Wander-Blog von Manuel Andrack

Die besten Wander-Storys der Welt




Winterwanderfundstücke

Geschrieben am um 6:23

Gegen die Überschrift ‚Winterwanderfundstücke‘ könnte man einwenden, dass man schlecht Winterwanderfundstücke präsentieren kann, wenn es gar keinen Winter gab. Schnickschnack. Erstens kann der Winter ja noch kommen, im April oder Mai, habt doch mal Geduld. Und zweitens heißt die Jahreszeit vor und nach der Jahreswende eben auch Winter, wenn es sehr heiß ist.

 

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Am tollen und extrem abwechslungsreichen Premiumspazierwanderweg „Fasanenjagd“ in Zweibrücken habe ich eine sehr exotische Pflanze gefunden. Die Kletterrose Dortmund verströmt einen betörenden Duft nach Hochofen und Stadionwurst und blüht in den herrlichsten gelb-schwarzen Farben. Leider habe ich die Rosenarten Wanne-Eickel und Castrop-Rauxel nicht gesichtet.

 

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Bei der gleichen Wanderung habe ich die erste Outdoor-Galerie der Pfalz gesehen. Die Hängung ist etwas lieblos, aber die Idee absolut ausbaufähig. Nicht Kunst am Bau, sondern Kunst in der Natur.

 

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Auf der Sauerland-Waldroute in der Nähe von Marsberg (diese Tour beschreibe ich ausführlich im nächsten Wunderbar-Wanderbar-Heft von NRW Busse und Bahnen) habe ich die größte Wetterhütte der Region gesehen. Wer als Wanderführer mit 150 oder 200 Wanderern unterwegs ist, findet dort problemlos wettergeschützt Unterschlupf.

 

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Die Zeit vor den Jahren, zwischen den Jahren und nach den Jahren bietet nicht nur Zeit für Heimeligkeit, Besinnlichkeit und Glühwein. Man kommt auch endlich dazu, ordentlich aufzuräumen, die Steuer zu machen, so Sachen eben. Beim Aufräumen ist mir das legendäre Pfälzer Hüttenquartett in die Hände gefallen. Bekanntlich verfügt der Pfälzer Waldverein über außerordentlich zahlreiche und vorbildlich geführte Wanderhütten. Was das Netz der Hütten angeht, kann selbst der Alpenverein nicht mithalten. Meine Lieblingskategorie (nach „Anzahl der Weine“ und „Meter zum nächsten Parkplatz“ – ganz entscheidend für Wanderer) des Quartetts ist „Leberknödeldurchmesser“. „Leberknödeldurchmesser“, ein Wort, das man sich auf der Zunge zergehen lassen sollte. Mjam, mjam, mjam.



Die Einkehr

Geschrieben am um 6:23

2005, im April. Im Februar des Jahres war mein Buch „Du musst wandern“ erschienen. Die Verkaufszahlen waren sehr zufriedenstellend, Leserpost erreichte mich. Die erste Zuschrift war eine Art Verriss. Denn mir wurde ganz einfach abgesprochen, Ahnung von meinem Sujet zu haben. Denn Wanderer – so die durchaus erboste Leserbriefschreiberin – richtige Wanderer, die wären mit Rucksackverpflegung unterwegs. Und ich würde ja ständig einkehren, daher wäre ich kein richtiger Wanderer.

Trotz dieser Fundamentalkritik bin ich, was die Einkehr angeht, störrisch geblieben. Ich kehre ein und alle „richtigen“ Wanderer sollen sich meinetwegen zum Picknick in den Wald setzen und ihre zuhause geschmierten Semmeln, Brötchen, Wecklas und Schrippen verzehren. Jeder so, wie es ihn glücklich macht. Aber was diesen Nicht-Einkehrern alles entgeht! Der erste Schluck vom kalten Bier, der bis in die Knie wirken muss. Die regionalen Spezialitäten wie Schäufele, Döppekuchen, Pfefferpotthast. Ein Almdudler. Ein aus lokalen Früchten gebrannter Schnaps. Rieslinge, Spätburgunder, Clevner und Lemberger aus den Lagen, die man gerade durchwandert hat. Aber esst ihr ruhig Eure Stullen, ihr „richtigen“ Wanderer.

 

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Es soll Menschen geben, die nur wegen der Einkehr wandern. Denn es ist schon etwas merkwürdig, in einem Biergarten um 12:00 in der Frühlings-Sonne zu sitzen und zu dieser Zeit schon ein Hefeweizen zu trinken. Schon deutlich weniger merkwürdig ist es, wenn man schon zwölf, dreizehn Kilometer gewandert ist und den ersten Gipfel erfolgreich gestürmt hat. Dann „darf“ man durchaus schon mal das erste Belohnungsbier trinken.

