Wander-Blog von Manuel Andrack

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Närrische Rebstöcke in Franken

Bei meinen bisherigen Weinwanderungen war es üblich, dass ich zu den Weinflaschen gewandert bin. Auf dem Bocksbeutel-Wanderweg ist es üblich, dass die Flaschen selber wandern.

 

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Das ist auch sinnvoll, denn der Bocksbeutel hat in Franken seine Heimat und kennt sich aus. Die Markierung auf der Tour ist doch eher überschaubar und selten so romantisch umrankt wie auf dem Foto.

 

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Es empfiehlt sich daher unbedingt – natürlich nur wenn man kein Bocksbeutel ist – eine Wanderkarte der Region zu erwerben. ATK 25, hört sich an wie ein Schnellfeuergewehr von Heckler und Koch. Trotz Karte habe ich mich allerdings zweimal desaströs verlaufen.

 

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Die Tour startet im Weinort Thüngersheim am Main in der Nähe von Würzburg. Neben der Vinothek der Wintergenossenschaft geht der Weg an einer bemerkenswerten Grundschule vorbei. Der Namensgeber Georg-Anton Urlaub ist entweder mit Farin Urlaub, dem Sänger von „Die Ärzte“ verwandt. Oder ich missverstehe da etwas und es handelt sich um Herrn Anton, Vorname Georg, der die geniale Idee hatte, eine Grundschule zu gründen, die ständig im Urlaub ist.

 

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Im Anbaugebiet Franken arbeiten die klügsten Winzer. Das kann man alleine daran erkennen, dass die fränkischen Weingärtner die Erntemethode revolutioniert haben. Am Main fließt der Rebsaft direkt von der Traube in die Flasche, nur noch Korken drauf, fertig! Einfach, aber genial.

 

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Was einem Rheinländer wie mir in den letzten Jahrzehnten komplett entgangen ist: Der Franke ist total närrisch. So närrisch, dass sogar die Rebstöcke Narrenkappe tragen.

 

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Ich bin nach Veitshöchheim gewandert, das ist so etwas wie Mainz, Köln und Düsseldorf zusammen für die fränkische Fastnacht. In Veitshöchheim wird jedes Jahr eine (sehr lustige) Sitzung live vom BR ausgestrahlt, das ist die erfolgreichste Sendung des Bayerischen Rundfunks im gesamten Jahr.

 

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Daher treiben sich in Veitshöchheim jedes Jahr äußerst dubiose Menschen herum. Franken – Helau, Oberpfalz – Helau, Veitshöchheim – Helau!

 

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4 Kommentare zu “Närrische Rebstöcke in Franken

  1. Sollten die „desaströsen Verlaufer“ jeweils ein Abdriften in Richtung Ost-Südost bewirkt haben, können Wanderkarte, Wegmarkierung oder Du selbst nichts dafür, denn dann war es lediglich die Schwerkraft des nach dem Brexit neuen geographischen EU-Mittelpunkts in Gadheim.

  2. Sich mit einer 1:25.000er Karte verlaufen, das schaffen wohl nur Andrack und ich…
    Herr Urlaub war übrigens ein Barock-Maler aus Thüngersheim. Von dort ging er nach Wien, Bologna und Venedig, aber nicht, um Urlaub zu machen, sondern um sich „in dieser mahlerey kunst völlig zu perfectioniren“. Sehr löblich!

  3. ich hoffe, Manuel ist sich bewusst, dass er sich auf dem letzten Bild mit dem künftigen Kanzlerkanditaten der CSU ablichte ließ?

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