Wander-Blog von Manuel Andrack

Die besten Wander-Storys der Welt




Es geht so, Folge 20

Geschrieben am um 20:44

Söder langweilt sich an der Adria, Laschet ist Fan von Dirk Schümer. Der Clevner der Durbacher und der Grauburgunder von Max von Baden. Meisenknödel und abrasierter Kirschlorbeer. Diktatur in Bayern und die Deutschen hassen das Oktoberfest. Außerdem: Die exklusive Story des neuen Comics „Asterix bei den Sybariten“

 



Die Heimatspur Kurschattensteig Bad Bertrich

Geschrieben am um 6:23

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Es gibt Wandermarkierungen, die erzählen eine schöne Geschichte. Vor der Tourist Information in Bad Bertrich entdecke ich die Markierung eines genialen Rundwanderwegs – ein gelber Schirm, darunter ein blaues Herz. Was bedeutet das? Sollen Herzpatienten unter dem Sonnenschirm bleiben? Nein, der Wanderweg heißt Kurschattensteig. Der gelbe Schirm spendet den Schatten, unter dem sich das Herz – für eine kurze Zeit – mit einem anderen Herzen verbindet.

Das muss man den jüngeren Wanderern erklären. In den 1960er, 1970er Jahren war es üblich, dass die Krankenkassen Arbeitnehmern mehrmals in ihrem Arbeitsleben einen längeren Kuraufenthalt bescherten. Und weil es bei einer sechswöchigen Kur nicht nur echt langweilig werden kann, sondern man auch recht einsam ist, wurde der Kurschatten erfunden, eine vornehme Umschreibung des Seitensprungs während der Kur.

Mit oder ohne unseren Kurschatten gehen wir durch ein Wohnviertel bergan Richtung Mooshütte, wir wandern den Weg gegen den Uhrzeigersinn. Bei der Mooshütte findet sich tatsächlich Moos zwischen den Holzbalken, wie der Mörtel zwischen Backsteinen – ein wahrhaft zauberhafter Ort.

 

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Wenn wir die Hütte erreicht haben, sind schon einige Höhenmeter geschafft. Das ist gesund, das könnt ihr mir glauben. Weniger glaubhaft scheint mir – das habe ich im Internet recherchiert – dass der Kurschatten „als natürliches Mittel zur Förderung des Kurerfolges schulmedizinisch anerkannt“ sei. Diese Diagnose stammt eher aus dem Reich der Fake News.

 

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Copyright: GesundLand Vulkaneifel/M. Rothbrust

 

Auf jeden Fall können wir an der Mooshütte wie an unzähligen anderen Passagen der Heimatspur Kurschattensteig großartige Ausblicke auf Bad Bertrich erhaschen. Auch ohne Kurschatten bietet unser Wanderweg eine Therapie, die jedes Wandererherz erfreut: Wunderschöne Pfade plus tolle Ausblicke plus zahlreiche Rastmöglichkeiten.

So langsam wandern wir wieder bergab Richtung Bad Bertrich und erreichen den Parkplatz Ost. Wir überqueren den Ueßbach, der nach starken Regenfällen ganz schön wild rauschen kann.

 

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Copyright: GesundLand Vulkaneifel/M. Rothbrust

 

Der Kurschattensteig führt uns auf einem sehr romantischen Abschnitt (nicht vergessen, mit dem Kurschatten zu kuscheln!) am Schwanenweiher entlang. Als ich bei der Testwanderung am Schwanenweiher wanderte, sah ich allerdings keine Schwäne, sondern nur zwei bemerkenswert hässliche Enten. Ob die sich noch in weiße Schwäne verwandeln, wage ich zu bezweifeln.

 

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Copyright: GesundLand Vulkaneifel/M. Rothbrust

 

Und dann geht es noch einmal ordentlich bergan. Falls ihr es nicht wusstet: Bad Bertrich ist ein eidgenössischer Kurort. Seitdem die Schweizer Nationalmannschaft bei der WM 2006 ihr Quartier in Bad Bertrich bezogen haben, ist die Kurstadt in der Vulkaneifel der 27. Kanton der Eidgenossen. Und, ganz ehrlich, man hätte bei dieser bergigen, um nicht zu sagen alpinen Landschaft ahnen können, dass Bad Bertrich zur Schweiz gehört.

