Wander-Blog von Manuel Andrack

Die besten Wander-Storys der Welt




Es geht so, Folge 5

Geschrieben am um 10:42

Und hier die letzte Folge meines Podcasts für dieses Jahr. Der Podcast ist übrigens jetzt auch auf ITunes und spotify abrufbar. Wer den Podcast gut findet (oder „Es geht so“), kann doch bitte eine 5-Sterne-Bewertung auf ITunes abgeben. Daaanke und frohe Weihnachtstage.

 



Wander-Jahres-Rückblick 2020

Geschrieben am um 6:23

2020 – was für ein Jahr. Erst nur Beethoven, Beethoven, dann Corona, Corona, Corona.

Die zahlreichen Covid-19-Nachrichten haben ein wenig den Blick auf andere Highlights in 2020 verstellt. Da wäre zum Beispiel die Wanderung des Jahres:

 

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Ein belgischer Kollege hat eine lange Tour in der Nähe von Brüssel unternommen und alles als GPX-Track zum Nachwandern aufgezeichnet. Ganz große Wanderkunst, denn man sieht – vom All aus sozusagen – ein gewandertes Glas der belgischen Bierspezialität Duvel. Das soll mir ein Ansporn für ein ähnliches Projekt für 2021 sein – ich werde den Geißbock in der Nähe von Köln GPX-mässig erwandern. Wenn man schon nicht ins Stadion kann.

Auch schön das Lockdown-Verpflegungsmobil des Jahres 2020:

 

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Gaststätten und Restaurants geschlossen? Kein Problem, der Grillator bringt Risikogruppen-gerecht die knusprigen Broiler. Essen auf Rädern neu definiert.

Der Baum des Jahres steht eindeutig in der Nähe des Forsthauses von Trier:

 

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Ein Baum wie eine Schlangenbeschwörung, ein Baum wie eine Laokoon-Skulptur, ein Baum wie ein Wollknäuel. Je nach Perspektive zeigt sich nicht nur …

 

 

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… dass der Baum Herz hat, nein, auch ein …

 

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… Knie beziehungswiese Kniescheibe ist eindeutig zu erkennen.

Hier noch das Verbotsschild des Jahres:

 

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Historisch knüpft das Regenverbot an den Sponti-Spruch der 1980er an: Sonne statt Reagan. Das hat ja auch funktioniert.

Und schließlich noch das Wander-Wort des Jahres und Wander-Unwort des Jahres gleichzeitig:

 

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Begegnungsverkehr! „Begegnungsverkehr“ – was soll das sein? Ein Unfall? Ein Rendezvous an der Ampel? Wenn sich zwei Polonäsen kreuzen?

Um Begegnungsverkehr zu vermeiden mache ich jetzt einen Monat Blog-Pause, Ende Januar geht’s dann weiter. Ich wünsche Euch ein fröhliches, kerngesundes und interessantes Jahr 2021!



Auf dem Holzweg in Bayern

Geschrieben am um 6:23

Glaubt bitte nicht, dass ich ausschließlich in den deutschen Mittelgebirgen wandere. Hach! Nein, ab und an verirre ich mich auch in den alpinen Raum, genieße aber auch dort die (manchmal trügerische) Sicherheit der vertrauten Premiumwege.

 

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Daher verließ ich mich bei einer Wandertour, die ich mit einer kleinen Gruppe geplant hatte, auf die Markierung des Alpenpfades Leitzachtaler Bergblicke in der Nähe des Schliersees. Wenn man sich das Foto anschaut, waren Bergblicke wegen der Großwetterlage unmöglich, aber man kann so einen Weg ja auch nicht ständig umbenennen – Leitzachtaler Nebelblicke oder Leitzachtaler Wolkenblicke vielleicht.

 

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Auf jeden Fall macht es immer einen extrem unsouveränen Eindruck, wenn man sich mit einer Wandergruppe schon auf den ersten Metern verläuft. Und dann noch in einem Sägewerk! Da liegen die blöden Sprüche nah – „Da sind wir wohl auf dem Holzweg, har, har, har“

 

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Zur Strafe für alle Mitwanderer, die so laut wie Kater Carlo „Har, har, har“ gelacht hatten, zog ich das Tempo merklich an und wir sprinteten auf den Kalvarienberg von Fischbachau. Im Nebel dachte ich zuerst, wir würden Zeuge eines leibhaftigen Passionsspiels, aber die drei Jungs am Kreuz waren doch nur naturalistisch ausgearbeitete Skulpturen

 

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Eine weitere bemerkenswerte Kultstätte bayerischer Volksfrömmigkeit ist der Wallfahrtsort Birkenstein. Maria ist der Superstar dieser heiligen Stätte. Das monumentale Andachtsbild verdeutlicht sehr schön, was unter dem Begriff „Bedeutungsperspektive“ zu verstehen ist.

