Wander-Blog von Manuel Andrack

Die besten Wander-Storys der Welt




SENSATIONELLES BELOHNUNGSBIER

Geschrieben am um 13:49

Gemäß dem Motto “Das schönste am Wandern ist die Einkehr” möchte ich heute von einem, wie soll ich sagen, regelrechten Feuerwerk an Belohnungsbieren berichten. Ich bin gestern auf dem famosen Felsenmeersteig in der Schwäbischen Alb gewandert, nach der Wanderung, die es durchaus in sich hatte, wurde mir vom Wanderführer ein Belohnungsbier im Brauhaus Zollernalb direkt am Bahnhof Albstadt-Ebingen empfohlen.

Schon vor der Suppe wurden uns vier Bierproben in kleinen Gläsern serviert.

 

 

Von rechts nach links sollte getrunken werden: Ein Export, ein Hefeweizen, ein Pils, ein India Pale. Häh, India … was ??? Nun, so ein Bier habe ich echt noch nie getrunken, sehr malzhaltig, hohe Stammwürze und ein spezieller Hopfen aus den USA, eine Sorte mit dem schönen Namen Cascade. Wie ein Feuerwerk entfaltete sich der Geschmack dieses Biers. Erst riecht man eine sehr zitronige Blume, dann schmeckt man den Malz, sehr süß, grapefruitig, aber dann ein Abgang, der herber und herber wird, da ist Jever ein Waisenknabe dagegen. Die Bitternote kommt vom Cascade-Hopfen. Unfassbar, so eine Geschmacksbandbreite habe ich bei einem Bier noch nie erlebt. Und das alles im Rahmen des deutschen Reinheitsgebots. Ich sage es immer, die meisten deutschen Brauer sind unendlich einfallslos, nutzen nur 2 Prozent der möglichen Hopfensorten

 

 

Anders der junge Braumeister und der Geschäftsführer des Brauhauses, die mir hier zuprosten. Der junge Brauer Dominik Reger hat echt den Brau-Nobelpreis 2012 verdient. Denn India Pale war ja nur der Anfang, als Bier-Dessert durfte ich eine neu entwickelte Biersorte kosten, die vor mir kein Bierfreund auf der Welt je getrunken hat. Ein Bier, im Barrique-Verfahren gereift in alten Holz-Whiskey-Fässern, Alkohol an die 8 Prozent. Für dieses Bier könnte ich sterben…

 

 

Die Traufgänge sind als Wanderungen schon immer ein Erlebnis, das Sahnehäubchen muss, kann und sollte aber ein bis fünf Belohnungsbiere im Brauhaus von Ebingen sein. Premiumwandern und Premiumbiere, das passt zusammen!



Über’n Deister gehen

Geschrieben am um 11:00

Ich bin über den Jordan gegangen, ne Quatsch, ich bin über die Wupper gegangen, ach Blödsinn, nein, auch nicht, jetzt habe ich es: Ich bin über den Deister gegangen. Ich kannte die letztere Redewendung gar nicht, aber die Menschen zwischen Hameln und Hannover im südlichen Niedersachsen gehen eben über den Deister. Und ich habe letzten Samstag erstmals dieses kleine aber feine Gebirge kennen gelernt.. Sogar einen – man höre und staune – Hannoverschen Wander- und Gebirgsverein gibt es, der die Wege auf dem Deister – unter anderem immerhin ein Teilstück des E1 – in Schuss hält.

 

 

Nun, Gebirge hin, Gebirge her, ich hörte von einem Schweizer, der den Deister besuchte und hernach verzweifelt überlegte, wie man dann die heimatlichen helvetischen Berge nennen solle, denn er verstand unter “Gebirge” etwas ganz anderes.

Ich war zum Literaturfest Niedersachsen nach Springe geladen und zum Entree der abendlichen Lesung, die ich moderieren sollte, wanderte das Publikum durch den Deister und lauschte an ausgewählten Orten den Dichter-Worten von Hermann Hesse, Robert Walser, Joseph Roth und Gottfried Keller.