Ein weiterer Vorteil der Einkehr besteht einfach darin, dass man an keime Ort seiner Wanderung so gut mit Land und Leuten in Kontakt kommt. Ein Wirt oder eine Wirtin ist oft – sonst hätten sie ihren Beruf verfehlt – zum Plaudern aufgelegt. Ich bin vor ein paar Jahren in den Bregenzer Alpen gewandert und kehrte nach einem knackigen Aufstieg in einer Berghütte ein. Zu früh zwar noch für ein Bier, aber nicht zu früh für ein Schwätzchen mit dem Hüttenwirt. Sofort werde ich geduzt, erfahre dass es sich beim Wirt um den Flori handelt, bin stolz, weil ich der erste Wanderer des Tages bin, der es bis zur Hütte geschafft hat und bekomme noch Tipps für meine weitere Wandertour. Das ist doch Weltklasse, das kann nur Einkehr! Noch nie bin ich in dieser Hütte gewesen, habe aber ein Gefühl der Heimat, als ich meine Waldmeisterschorle trinke. Wanderglück durch Einkehr.

 

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Man sollte aber nicht total auf die Einkehr fixiert sein. Ich war dereinst bei einem Männerwandergeburtstag eingeladen, bei dem im Eifgenbachtal bei Köln alle zwei Kilometer eingekehrt wurde. Das ist dann eher eine Rein-Tour als eine Wandertour. Ich halte auch wenig von der Prioritätenliste vieler Wandervereine: „Berge von unten, Kirchen von außen, Kneipen von innen“. Nein, auch die Natur und die Kultur gehören zum kompletten Wandererlebnis, nicht nur die gastronomischen Highlights am Wegesrand.

Man sollte sich aber immer klar machen – vor allem wenn man auf Prädikatswegen unterwegs ist – dass die Investitionen für die Schönheit des Wanderwegs eine Art Wirtschaftsförderung ist. Mit der Einkehr unterstützt man die lokale Wirtschaft und die regionalen Wirtschaften. Daher mein Appell: Kehrt mehr ein!

 

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Oh mein Gott – der Alde Gott

Geschrieben am um 6:23

Eine feine Badener Weingenossenschaft ist Alde Gott in Sasbachwalden. Einen Premiumweg gibt es dort auch, die Alde Gott Panoramarunde. 9,8 Kilometer, stramme 429 Höhenmeter, immerhin 15 % Asphaltwege, was die ab-so-lu-te Höchsterlaubnis für einen Premiumweg überhaupt ist. 16% Asphalt: tot, kein Premiumweg, 15% Asphalt: naaa gut, durchgewunken.

 

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Ich dachte mir, vielleicht muss man sich wegen des ordentlichen Asphaltanteils den Weg schön trinken. Also habe ich einen Grauburgunder in der Vinothek der Genossenschaft gekauft. Aber schon der Einstieg in die Tour, die Gaishölle-Wasserfälle, sind ein sensationelles Natur- und Wandererlebnis

 

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Ich wanderte mit Andreas Kauffmann, Chef der Ortsgruppe Lahr des Schwarzwaldvereins. Andreas entstammt quasi einer Schwarzwaldvereinsdynastie, er leitet die Ortsgruppe schon in der vierten Generation. Sein Urgroßvater hat, kein Scherz, mit einem Kumpel den legendären Westweg erfunden. Der Uropa und sein Wandergenosse sind immer weiter gewandert, und da, wo sie es schön fanden, haben die beiden die rote Raute des Schwarzwaldvereins an die Bäume genagelt. Das waren richtige Wanderwegpioniere!

 

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Nach der Gaishölle-Schlucht schon die erste Einkehrmöglichkeit. Ein klein wenig verfrüht, aber wir sind ja nicht für Spaß hier, wenn dann auch richtig, also gibt es Flädlesuppe und einen Schoppen Clevner Traminer aus Durbach, meiner letzten Badischen Weinwanderstation.

 

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Wir gehen Kilometer um Kilometer und wir fragen uns, wo denn der viele böse Asphalt ist. Wir gehen durch Wälder und durch Weinberge, und die Wege sind traumhaft. Und unverhofft, ergibt sich eine weitere Einkehr. Zwar hat die Klosterschänke inzwischen an 365 Tagen im Jahr Ruhetag, aber in einem Unterstand kann man sich aus einem Kühlschrank selbst verpflegen – ein Paradies!

 

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Wir wandern zum Aussichtspunkt „Münsterblick“. Das Straßburger Münster kann man tatsächlich sehr gut sehen, trotz eher schlechten Wetterbedingungen. Faszinierender als das gotische Bauwerk finden wir allerdings das Outdoor-Kegelspiel am Aussichtspunkt.

 

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Trotz verschiedener Taktiken versuchen wir mittels eines Pendels, die Kegel zu eleminieren: mit Fingerspitzengefühl, mit brachialer Gewalt, mit kreisenden Bewegungen, mit länglichen Schwüngen. Mehr als fünf Kegel schaffen wir nicht, damit gewinnt man keinen Kegelpreis.

