Stausees und erreichen schon bald ein Natur-Kleinod, die Westruper Heide. Grün ist die Heide, das ist der Titel eines berühmten Heimatfilms. Aber ist die Heide wirklich immer grün? Im August und September stimmt das nämlich nicht, dann blüht die Heide und es dominiert Die Farbe Lila. Wie abwechslungsreich die Landschaft ist, zeigt sich auf den ersten Metern.

 

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Wir wandern durch ein wahres Labyrinth von Wacholder-Sträuchen, das ist wie in einem Indiana-Jones-Film. Dann wieder öffnet sich der Blick auf weite, wellige Heideflächen. Ich fühle mich wie in Jenseits von Afrika. Zehn Monate lange beweiden 200 Heidschnucken und zehn Ziegen das Arreal, damit die Westruper Heide nicht zuwächst. Eigentlich nur schade, dass man aus den Früchten der zahlreichen Wacholdersträuchern (noch) keinen Gin brennt. Echt westfälischer Heide-Gin, das wäre doch klasse. Alles in allem ist die Westruper Heide ganz großes Wander-Kino.

 

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Am südlichsten Punkt des Hohe Mark Steigs erwartet uns der höchste Punkt des Naturparks Hohe Mark – der Stimberg. Unterhalb dieses 156,9 Meter hohen Bergriesen staunen wir über den verwunschenen Teufelsstein. Durch geologische Auffaltungen am Sandstrand eines urzeitlichen Meers vor 80 Millionen Jahre ist eine sehr bizarres Quarzitgestein entstanden.

 

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da wir nun in der Haardt wandern, ist das für alle anglophilen Hiker, Walker und Goer natürlich echtes Haard Walking. Und ob sich der Wald bewegt, Euch bewegt, oder ihr den Wald bewegt – also das muss im Endeffekt jeder für sich entscheiden.

 

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Kurz vor Ende unseres Wanderwegs in Olfen machen wir einen Abstecher zur Dreibogenbrücke, das ist der lohnenswerteste Abstecher der Welt. Die Alte Fahrt überspannt die Stever-Auen, es handelt sich um eine 1894 gebaute Kanalbrücke für den Dortmund-Ems-Kanal. Eine künstliche Wasserstraße wurde über einen natürlichen Fluss geführt. Eine Meisterleistung der damaligen Ingenieure. Der Kanal fließt schon lange nicht mehr nicht über die Brücke, Fußgänger und Radfahrer bevölkern das ehemalige Wasserbett.

 

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Unterhalb der Dreibogenbrücke erstreckt sich an der Stever ein wunderbarer Sandstrand. Ich habe sofort ein Handtuch ausgebreitet, um mir einen Platz für den nächsten Sommerurlaub zu sichern. Als ich mich gerade in das kühlende Wasser der Stever stürzen wollte, sprach mich ein Jugendlicher an, Typ Huckleberry Finn. Er zeigte mir einen Reichspfennig, den er mittels eines Magneten aus dem Fluss gefischt hatte. Magnetfischen, Dreibogenbrücke, Strand an der Stever-Aue, ein wirklich genialer Ort.



Der Hohe Mark Steig I

Geschrieben am um 6:23

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Ich stehe auf einem alten Brückenkopf am Rheinufer in Wesel. An der Promenade des Flusses startet eines der spannendsten Wander-Projekte der letzten Jahre: Der Hohe Mark Steig, 158 Kilometer Wanderspaß durch den Naturpark Hohe Mark.

 

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Ich schaue vom Brückenkopf Richtung Westen, mein Blick geht fast bis nach Holland und zur Nordsee. Im Süden kann man gerade noch die Lippemündung erkennen. Die Lippe wird auf dem Hohe Mark Steig eine gewisse Rolle spielen. Die Lippe ist, sagen die einen, der längste Fluss von NRW, andere Quellen sehen den Rhein vorne. Fakt ist: die Lippe ist dem Rhein komplett ebenbürtig. In Nordrhein-Lippe-Westfalen.

