Wander-Blog von Manuel Andrack

Die besten Wander-Storys der Welt




Traumschleife Nummer 94

Geschrieben am um 6:08

Traumschleife Nummer 94, Klingelfloß. Hört sich sehr interessant an, das macht mich neugierig. Ich starte am Restaurant Birkenhof. Ich habe das mal umgekehrt gemacht, erst Essen und Belohnungsbier schon vor der Wanderung. Das hat den Vorteil, dass man sich die überschüssigen. Kalorien direktemang wegwandern kann.

 

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Wenige Meter vom Birkenhof entfernt findet sich das Eingangsportal der Traumschleife. Die aus Holz geschnitzte Glocke soll wohl an die ominöse Klingel im Titel dieses Premiumwegs erinnern. Aber jetzt mal ehrlich? Wieso ist die Glocke denn aus Holz? Die klingelt doch gar nicht. Da kann man vielleicht gegenhämmern, aber doch nicht klingeln. Ich fände es hübsch, wenn eine supergroße Klingel dort angebracht wäre, und immer wenn ein Wanderer auf der Traumschleife geht, klingelt man. Und das ist dann so laut, dass man es auch in Kastellaun und Simmern hören kann.

Man muss es ganz offen sagen, auf den ersten beiden Kilometern der Traumschleife Nummer 94 muss man schon ein großer Fan der Windkraft sein, um diese Traumschleife umwerfend zu finden. Da klingelt nicht nur das Floß, sondern es rauscht auch das Windrad.

 

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Aber es gibt immer wieder wunderschöne Pfade, kleine Stege, Brückchen, einen schönen Bachlauf, verwunschene Nadelwälder, Fischteiche des nahegelegenen Klosters, alles sehr großartig.

 

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Highlight der Tour ist natürlich das namensgebende Waldstück Klingelfloß. Das ist einfach ein etwas merkwürdiger Flurname. Und am kleinen, feinen, uralten Teich, auf dem man ganz bestimmt kein Floß braucht, denn da kann man fast an’s andere Ufer springen, an diesem Teich also steht eine wunderbar altmodische Schutzhütte für die Waldarbeiter. Nach einem Vorbild aus den Karpaten gebaut.

 

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Was ist das?

Geschrieben am um 8:52

Ich habe, fällt mir gerade auf, schon sehr lange kein Fotoquiz mehr gemacht. Dabei habe ich tonnenweise Wanderfotos, von denen ich echt nicht mehr weiß, was da genau drauf ist. Wie immer gibt es vier Möglichkeiten, Günter-Jauch-Prinzip, Ihr müsst mir helfen:

 

Was ist das?

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A: Super-leckerer Hotdog mit extra-scharfem Senf

B: Das Karnevalkostüm von Sigmar Gabriel

C: Burka für Männer

D: Ein Exhibitionist, komplett der Fleischeslust verfallen

 

Was ist das?

 

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A: Der Fotograph Jürgen Teller geht neue Wege

B: So muss man wandern, wenn man nicht auf Premiumwegen gehen will

C: Sigmar Gabriels erster Nordic Walking-Kurs

D: Stockente im Urlaub

 

Was ist das?

 

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A: Naturschutzgebiet auf Holländisch: Halt die Klappe, sei still, hier regieren die Tiere und Pflanzen!

B: Niederländischer Schutzraum für stillende Mamas

C: Stilisierte Wolken über einem See im Stile von de Stijl

D: Aufforderung an Sigmar Gabriel, ab und zu mal die Klappe zu halten

 

Was ist das?

 

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A: Das ist die goldene Mitte

B: Eine Künstlerin aus Osnabrück hat die Himmelsleiter zum Hermannsweg mit echtem Blattgold verziert

C: Ein Goldbär auf Wanderschaft

D: Stairway to heaven in Tecklenborough

 

Was ist das?

 

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A: Die beschissenste Bibliothek der Welt

B: Endlich mal genügend Lektüre für die schönsten Minuten/Stunden des Tages

C: Eine Toilette in einem Pub in Stavanger/Norwegen

D: Nie mehr Panik wegen fehlendem Klopapier



Es werde Licht

Geschrieben am um 7:43

Mitte September war ich auf einem Literaturfestival in Stavanger im westlichen Norwegen eingeladen. Natürlich habe ich meine freie Zeit dafür genutzt, mich über die Wandermöglichkeiten in Norwegen zu informieren. Vandring in Norwegen? Fabelhaft, phantastisch. An jeder Ecke Wanderwege, Küstenwege, Waldwege, alpine Wege, alles, was das Herz begehrt. Ich war regelrecht hin und weg von der Landschaft.

