Wander-Blog von Manuel Andrack

Die besten Wander-Storys der Welt




Der Wald verändert sich

Geschrieben am um 8:07

Der Wald verändert sich, nicht nur in NRW. Jeden Freitag gibt es einen neuen You-Tube-Clip auf der Facebook-Seite von Wald und Holz NRW und dem Youtube-Kanal von Wald und Holz NRW. Ich erkunde als Waldbotschafter, was los ist in unseren Wäldern. Eine Menge Holz liegt nicht nur vor der Hütte, sondern im Wald herum, daran werden wir Wanderer uns gewöhnen müssen.

 

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Wieder was gelernt: Die aufeinander geschichteten Baumstämme heißen nicht Holzstapel oder Holzhaufen, sondern Holzpolter. Das Holzpolter. Und nach diesem trockenen Sommer gibt es, Holterdipolter!, eine riesige Menge Holz am Wegrand, so gewaltig, dass es nicht genug Holzlaster gibt, es in die Sägewerke zu fahren. Warum das so ist, erklären mir in einigen You-Tube-Clips die Förster von Wald und Holz NRW. In Kurzform: Durch den trockenen Sommer konnten sich der Borkenkäfer derart vermehren, dass er zwei Millionen Fichtenbäume kaputt gemacht hat. Die müssen jetzt schnell gefällt werden und raus aus dem Wald, sonst droht akute Ansteckungsgefahr.

 

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Wegen der Trockenheit hatte die Fichte keine Möglichkeit sich selbst (mit Harz) gegen die kleinen Monster zu wehren. Gifteinsatz ist nicht zielführend. Also muss im Endeffekt die ganz große Waffe gegen den kleinen Quälgeist Borkenkäfer eingesetzt werden: Der Harvester, der im Minutentakt die Fichten aus dem Wald holt. Ein brachiales Schauspiel.

https://www.youtube.com/attribution_link?a=ecReyVeuj3fAvLje&u=/watch%3Fv%3D_LLld1HCd28%26feature%3Dem-share_video_user

Die Förster staunten, dass ich noch nie einen Harvester in Aktion gesehen hätten. Diese Witzbolde: wenn das Ding in Aktion ist, ist doch der Waldweg gesperrt – und ich würde natürlich nieeeee-mals einen gesperrten Waldweg betreten.

Aber daran werden wir uns in unseren Wander-Wäldern gewöhnen müssen: Öfter einmal gesperrte Wanderwege, damit die Forstbetriebe der dramatischen Lage Herr werden. Bitte habt Verständnis! Und man muss sich an den Anblick neuer Kahlflächen gewöhnen müssen …

 

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Und manchmal sieht das ja auch richtig schön aus. Denn auch das muss man sagen: Die Borkenkäferplage dieses Jahres beschleunigt den Waldumbau – mehr klimaresistente und schädlingsresistente Baumarten, weg von der Fichte, mehr Mischwald. Und Abwechslung im Wald ist ja auch schön für alle Wanderer.



Der vierte Fifty Five Wandertag in Netphen

Geschrieben am um 6:45

Fifty Five hat schon zum vierten Mal im wunderschönen Siegerland bei Kaiserwetter eine Septemberwanderung veranstaltet. Was braucht man, um Jahr für Jahr eine derart unterhaltsame Wanderung mit unterschiedlichen Touren auf die Beine zu stellen? Erstens benötigt man zwei erfahren Wanderhasen.

 

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Es gibt Wandervögel, aber noch besser sind Wanderhasen am Hasenbahnhof. Helmut vollbringt als erfahrener SGV-Wanderführer jedes Jahr das Kunststück, direkt vom Fifty-Five-Domizil in Netphen an der Siegaue eine attraktive Wanderroute zu entwerfen. Respekt! Nebenbei trägt Helmut als Wandermodel die Fifty-Five-Jacke „Alert“, die in einem Test von Soft-Shell-Jacken aller bekannten deutschen Marken die NUMMER EINS war: Mit einer Durchschnittsnote von 1,4.

 

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Zweitens benötigt man für eine gelungene Fifty-Five-Wanderung einen Ulli und einen Manuel, die beiden Zwillinge, die noch nicht mal die eigene Mutter unterscheiden kann, so ähnlich sind sich die beiden.

