Wander-Blog von Manuel Andrack

Die besten Wander-Storys der Welt




Bismarck, Schmetterlinge und Zwergwachteln

Geschrieben am um 6:38

Auch im hanseatisch geprägten und landschaftlich eher flachen Terrain kann man sehr schön wandern. Wer wüsste das besser als Bergfex, Musik-Genie und Hamburg-Wanderer Bernhard, der mir kürzlich bei eher nassem – daher aber auch wieder ortstypischem Wetter – eine schöne Wandertour vor den Toren Hamburgs zeigte…

 

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Wie ich schon im Blogeintrag vom 30. August ausgeplaudert habe, suche ich gerade deutschlandweit nach kindgerechten Wandertouren für mein Kinderwanderbuch. Im Schlossgarten von Friedrichsruh fanden wir die Büste eines Mannes, der bei Kindern genauso beliebt ist wie Spiderman oder Anna und Elsa: Fürst Bismarck. Der alte Bismarck hat nicht nur dafür gesorgt, dass die Nachwelt ihm zu Ehren viele Türme in Wanderregionen aufstellen ließ. Nein, der eiserne Kanzler (die jüngeren denken, das wäre Gerhard Schröder gewesen) und Deutschlands Lotse an Bord war auch ein rechter Naturfreund. Mit der Betonung auf „rechter“…

 

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Der Merksatz „Im Walde fühle ich mich niemals vereinsamt“ mag noch einleuchten. Im Wald stehen ja auch sehr viele Bäume herum, die sich als Gesellschaft anbieten. Kritischer ist da schon die Aussage: „Ich liebe die großen Bäume“ mit dem Zusatz „Es sind unsere Ahnen“. Ich habe dieses Bismarck-Zitat vermisst: „Mit nichts vergeuden die Deutschen mehr Zeit als mit Biertrinken“

Der Schlossgarten von Friedrichsruh hat aber nicht nur Bismarcksche Sprüche für’s Poesie-album, sondern auch einen sehr tolles Schmetterlingshaus zu bieten. Doch obacht, gerade für Träger von Paisley-Hemden und Trägerinnen von Blusen mit Schmetterlingsmuster …

 

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Die Ausfuhr von Schmetterlingen ist strengstens verboten. Der Besuch des subtropischen Glaskastens mit den Schmetterlingen ist durchaus anstrengend, denn man sollte nicht nur Hans-Guck-in-die-Luft-mäßig nach oben schauen und die bunten Flatterlinge bestaunen. Schnell könnte man so auf blühendes Leben latschen …

 

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Da es immer jemanden geben muss, der sich kümmern muss, ob als Eiserner kanzler oder Tierfreund, habe ich mein Herz für Tiere entdeckt. Die drei kleinen Entchen konnte ich genau den Weg zur Binnenalster zeigen, damit sie dort wohlbehalten ankommen.

 

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Andrack weinwandert an der … Hessischen Bergstraße

Geschrieben am um 8:22

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Am Marktplatz von Heppenheim starte ich meine Weinwanderung im Anbaugebiet Hessische Bergstraße. Heppenheim ist in den letzten Jahren als Heimatstadt von Sebastian Vettel bekannt geworden. Ich stelle mir vor, wie der junge Sebastian früher mit dem Bobby-Car rund um den Brunnen auf dem Marktplatz gerast ist, um für die Formel-1-zu üben. Schöne Fachwerk-Häuser umkränzen den Marktplatz, und wer sich die Pole-Position unter den Weinwanderern sichern will, kann sich schon zum Start der Wanderung das erste Glas Wein spendieren.

 

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Ich informiere mich auf einem Schild neben der Tourist Information, dass mein Weg nach Bensheim genau 9,9 Kilometer lang sein wird. Der Odenwaldklub hat den Qualitätsweg Burgensteig mit einem blauen Burgen-Symbol markiert, ich denke, das ich mich nicht verlaufen werde.

Damit auch jeder weiß, wie unser Weinwanderweg früher und heute heißt, warnt ein Schild des Odenwaldklubs: „Achtung Wanderer! Aus dem Burgenweg wurde der Burgensteig Bergstraße.“ Das erinnert mich an die Werbung: „Achtung: Raiders heißt jetzt Twix“.

 

 

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Der Schlossberg ist der Hausberg der Heppenheimer, dort fühlen sie sich aber nicht nur Einheimische wohl, sondern auch die Reben von Heppenheim. Ich blicke weit ins Rheintal hinüber zu den Vogesen und auf die Weinberge rund um Heppenheim. Auch die Altstadt, in der die Etappe begann, ist sehr gut zu erkennen.

Ich wandere auf dem brandneuen Burgensteig Bergstraße steil in den Berg hinein und nach wenigen Minuten habe ich die Starkenburg und die Gaststätte Burgschänke erreicht, mein erster Boxen-Stopp.