 

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Stellt Euch eine ideale Mischung aus den Landschaften von Mallorca, Schottland und der Schweiz vor, dann habt ihr die Landschaften von Norwegen vor Augen. Nicht nur Fjorde, sondern auch jede Menge Wälder, Binnenseen, Wasserfälle, Täler, Schluchten, Wiesen, Küste. Mehr braucht man nicht als Wanderer. Schön ist auch, dass der Norweger an die Wanderer in der dunklen Jahreszeit gedacht hat. In einem Tourismus-Katalog von Stavanger wurde zum Beispiel eine Wanderung rund um den See Halandsvatnet angepriesen. Zitat: „Ein 7,5 Kilometer langer und durchgängig beleuchteter Rundweg führt um den See herum.“

 

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Durchgängig beleuchtete Wanderwege, das ist doch der Hit! Wie oft habe ich mich im Winter geärgert (und der durchschnittliche deutsche Winter wird doch dank Klimaerwärmung immer wanderbarer) wie of habe ich mich also geärgert, dass ich mich hetzten musste, um noch vor Einbruch der Dunkelheit mein Ziel zu erreichen? Das müsste doch nicht sein. Warum gibt es keine beleuchteten Premiumwege? Nach Premiumstadtwandern und Premiumspazierwegen müsste nur noch das Zertifikat Nachtpremiumwandern erfunden werden. Was das alles wieder kostet? Klar, so reich wie die Norweger ist eine deutsche Kommune nicht. Aber ein wenig sollte man in einen schönen Dunkelwanderweg investieren.

 

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Man könnte durchaus die Wanderer an den Kosten des Weges beteiligen. Wenn man zwei Euro per SMS schickt (wie eine Parkgebühr) oder bar bezahlt, geht das Licht an. Dann sind die Stromkosten schon mal gedeckt. An anspruchsvollen Wegpassagen ist auch an eine Bodenbeleuchtung zu denken, vielleicht sogar an einen Leuchtspur im Boden wie im Flugzeug üblich. Mann, das ist das kommende Ding! Lasst uns darüber reden, ich bin sofort dabei, den ersten beleuchtetet Nachtwanderweg Deutschlands zu planen. Es werde Licht!



Meine BÄR-Schuhe in London

Geschrieben am um 6:22

Ein Bärxit, also jemals einen BÄR-Schuh wieder auszuziehen, ist natürlich unvorstellbar. Aber ich hatte hier und dort gelesen, dass die Briten, traditionell von allen guten Geistern verlassen (Stichworte Linksverkehr + Frühstückssitten) tatsächlich am Tag meines 51. Geburtstags für den Bräxit gestimmt haben. Das war so unglaublich, dass ich beschloss, meinen Sommerurlaub in England zu verbringen.

 

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Da ich mich relativ spät um eine angemessene Herberge in London bemüht hatte, bekam ich einen, nun ja, relativ dürftigen Schlafplatz zugewiesen. Man hatte mich bei einer Familie einquartiert, die hießen Bearsley oder so. Nicht sehr freundlich, vor allem der dicke Junge der Bearsleys ging mir kolossal auf die Nerven. Ich war im Gästezimmer der Familie unter der Treppe untergebracht worden, das war gar nicht so schlecht, ich habe meistens relativ hervorragend geschlafen.

Falls jemand auch dieses Gästezimmer buchen möchte, da sollte man mal B’är’nB nachschauen, in London-Tooting …

 

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… die Adresse des Bearsleys ist Backpacker Street 221 B, das Haus ist nicht zu verfehlen. Ich habe lustigerweise bei meinen Streifzügen durch London eine ähnliche Adresse gefunden. Weil ein englischer Ordnungshüter die Tür bewacht und sich viele Menschen mit orangenen Referntenmappen vor dem Hauseingang drängelten, gehe ich davon aus, dass es sich um den Regierungssitz der britischen Minsterpräsidentin handelt.

 

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Kreuz und quer bin ich durch die Stadt gefahren, meistens mit der Underground-Bahn. Die schüttelt einen schön durch und die Luft ist so stickig, dass ich immer froh war, wenn ich aussteigen konnte. Oft habe ich den Meisterdetektiv James in der nach ihm benannten Bond Street besucht. 007 war ein wenig melancholisch gestimmt, denn seine zukünftigen Ermittlungen und amourösen Abenteuern an den schönsten und elegantesten Lokationen wie St. Moritz, Venedig, Prag und der Cote d’Azur werden sich nach dem Brexit in Zukunft wohl deutlich schwieriger gestalten.

 

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Das wird echt peinlich für Herrn 007, wenn er bei der Einreise in diese europäischen Länder immer nach seinem Visum kramen muss.

Jetzt mal zu etwas komplett anderem: Ganz ohne Schuhe ist übrigens Paul McCartney über den Zebrastreifen der Abbey Road gegangen. Ich habe die Gelegenheit ergriffen, dieses berühmteste Wander-Foto aller Zeiten nachzustellen. Natürlich bin ich in meinen Arnsteins über die Straße an den Abbey Road Studios gegangen. Eins steht fest: Hätten die Beatles schon BÄR-Schuhe gekannt, hätten die Jungs aus Liverpool sich niemals getrennt.

 

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Wer glaubt, Wandern ist fade und die Vorstufe zur Rollator-Rallye, muss diesen Blog lesen und wird staunen. Ob Kurioses am Wegesrand, schräge Hinweistafeln, Lebensgefahr am Wanderweg, skurile Wandervögel, betreutes Trinken am Steig, gigantische Aussichten oder extreme Herausforderungen im deutschen Mittelgebirge – bei andrackblog.de gibt es alles über das Thema Wandern. Jede Woche neu, (relativ) aktuell. Die besten Wander-Storys der Welt eben.

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