Wander-Blog von Manuel Andrack

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Als kriechender Günzel auf dem Nordrandweg der Schwäbischen Alb

Im Juni bin nach längerer Zeit mal wieder mit „meiner“ Ortsgruppe Oberboihingen des Schwäbischen Albvereins gewandert. Es war sozusagen eine Reise in die Vergangenheit. Denn genau vor zehn Jahren, 2008, habe ich meine Wanderfreunde aus Oberboihingen das erste mal kennen gelernt. Und wir sind ebenso wie 2018 auf dem HW1, dem Nordrandweg des Schwäbischen Albvereins gegangen. Es war übrigens die erste Albwanderung für mein neues Fifty-Five-Wanderhemd Andre in der Farbkombi navy/red.

 

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Start in Hepsisau, durch das Zipfelbachtal geht es spektakulär bergan. Alpines Wandern ist das, Testgelände für Leki-Wanderstöcke aus Kirchheim/Teck. Schafft ein Wanderer (mit und ohne Stock) das Zipfelbachtal, hat er sozusagen das Seepferdchen des Wanderns gemacht. Mindestens. Die Wandertour wurde von Martin geführt, dem weltbekannten Flora- und Fauna-Experten. (Siehe Gesammelte Wanderabenteuer, Seiten 351 bis 364)

 

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Es stellt sich heraus: Martin kann nicht nur Blumen und Floristik, sondern auch Steine und Geologie. Und so zeigte er jeden Stein im Zipfelbachtal und bestimmte dessen Alter – zwischen 15 Millionen und 15.000 Jahren. Nachdem wir den Mörikefels passiert hatten, erinnerte ich mich an die Stelle am Wegrand, an der mir Martin vor zehn Jahren das erste Mal die Frühlingsplatterbse gezeigt hatte. Tränen der Rührung stiegen mir in die Augen.

 

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Aber das war noch nicht alles, wir sahen auch den kriechenden Günzel! Der kriechende Günzel war ganz schön im Futter und kroch auf dem Boden herum- ein possierliches Kerlchen! Kurz vor dem Breitenstein kam uns dann sogar das erste Mitglied des Schwäbischen Albvereins entgegen. Der gute Mann war ohne Begleitung unterwegs aber immer noch gut zu Fuß.

 

 

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Am Breitenstein sieht man dann schon die Burg Teck, aber leider ist die durchgehende Hängebrücke immer noch nicht in Betrieb, nächstes Jahr soll sie fertig sein. Richard freut sich schon sehr darauf.

 

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Nach zwei Hefeweizen auf der Burg Teck war der Abstieg nach Owen (gesprochen Aue, also wie die Zweitligastadt im Erzgebirge) doch unerwartet hart. Steile Wiesenhänge bergab, das zwiebelte ganz schön in Ober- und Unterschenkel. Bergan ist doch irgendwie immer viel viel schöner. Danke an die Oberboihinger für diesen tollen Wandertag!


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5 Kommentare zu “Als kriechender Günzel auf dem Nordrandweg der Schwäbischen Alb

  1. So was.. nach Grimms Wörterbuch kann man den Kriechenden Günsel tatsächlich auch Günzel schreiben. Und ich dachte schon, das liegt bloß an der Niederschrift nach Gehör durch sagen wir botanisch ‚Halbinteressierte‘, die von ßüddeutschen Experten z.B. aus der Hepßißauer Gegend umgeben ßind. Noch erstaunlicher aber ist, dass der Kriechende Güns/zel tatsächlich sehr aufrecht dasteht, was ich mit jetzt endlich mal angesehen habe (hübsche Pflanze!), wo ich mich doch schon so lange an dessen exquisitem Namen erfreue..

  2. Der Älbli scheint zäher zu sein als Ötzi, zumindest kann er noch aufrecht stehen.
    Komisch, bei „Owen“ denke ich sofort „Hargreaves“ dazu. Liegt das daran, dass gestern WM-Finale war (aber wo war da England?), oder daran, dass Günther Koch den Namen immer so dezidiert schulbuchmäßig britisch ausgesprochen hat (nicht nur Reporter-Legende, sondern auch Englischlehrer)? An Schupfnuadla oder gschmälzte Mauldascha würde ich bei „Owen“ jedenfalls nicht direkt denken (bei „Aue“ auch nicht).
    Jetzt hab ich Hunger…

  3. …. und ich denke, dass die Stadt Owen nicht Aue, sondern Auen ausgesprochen wird! OWen ist die mittelalterliche Schreibweise von AUen – was für saftige Wiesen steht.
    Drum merke:
    Auen sagen die Schlauen –
    und Owen die Doofen!
    Lieber Herr Andrack, bis zum nächsten Mal am Fuße der Teck 🙂 !

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