 

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Quelle: wikipedia.org

 

Der Kurschattensteig ist ganz schön anstrengend (insgesamt 318 Höhenmeter!). Ich vermute, dass man seinen Kurschatten schon sehr doll liebhaben muss, um das mitzumachen. Zwischen dem Schwanenweiher und dem Hohenzollernturm geht es auf alpinen schmalen Pfaden hinauf.

 

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Copyright: GesundLand Vulkaneifel/M. Rothbrust

 

Es sind die typischen Pfade der Vulkaneifel, die den Charme dieser Wanderung ausmachen. An moosbewachsenen Felsen führen die Schieferpfade den Berg hinauf, besonders spektakulär ist die Passage über einen Bergrat, eine echte Gratwanderung. Wir erreichen den Hohenzollernturm mit seinem charakteristischen roten Spitzdach.

 

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Copyright: GesundLand Vulkaneifel/M. Rothbrust

 

Das ist noch mal eine gute Gelegenheit, mit seinem Kurschatten zu turteln, entweder unter dem Spitzdach oder auf der Sinnenliege nebenan, auf jeden Fall immer mit Blick ins „Tal der Liebe“, so haben die Bad Bertricher das amouröse Tal des Ueßbachs genannt.

Langsam aber sicher wandern wir wieder bergab Richtung Tourist Information. Die letzten vierhundert Meter haben es noch mal in sich: Wir gehen auf schmalen Pfaden an Felsen entlang, wie eine Laube schließen sich die Bäume über uns. Bis zum Finale ein ganz großes Wanderabenteuer. Sehr, sehr empfehlenswert ist diese Heimatspur, mit oder ohne Kurschatten.

 

 

 



Es geht so, Folge 19

Geschrieben am um 8:04

Verletzend: Andrack trinkt ein Glas „Black Bitch“! Revolutionär: Hedda-Gabler-Inszenierung in historischen Kostümen! Lüge: Im Saarland sind keine Kinos offen – und es ist sauschwer, eine geöffnete Gastronomie zu finden! Sympathisch: Die Scheschen glauben an Bier! Rassistisch: Stanley Kowalski ist KEIN Pollacke!

 

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Andracks Lieblingsjacke – der Prototyp

Geschrieben am um 6:23

Ein bisschen aufgeregt bin ich schon: Herzklopfen, ein paar Schmetterlinge flattern im Bauch. Ich habe ein Rendezvous. Ein Rendezvous mit meiner neuen Lieblingsjacke, der besten Wanderjacke der Welt.

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Im Konferenzraum des Headquarters von Walbusch in Solingen treffe ich Geschäftsführer Ralph Hürlemann, Chef-Entwickler Stefan Biergans und Christopher Droste, der in den letzten Wochen seit unserer erste Planungs-Konferenz verantwortlich für die Entwicklung der Jacke war. Ich genieße einen Ausblick, der einmalig ist. Vor mir die niederrheinische Tiefebene, Blick fast bis Holland. Zur linken Köln, die Domtürme sind zu erkennen, zur rechten Düsseldorf. Altbier und Kölsch scheinen zum Greifen nah. Aber Stopp! Ich bin ja nicht wegen der schönen Aussicht gekommen. Wir gehen ins Herz des Textilunternehmens, in die Entwicklungsabteilung. Bald werde ich sie sehen, den Prototyp der Andrack-Jacke.

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Biergans betont, dass man einen kritischen Herrn Andrack erwarte. Nun, da können sich die Walbusch-Leute echt warm anziehen (im wahrsten Sinne des Wortes), denn ich bin ein gefürchteter Wanderjacken-Kritiker, von mir gab es schon berüchtigte Outdoorjacken-Verrisse. Christopher Droste legt vorsichtig die olivgrüne Jacke wie einen Gebetsteppich auf den Boden, der erste optische Eindruck ist sehr gut. Dann ziehe ich die Jacke an, sie sitzt etwas spack, aber dieser Prototyp hat standardmäßig Größe 50. Wenn ich meine richtige Größe 52 trage, habe ich noch vier Zentimeter mehr Volumen im Brust-Bauch-Bereich, die brauche ich auch wegen meiner muskulösen Brust und meinem Sixpack. Absolut begeistert bin ich von Größe und Umfang der Taschen. Kleiner Regenschirm, kleine Wasserflasche, Taschenbücher, Wanderkarte, Handy, alles findet seinen Platz. Insgesamt habe ich 17 Taschen an meiner Jacke. Wie geil ist das denn, 17 Taschen!

