Wander-Blog von Manuel Andrack

Die besten Wander-Storys der Welt




Eindeutige Hinweise am Wanderweg

Geschrieben am um 7:18

Für jeden Wanderfreund (und natürlich auch für jede Wanderfreundin) ist es eine der größten Wanderfreuden (neben dem Naturgenuss, dem Belohnungsbier, dem schmalen Bergpfad, neben der charmanten Wanderbegleitung und der guten Luft und den vielen Gesundheitsaspekten beim Wandern) neben also diesen vorgenannten Wanderfreuden ist es natürlich immer ein Genuss, mit einer vorbildlichen und verlässlichen Wegmarkierung zu wandern.

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Wer kennt nicht das Glücksgefühl in verzweifelter, desorientierter Lage, wenn dann doch noch die rettende Markierung am Baumstamm erspäht wird. Ich habe sogar schon erlebt, dass ich ein fast schon erotisches Verhältnis zu einer solchen Markierung aufgebaut habe und ich vor lauter Erleichterung angefangen habe, die bunte Lebensretterin zu streicheln. Wahrscheinlich ein klarer Fall für den Wanderpsychologen…

Schön ist es auch, wenn man auf Highlights am Wegrand hingewisen wird: Eine Burg, eine Waldgaststätte, einen Aussichtspunkt. In der Nähe des Paderborner Höhepunkts (siehe Post vom 7. Mai) habe ich neben dem Pestfriedhofshinweis einen Hüttenhinweis gesehen. Zuerst dachte ich, hm, etwas sperriger Name für eine Schutzhütte. Aber mein Interesse war geweckt. Die Hütte war schnell gefunden, die Buche mit den zwei Beinen nicht so schnell. Eine Hinweistafel neben der Hütte konnte auch nicht wirklich weiterhelfen: „Die Buche mit den zwei Beinen ist die von hier rund 50 Meter schräg links im Wald stehende, aus dieser Perspektive relativ schwer zu erkennende Buche…“

 

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Um ehrlich zu sein, ist die Buche mit den zwei Beinen aus JEDER Perspektive eine unmöglich zu erkennende. Entweder liegt das an meiner Unfähigkeit, Buchen mit zwei Beinen zu erkennen, oder daran, dass ein Bein oder gar beide Beine der Buche mit den zwei Beinen amputiert werden mussten. Auch an anderer Stelle hatte ich auf einer Wanderung kürzlich ein Erkenntnisproblem. Auf dem Bad Uracher Wasserfallsteig war ich mit einer großen Gruppe auf Initiative der Firma Orthomol gewandert. Über dieses Wanderabenteuer gibt es übrigens einen sehr ausführlichen tollen Post auf dem Wanderblog gipfel-glueck.de meiner neuen Wanderblogfreundin Stefanie. Auf jeden Fall gibt es auf dem Wasserfallsteig nicht nur zwei Wasserfälle, sondern auch gigantische Ausblicke von der Albtrauf am sogenannten Rutschenfelsen. Als Pseudo-Ortskundiger habe ich diesen Rutschenfelsen an direkt zwei falschen Stellen dem staunenden Publikum präsentiert. Am dritten Aussichtspunkt stand dann die Tafel, die den Rutschenfelsen markiert. Peinlich. Immer besser, wenn man sich auf Schilder verlässt. Nur wo Rutschenfelsen drauf steht ist auch Rutschenfelsen drin…

 

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Wandertag bei Fifty Five

Geschrieben am um 6:41

Wie vielleicht die meisten wissen, ist mein Wanderklamottensponsor Fifty Five. Für die Truppe um den charismatischen Chef Ulli Baldus würde ich durch’s Feuer gehen, ganz ehrlich. Also bin ich natürlich letzten Samstag beim 2. Internationalen Fifty Five Wandertag mitgewandert, wieder eine legendäre Wandersause. Beim 1. Internationalen Fifty Five Wandertag hatten wir einen lieben Mitwanderer, der sich sehr intensiv um die Fotografierung von Kleinstblumen und Pilzen bemüht hatte, im Wald verloren. Den verlorenen Wanderer Joe (wir haben danach Wanderbrüderschaft getrunken) haben wir dank einer äußerst aufwändigen Suchaktion OHNE die Mithilfe der Netphener Polizei wiedergefunden. Dieses Jahr konnten wir dank einer perfekt ausgeklügelten Route von SGV-Mann Helmut vom Firmengelände von Fifty Five starten und waren schnell auf einem wunderbaren Wiesenweg.

