Wander-Blog von Manuel Andrack

Die besten Wander-Storys der Welt




Geheimnisvoller Lemberg

Geschrieben am um 6:23

Es ist wie früher bei Enid Blyton, am Lemberg gibt es jede Menge geheime Geheimnisse:

Geheimnis um … den Weg des letzten Jahres

Geheimnis um … den Inhalt des Berges

Geheimnis um … Union

Geheimnis um … den schönsten Naheblick

Geheimnis um … die ekligen Raupen

Geheimnis um … einen halbtrockenen Silvaner

Geheimnis um … den Saumagen

Geheimnis um … den zweitschönsten Naheblick

Geheimnis um … Helmut Hütchen

 

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Geheimnis um … den Weg des letzten Jahres

Das erste Geheimnis ist schnell gelöst: Letztes Jahr sind wir auf der anderen Naheseite gewandert. Ich bin zunächst desorientiert, weil ich Oberhausen mit Niederhausen verwechselt habe, aber dafür habe ich einen ortskundigen Guide dabei. Marian Ristow ist der rasende Reporter des Nahelands und wir wollen den nigelnagelneuen Premiumweg Geheimnisvoller Lemberg erwandern. Die Erwartungslatte liegt extrem hoch: 90 Punkte hat der Weg vom Wanderinstitut bekommen

 

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Geheimnis um … den Inhalt des Berges

Das ist bei dieser Wanderung wirklich magic. Noch nie bin ich bei einer Weinwanderung auf die Verbindung von WeinBERG und BERGbau gestoßen. Und das Geile ist: Die Besucherbergwerksgastronomen betreiben einen Kleinstweinanbau auf 0,07 Hektar. Und der Bergwerksweinberg-Riesling kann einiges!

 

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Geheimnis um … Union

Das waren noch Zeiten, als für Kohle Werbung gemacht wurde.

 

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Geheimnis um … den schönsten Naheblick

Da streiten sich die Experten (siehe Geheimnis um … den zweitschönsten Naheblick)

 

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Geheimnis um … die ekligen Raupen

Uiuiui. Zuerst denkt man, och, ganz niedlich diese Raupen, die Raupe Nimmersatt ist ja auch ein tolles Kinderbuch. Dann sieht man aber die zerfressenen Blätter an den niedrigen Eichenbäumen und realisiert: Das sind aber ganz schön viele Raupen. Wikipedia identifiziert die kleinen Biester als Eichenprozessionsspinner, die tatsächlich so heißen, weil sie wie eine marodierende Wandertruppe in einer Gruppe von 20 bis 30 Raupen „im Gänsemarsch“, so heißt es auf wikipedia, auf Nahrungssuche gehen. Wir hatten noch Glück, denn bei uns zeigten sich keine Hautausschläge, schaut Euch die Quaddeln auf den Unterarmen, die die kleinen Widerlinge anrichten können, besser nicht im Internet an. Ich finde Artensterben generell nicht so toll, aber diese Art darf gerne übermorgen aussterben, da hätte ich nichts dagegen.

 

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Geheimnis um … einen halbtrockenen Silvaner

Der Höhepunkt im wahrsten Sinne: Die Lemberghütte nahe des Gipfels (übrigens ist der Lemberg der höchste Berg im ganzen Naheland). Der ehrliche Schoppen kam vom Weingut Korz in Feilbingert, einem Ort direkt am Premiumweg.

 

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Geheimnis um … den Saumagen

Da die Lemberghütte eine Hütte des Pfälzer Waldvereins ist (PWV-Hütte) darf der gepflegte Saumagen mit Sauerkraut und Bratkartoffeln nicht fehlen. Skandal: Marian hat noch nie Saumagen gegessen – bis heute.

 

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Geheimnis um … den zweitschönsten Naheblick

Die einen sagen so, die anderen so (siehe Geheimnis um … den schönsten Naheblick)

 

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Geheimnis um … Helmut Hütchen

Dieses finale Geheimnis gilt hiermit als gelüftet!