 

 

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Ich wähle passenderweise den Heppenheimer Schlossberg, das ist ein trockener Grauer Burgunder. Dazu Flammkuchen griechisch, und schon fühlt man sich wie der Schloßherr vom Schloßberg. Es fällt mir nicht leicht weiter zu wandern, denn die Burgschänke mit ihrer Terrasse und den weiten Ausblicken über Schloßberg, Heppenheim (mit dem Dom der Bergstraße) und das Rheintal ist wirklich phantastisch.

 

 

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Aber nicht nur der Taler muss wandern, sondern auch alle Weinwanderer, also geht es von der Starkenburg schon bald einige Kilometer durch den Wald. Aus dem Wald hinaus geht es ins Hambacher Tal. Ich wandere eine Weile an der Straße im Hambacher Tal und dann links eine Anhöhe hinauf. Als ich den Hügel bezwungen habe, gehe ich durch eine zauberhafte Landschaft. Die Hessische Bergstraße erinnert mich an eine Art deutsche Toskana. Weite Blicke, ein welliges Landschaftsprofil, einzelstehende Baumgruppen, Weingärten. Dolce Vita nördlich von Bensheim. In der Ferne auf dem Auerberg ist schon Schloß Auerbach zu erkennen, auch dort geht der Burgensteig vorbei, aber ich werde heute nicht mehr zum Schloß wandern.

 

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Auf dem Hemsberg – 262 Meter hoch – steht ein Bismarckturm. Er wurde 1902 eröffnet, damals war die Begeisterung für den eisernen Kanzler so groß, dass man in ganz Deutschland Bismarcktürme baute, auch hier in der Nähe von Bensheim. Wird es dereinst auch flächendeckend Merkel-Türme geben? Warten wir es ab. Der Turm auf dem Hemsberg wird Sonn- und Feiertags bewirtschaftet, zu diesen Gelegenheiten kann man dort ein Glas Wein auf den alten Herrn Bismarck trinken.

 

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Ich verlasse den Burgensteig und folge den Schildern Richtung Altstadt von Bensheim. Ich kann als Wein-Einkehrmöglichkeit das Weingut Mohr empfehlen. An der Fassade ist ein großes Foto von Franziska Mohr angebracht, die vor fünf Jahren Gebietsweinkönigin der Hessischen Weinstraße war. Gebietsweinköniginnen, die das gesamte Anbaugebiet repäsentieren, sind so eine Art Ministerpräsidentinnen der gesamten Wein-Region.

 

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Von Heppenheim nach Bensheim auf dem Burgensteig (der nicht mehr Burgenweg heißt!) – das waren ungefähr zehn Kilometer Weinwandervergnügen. Eine schöne Mischung aus Bergstraßen-Toskana, Wäldern, einem Schloß und natürlich den großartigen Weinen der Hessischen Bergstraße.



Sommerliches Kinderwandern

Geschrieben am um 7:22

Während gerade mein Fußballfanbuch erschienen ist, arbeite ich mit Hochdruck an meinem nächsten Buch: „Mit Kindern Wandern. Touren, Tipps und Naturabenteuer in ganz Deutschland“ Und da mein Anspruch ist, wirklich in ganz Deutschland kinderwandertaugliche Touren zu präsentieren, bin ich in den letzten Monaten mit Kind und Kegel auf Tour gewesen.

 

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Ein schöner, maritimer Weg ist der Hochuferweg auf Rügen. Man hätte die Tour auch Caspar-David-Friedrich-Romantik-Kreidefelsen-Weg nennen können. Aber Hochuferweg ist auch okay. Man weiß leider nicht genau, ob das aktuelle Hochufer im nächsten Jahr noch immer das gleiche Hochufer sein wird. Die Kreidefelsen brechen gerne auch mal in größeren Stücken ab. Deswegen hatte die ganze Familie große Angst, wenn unser Wanderhund Luna zu nahe an der Abbruchkante entlang ging. Aber: Ist alles noch mal gut gegangen.

An der mecklenburgischen Seenplatte habe ich einen lieben Wanderfreunde getroffen…

 

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Extremwandergott Thorsten Hoyer kinderwanderte mit Tochter gemeinsam mit uns in der Nähe von Plau am See. Auf dieser Kinderwandertour hat meine sechsjährige Tochter die fotografische Dokumentation übernommen. Das Foto von Thorsten hat sie auch gemacht. Daher die Froschperspektive. Wenn ihr allerdings glaubt, dass Bild sei unscharf, ist das eine optische Täuschung – nur Thorsten Hoyer ist unscharf! Der ist auf jedem Foto unscharf, weil er für jedes Objektiv dieser Welt zu schnell wandert.

