Wander-Blog von Manuel Andrack

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Hightech-Wandertussis

Wandern Frauen anders als Männer? Diese Frage, die Heerscharen von Philosophen, Psychologen, Neurobiologen und Soziologen seit Jahrhunderten beschäftigt, wird wohl mehr oder weniger unbeantwortet bleiben. Einer möglichen Antwort dieser Frage bin ich kürzlich bei einer Wanderung im Sauerland näher gekommen. Ich traf Martina, die mir schon kurz nach der Begrüssung erklärte: „Ich bin eine richtige Wandertussi“ Nun, liebe Martina – ich darf es vorweg nehmen, da wir ja mit einer fröhlichen Gruppe den ganzen Tag zusammen gewandert sind und ich Dich ein wenig kennenlernen durfte – Nein, Martina, Du bist wahrlich keine Wandertussi. Aber sehr beeindruckend fand ich die hochprofessionelle Ausstattung von Martina. Sie hatte am Handgelenk eine Art Transponder…

 

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Mit diesem Hightech-Armband konnte sie sich („Beam me up, Scottie“) an jede beliebige Stelle unseres Wanderwegs beamen. Außerdem hatte dieses Armband, wenn ich das richtig verstanden habe, die Funktion, bei einem Absturz in eine tiefe Gletscherspalte Notrufsignale abzusondern. Eine ähnliche Funktion hatte die Wanderpfeife von Martina …

 

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… ich kannte den Begriff „Wanderpfeife“ bislang als Schimpfwort für Menschen, die sich bei einer Wanderung übernehmen und die gesamte Wandertruppe aufhalten: „Du Wanderpfeife!“ Aber die Pfeife an Martinas Rucksack dient dazu, Hilfe herbei zu flöten. Obwohl das Sauerland nicht ungefährlich ist, sind wir bei der gesamten 17-Kilometer-Tour ohne Wanderpfeife und Transponder ausgekommen.

Dann habe ich noch etwas über Wander-Frauen gelernt. Jeder kennt diese Klischees, dass Frauen angeblich nicht einparken könnten (stimmt überhaupt nicht, sagt mein Fahrlehrer) und alle zwei Tage zehn neue Paar Schuhe kaufen müssen (stimmt schon eher). Im Sauerland hat mir eine Wanderfrau erklärt, Frauen könnten keine Wanderkarten zusammen falten…

 

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Ehrlich gesagt kenne ich ab er auch sehr viele Männer, die das nicht können. Eine Wanderkarte sieht bei denen schnell aus wie ein kreatives Origami-Kunstwerk. Vielleicht sind deshalb ja Premiumweg so beliebt: Die Wege können auch ohne Wanderkarte erwandert werden. Diese Wege sind nicht nur unverlaufbar, sondern auch unverfaltbar.


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5 Kommentare zu “Hightech-Wandertussis

  1. Wer sich freiwillig „Wandertussi“ nennt (und davon gibt es laut Google einige!), bezieht sich natürlich direkt auf die historische Thusnelda, weiß deshalb, dass ihr Name sich „aus dem germanischen Element *þūs (Kraft) und dem althochdeutschen snel (schnell, tapfer)“ zusammensetzt und hat zudem einen Cheruskerfürsten zum Manne oder wenigstens irgend nen Kerl, der mal den ein oder anderen Römer plattgemacht hat. Als „Wanderdummchen“ oder „Wanderzicke“ wollen sich jene Frauen selbstverständlich niemals verstanden wissen. Schließlich gibt es als männliches Pendant ja auch nicht den „Wanderproll“ oder „Wanderkasper“, sondern ausschließlich „Vollblutwanderer“, „Wanderexperten“ oder gar „Wanderpäpste“!

  2. Boh, dazu fällt mir Einiges ein, von „Unverlaufbar? Doch, natürlich, man – Mann? – muss nur am Bhf. in die falsche Richtung loslaufen“ über „Data“ (ok, Gnade oder Schande der späten Geburt – Star Trek mit Captain Picard ist mehr mein Ding) über „Sauerland“ (Ein Kapitel für sich, meine Plettenberger und Siedlinghausener – häusener? – Freunde mögen es mir bitte nachsehen) bis hin zu +++ Achtung Werbeblock: +++ Nach etwa 14 Jahren musste mein altgedienter, treuer Jack W.-Rucksack den Dienst quittieren und wurde ersetzt durch einen von Vaude (wer keine Rucksäcke mit RV-Seitentaschen mehr macht möge dies tun, ich brauch die aber) – Stichwort „Wandertussi“ bzw. „Antje“. Der Praxistest in der Feuchtlach bei Ansbach wird knallhart werden! Und das Fehlfarben-Konzert gestern war spitze, forget Campino!

  3. … wie ich Deinen alten Rucksack in Erinnerung habe, war der eher im Mumien- als im Rentenalter, so farewell, good friend. Außerdem Neid wegen Fehlfarben-Konzert, das ist das Schöne, wenn man so jung ist wie ihr, da hat man noch Zeit für verrückte Sachen …

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