Wander-Blog von Manuel Andrack

Die besten Wander-Storys der Welt




So sehen Sieger aus!

Geschrieben am um 8:19

Wer hat schon Lust, sich eine 3:5 Heimniederlage anzuschauen? Ich nicht! Übrigens, lieber FC: dass es in jedem Spiel mit euch eine Acht-Tore-Garantie gibt, das ist ja gut und schön. Aber wie wäre es dann auch mal mit einem 8:0 oder meinetwegen auch 7:1? Denk doch mal darüber nach, lieber FC. Egal, ich habe letztes Wochenende ein anderes Fußballfest genossen. Seit ich mit Groundhopper Bastl beim TSV Havelse war (nachzulesen in meinem Buch „Lebenslänglich Fußball“ ab Seite 230) habe ich doch ein gewisses Verständnis für Menschen, die sich einfach auf wildfremden Fußballplätzen herum treiben. Da mir aber Spiele in der zweit ukrainischen Liga zu weit weg sind und ich auch auf Länderpunkte pfeife, bin ich jetzt Saarland-Groundhopper.

 

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Angefangen habe ich am Samstag in Auersmacher, die mit einem großartigen Slogan werben: Die Zukunft ist grün. Das passt zu einem großen Energieversorger (zum Beispiel RWE), das passt aber auch für Protestler gegen die großen Energieversorger, damit könnte Irland für sich werben, aber auch der deutsche Wanderverband. Und das Stadion in Auersmacher liegt wirklich wunderschön im Grünen.

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Ich bin mit dem Fahrrad die Saar herunter gefahren und dachte, Auersmacher läge wie Güdingen, Bübingen und Kleinblittersdorf direkt am großen Strom. Mitnichten! Auersmacher ist ein regelrechtes Bergdorf, und hätte ich vor meiner Radtour auch noch meinen Hinterreifen aufgepumpt, hätte ich auch nicht so viel den Berg hinauf das Rad schieben müssen. Dafür wurde ich auf der Tribüne des SV Auersmacher mit einem schönen Blick über das Saartal bis nach Frankreich hinein entschädigt.

 

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Der berühmteste Spieler des SV Auersmacher ist natürlich FC-Held und Buffon-Bezwinger Jonas „Fußballgott“ Hector. Sein Bruder Lucas spielt aktuell mit der Rückennummer 15 in der ersten Mannschaft von Auersmacher in der Saarlandliga. Lucas Hector ist ein stämmiger und riesengroßer Sturmtank, eine Mischung aus Norbert Dickel und Günter Delzepich.

 

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Natürlich beherrschten die Auersmacher ihren Gegner nach Belieben und siegten verdient 2:0 (mein Foto zeigt den überschäumenden Torjubel nach dem zweiten Treffer). Immerhin gewann man gegen Tabellenführer Elversberg II und so haben die Auersmacher den zweiten Tabellenplatz gefestigt. Wenn das so weiter geht, steigen sie nächste Saison in die fünfte Liga auf, das gelang zuletzt mit Jonas Hector. Ich drücke die Daumen und werde bald andere saarländische Grounds erorbern. Ohne Fahrrad.



Wanderlust in Berlin

Geschrieben am um 7:39

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Zunächst einmal: Sorry! Sorry, weil ich erst jetzt die geniale Ausstellung „Wanderlust“ in der Alten Nationalgalerie gesehen habe, die seit Mai läuft und am 16. September ihre Pforten schließt. Nun ja, ein paar Tage habt ihr ja noch, nach Berlin zu pilgern oder zu trampen, es lohnt sich wirklich.

 

 

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Auch die Bilder der eher unbekannten Künstler überzeugen, weil sie Geschichten von der Freude am Wandern erzählen. Der Dessauer Hofmaler Heinrich Beck malt 1839, wie ein Wanderer (vermutlich er selbst) den Wanderhut schwenkend (vielleicht sollte ich mir ja auch einen anschaffen) jubilierend das Etschtal erreicht. Das heißt: er hat die Alpen bezwungen, jetzt geht es nur noch bergab – Richtung Italien, dem gelobten Land.

 

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Oder hier: Heinrich Reinhold malte 1819 das Bild „Künstler erkunden die österreichischen Alpen“ Und mit welcher Lebensfreude diese Künstler das tun, sieht man im Bilddetail, sie turnen an ihrem Wanderstock über die Felsen, dass man direkt an Stabhochspringen denkt.

 

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Neben unzähligen supertollen Bildern dann natürlich das Highlight: Der Wanderer über dem Nebelmeer, ausgeliehen aus Hamburg. Interessanterweise hat Caspar David Friedrich sein eigenes Bild anscheinend nie so genannt. Und wenn man das Bild im Original sieht, fällt direkt der dunkel-türkise Samtanzug auf. Ganz schön schick für einen Wanderer! Vielleicht hätte ja Friedrich das Bild eher „Dandy hat sich verirrt“ genannt. Ich habe noch einen Verdacht. In der Ausstellung sind sehr viele Bilder zu sehen, auf denen sich die Künstler malen, wie sie malen, wandern, die Natur beobachten. Denn das war neu im 19. Jahrhundert in der akademischen Malerei: Der Blick öffnet sich, in die Bilder kommt Luft, Weite, Landschaft hinein. Also: Meiner Meinung nach ist der junge Mann, dessen Rücken wir sehen, Caspar David Friedrich selber.

