Wander-Blog von Manuel Andrack

Die besten Wander-Storys der Welt




Und schon der zweite Podcast 2021

Geschrieben am um 13:14

Die Pandemie ist da und geht vielleicht nie weg. Andrack und Schümer sind dafür, nicht nur auf den Klabauterbach zu hören, sondern über einen Paradigmen-Wechsel nachzudenken. Außerdem: Die Bundesliga-Tabelle von 1995, der Fourth Reich, Depressionen wegen langjähriger Vereinsmitgliedschaft. Und: Was sind barrierefreie Dateien? Außerdem: Fährt man in Venedig nur mit dem Boot?

 

 



Der erste Podcast des Jahres

Geschrieben am um 18:08

Frohes neues Jahr und es geht direkt in die Vollen! Wer hat an Dürrenmatts Geburtstag gedacht? Andrack und Schümer auf jeden Fall. Dürrenmatt nur noch ein Schulbuchautor? Von wegen! Genial, provokant, unideologisch, pessimistisch, versoffen. Und die Wahrheit über die minderbegabten Looser Brecht, Grass, Böll. Und heißt es eigentlich Pottkast oder Postcast?

Jetzt neu: Schönes Intro und Outro von einer Nachwuchskapelle aus Liverpool.

 



Es geht so, Folge 5

Geschrieben am um 10:42

Und hier die letzte Folge meines Podcasts für dieses Jahr. Der Podcast ist übrigens jetzt auch auf ITunes und spotify abrufbar. Wer den Podcast gut findet (oder „Es geht so“), kann doch bitte eine 5-Sterne-Bewertung auf ITunes abgeben. Daaanke und frohe Weihnachtstage.

 



Wander-Jahres-Rückblick 2020

Geschrieben am um 6:23

2020 – was für ein Jahr. Erst nur Beethoven, Beethoven, dann Corona, Corona, Corona.

Die zahlreichen Covid-19-Nachrichten haben ein wenig den Blick auf andere Highlights in 2020 verstellt. Da wäre zum Beispiel die Wanderung des Jahres:

 

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Ein belgischer Kollege hat eine lange Tour in der Nähe von Brüssel unternommen und alles als GPX-Track zum Nachwandern aufgezeichnet. Ganz große Wanderkunst, denn man sieht – vom All aus sozusagen – ein gewandertes Glas der belgischen Bierspezialität Duvel. Das soll mir ein Ansporn für ein ähnliches Projekt für 2021 sein – ich werde den Geißbock in der Nähe von Köln GPX-mässig erwandern. Wenn man schon nicht ins Stadion kann.

Auch schön das Lockdown-Verpflegungsmobil des Jahres 2020:

 

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Gaststätten und Restaurants geschlossen? Kein Problem, der Grillator bringt Risikogruppen-gerecht die knusprigen Broiler. Essen auf Rädern neu definiert.

Der Baum des Jahres steht eindeutig in der Nähe des Forsthauses von Trier:

 

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Ein Baum wie eine Schlangenbeschwörung, ein Baum wie eine Laokoon-Skulptur, ein Baum wie ein Wollknäuel. Je nach Perspektive zeigt sich nicht nur …

 

 

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… dass der Baum Herz hat, nein, auch ein …

 

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… Knie beziehungswiese Kniescheibe ist eindeutig zu erkennen.

Hier noch das Verbotsschild des Jahres:

 

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Historisch knüpft das Regenverbot an den Sponti-Spruch der 1980er an: Sonne statt Reagan. Das hat ja auch funktioniert.

Und schließlich noch das Wander-Wort des Jahres und Wander-Unwort des Jahres gleichzeitig:

 

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Begegnungsverkehr! „Begegnungsverkehr“ – was soll das sein? Ein Unfall? Ein Rendezvous an der Ampel? Wenn sich zwei Polonäsen kreuzen?

Um Begegnungsverkehr zu vermeiden mache ich jetzt einen Monat Blog-Pause, Ende Januar geht’s dann weiter. Ich wünsche Euch ein fröhliches, kerngesundes und interessantes Jahr 2021!



Es geht so, Folge 4

Geschrieben am um 21:22



Es geht so, Folge 3

Geschrieben am um 20:44

Die dritte Folge des Andrack/Schümer-Podcasts. Über gestürzte Wanderpäpste, die Lindenstraße auf Latein und völlig verrückte Namen: Kühlmuß, Fucking, Schümer und Andrag.