Und dann sind wir noch auf dem Erlebnis-Moorpfad in Gnarrenburg bei Bremen gewandert…

 

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Wobei sich sehr schnell heraus stellte, dass sich das Erleben der Erlebnisse auf dem Erlebnis-Moorpfad vor allem auf den beteiligten Papa bezog. Denn das Stangenspringen, angeblich eine traditionelle Fortbewegungsart der Torfarbeiter, war nicht nur sau-anstrengend, sondern auch nicht ungefährlich. Man musste schon genau überlegen, wo man die Eisenstange anfasst, um sie sich nicht versehentlich in den Körper zu rammen. Aber das war ja nichts gegen die Fangopackung beim Moorspaziergang…

 

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Es sah erst einmal ganz harmlos, aber dann – versank ich Schritt für Schritt immer weiter in der Moorpampe und endete als halbe Moorleiche. Und einfach abduschen war später auch nicht drin: die Torfreste hatten sich sehr intensiv mit meiner Beinbehaarung verflochten. Der Lerneffekt ist: Vor einer Moorwanderung besser – wie die Radprofis – eine komplette Beinrasur in Angriff nehmen.



Das badische Wanderparkplatz-Schild – Finden Sie die 10 Unterschiede!

Geschrieben am um 7:51

Wer schon mal bei meiner Lesung war oder meine Wandershow gesehen hat weiß, wie sehr ich das alte Wanderparkplatz-Schild liebe. Hier isses:

 

 

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Ich dachte immer, so ein Verkehrsschild wäre normiert. Überall identisch, in ganz Deutschland. Ich war daher sehr überrascht, als ich kürzlich in Baden eine deutlich andere Version sah. Ein Wanderparkplatzschild mit derart auffälligen Unterschieden, dass das wandernde Paar einen ganz anderen Charakter bekommt. Zunächst einmal: Die beiden gehen in die falsche Richtung: auf dem „normalen“ Schild gehen die beiden von rechts nach links, psychologisch gesprochen: Nach vorne. Auf dem badischen Schild gehen die beiden Wanderer zurück, nach Hause, befinden sich auf dem Rückzug.

 

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Weitere Unterschiede? Der Hut des Manns ist – kein Schlapphut, sondern ein spießiger Herren-Hut, eigentlich nicht für Outdoor-Abenteuer geeignet. Und was ist denn mit dem Rucksack des armen Kerls passiert? Dieses eckige Teil auf dem Rücken des badischen Wanderfreunds sieht aus wie ein Astronauten-Tornister. Auf jeden Fall kommt das Teil irgendwie sehr militärisch rüber. Hat unser Wanderfreund da einen Fallschirm drin oder womöglich einen Raketenantrieb?

Völlig wesensverändert ist die badische Wanderdame. Der Hals ist superschlank und ihren Wonderbra hat sie auch vergessen anzulegen? Oder ihr wanderoutfit ist einfach nicht so körperbetont wie die Klamotten von Fifty Five auf dem alten Schild.

Dazu keine wehenden, fliegenden Haare sondern ein strenger Dutt. Und natürlich ein längerer Rock. Unglaublich, da wandert keine scharfe Wanderbraut, sondern eher ein Frollein Marke Tante Prusseliese. Dieses badische Wanderparkplatz-Schild ist eine sehr puritanische Variante der Originals.



Weinwandern in Castell

Geschrieben am um 7:53

Verehrte Hochwohlgeborene Wanderer, ich möchte Ihnen heute eine durchlauchtige und sehr vornehme Weinwanderung vorstellen. Eine Weinwanderung, zu der man „Sie“ sagen muss.

 

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Willkommen auf der Traumrunde Castell. Wenn man Würzburg nach Nürnberg fährt und ungefähr 30 Kilometer hinter Würzburg von der Autobahn abfährt, ist man sehr schnell in Castell. Am Hang gelegen, umgeben von Weinbergen. Meine Weinwanderung startet im sogenannten Weinstall des Fürsten. Ich gehe zumindest davon aus, dass das Weinlokal dem Fürsten zu Castell-Castell gehört. Ich trinke eine Karaffe Silvaner des Fürstlich Castell’schen Weinguts. Silvaner muss sein, es ist der Referenz-Wein von Castell und der Vorzeige-Wein der Franken, dazu später noch mehr. Im Weinstall finde ich ein sehr edles Ambiente vor.

 

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Rote Kissen, Wein rankt sich über meinem Kopf. Die Hocker sind aus Weinkisten gemacht, auf denen steht: „Wein schenkt Freude.“ Klar, was denn sonst?

Zum Wein bestelle ich zwei gigantisch leckere Bratwürste vom Schwarzerle. Das fränkische Schwarzerle ist ein freilaufendes Schwein, dass sich von Eicheln ernährt. Die Franken können echt alles super: Wein, Bier, Bratwürste. Nur das Fußballspielen, das kriegen sie meistens nicht hin. Gut gestärkt begebe ich mich zum Schloß von Castell, dort findet sich ein Wegweiser der Traumrunde Castell, meinem Weinwanderweg.

 

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Das Schloß kann man nicht besichtigen, dort wohnt der Fürst, der hat keine Lust auf neugierige Touristen. Nun, ehrlich gesagt finde ich Schloß-Besichtigungen sterbenslangweilig, ich bin also nicht sehr traurig, dass dieser Programmpunkt heute ausfällt. Neben dem Schloß steht die Bank, die Castell Bank. Und diese Bank gehört – kein Witz – natürlich auch dem Fürsten. Die Fürstlich Castell’sche Bank wurde 1774 gegründet, es ist die älteste Bank in Bayern, immer noch eine Privatbank. Aus Demut vor so viel Historie hebe ich 200 € ab und bezahle gerne die 4,95 € Gebühr an den Fürsten, da ich ja (noch) kein Konto bei der Castell Bank habe.