 

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Auf dem Rückweg nach Fischbachau (herrliche Schlusseinkehr im Klosterstüberl mit Augustiner vom Fass, ein Fest!) folgt man auf schmalen Pfaden dem Flusslauf der Leitzach. Das muss ich zugeben: Eigentlich ist dieser Alpenpfad dann doch ein Mittelgebirgsweg, denn hinauf in die Berge geht es nicht, das Hochgebirge ist Kulisse.

 

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Aber, und das ist der Punkt, diese Berge hatten sich an diesem feuchten Wandertag versteckt. Ich hatte alpines Flair gesucht, aber da war ich wohl auch auf dem Holzweg gewesen.



Es geht so, Folge 4

Geschrieben am um 21:22



Es geht so, Folge 3

Geschrieben am um 20:44

Die dritte Folge des Andrack/Schümer-Podcasts. Über gestürzte Wanderpäpste, die Lindenstraße auf Latein und völlig verrückte Namen: Kühlmuß, Fucking, Schümer und Andrag.

 



Mit Luxemburgern in Frankreich und Deutschland unterwegs

Geschrieben am um 6:23

Gut geht’s Dänen und denen Dänen nahestehen, das wusste schon Wolfgang Neuss, der alte Indianer. Aber noch viel viel besser geht es denjenigen, die mit Luxemburgern wandern gehen. Acht Luxemburger und ein Deutscher wandern in Lothringen (Frankreich) und dem Saarland (Deutschland) und trinken danach in Schengen (Luxemburg) ein Belohnungsbier – das ist doch mal eine Tagestour im europäischen Geiste!

 

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Los ging es in der Ortschaft Kirsch les Sierck, berühmt für das ausgezeichnete Kirschwasser. Nein Quatsch, natürlich bedeutet Kirsch im lothrinigischen Dialekt Kirche. Diese sollte man bekanntlich im Dorf lassen, also starteten wir unsere 18-Kilometer-Runde ohne die Kirsch.

 

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Immer wieder im Blick: Chateau Malbrouck. Hier kurz die Geschichte, wie die Burg zu ihrem Namen kam: Eigentlich heißt die Festung Burg Meinsberg, wurde aber im Spanischen Erbfolgekrieg von John Churchill, 1. Duke von Marlborough besetzt. Der Mann erfand nicht nur eine Zigarettenmarke, die ausschließlich von Cowboys geraucht wurde, sondern ist auch der Vorfahr von Winston Churchill und Lady Di. Da der Duke trotz numerischer Überlegenheit keine Mittel (und vor allem keinen Nachschub) gegen die ihn belagernden Franzosen hatte, löste sich seine Truppe auf und er musste fliehen. Aus Schadenfreude wurde die Burg fortan nach ihm benannt.

 

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Unser Wandergebiet hatte nicht nur eine bewegte, sondern auch eine blutige Geschichte, so dass es eine schöne Sache ist, dass man die Kapelle, an der wir rasteten, Friedenkapelle oder Chapelle de la paix nennt, übrigens schon auf deutschem Terrain. Ich spendierte einen Friedensschnaps.

 

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Ungewöhnlich: Normalerweise wird auf Gedenktafeln und -steinen den Toten des ersten oder zweiten Weltkriegs gedacht. Gerade im deutsch-lothringischen Grenzgebiet auch öfter der Gefallenen des Krieges 1870/71. Dass aber (zu Recht) auch an die Opfer des Dreißigjährigen Krieges (und auch noch ein ganz klein wenig an die Opfer des Siebenjährigen Krieges) gedacht wird, insgesamt also an die Toten des 37-jährigen Krieges, das ist sehr lobenswert.

 

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Das Gerede vom Erbfeind ist Vergangenheit. Daher hat man auch im – mal deutschen, mal französischen – Dorf Belmach die beiden lange verfeindeten Länder direkt mal vereinigt. Man muss sich nur noch auf einen Namen einigen – Frankland oder Deutschreich. Na ja. Vielleicht ja besser Allemance.

 

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Das Köstlichste, was ich seit langem gegessen habe, waren die paradiesischen Äpfel von Belmach. Wegesrand-Äpfel sind ja oft so sauer, dass sie einem den Gaumen auf links ziehen. Nicht so bei diesen Äpfeln – saftig, fruchtig, süß, perfekt.

 

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Zum Ende des Blogs noch ein Dreiländer-Blick. Im Vordergrund die Heide-Gräser sind deutsch, die Weinberge am gegenüberliegenden Moselufer sind luxemburgisch, die gegenüberliegende Talseite und der Horizont französisch. Alles zusammen – europäisch.

A bientot, liebe Luxemburger Wanderfreunde, Moeien, Moeien.

 

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Wer glaubt, Wandern ist fade und die Vorstufe zur Rollator-Rallye, muss diesen Blog lesen und wird staunen. Ob Kurioses am Wegesrand, schräge Hinweistafeln, Lebensgefahr am Wanderweg, skurile Wandervögel, betreutes Trinken am Steig, gigantische Aussichten oder extreme Herausforderungen im deutschen Mittelgebirge – bei andrackblog.de gibt es alles über das Thema Wandern. Jede Woche neu, (relativ) aktuell. Die besten Wander-Storys der Welt eben.

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