Wander-Blog von Manuel Andrack

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Moselsteig, mein erstes Mal

Ihr kennt mich doch inzwischen ein wenig oder? Meine Wandervorlieben und No-Gos. Aber das wird Euch doch vielleicht überraschen: Ich bin letzte Woche das erste Mal in meinem Leben auf dem Moselsteig gewandert. Unverzeihlich eigentlich, ich schäme mich auch ein wenig. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich dachte: Och, die Mosel, die kenne ich doch eigentlich wie meine Westentasche. Aber interessant: Schon wenn man das Wort „eigentlich“ benutzt, ist schon was falsch gelaufen in der Grundaussage. Natürlich bin ich nicht den kompletten Moselsteig gelaufen, 365 Kilometer, für jeden Tag des Jahres ein Kilometer, nix für mich. Also Häppchenweise. Und da verrate ich Euch jetzt mal ein absolutes Premiumhäppchen Moselsteig: Von Müden nach Pommern, 10,8 Kilometer, Moselsteig vom Allerfeinsten.

 

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Normalerweise gilt bei mir die alte Harald-Schmidt-Show-Regel: Keine Namenswitze. Aber auf dieser Etappe: Hallo! Wer nicht bei Pommern an den alten Dreißigjährigen-Weltkriegs-Hit vom Maikäfer denkt, dessen Mutter das Pommerland abgebrannt hat, der hatte doch keine Kindheit! Und natürlich war ich extra mit ordentlich Schlafdefizit in Müden angekommen, bei dem Ortsnamen! Und dann sind wir erst mal aufwärts gewandert, mein Kumpel Markus und ich, hoch über die Mosel Richtung Karden.

 

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Ohne die Kletterseile hätte es Markus fast nicht gepackt, Lebenshilfe Hilfsbegriff. Aber wir haben es dann doch irgendwann zum Schutzheiligen von Karden geschafft, dem Herrn Castor. Den kannte ich bisher nur als prekär beschäftigten Lohnarbeiter bei dubiosen Atommüll-Transporten. Oder als Zwillingsbruder von Pollux. Aber oberhalb der Mosel steht der heilige Castor aus Karden so herzig grinsend, dass ich den guten Mann einfach knuddeln musste.

 

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3 Kommentare zu “Moselsteig, mein erstes Mal

  1. Andrack war JETZT erst am Moselsteig? Kraaass! Das ist ja so, als würde man seit bald 20 Jahren in Hamburg leben und wäre noch nie am Fischmarkt und erst kürzlich zum ersten Mal im Alten Elbtunnel gewesen! Das allerdings hätte natürlich nichts mit Wandern zu tun. Obwohl, der Elbtunnel schon ein wenig, wenn man die Treppen nimmt. Deswegen war ich ja immerhin da inzwischen. Und der Fischmarkt aber ist mir weiterhin wurscht. Die Cochemer Gegend jedoch behalte ich auf dem Wanderradar.

  2. „Kletterseile“ ist nun wirklich Hilfsbegriff – wie viel schöner ist doch das österreichische Wort „Seilversicherungen“, da tänzelt Markus doch geradezu hinauf, per aspera ad astra, zu Opel und Atommüll!

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