Ich gehe hinunter an die Bundesstraße zum zentralen Infopunkt von Castell. Ein paar hundert Meter geht es noch durch den Ort, dann auf einem schönen Wiesenweg am Bach entlang und am Sportplatz vorbei. Für den lokalen Fußballverein hat der Fürst wohl kein Geld mehr übrig, er könnte ja ein Hoffenheim’sches Wunder in Unterfranken schaffen. Aber, nun ja, der Franken und das Fußballspielen – siehe oben. Rechts von meinem Wanderweg erheben sich an sanften Hängen die Weinberge, die ich schon bald erreiche. Ich wandere wieder ein Stück Richtung Castell oberhalb der Rebstöcke und erreiche das Silvaner Denkmal.

 

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Das finde ich sehr schön, dass man in Castell einer einzelnen Rebe ein Denkmal errichtet hat, aber das hat auch einen guten Grund. Im April 1659 ließ der Gräflich Castellsche Amtmann Johann Georg Körner 25 österreichische Rebstöcke in Castell anpflanzen. Das war – Trommelwirbel – der erste Anbau von Silvaner in Deutschland, der Beginn der Silvanisierung von Franken. Ab dem Denkmal geht es auf einem gepflasterten Feldweg in Richtung Osten, dorthin, wo sich ein bewaldter Bergkamm erhebt.

 

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Ich wandere die Traumrunde Castell an einem schwül-heißen Nachmittag im Mai und muss schon sagen, dass die ungefähr zwei schattenlosen Kilometer Fußweg bei gefühlten 45 Grad in der Sonne kein Zuckerschlecken sind, das ist schon eine ordentliche Durststrecke.

Irgendwann erreiche ich dann doch den Wald, in dem es sanft aber stetig bergan geht, bis sich zur linken Hand ein großartiger Blick öffnet. Ich bin am Ausblick „Greuther Bastel“ angekommen. Der Greuther Bastel ist der Weinberg des Nachbarorts Greuth. Wobei Greuth nichts mit dem Greuth von Greuther Fürth zu tun hat. (Warum komme ich beim Thema Franken immer wieder auf Fußball zurück?)

Der Wanderweg wechselt jetzt die Richtung, es geht wieder zurück Richtung Fürstenstadt Castell, Richtung Westen. Da ich keine Steigungen mehr meistern muss, ist der geschwungene Weg durch die schattigen Wälder pure Wellness.

Na gut. Ich verrate Ihnen ein Geheimnis: Ehrlich gesagt, bin ich etwas überrascht im Steigerwald zu wandern. Hätte mich vor der Weinwanderung in Franken jemand gefragt, wo der Steigerwald ist, hätte ich zugeben müssen, es nicht zu wissen. Wissenslücke geschlossen! Bei der Steigerwald-Erleuchtung haben mir die Hinweisschilder des Steigerwald Panoramawegs geholfen.

 

 

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Ich habe sherlockholmes-scharf kombiniert: höchstwahrscheinlich verläuft der Steigerwald Panoramaweg im Steigerwald. Bingo!

Nach dem Tränksee wandere ich nur noch ungefähr einen Kilometer und bin angekommen. Es gibt Menschen, die ihr Glück finden, wenn sie wieder in der Heimat ankommen. Auf der Traumrunde Castell findet ihr das Glück beim schönsten Weinblick Frankens in Castell. Relativ überraschend öffnet sich, eingerahmt von Baum-Ästen, der Blick auf die Weinberge des Casteller Schloßbergs. Ich verrate aber kein Geheimnis, dass es noch einen zweiten, mindestens eben so schönen Weinblick in Castell gibt, und den findet man so:

Nach der Burgruine auf dem Schloßberg geht es steil bergab und wir wandern aus dem Wald hinaus. Ihr geht an der evangelischen Kirche links vorbei und dann setzt man sich in das Weinlokal „Weingarten“.

 

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Dieses Weinlokal liegt ein wenig versteckt oberhalb der Weinberge. Ich würde empfehlen, sich erst einmal hinzusetzen, man hat es sich verdient nach der Wanderung. Und dann schauen, genießen, abschalten, wohlfühlen. Das ist ein Weinblick, oder?

Irgendwann aber hilft alles nichts und ich trete den Heimweg an. In weiser Voraussicht habe ich meine Unterkunft direkt vor Ort, ich logiere also quasi hochherrrschaftlich in Nachbarschaft des Fürsten. Irgendwie färbt das ab, denn ich gehe langsam durch das abendliche Castell, die Stadt des Fürsten und denke: In Castell sind wir alle Fürst und das ist auch gut so!