 

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Drittens braucht man für eine überraschende Fifty-Five-Wanderung eine skurille Begegnung im Wald mit regionaler Färbung. Wir sahen im Wald ungefähr zehn Männer, die Reisig sammelten und zu Bündeln schnürten. Das waren die Martinsfeuer-Jungs, die schon im September das Holz sammeln, um am 11. November ein ordentliches (zwanzig Meter hohes) Martinsfeuer anzufackeln. Da braucht man im Anhänger natürlich jede Menge Löschmaterial.

 

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Viertens sollte man bei einem Fifty-Five-Wandertag immer daran denken, ausreichend im Lagerverkauf zu shoppen. Und dann machte ich eine Entdeckung, die auch diese Fifty-Five-Wanderung zu einer ganz besonderen machte.

 

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Auf einer Premiumbiermarke, deren Name hier nicht verraten wird, ist tatsächlich im Logo ein Wanderweg versteckt, der zu einem Turm führt. Das ist natürlich der Kindelsbergturm oberhalb von Krombach, und auf dem Kindelsbergpfad bin ich selbstredend auch schon gewandert.

 

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Und dieser Turm sollte (fünfte Bedingung für eine gelungene Fifty-Five-Wandertour) immer zu sehen sein, wenn man oberhalb von Netphen wandert.

 

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Zum Schluß unserer Tour kamen wir noch am Norbert-Dickel-Stadion (das den gleichen Großsponsor wie der FC hat) von Netphen vorbei. Der ehemalige BVB-Stürmer und jetzige Kult-Stadionsprecher hat seine ersten Erfolgen in genau diesem Stadion gefeiert. Das freut alle Wanderhasen und Wanderhäsinnen.



Die große Fifty Five Familienwanderung beim 118. Deutschen Wandertag in Detmold

Geschrieben am um 9:29

Ich denke, dass ich mit meinen geliebten Wanderhemden von Fifty Five farblich ganz gut fahre. Nicht zu unscheinbar, nicht zu grell, einfach perfekt. Mitte August habe ich einen besonders bunten Wandervogel getroffen.

 

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Ich bin Trixi am Vogelpark in Detmold-Heiligenkirchen begegnet. Und ich muss sagen: Ganz schön bunt, so ein Federkleid, mir wäre das etwas zu auffällig, ich bin mehr so der dezente Typ. Im letzten Moment entschied sich Trixi dagegen mit zu gehen. Also bin ich ohne Wandervogel mit achtzig weiteren Mitwanderern hinauf zum Hermannsweg gelaufen.

 

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Erfreulicherweise wanderten viele Kinder mit, es war eben eine Familienwanderung. Pädagogisch wertvoll erläuterte unsere Wanderführerin, wie ein Bruchsteinhaus entsteht. Als praktische Übung sollten danach die Kinder aus den Steinen alleine ein komplettes Haus bauen.

 

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Das Motto des 118. Wandertags was „Gemeinsam unterwegs“. Zwei Sachen fand ich toll: Erstens passt der Slogan „Gemeinsam unterwegs“ zu meiner diesjährigen Raiffeisen-Tour, denn schon der Genossenschaftsgründer Friedrich Wilhelm Raiffeisen wusste. „Was einer nicht schafft, das schaffen viele“ Das gilt nun mal auch für Wanderungen. Zum zweiten war der Slogan auf einer blauen Fifty-Five-Weste zu lesen, denn die Outdoorfirma aus dem Siegerland sponsert schon seit Jahren den Deutschen Wandertag.

 

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Seit April gibt es zwischen Vogelpark, Adlerwarte Berlebeck und Externsteine einige schöne Kinderwandertouren unter dem Label „Kinder Erlebniswelt Natur“. Ich finde es natürlich klasse, dass man sich im Land des Hermamns um das Kinderwandern bemüht. Alle Wege sind mit einem „Oh!“ markiert. Staunen soll man auf den Wegen. Und die Region ist ja auch als OWL bekannt – Ostwestfalen-Lippe. Wobei die Lipper sagen, ohne das „L“ bliebe ja nur noch „Oh Weh!“

 

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Über die Grüße des Berg Cafés in Berlebeck habe ich mich unglaublich gefreut. Denn die Besitzerin hatte dort noch meine Einkehr im Jahr 2004 noch in guter Erinnerung, die ich in meinem ersten Wanderbuch beschrieben habe. Ob die Thunfischpizza immer noch sechs Euro kostet und nach neun Euro schmeckt, weiß ich allerdings nicht.

