Wander-Blog von Manuel Andrack

Die besten Wander-Storys der Welt




Der Wandermeister und die Königinnen

Am 1. Mai bin ich in Mülheim-Kärlich auf dem Streuobstwiesenweg gewandert. Die Wanderung war umrahmt von einem zünftigen Maifest mit nahezu allen Vereinen, die der Ort – gegenüber von Neuwied gelegen – aufzubieten hat. Bevor es losging, war ich sehr gerührt. Da hatte doch der kleine Paul ein großartiges Bild für mich gemalt. Und für Paul war ich der „Wandermeister“, wunderbar.

 

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In den letzten Jahren habe ich unzählige Etiketten angeheftet bekommen: Wander-Experte, Wanderprofi, Wanderguru (ich kann nicht schweben), Wanderpapst (auch Quatsch, weder werde ich jemals zurück treten, noch wasche ich anderen Wanderern permanent die Füße), Wanderfachmann. Aber „Wandermeister“, da muss man erst mal drauf kommen, danke Paul!

 

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Dann ging es an Unmengen von Kirsch- und Apfelbäumen entlang, die gerade noch so in ihrer letzter Blüte standen. Aber das eigentliche Highlight des Tages sollte nicht die üppige Flora sein, sondern die üppige… Nein, ich muss das anders formulieren. ich hatte das Vergnügen, nach der Wanderung neben dem Bürgermeister der Verbandsgemeinde Weißenthurm, dem Ortsbürgermeister von Mülheim-Kärlich, dem Ersten Beigeordneten der Verbandsgemeinde Weißenthurm, dem Vorsitzender der Kirmes & Karnevalsgesellschaft „Vergnügt 1920“ Kärlich e.V. und dem Vertreter der Ortsbauernschaft die alte Kirschblütenkönigin Nadine zu verabschieden und die neue Kirschblütenkönigin Franziska zu begrüssen.

 

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Eine Karnevalsgesellschaft „Vergnügt 1920“ zu nennen hat mich irritiert. Waren die nur 1920 vergnügt oder existieren permanent 1.920 super-vergnügte Mitglieder? Aber das war noch nicht alles. Zum Gruppenbild kamen dann auch noch die Ex-Kirschblütenköniginnen Anke (ganz links) und Linda (ganz rechts, mit der rut-wiessen Schärpe) dazu und sogar die erst Holunderblütenkönigin Andrea I. (zweite von links). Damit verfügt Mülheim-Kärlich wahrscheinlich über eine höhere Königinnendichte als das englische Königshaus. Ich kann mich nur vor allen Majestäten verneigen…

 

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13 Kommentare zu “Der Wandermeister und die Königinnen

  1. Wandermeister ist sehr gut! Hinterlässt aber offene Fragen: wann und wo war der Meister als Geselle auf der Walz? Und wer hat ihm die Meisterprüfung abgenommen? War das Paul höchstselbst, der ihm den schönen Meisterbrief überreichte? Und was war überhaupt Gegenstand der Prüfung?

  2. Mal spontan aus der Hüfte ein paar Prüfungs-Inhalte:
    1) profunde ÖPNV-Kenntnisse, 2) Erd- bzw. Mittelgebirgs-Kunde, 3) Beschleunigungs-Test bei Biergarten-Annährung, 4) Trinkfestigkeit bei gleichzeitiger Fussball-Diskussions-Kultur.
    Interessant: Es ist der einzige Ausbildungsberuf in der EU, bei dem die Walz erst NACH der Prüfung erfolgt!

    • 5) Zielführendes WK-Studium unter erschwerten Bedingungen (z.B. ‚Lesebrille nicht dabei‘)
      6) Bonusaufgabe (hohe Punktzahl!): „Nennen Sie 3 an Wanderwegen gelegene Wetterpilze unterschiedlicher Bauart und führen Sie uns ohne Zuhilfenahme von Kartenmaterial zu ihnen“

  3. WanderGOTT noch nie? Da wäre ich aber beleidigt 😉

    Der Streuobstwiesenweg liegt ja quasi bei mir vor der Haustüre und ich bin dort immer noch nicht gewandert. Jetzt ist die Blütezeit schon wieder rum und…ich war immer noch nicht da. Nächstes Jahr dann. So GOTT will 😉

  4. Unabhängig vom Kommentariats-Gschmarri: Das ist echt goldig, was Paul da gemacht hat! Beinahe bin ich versucht, mal wieder ein ikonographisches Fass aufzumachen. Wolken und vom Sturm gebeutelte Bäume sind klar, aber sonst? Ein oszillierendes Waldmeister-Götterspeise-Törtchen ? Aber was bedeuten die luziden Pünktchen darin? Das dekonstruvistische Vorhängeschloss, was sagt es uns? Eine Liebeserklärung à la Hohenzollernbrücke (Köln, subtil)? Ein Werk, das viele Fragen aufwirft, zugleich aber mahnt „verachtet mir die Meister nicht“ (Nürnberg, sogar noch subtiler)!

    • Nix Vorhängeschloss. In dem Körbchen sollen die Beeren vom Busch nebenan landen. Daraus wird dann das Lieblingsgetränk der Queen hergestellt. Wieso ist eigentlich die Wacholderblütenkönigin nicht zu sehen?

  5. Ich habe das Wander gerade erst für mich entdeckt und bin dabei auf deinen Blog gestossen. Beides gefällt mir mittlerweile so gut, dass ich mich in Zukunft mehr damit beschäftigen werde.
    Viele Grüße

  6. Ich muss das jetzt doch mal klar stellen, wie das genau mit der Chronologie der Wandermeisterprüfung war. In die Wanderlehre bin ich bei meinen Eltern gegangen („Immer auf den Boden schauen, Dein nächster Schritt kann dein letzter sein…“) Auf die Walz gegangen bin ich von 1998 bis 2010, eine ordentlich lange Gesellenzeit, aber nun ja, Lehrjahre sind keine Herrenjahre. Die Meisterprüfung hat mir dann 2010 Gevatter Rainer Brämer abgenommen. Seitdem bin ich Wanderausbildungsbetrieb und darf auch selber zum Wandergesellen ausbilden. Wie wäre es mit Euch, Hintermstoaner und Markazero, wollt ihr nicht mal einen Wandergesellenbrief haben?

  7. Zwölf Jahre als Geselle den Ausbildern die Bierkästen hinterher geschleppt, das muss echt hart gewesen sein (naja, nur die Harten komm‘ bekanntlich in‘ Garten)… Wenn mit Gesellenbrief eine Anerkennung für Wander-Gesellen, mit denen hinterher gut Belohnungsbier trinken ist, gemeint ist, dann wäre ich seehr geschmeichelt! Andernfalls fast ein wenig gekränkt, denn aus dem Nachtzug raus auf den Pilatus (1.600 hm), die 1.200 hm von Villnöß zur Peterer-Scharte in 1:47 h (sic!), die 40 km von Sythen nach Münster in 9 h, und schließlich das ultra-ultimative Meisterstück „Pättken-Mörderschleife mit Schnaps-Handicap“ – also dem Gesellen-Status fühle ich mich spätestens damit endgültig entwachsen!

  8. Den Gesellenbrief nehm‘ ich gern! Aber nur, wenn er mindestens so hübsch gemalt ist wie der Meisterbrief von Paul. Ansonsten möchte ich anmerken: Aufgabe 7) (verbindlich für die Zulassung zur Großmeisterprüfung) „Entwerfen Sie eine eigene Formel zur Gehzeitberechnung, die für alle Arten von Wanderungen mindestens so plausible..“ jajaichhörjaschonwiederaufdamit..

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