Wander-Blog von Manuel Andrack

Die besten Wander-Storys der Welt




Achtung Sharf

Save the date – notiert Euch im relativ neuen Jahr schon mal einen Termin. Am 19. + 20. Juni wandere ich im Pirmasenser Land und spiele Andracks Kleine Wandershow. Pirmasens, wo war das denn noch mal? Das ist Westpfalz, südwestliche Ecke von Deutschland. Und dort gibt es einen Haufen neuer Premiumwege zu entdecken, unter anderem den Helmut-Kohl-Weg

 

IMG_3154

 

Ob der Altkanzler dort wirklich gewandert ist, weiß ich nicht. Klar ist auf jeden Fall, dass die Wanderungen von Kohl weltgeschichtliche Auswirkungen hatten. Wie sähe die Welt heute aus, wenn Birne nicht dem Gorbatschow auf den Waldspaziergängen die DDR abgequatscht hätte? Vielleicht würde dann Gospodin Putin in Erfurt, Magdeburg und Rostock regieren.

Aber jetzt mal im Ernst, der Premiumweg, von dem ich heute erzählen will, hat natürlich einen anderen Namen.

 

IMG_0343

 

Das Pirmasenser Land liegt eben so weit im Südwesten, dass die Grenze zum ehemaligen Erbfeind sehr nahe ist. Normalerweise denkt man bei Grenzwegen eher an langweilige, schnurgerade Forstpfade. Nicht so bei diesem Spitzenweg. Mitten im Wald schlängelt sich ein schmaler Pfad bergan, bergab, von Felsen begleitet an der Grenze entlang. Historische Grenzsteine belegen, dass die Frontière schon seit Jahrhunderten in der heutigen Form Bestand hat. Einen sehr gut erhaltenen Stein von 1609 habe ich gefunden, der die Grenze zum damaligen Lothringen markiert.

 

IMG_0323

 

Auf jüngeren Grenzsteinen irritiert auf den ersten Blick, dass zwar auf der einen Seite ein „F“ für France hinein gemeißelt wurde, auf der anderen aber ein „B“. „B“ wie Birmasens oder die Bfalz? Nein, bis 1920 war die Pfalz bayerisches Territorium, sakrakruzifixochamol. Erst musste Bayern die Pfalt abgeben, als nächstes macht sich auch noch Franken selbstständig.

 

IMG_0333

 

Wenn man auf dem Grenzweg wandelt, sollte man sich nicht über die Geräusche wundern. Keine Sorge, auch das französische Militär weiß, dass die Erbfeindschaft überwunden ist, aber man dachte sich, dass ein so wunderbar abgelegener Wald sehr geeignet für ein Truppenübungsgelände sei. Daher: immer schön auf dem Premiumweg bleiben, sonst Lebensgefhar!

 

IMG_0327

 

Jetzt aber mal ehrlich, cher amis, muss denn so was sein? Das beschädigt doch die deutsch-französische Freundschaft, wenn ihr noch nicht einmal die simpelsten deutschen Worte richtig schreiben könnt. Wir schreiben ja auch nicht Frongs auf unsere Schilder, wenn wir auf Euer schönes Land mit Baguette und Jeanette hinweisen wollen.

 

IMG_0328

 

Und der Hinweis „Achtung Sharf“ gehört nur auf die Speisekarte indischer oder chinesischer Spezialitätenrestaurants.


Ähnliche Beiträge:


2 Kommentare zu “Achtung Sharf

  1. Franken unterwandert den Freistaat mit Söder, sein Geheimplan ist, die Dürer-Apostel nach Nürnberg zurück zu schaffen! Oderauchnichdkarrieregehdvorfürwasbinnisainerzaidindijugangerwennnedminisderbräsidendwern?!?
    „Sharfschiessen“ ist doch charmant, n‘est pas? Das knallt nicht so.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Wer glaubt, Wandern ist fade und die Vorstufe zur Rollator-Rallye, muss diesen Blog lesen und wird staunen. Ob Kurioses am Wegesrand, schräge Hinweistafeln, Lebensgefahr am Wanderweg, skurile Wandervögel, betreutes Trinken am Steig, gigantische Aussichten oder extreme Herausforderungen im deutschen Mittelgebirge – bei andrackblog.de gibt es alles über das Thema Wandern. Jede Woche neu, (relativ) aktuell. Die besten Wander-Storys der Welt eben.

Suche

Letzte Kommentare


RSS Feed abonnieren


© Copyright 2008 - 2020 Manuel Andrack.