Wander-Blog von Manuel Andrack

Die besten Wander-Storys der Welt




Die Komik

Ein Wanderwitz: Die Wandervögel habe sich getrennt. Die eine Hälfte wollten nur noch Wandern.

Pruha, ein Schenkelklopfer, ein Abbücker, ein Brüller, der kürzeste Wanderwitz der Welt!

 

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Nicht lustig? Finde ich schon. Die prinzipielle Frage ist doch: Gibt es komische, humoristische Aspekte beim Wandern? Ich glaube schon. Prinzipiell ist es natürlich nicht lustig, einen Schritt vor den anderen zu setzen oder die Landschaft zu betrachten. Etwas anderes ist, mit einer luxemburgischen Wandertruppe an der Mosel unterwegs zu sein, und an einer Rinderweide vorbei zu kommen. Die Kühe kommen neugierig näher, und dann fangen die ungefähr zwanzig Menschen auch noch an zu singen. Und die Rindviecher lauschen ergriffen, könnten sie applaudieren, würden sie es tun, überhaupt keine Frage. Das fand ich schon sehr lustig.

 

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Natürlich freue ich mich auch immer, wenn ich ein Wanderparkplatz-Schild sehe. Der Wandersmann mit Hut und Stock, der voranschreitet. Die Wandersfrau, was sage ich, die Wanderdame dahinter, ohne Hut und Stock, dafür mit superkurzem Rock, Handtasche und wehenden Haaren. Die beide legen ein unglaubliches Tempo vor, das Schild ist definitiv das komischste Verkehrsschild Deutschlands. Interessanterweise gibt es eine badische Variante des Schildes, eine züchtigere Variante: Die Wanderdame hat einen knöchellangen Rock, die fliegenden Haare sind zum strengen Dutt geknotet. So geht es doch auch.

 

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Komik entsteht auch dadurch, dass sich der Held einer Geschichte, sagen wir einmal ein national durchaus angesehener Wanderexperte, immer wieder in Situationen bringt, die ihn fordern, um nicht zu sagen überfordern. 82 Kilometer am Stück wandern. Mitglied beim Schwäbischen Albverein sein. In der Steilwand der Watzmann-Ostwand hängen. Es ist eine Art mathematischer Humor-Rechnung: Die Differenz zwischen Wollen und Können ist die Keimzeile der Komik. Wenn Sätze wie: „Ich kenne mich hier aus, ich brauche keine Karte!“ oder „Es wird heute garantiert kein Gewitter geben“ mit der Realität kollidieren, ist das immer ziemlich lustig.

 

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Oder man erzählt einfach noch einen Wanderwitz, einen hab‘ ich noch: Warum ist Moses mit dem Volk Israel vierzig Jahre durch die Wüste gewandert? – Männer fragen nicht nach dem Weg.

 

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10 Kommentare zu “Die Komik

  1. Wunderbar, das dankbare Rindviecher-Publikum! Es geht aber auch anders herum: einmal komme ich beim Wandern an einem Wiesenhang mit drei Schafen darauf vorbei, als diese unvermittelt von oben herab mit Inbrunst einen astreinen Dur-Dreiklang herausblöken. Timing, Intonation und Ausgewogenheit der Stimmen waren perfekt. Zum Applaudieren war ich glaub zu perplex.. War Markazero da nicht sogar dabei?

    • Könnte sein! Ganz sicher sehr oft dabei war ich, wenn Vater sagte „des hört gleich wieder auf“ und es sich dann natürlich richtig schön einregnete. Komisch fand ich das nicht besonders, aber die Aussicht auf eine Schartner Bombe oder ein Almdudler am Ziel ließ mich tapfer (also nicht komplett maulig) durch den Regen stapfen.

  2. Frag‘ mich gerade humorfrei, wofür uns alle der Fußballgott derzeit so dermaßen abstraft.. FC in Richtung 2. Liga, FCN in Richtung 3. Liga, Viktoria in Richtung Regionalliga..

      • Und die SpVgg behauptet sich tapfer im Mittelfeld der Bayernliga Nord! Vor Gebenbach, vor Abtswind, vor Sand, Karlburg und Viktoria Kahl! Ouuu.. sogar vor Hof und Bamberg.

        • Und das, obwohl ihr bester Stürmer der letzten Jahrzehnte (ein Linksfuß vor dem Herrn, der dem Club sauber eins eingeschenkt hat, welcher Trainer hat ihm das in Niederrasen nur beigebracht, ja eingebläut) längst weg ist! Ich hab den Burschen ungern Medizinbälle schleppen lassen, aber der Erfolg gibt mir recht!

          • Genau! Stürmer war ich da aber nominell nie. Offensives Mittelfeld. Halt so was wie Messi, Maradona, ..

  3. Als versierter Trainer habe ich das natürlich nie thematisiert. „Hauptsache er trifft“, war mein Motto (von dem sich der Club bittschön mal eine Scheibe abschneiden könnte).

  4. Sehr schöner Beitrag. Vor allem die glotzenden Kühe fand ich niedlich.
    Bist du eigentlich noch Kölnfan? Die Kölner haben ja vorletztes Spiel sogar unentschieden gespielt und schlagen sich wacker 😉

    • Das wüsste ich gerade heute (Stichwort ‚fünfte Niederlage am Stück und die auch noch 1:5 daheim, bei gleichzeitig überraschend verdienten 6 Punkten in zwei Spielen nebst 6:2 Toren gegen starke Gegner‘) auch gerne und stelle ganz neutral fest: Fansein und Fanfrust können in Kombination mit vollzogenen Konsequenzen echt in grausame Zwickmühlen führen, aus denen auch Siege oder Niederlagen gegen Bremen nicht zuverlässig herausführen können.. Vorerst bleibt mir hier also lediglich zu wünschen: allseits ein frohes Fest und erholsame Feiertage! Und im Frühjahr haben dann halt irgendwann der FC, der FCN und die Viktoria ihren jeweiligen Klassenerhalt fix und dann passt erst einmal wieder alles. Vorerst zumindest..

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