 

 

Ein Jüngling mit güldenem Haar schmetterte die literarischen Worte in den sturmumtosten Wald, und die Winde spielten die Musik zu diesen wohl gewählten Worten:

Heiter ist’s und aufgeräumt

Und das Wehen der Föhren

Wenn die Luft in Ihnen träumt

angenehm zu hören.

Ich musste erst mal googeln, dass Föhren so ne’ Art Kiefer sind, na ja, der gute Herr Keller hat sie wohl einfach so bezeichnet, weil sich “Föhren” so schön auf “Hören” reimt.

Wie jeder amtliche Höhenzug hat auch der Deister seine Pforte, jeder kennt ja die Pforta Westfalica am Teutoburger Wald.

 

 

Zur geologischen Deisterpforte gibt es auch das passende Lokal, das einem das Gefühl gibt, sich in der DDR der 1960er Jahre zu befinden. Und Dienstags, ja Dienstags gibt es keinen Ruhetag, Dienstags ist die Deisterpforte auch nicht geschlossen, nein:

 

 



Haste Scheiße am Fuß, haste Scheiße am Fuß (Rund um Föhr III)

Geschrieben am um 6:41

Dies ist ein Selbstprotrait während meiner Wanderung rund um Föhr (37 Kilometer). Glückliche Wanderer sehen anders aus, oder?

 

 

Der Grund für die Miene war, dass ich mir schon nach 20 Kilometern schlimme Blasen gelaufen hatte. Zum einen war ich fast nur auf Asphalt gelaufen. Aber vor allem bin ich immer schräg gewandert, denn der Weg ist immer etwas abschüssig Richtung Meer. Da sind Wanderer bevorteilt, deren linkes Bein einige Zentimeter kürzer ist als das rechte. Ist bei mir nicht der Fall. Dass auf dem Asphalt überall Schafsscheiße herumlag, fand ich zunächst noch lustig, auch dass mir die Schafsscheiße bis zur Kniekehle heraufspritzte.

 

 

Wenigstens war die Schafsscheiße nicht sehr rutschig. Schwieriger war es auf den Sandschlieren zu gehen. Das sah erst ganz harmlos aus: Der Regen hatte etwas Sand aus dem Deich herausgespült und wo soll schon das Problem sein, auf nassem Sand zu gehen, dachte ich? Dass das ein Problem sein kann, merkte ich, als ich das erste Mal ins Rutschen kam Wie auf einer Eisfläche eierte ich herum, weil sich der Sand in mein Profil gesetzt hatte und meine Laufschuhe in Schlittschuhe verwandelt hatte.

 

 

All das – Asphalt. Schiefes Gehen, rutschiger Belag, hatten mir derart große Blasen unter beiden Füssen verschafft, dass ich die Südseite auf Föhr nicht wie geplant an der Wasserkante mit nackten Füssen gehen konnte. Jede Muschelberührung schmerzte wie eine  Wurzelbehandlung. Schade, die Rund-um-Föhr-Tour wurde nicht durch Fuß-FKK gekrönt.

 

 

 



Cogito ergo Utersum (Rund um Föhr II)

Geschrieben am um 10:27

Weiter geht es mit meinem Mammutprojekt, der Wanderung rund um Föhr. Die ersten 20 Kilometer hatte ich absolviert und kam im Badeort Utersum an, im Westen der Insel gegenüber von Amrum gelegen. Dort war ich schwer beeindruckt von der gigantischen Seebrücke, einem Brückenbaukunstwerk der Extraklasse. Bei Ebbe nur leider etwas zu kurz geraten.

 

 

Auf dem Deich fühlte ich mich sofort als Deichkind und stand mit Fragezeichen in den Augen vor zwei umgekippten Bänken auf’m Deich. Das konnte ja wohl nicht sein, dass die Nordfriesen so doof waren, genau in Utersum, wo der Wind öfter mal in Orkanstärke bläst, genau dort also die Bänke nicht im Boden zu verankern. Nein, so blöde können die Nordfriesen nicht sein. Wahrscheinlicher ist es, dass man animiert werden soll, sich um 90 Grad gedreht hinzulegen, um in den Himmel zu schauen und das Wolkenspektakel zu genießen.