 



Es geht so – Folge 2. Der Podcast von Andrack und Schümer

Geschrieben am um 9:48



Es geht so – Mein Podcast

Geschrieben am um 10:41

Endlich ist er da, mein erster Podcast. Und, in aller Bescheidenheit, die erste Folge ist sehr unterhaltsam. Alles über Masturbieren in der Oper, wo Andrack und Schümer sich kennengelernt haben, und warum ich noch nicht so viel über mein  Narrenbuch verrate. Viel Spaß

 



Erwachen heiterer Empfindungen bei der Ankunft auf dem Lande

Geschrieben am um 6:23

Im Beethoven-Jahr höre ich (fast täglich) eine der neun Symphonien des Meisters in der hervorragenden Edition des Süddeutschen Verlags. Erst die Symphonie hören, dann Erkenntnisgewinn mit den Erläuterungen des Dirigenten Peter Stangel. Besonders interessant für Wanderfreunde ist die 6. Symphonie, die sogenannte Pastorale

 

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Nach der Premiere schrieb ein Zeitgenosse: „Da ist einer in Wien, der schreibt Sinfonien, die fünfmal so lang sind wie normale Sinfonien.“ Eine Dreiviertelstunde, das war damals Weltrekord. Der erste Satz trägt den Titel „Erwachen heiterer Empfindungen bei der Ankunft auf dem Lande“. Poetischer kann man die Glücksgefühle zum Beginn einer Wanderung nicht beschreiben. „Wer genau hinhört, kann hoch droben am Himmel ein Vöglein zwitschern hören“ erklärt Stangel, „und dann ist es so, als öffne sich der Blick über die weiten Hügellandschaften des Wiener Umlands“.

Der zweite Satz der 6. Symphonie heißt „Szene am Bach“ und ist so eine Art Smetana-Moldau in gut. Beethoven komponiert das Kräuseln der Wasseroberfläche, das Gluckern des Bächleins, das Bachbett „und schließlich tritt zu diesem wunderbar murmelnden Bächlein, das heute noch heute vor den Toren Wiens dahinplätschert, das kompositorische Ich hinzu. Der Zuhörer wandert am Bächlein entlang, sitzt unterm Baum und genießt die Stimmung. Dieses kompositorische Ich wird von der Geige verkörpert.“ Ich werde diese Musik nie vergessen, wenn ich als zwar nicht kompositorisches, aber vielleicht literarisches Ich durch die Gegend wandere. „Mehr als die Farbe des Grases hat Beethoven auch hier das Wohlgefühl, das Behagen, das einen in der Natur überkommt, komponiert“. Ich habe es doch immer gesagt, dass Wandern glücklich macht. „Nur ganz am Ende konnte er sich drei Vögelchen nicht verkneifen.“ Man wird doch wohl noch drei Vöglein-Ihr komponieren dürfen.

Der dritte Satz „Lustiges Zusammensein der Landleute“, ein Scherzo, „karikiert eine Dorfkapelle“, und weil wir es ja mit einem scherzenden Musikstück zu tun haben, wird der arme Oboist (Schießen Sie nicht auf den Oboisten!) veräppelt: „Der Oboist hängt immer eine Winzigkeit hinterher, ein köstlicher musikalischer Scherz“, findet Peter Stangel.

Der vierte Satz „Gewitter und Sturm“ beschreibt eine eher missliche Wendung einer Wandertour. Stangel sagt über die Komposition Beethovens: „Das ist nicht irgendein Gewitter, das ist DAS Gewitter“. Der Dirigent vergleicht das musikalische Gewitter mit dem Barbar von Sevilla: „Was hat Rossini da für einen freundlichen Sommerregen komponiert, gegenüber diesem teutonischen Donnergrollen und Blitzezucken“. Und dann bricht der Sturm los. „Spätestens an dieser Stelle müssen die Kollegen gedacht haben, dass der gute Beethoven endgültig durchgeknallt ist.“

Seine Wanderleidenschaft hat Beethoven vor allem in der Gegend um Wien praktiziert, dort „spielt“ ja auch die 6. Symphonie. Auf seinen „Spaziergängen“ hat er ganz im Sinne Rousseaus seine innere Welt erkundet. Er hat sozusagen in sich hineingehorcht, hinaushorchen in die äußere Welt ist dem armen Mann ja zunehmend schwerer gefallen. Ich vermute sogar, dass Beethoven auf seinen Wanderungen die entscheidenden Ideen für seine Werke, vor allem die Symphonien gehabt hat.

 

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Leider hat Beethoven zu früh die Bonner Heimat verlassen, um auf dem Beethoven-Wanderweg im Siebengebirge zu wandern. Beziehungswiese zu spazieren. Nun gut, das Einkehrhaus, das Milchhäuschen, das Hotel auf dem Petersberg, alle diese Immobilien waren zu Beethovens Zeit noch nicht erbaut. Kloster Heisterbach war Ende des 18. Jahrhunderts noch eine funktionierende Abtei und keine Ruine. Und der Drachenfels war noch nicht überfüllte Ausflugsstätte, sondern ein ganz profaner Steinbruch. Selbstverständlich gab es auch noch keine Drachenfelsbahn.

