Wander-Blog von Manuel Andrack

Die besten Wander-Storys der Welt




Augen auf bei der Trauf

Geschrieben am um 6:55

Im Herbst 2012 wanderte ich im Traufgänge-Land (die sind auch Teil der Premium Wander Welt) in und um Albstadt. Ich wanderte auf dem großartigen und erlebnissatten Felsenmeersteig. Stolz posiere ich hier an einem veritablen Brocken, der vor wenigen Monaten, den Berg hinunterstürzte:

 

 

Wahrlich kein pures Vergnügen, würde so ein Felsungetüm einem Wanderer auf den Kopf fallen. Aua! Großes Pflaster!!! Oder zwei große Pflaster!!! Es ist eben nicht ungefährlich, auf den Traufgängen zu wandern. Daher rate ich dringend: Augen auf bei der Trauf!

Denn Gefahr droht nicht nur von oben, sondern auch, wenn man zu nahe an die Trauf herangeht

 

 

Wie in diesem Fall: Der junge Mann auf dem Bild möchte seinem Mitwanderer das gelobte Land zeigen, in diesem Fall deutet er also Richtung Saarland. Das nächste Bild zeigt, was dann passierte:

 

 

Da ist sie, die schöne Landschaft, aber der junge Wanderer fehlt. Hinabgestürzt ins Felsenmeer!

Aber es ist ja nichts so, dass es an Warnungen fehlen würde:

 

 

Man predigt und predigt, aber die jungen Leute hören nicht hin, haben keinen Sinn für Warnhinweise. Dabei sind doch die Gefahren in einem Felsenmeer nicht zu unterschätzen. Was da nicht alles passieren kann: Gefährliche Strömungen im Felsenmeer – Strudel, Erschöpfung wegen der hohen Wellen. Daher: Augen auf bei der Trauf!



Frau Holle und das Holz vor der Hütte

Geschrieben am um 8:47

Am 7. März werde ich auf der ITB in Berlin eine Weltneuheit vorstellen: Die Premium Wander Welt. Ein Zusammenschluss von sechs Wander-Regionen mit vielen traumhaften Premiumwegen. Um mich über die Werratal-Region in der Mitte von Deutschland zu informieren, bin ich im Januar dort gewandert. Genau gesagt war ich auf dem P1 unterwegs…

 

 

… der P1 hat nix mit einer Promi-Disco in München zu tun, der P1 war der erste Premiumweg am legendären Berg Meißner. Wieso legendär? Nun, die olle Frau Holle wirkt dort. Und wer das Ganze nur für ein Kindermärchen hält, hätte mal Ende Januar zum Frau-Holle-Teich fahren soll. Dort befindet sich das Weltkompetenz-Zentrum für Schnee-Erzeugung und Frau Holle hatte ordentlich die Kissen geschüttelt

 

 

Ich erfuhr vor Ort, dass die Holzskulptur von Frau Holle, die die Dame nicht als hutzelige Oma, sondern als durchaus proppere Frau darstellt, vor einigen Jahren bundesweit für Aufregung sorgte. Das Titten-Fachmagazin BILD mutmaßte, die Frau-Holle-Skulptur müsse ja mindestens Körbchen-Größe D haben, auf jeden Fall habe die altehrwürdige Märchenfigur doch ganz schön viel Holz vor der Hütte.

 

 

Liebe BILD, kühlt doch mal ab, wenn ich das richtig mit meiner Alterskurzsichtigkeit sehe, ist die Frau Holle doch ganz “normal” proportioniert. Außerdem handelt es sich um ein Kunstwerk, und nicht um eine fotografische Wiedergabe von Frau Holle. Denn eigentlich sieht Frau Holle ganz anders aus, ich habe sie nämlich gesehen. Aber dazu an anderer Stelle mehr…

 



Wanderzielgruppen die Zweite

Geschrieben am um 13:35

Herzlichen Dank für die zahlreichen Kommentare zu meinem Wanderzielgruppen-Blog. Besonderen Dank an Michael Moll für seinen Link Blog. Jetzt weiß ich, wie man auf norwegischen Wegen Haute Cauture und Funktionalität unter einen Hut bringt.

http://www.dieweltenbummler.de/Blog/sicherheit-auf-wanderwegen/

Außerdem auch Dank an Ralf Schmädicke für den Link zur Bergwander-Typologie. Ich persönlich bin am ehesten der Hausmeister-Fraktion zuzurechnen.

http://www.auf-touren.de/2011/09/20/berg-seniorentypologie/#more-1774

Prinzipiell ist es aber doch so, dass Wandern einfach glücklich macht, egal, in welche Zielgruppe man zielt. So rundherum glücklich, wie die Wanderzielgruppenmodels auf der Stuttgrater Messe.