Ich weiß aber, dass die Grillwürste und Kuchenstücke nach der großen Fifty-Five-Wanderung am 8. September in Netphen hervorragend schmecken werden. Ihr seid noch nicht angemeldet? Das geht ganz einfach unter info@fiftyfive.eu, bei facebook.com/FiftyFive oder auf der Homepage von Fifty Five. Und auf dieser Homepage wird auch ein ganz besonders freudiges Ereignis verkündet! Darüber werde ich bald mehr berichten …



Es gibt kein schlechtes Wetter – auf der großen Fifty Five Wanderung in Netphen

Geschrieben am um 8:44

Uiuiui, das konnte ja was geben. Auf wetteronline.de waren größere Feuchtgebiete für den letzten Samstag angekündigt. Aber der Termin für den großen Fifty-Five-Wandertag war ja schon lange festgelegt. Wie übrigens auch schon der Termin für nächstes Jahr feststeht. Am 8. September 2018 treffen wir uns alle wieder in Netphen und erforschen auf Schusters Rappen unter der Leitung von SGV-Papst Helmut Göbel das Fifty-Five-Land.

Aber zurück zu diesem Jahr. Es regnete junge Hunde und Katzen, als ich am Firmensitz des Familienunternehmens ankam. Ich habe alle 35 Mitwanderer bewundert, die sich bei diesem Wetter überhaupt aus dem Bett gequält haben. Sicherheitshalber habe ich mich noch mit einer neuen feuerwehrroten Regenjacke ausstatten lassen, und schon ging es los…

 

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Man muss dazu sagen, dass die Wettergötter mit uns waren (wenn Engel wandern…) und der Regen wenige Minuten nach dem Start der ersten Wanderung versiegte. Aber ich wäre ja auch mit meiner neuen Jacke immer auf der sicheren Seite gewesen. „Diese Regenjacke ist dermaßen wasserdicht“, versicherte mir glaubhaft ein Mitwanderer, „die nehmen manche Leute sogar als Taucheranzug“. Na, das ist doch total prima.

Die Stimmung in der Wandertruppe war großartig…

 

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Es ergaben sich schöne Blicke und manche waren sogar etwas enttäuscht, dass es nicht mehr dauerregnete. Man hatte gehofft, mir eine der größten Natur-Attraktionen des Siegerlands präsentieren zu können – den ausgiebigen Regen. Ich ließ mir berichten: „Wenn wir irgendwo in Deutschland 14 Tage Urlaub gemacht haben, nur Sonnenschein sage ich Dir, und dann fahren wir mit dem Auto nach Hause, ins Siegerland, dann geht spätestens hinter Herborn schon der Scheibenwischer an – automatisch!”

 

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Natürlich hat das Siegerland auch noch andere Tücken neben der Regenintensität. Zum Beispiel ist es immer noch nicht gelungen, die vielen Berge einzuebnen. So muss man auch im 21. Jahrhundert im Siegerland immer noch Berge hinauf steigen, ganz schön anstrengend. Und natürlich auch ein Grund, extrem breitbeinig auf der Erholungs-Bank zu sitzen.

Im Rückblick betrachtet…

 

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… war auch dieser Fifty-Five-Wandertag wieder ein kolossales Erlebnis. Auch wenn ich mit der zweiten Wandertruppe am Ende dann noch fürchterlich in den Regen gekommen bin. Aber am Ziel wurden wir dann von Chef Ulli Baldus und seiner Crew mit Kuchen und Bier und Grillwurst umsorgt (alles für umme!) und oberndrauf gab es noch ein kleines Präsent für jeden Wanderer. Wir sehen uns am 8. September 2018 wieder!



Polyamouröse Fans am Neanderlandsteig

Geschrieben am um 9:19

Am 6. Mai wurde die Neanderland-Wanderwoche in Velbert-Neviges gestartet. Vier Jahre ist der Neanderlandsteig mittlerweile am Start, aber ein Ende der Begeisterung im Kreis Mettmann ist nicht in Sicht.