 



Helden der Wanderwelt

Geschrieben am um 8:49

Jeder Wanderer ist ein Held, der seine gesteckten Ziele auf einer Wanderung erreicht. Chapeau auf jeden Fall! Aber es gibt darüber hinaus Leute, die mich auf ihre jeweils ganz eigene Art und Weise davon überzeugen, dass es sich um positiv bekloppte Wanderer handelt.

 

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Nehmen wir zum Beispiel Wanderführer Jupp aus dem Münsterland. Wir sind uns immer wieder in den letzten Jahren – im wahrsten Sinne des Wortes – über den Weg gelaufen. Aber seine wahren Heldenfähigkeiten habe ich kürzlich gesehen, als wir mit 180 Wanderern auf dem Ludgerusweg unterwegs waren. Da man 180 Leuten nicht zumuten kann, über einen querliegenden Baum zu klettern, haben Profi-Wanderführer wie Jupp natürlich vorsorglich eine Stiehl im Rucksack. Na gut, an den Sicherheitsgrundsätzen könnte man noch arbeiten, aber, wie der Kölner sägt: et hätt noch immer jut jejange.

 

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Tim dagegen, der pfiffige Gastronom am Ludgerusweg, hat sich um die Wanderer des Ludgerusweg verdient gemacht. Wanderer auf dem Rennsteig begrüßen sich mit „Gut Runst“ . Wanderer auf dem                        Ludgerweg begrüßen sich – wenn es nach Tim geht – mit dem Ludgerusweg-L, gebildet aus Daumen und Zeigefinger im rechten Winkel. Hoffentlich fällt keinem auf, dass unter Jugendlichen dieses Zeichen für „Looser“ steht.

 

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Auch ein Wanderheld ist der Mann mit der BWF-Kappe. BWF ist das Bundesamt für Wander-Freude, die ein Jahresbudget von 3 Milliarden Euro haben, um Wanderer glücklich zu machen. Weiter so, BWF!

 

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Mein letzter Wanderheld für heute ist Marian aus Bad Kreuznach. Marian ist ein waschechter Heavy-Metal-Wanderer. kein Scherz, zweimal im Jahr fährt er mit seinen Kumpels in den Harz, jeden Tag werden Wanderungen von 25 bis 30 Kilometern geschrubbt, und in den Wanderpausen kommt Heavy Death und Speed Metal aus der dem Ghetto-Blaster. Wandern und Headbangen, eine wirkliche Helden-Kombination!



Die Vermessung der Wanderer

Geschrieben am um 7:42

Politisch wird die Lage der SPD – je näher der Termin der Bundestagswahl kommt – immer brenzliger. Erst hat man die Wahl im Saarland vergeigt, es wurde nichts aus der Koalition der Saarschleifen-Junkies (siehe Eintrag vom 23. März 2017). Dann hieß es in Schleswig-Holstein Land unter und schließlich verlor die „Arbeiterpartei“ auch noch schmerzlich die Wahl in NRW. Damit überhaupt noch zu retten ist, was eigentlich nicht mehr zu retten ist, wird der Name Schulz der Bevölkerung eingehämmert, wo es nur geht. Das ist zumindest der Plan der SPD-Strategen. Dieses Haltestellenschild sah ich bei einer Wanderung in Hövelhof.

 

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In Hövelhof gibt es also schon ein Schulz-Entrum, kurz vor den Sommerferien soll es Schulz-Eugnisse geben in denen ganz viele Schulz-Ensuren stehen.

Ortswechsel: Ein sehr schöner Wanderweg ist die Nohener Naheschleife in der Nähe von Idar-Oberstein. Ein Teil dieser Traumschleife wurde speziell für Kinder gestaltet und nennt sich Waldgeisterpfad. Wenn man schon die Waldgeister anruft, ist es äußerst wahrscheinlich, dass sie sich auch melden. Man muss auf dem Waldgeisterpfad schon ordentlich die Füße heben, sonst kommt schnell der Stolpertroll und man liegt auf der Nase. Es gibt auch eine geschnitzte Waldgeist-Figur am Wegesrand. Dieser Waldgeist scheint aber kein netter Zeitgenosse zu sein, schaut Euch doch mal diesen Handgruß an. Das geht doch sehr in Richtung Nazi-Troll.

 

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Auf der Nohener Naheschleife sah ich auch erstmals ein Wandererzählgerät. Früher sind die Touristiker auf die Parkplätze der Preiumwege geschlichen, und haben aufgrund der Anzahl der Autos und der Provenienz der Nummernschilder geschätzt, wie viele Wanderer sich auf ihrem Premiumweg tummeln. Jetzt gibt es eine Hightech-Zählmaschine…

 

 

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Diese Zählmaschine zeigte eine ganz beeindruckende fünfstellige Zahl. Doch obacht liebe Wanderer-Zähler, das Teil verführt zum Spielen: Erst probiert man, ob das Ding wirklich funktioniert. Okay, das klappt schon mal. Dann geht man aus Jux noch ein paar mal am Wandermesser auf und ab, schon ist eine Person locker sechs mal gezählt. Ich habe beobachtet, dass ich nicht der einzige Wanderer bin, der diesen Schalk-Troll im Nacken sitzen hat.