 

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Apropos Lippe. Die ist ja auch gut für Küsse zu gebrauchen. Und ist dieses Liebes-Vorhängeschloss auf dem historischen Brückenkopf von Wesel nicht allerliebst. Da haben sich zwei aber so richtig gern: Bambi und Klopfer! Bambi und Klopfer? Das sind doch ein Reh und ein Hase. Und die haben sich ganz doll lieb, knick knack und so? Wenn man eine Weile drüber nachdenkt eigentlich eine ganz schön perverse Angelegenheit

 

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Ein weiteres Highlight am Hohe Mark Steig ist die Rhader Kanzel südlich von Raesfeld. Wer vor dieser Kanzel einer Predigt lauschen will, ist am falschen Platz. Vielmehr ist das geräumige offene Holzhaus zur Wildbeobachtung eingerichtet worden. In einer ehemaligen Sandgrube sagen sich Fuchs und Hase Gute Nacht, manchmal aber auch Guten Morgen. Kein Scherz, als ich auf der Rhader Kanzel meine Blicke schweifen ließ, sah ich einen Fuchs und zwei Hasen. Die beiden Langohren jagten im Zickzack kreuz und quer, dass man denken konnte, sie würden einen Igel suchen, um mit diesem ein Rennen zu veranstalten. Wenn man von der Kanzel auf die ehemalige Sandgrube blickt, versteht man übrigens sofort das Wappen von Rhade: Ein Baumstumpf (für die gerodeten Waldflächen) auf blau (steht für den Himmel) und gelb (steht für den Sand). Aber das größte Spektakel kann man auf der Rhader Kanzel in der Brunftzeit erleben: Dann röhren die Hirsche so laut, dass es fast an Lärmbelästigung grenzt.

 

 

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In Flaesheim wandern wir Richtung Dachsberg, vorbei am neu gestalteten Waldspielplatz. Wir steigen Höhenmeter um Höhenmeter bergan, bis wir den Feuerwehrwachturm auf dem Rennberg erreicht haben. Ein mächtiges Bauwerk, 35 Meter hoch. Oben angekommen, bekomme ich ein kurzen Anfall von Höhenangst. Diesen Turm nutzen Wanderer, um eine phantastische Aussicht zu genießen. Bei guter Sicht kann man sogar die Spiele in der Schalke-Arena verfolgen. Der Turm dient aber auch dazu, Waldbrände frühzeitig zu erkennen und unter Kontrolle zu halten. Sollte es in der Haardt brennen, alarmiert der Wachdienst auf dem Ausguck die Feuerwehr und lotst sie zum Feuer. Nächste Woche mehr zum Hohe Mark Steig



Weißenstein und Weissenstein

Geschrieben am um 6:23

And the winner is … Overath. Seit fast zehn Jahren kürt das Land NRW den Wanderbahnhof des Jahres, ein Bahnhof also, der erstens gut erreichbar ist, zweitens über eine gewisse Infrastruktur verfügt (Stichworte Belohnungsbier und Wanderverpflegung beziehungsweise Wanderbier und Belohnungsverpflegung) und drittens natürlich wanderbar ist.

 

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Bevor es losging, habe ich mich nicht nur mit Wanderverpflegung und Fanartikeln des 1.FC Köln versorgt (warum tut man das eigentlich noch?), sondern wollte auch noch schnell heiraten, doppelt genäht hält besser, dachte ich, aber der Standesbeamte hatte einfach extrem viel zu tun, im Wanderbahnhof Overath wurde im Akkord geheiratet. Außerdem fiel mir im letzten Moment ein, dass ich ja schon verheiratet bin.

 

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Nach einem Steilstück durch den Wald erreichten wir den kleinen Ort Büscherhöfchen und die Straße Weißenstein beziehungsweise Weissenstein. Alte Rechtschreibung, neue Rechtschreibung? Alte Rechthaber und neue Rechthaber? Ich vermute, dass in dieser kleinen Stichstraße mindestens zwei pensionierte Oberstudienräte wohnen, die über dicke Aktenordner verfügen, in denen sie hunderte Gutachten von Historikern, Sprachwissenschaftlern und Weißer-Riese-Forschern gesammelt haben, um sich gegenseitig zu beweisen, wie denn nun dieser Weißenstein beziehungsweise Weissenstein geschrieben wird. Sehr salomonisch, beide Versionen auszuschildern.

