Wander-Blog von Manuel Andrack

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Frau Holle

Es war einmal eine Traumschleife in der Nähe von Reinsfeld im südwestlichen Hunsrück. Dort kann man sich auf die Suche nach der gar mystischen Frau Holle begeben. Aber siehe da: Ein Haufen Jäger scheint sich auf den Weg gemacht zu haben, um den Bösen Wolf umzunieten.

 

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Aufgestachelt von der Mutter der sieben Ziegen und der Oma des Mädels mit der roten Mütze hat sich eine Meute von wilden Waidmännern aufgemacht, um dem armen alten Wolf den Garaus zu machen. Ich habe den einsamen Wolf gesehen und ihm geflüstert: Verschwinde, bevor es zu spät ist, wandere aus, aber schnell…

 

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Aber die Frau Holle, die habe ich immer noch nicht gesehen. Allerdings konnte ich Spuren einer ihrer zwei weiblichen Azubis sehen. Die Pechmarie, bekanntlich extrem faul, hatte natürlich nichts hinterlassen. Dagegen die Fleißmarie! Die hatte so viel Holz vor der Hütte, dass das wahrscheinlich für sieben milde Winter reicht!

 

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Aber immer noch keine Spur von Frau Holle. Keine Schneeflocke, kein Federkissen, wo war die gute Frau denn? Kurz vor Ende der kurzen Rundtour dann die Auflösung: Die Felsformation am Wegrand war die berühmte Frau Holle, versteinert eben. Nur – tragisch eigentlich – auch auf Frau Holle scheint eine Treibjagd stattgefunden zu haben. Denn es ist eindeutig ein Totenkopf, der den Traumschleifen-Wanderer felsig anstarrt.

 

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Ich schlage daher eine Umbennung der Traumschleife vor: „Mausetote Frau Holle“ wäre der passende Name. Nur endet dann das Märchen leider nicht mit den Worten: „Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.“


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4 Kommentare zu “Frau Holle

  1. Das scheint ja eine regelrechte Albtraum-Schleife zu sein! Aber immerhin ist der Wolf totaal süüß!!! Frau Holle braucht kei Mensch mehr, den Frühling herbei, bitte, Petrosilius Zwackelmann, übernehmen Sie…

    • Zwackelmann hat’s einfach voll drauf. Kaum ward er aufgefordert – bing! – ein Prachtwandertag am 1. April! Also ab nach Plön auf eine herrliche 22km-Wanderung über die Prinzeninsel zu einem „Lieblingsplatz der Kaiserin“ und an drei Seen entlang bis nach Malente. Inklusive neuer Wetterpilzsichtung, Stippvisite an der legendären Sportschule und einem Weizen im Freien. SOOO geht Wanderwetter, Frau Holle!!

        • Die Stützen könnte man auch einfach so weg’zaubern‘.. wenn das Dach dann auch noch hält, IST er regulär. Die abschließende Begutachtung obliegt hier aber natürlich dem Wetterpilzpontifexmaximus Klaus Herda.

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