Wander-Blog von Manuel Andrack

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Am Limes bin ich an meine Grenzen gegangen

Schon oft bin ich an meine Grenzen gegangen: Am Watzmann, bei der 82-Kilometer mit Thorsten Hoyer, bei total unterhopften Wanderungen. Am Limes im Südtaunus bin ich Mitte Juli im wahrsten Sinne des Wortes auf und an einer Grenze gegangen. Seit kurzem ist der Limeserlebnispfad vom Deutschen Wanderverband als Qualitätsweg zertifiziert worde. Die Eröffnungswanderung startete am Limesturm in Taunusstein-Orlen …

 

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Jeder, der wissen will, in welcher Region dieser Limesturm liegt, kann sich ein ungefähres Bild anhand eines alten grünen Schildes machen: zwischen Wehen und Idstein. Jedem Fußballfan ist Wehen bekannt als das Dorf des Unternehmers Heinz Hankammer, der die Brita-Wasserfilter erfunden hat. Und jedem Jack-Wolfskin-Fan ist Idstein bekannt als das Dorf der Tatzen-Firma. Der Limes trennt also im Taunus die Welt der Wasserfilter von der Welt der Outdoor-Bekleidung.

 

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Ich hatte mich gerade geographisch orientiert, als ich von zwei Römern eingekesselt wurde und einen Schnaps in die Hand gedrückt bekam. Ich wusste gar nicht, dass die Römer so Schnapsdrosseln waren, ich dachte, die standen eher auf Wein. Und komisch kam es mir auch vor, dass der Römer wie Aristoteles und die Römerin wie Kassandra aussah. Hatten sich da vielleicht Griechen heimlich als Römer verkleidet?

 

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Eine kleine Wanderpause legte die Wandertruppe am Limes Rastplatz Steckenroth ein. Dort standen original römische Sitzmöbel. Aber ob die so original waren, wage ich zu bezweifeln. Hatten die Römer so schmale Hintern? Die haben sich doch eher – auch zum Essen – lang gelegt, oder? Der Holzstuhl am Limes war auf jeden Fall sehr grenzwertig…

 

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4 Kommentare zu “Am Limes bin ich an meine Grenzen gegangen

  1. Nur grenzwertig? Einen so kleinen Papstthron da hinzustellen ist geradezu entwürdigend, und dann noch das Portrait mit halbiertem Kopf – würde ich so was malen, hätte ich sofort die spanische Inquisition am Hals, unerwartet natürlich!

  2. Wikipedia sagt: „Bei Tisch trug man bequeme Kleidung, die vestis cenatoria, und gespeist wurde in einem speziellen Esszimmer, das später triclinium genannt wurde. Hier lag man bei Tisch auf einem speziellen Speisesofa, dem lectus triclinaris. Um den Tisch, die mensa, wurden drei dieser lecti hufeisenförmig aufgestellt, und maximal drei Personen, vor der Kaiserzeit ausschließlich Männer, konnten pro lectus liegen. Die Köpfe waren dabei dem Tisch zugewandt, der linke Ellenbogen lastete auf einem Kissen und die Füße lagen an der Außenseite des Speisesofas. Auf diese Weise konnten höchstens neun Personen an einem Tisch gemeinsam essen. Die sittsame Dame des Hauses oder weitere Gäste sowie die Gefolgschaft mussten auf Stühlen sitzen, Sklaven oft sogar die ganze Zeit stehen.“

  3. Aah, ist repariert, sehr gut. So ein ganzer Kopf sieht nicht nur besser aus, man kann damit auch viel besser Fußball gucken.

  4. Aus dem kleinen Holzstuhl kann man recht unkompliziert einen portablen Thron bauen und sich anschließend vom Fußvolk z.B. die Via Belgica nach Köln hinein tragen lassen. Der Wanderpapst würde dann zwar nicht wie seinerzeit die frisch gekrönten Könige am Hahnentor vom Erzbischof empfangen werden, dafür aber am Stadiontor von Hennes VIII.. DAS also hat Andrack am 29. August eigentlich vor! Deshalb auch das reparierte Bild mit nun ganzem Kopf zum besseren Fußballgucken! Am 29. August 1484 übrigens wurde Kardinal Giovanni Battista Cybo zu Papst Innozenz VIII. (mittels Bestechung). Anschließend „erreichte die Inquisition einen ersten Höhepunkt“. Was Hennes VIII. diesbezüglich vor hat, weiß ich allerdings nicht. Vielleicht Lasogga beißen oder so.

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