 

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Der Alde Gott ist ein Wegkreuz. Es wird einer Begebenheit aus dem Dreissigjährigen Krieg gedacht, die Landschaft entvölkert, ein junger Mann wandert entwurzelt durch die Gegend, trifft eine Frau und ruft aus: „Der Alde Gott lebt noch!“. Eine Wanderbegegnung als Gottesbeweis, großartig.

 

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Es kam wie es kommen musste, die beiden heirateten und setzten den ersten Rebstock des Genossenschaftsweins Alde Gott. Darauf trinken Andreas und ich im Nieselregen ein schönes Glas Grauburgunder.

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Das Highlight des Tages: nach der wunderschönen Wandertour zückt Andreas den Mitgliedsantrag des Schwarzwaldvereins – und schon bin ich Mitglied in der Ortsgruppe Lahr! Ein Hoch auf die nächsten Schwarzwald-Touren!



Andracks AMERON Neuschwanstein Alpsee Resort & Spa Wandertipp Nummer 3 – Gratweg Tegelberg

Geschrieben am um 6:23

Länge: 6,15 Kilometer

Dauer 3:30 Stunden

853 Höhenmeter

Diese Wanderung ist nur für geübte Wanderer zu empfehlen, die gute Kondition, Schuhwerk und Trittsicherheit mitbringen. Wir gehen die Hotelausfahrt hinaus und sehen schon bald rechter Hand einen Pfahl mit unzähligen Wegweisern. Wir orientieren uns bis zum Tegelberghaus am roten Punkt und wandern rechts den Asphaltweg hinauf, den auch alle Besucher von Schloss Neuschwanstein hinauf gehen. Schon bald wenden wir uns wiederum rechts und gehen einen breiten, hell geschotterten Wanderweg bergan. Wir erreichen die Bushaltestelle und gehen Richtung Marienbrücke. Achtung: wir nehmen den Gratweg, der ist wesentlich abenteuerlicher und schöner als der breite Reitweg zum Tegelberg. Vor der Marienbrücke kann es sich ein wenig stauen, da müssen wir etwas Geduld haben. Wir müssen zwar nicht über sieben, aber über diese eine Brücke gehen, anders geht es nicht. Von der Marienbrücke hat man eine schöne Aussicht auf Schloss Neuschwanstein, falls es nicht wie bei meiner Test-Wanderung im dunstigen Nebel liegt.

Hinter der Marienbrücke drehen die meisten Touristen wieder um und gehen retour, das trägt zum Stau bei.

 

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Auf einigen Schildern wird darauf hingewiesen, dass der Weg hinauf zum Tegelberg nur im Sommer begangen werden darf, bei Schnee ist es lebensgefährlich, dort hinauf zu gehen. Wenn man allerdings ein Hans-guck-in-die-Luft ist oder stolpert, kann der Aufstieg auch im Sommer sehr gefährlich sein, es ist eben ein alpiner Weg.

 

Über wurzelige und steinige Pfade geht es in Serpentinen bergan, manchmal muss man auch die Hände zur Hilfe nehmen und richtig über die Felsen klettern. An einigen Stellen sind Seile als Handlauf in den Felsen verankert, an einer anderen Stelle helfen Stahl-Sprossen beim Klettern. Nach ungefähr 90 Minuten haben wir die Serpentinen geschafft, es ist nun nicht mehr ganz so steil und wir gehen bergan auf dem Grat weiter. Unser Weg geht um einen Felsen herum und wir haben auf die Südseite des Berges gewechselt. Es ist drei bis vier Grad wärmer als auf der Nordseite, das ist faszinierend, schwül-warme Luft umfängt uns, von einer Sekunde auf die andere. An einer Wegpassage geht es ein wenig bergab, da bin ich sehr froh, dass ich nicht die gesamte Strecke bergab gegangen bin, das ist nämlich ganz schön rutschig und die Kniegelenke werden sehr belastet.

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Kurze Zeit später, ganz ganz großes Kino, bricht die Sonne durch. Beziehungsweise bin ich langsam auf einer Höhe, dass ich mich aus den Wolken heraus kämpfe. Es ist ein Gänsehautgefühl, sich aus den Nebelschwaden aus eigener Muskelkraft hinaus zu kämpfen und der Sonne entgegen zu gehen.

 

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Foto: Althoff Hotels / Fotografin: Anja Schäfer

 

Ich höre Kuhglocken, das ist zu schön, um wahr zu sein. An der Kuhweide wandern wir noch mal steil hinauf zum Tegelberghaus, dem alten Jagdhaus des Königs auf 1.707 Meter. Bei meiner Testwanderung genieße ich perfekten Sonnenschein, wie in einer Märchenlandschaft ragen die Berggipfel und alpinen Gebirgsketten aus dem flauschigen Wolkenteppich hervor. Eine andere Welt, denn unsere Welt, die Zivilisation, ist verschwunden. Kleiner Tipp: Vor Ihrer Wanderung könnt ihr über die Webcam der Tegelbergbahn checken, wie das Wetter am Gipfel ist.

