Wander-Blog von Manuel Andrack

Die besten Wander-Storys der Welt




Erst kommt das Fressen …

Geschrieben am um 14:19

Erst kommt das Fressen, dann die Moral, das wusste schon der alte Bert Brecht. Das gilt natürlich auch Wanderer und es ist doch einfach nur schön, wenn man auf dem Ahrsteig, der erstaunlicherweise relativ nah an der Ahr verläuft, auf einem vollbetonierten Wanderweg kurz hinter der Kläranlage eine herzliche Einladung vom örtlichen Bürgermeister erhält.

 

 

Ich habe mir die Äpfel aus der Augenhöhle geguckt, hatte einen Riesenschmacht nach einem Bankett, auf dem sich die Tische biegen, aber das Bankett muss in besagter Kläranlage von Blankenheim verschwunden sein.

Dabei hätte ich mit diverse Köstlichkeiten gewünscht. So wie auf meiner letzten Wanderung im Dahner Felsenland. Ich werde ja nicht müde, die überragende Kultur der Pfälzer-Wald-Verein (PWV)-Hütten zu loben. Und der Saumagen in der PWV-Hütte Dahn ist wirklich etwas für absolute Gourmets.

 

 

Genauso wie die Ahle Woosch in Nordhessen, meisterhaft hergestellt am Premiumweg P8 der Werratal-Entdecker Touren in der Jausenstation. Alt heißt in diesem Zusammenhang nicht, dass der Hesse gerne gammelige Wurst verspeist, sondern ist natürlich vielmehr ein Qualitätsnachweis einer längeren Reifung.

 

 

Aber was wäre das schönste Bankett ohne eine schönes, frisches Bier. Der Mensch lebt doch nicht vom Brot alleine. Einen wunderbaren Trinkspruch sah ich kürzlich in der Nähe der Wartburg im Thüringer Wald.

 

 

 

Die Gaststätte an der Sängerwiese liegt direkt am Lutherweg und der Spruch passt natürlich zum Maddin wie das Tintenfass zum Teufel. Wohl bekomm’s!



S – L- R – SM

Geschrieben am um 11:29

Unser Leben ist voll von zum Teil unverständlichen Abkürzungen und auch beim Wandern ist es oft nicht so einfach, wie es manchmal scheint. Nach meinem Auftritt mit “Andracks Kleiner Wandershow” in Erfurt bin ich am nächsten Tag auf dem Lutherweg von Möhra zur Wartburg gewandert.

 

 

Das verschnörkelte und historisierende “L” steht natürlich eigentlich für den Lutherweg, könnte aber auch für L-lustige Gespräche während der Wanderung, L-langweilige Wegpassagen und L-leichtfertige Wegmarkierung stehen, weil wir uns einmal übel verlaufen haben.

 

 

Aber beim Verlaufen haben wir den S-schönen S-Weg gesehen, der S-schwungvoll sich durch den Thüringer Wald wand und doch recht hübsch war. Kor allem schien auf dem S-Weg die S-sonne, wogegen es auf dem Rennsteig…

 

 

… R-rrregnete. Zum wiederholten mal, seit ich das erste mal auf dem Rennsteig ging, merke: R = Regen.

In die sexuelle Spezialitätenkiste ging es, als wie dann schließlich an dem SM-Stein vorbeigingen. SM = Sehr matschig, Steinernes Meer oder einfach: Süsse Markierung

 

 



Mönch im Nebelmeer

Geschrieben am um 7:33

Unlängst hatte ich wieder einmal das Vergnügen, in der Sächsischen Schweiz zu wandern. Über ganz Deutschland lachte an diesem meinem Wandertag die Sonne, nur nicht über dem östlichen Sachsen. Der Grund: Natürlich wirkt das geniale Felsenensemble des Elbsandsteingebirges nur wirklich Caspar-David-Friedricheresk, wenn sich die Nebelschwaden im Felsenmeer ergießen. Wie hier am Mönch in der Nähe der Bastei.

