Wander-Blog von Manuel Andrack

Die besten Wander-Storys der Welt




Der Wanderjahresrückblick 2016

Geschrieben am um 6:57

Das Jahr neigt sich dem Ende zu, daher wird es auch in meinem Blog Zeit für einen Jahresrückblick. Was war das für ein Wanderjahr! Richtig geiles Wetter: Aprilwetter bis Ende Juli, dafür schon bitterer Frost ab Anfang November. So war hatten wir den Klimawandel echt nicht konzipiert. Aber was kümmert den Wanderer Extremwetter! Mit den wasserdichten Klamotten von Fifty Five, den guten Schuhen von Bär, mit einer Rotkäppchen-Stulle und einem Orthomol arthroplus-Riegel im Rucksack kann doch nichts schief gehen! Wir wandern auf all den wunderbarwanderbaren Wegen, die ich mit den Bussen und Bahnen NRW ereicht habe, wandern unbeschwert weil durch die Knappschaft versichert und trinken einen guten Tropfen vom Steillagenriesling der Moselland-Genossenschaft. Da fällt mir ein: Ich möchte allen meinen Sponsoren 2016 danken! Und weil meine Sponsoren 2016 so gut zu mir waren, gehe ich auch noch nicht am Stock …

 

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Wobei mit dem „Stock“ kein Rebstock gemeint ist und auch nicht die altersbedingte Krücke. Nein, auch 2016 haben unsere ewig jungen Nordic Walker wieder Höchstleistungen mit ihren Karbonstöcken erbracht. Chapeau.

Sensationell war natürlich 2016 auch der Höhenflug des Effzeh. Die ganze Welt fragt sich: Wie bekommt das die ehemalige Diva vom Rhein hin, mit vergleichsweise schmalen Budget und einem Trainer aus Österreich. Ich werde das Geheimnis jetzt lüften…

 

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Auf der Schwäbischen Alb oberhalb von Bad Urach gibt es den Rutschenfelsen. Und an diesem Felsen fällt ein kinderfaustgroßer Energiestein in’s Auge. Wenn man den streichelt, gibt das 24 Stunden lang unglaubliche Energie. Ich habe diesen Stein den Spielern des FC gezeigt. Die müssen jetzt vor jedem Spiel nach Bad Urach, dafür spielen sie aber auch deutlich besser.

Und dann diese irren Rekorde von 2016…

 

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15. Juli, Wanderung an den Plöner Seen. Mitwandererin Elke wächst über sich hinaus und holt ostholsteinischen Weltrekord: 20027 Schritte! An einem Nachmittag! Eine wahrhaft olympische Wanderleistung.

Was war noch los in 2016? Ach so, Brexit, nun da bin ich ja kurz danach hingefahren um nach dem Rechten zu sehen, das ist alles halb so schlimm in Britain Great Again. Und die Trump-Wahl? Schon schlimmer. Aber ich habe einen Tipp:

 

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Guter Vorsatz für 2017: Immer schön die Gesäßmuskulatur stärken, dann gehen einem auch irgendwann Donald Trump, und Frauke Petry, und Marine Le Pen und Sahra Wagenknecht und sogar Red Bull Leipzig am Arsch vorbei!



Merry Ferry Hall Walk

Geschrieben am um 7:57

Preisfrage: Was haben die Traumschleife „Tafeltour Saarschleife“ und der Hall Walk in Fowey (Cornwall) gemeinsam?

 

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Antwort: Richtig, beide Wandertouren haben eine Fahrt mit der Fähre inklusive, ohne Fähre werden diese Rundwanderwege nicht rund.

Ich hatte im Reiseführer gelesen, der Hall Walk in Fowey (gesprochen Foi, die Engländer haben die Angewohnheit, mit Buchstaben, die man gar nicht braucht, sehr verschwenderisch umzugehen, oder warum braucht man das lange Wort „Leicester“ wenn es auch „Läster“ tun würde?) sei einer der 100 schönsten Kurzwanderungen in Großbritannien. Leider waren die 99 anderen Wege nicht aufgezählt. Auf jeden Fall ist der Hall Walk der ungekrönte Meister aller Fährenwanderungen, denn man muss im Gegensatz zu der kleinen Fähre über die Saar sogar zweimal mit der Fähre fahren.

 

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Mit der Stadtfähre setzt man von Polruan nach Fowey über, später dann mit der Autofähre (auch als Wanderer immer den Linksverkehr beachten!) hinüber zur Traditionsgaststätte Old Ferry Inn in Bodinnick. Und beim Fährefahren immer schön singen „Ferry, cross the mersey“ von Gerry and the Pacemakers. Okay, Fowey ist nicht Liverpool aber Fähren sind bei diesem Inselstaat mit den vielen Schären und Fjorden ein Nationalheiligtum.

