Wander-Blog von Manuel Andrack

Die besten Wander-Storys der Welt




REKLAME!

Geschrieben am um 7:18

Liebe Blogfreunde, habt ihr schon gewusst: Am 1. März erscheint mein neues Buch, Schritt für Schritt, Wanderungen durch die Weltgeschichte. Um was es grob geht, könnte ihr auf meiner Homepage nachlesen. Exklusiv für Euch bisher unveröffentlichtes Bildmaterial:

 

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Sensationeller Fund im Neandertal: Endlich weiß man, wie sich der Steinzeitmensch orientieren konnte, wenn er nach seinen stunden-/tagelangen Beutezügen wieder die heimische Höhle gesucht hat: In regelmäßigen Abständen finden sich große gelbe Hinweistafeln, die mit brauner Schrift den Weg zur Neandertaler-Heimat weisen – äußerst praktisch. Vom Kreis Mettmann an den Nil:

 

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Da ist sogar die Sturmfrisur begeistert. Oberhalb des Tals der Könige ergeben sich sen-sa-tio-nelle Ausblicke auf Nil und Luxor. Leider etwas illegal, diese Begehung …

 

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Das ist Herr Leonidas. Er hat sich lange und ziemlich sinnlos mit 300 Getreuen an den Thermopylen der persischen Übermacht erwehrt. Dafür wird er erstaunlicherweise bis heute (nicht nur von Rechtsradikalen) verehrt. Erstaunlich ist bei den antiken Helden die Penisgröße. Vergleiche auch David, gestaltet von Herrn Michelangelo. Klassische Größe eben. Von Griechenland nach Jerusalem:

 

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Fans des FC Bayern gibt es weltweit, auch in der Altstadt von Jerusalem werden Merchandising-Artikel feil geboten. So funktioniert Völkerverständigung: Oben steht auf arabisch, unten  auf hebräisch: „Mir san mir“

 

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Ohne Jesus keine Pilgerreisen nach Santiago. Und damit auch alle heil in der Kathedrale von Compostela ankommen, gibt es Zebrastreifen für Pilger. Alle anderen Passanten dürfen in Galizien überfahren werden. Lebensgefährlich!

 

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Auch auf den Schlachtfeldern von Verdun zu wandern, ist eigentlich verboten. Warum? Nun, die Antwort gibt es in einem Buch, das am 1.März erscheint. Schritt für Schritt, Wanderungen durch die Weltgeschichte.



Knappensaal, Facebook & Short Cut

Geschrieben am um 6:06

Heute gibt es einen bunten Strauss von Schildern/Graffitis/Wegweisern, die ich beim Wandern am Wegrand entdeckt habe.

Am Arnsberger Schloss an der Sauerland-Waldroute:

 

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Auf den ersten Blick ein harmloses Schild. Auf den zweiten Blick eine perfide Provokation für alle Fans von Schalke 05, Verzeihung: Null-Vier. Denn den Begriff „Knappen“ haben sich die Schalker nun mal bekanntlich schon vor 112 Jahren patentieren lassen. Und dann kommt dieses Knappen-Schild nicht in blau-weiß, sondern in schwarz-gelb daher! Hallo? Geht’s noch? Und was soll bitte, beim heiligen Gazprom, der Hinweis auf die „Schönen Aussichten“? Wo doch auch unter Breitenreiter nur ein Platz im Herzen und kein Platz an der Sonne in Sicht ist. Kein schönes Schild für alle Schalker.

Weiter geht es am Altmühltal-Panorama-Weg:

 

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Eine hervorragende Idee. Weil intensive Nutzer von Facebook nicht gerade die hellsten Kerzen auf der Torte sind, befiehlt man ihnen schon mal, wo sie ein Foto machen können, das sie dann auf Facebook posten können, wo alle anderen Menschen dieses Foto liken können, die von exakt dieser Stelle auch ein Foto gemacht und bei Facebook gepostet haben, das dann alle anderen Menschen liken können, die von exakt dieser Stelle auch ein Foto gemacht …

Nun zu etwas komplett anderem:

 

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Gesehen am Müllerthal-Trail. „Short Cut“, so, so, liebe Luxemburger. Aber klar, der Müllerthal-TRAIL heißt ja eben Müllerthal-TRAIL und nicht Müllerthal-WEG. Voll cool! Amazing! Stunning! Go on with this english stuff, this is hot shit, really!

Und dann noch mal in der Nähe von Arnsberg:

 

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Das finde ich sehr schön, dass da unter der lauschigen Autobahnunterführung der SGV zur Spraydose gegriffen hat und die Losung des Tages aufgeschrieben hat. Leider habe ich keinen der Wandervögel gesehen, auf mich scheinen sie nicht gewartet zu haben.



Migranten wandern

Geschrieben am um 5:55

Nicht, dass ich das noch vergesse: Habe ich schon darauf hingewiesen, dass am 1. März mein neues Buch „Schritt für Schritt, Wanderungen durch die Weltgeschichte“ erscheint? Eine Zeitreise zu Fuß: ich begleite den Neandertaler, die Perser an den Thermopylen, römische Legionäre auf einer echten Römerstrasse und auch Flüchtlinge aus Syrien, Irak und Afghanistan auf ihren Weg von Hanging (Österreich) nach Wegscheid (Bayern).

