Wander-Blog von Manuel Andrack

Die besten Wander-Storys der Welt




Wer achtzig Jahre vom Weine trinkt, als Greis erst in die Grube sinkt

Geschrieben am um 8:48

2017 habe ich viele sehr schöne Weinwanderungen in den 13 deutschen Weinanbaugebieten erleben dürfen. Dabei habe ich einige Sinnsprüche entdeckt, die ich Euch selbstverständlich nicht vorenthalten möchte.

 

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Natürlich spenden Fröhlichkeit und Sonnenschein auch der Nahe-Wein, der Pfälzer Wein, der Rheingau-Wein, der Franken-Wein, der Sachsen-Wein, der Unstrut-Wein, der Baden-Wein. Zum Beispiel. Aus Gründen der Ausgewogenheit, sollte ich das erwähnen. Nur bei drei-silbigen Anbaugebieten wie Rhein-hes-sen holpert der Reim ein wenig.

Hier ein eher rustikaler Wein-Spruch:

 

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Da klingt schon an, dass beim Weingenuss die Menge eine gewisse Rolle spielt. Das wird noch klarer bei folgender, sehr bekannten Weinsage.

 

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Interessant, dass die Menge mit Flaschen nicht mit Gläsern, sondern mit Flaschen angegeben wird. Aber über vier Flaschen gibt es keinen Tiervergleich mehr. Denn was sagt man über Gérard Dépardieu, der dem Vernehmen nach einen täglichen Weinkonsum von fünf Flaschen hat? Was soll das dann für ein Tier sein?

Aber wie auch immer man das Glas dreht, gilt doch auf jeden Fall das hier …

 

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Wasserwandern und die Schmach der Himmelsleiter

Geschrieben am um 7:43

Im Spätsommer, der meistens eher spät als sommerlich erschien, habe ich bei einigen Expeditionen in Deutschland „Lebendige Flüsse“ erwandert, ein Projekt der Deutschen Umwelthilfe. Ich habe also neben meinen neuen Hobbys Weinwandern und Kinderwandern auch noch das Flusswandern ins Visier genommen. Das darf man übrigens ganz wörtlich verstehen …

 

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Im Mündungsbereich der Isar (bevor ihr das googelt –selbst die meisten Bewohner Münchens wissen das nicht – die Isar mündet bei Deggendorf in die Donau) war es wegen der August-Regenmassen etwas feucht geworden. „Vom Wasser gestaltet“ – genau!

Am Neckar bin ich auch nass geworden, aber nur, weil der Schweiß in Ströme floss. Schuld daran war die Himmelsleiter auf dem Neckarsteig…

 

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1.200 grob behauene Steinstufen vom Heidelberger Schloss hinauf zum Gipfel des Königsstuhls. Au Mann. Ich kann mich nicht erinnern, auch nicht am Watzmann, jemals so außer Atem gekommen zu sein. Peinlich!

 

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Beim Gipfelfoto mit Naturschützer Johannes Reiss bin ich so fertig, als hätten wir gerade einen Achttausender bezwungen. Mein Brillenglas ist nicht trübe, sondern nur beschlagen. Das Belohnungsbier am Gipfel fühlte sich wie die Schlussrast an. Dabei waren wir erst ein paar hundert Meter gewandert.

Zurück zur Isar-Wanderung, die nächste peinliche Nummer…

 

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Zur Schlusseinkehr nach der Isar-Auenwaldwanderung bestelle ich mir eine schöne Halbe von Arcor-Bräu. Lecker. Und dann, Herr Wirt, hätte ich gerne noch das Freibier, aber zack zack, versprochen ist versprochen und wird auch nicht gebrochen. Tja, wer lesen kann, ist klar im Vorteil…



Andrack weinwandert in … Württemberg

Geschrieben am um 7:08

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Ich starte meine württembergische Weinwanderung im Weingut Merkle in Ochsenbach, Kreis Ludwigsburg. Die Merkles sind das einzige Weingut der Welt, die ihre Weine mit Wildhefe produzieren. Um es vorweg zu nehmen – das funktioniert sensationell gut. Das Problem ist nur: diese wilden Hefen findet man wie wilde Pilze in der Natur, aber man kann sie als Wanderer nicht suchen und sammeln, weil sie sozusagen mikrobiologisch und daher nahezu unsichtbar sind. Schade, ich hätte den Merkles von meiner Weinwanderung gerne ein Körbchen wilde Hefen mitgebracht.

