Wander-Blog von Manuel Andrack

Die besten Wander-Storys der Welt




Über Hansestädte, den Maierweg und „Bitte ein …“

Ich schaue bei meinen Wanderungen immer auf die Schilder am Wegrand, da kann man sehr viel über Land, Leute und die Weltgeschichte lernen..

Zuletzt bin ich auf einem bergischen „Streifzug“ durch Wipperfürth gewandert, und da fiel es mir wie Schuppen aus den Haaren…

 

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Wenn man 100 Leute (wie damals beim Familien Duell) fragt, was Ihnen zum Begriff „Hansestadt“ einfällt, sagen mindestens 95 davon wahrscheinlich „Hamburg“. Aber nur, weil die Heimat der HSV-Looser großspurig ein HH im Autokennzeichen führt, sollte man sich nicht auf die falsche Fährte locken lassen: Hamburg war zu Hochzeiten der Hanse von 1400 bis 1600 nicht mal eine richtige Stadt, geschweige denn eine Hansestadt. Das waren damals Lübeck, Bremen, Soest, Köln – und natürlich Wipperfürth. Die Wipperfürther bewerben sich schon um das Autokennzeichen HWIP.

Menschen mit Nachnamen wie Schmidt, Müller, Maier haben immer damit zu kämpfen, sich wenig aus der Masse herausheben zu können. Wer weiß zum Beispiel , wie unser aktueller Landwirstchaftsminister heißt? Christian MüllerSchmidtMaier? Gar nicht so einfach. Um so lobenswerter, dass in der Sächsischen Schweiz vor einiger Zeit ein Wanderweg mit echten Premiumqualitäten eingeweiht wurde: Der Maierweg. Wirklich eine der schönsten Wanderwege Deutschlands!

 

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Und dann bin ich noch einem unglaublichen Werbespruch-Klau auf die Schliche gekommen…

 

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Auf dem Moselsteig sah ich dieses jahrundertealte Werbeschild für guten Moselwein. Aber ich BITte zu beachten, dass sich eine kleine Brauerei aus der Südeifel diesen Marketing-Spruch angeeignet hat, und damit zu einer deutschen Premiumbiermarke aufgestiegen ist. Echt frech…


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4 Kommentare zu “Über Hansestädte, den Maierweg und „Bitte ein …“

  1. Der Hanseot nimmt das Hamburg-Bäsching des Kollegen gelassen zur Kenntnis und behält sich die Auslieferung von etlichen Tonnen Caramel-Kaubonbon in die Domßtadt zur 8. und 9. Kalenderwoche 2017 vor.
    Ansonsten hat das Weinmarketing noch viel Klau-Potential:
    „Riesling – alles, was ein Wein braucht“
    „gut, besser, Silvaner“
    „Veltliner – nicht immer, aber immer öfter“
    „Vernatsch – was dagegen?“

  2. Hansestadt Hamburg bedeutet aus rheinischer Sicht „HSV und St. Pauli – zosamme hanse 9 Punkte“, das bäscht sich also quasi von selbst.
    Kündigt sich hier ein Wechsel vom Belohnungsbier zum Belohnungswein an? Das wäre bedauerlich.

    • Also meinerseits natürlich keinesfalls! Hamburg ist zwar inzwischen auch Weinanbaugebiet (ja, richtig gehört!), aber die knapp 50 möglichen Fläschchen jährlich sind nur für Ehrengäste der Stadt reserviert. Zudem wird der kleine Weinhang oberhalb der Landungsbrücken immer mal wieder geplündert. Da sind die Brauereien der Stadt eindeutig zuverlässiger. Sprich: Bier ja, Wein nein. Markazero, Deine Sorge ist in meinem Fall nicht nötig! Allerdings bestellst Du doch selbst beim Bergwandern in Südtirol zunehmend gerne „a Viertele“ anstatt „a Bier“?!

      • Erwischt… Aber live and learn, zu Speckknödeln mit Krautsalat passt a Viertele Roter einfach besser als ein überteuertes Lizenz-Weizen..

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