Wander-Blog von Manuel Andrack

Die besten Wander-Storys der Welt




Frank, Frank und ein eingefrorener Reinhold Messner

Geschrieben am um 7:58

Okay, Talkshows sind prinzipiell manchmal langweilig, aber Hartaberfair am letzten Montag war TV-Geschichte und Andrack mittendrin. Statt nur dabei. Was das alles mit dem Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier, der Lippischen Rose, der französischen Besatzungszone und der Wasseramsel an der Oos zu tun hat – hört doch einfach mal rein…

 

 

 

 



Mein erster Antikörpertest – ein Wunder?

Geschrieben am um 6:23

Seit Mitte Februar kann man sich im Landkreis St.Wendel in einem privaten Testzentrum auf Covid-19 testen lassen. Ich dachte mir, das ist die Zukunft, das muss man unterstützen, denn hinter dem Testzentrum steckt der Rockfestival- und Konzertveranstalter Thilo Ziegler.

 

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Sein Ansatz ist schlau: Wer einen negativen Test hat, der kann doch eigentlich auch ein Konzert besuchen – ODER? Das Buchungssystem war auf jeden Fall genial einfach, ich hatte am zweiten Öffnungs-Tag des Testzentrums um 10:02 einen Termin. Angekündigt war ein Drive In und ein Walk In. Ich wollte in walken, aber dem medizinischen Personal war es doch lieber, dass ich mit dem Auto vorfahre. Meinetwegen. Und dann das Wunder: Ich habe einen negativen Antikörpertest!

 

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Das wundersame Ergebnis musste an der Nähe des Testzentrums zu Marpingen liegen. Daher bin ich nach meinem Test (Ergebnis nach 15 Minuten per QR-Code auf dem Handy) zur Marienkapelle nach Marpingen gefahren, das saarländische Lourdes. Ich zitiere aus der verlässlichen Quelle domradio.de: „1876 hatten drei Marpinger Kinder erstmals von Marienerscheinungen berichtet und damit binnen kurzem Tausende Schaulustige in den Härtelwald gelockt. Das Phänomen zog immer weitere Kreise, bis es dem Reichskanzler zu bunt wurde: Der Protestant Otto von Bismarck ließ das preußische Heer aufmarschieren, das Dorf besetzen und den Zugang zum Wald versperren.“

 

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Großartig. Gut, dass die aktuelle Verteidigungsministerin aus dem Saarland kommt, die wird nicht die Bundeswehr bei der nächsten Marienerscheinung losschicken.

Im Internet las ich, die Marienkapelle zu Marpingen sei wegen Verstößen gegen die AHA-Regeln geschlossen. Das kann ich nicht bestätigen, ich weiß auch gar nicht, wie man diese extrem offene Andachtsstätte verschließen oder absperren könnte.

 

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Auch das heilige Quellwasser kann von den Gläubigen weiterhin gezapft werde, aber bitte nicht direkt aus dem Hahn trinken! Das ist ja auch wirklich Pfui, das hat man auch vor Corona nicht gemacht!

 

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Ein wenig irritiert hat mich nur die Kneippanlage, das Tretbecken an der Marienkapelle. Da wird ja das heilige Wasser im wahrsten Sinne des Worts mit Füßen getreten. Ich finde: Das GEHT gar nicht.

Ach ja, wenn Ihr Euch gefragt haben solltet, was ich da für eine Jacke anhabe, schaut Euch doch mal das hier an:

https://www.walbusch.de/wandern

 

 

 



Zu Gast bei ‚Hart aber Fair‘

Geschrieben am um 9:13

Kleiner Programm-Tipp:

Ich bin heute Abend als Gast bei ‚Hart aber Fair‘ eingeladen. Zum Thema, warum man auch in der Pandemie wandern sollte, ob ein Wander-Urlaub in den Osterferien sinnvoll ist und was man machen kann, damit es nicht zu Menschenmassen auf den beliebtesten Wanderwegen kommt.

https://www1.wdr.de/daserste/hartaberfair/gaeste/manuel-andrack-gast-100.html

 

 

 



Die Antike war ein Fake, John Peel nicht

Geschrieben am um 7:55

Dirk Schümer präsentiert eine hochbrisante Theorie über die Antike als Fake, Andrack erzählt über seine Kunstlehrer, die Beuys-Schüler waren. Und: Kannn man Bockbier aus der Dose trinken? War die Jungfrau Maria jemals in Marpingen? Warum – um Himmels willen, hat Schümer alle seine Punk-Platten entsorgt?