 



So sehen Wanderzielgruppen aus

Geschrieben am um 9:53

Letzte Woche war ich Gast bei der Touristikmesse CMT in Stuttgart. Auf einer Messe kann man sich informieren, auf einer Messe kann man aber auch immer noch etwas lernen. Ich lauschte einem Vortrag eines Kieler Tourismusforschers.

Er präsentierte – interessant für jeden Touristiker, denn man möchte doch wissen, wer das Geld in die Region bringen soll – er präsentierte also unterschiedliche Wanderzielgruppen. Der Professor aus Kiel hetzte aber nicht durch eine mediokre Power-Point-Präsentation, sondern stellte die Zielgruppen mithilfe einer Riege von internationalen Top Models vor.

Zunächst einmal gibt es den konservativen Wanderer:

 

 

Vom Outfit her fühlte ich mich diesen Herrschaften am meisten verbunden. Auch die Gegend, in der die beiden wandern wollten ist spitze. Die Dame hatte nämlich eine Wanderkarte von “Stuttgart und Umgebung” dabei, eine Region, die Dank der Renaturierungs-Bemühungen von Stuttgart 21 an Naturverbundenheit kaum zu übertreffen ist.

Dann wanderte eine Dame in die Halle, die als Vertreterin der Mittelschicht bezeichnet wurde (links neben den beiden Tourenradfahreren):

 

 

Etwas moderner gekleidet, und solo unterwegs, also nicht nur aus der Mittelschicht, sondern auch in der Midlife Crisis angekommen. Die Kinder sind aus dem Haus, der Mann hat ‘ne Jüngere, da muss man eben einsam wandern.

Und schließlich kam sie, die Top-Performerin, hoch gebildet, unglaublich wohlhabend, arbeitet in einer Top-Position:

 

 

Also, wenn so der Wander-Top-Performer aussieht, werde ich nie einer: Leggings beim “Wandern“, Ohrstöpsel, Walkingstöcke. Hmmmm… Aber egal, Touristiker werden ihre Top-Klientel sicher in Zukunft schon von weitem identifizieren. Man erkennt die reichen und schönen Wanderer eben schon von weitem an den Ohrstöpseln und  Walkingstöcke, so einfach ist das…

 

Für die Zurverfügungstellung der Bilder auf diesem Blog möchte ich Jochen Leuschner (www.jl-photographie.de) danken.

 



Germania Nahe Drosselgasse

Geschrieben am um 6:56

Zum zweiten Mal in meinem Wanderleben habe ich eine Rheinsteig-Etappe in Rüdesheim begonnen. Das scheint ein Fehler zu sein, die Etappen in Rüdesheim zu beginnen und nicht enden zu lassen, denn ich hörte Wunderdinge – man zwitscherte/twitterte es mir sozusagen – von der Geselligkeit in der Drosselgasse, world wide famous.

 

 

Ich muss endlich mal auch einen Wandertag in der Drosselgasse beenden, man kann dort, hörte ich, jede Menge Spass haben. War schon mal jemand dort?

Die Germania am Niederwalddenkmal oberhalb von Rüdesheim ist auf jeden Fall eine großartige, selbstbewusste junge Dame. Es gibt kritische Zeitgeister, die der Germania, erbaut nach dem Sieg 1870/71, kriegslüsterne Tendenzen nachsagen. Weit gefehlt, sie wurde aus französischen UND deutschen Kanonen zusammen geschmolzen. Mehr Schwerter zu Pflugscharen geht fast gar nicht.

 

 

Na aber, sagen andere Nörgler, sie würde doch so aggressiv gen Westen, also Frankreich schauen, und drohend das Schwert schwingen. Wenn man davor steht, sieht man, dass auch dieser Vorwurf nicht stimmt. Sie schaut sehnsüchtig zu den Weinbergen im Rheingau, sie hat Durst, und weist mit dem Schwert die Richtung.