Die Fehler

Geschrieben am um 6:37

Fehlerforscher der Uni München – wollen wir mal hoffen, dass Fehlerforscher nicht so viele Fehler beim fehlerforschen machen – haben etwas herausgefunden. Beim entspannten Arbeiten machen alle Menschen im Schnitt alle 30 Minuten einen Fehler. Bei extrem stressigen Situationen kommt es sogar alle 30 Sekunden zu Fehlern. Erschreckend.

Wandern ist im Zweifelsfall NICHT extrem stressig, im Gegenteil: es soll ja entspannen. Trotzdem kann man auch beim Wandern Fehler machen. Ein ganzes Fehlerfestival habe ich Anfang des Jahres auf einer Wanderung zum Dollberg veranstaltet.

 

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Der Dollberg ist die höchste saarländische Erhebung und ich wanderte mit einem Wanderkollegen vom Bayerischen Rundfunk den Premiumweg „Dollbergschleife“. Der gute Mann war extra aus München angereist, daher hatte ich es verpasst, die Wanderung zu verschieben. Erster großer Fehler, denn es regnete an diesem Märztag derart, dass man keinen Hund vor die Tür schicken geschickt hätte. Der zweite Fehler: Ich hatte gehofft, mich mit einem Regenschirm gegen die Feuchtigkeit schützen zu können, allerdings regnete es nicht nur, sondern stürmte auch noch, so dass der Regenschirm (2,99 Euro vom Rossmann) nach den ersten Windstößen hinüber war. Daher ergab sich schon nach wenigen Kilometern, dass Fehler drei offensichtlich war: ich hatte die falschen Klamotten angezogen. Die Hose war komplett durchnässt, ebenso die Unterhose und die Strümpfe erst recht. Um es klar ausdrücken, es zog bei mir untenrum heftig bei Temperaturen um den Gefrierpunkt.

 

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Irgendwie scheint auch mein Gehirn eingefroren gewesen zu sein, denn kurz vor Ende des Rundwegs war an einer Wegkreuzung unsere Markierung nicht mehr zu sehen. Vierter Fehler, zu viel mit dem Wanderkollegen gequatscht und daher nicht auf die Wegzeichen geachtet. Dann aber der Hammerfehler (Nummer fünf inzwischen) Anstatt zweihundert Meter zurück zu gehen und den richtigen Weg zu finden, entschied ich: wir gehen um den See herum. Wir standen nämlich am Nonnweiler Stausee, den ich gar nicht groß in Erinnerung hatte. Um es kurz zu machen: Wir sind dann einmal um den See herum gegangen, elf Kilometer extra, bei eisigen Winden, Starkregen und auf stumpfen Forstwegen. Der Stausee zu Nonnweiler verfügt über einen Seitenarm, einem Fjord ähnlich, der Weg zog sich, in der Leistengegend wurde es auch nicht wärmer. Der bedauernswerte Journalist hatte, wie er am Ende der Wanderung gestand, bei der Seeumrundung Wahrnehmungsstörungen. Er konnte nicht unterscheiden, ob ich von ihm weg laufe (was ich tat) oder ob ich ihm entgegen komme.

 

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Einen Fehler habe ich allerdings nicht begangen: ich habe – Ehrensache als Blogbär – nicht das falsche Schuhwerk angehabt, Blasen blieben mir trotz nasser Socken erspart. Als mein Wanderfreund bei der Rückfahrt wieder zu sich kam, meinte er, er werde diese Wanderung sein Lebtag nicht mehr vergessen. Ich auch nicht.

 

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Wer glaubt, Wandern ist fade und die Vorstufe zur Rollator-Rallye, muss diesen Blog lesen und wird staunen. Ob Kurioses am Wegesrand, schräge Hinweistafeln, Lebensgefahr am Wanderweg, skurile Wandervögel, betreutes Trinken am Steig, gigantische Aussichten oder extreme Herausforderungen im deutschen Mittelgebirge – bei andrackblog.de gibt es alles über das Thema Wandern. Jede Woche neu, (relativ) aktuell. Die besten Wander-Storys der Welt eben.

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