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Ein richtiger Pilgerweg ist ohne Pilgereinkehr natürlich nichts wert. Daher neben dem Dom in Marialinden Haus Altenrath. Sehr zu empfehlen, vor allem das Päffgen Kölsch vom Fass. Man sollte aber entweder alleine oder mit einer Gruppe zehn Liter schaffen, sonst schlägt der Wirt kein Fässchen an.

 

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Der schönste Teil des Weges eindeutig die zweite Hälfte ab Marialinden, vor allem die Passage an der Agger, aber auch kurz davor der Weg an einem Bauernhaus vorbei. Liebliche Zwerge und Schneewittchen grüßen vom Wegrand und der Bauer hat zwar keine Leiche im Keller, aber eine Leiche im Grünschnitt.

 

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Wenn man den Overather Ortsteil Wasser erreicht, möchte man fast die Bewohner des Ortsteils bedauern, denn wahrscheinlich müssen sie sich ständig das blöde Wortspiel anhören: „Du hast wohl zu nah am Wasser gebaut!“ Der totale Heuler.

 

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Dann aber noch der Pfad an der Agger entlang, ich erwähnte es schon. Und ruckizucki ist man wieder am Wanderbahnhof 2019 in Overath angekommen. Möglichst aber die Tour so timen, dass man erst ab 17:00 am Bahnhof ankommt, denn vorher hat die sehr gute Bahnhofsgaststätte nicht geöffnet.

 

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Sensationelle Fähigkeiten auf dem 3-Türmeweg in Hagen

Geschrieben am um 7:24

Der 3-Türmeweg in Hagen ist ein Premiumweg der Superlative: Der einzige Premiumweg des Ruhrgebiets! Der schönste Premiumweg einer deutschen Großstadt! Der coolste Oberbürgermeister! Sogar ein Turm mehr als beim Schach!

 

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Manchmal scheint es mir, als würden sich gerade auf dem 3Türmeweg ganz besondere Fähigkeiten entwickeln. Ich hätte zum Beispiel nie gedacht, dass ich mit meinen beiden linken Händen einmal ein überwältigendes Schnitzkunstwerk fertigen würde.

 

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Im April 2018 und April 2019 habe ich mir den ersten und bisher einzigen Premiumweg des Ruhrgebiets in Hagen angeschaut. Der Drei-Türme-Weg mit abwechslungsreichen Wegabschnitten ist hübsch zu wandern. Und um den Weg noch hübscher zu machen, drückten Hagener Touristiker mir ein Schnitzmesser in die Hand. Ich? Schnitzen? Aber siehe da, flugs wurde ich zum Tilman Riemenschneider von Hagen.

 

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Manchmal wird man als Wanderexperte sogar zum Model aufgewertet. Man braucht nur einen Oberbürgermeister von Hagen (links), dessen Büroleiter (Mitte) und einen Rahmen, schon ergibt sich eines der schönsten Meisterwerke, die je in Hagen entstanden sind.

 

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Oberbürgermeister Erik Schmidt war im übrigen sehr hart im Nehmen. Während ich jämmerlich daran scheiterte, die kleine Flasche Mein-Hagen-Schnaps zu exen (immerhin sind da 0,05 Liter drin), schluckte der Oberbürgermeister wie ein Vollprofi, Chapeau! Aber auch diese Fähigkeit habe ich beim dritten Versuch erlangt. Von einem der drei Türme, dem Bismarcktürme, habe ich in die Ferne geschaut …

 

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Und wer in Hagen in die Ferne guckt, kann die Fernuniversität entdecken, an der nicht nur Olli Kahn seinen Abschluss gemacht hat. Ich hätte nicht gedacht, dass man für eine Lehranstalt, deren Studierenden in der Ferne lernen, so große Gebäude braucht.

Eine ganz besondere Fähigkeit habe ich am Wildgehege kurz hinter dem Kaiser-Friedrich-Turm entdeckt …

 

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… ich kann mit einer Schere ein rotes Band zerschneiden und eine Aussichtsplattform eröffnen, sensationell. Das ist mir aber nur gelungen, weil mir Hagens Oberbürgermeister zeigte, wie das geht. Betreutes Rotes-Band-Durchschneiden gewissermaßen. Oder, um bei den Superlativen zu bleiben: Erfolgreichstes Rotes-Band-Durchschneiden aller Zeiten!