 

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350 Wanderer inklusive Polit-Prominenz machten sich auf die Socken und erklommen die Höhen rund um die Windrather Kapelle. Der Weg, den ich schon oft beschrieben habe, geht an vielen Höfen vorbei – Bio-Höfe, Forellen-Hof, Reiter-Höfe. Und mittendrin zwischen Neviges und Nordrath, so habe ich das in allen bisherigen Publikationen gezeichnet und beschrieben: Der BVB-Hof – ein Bauernhof mit einer riesigen scharz-gelben Flagge vor der Tür. Meine Überraschung war enorm, als ich das erste Mal eine komplett andere Flagge dort wehen sah. Nicht gerade die Schalke-Fahne, aber…

 

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… die St.Pauli-Flagge. Häääh? Möglichkeit Eins: Der Besitzer des Hofes hat gewechselt, BVB-Fan hat an St. Pauli-Fan verkauft. Möglichkeit Zwei: Der Bauernhof-Eigentümer ist BVB-Fan, seine Frau aber St.Pauli-Fan (oder umgekehrt) und jeden Tag wird die Fahne gewechselt. Möglichkeit Drei: Der Bauernhof-Mann gehört zur Kategorie der polyamourösen Fans, er ist SOWOHL BVB-Fan als auch St.Pauli-Fan. Für letzere These spricht die Hoftür, an der noch weitere Vereine verewigt sind.

 

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Über polyamouröse Fans könnt ihr auch ab 1. August in „Lebenslänglich Fußball. Vom Wahnsinn ein Fan zu sein“ lesen. Ob die Texte etwas taugen, weiß ich nicht, aus gut unterrichtetetn Kreisen heißt es: „Wenn das Buch erscheint, wird es das beste und einzige Fußballfanbuch da draußen sein“



Dörenther Klippen reloaded

Geschrieben am um 7:34

Falls es eventuell vielleicht unter Umständen noch nicht jeder mitbekommen hat: Seit Beginn der Wandersaison ist die Wanderbroschüre „Wunderbar Wanderbar 2017“ an allen Bahnhöfen und ÖPNV-Service-Punkten in NRW erhältlich. Und auch im Netz könnt ihr Euch alle acht Touren anschauen. Der erste Weg in dem Heft ist die Teutoschleife „Dörenther Klippen“. Vor einigen Tagen bin ich mit eine größeren Gruppe auf diesem Premiumweg unterwegs gewesen.

 

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Nach dem ersten Teilstück des Wegs erreichten wir das Bocketal in der Nähe von Brochterbeck. Angesichts des Bocketals überkamen Stefan Streit – Bürgermeister von Tecklenburg – heimatliche Gefühle und er stimmte ein Heimatlied an. Jetzt mal ehrlich, eine Wanderung ohne Gesang ist eigentlich keine richtige Wanderung. Der Bürgermeister hatte ordentlich Energie in der Lunge und schmetterte das Lied, das im Groben darum ging, dass man erst Montag, dann Dienstag, dann Mittwoch und so weiter ins Bocketal fährt, dass es dort sehr schön sei und man dem Wacholder zusprechen sollte.

 

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Zum Gesang gab es Apfelsaft (keinen Wacholder!) was auch insofern zum Weg passte, weil die Obstbäume beim Aufstieg hinauf zum Dreikaiserstuhl (Infos zum Dreikaiserstuhl im „Wunderbar Wanderbar“-Heft, ich kann ja nicht alles dreimal erklären, ist für mich auch schon die sechste Stunde!), weil diese Obstbäume also in schönster Blüte standen.

Sehr interessant fand ich, dass die Leute im Tecklenburger Land ihre Schwellennagst überwunden haben.

 

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Eindeutig sollen die uralten Holzschwellen der Tecklenburger Waldeisenbahn erneuert werden. Leider ist damit zu rechnen, dass dann schon bald Hochgeschwindigkeites-ICEs mit 300 Sachen unterhalb der Dörenther Klippen dahinrasen werden.

 

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Was gehört zu einer perfekten Wanderung außer einem schönen Wanderlied? Natüüürlich die Schlußeinkehr. Mit von der Partie waren Markazero und Hintermstoaner, die Chef-Kommentatoren dieses kleinen Blogs. Und der Hüttenwirt der Almhütte ließ einen springen – einen sauguten Obstler, der sanft wie ein Schmusekätzchen den Gaumen streichelte. Genußwandern pur!