 

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Man kann Wanderer auch auf andere Art und Weise messen, nach Kilogramm. Wobei man da die Wanderklamotten (im Bestfall von FIFTY FIVE) natürlich abziehen muss. Am Ludgerusweg in der Nähe von Billerbeck steht diese Wanderer Weight Watcher Waage, die ab 100 Wanderern am besten funktioniert…

 

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Und je nachdem wie viele Tonnen Wanderer-Brutto-Gewicht erreicht werden, desto höher fällt der Verdienst des Wanderführers aus. Mehr zu den Heldentaten von Wanderführer Jupp am 25. Juli …



Andrack weinwandert in … Baden

Geschrieben am um 7:21

Wir starten die fünfzehn Kilometer lange Rundtour am VDP-Weingut von Andreas Laible. Das Weingut Laible ist eines der besten Weingüter Deutschlands. 197 deutsche Winzer haben die Auszeichnung des Verbandes Deutscher Prädikats- und Qualitätsweingüter. Eigentlich müsste es also VDPuQW heißen, aber VDP hört sich eindeutig schicker an. Wir folgen beim Weingut Laible den Schildern „Weinverkauf“ und klingeln. Frau Laible kommt nach einer Weile, schließt die Probierstube auf. Sie sagt: „Viel Zeit habe ich leider nicht, wir sind bei der Weinabfüllung.“ Kein Problem, nach drei Minuten haben wir uns für einen Riesling Kabinett als Wegzehrung entschieden. Wir wollen die Laibles in ihren Arbeitsabläufen nicht weiter stören.

Am Plauelrainer Köpfle gibt es einen Aussichtspunkt mit Schutzhütte und Grillstelle.

 

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Die Panoramablicke sind atemberaubend. Wir schauen auf die Rheinebene, im Dunst sind blassblau die Höhenzüge der Vogesen am Horizont zu erkennen. Auf einer Übersichtstafel ist auch das Straßburger Münster verzeichnet. Kann man das echt sehen? Ja, kann man, wie ein Fingerzeig gen Himmel erhebt sich das Bauwerk in ungefähr 25 Kilometer Entfernung.

Eine weitere Schutzhütte am Weg ist eigentlich eine Bibliothekshütte. Man findet in einem Sideboard Bücher und Spiele wie das Domino von Bob dem Baumeister.

 

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Ich interessiere mich aber eher für ein Buch über deutsche Götter und Heldensagen. Ich denke, die Weingötter der Ortenau haben sich mit Sicherheit in den Weinbergen von Durbach äußerst wohl gefühlt.

Wir wandern weiter. Auf den zahlreichen Wegweisern wird ein weiteres Highlight der Wanderstrecke angekündigt: Schloss Staufenberg, noch 2,5 Kilometer, noch 1,8 Kilometer, noch 1,2 Kilometer. Endlich haben wir den Schlosshof erreicht. Das Weingut Markgraf von Baden (auch ein VDP-Weingut) hat seit Jahrhunderten seine Heimat auf Schloss Staufenberg.

 

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Leider hat der Markgraf von Baden keine Zeit, uns zu begrüßen, wahrscheinlich ist er auch gerade dabei, Wein abzufüllen. An den Weinbergen des Schloßes wird die Tradition des Klingelberger Traube gepflegt, das ist die Durbacher Version des Rieslings.

Wir haben schon zahlreiche geniale Ausblicke auf unserer Wandertour gehabt, aber wenn man sich an den Zinnen des Schloßes niederlässt, erwartet den Wanderer und Weinliebhaber ein spektakulärer Rundblick über die Weinberge rund um Durbach UND die Aussicht auf die Rheinebene.

 

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Jetzt fehlt nur noch eine Kleinigkeit zum vollkommenen Glück: Ein schönes Glas Wein und eine rustikale Speise. In der Weinstube des Schloßes gibt es Selbstbedienung. Zum mediterranen Flammkuchen passt ein Spätburgunder aus erster Lage. Ein anderer Wanderer ist mit seiner Bestellung nach mir dran. Er möchte, ist es denn zu fassen, ein Bier trinken. Das geht ja gar nicht! Kühl wird ihm von der Weinstuben-Service-Kraft beschieden, man habe nur Wein. Recht so, in einer Pilsstube gibt es Bier, in einer Weinstube – Wein.

Ungefähr fünf Kilometer nach dem Schloß haben wir das Tal erreicht und wandern auf einem schönen Pfad am Durbach entlang, vorbei an einem Sägewerk, denn das Holz vor der Hütte gehört nun mal zum Schwarzwald wie der Wein zu Durbach. Uns kommen Kinder in viel zu großen Gummistiefeln entgegen, die sind aber im Bach unterwegs. Auch eine schöne Methode, sich zu erfrischen. Kurz hinter dem Freibad von Durbach erreichen wir die Genossenschaft der Durbacher Winzer und besuchen die wunderbare Vinothek. 260 Winzer sind für die ausgezeichneten Weine der Genossenschaft Durbacher verantwortlich. Der besondere Wein von Durbach ist der Clevner.

