Wander-Blog von Manuel Andrack

Die besten Wander-Storys der Welt




Mammut!

Geschrieben am um 7:10

 

Letztes Wochenende war ich im Lonetal. Als regelmäßiger ICE-Fahrer kennt man das Lonetal, denn nachdem sich der ICE von Stuttgart Richtung München im Rekordtempo über die Steige bei Geislingen gequält hat (ein Streckenabschneitt, bei dem man normalerweise gar nicht merkt, ob die Bahn bestreikt wird oder nicht) fährt er einige Kilometer durch das Lonetal. Doch ich bin im östlichen Teil des Lonetals gewandert, mit vielen Höhlen und einem weiten, offenen Tal.

 

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In einer dieser Höhlen wurde vor einigen Jahren ein Mammut gefunden. Keine Knochen eines realen Tieres, nein, sondern ein kunstvolles, 40.000 Jahre altes Abbild, das als erstes, einziges und-überhaupt Kunstwerk der Herren Neandertaler gilt. Komisch, dass die Lonetaler Neandertaler das hingekriegt haben, nicht aber die Kollegen von der Düssel, na ja, kein Kommentar.

 

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Erstaunlich ist aber zum einen die Größe des Artefakts. 3,5 Zentimeter lang, nicht gerade mammutesk. Zum anderen war es im höchsten Maße erstaunlich, dass unser Wanderführer tatsächlich das Original in der Hosentasche hatte. Im Museum, so unser Wanderführer Herr Krämer, im Museum liege ein Duplikat. So läuft das also mit der Archäologie in Schwaben!

Da sich im Lonetal alles um das Mammut dreht, hatte ich mir auch ein Mammut zugelegt. Loni, so nennt sich das Urviech, lugte keck aus meinem Rucksack heraus.

 

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Aber nicht dass ihr jetzt denkt, das Stoff-Loni wäre so ein chinesisches Billig-Mammut, gefertigt von thailändischen Kinderarbeitern in Indien. Nein, nein, und noch mals nein. Denn das Mammutle hat einen Knopf im Ohr und ist von der Firma Steiff. Und dieses Mammut gibt es nicht nur als Kuscheltier, sondern auch als Weingummitier. In den Sorten Orange, Orange und Orange.

 

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Es wäre natürlich eine Mammutaufgabe, sich noch weiter Mammut-Marketing-Ideen auszudenken. Mir schwebt da Folgendes vor: Wie wäre es denn, nur mal so in die Tonne gedacht, wenn man eine komplette Outdoor-Firma nach dem Mammut benennen würde? Auf alle Klamotten könnte man dann ein schickes Mammut-Logo drucken. Mensch, das ist doch die Idee, das lasse ich mir schützen. Und morgen denke ich mir etwas aus mit Tatze, Wolf und Haut, dann werde ich steinreich…



Wahrlich, ich sage Euch, auf der Teutoschleife “Bevergerner Pätken”, da kann man Zeichen sehen

Geschrieben am um 8:43

Ich bin Kölner. Im Schatten des Doms aufgewachsen. Katholisch-Sein quasi mit Muttermilch aufgesogen. Und dann kann es passieren, dass man Zeichen sieht, am Wegesrand, beim Wandern. Denn wahrlich, ich sage Euch, ich war im Auftrag von NRW Busse und Bahnen (der neue Wanderfolder 2015 ist bereits erschienen) unterwegs im Kreis Steinfurt, genauer auf der Teutoschleife „Bevergerner Pätken“. Losgelaufen bin ich am Bahnhof Hörstel und auf den Weg nach Bevergern kam ich an einem Zentrum, vorbei, einem Fastenzentrum.

 

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Über den Zusammenhang von Kalorienverbrauch beim Wandern und beim Sex lasse ich mich ja ausführlich in meiner Wandershow aus. Alles so weit klar. Aber was haben die Samariter mit Fasten zu tun? Ich dachte immer, diese Samariter wären St.Martins-mäßig die großen Verteiler gewesen. Also quasi eher die, die Essen herschaffen als es weg zu nehmen. Verkehrte Welt in Hörstel.

Wenige hundert Meter später komme ich an dieser Straße vorbei:

 

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Ist doch irre, da ist man schon ziemlich rumgekommen in der Welt, aber ich wusste tatsächlich nicht, dass der Hügel Golgotha, sozusagen die Endstation des Herrn, am Ortsrand von Hörstel liegt. Wahnsinn!

Und dann habe ich schließlich Bevergern erreicht und auch den touristischen Hotspot des Ortes, das Nasse Dreieck, erwandert. Die Stelle, an der der Mittellandkanal in den Dortmund-Ems-Kanal mündet, wird nämlich das Nasse Dreieck genannt.

 

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Eine Brücke führt hinüber, über diesen Dortmund-Ems-Kanal. Und auch das war doch wieder ein Zeichen: Das Dreieck steht für die Heilige Dreifaltigkeit, und das Wasser, ich meine WASSER, Hallo? ER ist doch über Wasser gegangen! Ein wirklich wunderlicher, wunderbarer, wundervoller, wanderbarer Wandertag. Für Kurzentschlossene: Am Sonntag, 19.4. werde ich eine öffentliche Wanderung auf dem Bervergerner Pätken begleiten. Start: 11:00. Ihr seid herzlich eingeladen!