 

 

 

 



Maagalornartoq und aput aajuitsoq

Geschrieben am um 22:20

„Wenn wir wirklich verlernt haben, mit Schnee umzugehen, sollten wir aufhören, gegen die Erderwärmung zu protestieren.“ So stand es letzten Donnerstag in der ZEIT. Ja, der Fachmann staunt und der Laie wundert sich – es ist zur Zeit richtig kalt in Deutschland. Und es hat geschneit. Wow! Und der Schnee beeinflusst natürlich auch unsere Wanderungen.

 

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Optisch ist es ein Traum. Ich weiß nicht, was ein Psychologe dazu sagen würde, aber Schnee-Landschaften, weiß bestäubte Zweige, da werden irgendwelche Kindheitserinnerungen geweckt. Oder eine imaginäre Märchenwelt wird Realität. Im Prinzip passt ein verschneiter Wanderweg zum Karneval – die Natur hat sich verkleidet.

 

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Ich gebe es zu, so doll hat es im Saarland in den letzten Tagen gar nicht geschneit, da hatten wir Anfang Januar deutlich mehr Schnee zu bieten. Ich liebe es aber, über meine Standard-Wege-mit-Hund in meiner Umgebung zu gehen, weil der Boden knochenhart gefroren ist. Vor einer guten Woche nach Dauerregen noch extremer Matsch (Batsch, sagt man im Saarland), jetzt knirscht und knackt es unter den Fußsohlen. Ein noch geileres Wandergeräusch als das Blätterrascheln im Herbst.

 

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Es ist eine alte Legende, die Eskimos hätten so schrecklich viele Worte für Schnee. Haben sie natürlich nicht, es gibt genauso viele Schnee-Begriffe wie in anderen Sprachen. Im Deutschen kennen wir zum Beispiel Harschschnee, Pulverschnee, Pappschnee oder Nassschnee. Letzterer ist absolut nicht wanderfreundlich. Bei der Schnee-Recherche habe ich ein neues Wort gelernt: Schneegriesel, das sind ganz kleine Schneeflocken, die bei niedriger Temperatur fallen. So was hatten wir Anfang der Woche im Saarland. Dann gibt es noch Firnschnee (auf grönländisch heißt der aput aajuitsoq) und Tiefschnee (grönländisch: maagalornartoq)

 

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Im Tiefschnee sollte man nur mit Schneeschuhen wandern. Vor zwei Jahren war ich der Ansicht, es sei eine gute Idee, mit normalem Wanderoutfit einen Premiumweg im Salzburger Land zu wandern. Im deutschen Mittelgebirge kann man ja eigentlich alle Premiumwege auch im Winter begehen. In Österreich nicht. Wenn man bei jedem Schritt einen halben Meter einsinkt, hat das mit Wandern nichts zu tun.

 

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Und schon die nächsten Tage ist alles vorbei. Winter Ade, scheiden tut weh …



Die langen Unterhosen von Walter Jens

Geschrieben am um 9:01

Ein Kessel Buntes bei Andrack und Schümer: Wir sprechen über die Faszination von Erzgebirge Aue, über die langen Unterhosen von Walter Jens, über die kunstvoll modellierte Frisur von Christian Drosten, über Craft Bier aus Bayreuth, und über drastische Pandemie-Maßnahmen in Mailand – lebendig eingemauerte Familien.

 



Wanderheimat und Reitheimat Bleckhausen

Geschrieben am um 6:23

Wacholder-Kyll-Weg

Der Wacholder-Kyll-Weg in Bleckhausen ist eine der zahlreichen Heimatspuren in der Vulkaneifel. Wenn man das Wort „Heimatspur“ wörtlich nimmt, sucht man eigentlich die Spuren der Heimat. Allerdings werden die meisten Wanderer des Wacholder-Kyll-Wegs nicht in Bleckhausen wohnen oder von dort stammen. Wie kann dann dieser Ort Heimat sein? Nun, prinzipiell bin ich ein großer Freund des Plurals von Heimat: Heimaten. Natürlich gibt es die originäre Heimat, den Geburtsort. Wir können uns aber auch heimisch in unserer Wahlheimat fühlen, an Urlaubsorten, zu denen es uns immer wieder hinzieht. Und plötzlich gibt es eine zweite oder dritte Heimat.

Lustigerweise ist Bleckhausen tatsächlich eine Art Heimat für mich. Viele kürzere und längere Urlaube habe ich in Manderscheid verbracht. Aber Reiten gelernt habe ich bei einem Pferdeflüsterer in Bleckhausen auf wunderbaren Araber-Pferden. Daher war ich vor vielen Monden sehr sehr oft in Bleckhausen

 

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Wichtige Anmerkung zu diesem Foto: Das ist ein Selfie vor der Erfindung des Selfies. Ein Dia von ca. 2001. Ich schwöre, ich sitze nicht auf einem Schaukelpferd!