Und dann dieses Delta:

 

 

 

Nicht Mosel fließt in  Rhein = Deutsches Eck, sondern Nahe fließt in Rhein = Äh, ja was für einen Namen hat denn diese Ecke eigentlich? Binger Eck? Nahes Eck? Binger Loch-Eck? Arme Nahe, armes Bingen, kein eigener Name für das Flußdelta.



SENSATIONELLES BELOHNUNGSBIER

Geschrieben am um 13:49

Gemäß dem Motto “Das schönste am Wandern ist die Einkehr” möchte ich heute von einem, wie soll ich sagen, regelrechten Feuerwerk an Belohnungsbieren berichten. Ich bin gestern auf dem famosen Felsenmeersteig in der Schwäbischen Alb gewandert, nach der Wanderung, die es durchaus in sich hatte, wurde mir vom Wanderführer ein Belohnungsbier im Brauhaus Zollernalb direkt am Bahnhof Albstadt-Ebingen empfohlen.

Schon vor der Suppe wurden uns vier Bierproben in kleinen Gläsern serviert.

 

 

Von rechts nach links sollte getrunken werden: Ein Export, ein Hefeweizen, ein Pils, ein India Pale. Häh, India … was ??? Nun, so ein Bier habe ich echt noch nie getrunken, sehr malzhaltig, hohe Stammwürze und ein spezieller Hopfen aus den USA, eine Sorte mit dem schönen Namen Cascade. Wie ein Feuerwerk entfaltete sich der Geschmack dieses Biers. Erst riecht man eine sehr zitronige Blume, dann schmeckt man den Malz, sehr süß, grapefruitig, aber dann ein Abgang, der herber und herber wird, da ist Jever ein Waisenknabe dagegen. Die Bitternote kommt vom Cascade-Hopfen. Unfassbar, so eine Geschmacksbandbreite habe ich bei einem Bier noch nie erlebt. Und das alles im Rahmen des deutschen Reinheitsgebots. Ich sage es immer, die meisten deutschen Brauer sind unendlich einfallslos, nutzen nur 2 Prozent der möglichen Hopfensorten

 

 

Anders der junge Braumeister und der Geschäftsführer des Brauhauses, die mir hier zuprosten. Der junge Brauer Dominik Reger hat echt den Brau-Nobelpreis 2012 verdient. Denn India Pale war ja nur der Anfang, als Bier-Dessert durfte ich eine neu entwickelte Biersorte kosten, die vor mir kein Bierfreund auf der Welt je getrunken hat. Ein Bier, im Barrique-Verfahren gereift in alten Holz-Whiskey-Fässern, Alkohol an die 8 Prozent. Für dieses Bier könnte ich sterben…

 

 

Die Traufgänge sind als Wanderungen schon immer ein Erlebnis, das Sahnehäubchen muss, kann und sollte aber ein bis fünf Belohnungsbiere im Brauhaus von Ebingen sein. Premiumwandern und Premiumbiere, das passt zusammen!



Über’n Deister gehen

Geschrieben am um 11:00

Ich bin über den Jordan gegangen, ne Quatsch, ich bin über die Wupper gegangen, ach Blödsinn, nein, auch nicht, jetzt habe ich es: Ich bin über den Deister gegangen. Ich kannte die letztere Redewendung gar nicht, aber die Menschen zwischen Hameln und Hannover im südlichen Niedersachsen gehen eben über den Deister. Und ich habe letzten Samstag erstmals dieses kleine aber feine Gebirge kennen gelernt.. Sogar einen – man höre und staune – Hannoverschen Wander- und Gebirgsverein gibt es, der die Wege auf dem Deister – unter anderem immerhin ein Teilstück des E1 – in Schuss hält.

 

 

Nun, Gebirge hin, Gebirge her, ich hörte von einem Schweizer, der den Deister besuchte und hernach verzweifelt überlegte, wie man dann die heimatlichen helvetischen Berge nennen solle, denn er verstand unter “Gebirge” etwas ganz anderes.

