Wander-Blog von Manuel Andrack

Die besten Wander-Storys der Welt




Deutschlands schönster Wanderweg, Platz 2

Geschrieben am um 6:23

Die Entscheidungen beim Wettbewerb „Deutschlands schönster Wanderweg“ sind gefallen. Auf den zweiten Platz kommt die Heimat. Genauer: Die Traumschleife Heimat. Warum Heimat? Eigentlich ist doch jeder Wanderweg ein Stück Heimat, zumindest für diejenigen, die vor Ort wohnen. Oder für alle Wanderer, die so gerne auf dem Weg wandern, dass sie immer wieder gerne zurückkehren. Für mich ist zum Beispiel der Lieserpfad eine Art Heimat. Was also ist das Geheimnis der Traumschleife Heimat?

 

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Ist das Highlight des Weges der Brunnen am Koppenstein, aus dem nach der Legende der Klapperstorch alle neugeborenen Kinder zog? Nein, das Highlight des Weges ist anderswo zu finden. Ich war nur irritiert. Alle Kinder hat der Klapperstorch dort rausgezogen? Wirklich alle Kinder der Welt? Der Brunnen scheint mächtig tief gewesen zu sein.

 

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Oder ist der Knaller des Weges die Burgruine Koppenstein selber? Nicht wirklich.

 

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Auch der großartige Blick ins nahe Naheland ist nicht das Highlight des Weges. Ich habe mich übrigens gefragt, ob es schon eine Ausblick-App gibt, die anzeigt, was man genau sieht, welche Berge, welche Ortschaften. Es gibt ja auch Lied-Erkennungs-Apps und Flugzeuge-über-mir- Erkennungs-Apps.

 

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Der Abstieg vom Koppenstein ins Simmerbachtal ist lang und steinig. Und oft steil, sehr steil. Und so langsam nähern wir uns dem Highlight des Weges.

 

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Normalerweise sind bei Premiumwegen Ortsdurchquerungen eher Pflicht als Kür. Vielleicht eine gute Einkehrmöglichkeit, aber eigentlich möchte man ja wieder in die Natur. In Gehlweiler ist das anders. Dort befindet sich das Hunsrück-Hollywood.

 

 

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Im Ort wurde die beste Fernsehserie aller Zeiten gedreht. Heimat von Edgar Reitz. Und vor allem dienten die Häuser und Gassen in Gehlweiler als Kulisse für den dreistündigen Film von Edgar Reitz „Die andere Heimat“. Ein Film-Epos, ein Meisterwerk. Siehe auch die Filmkritik in der FAZ von Dirk Schümer.

Dieser Film spielt in den 1840er Jahren, ein Film vor der industriellen Revolution. Diesen Film sollten alle Friday-for-Future-Fans sehen, denn er zeigt, wie scheußlich und unmenschlich das Klima vor der jüngsten Erderwärmung war.

 

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Die Häuser und Straßen sehen natürlich nicht mehr so aus wie in den 1840er Jahren, sie wurden sozusagen verkleidet, kostümiert. An vielen Häusern hängen – das ist sehr schön gemacht – die Fotos, wie das jeweilige Haus am Filmset aussah. Ich muss mir jetzt noch mal den Film daraufhin anschauen. Und ihr solltet Euch unbedingt diese Heimat anschauen.



Deutschlands schönster Wanderweg, Platz 3

Geschrieben am um 6:23

Seit 2004 gibt es die Wahl zu Deutschlands schönstem Wanderweg. Der Wettbewerb wurde von Wandermeister Michael Sänger vom Wandermagazin erfunden und jedes Jahr am ersten Samstag im September auf der Tour Natur in Düsseldorf verliehen. Da es 2020 kein Bühnenprogramm auf der Messe gab, durfte ich den Preis für die Tagestouren in genialer Outdoor-Atmosphäre verleihen. Aber wer hat denn nun gewonnen?

 

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Auf Platz 3 kam – Trommelwirbel, Tusch, nein, Fanfare trifft es am besten – der Burgenstieg in Manderscheid. Manderscheid (meine Kinder nannten den Ort, wenn wir dort urlaubten, gerne Wanderscheid, ich glaube aber, sie meinten es nicht positiv), Manderscheid also ist mir über die Jahre zur zweiten Heimat geworden. Was hat diese Stadt nicht alles zu bieten: Ein Maarmuseum, ein Freibad, Top-Gastronomie (Heidsmühle! Grüße an Tobias), Top-Ferienbauernhof (Kapellenhof! Grüße an Familie Krämer), nicht zuletzt den schönen Kurpark.

 

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Dort startet der Burgenstieg. Man muss etwas suchen, bis man das erste Hinweisschild findet, denn auch Lieserpfad und Eifelsteig gehen am Kurhaus vorbei. Schnell verlässt man den Ort, geht über typisch lieserpfadige Wege (schmal, und immer um die Felsnasen herum) und hat schon bald die ersten Blicke auf das Top-Highlight von Manderscheid:

 

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Oberburg und Niederburg, so eng stehen zwei Burgen weltweit nicht beieinander, ein phantastisches Ensemble. Auf der einen Burg hockten die Trierer, auf der anderen die Luxemburger Junker, man belauerte sich, kalter Krieg im Mittelalter, Checkpoint Manderscheid.

 

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Fazit: Unbedingt mal hinfahren. Der Burgenstieg ist knapp sechs Kilometer lang, ist familienfreundlich, aber durch einige Höhenmeter auch durchaus anspruchsvoll. Für mich ist der Manderscheider Burgenstieg Deutschlands schönster Wanderweg. Der Herzen. Na ja, Bronze ist ja auch ganz schön, Hauptsache aufm Treppchen. Es soll ja auch tolle Fußballvereine geben, die nicht jedes Jahr deutscher Meister werden.


Wer glaubt, Wandern ist fade und die Vorstufe zur Rollator-Rallye, muss diesen Blog lesen und wird staunen. Ob Kurioses am Wegesrand, schräge Hinweistafeln, Lebensgefahr am Wanderweg, skurile Wandervögel, betreutes Trinken am Steig, gigantische Aussichten oder extreme Herausforderungen im deutschen Mittelgebirge – bei andrackblog.de gibt es alles über das Thema Wandern. Jede Woche neu, (relativ) aktuell. Die besten Wander-Storys der Welt eben.

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