Wander-Blog von Manuel Andrack

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Interrailwandern, Folge 2: Wandern auf Ischia ist Hochleistungsport

Eigentlich ganz schön: Am Strand losgehen, hoch, hoch, hinauf, den Wolken entgegen, von der Hitze am Wasser zur Hitze auf dem Gipfel. Wenn da nur nicht diese elenden steilen Wege auf Ischia wären. Eher senkrecht als steil. Mann-o-Mann. Dass die Wege auf Ischia hinauf zum höchsten Gipfel, dem Epomeo, höchst spärlich ausgeschildert sind, das kann ja mal passieren. Immerhin eine rot-weiße Markierung. Rot für das Blut, Weiß für den Schweiß und die Tränen.

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Oben dann großes Ausblickkino, viele kleine Silberfische im Wasser, wahrscheinlich Buckelwale auf dem Weg zur nächsten Fütterung.

 

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Auf dem Abstieg frage ich mich, was diese 0,55 sein sollen? Luftlinie, Höhenmeter, das waren doch nicht 550 Meter vom Gipfel abwärts? Niemals! Erst am Strand unten ist das Gehirn durchlüftet und ich begreife: Die Zeit war gemeint, 55 Minuten ab dem Schild zum Gipfel.

 

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Am übernächsten Tag noch eine Tour geplant, nicht auf den Epomeo, sondern dran vorbei, aber dafür einmal quer über die Insel. Das war der Plan. Bis der Pfad immer dschungelmäßiger, enger, unpassierbarer wurde und sich ein Kaktus in den Weg stellte. Man muss erkennen, wenn der Feind überlegen ist, also Rückzug, alles wieder retour gewandert und anschließend mit Schwimmflügelchen ins Meer.

 

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Nächste Woche prommeniere ich in Abbazia/Kroatien


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3 Kommentare zu “Interrailwandern, Folge 2: Wandern auf Ischia ist Hochleistungsport

  1. Daran erkennt man den Profi-Bergsteiger: er weiß, wann eine Tour abzubrechen ist. Ob Hans Kammerlander, die Huber-Buam oder Alexander Honold – keiner von ihnen hat sich je an den berühmten Kaktus-Überhang von Ischia heran gewagt..

  2. Solche Wale habe ich mal in Irland gesehen. Leider entpuppten sie sich als von Wasser umspülte Felsen.
    „Drama am Kaktus-Überhang“ wäre ein prima Buchtitel! Natürlich Schund und Kitsch, aber sehr spannend. Wenn plötzlich die rassige Neapolitanerin aus dem Gebüsch auftaucht und den völlig entkräfteten Manuel Andracci mit Wasser versorgt und ihm verschwörerisch zuzwinkert… pikant, pikant…!

  3. Hmm.. „vom Strand los und auf den Epomeo“.
    Vermute: vom Südstrand in Sant’Angelo über Serrara Fontana direkt nach Norden auf den Gipfel?
    Als Startpunkt gar die Bar Ristorante „Emanuela“?
    Hieße demnach ca. 5,5 km 780 hm allein aufwärts.
    Ja, das muss man bei großer Hitze erst mal so machen..

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