 



Bahnhofseinkehr IV: Gaffel am Dom

Geschrieben am um 8:55

Teil Vier der spektakulären Reihe „Die-wo-kehre-ich-in-Deutschland-in-Bahnhofs-Nähe-ein-wenn-ich-eher-wenig-Zeit-habe-Gaststätten. Heute: Gaffel am Dom in Köln. Eigentlich natürlich sehr bitter, wenn meine Heimatstadt nur Durchgangsstation ins Saarland ist. Aber immer noch besser, eine kurze Pause an der schönsten Kathedrale der Welt einzulegen, als im Zug vorbei zu rasen und Tränen der Heimatliebe zu vergießen. Regel Nummer Eins: Nie den Hauptbahnhof in nördlicher Richtung (Breslauer Platz) verlassen, da man ansonsten von schlimmen Depressionen besucht wird.

 

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Nein, man sollte zum Haupteingang hinaus gehen, dann direkt auf die gegenüberliegende Seite des Bahnhofsvor-Platzes (der übrigens nicht die Domplatte ist!!!) und schon sitzt man draußen bei Gaffel am Dom und hat ein Kölsch in der Hand. Im Winter muss man noch dreißig Meter weiter gehen und dann in die Brauwirtschaft hinein. Von April bis Oktober ergeben sich im „Biergarten“ aufregende Ausblicke

 

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Ich sage nur: Ein Hurra! Auf die blaue 1. FC Köln-Jacke! Dazu eines der beeindruckendsten Bauarbeiter-Dekoltées, das ich jemals gesehen habe.

 

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Das weltgeschichtlich Bedeutsame der Bier-Tränke vor dem Bahnhof ist offensichtlich: Denn Köln ist zur Chiffre geworden, bei „Köln“ denkt mittlerweile jeder an jene verhängnisvolle Silvesternacht 2016. Selbst die New York Times assoziiert mit „Köln“ nicht Karneval, Dom und den Effzeh, sondern triebgestörte Kriminelle (die übrigens alle von Frau Merkel persönlich nach Deutschland eingeladen wurden, wer das bestreitet, ist Fake-News-Opfer), die auf der Domplatte Jagd auf Frauen machten.

 

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Weil Gaffel am Dom oft eine Durchgangsstation für mich ist, gelingt es mir nie, den Deckel rund zu trinken. Für einen Kölner eigentlich unverzeihlich.



Der Wald verändert sich

Geschrieben am um 8:07

Der Wald verändert sich, nicht nur in NRW. Jeden Freitag gibt es einen neuen You-Tube-Clip auf der Facebook-Seite von Wald und Holz NRW und dem Youtube-Kanal von Wald und Holz NRW. Ich erkunde als Waldbotschafter, was los ist in unseren Wäldern. Eine Menge Holz liegt nicht nur vor der Hütte, sondern im Wald herum, daran werden wir Wanderer uns gewöhnen müssen.

 

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Wieder was gelernt: Die aufeinander geschichteten Baumstämme heißen nicht Holzstapel oder Holzhaufen, sondern Holzpolter. Das Holzpolter. Und nach diesem trockenen Sommer gibt es, Holterdipolter!, eine riesige Menge Holz am Wegrand, so gewaltig, dass es nicht genug Holzlaster gibt, es in die Sägewerke zu fahren. Warum das so ist, erklären mir in einigen You-Tube-Clips die Förster von Wald und Holz NRW. In Kurzform: Durch den trockenen Sommer konnten sich der Borkenkäfer derart vermehren, dass er zwei Millionen Fichtenbäume kaputt gemacht hat. Die müssen jetzt schnell gefällt werden und raus aus dem Wald, sonst droht akute Ansteckungsgefahr.

 

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Wegen der Trockenheit hatte die Fichte keine Möglichkeit sich selbst (mit Harz) gegen die kleinen Monster zu wehren. Gifteinsatz ist nicht zielführend. Also muss im Endeffekt die ganz große Waffe gegen den kleinen Quälgeist Borkenkäfer eingesetzt werden: Der Harvester, der im Minutentakt die Fichten aus dem Wald holt. Ein brachiales Schauspiel.

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Die Förster staunten, dass ich noch nie einen Harvester in Aktion gesehen hätten. Diese Witzbolde: wenn das Ding in Aktion ist, ist doch der Waldweg gesperrt – und ich würde natürlich nieeeee-mals einen gesperrten Waldweg betreten.