 

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Foto: Althoff Hotels / Fotografin: Anja Schäfer

 

Ich trinke im Tegelberghaus ein Belohnungsbier und denke: Mensch, hier oben ist schon richtiges Hochgebirge, über 1.500 Meter fängt das an. Ab dieser Grenze gilt generell das Wander-Du. Deswegen kann ich sagen: Ich bin stolz auf Dich, wenn Du die Tegelbergbesteigung auch schaffst! Mit der Tegelbergbahn kann man schließlich entspannt talwärts fahren, der Weg zurück nach Hohenschwangau ist ausgeschildert. Nach dreißig Minuten Fußweg ist man wieder im Hotel, nach 35 Minuten im Wellnessbereich des 4 elements spa by Althoff.

 

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Foto: Althoff Hotels / Fotografin: Anja Schäfer



Andracks AMERON Neuschwanstein Alpsee Resort & Spa Wandertipp Nummer 2 – Das Finale des Lechwegs bis zum Lechfall in Füssen

Geschrieben am um 6:23

Länge: 5,1 Kilometer (bis zum Lechfall)

Dauer 1:30 Stunden

261 Höhenmeter

 

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Wir wandern vom Hotel zum See und gehen dann rechts den Weg hinauf Richtung Füssen. Nach ungefähr zehn Minuten wenden wir uns rechts und sehen zum ersten Mal die Markierung „L“ des Lechwegs, die uns bis zum Wasserfall in Füssen begleiten wird. Der Lechweg ist ein sehr schöner Weitwanderweg, 124 Kilometer lang und folgt dem Verlauf des Flusses von der Quelle in 1.840 Meter Höhe bis nach Füssen. Wir gehen also quasi das Finale dieses Weges. Wir steigen leicht an und sehen schon bald rechter Hand den Schwansee durch die Bäume. Wir folgen weiter der Markierung mit dem weißen „L“ an den Bäumen, lasst Euch nicht von den vielen Wegweisern irritieren, die manchmal etwas widersprüchlich sind.

 

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Wir gehen an einem Walderlebnispark für kleine und große Kinder vorbei. Am meisten hat mich das Holzhammer-Xylophon begeistert. Nur vier Töne, das ist ideal, man kann viele neue Kompositionen testen.

 

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Nach den Wald-Spielereien geht es links steil bergan bis zum Gipfel des Kalvarienbergs.

 

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Eine schön gestaltete Aussichtsplattform ziert diesen Gipfel und es ergeben sich gigantische Blicke zu den Schlössern am Alpsee, auf den Lech und auf die Stadt Füssen.

 

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Wir wandern bergab und passieren die Stationen eines Kreuzwegs, nur in der „falschen“ Reihenfolge. Am Steakhaus Füssen überqueren wir die Hauptstraße und haben den Lechfall erreicht. Donnernd stürzt das grüne Wasser in ein schmales Felstal, ein ziemliches Spektakel. Wir gehen über die Brücke und der Weg jenseits des Flusses führt uns in die Innenstadt von Füssen. Dort fahren wir mit dem Bus oder dem Taxi zurück zum Hotel, denn dort sollte unbedingt das nächste Highlight folgen.

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Als wunderbare Ergänzung zu jeder Wanderung vom AMERON Neuschwanstein Alpsee Resort & Spa sollte man den Wellness-Bereich genießen. Die vier Elemente sind das Grundthema des 4 elements spa by Althoff. Und die vier Elemente haben uns ja auch auf unserer Wanderung begleitet: Wir haben die herrliche Luft des Waldes genossen, wir sind auf der Erde gewandert, wir haben das Feuer unseres Atems bei den Anstiegen gespürt und das Wasser des Alpsees und des Lech hat unsere Seele gestreichelt. Am sinnfälligsten sind die vier Elemente in der Finnischen Sauna des Wellness-Bereichs . Ich sitze mit richtig Feuer unter dem Hintern und schaue durch eine große Scheibe auf das Wasser des Alpsees. Die Bäume am Ufer stehen fest in der Erde und wenn ich dann auf die Liegewiese gehe, spüre ich die herzhafte Luft des Allgäus.