Einkehrparadies Ostwestfalen

Geschrieben am um 8:01

Der Frühling naht mit riesigen Schritten und damit die legendäre Wanderbroschüre „Wunderbar Wanderbar“ von NRW Busse und Bahnen. In diesem Jahr geht es unter anderem nach Ostwestfalen auf den Hermannsweg. Ich bin von Steinhagen (da kommt der Steinhäger her) hinauf auf die Höhen des Teutoburger Walds gewandert und schließlich hinein in die pulsierende Metropole Bielefeld. Das Schöne an dieser gut zehn Kilometer langen Wanderetappe: Ich kann mich nicht entsinnen, je eine Etappe eines Weitwanderweges mit höherer Einkehrdichte gegangen zu sein.

 

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Gaststätte Nummer Eins ist bei einem ominösen Peter auf dem Berge. Ob es sich bei Peter auf’m Berge um Peter Neururer, Peter Pan oder Peter den Großen handelt, habe ich nicht kapiert. Aber kaum hat man nach der Einkehr das erste Pils verdaut, ist man schon zum Fernsehturm auf der Hünenburg gewandert.

 

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Nun gut, der Kiosk hatte zu, weil weder schönes Wetter (Winter) noch Wochenende. aber die Meierei Olderdissen, die hat ganzjährig und täglich geöffnet.

 

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Kaum hat man den rundgetrunkenen Deckel in der Meierei bezahlt, geht es schon in das Café des Bauernhausmuseums. Egal ob drinnen (oder) draußen. Die Frage (ist): Warum (Klammern) um das (und)?

 

 

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Aber wenn man so richtig chillen will vom harten Workout im Homeoffice auf’m Petermountain, sollte man in den Beergarden gehen…

 

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Und wer dann noch nicht die Luken offen hat, kann auch noch auf der Sparrenburg litern. Prost, Du Sparren!

 

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Hier noch der Beweis, dass ich wirklich am Hermannsweg war, der Selfie Beweis, keine alternativen Fakten oder so. Und kostenlos gibt es an dieser Stelle noch einen kleinen Styling-Tipp von mir.

 

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Wenn es wirklich saukalt ist, also unter Null und Schnee und Eis und Bibber, dann ziehe ich bei Wanderungen unter meine Fleece-Jacke noch den blauen Kuschel-Hoodie an, das ergibt zwar manchmal so eine verdrehte Wurst im Nacken wegen der Doppel-Kapuze, aber das stört mich nicht. Im Gegenteil, das wärmt auch noch den Nacken.

Aber mal was anderes. Kann nicht einer mal der Grinsebacke neben dem H sagen, dass man bei einem Selfie nicht immer ein Doppelkinn machen muss? Danke.



Mein erster Wanderweg-Kinospot

Geschrieben am um 9:01

Ich habe schon ab und an vor einer Fernsehkamera gestanden (und vor allem gesessen), habe auch schon Wandersendungen für den SR und den WDR gemacht. Aber ich habe noch nie einen Werbespot für einen Wanderweg gedreht. Premiere! Der Neanderlandsteig um den Kreis Mettmann herum liegt im Einzugsbereich von vielen NRW-Städten: Düsseldorf, Köln, Solingen, Wuppertal, Essen, Mülheim, Duisburg. Da liegt es nahe, dieses Wanderer-Potential auf den Neanderlandsteig zu locken, indem man den Rundweg um den Kreis Mettmann herum auf den Kinoleinwänden der umliegenden Städte bewirbt. Eine Ehre für mich, das Gesicht dieses Kino-Spots zu sein.

 

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Allerdings habe ich noch nie so nervenaufreibende Dreharbeiten mitgemacht. Das war anstrengender als eine 80-Kilometer-Wanderung mit Thorsten Hoyer! Alle Sequenzen des Kino-Spots wurden mit einer Kamera-Drohne gedreht, die bei den gefühlt 150 Wiederholungen der Szene immer haarscharf an meinem Kopf vorbeiflog, so dass ich ernsthaft Sorgen um mein Resthaar haben musste.

Rein technisch betrachtet ist eine Drohne ja nicht so konstruiert, dass da noch der Kameramann von der Drohne mitgeflogen wird, die Drohne kann nur eine kleine Kamera transportieren. Also muss sich der Kameramann mit der virtuellen Brille behelfen. Das ist echt irre: Wenn der Kameramann den Kopf bewegt, kann er damit auch die Kamerabewegungen steuern.