 

 

Etwas für absolute Genießer ist die Sonnenuntergangsbank der Föhr-Freunde in Utersum. Das Wort “Sonnenuntergangsbank” ist fast genauso lang wie die gesamte Bank, die Föhrer Freunde müssen sich mindestens in Fußballmannschaftsstärke bei Sonnenuntergängen auf diesem Sitzmöbel zusammen kuscheln.

 

 

Beim nächsten Blogeintrag verrate ich Euch dann noch, warum ich bei der topfflachen Wanderung rund um Föhr die schlimmsten Blasen seit Jahren ertragen musste.

 



Watt’n Läufer! (Rund um Föhr I)

Geschrieben am um 15:36

Ich bin zurück aus dem Urlaub, braun gebräunt, pudelwohl erholt. Ich bin  runter von der Warft geklettert, von der Hallig herab gekrabbelt, jetzt wird wieder gebloggt!

Nach zweieinhalb Wochen Strandgeliege hat es mir ganz furchtbar in den Füssen gejuckt und ich habe eine große Wanderung in Angriff genommen. Ich bin nach Föhr gefahren und einmal um die ganze Insel herum gegangen: 37 Kilometer. Rund um den Henninger Turm und um die Welt in 80 Tagen kann jeder, aber rund um Föhr, das ist die ultimative Herausforderung.

Als ich losging, sah ich einen schönen Sonnenaufgang über dem Festland.

 

Dann ging es links herum zur Nordseite der Insel und Sylt kam in Sicht, auf dem Hindenburgdamm waren wie winzige Raupen die Sylt-Shuttle-Autoreisezüge zu erkennen. Auf dem Weg und neben dem Weg Schafe, Schafe, Schafe, Windräder, Wattenmeer, Weiden und noch mehr Schafe.

 

Man muss das ganze nicht schöner reden als es war, die Wanderung rund um Föhr war alles in allem STINKLANGWEILIG! Aaaaaaaber: Die Langeweile des Gehens ermöglichte es mir, mal wieder so richtig nachzudenken, Ideen zu entwickeln, zu entscheiden, ob der Pudding Flecki oder der Pudding Paula besser ist. Denn das ist auf Premiumwegen mittlerweile verloren gegangen, dass man mal Musse zum Abschalten hat. Die Wanderweg-Dramaturgen versuchen permanent, einen Erlebnisreiz auf den nächsten folgen zu lassen. Das ist auch gut so, aber zur Ruhe kommt man als Wanderer dabei echt nicht, obwohl das “Besinnliche” doch eine der großen Qualitäten des Wanderns ist.

 

Und so ging ich vor mich hin, fühlte mich schon wie ein Wattenläufer, begegnete keiner Menschenseele, zwei, drei, vier Stunden lang. Bis dann doch, kurz vor Dunsum an der Westküste, ein Mann mit langem weißem Bart bis zur Gürtelschnalle auf dem Fahrrad an mir vorbei fuhr. Hoppla dachte ich, der hat aber einen langen Bart. Doch kurz darauf schreckte ich hoch. Konnte das nicht Gott gewesen sein, dem ich da gerade begegnet war? Vom Optischen käme das hin. Aber ist es denkbar, dass der Allmächtige im Sommer einfach mal am Wattenmeer auf dem Fahrrad Patrouille fährt und seine Schöpfungen begutacht? Wäre zumindest möglich, ich rufe mal im Vatikan an, ob die was läuten gehört haben, von Gott auf Föhr.

 



“Der Wanderer flüchtet fast schon”

Geschrieben am um 19:42

“Der Wanderer flüchtet fast schon”, dies war die Überschrift eines Interviews in der FAS von gestern. Ich war in höchstem Maße erstaunt und stellte Mutmassungen an, vor wem ein Wanderer flüchten möchte. Vor Mountainbikern? Vor Nordic Walkern? Vor Pilgern? Na ja, so schlimm sind die doch alle gar nicht. Nerven ein wenig, aber muss man direkt flüchten? Mit zittrigen Händen nahm ich die FAS zur Brust und vertiefte mich in das Wortlautinterview. Ein Herr Weisshaar wurde interviewt, seines Zeichens Spaziergangsforscher, Promenadologe. Was sich wie ein Aprilscherz anhört, wurde tatsächlich vor Jahren an der Gesamthochschule Kassel gelehrt.