 

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Ein Fußmarsch von zwei Kilometer vom Grenzübergang bis zu einer Notunterkunft bei Wegscheid. Eine Reise in die Freiheit, in’s gelobte Land der lächelnden Kaiserin Angela. Und was ist der erste Eindruck von der neuen Heimat? Wie empfängt die Bundesrepublik Deutschland ihre Gäste mit Migrations-Untergrund? Was ist der erste kulinarische Willkommensgruss auf deutschem Boden?

 

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Die letzte Bratwurst vor der Grenze! Eigentlich müsste das Schild geändert werden. Denn für viele ist es, da zur Zeit deutlich mehr Menschen über Wegscheid ein- als ausreisen, ein Einreiseschild – und müsste auf die ERSTE Bratwurst nach der Grenze hinweisen. Das könnte auch eine pädagogisch wertvolle erste Lektion im Migrations-Integrationskurs sein: Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei.

Fuß-Migration gab es, das liest man schon seit Monaten in allen deutschen Gazetten, natürlich schon immer. Auch in die kommunistische Enklave des Saarlands, den Saargau, haben schon vor Urzeiten Zimmermanns-Familien Zuflucht unter dem Roten Stern gesucht…

 

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Im vergangenen Herbst habe ich im Bregenzer Wald ein interessantes Schild gesehen:

 

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War das ein österreichischer Gruss an die Migranten? Oder eine Aufforderung an die Europäische Kommission ihre Aussengrenzen abzusichern? Ein Befehl für die Türkei oder Griechenland oder Frontex? Eine Anweisung an Pegida, Afd, und Co? Ich weiß es nicht, aber „Respektiere deine Grenzen“ könnte der Satz des Jahres 2016 werden…



Frohes neues Jahr und der erste Wanderskandal des Jahres

Geschrieben am um 4:44

Ich wünsche Euch allen ein frohes, glückliches, erfolgreiches, gesundes, aufregendes, emotionales und tolles neues Jahr! Viele denken, ich hätte in meiner Blogpause von Ende Dezember bis zum 1. Februar auf der faulen Haut gelegen. Falsch! Erstens habe ich keine faule, sondern nur eine fleißige Haut. Und zweitens bin ich NATÜRLICH gewandert, was denn sonst. Bevorzugt wandere ich außerhalb der Wandersaison in den neuheimatlichen Gefilden des Saarlands. Also habe ich mir – endlich – den Oppig-Grät-Weg südlich von Losheim vorgenommen. Dieser Weg ist übrigens der Geheimfavorit aller saarländischen Premiumwege eines führenden Mitarbeiter des Deutschen Wanderinstituts. Und warum? Natürlich wegen der Oppig Grät, übersetzt auf deutsch: Wegen der Oppig Schlucht. Lange musste ich gehen, bis ich den Einstieg in die enge Schlucht erreicht hatte. Aber dann das:

 

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Ein Wegweiser mit Klebeband verhüllt. Hatte der Wegweiser Aua? Musste das Schild notdürftig geflickt werden? Nein, der Weg war offiziell und amtlich gesperrt. Das hat mich natürlich erst recht gereizt. Baumfällarbeiten konnten es nicht sein (kein Krach nirgendwo), also was würde mich in der Schlucht erwarten?

 

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Ich kam gut voran, nun gut, da lagen ein paar Bäume quer, aber der Weg war wirklich klasse, wildromantisch, mehrere Bachüberquerungen, ein tolles Wegerlebnis. Am Ende kraxelte ich steil aus der Grät und wunderte mich. Es hatte sich keine Erdbebenspalte aufgetan, ich war nicht von einem Baum erschlagen worden und auch kein Bär hatte mich aufgefressen. Warum also war der Weg gesperrt? Am Ende der Schlucht las ich auf einem Warnschild die Auflösung:

 

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Kinners, das ist nicht Euer Ernst, oder? Es ist schon klar, dass bei Regenwetter, Eis oder Schnee man etwas vorsichtiger in der Oppig Grät sein muss, aber immerhin ist in unserem Land noch jeder Wanderer für sein körperliches Wohl selber verantwortlich. Ein Schild mit der Aufschrift BEGEHEN AUF EIGENE GEFAHR! hätte meines Erachtens komplett ausgereicht. Aber darüber hinaus dem Weg generell die Kinder-Eignung abzusprechen, ist ein kleiner Wanderskandal. Womit wollt ihr denn Kinder für’s Wandern begeistern? 100 Kilometer Asphalt geradeaus, aber bombensicher??? Genau solche Wege wie in der Oppig Grät lieben die Kleinsten! Ein wenig Klettern, verschlungene Pfade am Bach, jede Menge Wanderabenteuer! Ich werde auf jeden Fall mit meiner Tochter den Weg bald gehen, in der Kurzversion, nur die Oppig-Grät, zweieinhalb Kilometer lang, ein wunderbarer Kinderpremiumweg!

 

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Und eins kann ich auf jeden Fall garantieren: Hunden macht der Weg auf jeden Fall Spaß! Auch im Winter.


Wer glaubt, Wandern ist fade und die Vorstufe zur Rollator-Rallye, muss diesen Blog lesen und wird staunen. Ob Kurioses am Wegesrand, schräge Hinweistafeln, Lebensgefahr am Wanderweg, skurile Wandervögel, betreutes Trinken am Steig, gigantische Aussichten oder extreme Herausforderungen im deutschen Mittelgebirge – bei andrackblog.de gibt es alles über das Thema Wandern. Jede Woche neu, (relativ) aktuell. Die besten Wander-Storys der Welt eben.

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