 

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In Zukunft könnte das auch beim Wandern eingesetzt werden. Ein Wanderoperator (früher hieß das Wanderführer) steuert mittels Kopfbewegungen den ganzen Wanderverein.

Wenn ihr glaubt, dass nur von der Kameradrohne Gefahr für Leib uns Seele ausging – Irrtum! Ich hatte auch mit sehr analogen Gefahren zu kämpfen.

 

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Am Motiv „Schlupkothen“, einem krombacheresken See am Neanderlandsteig, störte ein grüner Metallzaun den Natur-Eindruck. Wir konnten das Ding aber nicht einreissen, also wurde aus Holzkisten ein äußerst wackliges Podest gebaut, auf das ich mich stellen sollte. Schon der Spreizschritt hinauf auf das Podest war nichts für Menschen mit schwachen Nerven und Leisten. Aber oben thronend, die Hände in den Taschen (typische Wanderhaltung von mir) die Balance zu halten. Das war reif für den Cirque de Soleil.

Als wir alle schon dachten, der Dreh auf der Kiste wäre im Kasten, besuchte uns noch die freundliche Polizei von Velbert. Ich dachte zuerst, die wollten mit uns über’s Wandern plaudern, aber sie sagten nur barsch: „Wir sind wegen Ihnen hier“. Oha!

 

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Fakt war, dass der Landeanflug sämtlicher Maschinen auf dem Flughafen Düsseldorf gestoppt worden war, weil wir mit einer Drohne unsere Kinospot-Aufnahmen gemacht hatten. Außerdem hatte sich ein Velberter Bürger beschwert, wir wären über seinem Garten geflogen. Nach dem Austausch von vielen amtlichen Drohnen-Flug-Erlaubnissen und Sichtung unseres Materials wurde der Düsseldorfer Flugverkehr wieder aufgenommen und der Velberter Bürger wurde wegen böser Verleumdung in eine Gemeinschaftszelle gesteckt. „Mit siebenundzwanzig 1,90 Meter großen sexuell ausgehungerten Weibsbildern“ wie der Polizist erläuterte.

Ich danke herzlich meiner Bloggerkollegin Elke Bitzer (https://fotografischereisenundwanderungen.com) für die Making-Of-Fotos.

Das fertige Ergebnis ist in ausgewählten Kinos seit letzten Donnerstag und auf You Tube zu sehen.

 



Der Kalorienpfad

Geschrieben am um 7:42

Die alte Gretchenfrage an den Wanderer ist doch: Warum wanderst Du? Da gibt es naturgemäß tausend Gründe, jeder setzt da unterschiedliche Schwerpunkte. Aber über einen Fakt sind sich alle Gesundheitsapostel einig: Wandern macht schlank. Wenn man möchte. Es ist natürlich ein Problem, wenn nach dem Wandervergnügen etliche Belohnungsbiere den Gewichtsverlust ausgleichen. Aber gehen wir einmal davon aus, man könnte nach einer Wanderung auch ein leckeres stilles Wasser oder einen grünen Tee genießen. Dann kann man wirklich beim Wandern abnehmen.

 

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Wer spüren will, wie die Kalorien dahin schmelzen, sollte nach Hilchenbach ins Siegerland fahren. Dort gibt es den Kalorienpfad rund um den Breitenbach-Stausee. Mit sieben Kilometer nicht furchterregend lang, aber damit der Abnahmeeffekt steigt, hat man sich einen Trimm-Dich-Pfad 4.0 mit hochmodernen Geräten ausgedacht. Über die oben abgebildete Brücke soll man übrigens nicht balancieren, das wäre unter Umständen ungesund, obwohl man natürlich auch im Krankenhaus mit zwei gebrochenen Beinen bei Schon-Kost schön Gewicht verlieren kann. Nein, man soll sich an dem Sportgerät entlang hangeln. Etwas merkwürdig fällt nur die Bedienungsanleitung aus …

 

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… wenn ich das richtig verstehe, ist es mega-supi, wenn ich das einmal schaffe. dafür gibt es den vollen Smiley. Wenn ich das zweimal schaffe, na ja, geht so. Und richtig mies ist viermal. Hääää? Je mehr ich mich anstrenge, desto schlechter ist das? Ist das Programm von radikalen Anti-Kapitalisten geschrieben worden? Auf jeden Fall kann man auf diesem kurzen Kalorienpfad schön nachverfolgen, wie die Kalorien verschwinden …