 

 

Apropos ergießen. In der Amselfall-BAUDE – „Baude“, so heißt die Einkehrmöglichkeit in Sachsen, in anderen Regionen nennt man so was Hütte oder Kneipe, in Sachsen ist es die BAUDE – am Amselfall also ergoss sich nicht nur der Wasserfall in ein kleines Wasserbecken, sondern auch das ein oder andere Bier in die weit geöffneten, durstigen Wanderer-Kehlen. Es ist ratsam, an der Amselfallbaude immer Kleingeld parat zu haben. Für 30 Cent zieht der Wirt an der großen Schnur und dann geht der Wasserfall so richtig ab, ein Wasser-Kraft-Werk gewissermaßen. Und auch ein 20-Cent-Stück sollte man immer mit sich führen. Die Leser meines letzten Buchs „Das Neue Wandern“ (das erscheint, das mal nur so nebenbei, im Doppelpack mit meinem ersten Wanderknaller „Du musst Wandern“ im Dezember bei Malik in der National Geographic-Reihe mit einem endgeilen neuen Vorwort, aber das nur so nebenbei…) werden sich an die Toilette von Kloster Beuron erinnern, für die man DREI ZEHN CENT STÜCKE braucht – um von innen die Türe des Locus zu verriegeln. In der Amselfallbaude braucht man EIN ZWANZIG CENT STÜCK, um die Tür des WCs überhaupt erst zu öffnen. Merke: Wer wandert, tut immer gut daran, genug Kleingeld dabei zu haben, Wandermünzen sozusagen, ihr wisst, ja, Taler, Taler, Du muss wandern. Apropos, „Du musst Wandern„, hatte ich schon erwähnt, dass im Dezember – ach so, hatte ich schon, dann ist ja gut…



Sommerzeit, Meditationszeit

Geschrieben am um 6:21

Hier ein exklusiver Service von mir, eine kleine Meditationsübung, gefunden auf dem Kunstwanderweg im Fläming.

 

 

Auf die beiden Punkte musst Du schauen. Und jetzt ist Schluss mit lustig, jetzt kommt die Meditationsanleitung.

SETZ DICH!

 

 

So, und wenn das nicht geklappt hast, bist Du entweder farbenblind, oder, was sehr sehr wahrscheinlich ist, total UNSENSIBEL. UND ÜBERHAUPT, HAST DU DICH WAHRSCHEINLICH NULL AUF DIE TOLLE MEDITAION EINGELASSEN, ALSO GEFÜHLSMÄSSIG MEINE ICH!!!!!!

So, jetzt SETZ DICH!, und noch mal von vorne, bis das klapppt….



Heute mal Werbung in eigener Sache…

Geschrieben am um 21:29

… ich versuche, das mal so dezent wie möglich zu machen: Also:

ALLE MAL HERHÖREN!!! DER FEINE HERR ANDRACK GEHT JETZT AUF DIE BÜHNE: MIT EINEM PROGRAMM ÜBER’S WANDERN: FÜR WANDERFREUNDE UND WANDERHASSER: FÜR ALLE ALSO. ACH JA; DAS WIRD LUSTIG, KEIN WITZ! TICKETS GIBT S AB SOFORT!!! ALLE INFOS AUF MEINER HOMEPAGE WWW.MANUEL-ANDRACK.DE

Nachdem mir vor fünf Wochen die Goldenen Wanderschuhe verliehen wurden, bin ich größenwahnsinnig geworden und habe das Programm “Andracks Kleine Wandershow” geschrieben. Regie führt Eckart von Hirschhausen, der mich als mein Hausarzt und Bühnendoktor coacht. Und nun kann, wer in Stuttgart, Augsburg, Sulingen, Pirna, Leipzig, Erfurt, Magdeburg, Emmelshausen, Baienfurt, Rastatt oder in der Nähe der genannten Orte lebt, arbeitet, Urlaub oder Liebe macht, der kann also Tickets bestellen. Nun gut, ich bin vielleicht nicht gaaaaanz objektiv, aber ich würde das an Eurer Stelle machen, das mit dem Tickets bestellen. Denn bei einem kleinen Test-Vorlauf haben sich die Gäste schon ziemlich viele Blasen gelacht. Ich freu’ mich auf Euch…

 

Infos auf www.manuel-andrack.de



Modewandern über gespurte Strecken

Geschrieben am um 8:55

Vorletzten Sonntag las ich im Reiseteil der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung einen Erfahrungsbericht des Autoren Herrn Winter. Herr Winter hat in einer Bergwanderschule das Wandern gelernt, darüber berichtet er. Herr Winter musste als erste lektion der Bergwanderschule etwas sehr sehr Schweres machen: Einen Rucksack anziehen! Das war das erste Mal im Leben von Herrn Winter, dass er einen Rucksack schulten musste und er empfand dieses “erste Mal” als “Lebensabstieg”.