Ich war zum Literaturfest Niedersachsen nach Springe geladen und zum Entree der abendlichen Lesung, die ich moderieren sollte, wanderte das Publikum durch den Deister und lauschte an ausgewählten Orten den Dichter-Worten von Hermann Hesse, Robert Walser, Joseph Roth und Gottfried Keller.

 

 

Ein Jüngling mit güldenem Haar schmetterte die literarischen Worte in den sturmumtosten Wald, und die Winde spielten die Musik zu diesen wohl gewählten Worten:

Heiter ist’s und aufgeräumt

Und das Wehen der Föhren

Wenn die Luft in Ihnen träumt

angenehm zu hören.

Ich musste erst mal googeln, dass Föhren so ne’ Art Kiefer sind, na ja, der gute Herr Keller hat sie wohl einfach so bezeichnet, weil sich “Föhren” so schön auf “Hören” reimt.

Wie jeder amtliche Höhenzug hat auch der Deister seine Pforte, jeder kennt ja die Pforta Westfalica am Teutoburger Wald.

 

 

Zur geologischen Deisterpforte gibt es auch das passende Lokal, das einem das Gefühl gibt, sich in der DDR der 1960er Jahre zu befinden. Und Dienstags, ja Dienstags gibt es keinen Ruhetag, Dienstags ist die Deisterpforte auch nicht geschlossen, nein:

 

 



Haste Scheiße am Fuß, haste Scheiße am Fuß (Rund um Föhr III)

Geschrieben am um 6:41

Dies ist ein Selbstprotrait während meiner Wanderung rund um Föhr (37 Kilometer). Glückliche Wanderer sehen anders aus, oder?

 

 

Der Grund für die Miene war, dass ich mir schon nach 20 Kilometern schlimme Blasen gelaufen hatte. Zum einen war ich fast nur auf Asphalt gelaufen. Aber vor allem bin ich immer schräg gewandert, denn der Weg ist immer etwas abschüssig Richtung Meer. Da sind Wanderer bevorteilt, deren linkes Bein einige Zentimeter kürzer ist als das rechte. Ist bei mir nicht der Fall. Dass auf dem Asphalt überall Schafsscheiße herumlag, fand ich zunächst noch lustig, auch dass mir die Schafsscheiße bis zur Kniekehle heraufspritzte.

 

 

Wenigstens war die Schafsscheiße nicht sehr rutschig. Schwieriger war es auf den Sandschlieren zu gehen. Das sah erst ganz harmlos aus: Der Regen hatte etwas Sand aus dem Deich herausgespült und wo soll schon das Problem sein, auf nassem Sand zu gehen, dachte ich? Dass das ein Problem sein kann, merkte ich, als ich das erste Mal ins Rutschen kam Wie auf einer Eisfläche eierte ich herum, weil sich der Sand in mein Profil gesetzt hatte und meine Laufschuhe in Schlittschuhe verwandelt hatte.

 

 

All das – Asphalt. Schiefes Gehen, rutschiger Belag, hatten mir derart große Blasen unter beiden Füssen verschafft, dass ich die Südseite auf Föhr nicht wie geplant an der Wasserkante mit nackten Füssen gehen konnte. Jede Muschelberührung schmerzte wie eine  Wurzelbehandlung. Schade, die Rund-um-Föhr-Tour wurde nicht durch Fuß-FKK gekrönt.

 

 

 



Cogito ergo Utersum (Rund um Föhr II)

Geschrieben am um 10:27

Weiter geht es mit meinem Mammutprojekt, der Wanderung rund um Föhr. Die ersten 20 Kilometer hatte ich absolviert und kam im Badeort Utersum an, im Westen der Insel gegenüber von Amrum gelegen. Dort war ich schwer beeindruckt von der gigantischen Seebrücke, einem Brückenbaukunstwerk der Extraklasse. Bei Ebbe nur leider etwas zu kurz geraten.

 

 

Auf dem Deich fühlte ich mich sofort als Deichkind und stand mit Fragezeichen in den Augen vor zwei umgekippten Bänken auf’m Deich. Das konnte ja wohl nicht sein, dass die Nordfriesen so doof waren, genau in Utersum, wo der Wind öfter mal in Orkanstärke bläst, genau dort also die Bänke nicht im Boden zu verankern. Nein, so blöde können die Nordfriesen nicht sein. Wahrscheinlicher ist es, dass man animiert werden soll, sich um 90 Grad gedreht hinzulegen, um in den Himmel zu schauen und das Wolkenspektakel zu genießen.