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Alle Fotos: Althoff Hotels / Fotografin: Anja Schäfer



Andracks AMERON Neuschwanstein Alpsee Resort & Spa Wandertipp Nummer 1 – Alpseerundwanderweg

Geschrieben am um 6:23

Länge: 5,5 Kilometer

Dauer 1:30 Stunden

121 Höhenmeter

Wanderer, kommst Du nach Füssen, quartiere dich im Hotel AMERON Neuschwanstein Alpsee Resort & Spa, direkt am Alpsee gelegen, ein. Warum? Natürlich erstklassiges Hotel, toller Service, geniale Küche, coole Barkeeper, spektakulärer Wellness-Bereich. Aber das Schönste ist, dass man für viele Wandertouren direkt am Hotel loslaufen kann. Ich empfehle zum Einstieg die Route rund um den Alpsee. Diese kurze Wanderung ist auch für Anfänger gut zu bewältigen, es ist aber schon eine richtige Wanderung über Stock und Stein, also über felsigen und wurzeligen Untergrund.

Vom Hotel aus gehen wir zum See und halten uns links, umrunden den See also im Uhrzeigersinn. Zunächst gehen wir auf einem breiteren Spazierweg, vorbei am Tretbootverleih. Bei Sonnenschein können wir die großartigen Türkis-Schattierungen des Sees in Ufernähe bewundern. Nach kurzer Zeit erreichen wir ein Strandbad, geöffnet bei „guter Witterung“. Nun denn, Pack die Badehose ein, wenn gutes Wetter ist!

 

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Nach dem Seebad gehen wir auf einem wunderbaren Waldpfad, über Brücken und Stege, immer direkt am Ufer des Alpsees entlang. Das Schönste am Wandern sind meiner Meinung nach die Ausblicke und die Blicke auf dem Alpsee Rundwanderweg sind phantastisch. Ständig ändern sich die Perspektive und der Blickwinkel, immer wieder ergeben sich Blicke auf Schloss Neuschwanstein, Schloss Hohenschwangau, den See – und das Ameron Neuschwanstein.

 

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Nach ungefähr 50 Minuten erreichen wir das Marienmonument. Ich dachte spontan, dass dort der Jungfrau Maria gedacht würde. Nein, der Gedenkstein erinnert an die Königinnenmutter Maria. Dieser König Ludwig (und in diesem Fall seine Mutter) ist allgegenwärtig in der Füssener Schlösser-Region. Der Alpsee selber ist ungefähr das einzige, das nicht vom König Ludwig gestiftet, erbaut, erdacht wurde.

 

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Wenn uns auf dem Seerundweg andere Wanderer entgegenkommen, verlangt es die Höflichkeit, zu grüßen. Man kann natürlich preußisch korrekt mit „Hallo“ grüßen. In alpinen Regionen empfiehlt es sich allerdings, mit „Grüß Gott“, „Servus“ oder „Grüßts Eich/Grüß Dich“ den anderen Wanderern die Ehre zu erweisen. Auf der nördlichen Seite des Seeufers geht es aufwärts, dort müssen einige Höhenmeter überwunden werden.

 

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Unter uns sehen wir immer wieder die im Sonnenlicht türkis schimmernde Oberfläche eines der saubersten Seen Deutschlands. Kurz vor Hohenschwangau sollte man noch einen kurzen Abstecher hinunter zum Pindarplatz machen.

 

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Dieser Ort war der Überlieferung nach einer der Lieblingsorte von König Ludwig und das kann man verstehen, denn die Aussicht auf Schloss Neuschwanstein und das AMERON-Hotel ist atemberaubend. Wir erreichen schließlich einen geteerten Weg, auf dem wir nach kurzer Zeit schließlich wieder am Hotel ankommen.

 

Alle Fotos: Althoff Hotels / Fotografin: Anja Schäfer



Der Rucksack

Geschrieben am um 6:23

Ich nutze meinen Wanderrucksack in fast allen Lebenslagen. Nur nicht in der Sauna. Und immer öfter auch nicht beim: Wandern. Wie gesagt, ein Leben ohne Rucksack ist für mich eigentlich unvorstellbar. Ich gebrauche ihn als Aktentasche, Koffer, Einkaufsbeutel und als Stütze für meinen Ellenbogen.

 

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Vom Chef der mit Abstand beliebtesten deutschen Rucksack-Firma habe ich gelernt, dass ein Rucksack eine ganz interessante Parallele zum menschlichen Körper hat. Ein vernünftiger Rucksack ist aus ungefähr 200 Einzelteilen zusammengesetzt, das entspricht ungefähr der Menge der menschlichen Knochen (im Durchschnitt kommen wir mit 206 Knochen aus). Der Rucksack ist ein humanoides Lebewesen, wer hätte das gedacht? Die Vielzahl der Einzelteile wundert mich eigentlich nicht, denn noch nach Jahren entdecke ich immer neue Geheimfächer in meinem Rucksack, die ich noch nie genutzt habe – faszinierend.