In der Vergangenheit konnte der Wanderboom den Herrn Winter nicht reizen. In diesem Zusammenhang hat Herr Winter einen tollen Satz zu Papier gebracht:

 

 

Das “Modewandern über gespurte und prämierte Strecken”, großartig, danke Herr Winter. Jetzt weiß ich endlich, warum auf ALLEN Premiumwegen in Deutschland immer diese zwei Rillen in die Erde gefräst sind, die Wege sind gespurt! Jetzt hat es Klick bei mir gemacht.

Unter “Modewandern” hatte ich allerdings bisher das Hin- und Hergestakse von Mager-Models auf dem Laufsteg verstanden. Aber der Premiumweg wird nun auch zum Modeweg, sozusagen zum “Weg à la mode” mit den Frühjahrskollektionen von Hermès Wolfskin, North Gucci Face und Versace-Vaude. Alles präsentiert in der Wander-Vogue. Très chic!



Schnaps, das war mein letztes Wort…

Geschrieben am um 8:52

Letzten Sonntag wurde der sehr spektakuläre Peterstaler Schwarzwaldsteig eröffnet. Wie es sich für den Schwarzwald mit seiner Brennrecht-Tradition gehört, spielte das Thema Schnaps eine große Rolle. Sehr beeindruckt war ich von einer Idee von Verena. Verena ist Deutschlands jüngste Brennmeisterin und auch wahrscheinlich die pfiffigste. Denn Obstsorten kann ja jeder, daher hat sich Verena einen Fichtenschnaps ausgedacht. Wer das für eine Schnapsidee hält, sollte den Black Wood einfach mal testen. Er riecht erst einmal sehr nach Holzleim, aber wenn man den ersten Schluck intus hat, ist das ein unglaubliches Geschmackserlebnis. Als hätte man in einen Fichtenstamm gebissen, Wahnsinn.

 

 

Auch am Schnapsbrunnen der Familie Huber musste unsere kleine Wandertruppe halt machen. Dort kann man sich mit diversen Schnäpsen und auch nicht-alkoholischen Getränken stärken und dafür einen Obulus in der Kasse hinterlassen – oder auch nicht. Ich finde das sagenhaft, mit welchem Engagement und welcher Liebe die Anrainer des Peterstaler Schwarzwaldsteig bei der Sache sind. Ich möchte jeden Wanderer bitten, ordentlich in die Kasse bei Hubers einzuzahlen.

 

 

Nun ja, und was wäre ein Ausflug in den Schwarzwald ohne Kirschwasser: Ein Schurkenstück, genau. Ich genoß das Kirschwasser mit jeder Menge der berühmten Torte drum herum. Danach konnte ich nicht mehr “Schnaps” sagen, so satt war ich. Damit war Schnaps wirklich das letzte Wort für mich gewesen. Zumindest für letzten Sonntag, inzwischen habe ich die Sprache wiedergefunden, so schnell tragen mich die Engelein noch nicht fort.

 



Eröffnung des Peterstaler Schwarzwaldsteigs

Geschrieben am um 8:21

Gestern bin ich in Bad Peterstal den Peterstaler Schwarzwaldsteig gewandert. Es war der Tag der Eröffnung des Weges, mit viel Prominenz und Urkundenüberreichung und Zipp und Zapp. Der Premiumweg hat vom Deutschen Wanderinstitut 81 Erlebnispunkte bekommen, Chapeau!!!

Am Beginn des Weges hinter dem Bahnhof konnten einige Wanderer was erleben, indem sie über die rutschigen Steine am Rande der wilden Rench staksten. Bemerkenswert fand ich die Zuschauer auf der Galerie, die wie im Alten Rom nur darauf warten, dass die Löwen kommen oder jemand ins Wasser fällt…

 

 

Leider war das Wetter nicht so schön, aber bei 81 Erlebnispunkten hätte ich erwartet, dass der komplette Weg überdacht wäre, dem war aber nicht so. Hier sehen Sie, dass man nix sieht. Aber normalerweise hat man einen heeeeerlichen Blick bis ins Rheintal und zum Straßburger Münster. Ich glaube, ich muss den Peterstaler Schwarzwaldsteig noch mal bei Somnnenschein wandern.

 

 

Zum Erlebnis gehörte auch, dass die Wildecker Herzbuben am Wegesrand standen, mit ihrem Schirmherren dahinter. Schade nur, dass die beiden den Tabak für ihre Pfeifen vergessen hatten, und daher nichts zu paffen hatten.

