Wander-Blog von Manuel Andrack

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Begegnungsverkehr, Selbstkontrolle, Hoffnung für 2023

Erster ganz heißer Favorit für das Unwort des Jahres: „Begegnungsverkehr“.

 

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Eigentlich eine Selbstverständlichkeit, dass man sich beim Verkehr, egal wie man Verkehr definiert, begegnet. In der U-Bahn begegnet man sich, entgegenkommende Autos begegnen sich, auch auf Fahrradwegen soll es schon zu Begegnungen gekommen sein. Genauso natürlich ist eine Begegnung auf Wanderwegen. Üblicherweise grüßt man fröhlich, zu Umarmungen und sexuellen Ausschweifungen bei diesen Begegnungen kommt es meines Wissens relativ selten. Weswegen man auch die Kirche im Dorf und die Begegnung zulassen sollte.

 

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Zumindest wenn man alles unter Kontrolle hat. Ich meine nicht das Weltgeschehen, das kann man nicht unter Kontrolle haben. Aber sich selbst sollte man schon kontrollieren können, oder?

Ich kontrolliere mich mal selbst: LW7K203 LW7K203 LW7K203 LW7K203 LW7K203 LW7K203. Kontrolle beendet, alles schön aufgeräumt im Oberstübchen!

 

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War nicht eigentlich die prinzipiell sehr lobenswerte Idee jedes Premiumwegs, für komplette Orientierung zu sorgen? Früher übrigens auch mit erlaubtem Begegnungsverkehrs. Aber wenn wie hier in der Nähe von Schloss Sayn Premium-Weitwanderweg, Premium-Traumpfad und Premium-Traumpfädchen ihr Recht fordern, wird es doch ein ganz klein wenig unübersichtlich.

 

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Da lobe ich mir doch klare Ansagen. Die Abkürzung des Cochemer Rittersprungs und das Finale des Endertwegs (immerhin Sieger Deutschlands schönster Wanderweg 2019) ist bis 2023 nicht begehbar. Da droht Gott sei Dank auch kein Begegnungsverkehr.

Eine ganz besondere Art von Begegnungsverkehr hatte ich auf der Traumschleife Heimat. Dort traf ich im Gebüsch einen Strohhutmenschen mit einem rot-weißen Trikot

 

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Das Trikot war auf links gedreht, aber man konnte den Namen des Vereins entziffern: TB Andernach. Nun gut, da hat sich also ein Fan oder Aktiver des TB Andernachs seines Trikots entledigt. Um was zu machen? Begegnungsgverkehr? Falsch. Die TB Andernach ist weltberühmt dafür, hervorragende Karate-Kämpfer in ihren Reihen zu haben. Im Wald oberhalb von Gehlweiler hat ein Kampf stattgefunden, der Karate-Mensch aus Andernach hat verloren und danach sein Trikot als Zeichen seiner Niederlage hinterlassen. So muss es gewesen sein!


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5 Kommentare zu “Begegnungsverkehr, Selbstkontrolle, Hoffnung für 2023

  1. Begegnung auf Wanderwegen: Wie hält man es grundsätzlich mit dem Grüßen? Auf ländlichen Wegen wird immer gegrüßt, im Stadtwald nie. Auf mein freundliches “ Guten Tag“ begegnet mir hier vom Gegenüber mitunter ein so genervt/ belästigter Blick als hätte ich einen schweren Verstoß gegen die Wander- Etikette begangen. Vielleicht sagt man ja besser „Hallo“ oder “ Hi“? Unvergessen der Moment, als ich mit einer kleinen Gruppe in den Bergen der Insel Elba wanderte. Ein Wanderer begegnete uns, blieb stehen, hob die Hand und sprach “ Salve“. Es war unendlich beeindruckend. Man klärte mich auf, dass dies die gängige Begrüßung der Fernwanderer sei. Ob das stimmt? Und gibt es einen Begrüßungsknigge für Wanderbegegnungen? Bin etwas ratlos.

    • Grundsätzlich würde ich dazu sagen:
      – je überfüllter der gewanderte Weg und je höher die Spaziergänger- und Gassigeher-Quote, desto vernachlässigbarer das Grüßgebot
      – wenn wer grüßt, in jedem Fall zurückgrüßen (schweigen empfände ich da in der Tat als sehr unhöflich)

      Ansonsten bleibt die adäquate Grüßformel oft Glückssache. Am Adolf-Munkel-Weg im Villnöß-Tal z.B. begegnet einem so ziemlich alles: „Servus“, „Grüß Gott“, „Guten Tag“, „Griaß di“, „Griaß enk“, „Griaß eich“, „Hallo“, „Hi“, „Buon giorno“, „Salve“.. sogar „Shalom“ hab‘ ich da schon mitunter gehört (öfter als „Moin!“ jedenfalls, obwohl da auch Hamburger oft unterwegs sind).
      Kursierende Regeln wie ‚Kinder/Jüngere haben zuerst zu grüßen‘ oder ‚Mountainbiker grüßt man nicht‘ missachte ich und mache damit meist positive Erfahrungen.

      • In der Nähe von Kettwig bin ich mal einem Pärchen begegnet, dass eindeutig sexuelle Ausschweifungen im Sinn hatte. Ich bin auf jedes Stöckchen getreten, das herumlag, um mein Kommen zu signalisieren. Das war eine Begegnung mit verlegenem Grinsen. Ansonsten letzte Woche am Traunsee wieder das Übliche: Ich will „griaß eich“ sagen (weil mir das so gefällt), aber es wurde doch wieder nur „servus“ oder „hallo“… Oft sieht man schon von weitem, ob Leute grüß-willig sind oder nicht. Ich mach’s gerne.

        • @ Markazero:Ich habe auch eine Grußformel, die ich leider nie ausspreche. Würde so gern mal sagen: “ Gott zum Gruße, lieber Fremder, wohin des Wegs so eilig?“ Wird doch nur ein gequetschtes „Tach!“ draus.

      • Schon toll, wie umfangreich so eine Gruß- Palette ist. Und dazu gibt es noch die regionalen, dialektgefärbten Spezialitäten. Hier im rheinhessischen sagt man: “ Guuuude!“ Das ist die maulfaule Version für „Guten Tag“. Weniger maulfaul klingt es: “ Allamoleguuuude!“

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