Wander-Blog von Manuel Andrack

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Bismarck, Schmetterlinge und Zwergwachteln

Auch im hanseatisch geprägten und landschaftlich eher flachen Terrain kann man sehr schön wandern. Wer wüsste das besser als Bergfex, Musik-Genie und Hamburg-Wanderer Bernhard, der mir kürzlich bei eher nassem – daher aber auch wieder ortstypischem Wetter – eine schöne Wandertour vor den Toren Hamburgs zeigte…

 

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Wie ich schon im Blogeintrag vom 30. August ausgeplaudert habe, suche ich gerade deutschlandweit nach kindgerechten Wandertouren für mein Kinderwanderbuch. Im Schlossgarten von Friedrichsruh fanden wir die Büste eines Mannes, der bei Kindern genauso beliebt ist wie Spiderman oder Anna und Elsa: Fürst Bismarck. Der alte Bismarck hat nicht nur dafür gesorgt, dass die Nachwelt ihm zu Ehren viele Türme in Wanderregionen aufstellen ließ. Nein, der eiserne Kanzler (die jüngeren denken, das wäre Gerhard Schröder gewesen) und Deutschlands Lotse an Bord war auch ein rechter Naturfreund. Mit der Betonung auf „rechter“…

 

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Der Merksatz „Im Walde fühle ich mich niemals vereinsamt“ mag noch einleuchten. Im Wald stehen ja auch sehr viele Bäume herum, die sich als Gesellschaft anbieten. Kritischer ist da schon die Aussage: „Ich liebe die großen Bäume“ mit dem Zusatz „Es sind unsere Ahnen“. Ich habe dieses Bismarck-Zitat vermisst: „Mit nichts vergeuden die Deutschen mehr Zeit als mit Biertrinken“

Der Schlossgarten von Friedrichsruh hat aber nicht nur Bismarcksche Sprüche für’s Poesie-album, sondern auch einen sehr tolles Schmetterlingshaus zu bieten. Doch obacht, gerade für Träger von Paisley-Hemden und Trägerinnen von Blusen mit Schmetterlingsmuster …

 

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Die Ausfuhr von Schmetterlingen ist strengstens verboten. Der Besuch des subtropischen Glaskastens mit den Schmetterlingen ist durchaus anstrengend, denn man sollte nicht nur Hans-Guck-in-die-Luft-mäßig nach oben schauen und die bunten Flatterlinge bestaunen. Schnell könnte man so auf blühendes Leben latschen …

 

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Da es immer jemanden geben muss, der sich kümmern muss, ob als Eiserner kanzler oder Tierfreund, habe ich mein Herz für Tiere entdeckt. Die drei kleinen Entchen konnte ich genau den Weg zur Binnenalster zeigen, damit sie dort wohlbehalten ankommen.

 

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4 Kommentare zu “Bismarck, Schmetterlinge und Zwergwachteln

  1. So eben ist Hamburg in der Tat nicht. Einmal ist es mir dort gelungen, auf einer durchgehenden 10km-Wanderung (ohne jede Wegdoppelung) satte 300hm unterzubringen! Im Bergdorf München wäre das jedenfalls nicht möglich.

  2. Der kinderlose Bergfex führt für ein Kinderwanderbuch flache Gegend und verregnete… Entlein vor! Seine Lieblingstiere, der Masterplan! Das Foto mit dem guten Hirten wird vermutlich demnächst ca. 70/100 cm groß irgendwo (ir-gend-wo, ich gehe nicht in Details) in der Wohnung des Mus-… Manipulations-Genies hängen😂 Und dieser Bismarck muss grad reden, das alte Bierfass. Zur Verdauung des dt. Reichs noch a Schnapserl, nach ihm selbst benannt, na is a Friedrichsruh. Wenn nur die Flatulenz nicht wär‘.
    Und jetzt gefälligst morgen wählen gehen!

    • „Guter Hirte“?? Der war drauf und dran, die Entlein für immer ihrer Mama zu entreißen, die leise schnatternd machtlos hinter dem gnadenlosen Entführer saß. Völlig verängstigt musste sie das brutale Vorgehen über sich ergehen lassen!
      Bzgl. Bier-, Wein- und Sonstiges-Fass Bismarck: in Friedrichsruh wurde „um 10 gefrühstückt: Roastbeef oder Beefsteak mit Kartoffeln, kalter Wildbraten, Krametsvögel, aufgebratener Pudding u.s.w. [..] Zum Diner wurden sechs schwere Gänge und Dessert serviert; die letzte Mahlzeit nahm Bismarck gegen Mitternacht ein [..] er rauchte schwere Zigarren und trank unmäßig Alkohol“ [Schwarzmüller, Theo: Otto von Bismarck, München 2001, S.114] – also uns hatte vor Ort ein Pülleken Ratsherren, eine kleine Zitronenlimo und ein Stück Mango-Torte zum Frühstück gereicht. Insgesamt. Zu zweit. Trotz 11 Uhr Olper Zeit.

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