Ich habe also schon früh die Landschaft rund um Bleckhausen lieben gelernt. Schön, dass ich auf dem Wacholder-Kyll-Weg diese mir so vertraute Seelenlandschaft wiederentdecken darf. Wir starten unsere gut 12 Kilometer lange Tour am Gemeindehaus beziehungsweise an der Dorfkirche von Bleckhausen. Das Ortszentrum ist mit dem Regionalbus 300 zwischen Daun und Wittlich sehr gut an den ÖPNV angebunden.

 

190607 Kirche Bleckhausen

Copyright: GesundLand Vulkaneifel

 

Ich schlage vor, wir gehen den Weg im Uhrzeigersinn, okay? Wir wandern bergab, haben die Zivilisation schon bald hinter uns gelassen und erreichen das Trombachtal. Dieser Bach mündet in die Lieser, das heißt: der legendäre Lieserpfad ist nicht weit.

 

190607 Eifelgold am Wacholder-Kyll Weg

Copyright: GesundLand Vulkaneifel

 

Den Lieserpfad habe ich in meinem ersten Wanderbuch (zu Recht!) als schönsten Wanderweg der Welt bezeichnet. Doch bevor der Trombach sich mit der Lieser vereint, wandern wir auf unserem Weg rechts aus dem Tal hinauf zu einem Highlight, das selbst der Lieserpfad nicht zu bieten hat.

 

190607 Wacholderbaum Wacholderheide Bleckhausen

Copyright: GesundLand Vulkaneifel

 

Die Wacholderheide bei Bleckhausen ist wunderschön. Enspannt Euch auf einer Sinnenliege und genießt einfach diese Landschaftsform. Wacholderheiden entstanden meistens in der Nähe von Ortslagen, denn dort haben die Gemeindehirten die Schafe und Ziegen der Dorfbewohner gehütet. Jungbäume und Sträucher hatten auf diesen Weideflächen keine Chance, die wurden von den Tieren verbissen. Aber die stachligen Wacholder-Pflanzen, die blieben unangetastet und konnten sich so entwickeln.

Wir haben ja schon eine gewisse Höhe erreicht, daher schlage ich vor, wir genehmigen uns (entweder auf der Sinnenliege oder in der kleinen Schutzhütte) einen schönen Gipfelschnaps. Entweder trinken wir („Auf den Wacholder!“) stilecht einen Gin, oder den ursprünglichen Wacholder-Schnaps aus Holland – einen Genever.

 

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Auf der Ebene hinter der Wacholderheide erwartet uns eine gewisse Durststrecke – ein asphaltierter Feldweg, dann kurz an der Landstraße entlang. Aber schon bald gehen wir hinab in das bezaubernde Tal der Kleinen Kyll. Die kleine Kyll entspringt in Neroth und fließt in Richtung Manderscheid. Hinter der Heidsmühle wird das Tal der Kleinen Kyll wildromantisch und mündet schließlich in die Lieser.

 

190607 Aussicht Sauerseifen im Tal der kleinen Kyll 2

Copyright: GesundLand Vulkaneifel

 

Auf unserem Weg ergeben sich immer wieder herrliche Blicke ins Tal, zur Bleckhausener Mühle und auf sattgrüne Wiesen. Der Wacholder-Kyll-Weg verläuft sehr angenehm auf einer Halbhöhe, so dass wir die Wanderung entspannt genießen können.

 

190607 Hangweg Kleine Kyll 2

Copyright: GesundLand Vulkaneifel

 

An einer Sitzgruppe können wir ein entspanntes Picknick einplanen. Die vertraute Markierung mit dem „WK“ auf grün führt uns schließlich wieder aus dem Tal der Kleinen Kyll hinaus und zu unserem Startpunkt zurück nach Bleckhausen. Ich denke, dass Ihr bei dieser Wandertour durch „meine“ Heimat rund um Bleckhausen jede Menge Freude haben werdet. Auf ein Wiedersehen auf der nächsten Heimatspur!

 

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Mein Jahr als Narr

Geschrieben am um 17:47

Andrack war ein Jeck, dann Reiter, jetzt überzeugter Narr. Schümer ist skeptisch als unnärrischer Westfale. Wir reden über mein Jahr als Narr, eine Reise in die Ethnologie der Fastnacht in Rottweil, Köln und Venedig.

 



Maria und Marpingen

Geschrieben am um 20:04

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Wer glaubt, Wandern ist fade und die Vorstufe zur Rollator-Rallye, muss diesen Blog lesen und wird staunen. Ob Kurioses am Wegesrand, schräge Hinweistafeln, Lebensgefahr am Wanderweg, skurile Wandervögel, betreutes Trinken am Steig, gigantische Aussichten oder extreme Herausforderungen im deutschen Mittelgebirge – bei andrackblog.de gibt es alles über das Thema Wandern. Jede Woche neu, (relativ) aktuell. Die besten Wander-Storys der Welt eben.

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