Erstaunlich ist, dass es zwar schon Damenrucksäcke gibt, aber keine unterschiedlichen Rucksackgrößen entsprechend der Rückenlänge. Das ist, als gäbe es nur einen Einheitsschuhgröße, aua. Aber wahrscheinlich wird in naher Zukunft der perfekt angepasste Rucksack aus dem 3-D-Drucker Normalität, der sich dann mitsamt seiner 200 Einzelteilen perfekt an den jeweiligen Traumkörper anschmiegt.

 

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Die schon fast philosophische Frage lautet: macht ein Rucksack den Wanderer erst zum Wanderer. Ist also Wandern ohne Rucksack überhaupt vorstellbar? Ich finde: Ja! Ich würde gerne an dieser Stelle mal den Wander-Rucksack generell zur Disposition stellen. Aber beim Wandern – vor allem auf Tagestouren – kann man gut auf einen Rucksack verzichten. Ich werde oft gefragt, was man hinein packen sollte. Außer einer Flasche Wasser fällt mir da nicht viel ein. Man kann aber auch sicher stellen, dass man bei einer Wanderung nicht verdurstet, weil man an Gaststätten, Dorfläden oder Quellen vorbei kommt. Selbst Profi-Alpinist Hans Kammerlander spricht von einem Fehler am Berg, wenn man etwas zu Essen mitnimmt. Kammerlander sagt: „Das machen die meisten Wanderer ja falsch. Die haben den Rucksack voller Brote. Aber wenn du oben zu viel isst, macht das müde und treibt den Puls hoch.“ Zudem gibt es unzählige Geschichten, in denen Wanderer mit zu viel Gepäck unterwegs sind. Hape Kerkeling berichtet davon, mein Patenonkel musste nach zwei Tagen seine Tour über den Eifelsteig abbrechen – er hatte zu viel in seinen Rucksack gepackt. „Ich wollte doch auch noch Abendgarderobe mitnehmen.“

 

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Sehr lustig ist die Szene, in der Reese Witherspoon im Hollywood-Wander-Film „Der große Trip – Wild“ ihren Rucksack im Hotelzimmer packt. 1.600 Kilometer hat sie vor der Brust, Zeltplanen werden gefaltet, Bücher verstaut, sie schafft es kaum, den riesigen Trinkwasserbeutel aus dem Badezimmer zum Rucksack zu schleppen. Dann versucht sie den Rucksack anzuheben, was nicht gelingt. Also geht sie in die Hocke und beginnt etwas, das aussieht wie ein Sumo-Ringkampf mit einem übermächtigen Gegner. Schließlich wird sie von dem Monstrum begraben. Nach etlichen strapaziösen Tagesmärschen entledigt sie sich in einem Camp mancher überflüssiger Dinge aus ihrem Rucksack: Deo, Säge, Kondome. Der Chef des Camps rät ihr außerdem, die Seiten aus den Büchern herauszureißen und zu verbrennen, die man schon gelesen hat. Sein lapidarer Kommentar: „Du wirst dadurch nicht zum Nazi!“ Fazit: Weniger ist mehr, probiert es mal mit Wandern Light – ohne Rucksack!

 

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Die Entdeckungen

Geschrieben am um 6:23

„Aber aus dem Gehölz hervortretend, stand er überrascht vor einer prächtigen Szenerie, die sich ihm öffnete, einer intim geschlossenen Landschaft von friedlich großartiger Bildmäßigkeit.“ Diese Naturüberraschung, diese Entdeckung eines genialen Landschaftsbildes erlebt Hans Castorp, der genießende Dauerpatient auf dem Zauberberg.

Nicht nur Herr Castorp, alle Wanderer machen immer wieder Entdeckungen auf ihren Fußgängen. Wir erweitern unseren Horizont, durchaus im Wortsinne, aber auch im übertragenen Sinne. Das können überwältigende Ausblicke in die Landschaft sein. Aber auch der Ameisenhaufen am Wegesrand. Immer wieder macht es mich glücklich, wenn ich ein Reh oder eine Hirschkuh im Wald sehe. Da schwingt Entdeckerglück mit, aber auch eine Naturverbundenheit, denn sowohl Reh als auch Wanderer (letzterer zumindest partiell) sind Waldbewohner. Um die seltene Blume am Wegesrand zu entdecken, brauche ich immer professionelle Hilfe – einen schönen Gruß an meinen Wanderfreund Martin vom Schwäbischen Albverein.

 

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Wenn man mit offenen Augen wandert, kann man alte Bombentrichtern entdecken, Hohlwege, und auf meinen liebsten Wegen im Saarland entdecke ich immer wieder alte Pflastersteine. War der einsame Waldweg vielleicht vor ein paar hundert Jahren eine viel befahrene und durchgehend gepflasterte? Bei den monströsen Zementblöcken mitten in meinem heimatlichen Lieblingswald gibt es keinen Zweifel: Abseits aller Wege entdeckte ich unheimliche Zeugen der Vergangenheit – Bunker des Westwalls.