 

Nun, Herr Weisshaupt weiß also wovon er spricht und erklärte in der FAS den Unterschied zwischen Spazierengehen und Wandern wie folgt: “Der Wanderer läuft meist durch die Landschaft. Im Idealfall verlässt er sein Zuhause für ein paar Tage, flüchtet fast schon. So wie Wolfgang Büscher, der von Berlin nach Moskau gelaufen ist. (…) Ein Spaziergänger hingegen ist nur für ein paar Stunden draußen unterwegs und bleibt seinem städtischen Zuhause verhaftet.”

Seit ich das gelesen habe, bin ich sehr sehr traurig. Dachte ich doch immer, ein ordentlicher Wanderer zu sein. Aber ich bin NUR ein Spaziergänger, denn meistens bin ich auf irgendwelchen Premiumwegen nur wenige Stunden unterwegs, und das ist nun mal, weiß ich seit gestern, definitiv nicht Wandern. Berlin – Moskau bin ich natürlich auch noch nicht weggewandert, das Urteil ist klar: Ich bin kein Wanderer. Na ja, wenn man die Strecke Berlin – Moskau zum Wanderer-Maßstab nimmt, ist wahrscheinlich seit den 40er Jahren überhaupt gar nicht mehr so viel gewandert worden. Sei’s drum, ich konnte mich sowieso direkt mit den beiden Spaziergängern identifizieren, die auf dem Foto zum Interview abgebildet waren. Es heißt ab heute für mich: Ade Wandern, Hallo Spaziergehen, und sie lesen auch gerade einen Spaziergängerblog. Ich bin sehr sehr traurig.

 



Wandern ohne Einkehr ist kein Wandern

Geschrieben am um 8:40

Die Prioritäten des Wanderers scheinen gut erforscht. Der Wanderer steht total auf

1. Natur

2. Natur

3. Natur

Hm. Ich kenne allerdings auch viele Wanderer und ich zähle mich eigentlich auch dazu, die stehen auf:

4. Einkehr

5. Einkehr

6. Einkehr

Schön ist natürlich, wenn die Punkte 1 bis 6 zusammen kommen. Wie beim Wiesensteig in der Ortenau/Schwarzwald im Tal der wilden Rench. Die Punkte 1 -3  können wir schnell abhaken, alles tiptop, 71 Punkte vom Wanderinstitut bekommen, Natur ist super. Aber schauen wir uns doch mal die Gastronomie am Wiesensteig an.

 

Auf der Hälfte des Weges kann man in der Renchtalhütte einkehren. Etwas voll ist es dort an Sonntagen zwischen Mai und September, aber die Hütte wird vom Vollblut-Gastronomen Meinrad Schmiederer betrieben, der auf der anderen Talseite das Fünf-Sterne-Hotel Dollenberg betreibt. Schmiederer ist selber leidenschaftlicher Wanderer und sagt: “Wandern ohne Einkehr ist kein Wandern”. Nun gut, der Mann ist Gastronom, der muss das nun mal sagen. Aber das Geile an der Renchtalhütte ist: Sie hat 365 Tage im Jahr geöffnet, auch an einem Montag im November bei strömenden Regen bekommt man dort um vier Uhr nachmittags eine warme Suppe. Sensationell.

Wenn man dann einen Kilometer weiter geht, bekommt man unter Umständen von der barmherzigen Frau Bruder einen Kirschwasser aufgedrängt.

 

Weitere zwei Kilometer später, am Huberhof, dann Mineralwasser und Äpfel zum Mitnehmen, Schnaps zum probieren.

 

Auch wenn der grüne Wiesentrunk ausschaut, als bekäme man davon Halluzinationen oder bleibende Schäden – bitte probieren, es ist ein köstliches Zeug und wohl bekömmlich.