 

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Den ersten phantastische Ausblick genossen wir auf die beiden roten Würstchen- und Verkaufszelte von Fifty Five. Da bekamen einige Mitwanderer Durst und köpften direkt an der übernächsten Ecke eine Flasche von Frau Rotkäppchen …

 

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… aber der Herr Söhnlein (brillant!) ließ sich nicht lumpen und entledigte sich ruckizucki der Alumiumverkleidung…

 

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… die durstigen Mitwanderer konnten ja auch nicht wissen, dass am Ende der Wanderung auch richtiges Kölsch auf sie gewartet hätte …

 

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Auf der Tour in Netphen habe ich viel gelernt. Zum Beispiel einiges über die Rohstoffe des Siegerlands, das STANGENÖL, das an vielen Stellen am Rande des Weges herum lag:

 

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Und von Ulli, dem Fifty Five-Chef (gelernter Textiltechniker) habe ich erfahren, dass man Funktionsjacken nicht vor dem Bauch verknoten sollte, dass zerstöre nämlich die hoch sensible Membran.

 

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Diese Membrane seien so empfindlich wie eine Menschenhaut. Zum Beweis hat er seinen Unterarm um den Bauch geknotet. Das ging nicht gut, das tat sehr weh. Übrigens: Die Terminplanungen für den 3. Internationalen Fifty Five Wandertag 2017 laufen auf Hochtouren. Alle, aber wirklich alle, die beim 2. Internationalen Fifty Five Wandertag (hatte ich schon erwähnt, dass es Grillwurst, Kuchen, Kaffee, Bier, Cola und Wasser für umme gab?) dabei waren, wollen wieder mitwandern. Anmeldungen für 2017 unter info@fiftyfive.eu



Moselsteig, mein erstes Mal

Geschrieben am um 8:10

Ihr kennt mich doch inzwischen ein wenig oder? Meine Wandervorlieben und No-Gos. Aber das wird Euch doch vielleicht überraschen: Ich bin letzte Woche das erste Mal in meinem Leben auf dem Moselsteig gewandert. Unverzeihlich eigentlich, ich schäme mich auch ein wenig. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich dachte: Och, die Mosel, die kenne ich doch eigentlich wie meine Westentasche. Aber interessant: Schon wenn man das Wort „eigentlich“ benutzt, ist schon was falsch gelaufen in der Grundaussage. Natürlich bin ich nicht den kompletten Moselsteig gelaufen, 365 Kilometer, für jeden Tag des Jahres ein Kilometer, nix für mich. Also Häppchenweise. Und da verrate ich Euch jetzt mal ein absolutes Premiumhäppchen Moselsteig: Von Müden nach Pommern, 10,8 Kilometer, Moselsteig vom Allerfeinsten.

 

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Normalerweise gilt bei mir die alte Harald-Schmidt-Show-Regel: Keine Namenswitze. Aber auf dieser Etappe: Hallo! Wer nicht bei Pommern an den alten Dreißigjährigen-Weltkriegs-Hit vom Maikäfer denkt, dessen Mutter das Pommerland abgebrannt hat, der hatte doch keine Kindheit! Und natürlich war ich extra mit ordentlich Schlafdefizit in Müden angekommen, bei dem Ortsnamen! Und dann sind wir erst mal aufwärts gewandert, mein Kumpel Markus und ich, hoch über die Mosel Richtung Karden.

 

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Ohne die Kletterseile hätte es Markus fast nicht gepackt, Lebenshilfe Hilfsbegriff. Aber wir haben es dann doch irgendwann zum Schutzheiligen von Karden geschafft, dem Herrn Castor. Den kannte ich bisher nur als prekär beschäftigten Lohnarbeiter bei dubiosen Atommüll-Transporten. Oder als Zwillingsbruder von Pollux. Aber oberhalb der Mosel steht der heilige Castor aus Karden so herzig grinsend, dass ich den guten Mann einfach knuddeln musste.

 

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Wer glaubt, Wandern ist fade und die Vorstufe zur Rollator-Rallye, muss diesen Blog lesen und wird staunen. Ob Kurioses am Wegesrand, schräge Hinweistafeln, Lebensgefahr am Wanderweg, skurile Wandervögel, betreutes Trinken am Steig, gigantische Aussichten oder extreme Herausforderungen im deutschen Mittelgebirge – bei andrackblog.de gibt es alles über das Thema Wandern. Jede Woche neu, (relativ) aktuell. Die besten Wander-Storys der Welt eben.

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