 

 

Nächste Woche berichte ich, warum man am Peterstaler Schwarzwaldsteigs automatisch zur Schnapsdrossel wird….



Der Deuter

Geschrieben am um 12:21

Gerade liegt das neue Wandermagazin auf meinem Schreibtisch, diesmal mit meiner Story über eine Wanderung mit Sebastian Schwanhäußer am fränkischen Main. Schwanhäußer ist Chef der Firma Schwan-Stabilo, weltbekannt für ihre Stifte und Textmarker. Und seit einigen Jahren gehört zum Schwan-Stabilo-Konzern auch der Rucksackhersteller Deuter. Ratet also mal, welche Rucksackmarke angesagt war während dieser Wanderung

 

 

Das war Wandererpech in diesem langen, langen Winter, man plante eine Wanderung im Grünen, aber plötzlich – Überraschung! – war doch alles ganz weiß. Daher musste auch die Weinlese am Main um wenige Tage verschoben werden, die Trauben waren noch zu vereist.

 

 

Fotografiert hat die spätwinterliche Wanderung wie immer der Chefredakteur des Wandermagazins, Michael Sänger. Ein Wandervogel vor dem Herren, der schon alle Wanderergionen Deutschlands unter die Füße genommen hat. Und dann das! Der Meister stürzte auf den letzten Metern, kurz vor dem Zielstrich in Karlstadt, konnte aber trotz leichter Blessuren weiter mitwandern.

 

 

Auf dem Foto sieht man ihm noch deutlich den Schock nach dem Sturz an. Er lag so lange auf dem Boden, dass sein ganzer Bart ganz weiß geworden ist. Auf dem Foto deutet er (Sänger ist eben ein echter Deuter!) er deutet also auf die vereiste Stelle, die ihm zum Verhängnis wurde

So hart, so gnadenlos, so unbarmherzig ist das Wander-Business!



Nichts geht über eine ordentliche Markierung…

Geschrieben am um 18:38

das ist nun mal eine Wanderbinsenweisheit.

 

 

Besonders originell fand ich diese Wanderwege, die die verschiedenen Wanderzielgruppen punktgenau bedienen. Ein Weg für Gamsbart-Hut-Träger, da muss man erst mal drauf kommen. Da ich nicht zu dieser Zielgruppe gehöre, bin ich den Wanderschuh-Weg gewandert. Was für ein Glück, dass ich an dem Tag tatsächlich meinen Wanderschuhe und keine Joggingschuhe an den Füssen trug.

 

 

Sehr dankbar war ich, als ich an dieser Toilette auf dem Wanderschuh-Weg vorbeiwanderte. Wahrscheinlich hat aber das deutsche Wort “Damen” den Gleichstellungsbeauftragten des örtlichen Wandervereins auf den Plan gerufen. Zum einen könnten sich ausländische Migranten mit und ohne Hintergrund benachteiligt fühlen, weil sie nicht wissen, was eine “Dame” ist. Zum anderen werden durch das Wort “Damen” alle hetero-, homo- und metrosexuellen Männer auf das Übelste diskriminiert.

Also wurde schlussendlich ein schöner Kompromiss gefunden – ein absolut politisch korrektes Piktogramm. Bravo!!!

 

Und: ist es nicht Heeeerrrlich!! Ab morgen früh um 8.45 bricht der Hochsommer aus. Ich habe sofort meine Freunde der FSG Solingen am zukünftigen Neanderlandsteig besucht.

 

 

FSG heißt Freizügige Sonnen Genießer, diese Nudisten springen nackert blumenumkränzt frohlockend auf den Wanderwegen umher und … Ach ne, ist ja gar nicht so, eigentlich hat die FSG Solingen eine sehr hohe Plane rund um ihr Arreal gespannt. Menno, die wollen nix von der schönen Sonne abgeben, echt voll gemein!!!


Wer glaubt, Wandern ist fade und die Vorstufe zur Rollator-Rallye, muss diesen Blog lesen und wird staunen. Ob Kurioses am Wegesrand, schräge Hinweistafeln, Lebensgefahr am Wanderweg, skurile Wandervögel, betreutes Trinken am Steig, gigantische Aussichten oder extreme Herausforderungen im deutschen Mittelgebirge – bei andrackblog.de gibt es alles über das Thema Wandern. Jede Woche neu, (relativ) aktuell. Die besten Wander-Storys der Welt eben.

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