 

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Ich habe mir also so meine Gedanken gemacht und das Bild angeschaut. Und habe einen Mann von hinten angeschaut. Spontan hat mein Kumpel Rolf ein Foto gemacht und jetzt schaut ihr gerade einen Mann an, der einen Mann von hinten anschaut. Und wenn jetzt noch jemand hinter Euch steht, der Euch zusieht, wie ihr einem Mann zuseht, der einen weiteren Mann von hinten anschaut – dann wird es langsam ziemlich psycho… Das Foto schmeichelt mir ehrlich gesagt nicht sehr. Guckt Euch mal meine „Frisur“ an.

 

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Andererseits ist natürlich die Sturmfrisur von C.D. Friedrich auch von einer Wildheit, die mit der Landschaft korrespondiert. Fazit: Fahrt nach Berlin, schaut es Euch an, oder kauft zumindest den hervorragenden Katalog.



Die große Fifty Five Familienwanderung beim 118. Deutschen Wandertag in Detmold

Geschrieben am um 9:29

Ich denke, dass ich mit meinen geliebten Wanderhemden von Fifty Five farblich ganz gut fahre. Nicht zu unscheinbar, nicht zu grell, einfach perfekt. Mitte August habe ich einen besonders bunten Wandervogel getroffen.

 

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Ich bin Trixi am Vogelpark in Detmold-Heiligenkirchen begegnet. Und ich muss sagen: Ganz schön bunt, so ein Federkleid, mir wäre das etwas zu auffällig, ich bin mehr so der dezente Typ. Im letzten Moment entschied sich Trixi dagegen mit zu gehen. Also bin ich ohne Wandervogel mit achtzig weiteren Mitwanderern hinauf zum Hermannsweg gelaufen.

 

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Erfreulicherweise wanderten viele Kinder mit, es war eben eine Familienwanderung. Pädagogisch wertvoll erläuterte unsere Wanderführerin, wie ein Bruchsteinhaus entsteht. Als praktische Übung sollten danach die Kinder aus den Steinen alleine ein komplettes Haus bauen.

 

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Das Motto des 118. Wandertags was „Gemeinsam unterwegs“. Zwei Sachen fand ich toll: Erstens passt der Slogan „Gemeinsam unterwegs“ zu meiner diesjährigen Raiffeisen-Tour, denn schon der Genossenschaftsgründer Friedrich Wilhelm Raiffeisen wusste. „Was einer nicht schafft, das schaffen viele“ Das gilt nun mal auch für Wanderungen. Zum zweiten war der Slogan auf einer blauen Fifty-Five-Weste zu lesen, denn die Outdoorfirma aus dem Siegerland sponsert schon seit Jahren den Deutschen Wandertag.

 

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Seit April gibt es zwischen Vogelpark, Adlerwarte Berlebeck und Externsteine einige schöne Kinderwandertouren unter dem Label „Kinder Erlebniswelt Natur“. Ich finde es natürlich klasse, dass man sich im Land des Hermamns um das Kinderwandern bemüht. Alle Wege sind mit einem „Oh!“ markiert. Staunen soll man auf den Wegen. Und die Region ist ja auch als OWL bekannt – Ostwestfalen-Lippe. Wobei die Lipper sagen, ohne das „L“ bliebe ja nur noch „Oh Weh!“

 

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Über die Grüße des Berg Cafés in Berlebeck habe ich mich unglaublich gefreut. Denn die Besitzerin hatte dort noch meine Einkehr im Jahr 2004 noch in guter Erinnerung, die ich in meinem ersten Wanderbuch beschrieben habe. Ob die Thunfischpizza immer noch sechs Euro kostet und nach neun Euro schmeckt, weiß ich allerdings nicht.

Ich weiß aber, dass die Grillwürste und Kuchenstücke nach der großen Fifty-Five-Wanderung am 8. September in Netphen hervorragend schmecken werden. Ihr seid noch nicht angemeldet? Das geht ganz einfach unter info@fiftyfive.eu, bei facebook.com/FiftyFive oder auf der Homepage von Fifty Five. Und auf dieser Homepage wird auch ein ganz besonders freudiges Ereignis verkündet! Darüber werde ich bald mehr berichten …


Wer glaubt, Wandern ist fade und die Vorstufe zur Rollator-Rallye, muss diesen Blog lesen und wird staunen. Ob Kurioses am Wegesrand, schräge Hinweistafeln, Lebensgefahr am Wanderweg, skurile Wandervögel, betreutes Trinken am Steig, gigantische Aussichten oder extreme Herausforderungen im deutschen Mittelgebirge – bei andrackblog.de gibt es alles über das Thema Wandern. Jede Woche neu, (relativ) aktuell. Die besten Wander-Storys der Welt eben.

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