Aber daran werden wir uns in unseren Wander-Wäldern gewöhnen müssen: Öfter einmal gesperrte Wanderwege, damit die Forstbetriebe der dramatischen Lage Herr werden. Bitte habt Verständnis! Und man muss sich an den Anblick neuer Kahlflächen gewöhnen müssen …

 

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Und manchmal sieht das ja auch richtig schön aus. Denn auch das muss man sagen: Die Borkenkäferplage dieses Jahres beschleunigt den Waldumbau – mehr klimaresistente und schädlingsresistente Baumarten, weg von der Fichte, mehr Mischwald. Und Abwechslung im Wald ist ja auch schön für alle Wanderer.



Der vierte Fifty Five Wandertag in Netphen

Geschrieben am um 6:45

Fifty Five hat schon zum vierten Mal im wunderschönen Siegerland bei Kaiserwetter eine Septemberwanderung veranstaltet. Was braucht man, um Jahr für Jahr eine derart unterhaltsame Wanderung mit unterschiedlichen Touren auf die Beine zu stellen? Erstens benötigt man zwei erfahren Wanderhasen.

 

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Es gibt Wandervögel, aber noch besser sind Wanderhasen am Hasenbahnhof. Helmut vollbringt als erfahrener SGV-Wanderführer jedes Jahr das Kunststück, direkt vom Fifty-Five-Domizil in Netphen an der Siegaue eine attraktive Wanderroute zu entwerfen. Respekt! Nebenbei trägt Helmut als Wandermodel die Fifty-Five-Jacke „Alert“, die in einem Test von Soft-Shell-Jacken aller bekannten deutschen Marken die NUMMER EINS war: Mit einer Durchschnittsnote von 1,4.

 

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Zweitens benötigt man für eine gelungene Fifty-Five-Wanderung einen Ulli und einen Manuel, die beiden Zwillinge, die noch nicht mal die eigene Mutter unterscheiden kann, so ähnlich sind sich die beiden.

 

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Drittens braucht man für eine überraschende Fifty-Five-Wanderung eine skurille Begegnung im Wald mit regionaler Färbung. Wir sahen im Wald ungefähr zehn Männer, die Reisig sammelten und zu Bündeln schnürten. Das waren die Martinsfeuer-Jungs, die schon im September das Holz sammeln, um am 11. November ein ordentliches (zwanzig Meter hohes) Martinsfeuer anzufackeln. Da braucht man im Anhänger natürlich jede Menge Löschmaterial.

 

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Viertens sollte man bei einem Fifty-Five-Wandertag immer daran denken, ausreichend im Lagerverkauf zu shoppen. Und dann machte ich eine Entdeckung, die auch diese Fifty-Five-Wanderung zu einer ganz besonderen machte.

 

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Auf einer Premiumbiermarke, deren Name hier nicht verraten wird, ist tatsächlich im Logo ein Wanderweg versteckt, der zu einem Turm führt. Das ist natürlich der Kindelsbergturm oberhalb von Krombach, und auf dem Kindelsbergpfad bin ich selbstredend auch schon gewandert.

 

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Und dieser Turm sollte (fünfte Bedingung für eine gelungene Fifty-Five-Wandertour) immer zu sehen sein, wenn man oberhalb von Netphen wandert.

 

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Zum Schluß unserer Tour kamen wir noch am Norbert-Dickel-Stadion (das den gleichen Großsponsor wie der FC hat) von Netphen vorbei. Der ehemalige BVB-Stürmer und jetzige Kult-Stadionsprecher hat seine ersten Erfolgen in genau diesem Stadion gefeiert. Das freut alle Wanderhasen und Wanderhäsinnen.



Die große Fifty Five Familienwanderung beim 118. Deutschen Wandertag in Detmold

Geschrieben am um 9:29

Ich denke, dass ich mit meinen geliebten Wanderhemden von Fifty Five farblich ganz gut fahre. Nicht zu unscheinbar, nicht zu grell, einfach perfekt. Mitte August habe ich einen besonders bunten Wandervogel getroffen.