 

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Taugt denn der Weg was? Klare Sache: yes! Jede Menge Aussichten, tolle Pfade, und auf dem Weg ist auch jede Menge Volk unterwegs, meistens Engländer. Der Engländer an sich macht ja gerne Ferien im eigenen Land, was soll man auch nach Europa fahren, da muss man sich ja an Rechtsverkehr, Steckdosenadapter, Kilometer-Masseinheiten und Abzocke mit dem Euro gewöhnen. Aber die wandernden Engländer scheinen eben auch den Hall Walk für eine wanderbare Besonderheit zu halten. Dem Andrang entsprechend sind die englischen Wanderhütten dimensioniert…

 

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Aber, ich wiederhole mich gerne, die Aussichten von diesem Weg sind wirklich phantastisch. Oder etwa nicht?

 

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Und wenn man es sich so richtig gemütlich machen will auf diesem Weg, dann sollte man unbedingt eine Pause auf einer britischen Sinnebank machen. Good walk!

 

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Mein BÄR-Schuhe wandern in den Niederlanden

Geschrieben am um 7:20

Wenn man erzählt, man sei in den Niederlanden gewandert, kommen die immer gleichen mitleidigen Blicken. Holland? Da gibt es doch nur Tulpen, Grachten und Käse. Alles flach, wo soll man denn da wandern? Womöglich noch mit Holzschuhen? Naaatürlich nicht, ich bin selbstverständlich mit meinen Qualitäts-Schuhen aus Bietigheim-Bissingen unterwegs gewesen. Und ja, es gibt tatsächlich etliche Ecken von Holland, an denen man schön wandern kann. Heute möchte ich Euch eine echte Perle vorstellen. Das Meinvennen. Dort, wo echt die Heide blüht.

 

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Analog zu einer antiken Deo-Reklame könnet man jetzt sagen: Mein Venn, Dein Venn, das Venn ist für uns alle da. Interessanterweise kann man den Namen „Mein“ von einer Allemende herleiten, es müsste also eigentlich eher „Unservennen“ heißen. Dass wir in Holland wandern erkennt man leicht daran, dass fleißig auf einen Fietspfad hingewiesen wird.

 

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Nun ist ja allen Freunden des Hollandrads bekannt, dass ein Fietspfad kein Fußpfad ist, sondern ein Weg für die Fietsen, die Fahrräder, das nationale Fortbewegungsmittel Nummer Eins im Land von Oranje und Kaas. Sehr überraschend ist allerdings, dass tatsächlich der schmale Pfad (rechts im Bild) den Fahrradfahrern vorbehalten ist, wogegen der breite Weg die Wanderer beglücken soll. Hm.

 

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Schon sehr merkwürdig. Vielleicht ist eine Erklärung, dass es sehr viele holländische Kampfwanderer gibt. Die lieben es, 40, 50, 60 Kilometer am Stück zu gehen, immer aufm Deich lang. Landschaftliche Schönheiten? Egal! Hauptsache Meter machen. Für diese ganz besondere Spezies sind natürlich die breiten Wege ideal. Aber keine Angst, man kann im Meinvennen auch auf schmalen Pfaden wandeln. Und auf sehr sandigen Wegen

 

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Meine Arnsteins haben sich gefreut, mal wieder eine Art Strandfeeling genießen zu können, wobei man sagen muss, dass doch das Sandwandern zu den anstrengendsten Übungen des Wandersports gehört. Vergleichbare Strapazen kann man nur auf alpinen Wegen erleben. Der flache niederländische Sandweg ist also sozusagen der kleine, flache Bruder der felsigen Gratwanderung.

 

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Quer durch das Mein Venn mäandert der Buschbach. Dieser Bach ist nicht irgendein Bach, sondern irgendwie verwandt mit Rhein, Donau, Inn und Oder. Denn der Buschbach ist ein veritabler Grenzfluss. Nur fällt eine im Wortsinne grenzüberschreitende Aktion bei Rhein und Oder ein klein wenig schwerer. Mit dem rechten Bein in den Niederlanden, mit dem linken in Deutschland, das ist gelebte Völkerverständigung im Spreizschritt.

 

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Wer kennt noch den berühmten Bundesliga-Schiedsrichter Peter Gagelmann? Im Meinvennen bin ich auf jeden Fall auch zum Gagelmann geworden. Denn der Gagel, ein wohlriechendes Heidekraut, das ich auf dem Foto so liebevoll umarme, kann man auch hervorragend zum Bierbrauen gebrauchen. Als Hopfenersatz. Jetzt schreit natürlich der deutsche Brau-Reinheits-Freak laut auf. Aber man sollte den Stoff, das Gagelbier, mal trinken. Eine absolute Sensation. Da wird jeder Bierliebhaber zum Gagelmann!

 

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Wer glaubt, Wandern ist fade und die Vorstufe zur Rollator-Rallye, muss diesen Blog lesen und wird staunen. Ob Kurioses am Wegesrand, schräge Hinweistafeln, Lebensgefahr am Wanderweg, skurile Wandervögel, betreutes Trinken am Steig, gigantische Aussichten oder extreme Herausforderungen im deutschen Mittelgebirge – bei andrackblog.de gibt es alles über das Thema Wandern. Jede Woche neu, (relativ) aktuell. Die besten Wander-Storys der Welt eben.

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