Jede unverhoffte Begegnung mit Menschen am Weg ist eine Entdeckung. Gestern das Gespräch mit den Mitarbeitern der Naturwacht des Saarlands: Und schon weiß ich, über was man als Naturwacht wacht. Die Begegnung mit dem Lindenwirt auf dem Goetheweg.

 

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Das unverhoffte und hochinteressante Gespräch mit dem Grafen von Schönburg-Glauchau beim unangemeldeten Weinwander-Besuch auf Schloss Westerberg. Überhaupt, die kulinarischen Entdeckungen Der süffige Spätburgunder mit Blick auf die Ahr, die spontane Wanderung im und die Verkostung der Weine des Würzburger Steinbergs, das helle Stiegl auf dem Gipfel des Gaisbergs, die Froschschenkel im Restaurant Woll, alles herrlichste Entdeckungen für Gaumen und Gemüt.

Entdeckung beim Wandern kann überlebenswichtig sein. Ich meine nicht den Ast, den man im letzten Moment entdeckt hat, und der einen mit einem beherzten Griff vor dem Sturz in die Schlucht bewahrt. Ich meine – und das ist medizinisch erwiesen – Krebspatienten, die durch die Entdeckung der eigenen Leistungsfähigkeit nach einer Chemo-Therapie beim Wandern wieder Vertrauen in den eigenen Körper gewinnen und so einem neuen Leben entgegen blicken.

 

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Die Neugier führt uns in neue Landschaften Rhön, Erzgebirge, Zittauer Gebirge. Meinetwegen auch in den Himalaya. Aber oft es sind doch wirklich die kleinen Entdeckungen. Zum Beispiel entdeckte ich zuletzt in Salzburg, einem touristisch kaum erschlossenen Ort, auf dem Mönchsberg nahe der Festung einen bezaubernden Platz. Eine Stadtalm (super-großartiger Name: Stadtalm!) und ein Naturfreundehaus (die gibt es eben auch in Österreich, der Heimat der Naturfreunde) mit phantastischem Ausblick – eine richtige Entdeckung!

 

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Die Wanderfreundschaft

Geschrieben am um 6:23

Freundschaft ist ein großes Wort. Ich bin immer etwas vorsichtig, jemanden vorschnell als „Freund“ zu bezeichnen. Ich finde es daher auch etwas befremdlich, wenn ich bei Facebook Freundschaftsanfragen von Menschen bekomme, die ich mein Lebtag noch nie gesehen habe. Die Freundschaftsdefinition bei wikipedia: „Freundschaft bezeichnet ein … Verhältnis von Menschen zueinander, das sich durch Sympathie und Vertrauen auszeichnet.“ Wenn man das so sieht, habe ich schon viele solide Wanderfreundschaften geschlossen. Denn die gegenseitige Sympathie entsteht ja schon dadurch, dass man für die gleiche Leidenschaft brennt – eben das Wandern. Und Vertrauen muss man bei einer Wanderung sowieso haben: Vertrauen in die Orientierungsfähigkeit, Vertrauen in die Leistungsfähigkeit- und bereitschaft, Vertrauen in die Zuverlässigkeit des Wanderfreunds.

 

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So war es 2010, als ich das erste Mal mit Thorsten Hoyer wanderte, mittlerweile Dreihundert-Kilometer-Wanderweitstrecken-Weltmeister. Wir wanderfreundeten uns bei einem kurzen Spaziergang von 82 Kilometer an, meisterten Krisen und Durststrecken und gehen auch aktuelle immer wieder wandern – sogar manchmal mit den Kindern. Kürzlich wanderte ich mit einem Journalisten des BR (dazu mehr im Blog „Die Fehler“, coming soon). Schnell waren wir beim Wander-Du, aber die hohe Kunst der Wanderfreundschaft zeigte sich erst, als wir fast zehn Kilometer (wegen eines unnötigen Umwegs in strömendem Regen) größtenteils uns anschwiegen.

Eine Wanderfreundschaft hält es auch aus, wenn es auch größere Pausen zwischen den gemeinsamen Wandererlebnissen gibt. So sind die gemeinsamen Wanderungen mit meinen Wanderfreunden aus Oberboihingen eher überschaubar. Trotzdem existiert ein festes Band, aus Sympathie und Vertrauen. Und mittlerweile senden wir uns sogar Urlaub- und Weihnachtsgrüße.

Ich finde es schön, dass man eine zünftige und absolut analoge Leidenschaft wie das Wandern (inklusive extrem analogem Belohnungs- und Sinnierbier) auch größtenteils virtuell leben kann. Hintermstoaner und Markazero, meine beiden fränkischen Wanderfreunde aus Düsseldorf und Hamburg haben das Kunststück geschafft, schlaue Wandergedanken in den Kommentarspalten von andrackblogs mit realen gemeinsamen Wandererlebnissen zu verbinden. Nur beim nächsten geplanten Wanderfreundschaftsausflug besser mal zwei Wecker stellen, um nicht wieder zu verschlafen. Und besser keine Diskussionen über Zwölftonmusik.