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Die Jacke ist aus einem Cotton-Nylon-Gemisch gefertigt, damit könne ich duschen, meint Chef-Entwickler Biergans. Eine auffällige abgesetzte und äußerst stabile rote Schlaufe ist der perfekte Aufhänger für die Jacke. Droste reicht mir eine Art silberne Kapsel, groß wie ein Lippenstift. Ich erkenne begeistert: Das ist ein Flaschenöffner. Und schnell habe ich den Dreh raus, denn im Handumdrehen kann man dieses Tool zu einem Korkenzieher umbauen. Nie mehr unterhopft und untertraubt wandern, genial!

 

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Am Rücken kann ich die Jacke mit zwei Druckknöpfen enger stellen. Da ich die Jacke anhabe, ist mir Droste behilflich. Klick, Klick, schon ist die Jacke enger. Chef Hürlemann regt an, noch etwas am Sound der Druckknöpfe zu arbeiten, die könnten etwas leiser sein. Wahnsinn. Es gibt ja Sound-Designer in der Automobilindustrie, die das Geräusch der zufallenden Autotür optimieren. Swusch, oder Swosch, das ist schon ein Unterschied. Und nun wird auch noch der Sound der Druckknöpfe optimiert. Man merkt, dass alle Walbusch/Klepper-Leute für diese Andrack-Jacke brennen, mit Liebe zum Detail dabei sind, das gefällt mir.

 

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Ich beginne etwas autistisch, den Reißverschluss zu testen. Hoch runter, hoch runter, hoch runter. Scheint sehr robust zu sein. Wäre ich im Auftrag der Stiftung Warentest in Solingen, müsste ich das mindestens 10.000 mal machen, dafür fehlen mir sowohl Zeit als auch die Lust. Einige kleine Kritikpunkte: Die beiden Außentaschen in Brusthöhe würde ich nicht quadratisch aufgesetzt lassen, da kommt man echt schwer dran. Schräge Taschen oben wären besser. Ich würde eine feste Kapuze nehmen, in der olivgrünen Jacke ist nur eine Notkapuze im Kragen versteckt, bis man die bei einem Schauer rausgebastelt hat, ist man schon nass. Und ich würde auf die sehr auffälligen Reißverschlüsse der beiden Außentaschen in Hüfthöhe verzichten

 

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Das Logo von Klepper ist sehr dezent an den Knöpfen und klein am Ärmel angebracht. Ich finde das Klepper-Zeichen mit dem perspektiv sich schlängelnden Weg sowie sehr angenehm, es erinnert mich an die Markierungen von ausgezeichneten Wanderwegen. Und bei der Andrack-Jacke weist das Logo den Weg zu Eurer neuen Lieblingsjacke. Hürlemannn ergänzt: „Das wird DIE Jacke, die soll sich schon unterscheiden von den anderen Klepper-Jacken.“

Droste präsentiert noch zwei weitere Farbalternativen, Curry und Türkis. Vor allem die türkisene Jacke steht mir sehr sehr gut. Die Farbe ist pralle Lebensfreude pur, sie vermittelt den Spaß am Draußensein. Meine neue Lieblingsjacke soll in allen drei Farben angeboten werden – Olivgrün, Türkis, Curry.

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Fazit: Das Rendezvous mit der besten Wanderjacke der Welt war Liebe auf den ersten Blick. Daumen hoch und Go für die Andrack-Jacke. Seit Februar 2021 auch Deine Lieblingsjacke?

Mehr Infos unter: https://www.walbusch.de/wandern

 

 



Es geht so, Folge 18

Geschrieben am um 20:29

Schock: Katholiken hängen am Karfreitag Unterhosen auf! Unglaublich: Die Inka erobern den Orient, und der ist Europa! Sensationell: Das Saarland ist das neue Nord-Mazedonien! Unfassbar: Der zweite Weltkrieg ist ausgefallen!

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Wer glaubt, Wandern ist fade und die Vorstufe zur Rollator-Rallye, muss diesen Blog lesen und wird staunen. Ob Kurioses am Wegesrand, schräge Hinweistafeln, Lebensgefahr am Wanderweg, skurile Wandervögel, betreutes Trinken am Steig, gigantische Aussichten oder extreme Herausforderungen im deutschen Mittelgebirge – bei andrackblog.de gibt es alles über das Thema Wandern. Jede Woche neu, (relativ) aktuell. Die besten Wander-Storys der Welt eben.

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