 

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Hinter der Kreisstraße von Ochenbach, die den Berg hinauf führt, stoße ich auf die Markierung mit den roten Trauben. Ich gehe die nächsten Kilometer auf dem Württembergischen Weinwanderweg, der Weinregionen im Ländle über 470 Kilometer verbindet und damit der längste Weinwanderweg Deutschlands ist. Wenn man möchte, kann man also wochenlang auf dem Württembergischen Weinwanderweg verbringen und das Angenehme (Wandern) mit dem Angenehmen (Weintrinken) verbinden.

 

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Seit meinem Start am Weingut Merkle bin ich durch einen schönen Mix aus Wäldern und Weinberge gewandert. Auch hinter Ochsenbach geht es durch einen Wald, später über einen schmalen Dschungel-Pfad hinunter, der schon bald weite Aussichten erlaubt. Der Weg oberhalb der Weinberge von Spielberg (das ist der Ort, in dem viele Kino-Hits wie „Der weiße Hai“, „E.T.“ und „Indiana Jones“ produziert wurden) ist sensationell – ein schmaler, naturbelassener Pfad. Ich genieße die grandiosen Blicken auf den Ort Spielberg genauso wie die weite Landschaft bis nach Bietigheim-Bissingen und das Enztal.

 

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Wenige Kilometer hinter Spielberg sehe ich den nächsten Weinort, Hohenhaslach. Mein Weg verläuft zunächst oberhalb der Rebreihen, später mitten durch die Weinberge. Die nächsten Kilometer ninter Hohenhaslach wandere ich durch den Spitalwald und den Pfefferwald, eine schöne Abwechslung zu den Weinbergen. Ab der Pfeifferhütte (mit drei F) gehe ich mit dem Kreuz auf weißen, fein geschotterten Wegen hinunter Richtung Michaelsberg. Das ist ein echtes Wanderglück, die ersten Ausblicke auf die Landschaft rund um den Neckar zu genießen. Es ist, als könne man fliegen und würde in die Natur hinein stürzen, phantastisch! Grandios ist der Michaelsberg: Das ist mal ein WEIN-BERG! Denn rund um diesen Kegelberg im Zabergäu wird Wein gepflanzt, das ist ein sehr schöner Anblick.

 

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Ich wandere am Fuße des Michaelsbergs entlang und erreiche am Rande des Vergnügungsparks Tripsdrill die Gaststätte am Michaelsberg. Lauschig unter schattigen Bäumen und Sonnenschirmen trinke ich einen ausgezeichneten St. Michaelberger Lemberger von den Cleebronner Winzern. Mit dem Wein vom Michaelsberg in der Hand schaue ich auf den Michaelsberg, der wunderbar das Zusammenspiel von Natur und Fleiß der Winzer zeigt. Wie hat schon Georg Merkle, der sein Weingut praktisch aus dem Nichts aufgebaut hat – zu Beginn der Wanderung gesagt? „Für den Schwaben ist Arbeit keine Strafe“. Und das gilt mit Sicherheit für alle schwäbischen Winzer, die uns Weinwanderern herrliche Tropfen bescheren.

 

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Wer glaubt, Wandern ist fade und die Vorstufe zur Rollator-Rallye, muss diesen Blog lesen und wird staunen. Ob Kurioses am Wegesrand, schräge Hinweistafeln, Lebensgefahr am Wanderweg, skurile Wandervögel, betreutes Trinken am Steig, gigantische Aussichten oder extreme Herausforderungen im deutschen Mittelgebirge – bei andrackblog.de gibt es alles über das Thema Wandern. Jede Woche neu, (relativ) aktuell. Die besten Wander-Storys der Welt eben.

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