 

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Der Beethovenweg ist zum Jubiläumsjahr markiert worden und verbindet (fast) alle Highlights des Siebengebirges. Fünfzehn Kilometer (viele davon auf dem Rheinsteig) sind aber ein ganz schönes Brett, vor allem weil doch einige Höhenmeter zu absolvieren sind. Aber die Möglichkeiten einzukehren sind wirklich gigantisch. Lustiges Zusammensein auf dem Lande. Hätte Ludwig van das noch erleben können, wäre er nie vom Rhein zur Donau gewechselt.   Was sich allerdings die Initiatoren des BHVN-Wanderwegs mit dieser Markierung gedacht haben, bleibt schleierhaft.

 

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Zumindest kulinarisch ist Beethoven auch in Wien seiner alten Heimat treu geblieben. Er war sozusagen ein virtueller Weinwanderer, dem Wein von Rhein und Mosel verfallen. „Mehr Licht!“, das waren Goethes letzte Worte. Ziemlich einfallslos, wie ich finde. Die letzten Worte Beethovens zeugen dagegen von der Größe des Meisters. Drei Tage vor seinem Tod erhielt er von seinem Musik-Verleger Schott eine Lieferung leckerer Rhein- und Moselweine. Beethoven sagte im Sterbebett: „Schade, schade, zu spät“

Dadada – Daaa!



Roll over Beethoven I – Augentrost

Geschrieben am um 6:23

2020 ist Beethoven-Jahr! Hat sich das schon herumgesprochen? Mein Lieblings-Zitat von Beethoven: „Für solche Schweine spiele ich nicht“. Er soll einmal ein Konzert vor musikalisch minderbemitteltem Publikum, das nur tuschelte und nicht zuhörte, mit diesen goldenen Worten abgebrochen haben. Nicht nur Männer sind Schweine, sondern auch unaufmerksame Menschen.

Wie stand es aber um die Wanderleidenschaft des großen Meisters? Für einen Mann, dessen Vorfahren Flamen waren und dessen Namen korrekt übersetzt „vom Rübenacker“ hieß, hat er doch eine außerordentliche Leidenschaft für die Natur entwickelt. In der Süddeutschen las ich: „Beethoven war ein großer Verehrer Rousseaus. Nach Rousseau ist die Natur ein Abbild der Seele und fordert, man müsse selber hinaus in die Natur, und in stundenlangen einsamen Spaziergängen – eine Leidenschaft Beethovens wie auch Rousseaus – die äußere und die eigene innere Welt erkunden.“ Interessant ist, dass selbst stundenlange Touren im 18. Und 19. Jahrhundert eher Spaziergänge waren. Wandern war für die Zeitgenossen eher eine längerfristige Angelegenheit – Wanderjahre eben.

 

 

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Was empfand aber Rousseau auf seinem zweiten Spaziergang im Pariser Umland am Donnerstag, 24. 10.1776 (toll, das wir das Datum so genau wissen, in sechs Jahren ist 250-jähriges Jubiläum des zweiten Spaziergangs)? „Ich durchlief die Landschaft mit jenem Vergnügen, das mir reizende Landschaften immer bereiten.“ Der Mann hätte Zertifizierer für Premiumwege beim Deutschen Wanderinstitut werden können. Erlebnispunkte sind eigentlich auch nichts anderes als Vergnügungspunkte. Das Landschaftserlebnis als Entertainment fürs Gemüt.

Beim siebenten Spaziergang stellt Rousseau fest: „Bäume und Sträucher, Blumen und Gräser sind das Kleid und der Schmuck der Erde. Nichts ist so traurig wie der Anblick eines nackten, kahlen Feldes, das dem Auge nur Steine, Lehm und Sand zeigt.“ Der Mann hat ja so recht. Aber warum stellen Werbeagenturen von Outdoor-Ausrüstern immer ihre Models in Landschaften, die so karg sind wie eine Mondlandschaft. Bitte mehr Mut zu Bäumen, Sträuchern, Blumen und Gräse

 

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Aber man merkt auch am Satz „Ich irrte ziellos durch Wälder und über Berge“, dass die Wegmarkierungen im vorrevolutionären Frankreich noch nicht unverlaufbar waren. Rousseaus Quintessenz seines siebten Spaziergangs: „Mehr und mehr gewann ich Geschmack an diesem Augentrost.“ Augentrost ist eindeutig mein Lieblingswort des Jahres. Nächste Woche mehr zu Beethoven, seine berühmten letzten Worte sowie den neu markierten Beethovenweg.


Wer glaubt, Wandern ist fade und die Vorstufe zur Rollator-Rallye, muss diesen Blog lesen und wird staunen. Ob Kurioses am Wegesrand, schräge Hinweistafeln, Lebensgefahr am Wanderweg, skurile Wandervögel, betreutes Trinken am Steig, gigantische Aussichten oder extreme Herausforderungen im deutschen Mittelgebirge – bei andrackblog.de gibt es alles über das Thema Wandern. Jede Woche neu, (relativ) aktuell. Die besten Wander-Storys der Welt eben.

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