Neues vom Rennsteig – Fußwanderer und Servicestation

Geschrieben am um 7:49

Ab und an sollte man der tradionsreichsten Wanderstrecke Deutschlands einen Besuch abstatten, denn man kann immer wieder erstaunliche Sachen lernen.

 

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Zum Beispiel bin ich den Rennsteig noch nie im Winter gewandert. Äh, ich bin auch dieses Jahr den Rennsteig nicht im Winter gewandert, es war schon Frühling, der 1. April. Und dieser Wandertag zwischen Neustadt am Rennsteig und Eisfeld brachte alle meteorolgischen Aprilscherze, die man sich wünschen kann: Schneetreiben, Gewitter, Hagelschauer, Sonne: Herrlich!

Und wenn man sich auf dem Rennsteig an die Regeln hält, kann Alles soooo einfach sein:

 

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Die Fußwanderer, so, so. Wie wandern denn die anderen? Mit den Händen? Mit dem Kopf? Auf jeden Fall habe ich gelernt, dass ich mich in Zukunft korrekter vorstelle, wenn ich meine berufliche Tätigkeit beschreibe: „Ich bin Wanderer, Fußwanderer, wenn sie verstehen was ich meinen“ Auch meine Show werde ich umbenennen in „Andracks Kleine Fußwandershow“, damit bloß keine Mißverständnisse aufkommen. Auch Fußwanderstäbe, Fußwanderschuhe und Fußwandervereine werden ganz groß in Mode kommen, da bin ich mir sicher.

Der totale Klopper am Rennsteig ist allerdings die „Servicestation für Wanderer“…

 

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Da haben die mitten im Wald eine Steckdose für die Wanderer aufgehangen. Sehr feiner Service. Oder der größte Schwachsinn im Wanderuniversum? Denn – wozu soll das gut sein? Lade ich da mein Handy auf? Dauert ja nur ein paar Stunden. Oder kann ich da meine E-Wander-Gitarre einstöpseln und die Wanderfreunde mit einer gerockten Version von „Frühtau im Berge“ überraschen? Oder kann ich mir mit einem Outdoor-Fön die Haare schön machen? So ganz habe ich die Servicestation wie gesagt noch nicht kapiert, aber ein toller Service ist es auf jeden Fall.



Heissa, der neue NRW-Folder “Wunderbar Wanderbar” ist da – und vielleicht werdet ihr alle schweinereich!

Geschrieben am um 6:40

Ein Highlight wie Weihnachten, Ostern und Silvester zusammen ist jedes Jahr das Erscheinen des Busse-und-Bahnen-in-NRW-Hefts „Wunderbar Wanderbar“ mit acht knackigen Touren, ausgesucht und abgewandert von Eurem Lieblingsblogger. Um die Vorfreude ein wenig zu steigern, möchte ich Euch in kleinen Häppchen schon mal diverse Highlights meiner NRW-Touren 2015 präsentieren.

 

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Fangen wir mal mit dem Kaiser an. Viele sind ja mit diesem und jenem in unserem Land unzufrieden, aber höchst selten hört man auf Demos mittlerweile die Rufe „Wir wollen unseren alten Kaiser Wilhelm wiederham“. Schade eigentlich. Das Kaiser-Wilhelm-Denkmal auf der Hohensyburg oberhalb der Ruhr (am Ruhrhöhenweg) ist klasse. Wilhelm Eins hoch zu Ross galoppiert in die Ruhr, großes Kino. Immerhin hat er da oben eine schöne Sicht.

Auch der Wanderer genießt den Blick über die Ruhr und auf die Lennemündung.

 

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Aber man sieht noch viel mehr auf der anderen Ruhrseite, das wird auf einer Panortamatafel erklärt. Da wäre der Klöckner Stahlhandel, der Fernmeldeturm Riegerberg, die Müllverbrennungsanlage Hagen, die Kläranlage Hagen-Kabel, eine Papierfabrik, die katholische Kirche Christ König in Hagen, der Steinbruch Donnerkuhle, die Autobahn A1 „Ruhrtangente“. Beeindruckend, alles touristische Hot-Spots. Man kann sich einfachg nicht satt sehen.

 

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Auf dem Ruhrhöhenweg geht es weiter vorbei am Vincketurm, der mich sehr an den Richmodisturm am Kölner Neumarkt erinnert. Nur ohne Pferde.

Und dann kommt man an Deutschlands angeblich erfolgreichster Spielbank vorbei, der Spielbank Hohensyburg. Höchstgewinne sind garantiert!

 

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Und was soll ich sagen, als ich nach zweieinhalb Stunden aus der Spielbank heraus geschlendert bin, hatte ich gerollte Geldbündel in der Tasche. Alles auf die „23“ – und gewonnen! Ich hätte das Geld für meine Alterssicherung anlegen können. Pustekuchen, viel zu langweilig, keine Zinsen. Nein, ich habe vor der Spielbank mein Traumauto gesehen und das direkt gekauft.

 

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Wandern war gestern, rosa Limousine fahren ist angesagt!


Wer glaubt, Wandern ist fade und die Vorstufe zur Rollator-Rallye, muss diesen Blog lesen und wird staunen. Ob Kurioses am Wegesrand, schräge Hinweistafeln, Lebensgefahr am Wanderweg, skurile Wandervögel, betreutes Trinken am Steig, gigantische Aussichten oder extreme Herausforderungen im deutschen Mittelgebirge – bei andrackblog.de gibt es alles über das Thema Wandern. Jede Woche neu, (relativ) aktuell. Die besten Wander-Storys der Welt eben.

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