 

 

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Für mich hat die Wanderfreundschaft auch eine bildliche Entsprechung: Man hört förmlich den sozialistischen Gruß „Freundschaft!“ der unseligen DDR, wenn man das Emblem der Naturfreunde vor sich sieht: Ein kräftiger Händedruck von zwei freunschaftlich verbundenen Pranken. Sehr schön finde ich es übrigens, während einer Wanderung meine Freundschaft zu meinen langjährigen Freunden Markus und Victor zu vertiefen. Klar, wir treffen uns auch mal „einfach so“. Im Theater, beim FC, beim Grillen, bei Geburtstagen (falls wir letztere nicht gegenseitig vergessen), mit und ohne Familie. Aber die gemeinsamen Wanderungen treffen am ehesten den Kern unserer Freundschaften: Zuneigung, Sympathie und Vertrauen.

 

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Weinwandern in Sachsen II – Paradies im Weinberg und der Hundekorkenzieher

Geschrieben am um 6:23

Ich nehme den Faden der Ariadne wieder auf und erzähle von meiner Weinwanderung auf dem sächsischen Weinwanderweg.

 

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So genial wie die Landschaft und die sächsischen Weine ist übrigens die Beschilderung nicht. Man hat das Gefühl, als wäre man in einer Art Übergangsphase zwischen der alten Markierung (rote Weintraube) und neuer Markierung (grüne Traube auf blau) Mit viel Improvisationstalent und Dank der passenden App auf dem Handy meiner Tochter Myrina, die mitwanderte, haben wir aber den Weg ganz gut gefunden.

 

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Überhaupt kein Problem war es, das Weingut Hoflössnitz zu finden, das ist wie Rom, da führen einfach alle Wege hin. Natürlich kann man nicht nur in der Vinothek Rebensaft käuflich erwerben, wir durften die Weine auch in der Weinstube verkosten. Einige zechen dort, bis der Arzt kommt …

 

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… wir tranken nur, ohne dass der Johanniter kommen musste. Auf jeden Fall eine sehr seltene Weintraube, interessant wäre mal ein Cuvée mit dem Malteser oder der Rotkreuztraube. Weiteres Highlight im Hofgut war der Museumsbesuch, in dem die Entwicklung der sächsischen Weinbaugeschichte der letzten zweihundert Jahre dokumentiert wurde.

 

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Auch 1969 wurde gefeiert, Bergfest hieß das damals, denn man wusste schon damals, dass es mit der DDR nur vierzig Jahre gut gehen würde. Sehr schön auch der Korkenzieher, der dem Schnauzer aber so was von am Arsch vorbeigeht.

 

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Wenige Kilometer später der Hinweis auf einen paradiesischen Weinberg und eine höchst interessante Winzerei. Dort gab es ehrliche Weine zu absolut fairen Preisen, dazu einfache Speisen wie die köstliche vegane Kartoffelsuppe.

 

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Für meine Tochter und mich hätte die Kartoffelsuppe aber auch sein können wie sie wollte, noch bessere Laune als die Weine machte die großartige Aussicht auf Radebeul und das Elbtal. Paradiesisch! Das Beste war, dass die Hütte komplett überdacht war, das Regenwetter war uns also piepegal.

 

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Diese Winzerei war rückblickend das Highlight der Tour gewesen, da konnte selbst das Staatsweingut, Verzeihung Erlebnisweingut Schloß Wackenbarth, nicht mithalten. Obwohl es natürlich gigantisch ist, was man dort im Norden von Radebeul auf die Beine gestellt hat.

 

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Viele geführte Wanderungen durch das Gelände mit dem charakteristischen Pavillon und eine Vinothek mit einer sehr einladenden Probiertheke. Dort haben wir uns durch einige interessante Weine getrunken, wir konnten quasi die gesamte Weinwanderung Revue passieren lassen. Auch ein Spätburgunder von der Spitzhauslage, sehr überzeugend. Fazit: Wanderer, kommst Du nach Sachsen, geh nicht nur im Elbsandsteingebirge (Pflicht), sondern auch durch die sächsischen Weinberge (Kür).


Wer glaubt, Wandern ist fade und die Vorstufe zur Rollator-Rallye, muss diesen Blog lesen und wird staunen. Ob Kurioses am Wegesrand, schräge Hinweistafeln, Lebensgefahr am Wanderweg, skurile Wandervögel, betreutes Trinken am Steig, gigantische Aussichten oder extreme Herausforderungen im deutschen Mittelgebirge – bei andrackblog.de gibt es alles über das Thema Wandern. Jede Woche neu, (relativ) aktuell. Die besten Wander-Storys der Welt eben.

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