 

 

Etwas für absolute Genießer ist die Sonnenuntergangsbank der Föhr-Freunde in Utersum. Das Wort “Sonnenuntergangsbank” ist fast genauso lang wie die gesamte Bank, die Föhrer Freunde müssen sich mindestens in Fußballmannschaftsstärke bei Sonnenuntergängen auf diesem Sitzmöbel zusammen kuscheln.

 

 

Beim nächsten Blogeintrag verrate ich Euch dann noch, warum ich bei der topfflachen Wanderung rund um Föhr die schlimmsten Blasen seit Jahren ertragen musste.

 



Watt’n Läufer! (Rund um Föhr I)

Geschrieben am um 15:36

Ich bin zurück aus dem Urlaub, braun gebräunt, pudelwohl erholt. Ich bin  runter von der Warft geklettert, von der Hallig herab gekrabbelt, jetzt wird wieder gebloggt!

Nach zweieinhalb Wochen Strandgeliege hat es mir ganz furchtbar in den Füssen gejuckt und ich habe eine große Wanderung in Angriff genommen. Ich bin nach Föhr gefahren und einmal um die ganze Insel herum gegangen: 37 Kilometer. Rund um den Henninger Turm und um die Welt in 80 Tagen kann jeder, aber rund um Föhr, das ist die ultimative Herausforderung.

Als ich losging, sah ich einen schönen Sonnenaufgang über dem Festland.

 

Dann ging es links herum zur Nordseite der Insel und Sylt kam in Sicht, auf dem Hindenburgdamm waren wie winzige Raupen die Sylt-Shuttle-Autoreisezüge zu erkennen. Auf dem Weg und neben dem Weg Schafe, Schafe, Schafe, Windräder, Wattenmeer, Weiden und noch mehr Schafe.

 

Man muss das ganze nicht schöner reden als es war, die Wanderung rund um Föhr war alles in allem STINKLANGWEILIG! Aaaaaaaber: Die Langeweile des Gehens ermöglichte es mir, mal wieder so richtig nachzudenken, Ideen zu entwickeln, zu entscheiden, ob der Pudding Flecki oder der Pudding Paula besser ist. Denn das ist auf Premiumwegen mittlerweile verloren gegangen, dass man mal Musse zum Abschalten hat. Die Wanderweg-Dramaturgen versuchen permanent, einen Erlebnisreiz auf den nächsten folgen zu lassen. Das ist auch gut so, aber zur Ruhe kommt man als Wanderer dabei echt nicht, obwohl das “Besinnliche” doch eine der großen Qualitäten des Wanderns ist.

 

Und so ging ich vor mich hin, fühlte mich schon wie ein Wattenläufer, begegnete keiner Menschenseele, zwei, drei, vier Stunden lang. Bis dann doch, kurz vor Dunsum an der Westküste, ein Mann mit langem weißem Bart bis zur Gürtelschnalle auf dem Fahrrad an mir vorbei fuhr. Hoppla dachte ich, der hat aber einen langen Bart. Doch kurz darauf schreckte ich hoch. Konnte das nicht Gott gewesen sein, dem ich da gerade begegnet war? Vom Optischen käme das hin. Aber ist es denkbar, dass der Allmächtige im Sommer einfach mal am Wattenmeer auf dem Fahrrad Patrouille fährt und seine Schöpfungen begutacht? Wäre zumindest möglich, ich rufe mal im Vatikan an, ob die was läuten gehört haben, von Gott auf Föhr.

 


Wer glaubt, Wandern ist fade und die Vorstufe zur Rollator-Rallye, muss diesen Blog lesen und wird staunen. Ob Kurioses am Wegesrand, schräge Hinweistafeln, Lebensgefahr am Wanderweg, skurile Wandervögel, betreutes Trinken am Steig, gigantische Aussichten oder extreme Herausforderungen im deutschen Mittelgebirge – bei andrackblog.de gibt es alles über das Thema Wandern. Jede Woche neu, (relativ) aktuell. Die besten Wander-Storys der Welt eben.

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