 

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„Liebst Du guten Badener Wein, schenk Dir Durbachs Clevner ein.“ Das kann man sich merken. Der Clevner bezeichnet in der Ortenau die Traminertraube, die mit dem Gewürztraminer verwandt ist. Diesen Clevner gibt es übrigens deutschlandweit nirgends so oft wie in Durbach. Als Wanderer können wir die Weine der Durbacher Genossenschaft leider nicht kistenweise mitnehmen, daher bleibt es bei einer Flasche Clevner Kabinett als schöne Erinnerung an diese badische Weinwanderung. Wir gehen durch den Ort mit seinen pittoresken Fachwerkhäusern und lassen uns in der Durbacher Weinstube direkt am Bach nieder: In der Weinkarte stehen „Weine für den anspruchsvollen Genießer“ und „Weine aus der Literflasche“.

 

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Wir entscheiden uns für das sehr schöne Angebot „Weinprobe“ mit fünf kleinen Probiergläsern auf dem Holzbrett. Die „Weinprobe“ gibt es in einer trockenen und einer lieblichen Version. Ich würde – das ist natürlich immer Geschmackssache – die liebliche Version der „Weinprobe“ bevorzugen. Vom Riesling über den Clevner und den Weißherbst bis zum Spätburgunder lässt sich so die fruchtige Traubigkeit der Weine besser heraus schmecken.

Noch gut einen Kilometer Fußweg, dann haben wir wieder das Weingut Laible, unseren Ausgangspunkt, erreicht. Diese Weinwander-Tour hat so großen Spaß gemacht, dass wir kurz überlegen, die komplette Runde noch einmal zu wandern. Aber das wäre dann doch wahrscheinlich zu viel des Guten. Wie haben meine Eltern schon immer gesagt: Man soll aufhören, wenn es am schönsten ist.



The Grand Elbsandstein Walk

Geschrieben am um 6:43

Weltpremiere: Heute der erste Andrack-Wanderblog mit musikalischer Untermalung. Es geht ganz einfach: You-Tube-Link klicken und den Soundtrack zum Blog anhören. Ihr hört den besten Soundtrack der letzten Jahre, natürlich Oscar-prämiert: The Grand Budapest Hotel.

Kann los gehen mit Track 13, Nighttrain to Nebelsbad.

 

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In meinem Fall war es der Orientexpress, den ich für einen Wanderausflug bestieg. Mit einer Dose Efes-Pils stieg ich stilecht in Mannheim in meine Nachtzug-Suite. Nun gut, die Reise endete nicht in Konstantinopel, der Türke ist ja zur Zeit etwas gereizt. Ich fuhr auch nicht nach Nebelsbad, sondern nach (Nebels-) Bad Schandau.

 

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Es geht weiter mit Track 14: The Lutz Police Militia

Die Militia der Sächsischen Schweiz ist die Garde des Nationalparks. Neeeeiin, ganz so schlimm ist es nicht, das sind sehr sehr nette Jungs, die mich im letzten Jahr auf eine Exkursion durch das Sandsteingebirge mitgenommen haben. Danke noch mal dafür. Was ich aber gelernt habe: In einem Nationalpark gibt es Regeln, die man beachten sollte. Und es gibt eben auch Verbotsschilder, ganz klare Sache.

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Ich kann Euch ein Geheimnis verraten (dazu bitte Track 20 spielen: Escape Concerto): Wenn Ihr jahrelang brav auf den regulären Wanderwegen im Nationalpark Sächsische Schweiz gewandert seid, dürft ihr auch die Kletterwege-Zugangswege bewandern. Wie formulierten es die Nationalpark-Ranger so schön: Man muss es sich verdienen. Wandern, wandern, wandern, und dann geht es auch auf die „geheimen“ Wege. Da kann man sich dann gehen lassen!

Doch obacht: nicht jeder Weg führt zum Ziel (Der passende Soundtrack ist Track 23 The Society of the Crossed Keys)

 

 

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Es gibt wirklich zahlreiche Zuwege, die in Sackgassen führen. Man sollte sich auf den Übersichtskarten orientieren, wie zum Beispiel auf der Tafel in Schmilka. Wenn man zu den Gipfeln 109 – 112 geht, ist man angeschmiert. Alles One-way-Wege. Aber wer aufmerksam hinschaut, wird einige andere, interessante und vor allem durchgehende Wege finden, zum Beispiel den Unteren Terassenweg.

 

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Was total unerlaubt ist (Bitte jetzt Track 12: hören Up the stairs/down the hall), noch viel unerlaubter als aaaab und zu die Kletterwegzuwege zu wandern, ist in den Boofen zu poofen. Natürlich, klar, Tradition, haben wir schon immer so gemacht. Aber es gibt natürlich zu respektierende Naturschutzzonen. Auf dem Bild oben sehen wir ein verlassenes Boofe-Lager, die Schläfer wurden von der Nationalpark Militia vertrieben. Oder sind gerade mal ausgetreten.

