Wander-Blog von Manuel Andrack

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Die traditionelle Wanderung auf dem Bär Fest

Zum zweiten Mal nach 2014 habe ich auf dem neunzehnten BÄR-Sommerfest (das dritte Mal übrigens unter dem Namen „Sommerfest“, vorher war das ein „Schnäppchenfest“) eine Gruppen-Wanderung angeboten. Hier die Gruppe:

 

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Der Rheinländer bezeichnet ja alles, was zum zweiten Mal passiert, als „Tradition“. Findet das Event zum dritten mal statt, ist es „Brauchtum“. Also ging ich bei der TRADITIONELLEN Bär-Wanderung TRADITIONELL an der Neckarschleife von Hessigheim. Dieser Weg ist übrigens ganz großes Wanderkino. Oberhalb des Neckars geht man durch dichte Wälder, dann wandert man bergab, durch Streuobstwiesen mit Blick auf Weinfelder und die Weinberge der Hessigheimer Felsengärten. Bei der Wanderung waren einige meiner Oberboihinger Wanderfreunde dabei. Martin (den kennt ihr aus meinen Büchern, das ist der Experte für Frühlingsplatterbsen und Trinkweisheiten) verriet mir, dass er an eben diesen Felsen in jungen Jahren das Klettern gelernt habe, ohne Seil und Absicherung. „Immer in zwei/drei Metern Höhe, so dass man zur Not noch abspringen kann“.

Auf jeden Fall geht es auf dem „Neckarschleifen“-Weg (den gibt es unter diesem Namen noch gar nicht, ich habe den aber schon mal so getauft, premiumwürdig ist dieser Rundweg auf jeden Fall) dann direkt am Neckarufer weiter, erst auf einem breiteren Weg …

 

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… der aber abrupt endet. Ohne das Schild hätte ich gar nicht mitbekommen, dass der WEG endet, Ordnung muss sein, schwäbisch eben. Dann geht es aber auf einem anderen Weg weiter, der aber eher ein Pfad ist. Auf diesem Pfad habe ich mir eine ganz besondere Schikane einfallen lassen, um die Rutschfestigkeit der BÄR-Schuhe zu testen. Ich habe tagelang einzelne Wegpassagen unter Wasser setzen lassen, so dass sich eine wahre Rutschbahn gebildet hatte.

 

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Diese Wegstelle haben alle Wanderer gemeistert, sogar die, die mit sehr modischem Schuhewerk unterwegs waren. Eine fröhliche Wanderdame hatte sich nämlich sich den guten alten David-Bowie-Song zu Herzen genommen. „Put on your red shoes … and walk this neckar way“. Ich habe ein Vorher-Nachher-Fotos der teuflisch roten BÄR-Schuhe gemacht, davon ausgehend, die Farbe hätte sich NACHHER eher in’s Matschbraune gewandelt…

 

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Pustekuchen, rote BÄR-Schuhe sind anscheinend von Haus aus mit einer schlammabweisenden Schutzschicht imprägniert.

Natürlich gab es auch bei der Neckarschleifen-Wanderung das Wichtigste bei einer Wanderung – eine Rast. Ich hatte für diese Pause eine ganz besonderes Schmankerl dabei: Eine Flasche Joe-Nimble-Bär, äh, sorry, Joe-Nimble-Bier natürlich.

 

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Das ist kein Gag, dieses Bier gibt es wirklich. „Schwäbisches Vollbier“ steht auf dem Etikett, es handelt sich um ein ganz feines Stöffchen mit ausgeprägter Malznote. Und jetzt – endlich – ist bei mir der Groschen gefallen: Jahrelang habe ich gerätselt, wer bloss dieser Joe Nimble ist – ein Abenteurer, ein Schuster, ein Dandy, ein Detektiv? Alles falsch, Joe Nimble ist natürlich Brauer, Brauer aus Leidenschaft und hat 1.500 Flaschen von diesem Teufelszeug gebraut. Ein Pfundskerl, dieser Joe Nimble!


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