 

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Ich bin Trixi am Vogelpark in Detmold-Heiligenkirchen begegnet. Und ich muss sagen: Ganz schön bunt, so ein Federkleid, mir wäre das etwas zu auffällig, ich bin mehr so der dezente Typ. Im letzten Moment entschied sich Trixi dagegen mit zu gehen. Also bin ich ohne Wandervogel mit achtzig weiteren Mitwanderern hinauf zum Hermannsweg gelaufen.

 

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Erfreulicherweise wanderten viele Kinder mit, es war eben eine Familienwanderung. Pädagogisch wertvoll erläuterte unsere Wanderführerin, wie ein Bruchsteinhaus entsteht. Als praktische Übung sollten danach die Kinder aus den Steinen alleine ein komplettes Haus bauen.

 

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Das Motto des 118. Wandertags was „Gemeinsam unterwegs“. Zwei Sachen fand ich toll: Erstens passt der Slogan „Gemeinsam unterwegs“ zu meiner diesjährigen Raiffeisen-Tour, denn schon der Genossenschaftsgründer Friedrich Wilhelm Raiffeisen wusste. „Was einer nicht schafft, das schaffen viele“ Das gilt nun mal auch für Wanderungen. Zum zweiten war der Slogan auf einer blauen Fifty-Five-Weste zu lesen, denn die Outdoorfirma aus dem Siegerland sponsert schon seit Jahren den Deutschen Wandertag.

 

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Seit April gibt es zwischen Vogelpark, Adlerwarte Berlebeck und Externsteine einige schöne Kinderwandertouren unter dem Label „Kinder Erlebniswelt Natur“. Ich finde es natürlich klasse, dass man sich im Land des Hermamns um das Kinderwandern bemüht. Alle Wege sind mit einem „Oh!“ markiert. Staunen soll man auf den Wegen. Und die Region ist ja auch als OWL bekannt – Ostwestfalen-Lippe. Wobei die Lipper sagen, ohne das „L“ bliebe ja nur noch „Oh Weh!“

 

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Über die Grüße des Berg Cafés in Berlebeck habe ich mich unglaublich gefreut. Denn die Besitzerin hatte dort noch meine Einkehr im Jahr 2004 noch in guter Erinnerung, die ich in meinem ersten Wanderbuch beschrieben habe. Ob die Thunfischpizza immer noch sechs Euro kostet und nach neun Euro schmeckt, weiß ich allerdings nicht.

Ich weiß aber, dass die Grillwürste und Kuchenstücke nach der großen Fifty-Five-Wanderung am 8. September in Netphen hervorragend schmecken werden. Ihr seid noch nicht angemeldet? Das geht ganz einfach unter info@fiftyfive.eu, bei facebook.com/FiftyFive oder auf der Homepage von Fifty Five. Und auf dieser Homepage wird auch ein ganz besonders freudiges Ereignis verkündet! Darüber werde ich bald mehr berichten …



Es gibt kein schlechtes Wetter – auf der großen Fifty Five Wanderung in Netphen

Geschrieben am um 8:44

Uiuiui, das konnte ja was geben. Auf wetteronline.de waren größere Feuchtgebiete für den letzten Samstag angekündigt. Aber der Termin für den großen Fifty-Five-Wandertag war ja schon lange festgelegt. Wie übrigens auch schon der Termin für nächstes Jahr feststeht. Am 8. September 2018 treffen wir uns alle wieder in Netphen und erforschen auf Schusters Rappen unter der Leitung von SGV-Papst Helmut Göbel das Fifty-Five-Land.

Aber zurück zu diesem Jahr. Es regnete junge Hunde und Katzen, als ich am Firmensitz des Familienunternehmens ankam. Ich habe alle 35 Mitwanderer bewundert, die sich bei diesem Wetter überhaupt aus dem Bett gequält haben. Sicherheitshalber habe ich mich noch mit einer neuen feuerwehrroten Regenjacke ausstatten lassen, und schon ging es los…

 

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Man muss dazu sagen, dass die Wettergötter mit uns waren (wenn Engel wandern…) und der Regen wenige Minuten nach dem Start der ersten Wanderung versiegte. Aber ich wäre ja auch mit meiner neuen Jacke immer auf der sicheren Seite gewesen. „Diese Regenjacke ist dermaßen wasserdicht“, versicherte mir glaubhaft ein Mitwanderer, „die nehmen manche Leute sogar als Taucheranzug“. Na, das ist doch total prima.