 

Da man vielleicht kurze Zeit später, auf dem Wiesensteig das Tal der Wilden Rench bergauf gehend schon wieder unterhopft ist und ein kleines Hüngerchen verspürt, kann man natürlich im “Herbstwasen” einkehren. Richtig gute Küche und eiskalte Getränke.

 

 

Ein Traum – für JEDEN Wanderer.

 



Warum Premiumwege? – Part II

Geschrieben am um 9:32

Ich habe mir über Pfingsten die volle Dröhnung gegeben, ein Pfingstwochenende wirklich vom Allerallerfeinsten. Erst Wandern auf dem hoch bewerteten Premiumweg “Wiesensteig” im Schwarzwald, dann Schlemmen im Zwei-Sterne-Restaurant “Le Pavillon”, schließlich Wellness und Übernachtung im Fünf-Sterne-Hotel Dollenberg.

Das war nicht ganz so schlecht und bevor ich den Neid rascheln höre – “Der Andrack kann sich so was leisten?”, “Ich denke, als Blogger verdient man nix”, also bevor der Neidfaktor zu hoch ist, hier die nackte Wahrheit: Das war harte ARBEIT dort im Schwarzwald, ich war als investigativer Journalist auf dem Wiesensteig, im Restaurant, im Hotel, als Incognito-Tester unterwegs im Namen der Qualitätssicherung.

Und da sind wir sofort beim Thema. Denn auch das Thema “Premiumweg” beschäftigt sich mit Qualität, Einordnung, Benotung. Muss das denn sein, mag sich mancher fragen. Antwort: JA, das MUSS SEIN. Ganz einfach, weil der Mensch so gestrickt ist. Jeder möchte wissen, wo oben und wo unten ist. Eine Fußballbundesliga mit achtzehn ersten Plätzen ist fade, man möchte wissen, wer Meister ist und wer absteigt. Man möchte in der Schule wissen, woran man ist, ob die Note gut oder schlecht war. Nach einer Wahl möchte man nicht hören, dass die eine Partei viele und die andere Partei auch viele Stimmen bekommen hat. Nein, man will wissen, wer gewonnen hat, aber bitte bis zur Stelle hinter dem Komma und mit Gewinnen und Verlusten.

Gut, kann man nun einwenden, Wahlergebnisse, Schulnoten, Fußballresultate sind hundertprozentig nachvollziehbar. Über ein 5:3 muss man nicht diskutieren, 28,8 Prozent reichen nicht für die absolute Mehrheit, das ist klar. Aber gibt es nicht auch so etwas Geschmacksurteile bei Restaurants, Hotels, Wanderwegen? Nein, die gibt es nicht. Wenn der Michelin zwei von drei Sterne an ein Restaurant vergibt, kann man sich SICHER sein, dass man dort bei einem der besten Köche Deutschlands speist und es nicht wie Kantine schmeckt.

 

Und auch die vier oder fünf Sterne eines Hotels bürgen für gewisse Mindeststandards. Und genauso ist es auch bei Premiumwegen. Natürlich kann ich sagen, dieser Premiunweg gefiel mir besser als ein anderer. Man kann auch sagen, dass es tolle Wanderwege ohne Premium-Zertifizierung gibt. Klar. Aber es existiert eine EINORDNUNG, QUALITÄT wird einfach belohnt. Ich weiß, dass auf einem Premiumweg die Markierung top ist, ich weiß, dass ich nicht stundenlang über breite Asphaltwege latsche, ich weiß, dass ich durch tolle blicke großartige Aussichten genießen kann. Premium eben. Sternewandern. Qualitätswandern. Ich liebe das, weil es Lebensqualität garantiert.

 



Wandern mit dem Kurschatten

Geschrieben am um 8:23

Am vorletzten Freitag war ich in Bad Orb. Bad Orb ist ein prima Kurort, allerdings – seitdem die Krankenkassen keine präventiven Kuren mehr finanzieren – von den goldenen Zeiten einer deutschen Kurstadt meilenweit entfernt. Allerdings gibt es zwei neue Highlights in Bad Orb, die eine Reise wert sind. Zum ersten eine Therme mit Unterwassermusik. Ob dort Walzer oder Punk Rock gespielt wird, konnte ich nicht in Erfahrung bringen. Zum zweiten wurde am 11. Mai der neue Premiumweg SPESSARTBOGEN eröffnet. Ich wollte nicht alleine wandern, also schnappte ich mir einen Kurschatten und es ging los.