Zum Finale bitte das große Meisterwerk des Soundtracks hören: Track 27 – Canto at Gablemeister’s Peak. Übrigens wurde der großartige Film The Great Budapest Hotel auch tatsächlich teilweise in der Sächsischen Schweiz und in Bad Schandau (Personenaufzug!) gedreht. Schaut Euch diesbezüglich noch mal den Film an. Aber jetzt Finale: So sieht er nämlich aus, der Terrassenbergpfad.

 

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Und den dürfen auch Wanderer gehen. Wenn ich das richtig verstanden habe. An dieser Stelle kommt dann noch der Abspann. Die Credits. Ich danke – wie schon gesagt – den tollen Nationalpark-Rangern. Viel gelernt und erlebt und mit Boofe-Campern geschimpft. Und ich danke Alexandre Desplat, für den gigantischen Soundtrack zu diesem Post.



Die Wissenschaft hat festgestellt, festgestellt, festgestellt…

Geschrieben am um 7:05

Letzten Samstag bin ich mit einer Gruppe gewandert – in der Nähe von Baden-Baden – denen ich das Prinzip des Premium- und Qualitätswege-Wamderns erklärt habe. Das mache ich sehr gerne, ich war nur mal wieder erstaunt, dass keiner, aber auch wirklich keiner der Wanderer/innnen jemals davon gehört hatte. Alles Wander-affine Leute, sehr erstaunlich. Farin Urlaub hat mal gedichtet: Mit einem eiskalten Getränk am Strand, da wird man leicht arrogant. So oder so ähnlich. Und wenn man wanderbegeisterten Leuten des Prinzip „Premium“ erklärt, hat man leicht das Gefühl: Mensch, ich weiß alles zum Thema Wandern. Doch das ist: FALSCH!

 

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Vor einigen Tagen durfte ich ein Veranstaltung des Bundesumweltministeriums in Berlin moderieren. Titel: Dialogforum 2017: Sport – Impulsgeber für eine nachhaltige Gesellschaft. Hört sich leicht dröge an, war es aber überhaupt nicht. Zunächst mal muss man einfach mal sagen: Ja, auch die Wanderer sind Sportler, im Jargon der Nachhaltigkeit sind wir „Natursportler“, die unter Umständen mit den Naturräumen wie Wald, Feld und Wiesen nicht nur in Kontakt, sondern auch in Konflikt kommen.

Aber ich wollte ja erzählen, was ich Neues über die Welt es Wanderns gelernt habe…

 

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Die Sporthochschule Köln wendet spannende Methoden an, um die sogenannten „Aufmerksamkeitspunkte“ von Wanderern zu fixieren. Keine Umfrage, sondern wirklich Fakten, gemessen mit GPS und VEB oder meinetwegen auch VEP. Vielleicht kommt ja dabei heraus, dass alle Wanderer doch heimlich nach Kraftwerken schielen, weil sie die so schön finden. Außerdem wollen die Sporthochschüler Wanderbewegungen messen: Per Drohne und Lichtschranken. Nichts bleibt unbemerkt!

Eine wirklich ganz erstaunliche Studie kam ebenfalls von der Sporthochschule Köln.

 

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Man muss wohl Abschied von der Vorstellung nehmen, Bewegung und Sport an sich sei gesund. NEIN! Wer in Großstädten joggt, wandert und skated, hat den Sensenmann quasi schon im Gepäck. In Großstädten sollte man in’s Kino gehen, arbeiten, in Kneipen versumpfen, aber keinen Sport machen, sonst, sonst, sonst, Demenz und alles ganz schlimm. Bitte geht zum Wandern in die Wälder, Stadtwandern macht blöde!

Und dann sind da noch die 33 %. Erst mal schön, so ein Ergebnis einer anderen Studie, dass für sportliche Betätigungen 77,6 Milliarden Euro jährlich in Deutschland ausgegeben werden. Chapeau! Aber genau 33%, also ein Drittel, fließt von diesem Geld in die Mobilität. Also in Sprit und Tickets, um zum Sport zu kommen. Das ist doch der Hammer. Da kann man nur sagen: man sollte mehr dort wandern, wo man wohnt, um Mobilitätskosten zu sparen. ABER DAS GILT NICHT FÜR STÄDTER!!! WEGEN DER DEMENZ!!!

Das Wanderleben ist sehr kompliziert.


Wer glaubt, Wandern ist fade und die Vorstufe zur Rollator-Rallye, muss diesen Blog lesen und wird staunen. Ob Kurioses am Wegesrand, schräge Hinweistafeln, Lebensgefahr am Wanderweg, skurile Wandervögel, betreutes Trinken am Steig, gigantische Aussichten oder extreme Herausforderungen im deutschen Mittelgebirge – bei andrackblog.de gibt es alles über das Thema Wandern. Jede Woche neu, (relativ) aktuell. Die besten Wander-Storys der Welt eben.

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