 

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Wie die legendären Schogetten machen sich die kleinen Kalorien auf und davon, je mehr man geht, desto mehr sind verschwunden. Wir fühlen uns schon ganz leicht. Sehr schön ist die Station, an der ein paar Festmeter Holz umgeschichtet werden müssen …

 

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… nach dieser Lumberjack-Übung fühlt man sich fit für einen sechswöchigen Wanderurlaub in Kanada ohne Kompass und Wanderkarte. Aber soll ich Euch mal sagen, was für mich das schönste Fitnessprogramm beim Wandern ist? Antwort: Einfach ein schöner Weg. Denn der verschafft einem die nötige glückliche Entspanntheit, die für ein unglaubliches Körpergefühl sorgt. Egal, was dann hinterher die Waage sagt.

 

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„Wir sind heute 16 Kilometer gewandert!“

Geschrieben am um 6:59

Mit einer großen Wandertruppe zu wandern finde ich toll. 25 bis 30 Leute gehen mit, denen ich meine Lieblinsgwege zeige, ein paar gut abgehangene Anekdoten erzähle sowie geduldig auf die Lieblingsfrage („Haben Sie eigentlich noch Kontakt zu Harald Schmidt?“) antworte. Alle haben großen Spaß, spätestens beim Belohnungsbier setzt sich allgemein das Wander-Du durch und wir singen „So ein Tag, so wunderschön wie heute.“ So ist das normalerweise bei „meinen“ Gruppenwanderungen.

Etwas anders stellte sich die Situation an einem leidlich sonnigen Freitagvormittag im Juni dar. Ich hatte im Rahmen eines Artikels im Seniorenblatt „Kölner Leben“ eine kurze, flache Wanderung auf dem Kölnpfad vom Königsforst durch die Wahner Heide nach Wahn angeboten. 10,8 Kilometer, ungefähr. Als ich aus der Straßenbahn stieg, standen da 116 Menschen, die mit mir wandern wollten. Schluck. Um es kurz zu machen, ich habe sie alle heil zum Ziel in der Gaststätte Eltzhof gebracht.

 

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Wander-Du und gemeinsames Schunkeln gab es aber nicht, eher war die Stimmung leicht gereizt, weil sehr viele Senioren Stein und Bein schworen, dass die Gesamtstrecke die angekündigten 10 Kilometer weeeeiiiit überschritten hätten. Einige zeigten mir als Beweis ihren Schrittzähler (Schrittzähler, nicht Herzschrittmacher!). Die meisten dieser Hightechinstrumente zeigten 12 Kilometer, einer sogar 16 Kilometer…

 

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Ich versuchte zu argumentieren, dass es eher unmöglich sei, mit einer Gruppe von 116 Leuten mit etlichen Pausen sechzehn Kilometer in gut drei Stunden zu schaffen. Aber dann musste ich irgendwann Abbitte leisten. Ich gebe zu: es waren über 10 Kilometer, wahrscheinlich auch über 16 Kilometer, wahrscheinlich waren es 21 Kilometer mit einer Wanderdurchschnittsgeschwindigkeit (WDG) von ungefähr 7 km/h. Die russische Leichtathletik lässt grüßen.

Zur Erinnerung für alle, die an dieser High-Speed-Veranstaltung teilgenommen hatten, füge ich hier noch mal den Panoramablick auf die Wahner Heide (die ist eine ganz wilde) an. Diesen Blick hat vielleicht der eine oder andere meiner Wander-Senioren im Geschwindigkeitsrausch verpasst…

 

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Wer glaubt, Wandern ist fade und die Vorstufe zur Rollator-Rallye, muss diesen Blog lesen und wird staunen. Ob Kurioses am Wegesrand, schräge Hinweistafeln, Lebensgefahr am Wanderweg, skurile Wandervögel, betreutes Trinken am Steig, gigantische Aussichten oder extreme Herausforderungen im deutschen Mittelgebirge – bei andrackblog.de gibt es alles über das Thema Wandern. Jede Woche neu, (relativ) aktuell. Die besten Wander-Storys der Welt eben.

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