Die Stimmung in der Wandertruppe war großartig…

 

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Es ergaben sich schöne Blicke und manche waren sogar etwas enttäuscht, dass es nicht mehr dauerregnete. Man hatte gehofft, mir eine der größten Natur-Attraktionen des Siegerlands präsentieren zu können – den ausgiebigen Regen. Ich ließ mir berichten: „Wenn wir irgendwo in Deutschland 14 Tage Urlaub gemacht haben, nur Sonnenschein sage ich Dir, und dann fahren wir mit dem Auto nach Hause, ins Siegerland, dann geht spätestens hinter Herborn schon der Scheibenwischer an – automatisch!”

 

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Natürlich hat das Siegerland auch noch andere Tücken neben der Regenintensität. Zum Beispiel ist es immer noch nicht gelungen, die vielen Berge einzuebnen. So muss man auch im 21. Jahrhundert im Siegerland immer noch Berge hinauf steigen, ganz schön anstrengend. Und natürlich auch ein Grund, extrem breitbeinig auf der Erholungs-Bank zu sitzen.

Im Rückblick betrachtet…

 

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… war auch dieser Fifty-Five-Wandertag wieder ein kolossales Erlebnis. Auch wenn ich mit der zweiten Wandertruppe am Ende dann noch fürchterlich in den Regen gekommen bin. Aber am Ziel wurden wir dann von Chef Ulli Baldus und seiner Crew mit Kuchen und Bier und Grillwurst umsorgt (alles für umme!) und oberndrauf gab es noch ein kleines Präsent für jeden Wanderer. Wir sehen uns am 8. September 2018 wieder!



Polyamouröse Fans am Neanderlandsteig

Geschrieben am um 9:19

Am 6. Mai wurde die Neanderland-Wanderwoche in Velbert-Neviges gestartet. Vier Jahre ist der Neanderlandsteig mittlerweile am Start, aber ein Ende der Begeisterung im Kreis Mettmann ist nicht in Sicht.

 

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350 Wanderer inklusive Polit-Prominenz machten sich auf die Socken und erklommen die Höhen rund um die Windrather Kapelle. Der Weg, den ich schon oft beschrieben habe, geht an vielen Höfen vorbei – Bio-Höfe, Forellen-Hof, Reiter-Höfe. Und mittendrin zwischen Neviges und Nordrath, so habe ich das in allen bisherigen Publikationen gezeichnet und beschrieben: Der BVB-Hof – ein Bauernhof mit einer riesigen scharz-gelben Flagge vor der Tür. Meine Überraschung war enorm, als ich das erste Mal eine komplett andere Flagge dort wehen sah. Nicht gerade die Schalke-Fahne, aber…

 

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… die St.Pauli-Flagge. Häääh? Möglichkeit Eins: Der Besitzer des Hofes hat gewechselt, BVB-Fan hat an St. Pauli-Fan verkauft. Möglichkeit Zwei: Der Bauernhof-Eigentümer ist BVB-Fan, seine Frau aber St.Pauli-Fan (oder umgekehrt) und jeden Tag wird die Fahne gewechselt. Möglichkeit Drei: Der Bauernhof-Mann gehört zur Kategorie der polyamourösen Fans, er ist SOWOHL BVB-Fan als auch St.Pauli-Fan. Für letzere These spricht die Hoftür, an der noch weitere Vereine verewigt sind.

 

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Über polyamouröse Fans könnt ihr auch ab 1. August in „Lebenslänglich Fußball. Vom Wahnsinn ein Fan zu sein“ lesen. Ob die Texte etwas taugen, weiß ich nicht, aus gut unterrichtetetn Kreisen heißt es: „Wenn das Buch erscheint, wird es das beste und einzige Fußballfanbuch da draußen sein“


Wer glaubt, Wandern ist fade und die Vorstufe zur Rollator-Rallye, muss diesen Blog lesen und wird staunen. Ob Kurioses am Wegesrand, schräge Hinweistafeln, Lebensgefahr am Wanderweg, skurile Wandervögel, betreutes Trinken am Steig, gigantische Aussichten oder extreme Herausforderungen im deutschen Mittelgebirge – bei andrackblog.de gibt es alles über das Thema Wandern. Jede Woche neu, (relativ) aktuell. Die besten Wander-Storys der Welt eben.

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