Im Spessart gibt es viel, sehr viel Wald, daher hatte ich ein wenig Angst verloren zu gehen, man kann ja nie wissen. Zur Sicherheit habe ich mir ein Schild geschnappt, damit jeder wusste, zu welcher Wandergruppe ich gehöre. So einen Service sollte es bei jeder Wanderung geben.

 

Nach dem vielen vielen Wald war es eine tolle Abwechslung, ein weites Tal vor sich zu sehen. Das Tal heißt nicht Haselnuss, auch nicht Haselhase, nein, das Tal heißt Haseltal

 

Im Haseltal fand sich dann auch noch ein Highlight von Orb, dass ich am Anfang dieses Posts vergaß, zu erwähnen: Die Kneipp-Anlage im Haseltal. Ein Traum. Ich zog sofort Schuhe und Strümpfe aus und begann, in den Kneipp-Bahnen zu trainieren. Denn eines ist klar, Olympia steht vor der Tür, und da darf man die Medaillen-Hoffnungen im Dressur-Kneippen nicht enttäuschen.

 



Der Fläming

Geschrieben am um 15:13

500-Euro-Frage: Was ist der Fläming?

  1. Ein Volkstanz in Süd-Flandern
  2. Altdeutsch für ungehobelter, dummer Kerl, vergleichbar dem „Dämlack“
  3. Eine Urform des Flammkuchen
  4. Eine Landschaft in Brandenburg

Klar, kreischen jetzt alle Wandervereine des Wanderverbands vor Freude, DAS WISSEN WIR!!! Das ist der Fläming in Brandenburg, dort findet doch der 112. Deutsche Wandertag statt und wir fahren alle alle hin.

 

Richtig, ich bin zwischen Dessau und Potsdam auf dem Hohen Fläming gewandert. Nun, so hoch ist er nicht, der Fläming. Der höchste Berg bringt es auf 201 Meter, aber das ist nun mal wesentlich höher als der Niedere Fläming, dort ist es topfflach.

 

Ich bin im Fläming auf Einladung des SPD-Politikers Frank-Walter Steinmeier gewandert. Zu diesem Thema mehr im nächsten WANDERMAGAZIN. Am Tag nach der Wanderung mit dem SPD-Fraktionsvorsitzenden (hatte ich schon erwähnt, dass ich über diese Wanderung eine EXKLUSIVE  ENTHÜLLUNGS-REPORTAGE im WANDERMAGAZIN schreibe?) bin ich alleine den Kunstwanderweg im hohen Fläming gewandert. Traumhafte Landschaftsbilder, eine sehr ruhige Gegend, ich fühlte mich wie Theodor Fontane auf seinen Wanderungen durch die Mark Brandenburg, herrlich! Der totale Knaller ist das Städtchen Wiesenburg zwischen Bad Belzig und Dessau gelegen. Dort hat ein kunstsinniger Adliger in den 1870er Jahren eine riesiges Schloss und einen noch riesigeren Landschaftsgarten (117 Hektar) aus dem Boden gestampft. Sanssouci ist bekannt, Wörlitz ist Kulturerbe, aber Wiesenburg ist das, was man gemeinhin einen Geheimtipp nennt. Alleine für Schloss(park) Wiesenburg lohnt es, zum Wandertag zu fahren und den Fläming kennen zu lernen!

 


Wer glaubt, Wandern ist fade und die Vorstufe zur Rollator-Rallye, muss diesen Blog lesen und wird staunen. Ob Kurioses am Wegesrand, schräge Hinweistafeln, Lebensgefahr am Wanderweg, skurile Wandervögel, betreutes Trinken am Steig, gigantische Aussichten oder extreme Herausforderungen im deutschen Mittelgebirge – bei andrackblog.de gibt es alles über das Thema Wandern. Jede Woche neu, (relativ) aktuell. Die besten Wander-Storys der Welt eben.

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